Dresden: Wilsdruffer Vorstadt

  • Ostraallee 25 - Umbau zum Hotel


    erst vorgestern bin ich dort vorbei und dachte wieder mal, na wann wird denn das hier. ich sah keine veränderung am haus ostraallee 25. dann die vorausschau des hotels am wettiner platz. nun kommt doch noch ein weiteres hotel dazu:


    streetview hier


    dazu lässt die Hotelkette Holiday Inn folgendes verlautbaren:

    Holiday Inn Dresden Am Zwinger


    Das Holiday Inn Dresden – Am Zwinger befindet sich auf der Ostra-Allee 25 in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt, zur Semperoper und zu zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Für das Hotel wird ein bestehendes Bürogebäude umgewandelt. Das Holiday Inn Dresden – Am Zwinger soll Ende des Jahres eröffnen. Dann hält es für Hotelgäste 144 Zimmer, fünf Meeting-Räume, einen Fitnessraum sowie eine Bar und einen Lounge Bereich bereit.


    quelle: http://www.tophotel.de/news/

  • USD-Neubau Freiberger Strasse 6a-c


    Es ist nur ein tropfen auf den heissen stein, aber wo blockrandig nachverdichtet wird, wie hier, entstehen sofort neue raumeindrücke in der stadt. während noch nach fertigstellung der wohnhochhäuser bis zum ende der 1960er jahre einzelne kriegsverschonte mietshäuser zwischen diesen standen, blieb letztlich doch nur dieser eine altbau erhalten. alt- und neubau lassen nun ein stück stadtraum im weiten gebiet der seevorstadt-west wiedererstehen.


  • Residenz am Zwinger - Baubeginn


    nun ists endlich soweit, es tut sich ernsthaft was auf der fläche. unterdessen hat sich die baywobau aus dem projekt verabschiedet, ganz im einvernehmen, jedoch ohne dass dies vorab bekannt wurde oder turnusgemäß geschehen sollte. seis drum, nun ist hier also die prager CTR-immo am zug.

  • Rundgang



    schützenplatz von hinten - hier: trabantengasse



    innenbaustelle am hotelumbau ostraallee - es geht voran



    baubeginn der treuwobau am herzogin garten - feigengasse



    blick auf den neubau an der schützengasse von 2012, welcher nun einen musikladen beherbergt



    sivia-stadthäuser grüne strasse - gartenansicht



    abriss kaffeerösterei geht nicht weiter - bauschild zeigt abrissfinanzierung durch fördergeld - dafür dürfte man sich mitspracherechte beim hiesigen großprojekt gesichert haben

  • Baulücken um Haus Schützengasse 3 - wohl Baubeginn


    draufsicht hier


    ziemlich unerwartet ist die schützengasse nun durch einen kran blockiert, welcher die baulücken links und rechts des hauses nr.3 abdecken kann. beide (sehr kleine) baulücken sind bereits beräumt und es finden erste erdarbeiten statt. ansonsten keine weiteren infos. anzunehmen sind zwei lückenfüller mit wohnfunktion. ich hoffe auf eine angenehme fassadenabfolge.

  • Die Bauten am Schützenplatz sind ein absolutes Desaster. Ich habe den Städtebau in Dresden so sehr verfolgt wie in vielleicht keiner anderen Stadt und man macht in dieser Stadt einfach alles falsch, was man falsch machen kann. Wieso setzt man solche Bauten an diesen Platz:nono:
    Es gibt kaum eine andere deutsche Stadt, die so sehr eine Marke darstellt, wie Dresden es tut und keiner in dieser Stadt sieht dies. Ich kenne so viele Menschen, die nach der Einweihung der Frauenkirche mit so großen Erwartungen in diese Stadt gereist sind und so viele waren so enttäuscht als sie wieder zurück waren. Außer der historischen Elbfront ist nämlich vom historischen Dresden so gut wie nichts übrig. Seltsamerweise wirbt diese Stadt überall mit der Marke Elbflorenz, in Sachen Städtebau tut man aber alles, um dies zu konterkarieren. Selbst am Neumarkt muss der Stadt jede Reko abgetrotzt werden. Die große Masse der Bauten, die heute in Dresden entstehen, sind nicht mal modern, sie sind billigste Stangenware, die in ihrer schlechten Architektur nur noch zu Kopfschütteln führen. Wenn man wenigstens gute moderne Bauten auf den Weg bringen würde, aber nichts dergleichen passiert. Jeder PR Manager wäre froh, wenn er eine solche Marke entwickeln könnte über die die Stadt Dresden ob ihrer Historie verfügt, aber anstatt diese zu bedienen will man lieber Berlin oder New York sein. Am Ende ist man einfach nur peinlich. Ich weiß manchmal nicht, was den Stadtoberen alles als modern verkauft wird, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass man all die Bauten, die sonst keiner mehr will, in Dresden noch reißenden Absatz finden.
    Ich bin derart enttäuscht von dieser Stadt und viele Gäste mit mir, weil man Illusionen weckt, die man aber selber gar nicht mehr bedienen will. Auf Dauer wird dies nicht gut gehen, denn letztlich ist die Stadt nicht mehr als eine Elbkulisse mit ein paar Häusern am Neumarkt, die Chance, die Stadt substanziell zu heilen wird mit jedem neuen Bauprojekt drumherum auf Dauer verschenkt. Mich macht dies unendlich traurig.

  • Ich gebe dir absolut Recht in deiner Einschätzung bezüglich der vergebenen Chancen auf eigentlich goldenem Boden und der fast schon als trotzig der Hässlichkeit verfallenen Dresdner Stadtplanung. Ich gebe dir Recht bis auf drei Dinge:
    1. Der Schützenplatz ist nicht das absolute Desaster, immerhin entsteht Stadtraum wieder und die Kleinteiligkeit ist auch okay. Sicherlich hätte man aber mehr daraus machen können.
    2. Der normale Dresden-Tourist (meine Einschätzung stützt sich auf Bemerkungen von einigen Besuchern aus den "alten Ländern") ist im Allgemeinen nicht enttäuscht, denn auch die innere Altstadt ist allein schon "Weltklasse". Man hört bei kritischen Anmerkungen meinerseits dann eher: "Es wurde doch alles wieder schön aufgebaut" Wer es nicht anders kennt, für den ist es offenbar perfekt, so wie es ist.
    3. Dass vom historischen Dresden so gut wie nichts übrig ist, das ist glücklicherweise nicht richtig. Sowohl großflächige Ensembles als auch wunderschöne Einzelbauwerke machen die Stadt für den Alltags-Dresdner so lebenswert. Das Problem ist vielleicht, dass dies beim Blick von der Brühlschen Terrasse über die Synagoge oder hinüber zum Goldenen Reiter nicht sofort für jeden sichtbar ist.


    P.S. Schau mal bei der "Dresdner Debatte" vorbei und bringe auch dort deinen Ärger zum Ausdruck.

  • Natürlich ist es unbestreitbar, dass Bauten wie die Frauenkirche, der Zwinger, die Semperoper allein schon einen Besuch wert wären, aber darüber hinaus ist im Herz dieser Stadt eigentlich fast alles schief gelaufen.
    Am Neustädter Markt ist die einzig positive Entscheidung gewesen, die städtebaulich völlig missglückte Situation aufzulösen, indem man einen Teil der Plattenbauten abgerissen hat und das Barockviertel wieder an die Stadt angeschlossen hat. Die hierfür gewählte Architektur ist aber als einziger Missgriff zu bezeichnen.
    Der Postplatz ist in seiner Trostlosigkeit kaum zu überbieten. Die Abrisse der letzten Jahre haben im Endeffekt keine Verbesserung gebracht, weil die Neubauten architektonisch derart schwach sind, dass man kaum von Architektur sprechen kann.
    Der Pirnaischer Platz und die Petersburger sind eine Wüste in der Stadt und die Petersburger zerschneidet das gesamte Stadtgebiet. Statt sich hier mal ran zu wagen, so wie z.B. in Potsdam, wo man den Grünstreifen der Breiten Straße entfernt hat, hat man hier den Istzustand zementiert.
    Der Wiener Platz ist ein austauschbarer Allerweltsort mit Architektur von der Stange. Das jetzt geplante Gebäude im Wiener Loch ist eine banale Zumutung. All dies steht am Eingang zu dieser Stadt. Hier hätte die Moderne mal all das zeigen können, was sie immer verspricht, herausgekommen ist nichts als eine riesige Enttäuschung.
    Man blicke z.B. auf das Parkhaus in der Bautzner Straße, da fällt einem gar nichts mehr zu ein.
    zu weiteren "modernen" Bauten im Altbaubestand will ich mich gar nicht erst äußern.
    In der Summe stimmt das Gesamtbild einfach nur traurig, gerade bei einer Stadt mit dieser Geschichte. Natürlich hat man diese ikonischen Bauten an der Elbfront, man hat das Elbtal, man hat den Neumarkt, Teile der Inneren Neustadt, aber das Herzgebiet der Stadt zwischen HBF und Elbufer ist in weiten Teilen ein lebloser Torso, der mit Elbflorenz kaum mehr was zu tun hat.
    Es wäre zu verkraften, wenn man wüsste, dass die Stadt alles dafür getan hätte, die Wunden zu heilen, es aber z.B. keine Investoren gab. Wenn man aber weiß, dass es genau umgekehrt ist und die Stadt viele Projekte einfach nicht will, dann bleibt man manchmal sprachlos zurück.

  • Ich muss Odysseus leider zustimmen. Was mit der eigentlich Kernstadt seit der Zerstörung gemacht wurde, ist in großen Teilen wirklich ein Desaster.
    Wenn man sich nur die monotonen Siedlungen in der Seevorstadt und Teile der Wilsdruffer Vorstadt ansieht oder die in meinen Augen komplett verhunzte Prager Straße (von Anfang bis Ende).
    Aber leider war genau dieser Kernbereich innerhalb des 26er Ringes gefüllt mit Banken, Hotels, Regierungsgebäuden, Kulturbauten, Einkaufszentren, Theatern, Kinos und natürlich Wohnhäuser und die meisten mit vielen Details, um nach außen hin zu repräsentieren. Es war halt das Zentrum einer alten Residenzstadt. Leider ist genau dieser Bereich der Stadt bis auf die Brühlsche Terasse, den teil-rekonstruierten Neumarkt und das Gebiet um die Königsstraße (Innere Neustadt) verloren und das, was man neu gebaut hat, würde einen direkten Vergleich um Längen verlieren.
    Hier müssen die Stadtoberen endlich einen Wandel durchmachen. Was aber auch passieren muss, ist ein größeres Interesse der Bevölkerung selbst, schließlich setzt man ihnen eine banale Konstruktion nach der anderen vor die Nase und wenn die Bevölkerung ihren Unmut nicht deutlich genug zum Ausdruck bringt, braucht man sich nicht wundern, wenn sich nichts ändert.


    Nun mal zu den positiven Sachen. Dresden hat natürlich nicht nur diesen "Mythos" wegen seiner Altstadt, sondern auch wegen seiner Lage und Umgebung. Die Lage an einem nicht zu stark veränderten Flusslauf mit seinen leicht bebauten Hängen und weiten Elbwiesen, die sich entlang des ganzen Flusses des Stadtgebiets erstrecken, sind mindestens europaweit einzigartig. Zwischen Pillnitz und den 3 Elbschlössern findet man meines Erachtens eine der schönsten Stadtlandschaften der Welt :-) mit seinen Villen, Schlössern, Weinbergen und und und. Die Äußere Neustadt ist zwar klein, aber ein sehr gut erhaltenes Gründerzeitviertel mit einer Kneipendichte, die seinesgleichen sucht ;-). Nicht zu vergessen die "einfachen Wohnviertel" wie Striesen, Blasewitz, Pieschen, Trauchau, Plauen, Löbtau oder Cotta, welche durch ihre noch fast komplett erhaltene Bebauung und guten Renovierungsstand sehr beliebte Wohnviertel sind. Dresden hatte durch seine etwas aufgelockerte Bauweise in den Vorstädten einen so guten Ruf, dass sogar Stadtplaner von außerhalb herkammen, um es sich anzusehen und abzusehen.
    Ich höre immer wieder von Neu-Dresdnern, wie schnell Sie sich doch an Dresden gewöhnt haben und viele wollen auch gar nicht mehr weg hier. Daran kann man immer noch am besten erkennen, wie eine Stadt wirkt.


    Wenn man aber als Tourist nach Dresden kommt und auch nur einen Tag bleibt, kommt man meist aus dem 26er Ring nicht großartig raus und somit kann schon ein falscher Eindruck entstehen. Hier kann ich Touristen nur empfehlen, Stadtrundfahrten zu machen, welche am besten bis Pillnitz gehen. Somit kommt man raus aus dem 26er Ring und fährt durch die Vorstädte mit seiner größtenteils erhaltenen Bebauung.


    MfG

  • @ Christian


    Vielen Dank für deine tolle Ergänzung.
    Sicher muss man die äußeren Stadtteile, den Elbhang und die Schlösser von der Kernstadt trennen, aber der Ruf Dresdens als Elbflorenz resultiert aber natürlich primär aus dem, was mal die Kernstadt ausmachte. Es waren gerade die von dir angesprochenen Repräsentationsbauten, die Theater und die prächtigen Fassaden und Palais, die in ihrer Konzentration und Klasse vielleicht deutschlandweit einmalig waren.


    Geblieben ist davon kaum noch etwas. Man hat noch die Großbauten an der Elbe, aber hinter dieser "Fotokulisse" ist kaum etwas übrig. Einzig der Neumarkt unterfüttert dies ein wenig, man stelle sich aber mal vor, wie auch der Neumarkt aussehen würde, wenn man in Dresden seitens der Stadt hätte machen können was man wollte. Es wäre ein zweiter Wiener Platz geworden. Man kann den Bürgern vor Ort nur dankbar sein, dass wenigstens diese Enttäuschung abgewendet werden konnte. Warum man es vielen Investoren allerdings so schwer macht und sich so vehement gegen Rekonstruktionen wehrt, ist mir bis heute nicht klar. Niemand kommt nach Dresden, um irgendwelche Glaspaläste zu sehen. Und wenn man dann wenigstens gute moderne Bauten bauen würde, aber leider entsteht hier nur Abschreibearchitektur, die in 20 Jahren genau so wieder verschwinden wird, wie vieles andere, was nach dem Krieg gebaut wurde.

  • Um zum Thema zurückzukommen.


    Ich finde, dass der Schützenplatz und das sogenannte Musikerviertel keinesfalls ein Desaster ist.


    Es ist an dieser Stelle wieder ein Stadtteil entstanden, der durch eine eigene Architektur geprägt ist. Man muss auch bedenken, dass dort nichts mehr groß stand außer das Dresdner Volkshaus und auch dies wurde gut in das Viertel eingebunden.
    Desweiteren entstehen auch alte Straßen als Gassen zwischen den Gebäuden neu: Feigengasse, Trabantengasse. Auch der Investor für die große Fläche zwischen Könneritzstraße, Jahnstraße, Schützengasse, Laurinstraße wird auf diese Architektur setzen. Auch hier wird auf Kleinteiligkeit und Gassen gesetzt und kein Gesamtkomplex entstehen.
    Dadurch ergibt sich insgesamt ein stimmiges Bild um den Schützenplatz.
    Und es wird hier garantiert auch nicht lange dauern, bis die letzten Lücken an der Laurinstraße und Ritzenbergstraße geschlossen werden, weil dieses Konzept mit dieser Architektur gerade sehr gut an dieser Stelle angenommen wird.


    Ich bin froh, dass es dort entsteht, da es auch andere von Kleinteiligkeit und Blockrand überzeugen wird.


    Weiter Richtung Grüne Straße und Schwerinerstraße trägt der Bauboom ja auch schon Früchte.

  • Dass das Konzept richtig ist, hat Niemand bezweifelt. Selbstverständlich ist es zu begrüßen, dass hier auf altem Stadtgrundriss eine gewisse Kleinteiligkeit wiedergewonnen wird. Aber die entstandene Architektur ist m.E. fast ausschließlich völlig anspruchslos. Ein Gestaltungswille ist kaum erkennbar. Minimalismus pur in Verbindung mit billigsten Materialien.

  • Quartier um den Schützenplatz

    Um auch mal wieder zum Thema zu kommen ;-), beim Gebiet um den Schützenplatz ist es schön zu sehen das hier überhaupt in der Menge gebaut wird und das man es etwas kleinteiliger probiert jedoch ist die Qualität der Fassadengestaltung sehr gering. Das erste Columbus Projekt ist noch mit das beste wäre man in der Qualität geblieben hätte man was draus machen können, jedoch ging die Qualität mit jedem neuen Bau zurück. Und wenn man sich jetzt noch die Projekte auf dem Herzogin Garten Gebiet ansieht weicht man sogar wieder von der Kleinteiligkeit ab und kehrt zur reinen monotonie zurück.
    Wir als Landeshaupstadt sollten uns solangsam schämen, sogar Chemnitz (nix gegen Chemnitz :daumen:) bekommt bessere Architektur in der Innenstadt mittlerweile, "Projekt an der Aue"

  • Grünes Licht für Herzogin Garten - Stadtratsbeschluss


    große mehrheit im stadtrat, jetzt hofft der investor saal auch auf baldige erteilung der baugenehmigung, er möchte am besten noch im juli anfangen.


    an der südseite bleibt die historische mauer in niedrigerer form bestehen. darauf einigte man sich mit dem landesdenkmalamt. zur ostraallee wird die gartenanlage durch gusseiserne zäune eingefasst, heisst es in der SäZ.

    © Wörner+Partner


    die orangerie ist nicht bestandteil des b-plans und des beschlusses, aber bestandteil des bildes oben. der investor hatte zuletzt häufiger den wiederaufbau zugesagt, unter der voraussetzung, eine geeignete nutzung zu finden. möglicherweise können musik- und ausstellungssäle darin unterkommen, schreibt die SäZ. ich gehe davon aus, dass die orangerie allein aufgrund noch offener fragen aus dem b-plan herausgelöst wurde, um das gesamtprojekt nicht zu verzögern bzw. zu gefährden. 30 mill. euro werden ins gesamtprojekt fließen.

  • zur Diskussion zum Schützenplatz


    viele kritikpunkte sind viel zu überemotional bis übertrieben genannt worden. es zeigt aber gut, wie interessierte leute den stadtraum wahrnehmen und darüber denken. natürlich kann der fach- oder ortsfremde keine wirklichen erklärungen finden, die dinge sind häufig kompliziert oder unbekannt - selbst unterm großteil der dresdner(innen). hier wurde in den letzten posts die kriegszerstörung erneut aufgeworfen, dann der falsche bis banale nachkriegsbau, dann die fehlende substanz an stadtmasse hinter der schaukulisse, dann dass auch heute noch alles falschgemacht wird und das alles ja ganz schrecklich ist. viele der kritiken kann man widerlegen bzw. erklären, dies führte hier ob der masse an punkten zu weit.


    irgendwie vermag es diese stadt im ganz besonderen, emotionalität zu wecken und beim nichtfinden von erwarteter urbanität in überdruss umzulenken. dann wird eine vielzahl subjektiv-verstiegener äusserungen abgelassen. womöglich fiebert man doch stets am schicksal dieser "besonderen stadt" mit - ähnlich wie bei einem WM-finale. die stadt bindet mit ihrem pomp, stößt gleichsam mit ihren gigantischen wunden ab. hier kann jede(r) träumen, wie geil alles sein könnte, wenn... ja wenn: nein, man kann eben heute nicht mehr einfach mal alles "so oder so" anordnen und vorschreiben; nein, es gab zwischen 2000 und 2012 fast keine investoren; nein, wir können hier leider nicht agieren wie in berlin oder münchen; ja, es wurden fehler gemacht, aber da sind letztlich menschliche schwächen auszumachen usw. usf. vielleicht sollten sich kritiker mal in die bauten reinversetzen, zB wie man so wohnt dort.


    ich denke sogar, man hat nachwendlich erstaunlicherweise vieles richtig gemacht. viele kritierte stadtbereiche sind noch längst nicht fertig. aber jetzt haben wir mal wieder etwas boom. letztlich mündets fast immer in die übliche fassadendiskussion, wie bei postplatz oder hier, alles andere wird vergessen und über gestaltungsdinge kann man auch schwerlich streiten. fakt ist, die innenstadt braucht dringend hochwertigen wohnbestand, die bauten um den schützenplatz sind eigentlich die ersten dafür, wurden/werden nach derzeit geltenden wohnattraktivitätsatributen entwickelt und gehen weg wie warme semmeln. der fehlende hochwertige wohnbestand im zentrum ist sicherlich eine chance für dresden, und aufgrund der brachareale ist immer noch alles drin, wohin man sich entwickelt. mit dresden muss man nur etwas mehr geduld haben als anderswo. hier ist quasi eine stadtwerdung im gange - gunther just nennt es präziser: stadtneuausformung - die tatsächlich erst wieder ein urbanitätsgefühl für die dresdner bringen muss. mit jeder verdichtung -egal ob schön oder nicht - kommt ein stück normalität in die weiten räume. die von "stadt" entfremdeten dresdner gewöhnen sich wieder langsam an die eigenschaften des urbanen. man hatte so schön seine ruhe und einen ausblick ins weite und meist grüne. nun kommt die hektik, das pulsierende des strassenlebens, der urbanere habitus der leute und vieles andere mehr. das gefällt nicht jedem. aber dresden kann man als großes experiment einer stadtneuausformung im inneren betrachten - das ist fast alleinstellungsmerkmal in europa bzw. der welt. und als emanzipationsprozess vom provinziellen hin zum globalisiert-weltoffenen. solche prozesse sind sehr langwierig und zäh. keiner weiß, ob es gelingt. warum sollte es nicht gelingen?

  • Sanierung Wohnhochhäuser Freiberger Strasse


    am östlichsten hochhaus fielen nun die ersten gerüste. der popelige schriftzug "dresden grüßt seine gäste" wurde saniert und wieder angebracht. er wird allerdings nie mehr leuchten, aufgrund des lichtschutzes der teuren penthouse-wohnung.



    bauvorbereitende Maßnahmen am Schwimmhallen-Neubau Freiberger Strasse