Dresden: Innere Neustadt

  • ^genau. das wird eigentlich dasselbe wie bereits das studioso-apartmenthaus bautzner/weintraube (was man obig bei googlemaps auch sehen kann), die mögliche baumasse ist etwa die gleiche. erst staunte ich über die horrende anzahl kleiner buden auf so begrenztem raum, aber das studioso-haus hat auch schon 129 einheiten. allerdings sind 200 WE auf ähnlich großer fläche nochmal ne stufe krasser - halt microbuden. mein gott, hongkong lässt grüßen und drumrum das weitläufige offene dresden. echt krank solche projekte und in zeiten des konformitätsdrucks und der bachelor-bologna-grütze auch noch haarsträubend scheinheilig.
    problem hier ist die (eigentlich brachliegende) herrliche grünfläche zur holzhofgasse, die gleichsam den anderen vorderhäusern den rücken freihält und für wohnqualität sorgt. das projekt gehört gehörig abgespeckt. alles andere wäre fatal. auf dem verkaufsschild, welches vor ort stand und vor monaten wieder abgenommen wurde, stand eine bebaubarkeit mit 4-5 vollgeschossen. für 200 WE müssen die vielleicht höher bauen.



    zusatz: das studioso-haus vermittelte und vermittelt wohl noch mietverträge für sage und schreibe fast 13 euro kalt / fast 15 euro warm, dazu 200 euro möbelkaution usw.
    siehe annonce. der schwäbische privatinvestor kündigte damals im zeitungsinterview - und ich weiß es noch wie gestern - miethöhen von 7-8 euro kalt an, was die fragenden ja unbedingt wissen wollten und was dann schon als skandalös galt. schon während der bauzeit korrigierte sich das nach oben auf 8-9 euro kalt. die realität jetzt sieht jedoch nochmals anders aus. kein wunder, gibts die annonce auch in englisch - zuziehende haben zumeist keinen schimmer vom wohnmarkt oder mietspiegel der neuen stadt.

  • Mal der Vergleich, was die benchmark. REAL Estate Development GmbH bislang (um)gebaut hat:


    Frankfurt am Main - Bockenheim, Adalbertstraße 44:
    http://headquarter.de/standorte/frankfurt/
    https://maps.google.de/maps?q=…aA&cbp=12,27.58,,0,-16.83


    Münster - Geiststraße 2
    http://headquarter.de/hq-muenster/
    https://maps.google.de/maps?q=…,+48151+M%C3%BCnster&z=19


    Darmstadt - Havelstraße 9
    http://headquarter.de/standorte/darmstadt/
    https://maps.google.de/maps?q=…e+9,+64295+Darmstadt&z=19



    Das Architekturbüro nps tchoban voss (npstv) baut im Zentrum von Hamburg ein 12-geschossiges Hochhaus mit 155 Studentenappartements:
    Studentenwohnen Neuer Hühnerposten | Hamburg | 2015
    Bauherr: Otto Wulff Projektentwicklung GmbH
    http://www.nps-tchoban-voss.de…t.php?id=425&b=1&k=0&pg=0


    2011 wurde bereits ein 6-geschossiges Gebäude mit Staffelgeschoß und 81 Wohnungen für Student_innen realisiert:
    Studentenwohnen Grindelallee 7 | Hamburg | 2011
    Bauherr: HBK Hanseatische Baukonzept
    http://www.nps-tchoban-voss.de…t.php?id=430&b=1&k=9&pg=0


    Und im letzten Jahr dieser Kasten in Kleve:
    Studentenwohnanlage Briener Straße | Kleve | 2013
    Bauherr: Studentenwerk Düsseldorf
    http://www.nps-tchoban-voss.de….php?id=367&b=1&k=13&pg=0



    npstv waren auch die Architekten für diesen Umbau:
    Studentenwohnheim Wundtstraße | Dresden | 2009
    Bauherr: Studentenwerk Dresden
    http://www.nps-tchoban-voss.de…t.php?id=236&b=1&k=9&pg=1


    Nun sind sie es auch für den Um- und Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Helios-Klinik in Oberloschwitz, Malerstraße:
    http://www.nps-tchoban-voss.de…t.php?id=440&b=1&k=2&pg=0
    http://www.deutsches-architekt…d.php?p=420611#post420611


    Und ganz allgemein zu dem Trend, teure Wohnanlagen für Student_innen zu bauen:
    FAZ, 11.03.2012
    Appartements. Studentenbuden vom Feinsten
    http://www.faz.net/aktuell/wir…om-feinsten-11679180.html


    Für die andere sächsische Großstadt wäre z.B. auf den Umbau der Mädlerschen Taschen- und Kofferfabrik in Lindenau, das "Maison Jeune" der KSW in der Waldstraße 15 ( http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=390497 ) und den geplanten Umbau der Hauptpost am Augustusplatz (ingesamt 384 Studentenappartments und 85 Service-Wohnungen - http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=412038 ) sowie die Um- und Neubauprojekte der CG-Gruppe an der Prager Straße ( http://www.deutsches-architekt…um/showthread.php?t=11537 ) zu denken.

  • ^Na hervorragend. Kein Wunder, die bösen Geister wurden ja schon im Vorfeld sehnsüchtigst herbeigerufen. (...hust)

    wäre ja ein Traum...aber naja...nicht im heutigen Dresden.


    Am besten Containerbau mit Gucklochrollläden - jedem seine Zelle.

  • Nee, da wird es viel mehr "Community Places" geben. "Abhängig vom Standort gibt’s bei uns zum Beispiel tolle Gemeinschaftsräume wie den LearningRoom, CupCorner, RoofTop, FitnessBox, BallRoom, SoccerBox, CineRoom, LaundryPlace, CarSharing und Storage." Aber alles nach den "Quarter-Rules" geordnet ;-): http://headquarter.de/konzept/

  • dunkel: war vielleicht bissel verkorkst von mir:
    mein "hervorragend" galt ironisch den vorgezeigten beispielen solcher bauten.
    ich vermute/befürchte auch hier einen solchen "pappkameraden" (ist das der neue terminus für "schuhschachtel"?), hoffe natürlich auf was optisch gutes - warum nicht.
    im zitat gings nur um die grundannahme "nicht im heutigen dresden", was ich so nicht vorweg nehmen würde. aber das sei jedem natürlich weiterhin gestattet, es zu äußern.


    vielmehr sehe ich diese invests durch eine viel höhere renditeerwartung ausgezeichnet als im normalen wohnbau - gekoppelt durch den hier großen drang, es umzusetzen - sodass hier in folge durchaus was abzutrotzen möglich ist (tolle fassade, einfügung ins umfeld). hier auch noch so billig zu bauen wie irgend möglich und dann 13 euro kaltmiete zu nehmen, ist schon oberdreist. also hier muss und kann man mE klare forderungen stellen, sonst hakts bei der baugenehmigung. keine ahnung ob hier das "flächendenkmal äussere neustadt" eine rolle spielen könnte.


    LE Mon: ja, ist schon klar. den meisten raum nehmen aber doch die wohnboxen ein, wo vermutlich auch die meiste zeit zu verbringen ist. das anglizismische serviceraumangebot riecht stark nach ausrichtung am internationalen austausch-, gast- bzw. normalstudenten. in wohnheimen ging und geht der trend aber seit langem zum singlewohnen: tür zu und ruhe haben. auch der großteil des lernens ist gerade nicht in der gruppe möglich. seis drum, die bewohner müssen halt selbst ihre community herausbilden. insofern verteufle ich diesen marketing-animationskrams nicht, wo man sorglospakete anbietet, allerdings baut sich da eine lebenswelt auf, die grusel birgt.



    zusatz: es gibt bei studiwohnheimen keine stellplatzablöse, auch daher wirds billiger als normaler wohnbau. gilt mE auch für seniorenheime und dergleichen. warum spiegelt sich all das nicht in preiswerteren mieten? reinste abzocke!

  • Benchmark Studi-Buden


    nun schreibt auch die SäZ drüber: die duisburg/frankfurter benchmark real estate hat demnach das grundstück gekauft (also nicht nur "sich gesichert") und beabsichtigt den bau eines appartementhauses, wofür es aber noch keine visualisierungen gibt. man ist bestrebt, im sommer 2016 einzug feiern zu können. 200 kleinwohnungen entstehen sowie gastronomie im erdgeschoss. rund um die uhr ist ein portierdienst vor ort, der das "rundum-soglos-packet" gewähreistet.


    somit gehts nun mE in die planungsphase, sodass gen jahresende/beginn 2015 baubeginn sein könnte. gut ein jahr bauzeit muss man schon einkalkulieren, eher etwas mehr. damit müssten zum herbst die ersten ansichten auftauchen, wenns nicht wieder unter verschluss gehalten wird.
    gastronomie ist gut für die stelle, allerdings ist fraglich, ob es sich nur um innenbetriebe handelt, denn sollte der neubau bis ins eck gehen, bleibt kaum platz für hervorragend passendes aussengestühl zum platz am pferdekopfbrunnen. die riesigen bäume an der spitze (siehe bild oben) werden wohl leider gefällt, aber neupflanzungen würden hier einer aussengastronomie auch förderlicher sein.

  • Kita-Neubau Sarrasanistrasse


    während der interessante rohbau der neubaukita (fast 200 plätze) wächst und bis jahresende fertiggestellt werden soll, wird nun auch die zweite altkita bis mitte juli abgerissen. erstere wurde bereits 2013 zur baufeldfreimachung abgerissen. beide alten ddr-kitas waren aus den 1960er jahren und asbestbelastet. daher wurde/wird im einhausungszelt unter unterdruck abgerissen.


    zustand vorher
    zustand 2013 (unten die altkita)


    mal sehen wie groß das neue kitaareal werden wird. vermutlich wird es nur die nördliche hälfte des innenbereichs der großplatte sarrasanistrasse ausmachen - quasi als abstandsgrün. insofern wird durch den jetzigen abriss eine spätere bauliche entwicklung um den neustädter markt (ostseite) geringfügig umsetzbarer.

  • Wolfsgasse + Schwesternwohnheim


    die wolfsgasse wird vorauss. bis jahresende ein neues aussehen bekommen, damit verschwindet ein letzter "vergessener ort" aus der neustadt.


    an der wohnanlage wird noch kräftig entrümpelt, ein kran wurde gestellt.



    erst kürzlich im obigen post 76 erwähnt, ist es nun doch soweit:
    das ehem. schwesternwohnheim der diakonie wird ab nächste woche abgerissen, es bestand kein denkmalschutz. das gebäude ist soweit schon entkernt. es muss einem parkhaus für das krankenhaus weichen, welches wohl im anschluss errichtet werden soll.
    zufällig bekam ich es heute mit, sonst wäre ich erst die nächsten wochen dort vorbeigekommen und hätte vor leerer flur gestanden. die wolfsgasse wird im wahrsten sinne ihr schattendasein verlieren.

    ^ blick in die wolfsgasse v blick von der hofseite






    nebenan an der Holzhofgasse wird bereits eine neue Kita errichtet

  • ^na, die gründerzeit kann das heutige natürlich nicht toppen. allerdings wirkt alles vor ort relativ angenehm und der aktuelle bauabschnitt ist auch ne stufe besser als das vorige. hier wurde und wird immerhin mal der stadtraum ordentlich geschlossen, der vorzustand war mehr als mies. und "vorstadt" sieht in DD anders aus.

  • das Thema Abriss oder Teilabriss der Platten am Neustädter Markt ist wieder im Gespräch. Die Stadt verhandelt wieder mit der Gagfah. Es geht um eine Öffnung zur Rähnitzgasse und zum Archivplatz. 120 Wohnungen sind betroffen.
    Aber wie gesagt ist auch Teilabriss und Sanierung der Platten im Gespräch :O Das schlimmste was passieren könnte


    Die Stadt plant weiterhin den Umbau des Straßenbereiches um die Augustusbrücke mit Hilfe von Flutgeld


    http://www.sz-online.de/nachri…issen-werden-2846115.html

  • Schade, dass das Schwesternwohnheim nun doch abgerissen wird. Das Parkhaus wird auf keinen Fall ne Bereicherung für das Gebiet.


    Der Neubau in der Tieckstraße ist zwar keine Schönheit, aber es hätten auch EFH oder Stadthäuser werden können. Das hätte ich als schlimmer empfunden an dieser Stelle.

  • Also da bin ich mir gar nicht mal so sicher. Möglicherweise übertreibe ich ob der schier unterirdischen Qualität des Eckbaus Tieckstraße 20, aber so was geht gar nicht. Die offensichtlich vorhandene Ignoranz, sich nicht zu scheuen gegenüber diesen dekadenten Gründerzeitlern so einen in wirklich jeder Hinsicht billigen Mist hinzusetzen, enttäuscht mich fast mehr als das reine Ergebnis selbst.


    Städtebaulich natürlich nicht optimale Einfamilienhäuser würden aufgrund eines offensichtlich unterschiedlichen Nutzens wenigstens einem Vergleich mit der Altbausubstanz aus dem weg gehen.