Der NDR berichtet über das Gutachten, dass dem Elbtower die Eignung für den Einzug des Museums attestieren sollte. Es gibt massive Zweifel an der Neutralität des Gutachtens.
Elbtower Baustopp - Diskussionsthread
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Der NDR berichtet weiter um die zweifelhaften Entscheidungen des Senats und zweifelhaften Namen um den Elbtower
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"Der Chef der norddeutschen Landesbank hat das Ansinnen des Finanzsenators offenbar als Grenzüberschreitung empfunden. Denn er berichtete davon Dritten mit entrüstetem Staunen, wie Panorama 3 in Erfahrung brachte. Die Bank wollte sich gegenüber der Redaktion nicht zu dem Vorgang äußern.
Hat ein gewählter Senator eine öffentlich-rechtliche Bank um einen Kredit für ein privates Konsortium gebeten?"
Das klingt ganz ehrlich eher nach Klatsch und Tratsch als nach handfester journalistischer Arbeit, die einer gehaltvollen informativen Aufklärung dient.
Der NDR hat übrigens auch öfters sehr kritische Tonlagen in seinen Beiträgen zum SEV aufgrund der Sanierung der Bahntrasse zwischen Hamburg und Berlin und der Planungen zur neuen Schnellfahrstrecke zwischen Hamburg und Hannover eingenommen, die durch die Beiträge allein aber nicht wirklich nachvollziehbar wurden. -
Der NDR bezieht sich auf konkrete Senatsentscheidungen und zur Kritik daran (Flächenerwerb etc.)
Die Formulierung ist weiter rhetorisch, sie baut auf einen politischen Vorfall. Der Senat hat steuergelder ausgeschlossen und pumpt sie nun doch rein.
es ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen wie du es hier mal wieder versuchst darzustellen.
Das als Klatsch abzutun ist lachhaft, es impliziert, der NDR habe keine überprüfbaren Daten oder alles sei auf „entrüsteten“ Daten Dritter aufgebaut. Auch das stimmt nicht, weil der Bericht auf öffentlichen Daten, politischen Entscheidungen und Haushaltszahlen beruht.
Und mal ehrlich, das auszublenden nach all den Vorfällen um dieses Projekt? Nicht nachvollziehbar
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Mitteilung des Senats von Oktober 2025
Darin steht, von offizieller Seite, dem Hamburger Senat:
"Hamburg soll ein neues, zukunftsweisendes Naturkundemuseum mit Forschungslaboren und wissenschaftlicher Sammlung erhalten. Das hat die Bürgerschaft 2021 einstimmig beschlossen. Die Prüfung verschiedener Standorte durch den Senat kommt zu dem Zwischenergebnis, dass die Unterbringung des neuen Naturkundemuseums im Elbtower in der HafenCity eine attraktive und wirtschaftliche Lösung darstellt."
und weiter:
"Unabdingbare Voraussetzungen für einen Teilerwerb sind, dass im Sinne eines Pauschalfestpreisvertrags sämtliche zur vollständigen, mangelfreien, abnahmereifen, genehmigten, funktions- sowie betriebsbereiten und schlüsselfertigen baulichen Fertigstellung des Naturkundemuseums erforderlichen Planungs-, Bau-, Liefer- und sonstigen Leistungen durch die Verkäuferseite erbracht würden. Das bedeutet, dass die Stadt erst nach Fertigstellung des Elbtowers zur Zahlung verpflichtet wäre. Gegenstand der Verhandlungen ist der Erwerb von rund 46.000 m² Sondereigentumsfläche inklusive mitbenutzender Gemeinschaftsfläche zu einem Preis von maximal 595 Mio. Euro."Das ist die aktuelle Position des Senats: Man würde kaufen. Man wird aber nicht finanzieren.
Das heißt: Der Senat finanziert den Weiterbau nicht, pumpt also kein Geld in den Weiterbau des Elbtowers. Er gibt aber ein Kaufangebot für 46.000m² in Aussicht, dass Investoren jenen Weiterbau schmackhaft machen soll.
Jede große Immobilie wird in der Regel so entwickelt: Man konzipiert, dann sucht man Ankermieter oder Käufer, dann geht man in die Realisierung. Niemand entwickelt ein riesiges und kostspieliges Projekt ohne eine gesicherte Refinanzierung durch Verkauf oder signifante Vermietungsrate.
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Kein Pressesprecher des Senats hätte rabulistischer formulieren können, ulayin. Weder das Erwerbsmodell noch seine rechtliche Ausgestaltung ändern etwas daran: Die Stadt verspricht dem Konsortium eine gewaltige Finanzspritze, ohne die es niemals einen Weiterbau geben könnte. Kein anderer würde für unattraktive, sonst kaum vermarktbare Flächen einen dermaßen hohen Preis bezahlen. Im Ergebnis wird damit die Fertigstellung finanziert.
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Also entweder bleibt das Ding als Bauruine da noch lange stehen und sorgt schlimmstenfalls für Herzinfarkte von Flensburg bis Bayern und die Stadt *pumpt* hunderte Millionen in den Neubau eines Naturkundemuseums an anderer Stelle oder bietet potentiellen Investoren diesen Teilerwerb an, nachdem diese das Teil irgendwann fertiggestellt haben.
Dass Hamburg dieses Museum eines Tages eröffnen will und wird, ist doch beschlossen. Es wird also öffentliches Geld dafür frei- und ausgegeben. Ob das nun für Flächen im Elbtower oder sonstewo angewiesen wird, ändert wahrlich nicht viel.
"Im Ergebnis wird damit die Fertigstellung finanziert."
Ja. Das sagte ich doch selbst schon: "Jede große Immobilie wird in der Regel so entwickelt: Man konzipiert, dann sucht man Ankermieter oder Käufer, dann geht man in die Realisierung. Niemand entwickelt ein riesiges und kostspieliges Projekt ohne eine gesicherte Refinanzierung durch Verkauf oder signifante Vermietungsrate." -
Die entscheidende Frage ist, ob das Naturkundemuseum an anderer Stelle genau so gut, aber günstiger aufgehoben wäre. Die entsprechende Prüfung scheint mir wenig transparent und nachvollziehbar.
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Ich denke, da müssen wir uns wirklich nichts vormachen, denn diese Frage können wir alle schon jetzt beantworten:
Wohl kaum.
Das ist einfach die Erfahrung, wenn es um öffentlich finanzierte und / oder Kulturbauten geht.
In Berlin wird der Neubau des Museums Berlin Modern wohl mindestens 507 Millionen Euro kosten. Bis zur geplanten Eröffnung 2029 kann da aber sicherlich noch was angepasst werden. Anfangs wurden 200 geschätzt. Es wird 31.500m² groß. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von etwas mehr als 16.000 Euro. Die als maximaler Höchstwert im Raum stehenden 595 Millionen für 46.000m² Elbtower ergeben knapp unter 13.000. Wahrscheinlich würde der Innenausbau des Museums noch Gelder oben drauf schlagen. Je nach dem, was als Übergabe vereinbart würde. Edelrohbau oder Schlüsselfertig.
Hier noch ein Auszug aus der bereits oben erwähnten Pressemitteilung:
"In diesem Zuge prüft der Senat seit 2022 mögliche Standorte für ein integriertes Forschungsmuseum, bestehend aus Ausstellungsflächen, Laboren und Sammlungsarchiven. Aufgrund der hohen Anforderungen ist die Prüfung komplex und zeitaufwändig. Sie umfasst bauliche, rechtliche, wirtschaftliche, verkehrliche sowie stadtentwicklungspolitische Fragestellungen. Untersucht werden insbesondere die Baufelder 51 und 74/75 in der HafenCity, die Hera-Halle Süd in Bahrenfeld sowie der Besenbinderhof und das ehemalige G+J-Gebäude am Baumwall, die dem Senat aus der Privatwirtschaft heraus angeboten wurden. Auf Initiative des Unternehmers Dieter Becken prüft der Senat ebenfalls eine Unterbringung im Elbtower an den Elbbrücken.
[...]
Die anfänglich 13 möglichen Standorte haben sich zuletzt auf fünf verdichtet. Hierbei handelt es sich um sowohl städtische als auch private Flächen, Bestandsimmobilien und Neubauoptionen. Ein qualitativer Vergleich dieser fünf potenziell geeigneten Standorte steht kurz vor dem Abschluss."
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Kein anderer würde für unattraktive, sonst kaum vermarktbare Flächen einen dermaßen hohen Preis bezahlen. Im Ergebnis wird damit die Fertigstellung finanziert.
Woher weißt du, dass und ggf. welche Flächen im Elbtower unattraktiv und nicht vermarktbar sind? Und wieso soll der Preis "dermaßen hoch" sein? Was heißt das überhaupt? 565 Mio € für schlüsselfertige 46.000 m² sind rd. 12.300 €/m². Das "Museum des 20. Jahrhunderts" , ein Neubau in Berlin kostete 364 Mio € für 15.250 m², macht über 23.700 €/m². Was sind deine Maßstäbe für einen hohen oder gar "derart hohen" Preis?
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Bekanntermaßen handelt es sich um Sockelgeschosse. Ein großer Anteil der Fläche liegt weit vom Tageslicht entfernt. Die Folgen wirst du kennen. Wer kann so etwas brauchen und was würde er bereit sein, dafür zu bezahlen?
Nur ungefähr ein Viertel der Gesamtfläche soll Ausstellungsfläche werden. Für dieses Viertel mag der genannte Quadratmeterpreis noch vertretbar erscheinen. Drei Viertel der Fläche aber sind für Magazin, Labore und Nebenflächen vorgesehen. Für solche Nutzungen sind 12.300 €/m² völlig überzogen.
Museumsdepots lassen sich zwar nicht mit einfachem Lagerraum vergleichen, denn die Anforderungen an Klimatisierung, Sicherheit und Brandschutz sind höher. Die Gesamtkosten für neu errichtete Depots liegen üblicherweise bei 3.000 bis 5.000 €/m². Die Kosten im Elbtower betragen damit das Dreifache.
Schließlich übersteigen 46.000 m² den ursprünglich von der Stadt definierten Bedarf von rund 27.700 m² massiv. Es geht also nicht nur um viel zu hohe Quadratmeterkosten, sondern auch um den Erwerb von erheblich mehr Fläche als das Naturkundemuseum voraussichtlich benötigt.
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Die Stadt ist mit ihrer Politik in eine Sackgasse geraten, aus der sie nur schwer wieder herauskommt. Man möchte die Fertigstellung, aber unter Vermeidung aller damit zusammenhängenden Probleme. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Die ehrliche Lösung wäre gewesen, die Bauruine zu übernehmen und selbst fertigzustellen. Davor schreckt man aber zurück, weil das damit verbundene Risiko politisch nicht tragbar ist. Also verlagert man es auf einen Projektentwickler, der hierfür eine haftungsbeschränkte GmbH & Co. KG nutzt. Damit entstehen jedoch weitere Probleme;
- Wenn man jetzt kauft, aber erst später bezahlen möchte, benötigt die KG eine Zwischenfinanzierung. Hierbei scheint es Probleme zu geben, denn sonst hätte der Finanzsenator nicht entsprechend tätig werden müssen. Tatsächlich wird mit einer solchen Zwischenfinanzierung das Risiko der Kostensteigerung wesentlich auf die finanzierende Bank abgewälzt. Die geschilderte Reaktion der NordLB ist insofern auch nicht überraschend. Es bleibt abzuwarten, ob man hier die Finanzierung zusammenbringt. Wenn es gelingen sollte, wird es bei dem hohen Risiko aber nicht billig. Die so entstehenden Finanzierungskosten müssten an die Käufer, einschließlich der Stadt, weitergegeben werden. Ob die bisher im Raum stehenden Zahlen vor diesem Hintergrund Bestand haben, wird man sehen müssen.
- Bei allem, was in irgendeiner Weise mit spezifischen Anforderungen zu tun hat, besteht tendenziell eine Ausschreibungspflicht. Dabei ist unerheblich, ob es sich um die eigene Vergabe von Bauleistungen handelt oder um Anforderungen, die im Rahmen eines Kauf- oder Bauträgervertrages geregelt werden. Hier hat die Stadt offensichtlich den Versuch unternommen, mit einem internen Gefälligkeitsgutachten die Überlegenheit der Elbtower-Lösung gegenüber zwei alternativen Standorten nachzuweisen. Damit lässt sich eine Ausschreibungspflicht allerdings nicht beiseite schieben und zwar insbesondere unter der Prämisse, dass
im Sinne eines Pauschalfestpreisvertrags sämtliche zur vollständigen, mangelfreien, abnahmereifen, genehmigten, funktions- sowie betriebsbereiten und schlüsselfertigen baulichen Fertigstellung des Naturkundemuseums erforderlichen Planungs-, Bau-, Liefer- und sonstigen Leistungen durch die Verkäuferseite erbracht würden.
Der NDR-Bericht zeigt daher wie unter dem Brennglas die Schwachstellen der geplanten Konstruktion auf. Und da sollte Kritik durchaus erlaubt sein. Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass rein rechnerisch weit über die Hälfte der Museumsflächen für Magazin- bzw. Archivzwecke dienen werden, handelt es sich hier um ein echtes Schurkenstück. Im Übrigen sollte sich niemand wundern, dass die Stadt, wenn sie hier einmal einsteigt, auch bei weiteren Rettungsversuchen regelmäßig zur Kasse gebeten werden wird. Alles andere wäre politischer Selbstmord.
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Die als maximaler Höchstwert im Raum stehenden 595 Millionen für 46.000m² Elbtower ergeben knapp unter 13.000. Wahrscheinlich würde der Innenausbau des Museums noch Gelder oben drauf schlagen.
Eben. Und das G+J-Gebäude wird der Stadt für 8.000 Euro angeboten. Das skandalös teure Museum in Berlin als Vergleich heranzuziehen, zeigt eigentlich nur, was für Unsummen für das Hamburger Naturkundemuseum schon jetzt veranschlagt werden. Das "berlin modern" ist der teuerste Museumsneubau Deutschlands.
Vergleichen wir doch lieber Äpfel mit Äpfeln. In Leipzig wird ein denkmalgeschütztes unterirdisches Umspannwerk von 1925 und die ebenfalls denkmalgeschützte Erweiterung von 1987 zum Naturkundemuseum umgebaut. Insgesamt, also auch inklusive der Innen- und Ausstellungsarchitektur sowie kompletten Ausstattung bewegen wir uns bei 10.170 Euro pro m² BGF.
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Museumsdepots lassen sich zwar nicht mit einfachem Lagerraum vergleichen, denn die Anforderungen an Klimatisierung, Sicherheit und Brandschutz sind höher. Die Gesamtkosten für neu errichtete Depots liegen üblicherweise bei 3.000 bis 5.000 €/m². Die Kosten im Elbtower betragen damit das Dreifache.
Wer spricht von einem Museumsdepot? Es geht um Sammlungsdepots, Ausstellungsflächen, Labore und Büroflächen und um die Zusammenfassung mehrerer Standorte an einem Standort, oder etwa nicht?
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Wie oben ausgeführt. Was sind denn deine Vergleichswerte für den genannten Nutzungsmix? Solches würde der Diskussion mehr bringen, als aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, versehen mit vielen. vielen Fragen.
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(D)as G+J-Gebäude wird der Stadt für 8.000 Euro angeboten. Das skandalös teure Museum in Berlin als Vergleich heranzuziehen, zeigt eigentlich nur, was für Unsummen für das Hamburger Naturkundemuseum schon jetzt veranschlagt werden. Das "berlin modern" ist der teuerste Museumsneubau Deutschlands.
Vergleichen wir doch lieber Äpfel mit Äpfeln. Leipzig[s Naturkundemuseum kostet] 10.170 Euro pro m² BGF.
Bezüglich wahrgenommener Unsummen:
Schlüsselfertige Quadratmeterpreise von 10k in Leipzig vs. 13k in Hamburg klingen ganz ehrlich eher so, als ob Leipzig hier das überteuerte Beispiel sei.
Der Haushalt der Stadt Hamburg beträgt über 40 Milliarden Euro, der von Leipzig im Vergleich gerade einmal knappe 3.
Hamburgs BIP liegt bei 160 Milliarden, Leipzigs bei ungefähr 30 Milliarden.
Leipzigs 8000m² sollten ursprünglich 39 Millionen kosten, jetzt geht es auf die 80 zu.Anteilig zum Haushalt der jeweiligen Stadt würde die Summe in Hamburg 1.5% ausmachen, in Leipzig 2,6%. Und Hamburg würde durch den Teilerwerb dieses Mehrkosten-Risiko nicht wirklich haben.
In Hamburg würden 10 Millionen Objekte untergebracht, in Leipzig laut Wikipedia wohl "nur" zwischen 300k-400k.
Gegeben der BGF der unterschiedlichen Museen, finde ich den Vergleich von Berlin und Hamburg doch tatsächlich passender, wenn wir Äpfel mit Äpfeln vergleichen wollen.
"Skandalös teuer" - Ja aber ginge es denn signifikant billiger? Was wäre eine nicht skandalöse Summe?
Bisher fehlt mir in Diskussionen um Preisschilder von derartigen Vorhaben immer ein Verweis auf eine umgesetzte, wesentlich günstigere Realisierung irgendwo in diesem Land, die aber genauso eindrucksvoll ist.
Ich denke ja, wir sollten einfach mal anerkennen, dass Bauen teuer ist. Und Sonderbauten, die einzigartig und repräsentativ konzipiert werden, kosten natürlich mehr als 0815-Copy-Paste-Wohnsiedlungen mit verputzen WDVS-Fassaden. Dass Berlin Modern Deutschlands teuerstes Museum ist, bedeutet längst nicht, dass es das Geld nicht wert sein wird. Das werden wir erst nach seiner Eröffnung beurteilen können.
Das gesamte Gruner+Jahr Gebäude für 8000 Euro klingt natürlich super. Aber ich habe gerade nichts zu dieser Zahl finden können. Davon abgesehen: das Ding ist ein konventioneller Etagenbau aus den frühen 90ern. Für Labor, Verwaltung, Forschung und Archiv sicher geeignet, aber Ausstellungsflächen würden darin nur nach größeren Eingriffen imposant umgesetzt werden können. Es müsste also auch enorm viel investiert werden und bei Bestandssanierungen ist das Risiko von unliebsamen Überraschungen leider sehr hoch.
Aber noch ist nichts finalisiert, das Gruner+Jahr-Gebäude ist ja noch im Rennen. Es werden zur Zeit 5 Standorte analysiert. "Ein qualitativer Vergleich dieser fünf potenziell geeigneten Standorte steht kurz vor dem Abschluss", steht in der Pressemitteilung.
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Zusammenfassend kann man sagen
1. Der Senat schlägt ein kostengünstigeres Angebot aus 8.000 vs 13.000 (was günstiger wäre es glaube ich, nicht schwierig zu ermitteln)
2. Der Senat hat den Kaufvertrag vorangetrieben und die doppelt so hohen Setzungswerte, die bereits seit 2024 bestanden nicht offen kommuniziert
3. Zweifel an der Neutralität des Gutachtens, hier muss man beinahe davon ausgehen, dass es sich um ein Gefälligkeitsgutachten handelt, damit der Elbtower als alternativlos dargestellt wird
4. Aufgeblähter Flächenbedarf für das Museum von ursprünglich 26.000 auf 46!!.000.
5. Ohne die Stadt als Anker wird das Ding nicht gebaut.
Die Ursprungskritik um Benko etc. mal außen vorgelassen.
Der Senat versucht hier auf biegen und Brechen der Bevölkerung einzureden, es sei die beste Option. Das einzige wobei diese Maßnahmen helfen, ist auf Krampf diesen Turm zu bauen. Und für den Grosteil der Stadt hat der Senat in der Hinsicht absolut sein Gesicht verloren, da sowieso der Großteil die Finanzierung des Turms zum Großteil durch Steuergeld gedeckt sieht und im Endeffekt ist es auch nichts anderes. Die Stadt gibt eine Garantie, dass dieses Geld fliest. Das Konsortium wird in Vorleistung treten, trotzdem fliest das Steuergeld und noch dazu mehr als es hätte müssen wenn die Stadt ernsthaft die Alternativen geprüft hätte und nicht voreingenommen in die Prüfung gegangen wäre.
Bei aller Liebe, aber mir fehlt mittlerweile wirklich das Verständnis wie man so konsequent die Kritik an dieser Katastrophe an den Elbbrücken noch ausblenden kann
Ich fände es wirklich schön an der Stelle einen 250 m Wolkenkratzer zu sehen. Aber wenn man jahrelang behauptet, dass das ein Privat Projekt ist und nur aus privaten Geldern finanziert wird und dann eine halbe Milliarde Steuergeld versenkt, dann kann man definitiv von einer Katastrophe sprechen.
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Schlüsselfertige Quadratmeterpreise
Bitte genau lesen. Es geht nicht um schlüsselfertig, sondern für Leipzig um Komplettkosten inklusive allem. Wie du selbst festgestellt hast, kommen die wesentlichen Teile des Innenausbaus in Hamburg noch obendrauf.
Die Vergleichszahlen, die du nennst, sind ziemlich irrelevant. Dass beide Städte unterschiedlich groß sind und unterschiedliche Finanzierungsquellen haben, ist davon doch unbenommen. Bei einem großen Museum, zumal bei einem, dessen Neubau auch Depotflächen beinhaltet, sollten die Quadratmeterpreise eigentlich geringer sein als bei einem kleinen. Und ja, auch wenn die Baupreise regional differieren, die Differenz ist einfach zu groß. Zum "berlin modern" haben Kritiker wie Nikolaus Bernau übrigens auch Vergleichsbeispiele genannt, etwa die Mannheimer Kunsthalle oder die Nationalgalerie in Oslo, "berlin modern" ist sechsmal bzw. doppelt so teuer.
Und wenn wir in Berlin bleiben, dann können wir auch auf das dortige Naturkundemuseum schauen. Dort wird ein Neubau "Labore, Büros und einen großen Teil der Sammlung" beherbergen, 107 Mio. Euro für 18.000 Quadratmeter (5.945 Euro/m²) und im Altbaubestand wird für Ausstellungszwecke der Nordflügel (30.000 m²) für 294 Millionen saniert (9.800 Euro/m²). Da sieht man auch den preislichen Unterschied verschiedener Nutzungsarten, aber vor allem, dass es günstiger geht als beim Elbtower.
Bisher fehlt mir in Diskussionen um Preisschilder von derartigen Vorhaben immer ein Verweis auf eine umgesetzte, wesentlich günstigere Realisierung irgendwo in diesem Land, die aber genauso eindrucksvoll ist.
Wir werden sehen, wie eindrucksvoll das Leipziger oder Berliner Museum wird, die Planungen versprechen viel. Und auch das Gruner+Jahr-Gebäude hat neben einer tollen Umgebung eine eindrucksvolle Architektur zu bieten. Ich könnte mir die angedachten Nutzungen dort sehr gut vorstellen. Im verlinkten Schnitt sieht man gut, wie auf der unteren Ebene mit Herausnahme von Decken große Räume entstehen können, das Denkmalschutzamt steht dem laut NDR nicht entgegen.
Kostenüberschreitungen gibt es bei Sanierungen leider, aber ebenso bei Neubauten. Es braucht vorab eine ganz nüchterne, sachliche Betrachtung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Das bisherige Vorpreschen der Politik macht wenig Hoffnung, dass diese Analyse in Hamburg eine Chance bekommt.
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Zu Berlin Natur:
294+107 sind immerhin 401 Millionen. Das ist auch eine ganze Menge Cash. Und wir können erwarten, dass am Ende mehr gezahlt werden wird. 450 sind auf jeden Fall vorstellbar, oder?
Der Neubau fürs Berliner Naturkundemuseum wird in Adlershof gebaut, gute 14 Kilometer vom Haupthaus in Mitte entfernt. Das zieht auf Dauer auch höhere laufende Kosten bei der Logistik nach sich. Könnte man auch bewerten. Außerdem steht in der von dir verlinkten Mitteilung auch noch: "660 Millionen Euro hat das Museum für Naturkunde Berlin für seinen Zukunftsplan von Bund und Land zugesagt bekommen." Auch seeeehr viel Kohle.
In Hamburg würden sie "maximal 595 Millionen" zahlen. Also zielt man in Verhandlungen vielleicht auch erstmal auf 450 oder 500 oder 550. Bekäme dafür 46000m². Klingt für mich, als könnte es doch verhältnismäßig sein. 595 wären dann etwas mehr, aber wie schon aufgezeigt, Hamburg ist eine reiche Stadt und jongliert jedes Jahr dutzende Milliarden. Darum finde ich es sehr wohl wichtig, was Leipzig und Hamburg für Gelder zur Verfügung haben.
Und der prozentuale Anteil, wie die jeweiligen Haushalte durch die Vorhaben belastet würden, ist für diese Diskussion daher wissenwert.
Hamburg müsste insgesamt über eine Milliarde zahlen, um wie Leipzig auf 2,6% zu kommen. Das sollte man unbedingt berücksichtigen, wenn man über "zu teuer" diskutiert: Die Kaufkraft der diskutierten Partei.
Die 80 Millionen in Leipzig ziehen aber in der Öffentlichkeit nicht so viel Schnappatmung nach sich wie eine Millionensumme in den mittleren Hunderten. Obwohl sie in der Stadt, in der sie verbaut werden, so gesehen mehr wert sind. Leizipg aber "leistet" sich hier eher etwas als Hamburg.
Zu Hamburg Natur:
In der Pressemitteilung steht:
"Unabdingbare Voraussetzungen für einen Teilerwerb sind, dass im Sinne eines Pauschalfestpreisvertrags sämtliche zur vollständigen, mangelfreien, abnahmereifen, genehmigten, funktions- sowie betriebsbereiten und schlüsselfertigen baulichen Fertigstellung des Naturkundemuseums erforderlichen Planungs-, Bau-, Liefer- und sonstigen Leistungen durch die Verkäuferseite erbracht würden."
Ob oder in wie weit das den Innenausbau ausschließt, ist mir nicht ganz klar aber es liest sich für mich so, als würde das Museum nur noch seine Ausstellung in den Räumlichkeiten aufbauen. Aber keine Wände ziehen oder Sanitäranlagen installieren oder Kabeltrassen verlegen. Das würde alles im Bauprozess mit den Entwicklern abgestimmt und umgesetzt werden. Und später dann halt abgekauft. Und dass Mieter / Nutzer / Käufer nach Bezug einer Immobilie ihre Schreibtische selbst aufstellen, ist ja wohl klar. Sollte die Kosten aber nicht immens sprengen. Das sind lokale Dienstleistungsaufträge. Keine baupreis- und weltmarktabhängigen Positionen.
Zum Rest:
Mannheimer Kunsthalle:
Ja, die war wirklich günsitg, circa 70 Millionen. Ist aber keine ikonische Architektur. Sie ist ein solides, zeitgenössisches Museum. Berlin Modern wird eher etwas Einzigartiges werden.Nationalgalerie Oslo:
Hat tatsächlich 6,15 Milliarden Kronen gekostet, das sind umgerechnet 550 Millionen Euro. Andere Quellen sprechen sogar von 600 Millionen Euro.
Da hat der Nikolaus Bernau wohl gelogen. Denn Berlin Modern kostet stand heute ja erst 507. Das ist sehr weit entfernt von "doppelt so teuer".Und nochmal möchte ich daran erinnern: die finale Evaluation der fünf Standorte steht noch aus. Daher appeliere ich ja, die Diskussion hier sollte sich an handfesten Informationen orientieren, die beispielsweise in der verlinkten Pressemitteilung stehen, und nicht an Dingen wie "der NDR hat von Dritten gehört, dass die finden, dass ein Bankier eine Kreditanfrage irritierend fand", die diesen jüngsten Austausch hier ja auslösten.
Subjektive Meinungen zu Projekten wie diesen kann man teilen. Wenn sie aber an der verfügbaren Information / Realität vorbei gehen oder diffus oder vage sind, dann ist das relativ nutzlos. -
294+107 sind immerhin 401 Millionen. Das ist auch eine ganze Menge Cash.
Klar. Aber: Berlin baut zusammengerechnet 48.000 m² für 401 Millionen und Hamburg 46.000 m² für 595 Millionen. Und das, obwohl Berlin nun wirklich nicht für kostensparendes Bauen bekannt ist, wahrlich nicht.
Und sind Preissteigerungen beim Elbtower denn absolut ausgeschlossen?
Statistiken sind ja immer so eine Sache. Man könnte auch in den Ring werfen, dass die Pro-Kopf-Verschuldung Hamburgs bei rund 17.500 Euro liegt (Stadtstaat), in Leipzig bei rund 1.700 Euro. Aber jenseits solcher Zahlenakrobatik sollte mit Steuergeld immer sorgsam umgegangen werden und Verschuldung nicht unnötig aufgenommen werden. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis muss stimmen.
Die Nationalgalerie Oslo hat übrigens 54.000 m² Gesamtfläche (13.000 m² Ausstellungsfläche), "berlin modern" hat nur 31.500 m² BGF (9.000 m² Ausstellungsfläche).
Die Berichte des NDR finde ich wertvoll und interessant. Es sollte klar sein, dass von klüngelnden Anrufen keine öffentlichen Dokumente angefertigt werden, aber einen Einblick in das Gebaren der Politik bekommt man durchaus. Der NDR hat auch nicht "von Dritten gehört", sondern Dressel hat seinen Anruf verklausuliert bestätigt. In Leipzig gab es in den 90ern und 2000ern auch solche Anrufe von Politikern bei Banken, Jürgen Schneider und Michael Kölmel sind prominente Namen in dem Zusammenhang. Der Stadt hat es letztlich genutzt, das muss man fairerweise sagen.
Auch die vom NDR recherchierte Beauftragung der Gutachterfirma aus dem Umfeld der Hafencity und das Mitschreiben der Hafencity GmbH an den Kriterien des Gutachtens ist ja durchaus interessant. Den Eindruck, dass die höhere Gesellschaft zusammenhält, um dem kleinen Steuerzahler das Geld aus der Tasche zu ziehen, kann man jedenfalls gewinnen.
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