^^^ Die Zunahme der registrierten Straftaten scheint mir ein dämliches Argument, denn wenn die Polizei 2015 oder 2016 präsent ist und Verdächtige kontrolliert, registriert sie natürlich auch mehr Straftaten als wenn sie wie vielleicht 2010 oder 2011 nicht anwesend war. Der Anstieg der registrierten Taten ist demnäch ein signifikantes Signal für Polizeipräsenz. Mit der sofortigen Sistierung der Verdächtigen steigt natürlich die Aufklärungsquote entsprechend an; davon lesen wir aber natürlich nix.
Bahnhofsviertel auf Metaebene
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^Das deckt sich aber nicht mit den Berichten von langjährigen Anwohnern (siehe links weiter oben) die alle besagen, dass es noch nie so Schlimm war.
Ausserdem ist es ein trauriges Argument, wenn man sagt, es war schon immer sehr Schlimm und aktuell ist es genauso Schlimm wie früher - das ist ja nicht gerade zielführend.
Ich bin viel unterwegs, und das Frankfurter Bahnhofsviertel ist mit Abstand die problematischste Ecke, die ich bis jetzt in Europas Innenstädten gesehen habe. Deutschlands Hbf's sind sowieso alle in ähnlichen bedauernswerten Zuständen (und ich frage mich warum. Ich war letztens zB kürzlich in Rom, dort ist es nicht so, in Marseille auch nicht - alles Städte, die auch einige Probleme haben), aber Frankfurt toppt nochmal alles. Ich habe einige Freunde und Bekannte, die mir geschockt von ihren Reisen nach Frankfurt berichten, und dass sie eben deswegen nie wieder nach Frankfurt fahren wollen...
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Either you're part of the solution or you're part of the problem
Ich kann die etwas zu beschwichtigenden Reaktionen nicht recht nachvollziehen. Die B-Ebene ist eine schallende Backpfeife für jeden Frankfurt-Besucher, der die schöneren Ecken der Stadt nicht kennt. Geschäftreisende aus aller Herren Länder werden sicher nicht zuerst an die Versäumnisse der Bahn denken, wenn sie den verheerenden Zustand des Bahnhofsumfelds sehen. Ich schlage mal vor die Pendler zu fragen, die die B-Ebene täglich nutzen was sie von dem jetzigen Zustand halten und ob es ihr Frankfurt-Bild entscheidend prägt. Diesen Leuten ist es egal wer die Lösung des Problems verhindert, sie sehen nur, dass sich nichts Entscheidendes verändert hat und der Römer scheinbar nicht Teil der Lösung ist.
Zum Bahn-Argument:
Das ominöse "Staatsunternehmen aus Berlin" hat seinen mit großen Abstand wichtigsten Standort außerhalb Berlins in Frankfurt. Die Wege wären also durchaus kurz für die Stadt mehr zu tun als nur zu hoffen, dass die Bahn irgendwann mal aus dem Tiefschlaf aufwacht. Übrigens werden Tausende von Bahn-Angestellten, die im Silber-Turm arbeiten, täglich mit den Konsequenzen konfrontiert, die das Nichtstun ihres Unternehmens auslöst. Es ist also keinesfalls so, als sei die Bahn völlig unbetroffen von ihrer eigenen Inkompetenz. Der Römer macht eindeutig zu wenig um die Bahn zum Handeln aufzufordern, denn bei manchen Bahn-Angestellten rennt man da wohl langsam offene Türen ein.Zu den Ämtern, die keine Verantwortung tragen:
Im Spiegel-Artikel wird ziemlich genau beschrieben, dass es eine krasse Unterbesetzung der Polizei gibt. Das ist sicherlich teilweise Sache des Bundes, aber auch Wiesbadens und Frankfurts. Ein Jahrzehnt der Austerität, welches von erzkonservativen US-Rating Agenturen und Harvard Professoren (und den Apologeten der Bundesbank) verordnet wurde, hat sich hier sehr bemerkbar gemacht. Wie kann man die EU ewig weiter ausbauen und gleichzeitig massenhaft Personal im Sicherheitsapparat abbauen? Man bettelte quasi um die Zustände, die wir jetzt an den 10 größten Bahnhöfen Deutschlands vorfinden.Übrigens halte ich die U-Bahn-Station der VGF (Verkehrsgesellschaft Frankfurt), also die U4/U5 im Hauptbahnhof für ein Paradebeispiel für einen dreckigen, herunter gekommenen Aufenthaltsort. Der Uringestank ist teilweise abartig und die Station sieht aus als ob sie zum letzten Mal im Jahr 1983 richtig gereinigt bzw. modenisiert wurde. Kann man diese völlig indiskutable Station ebenso der DB AG zum Vorwurf machen oder liegt es vielleicht doch an dem Verkehrsdezernat im Römer?
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@ Golden Age: Sehr richtig!
Aber der Bahnhof ist auch insofern ein Spiegelbild für unser Land. Irgendwie scheint hier alles in einer geradezu trotzigen Lethargie zu verharren.
Uns scheint der Pragmatismus und eine wirkliche Problemlösungskompetenz abhanden gekommen sein. Das sieht man an vielen Stellen, im Kleinen wie im Großen. Mir fallen viele Beispiele ein, gerade was Infrastrukturprojekte angeht aber bei großen politischen Weichenstellungen. Man verliert sich in endlosen Diskussionen und dem Abwägen von noch so abstrusen Argumenten auf der Suche nach einem Konsens. Bedenkenträger und Besserwisser bestimmen die Debatte, Fakten und Inhalte rücken in den Hintergrund. Missstände werden beschönigt und nivelliert... Und die Autosuggestion hilft auch: Irgendwie könnte es ja auch noch viel schlimmer sein. Traurig.
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^Ich stimme zu. Das hat viel mit dem Amateurismus und Kleingeistum in unserem Land zu tun. Mittelmaß in allen Bereichen ist der neue Maßstab, denn Erfolg und Spitzenqualität ist nur was für Eliten und/oder Betrüger...nur ein Durchschnittsmensch ist ein Guter Mensch/Mitarbeiter... und das spiegelt sich dann tatsächlich auch teilweise in solchen Bereichen wieder. Hinzu kommt dann noch der Vandalismus, der gerade in Frankfurt auch noch sozialpolitisch motiviert ist, und basiert auch teilweise auf diesen Gründen.
Frankfurt ist eine Kompakte Stadt und wenn ein Stadtviertel in der City Probleme hat, dann kann das auch schnell Auswirkungen auf die anderen Stadtviertel haben... von daher sollte das Bahnhofsviertel eine höhere Priorität genießen.
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@ Golden Age:
Es stimmt, dass die Quote "Polizisten je Einwohner" in Hessen im Vergleich zu anderen Bundesländern (schlecht) niedrig ist. Mein Kenntnisstand ist aber auch, dass es in Hessen soviele Polizisten wie noch nie zuvor gibt.
Dass nicht mehr Polizisten eingestellt wurden, liegt sicher nicht an US-amerikanischen Rating-Agenturen oder Harvard-Professoren.
Zum einen geht Hessen viel Geld durch den Länderfinanzausgleich verloren, das dann andere (ärmere) Länder auch dazu nutzen um Polizisten einzustellen. Zum anderen waren die Verbrechensraten in Deutschland bis zum Jahr 2015 tendenziell rückläufig.
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@ frank353
Es mag sicherlich sein, dass es so viele Polizisten in Hessen gibt wie nie zuvor, aber was nützen in diesem Zusammenhang die zusätzlichen Polizisten in Fulda, Wetzlar und Bensheim? Entscheidend ist doch, wie viele dieser Polizisten am Hauptbahnhof mit der zweitgrößten Frequentierung der Republik (460.000 Personen täglich) eingesetzt werden. Es scheint ja, positiv formuliert, nicht genügend Manpower vor Ort zu sein.
Der Länder-Finanzausgleich ist mir auch ein etwas zu oft bemühtes Argument. München schafft es trotz des LFA eine hochmoderne B-Ebene unter ihrem Hauptbahnhof zu errichten, an dem man sich gerne aufhält (dasselbe gilt für den "Stachus"). In Stuttgart wird gerade S-21 unter größten politischen Anstrengungen aus dem Boden gestampft. Düsseldorf ist im selben Zeitraum wie der Frankfurter Hbf sogar sicherer geworden. Ich wäre sehr überrascht, wenn das daran liegt, dass dort weniger kontrolliert wurde als in Frankfurt.
Zu guter Letzt: Woher nimmst Du die Gewissheit, dass Austerität nichts mit dem Staatsversagen am Frankfurter Hauptbahnhof zu tun hat? Die US-Rating Agenturen (Moody’s, S&P, Fitch) haben es in den letzten 10 Jahren auf beeindruckende Weise geschafft die europäischen sozialen Marktwirtschaften vor sich her zu treiben und die hart erarbeiten Sozialleistungen ordentlich zusammen zu schrumpfen. Das kann man gerne dementieren und von sich weisen, aber der Trend in Schweden, Dänemark, Österreich, Holland und Deutschland ist im letzten Jahrzehnt überall der gleiche. Die Staatsausgaben werden erheblich verkleinert damit die höchste Bontitäts-Bewertung gesichert werden kann, denn nichts ist „wichtiger“ als Anleihen-Investoren zu beglücken. Ähnlich läuft es bei Aktiengesellschaften, wo jede neue Entlassungswelle von Investoren mit neuen Kursfeuerwerken gefeiert wird. Zudem ist das Buch „This Time Is Different“ der beiden Harvard-Professoren und „Reagonomics-Cheerleader“ Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff als Anleitung der OECD-Staaten verstanden worden, die Finanzkrise als Vorwand zu nehmen um die Schrumpfung der öffentlichen Ausgaben zu rechtfertigen. In England wurden beispielsweise seit der Finanzkrise die Studiengebühren verdreifacht, da der Staat die angeblich „zu hohen Ausgaben“ nicht mehr tragen wollte/konnte/durfte. In Deutschland ist der Investitionsstau in die eigene Infrastruktur an allen Ecken und Enden sichtbar und die ausgehöhlte, von allen guten Geistern verlassene Deutsche Bahn AG ist nur noch ein Schatten von dem was sie mal war.
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Ich stimme dir zu, dass die Zustände in Frankfurt nach wie vor katastrophal sind. Neben Kuscheljustiz und dem offensichtlichen Scheitern des "Frankfurter Wegs" liegt das sicher auch an zu wenig Sicherheitspersonal.
Auch dass die Verweise auf den LFA nicht wirklich taugen, ist korrekt. Bestes Beispiel Bayern, das derzeit deutlich mehr einzuzahlen hat, und trotzdem nicht nur mehr investiert, deutlich sicherer ist, sondern trotzdem dabei noch Schulden abbaut.
Aber dein ständiges Rumgenöle wegen angeblicher Austerität kann ich nicht mehr hören, und wird auch bei noch so vielen Wiederholungen nicht wahrer. Die Ratingagenturen an denen man sicherlich einiges kritisieren kann, treiben niemanden vor sich her. Im Gegenteil sind ihre Bewertingen oftmals viel zu positiv (siehe vor Allem die Bewertungen für CDOs kurz vor der Finanzkrise). Und die öffentlichen Haushalte in Deutschland sind die letzten Jahre nur vergrößert worden, sehr zum Leidwesen der besonders geschröpften Mittelschicht, in der Regel deutlich stärker als die Wirtschaftsleistung.
Problem ist nicht dass zu wenig ausgegebene würde. Im Gegenteil Deutschland lebt wieder zunehmend über seinen Verhältnissen, kümmert sich trotz guter Wirtschaftslage überhaupt nicht um Schuldentilgung (was selbst ein Keynes als nötig erachtete). Wenn dem nicht bald ein Riegel vorgeschoben wird, bricht uns das in absehbarer Zeit das Genick - spätestens wenn die Babyboomer in Rente gehen und Rente von ihren nicht geborenen Kindern erwirtschaftet bekommen wollen. Ganz abgesehen von den enormen Haushaltsrisiken im Zuge der völlig falschen Euro-Rettung inklusive der in dem Ausmaß hochkriminellen griechischen Insolvenzverschleppung (allein Deutschlands nicht besicherte Target-Forderungen - praktisch Kredite an die südlichen Notenbanken - sind deutlich größer als der jährliche Bundeshaushalt).
Nein, das Problem hierzulande ist einzig die völlig falsche Prioritätensetzung (hier wieder der schon vorgebrachte Verweis auf Bayern, wo es deutlich besser läuft als in Hessen und im Bund). Für soziale Wohltaten, insbesondere ineffiziente Sozialsysteme und ohne Not verursachte Ausgaben wegen des unkontrollierten Zustroms an illegalen Einwanderern wird munter konsumiert, wohingegen deutlich zu wenig Investitionen in Bildung, Verkehr, Verteidigung und eben Sicherheit getätigt werden. Beim Verkehr hat sichs die letzten zwei Jahre zumindest auf Bundesebene entspannt, da liegt das Problem jetzt bei den zu geringen Planungskapazitäten. -
Aber dein ständiges Rumgenöle wegen angeblicher Austerität kann ich nicht mehr hören, und wird auch bei noch so vielen Wiederholungen nicht wahrer.
Der Ton macht die Musik und "Death Rock" war hier wohl gerade nicht angebracht. Wie die Ratingagenturen CDOs bewerten (tendenziell zu positiv, da sie vom Inhalt keine Ahnung hatten) und wie sie Staatsanleihen bewerten (tendenziell zu negativ, da man so Stimmung gegen die Regierungen machen kann) bewerten, sind zwei komplett andere paar Schuhe. Die Masche ist immer dieselbe. Regierung X will die Staatsausgaben erhöhen um die Wirtschaft anzukurbeln und sofort droht das ungewählte Rating Agency Oligopol damit die Bonitäts-Bewertung abzustufen, wenn diese nicht durch eine Gegenfinanzierung getragen wird. Also macht Regierung X einen Rückzieher und investiert doch nicht in mehr Straßen, Schulen, Polizisten oder Freibäder. Sowas kann man auch Erpressung, Blackmailing oder Stockholm-Syndrom nennen. Dieses ständige Bedrohungs-Szenario ist vor allem seit den 00er Jahren in Mode gekommen und ich empfinde es als zutiefst undemokratisch. Die Globalisierung steckt in einer tiefen Krise (Trump & Brexit beweisen es) und das Ratingagentur-Oligopol ist für mich eines der krassesten Anzeichen dafür, dass man nicht alle öffentlichen Aspekte unserer Gesellschaft "schrumpfen" oder "privatisieren" muss, wie es sich die (nicht uneigennützigen) angelsächsischen Länder wünschen.
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Wo wird denn gespart?
Zur Wahrheit gehört auch, dass die öffentliche Hand (Bund, Länder und Kommunen) in 2017 rund 22 Mrd. Euro für die Flüchtlinge in Deutschland zahlen.
Wenn man sich schon über die Austerität oder den LFA aufregt, sollte man diese Kosten nicht vergessen. Der LFA ist dagegen Peanuts und mit Austerität hat die Merkel'sche Flüchtlingspolitik nun gleich gar nichts zu tun.
Einige dieser Schutzbedürftigen tragen übrigens nicht unwesentlich zur verschärften Sicherheitslage am Hbf bei - aber das ist ein anderes Thema.

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Wenn man sich schon über die Austerität oder den LFA aufregt, sollte man diese Kosten nicht vergessen.
Ja, aber die Entscheidungen zum flächendeckenden Personalabbau bei Grenzschutz, Polizei, Zoll oder Bahn kamen deutlich vor der 2015-Welle. Man kann von Glück reden, dass das Thema Austerität zu Zeiten der Wiedervereinigung noch kein so großes Thema war, da man ja nach heutigen Standards gegen sämtliche Verschuldungs-Prinzipien des globalen Austeritäts-Diktats verstoßen hätte (ganz zu schweigen vom Entschuldungsprogramm des Marshall-Plans, der nach heutigen Standards wohl auch illegal wäre). Wie man heute ernsthaft behaupten kann, dass man sich volkswirtschaftlich zu Wachstum schrumpfen kann, ist mehr als fragwürdig.
Um nicht zu sehr abzudriften:
Laut der eigenen Bahn-Webseite zum Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofs wird die B-Ebene ab voraussichtlich 2019 umgebaut und bis 2022 abgeschlossen sein, also maximal unverbindlich. Ebenso wird in blumigsten Worten die Historie des Bahnhofs beschrieben, natürlich ohne jegliches Eingeständnis, dass der eklatante Ist-Zustand bis zum Umbau fortbesteht. Der DB Station&Service AG kann man an dieser Stelle übrigens eine Mail schreiben: marketing-bahnhoefe@deutschebahn.com. Auch einen Kundendialog DB Regio gibt es. Wer Anregungen, Kritik oder Lob für die Bahn hat, kann an der Stelle versuchen bei der Bahn weiter zu kommen. Da die Bahn scheinbar nur auf Druck reagiert, ist das m.E. eine valide Vorgehensweise. -
Wäre wahrscheinlich besser diese durchaus valide Diskussion in einen separaten Thread auszulagern. Da gibt es ja wohl noch sehr viel Gesprächsbedarf zu, allein schon weil viele Leute da gern von linken Umverteilungsapologeten propagierten Halbwahrheiten auf den Leim gehen.
In wirtschaftlich sehr guten Jahren einen Schuldenberg von weit über 50% des BIP nicht abzubauen sondern gerade mal eine schwarze Null zu schreiben oder gar weiter zu erhöhen ist das genaue Gegenteil von Austerität, sondern unverantwortliches Verschleudern von Steuergeld, das sogar ein Keynes völlig zu Recht verurteilt hat. Wer denkt er könnte durch endloses Schuldenmachen aus seiner Situation quasi herauswachsen, befindet sich auf dem Holzweg. Die Schuldenkrise in den nicht mehr wettbewerbsfähigen Mittelmeeranrainern und zunehmend auch Frankreich ist das beste Beispiel.
Dass lange Zeit zu wenig investiert wurde (und bei manchen Einzelplänen immer noch wird), liegt nicht an angeblichem Gespare sondern an falschen Prioritäten mit deutlich zu hohen Sozial- und auch Personalausgaben. -
Da gibt es ja wohl noch sehr viel Gesprächsbedarf zu, allein schon weil viele Leute da gern von linken Umverteilungsapologeten propagierten Halbwahrheiten auf den Leim gehen.
Stimmt, z.B. Umverteilungsapologeten wie Warren Buffett, Bill Gates oder Mark Zuckerberg, also schlimmste Linksmilitante.
Aber sich über den LFA, Rating-Agenturen und falsche Prioritäten bei Sozial- und Personalausgaben aufzuregen, ist so ergiebig wie sich über das Wetter zu beschweren. Ändern wird sich daran letztendlich doch nichts, egal wie oft man den Sinn hinterfragt. Weder wird der LFA in unserer Lebenszeit abgeschafft, noch wird das Rating-Agentur Austeritäts-Oligopol aufgebrochen.
Allerdings haben wir die Möglichkeit an anderen Stellschrauben zu drehen. Ich merke bspw., dass es keinesfalls zwecklos ist kritische Anfragen an das VGF zu stellen, wo man durchaus ein offenes Ohr hat. Ebenso scheint die negative Mundpropaganda, die die B-Ebene auslöst, in der Frankfurter Presse angekommen zu sein und so kann das negative Echo letztendlich auch im Römer ankommen.
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Viele hier scheinen gar nicht genau zu wissen, was der „Frankfurter Weg“ eigentlich ist. Er besteht aus den 4 Säulen Prävention – Beratung/ Therapie – Überlebenshilfen – Repression. Das wird dann oft auf die Fixerstuben reduziert, welche Teil der Überlebenshilfen sind. Bei der Bahnhofsviertelnacht hatte ich die Gelegenheit, mich mit Mitarbeitern der Hilfseinrichtungen zu unterhalten. Auch diese sind der Meinung, dass es zu wenig Polizei gibt. Das ist die vierte Säule, Repression (von Dealern).
Die Fixerstuben auch nachts aufzulassen, würde nicht viel bringen, da diese eh nur nachmittags von 15-19 Uhr voll ausgelastet sind. Als ich in der Elbestr. 38 war, saßen gegen 22 Uhr nur 3 Abhängige im Druckraum bei 10 Plätzen. Um diese Zeit wird dann aber auch die Einrichtung geschlossen, in der Niddastr. ist bis 23 Uhr offen. Neu ist der Spritzentausch die ganze Nacht über in der Elbestr. Da es dort auch Übernachtungsplätze gibt, kann man beobachten, dass auch der Körper der Fixer irgendwann Ruhe braucht und die Leute nachts schlafen und höchstens mal eine Zigarette rauchen, wenn sie aufwachen.
Problemgruppe im Viertel sind 300-350 obdachlose Abhängige, für die etwa 123 Schlafplätze zur Verfügung stehen. Alle Anfragen diesbezüglich können von den Hilfszentren immer erfüllt werden. Zur Not kommen sie woanders unter, wenn's in der Elbestr. voll ist. Einige lehnen aber das Angebot aber ab, reinzukommen und zu duschen oder etwas zu schlafen (auch tagsüber gibt’s Plätze). Grund: zu schwach und kaputt, sie kommen teilweise kaum noch hoch und campieren vorm Haus.
Es ist möglich, dass in einigen Jahren keine Fixerstuben mehr gebraucht werden, da den Jungen das mit dem Spritzen zu lange dauert und sie sofort einen Rausch haben wollen. Also rauchen sie Crack, auch wenn das die gegenteilige Wirkung des Heroins hervorruft. Fixer sind mehr und mehr die Leute über 40.
Im Augenblick entsteht Druck durch junge Bankangestellte, die in den neuen Apartmenthäusern wohnen und sich über die Verhältnisse massiv beschweren - bei den Hilfszentren und bei der Stadt. Wahrscheinlich wird der Druck durch weitere Wohnungsprojekte noch stärker. Auch gehen Plätze wie am leerstehenden IBM-Haus verloren, wo die Fegerflotte (Reinigungskräfte, die im Methadonprogramm sind) oft viele Spritzen findet.
Wenn ich höre, dass manche (angeblich auch die Polizei) das Viertel schon aufgegeben haben, kann ich nur lachen. Hier werden zig Millionen investiert von Leuten, die wissen was sie machen. Diese Investoren kennen bestimmt die Beispiele aus Manhattan, wo Künstler, Musiker und ähnliche in ein Slum zogen und dadurch die Wegbereiter der Gentrifizierung waren, wodurch die Kreativen wieder in ein anderes Viertel verdrängt wurden. In stark abgeschwächter Form läuft so was jetzt im Bahnhofsviertel ab. Ein Slum im amerikanischen Sinn war es sicherlich nie, aber was in einem Teil seit ca. 1990 abgeht, kann man sicherlich als Drogenhölle bezeichnen.
Ziehen die Fixerräume Abhängige von auswärts an? Eher nicht. Der Preis für ein Gramm Heroin liegt in FFM zwischen 25 und 30 Euro, anderswo in D meist zwischen 40 und 85 Euro. Das zieht die Leute natürlich hierher, es geht immer nur um die Kohle. Abhängige haben mir erzählt, dass sie besonders oft Fixer aus BW treffen, die mit dem Verkauf bei sich zuhause ihre Sucht finanzieren. Das war übrigens auch schon früher so. Als es 1971 die ersten größeren Mengen Heroin in FFM gab, kamen auch Leute aus der halben Republik hierher. Verkauft wurde das am Anfang im damaligen King's Club im Keller des Fürstenhofs. Aber das ist wieder eine Geschichte für sich.
Auch von mir der Link zum ZDF-Info-Bericht (erfreulich sachlich!):
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Vielen Dank für die vielen plausiblen und kenntnisreichen Anmerkungen.
Nur dazu etwas:
Wenn ich höre, dass manche (angeblich auch die Polizei) das Viertel schon aufgegeben haben, kann ich nur lachen. Hier werden zig Millionen investiert von Leuten, die wissen was sie machen.
Von Investorenseite habe ich auch schon Bedenken gehört, ob die Aufwertung des Viertels wirklich klappt oder ob alles zusammenbricht. Zumindest aber haben die den Eindruck, dass die "Aufwertung" des Viertels (wie auch immer man zu dem Begriff stehen mag) deutlich langsamer vor sich geht als erhofft und (letzlich auch finanziell) kalkuliert.
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Das Bahnhofsviertel gehört nach meinem Informationsstand nicht den Drogenabhängigen. Ich finde es falsch, dass sich das ganze Viertel nach den Abhängigen richten soll. Zudem die Drogenszene in den Gallus, das Westend und die Innenstadt negativ ausstrahlt.
Wenn jemand Geld investiert und sich dort eine Wohnung kauft oder mietet, hat er das gleiche Recht auf Sicherheit und Sauberkeit wie jemand, der in Bornheim wohnt.
Frankfurt ist die einzige Stadt, die diesen Weg geht. Aktuell funktioniert er jedenfalls nicht. Die Sogwirkung wird nicht nur durch billige Drogen sondern auch durch die extrem liberale Drogenpolitik in Frankfurt erzeugt.
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Es geht auch nicht nur um die Abhängingen, sondern auch um die hochaggressiven Dealer, die durch die vielen Drogenabhängingen in Scharen angezogen werden. Wenn sich das ganze noch weiter verschlimmert und tatsächlich überschwappt in die Taunusanlage (Bild hat gestern berichtet), dann würde ich mich nicht wundern, wenn sich jetzt nach dem Brexit einige Int. Grossbanken doch noch für andere Standorte entscheiden sollten.
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Die Zunahme der registrierten Straftaten scheint mir ein dämliches Argument, denn wenn die Polizei 2015 oder 2016 präsent ist und Verdächtige kontrolliert, registriert sie natürlich auch mehr Straftaten als wenn sie wie vielleicht 2010 oder 2011 nicht anwesend war.
Nein, es ist kein dämliches Argument. Am Düsseldorfer Hbf sind die Straftaten im gleichen Zeitraum gefallen und dort war die Polizei in den Jahren 2015 und 2016 aus gegebenem Anlass auch präsenter als zuvor.
Ein weiteres Beispiel für die zunehmenden Straftaten am Hauptbahnhof sind die Diebstähle in der neuen Fahrradgarage, welches neben dem Busbahnhof im Mai 2016 eröffnet wude. Wie die Rundschau letzte Woche berichtete, ist die Resonanz schlecht. Wenn die wenigen zahlenden Kunden dann auch noch ihre wertvollen Räder gestohlen bekommen trotz zugesagter Absicherung, läuft irgendwas mächtig schief. Die Parkhausbetriebsgesellschaft, die die Sicherheit eigentlich herstellen sollte, scheint ihren Job nicht richtig ernst zu nehmen.
Da die Dezernate der Stadt langsam zu kapieren scheinen, dass man den bedenklichen Entwicklungen im Bahnhofsviertel entgegenwirken sollte, sind demnächst "Lampions" an der Taunusstraße geplant, das sogenannte "TAB-Projekt" mit einer großen Vernissage am 9. September. Eine löbliche Kreativlösung unter Beteiligung von Shantel und den Gebrüdern Zeleke, die hoffentlich Nachahmung findet.
Kreativität wäre meines Erachtens auch gefragt um Dauerleerstände wie den Sky-Club am Platz der Republik oder die wohl heftigste "Problem-Immobilie" des Viertels, also die Taunusstrasse 52-60 (hier beschrieben) neu zu beleben. Dort wo die Leerstände am längsten andauern, sind schon seit Jahren die schlimmsten Hotspots des Viertels anzutreffen --> Broken Windows in Reinkultur.
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Neuauf
Laut einem Bericht in der FAZ will die Polizei im Bahnhofsviertel auch weiterhin den Druck auf die Drogenszene aufrechterhalten.
Wesentliche Elemente der Polizeineuaufstellung sind:
- Eine neue Einheit mit 124 Polizisten (REE - Regionale Einsatz- und Ermittlungseinheit) wird ab Oktober die Besondere Aufbauorganisation (BAO) ablösen, die ca. 100 Polizeibeamte umfasste.
- Zusätzlich wird die Bereitschaftspolizei drei- bis viermal pro Woche mit ca. 30 Kollegen die neugegründete Einheit unterstützen.
- Das 4. Revier bekommt zusätzlich 5 Stellen dazu, um eine weitere Polizeistreife pro Tag zu ermöglichen.
- Die zusätzlichen Polizisten entstehen durch die Umschichtungen in der Polizeidirektion Frankfurt und aus der Bereitschaftspolizei.
Die Landesregierung Hessen, die die og. Umschichtung veranlasst hat, nimmt nun aber auch die Stadt, die Bahn und die Bundespolizei in die Pflicht:- Die Stadt müsse „sofort auf massive Verunreinigung reagieren“.
- Unverständnis herrscht auf Landesseite über das weiterhin ungeklärte Vorgehen bei der Video-Überwachung.
- Die Bundespolizei müsse Ihr Engagement im Bahnhof ebenso verstärken. Dort seien allerdings ab 2018 bereits eine hohe zweistellige Anzahl an zusätzlichen Stellen geplant.
- Von der Bahn fordert die Landesregierung die schnelle Umgestaltung der B-Ebene, die Verbesserung der Beleuchtung, moderne Funktechnik und die Schließung einiger kritischer Zu- und Abgänge. Ebenso sei es ein Unding, dass die Videotechnik im Bahnhof so veraltet sei, dass bei Strafermittlungen größtenteils auf die Anlagen aus dortigen Läden zurückgegriffen werden müsse.
Positiv ist zu vermelden, dass die BAO bereits einiges bewirkt hat:- Die BAO hat bislang ca. 3600 Strafverfahren wegen Drogendelikten eingeleitet.
- Das Verhältnis von Verfahren wegen Erwerbs/Besitzes von Rauschgift zu Verfahren wegen Dealens liegt mittlerweile bei 2:1, früher lag es zwischen 10:1 und 20:1
- Mittlerweile gehen knapp 70% der Verdächtigen in Untersuchungshaft, deutlich mehr als früher.
- Es gab bereits einen Rückgang von bis zu 40% bei Taschen- und Trickdiebstählen
- Keinen (starken) Rückgang gibt es aber bei der Beschaffungskriminalität
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Zurückentwicklung des Bhf-Viertels stark spürbar
Da der letzte Post in diesem Forum ist schon wieder mehr als ein Jahr her ist und auch in der Presse (FAZ) die Berichterstattung merklich abgenommen hat, bietet sich mal wieder ein Update an.
Das Vietel fällt derzeit zweifellos in alte Krankfurt-Zeiten zurück. Auch wenn bei der letzten Bürgermeisterwahl „Law & Order“ ganz klar gegen den „Anything goes“ Status Quo verloren hat, sollte sich der Frankfurter Magistrat unbedingt neue Gedanken machen wie man das Bahnhofsviertel aus dem aktuellen Rückfall retten kann, denn die "Broken Windows" Anzeichen sind allgegenwärtig.
Ganz besonders verheerend bei dem aktuellen „Sommer des Jahrzehnts“: Seit Monaten stinkt das gesamte Viertel abartig nach menschlichen Hinterlassenschaften. Das Problem läuft gerade bei dieser Hitze komplett aus dem Ruder und wird besonders für Pflanzen ein Problem. Es ist für Passanten teilweise unerträglich durch die Strassen zu gehen ohne sich ein nasses Taschentuch vor die Nase zu halten (besonders bei Niddastrasse, Elbestrasse und Moselstrasse der Fall). Am Jürgen-Ponto-Platz sind die Brunnenanlagen schon monatelang großräumig mit Zäunen abgesperrt, scheinbar auch aus Angst vor der Selbstbedienung als Toilettenanlage. Man sollte dasselbe am besten auch für die leidenden Bäume machen.
Ein weiteres Manko: Langeingesessene Geschäfte flüchten vor dem Drogenproblem (d.h. Kunden wollen dort nicht mehr parken, Verkäufer und Käufer werden angepöbelt). Die angekündigte Schließung des „Cream Music“ an der völlig verkorksten Taunusstrasse, die im Jahr 2016 an dieser Stelle im DAF noch heftig diskutiert wurde, ist nun sang- und klanglos Wirklichkeit geworden (Quelle Frankfurt Tipp). Mit anderen Worten: Nach 114 Jahren (!!!) an der Taunusstrasse haben sich die äußeren Bedingungen so stark verschlechtert, dass es dort nicht mehr weitergehen konnte und die Stadt vor dem Problem regelrecht kapituliert. Das waren FR, FNP, JF und FAZ noch nicht mal mehr einen Artikel wert, vielleicht weil man sich mit dem Abstieg des Viertels schon längst abgefunden hat? Das Geschäft ist nun seit dem 03.07. in Sachsenhausen an der Seehofstr. 6 zu finden. Das ist äußerst schade für ein echtes Frankfurter Original, in dem schon Elvis eine Gitarre kaufte und sich als „Home of Rock’n’Roll“ bezeichnet.
Ganz schrecklich ist der ungelöste Leerstand des Komplexes Taunusstrasse 52-60, der über dem ganzen Viertel hängt, wie eine dunkle Wolke. Die Stadt wird das Viertel ohne die Lösung dieses Leerstands auch nicht mehr in den Griff bekommen. Es ist erstaunlich, dass sich diese sehr gut gelegene Immobilie nicht mal bei der aktuellen Goldgräberstimmung am Immobilienmarkt lösen lässt. Ähnlich ist es auch bei der Düsseldorfer Strasse 1-7 (ehemaliger SKYClub), dessen Leerstand eine regelrechte Ekel-Meile entstehen ließ, genau dort, wo Passanten eigentlich von Bahnhof in Richtung Messe gehen sollen. Was läuft da derzeit so schief?
Es sei fairerweise erwähnt, dass es auch gute Nachrichten gab. Um den nächtlichen Kreislauf aus Drogenbeschaffung und -konsum, insbesondere von Crack, zu durchbrechen, soll es laut Gesundheitsdezernat nun bald einen nächtlichen Aufenthalt für Suchtkranke geben. (FAZ, 16.01.18). Auch ein großer Fahndungserfolg an der Niddastrasse 51 gegen einen albanischen Drogenring, bei der die Polizei im April 25 kg Heroin auffand, sei erwähnt (FAZ, 09.04.18).
Generell gilt: Bevor sich die "Kopf in den Sand" Hipster-Szene im Bahnhofsviertel bald wieder selbst bei der „Bahnhofsviertelnacht“ am 16.08. abfeiert, wäre eigentlich ein Innehalten und Nachdenken angebracht. Vielleicht sollte man doch mehr auf den "Gewerbeverein Bahnhofsviertel" hören, anstatt ihre berechtigte Kritik auf taube Ohren stoßen zu lassen??? Zudem ist die Frage berechtigt, warum sich Frankfurt in Zeiten der Immobilien-Knappheit gleich zwei Rotlichtviertel (1x Allerheiligenviertel, 1 x Bhfviertel) leistet? Was machen Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, München, Köln und Berlin bei ihren Bahnhofsvierteln richtig was Frankfurt seit mehreren Jahrzehnten falsch macht? Wie kann man mehr Schließungen, wie die des "Cream Music" nach 114 Jahren Viertelzugehörigkeit künftig verhindern? Das sind die Fragen, die zu beantworten wären.
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