Bauprojekte bei RB Leipzig + Neugestaltung Stadionumfeld

  • Es greift zu kurz, die Schuld nun ausschließlich bei der Partei "Die Linke" abzuladen. Das IOC hat sich zwar in den letzten Jahren (aufgrund zahlreicher Ablehnungen) reformiert, aber der Ruf ist nun einmal ruiniert und die Kosten sind immer noch immens. Bezahlbarkeit ist in Berlin das Thema Nr. 1 und Olympia bringt bekanntermaßen Aufwertungseffekte mit sich, was eben eine Medaille mit zwei Seiten ist. In den Wahlprogrammen war auch Olympia Thema und es ist nur folgerichtig, wenn Wahlversprechen eingelöst werden. Und die Berliner Bewerbung hatte offenkundig einige Schwächen, was in der kürzlich veröffentlichten Evaluation zum Ausdruck kam.

    In Summe kommt da schon einiges zusammen.

    Die Sporthallen bzw. das Gesamtkonzept für das Sportforum sollten auch ohne Olympia tragfähig sein, sonst hätte man etwas falsch gemacht. Olympia läuft nur einige Wochen, das kann ein schönes Sahnehäubchen, ein Impuls für solche Investitionen sein, sollte aber heutzutage nicht mehr der entscheidende Faktor sein.

    Ob Leipzig ein Leichtathletik-Stadion braucht, kann ich nicht beurteilen. Wann füllt denn die Leichtathletik Stadien? Sind das nicht sehr seltene Anlässe? Wäre die Auslastung so eines Stadions gegeben? Zumal es mit der Messe und vor allem der (erweiterten) Arena sowie dem Stadion ja durchaus große Veranstaltungsorte gibt. Das Turnfest, die Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften oder die Herren-Fußball-EM haben durchaus die "Sportstadt Leipzig" aufleben lassen, finde ich. Auch die jüngst abgehaltene Deutsche Meisterschaft im Skateboarding war nach meinem Eindruck gut besucht.

  • Vielleicht habe ich es übersehen, aber ein Leichtathletikstadion ist für Leipzig nie geplant gewesen. Letztlich war nur das für Olympia geplant, was man eh bauen wollte und dafür hätte man mit Olympia eben auch mehr Fördermittel sicherlich bekommen. Es geht zudem auch noch um die Aufwertung des Stadionvorplatzes, den Festwiesenvorplatz sowie das Sportmuseum mit Integration der früheren Schwimmbadtribüne.

  • Das war meinerseits auch nicht auf Olympia bezogen, sondern auf entsprechende generelle Forderungen, die hier im Forum mal erhoben wurden.

    Klar, für Leipzig wäre Olympia toll gewesen, das ist keine Frage. Nun fällt das aus und es muss auch ohne diesen Impuls vorangehen. Die Vorplätze und das Sportmuseum wird man lokal hinkriegen. Solche Mega-Investitionen wie einst für 2012 geplant, wären diesmal auch im Falle eines Zuschlags nicht zu erwarten gewesen.

  • ^ + ^^ genau. Es gab keinerlei Planung für ein Leichtathletik-Stadion im Zuge von Olympia in Leipzig.

    Ich beziehe mich diesbezüglich immer auf zwei Faktoren. Zum einen gab es bei RB unter Rangnick-Zeiten die Erwägung, auf der Nordanlage das dortige Leichtathletik-Feld in ein Frauenfußballstadion umzubauen - Tribünen, mobile Tribünen, Infrastruktur etc. Welches dann mit allem ausgerüstet, auch als Leichtathletik- bzw. Mehrzweck-Stadion für die Kommune nutzbar ist.

    Zum anderen gibt es in der Stadt das Problem eines fehlenden Mehrzweck-Felds für Leichtathletik und andere Sportarten (Rugby, Football, etc. pp). Das zeigt sich immer wieder und wurde auch schon so seitens der Kommune und Veranstalter der Hallenmeisterschaften immer wieder geäußert. Auch gibt es mit der DHfK bzw. derer Rest, natürlich Interesse die sportliche Ausbildung mit einem ordentlich bespielbaren Feld zu versehen.

    Ich kann mir bei dem Branding Bewusstsein von RB ein mögliches Mehrzweckstadion für die Kommune am Cottaweg eher weniger vorstellen. Vielleicht sollte man auch noch einmal die Nordanlage neu planen. Es gab ja sogar mal den völlig beknackten Vorschlag, dort eine Grundschule zu bauen. Obwohl zentrale Sporteinrichtungen absolut notwendig und in der Gesamtstruktur der Stadt, absolut sinnvoll sind.

  • Unter diesen Umständen sollte die gemeinsame Bewerbung um den Grand Départ 2029 der Tour de France mit Berlin nochmal hinterfragt werden. Leipzig, Dresden, Weimar, die Weinhänge an Saale-Unstrut und Elbe, Meißen, Naumburg - wir haben hier so unheimlich viel.

    Die Franzosen schätzen die Ostdeutschen übrigens. Erfahrungswert, da ich selber die Sprache spreche und regelmäßig aus persönlichen Gründen in Frankreich bin.

    Man sollte auch mal versuchen, ohne Berlin etwas auf die Beine zu stellen!

  • ^ Es wird keinen Grand Départ ohne Berlin geben. Das haben die Franzosen schon angekündigt. Es wird also komplett offen bleiben, was überhaupt in Mitteldeutschland bleiben wird. Der Freistaat wird sicher Druck machen und auf das Elbtal pochen. Ob Leipzig überhaupt im Programm verbleibt, ist auch ungewiss. Obwohl die Initiatoren ja eigentlich aus Leipzig kommen...