Gerber (fertig)

  • "Umso höher, umso besser" ist natürlich Quatsch. Genauso verhält sichs allerdings auch mit dem Gegenteil. Einen Entwurf grundsätzlich in der Höhe zu beschneiden macht ihn auch nicht besser! Mich persöhnlich stört einfach die Kitschige Formensprache die ja wirklich keinen Eigenen Chatakter mehr hat. Der alte Entwurf hatte in seiner Monumentalität zumindest eine klare Aussage. Außerdem muß ich Wagahai recht geben das mit der Fassade zur Marienstraße, die ja noch der alten Form entspricht, kein stimmiges Gesamtbild mehr entsteht.
    Und genau hier kommt auch mein Hauptkritikpunkt. Viel schlimmer als die Verkorkste Architektur ist der Prozeß der zu dieser Geführt hat. Anstatt klare Entscheidungen zu treffen wird hier von zig Leuten herumgebastelt und jeder vertritt einen anderen Standpunkt. Dabei kann mmer nur der kleinste gemeinsame Nenner, und nie ein großer Wurf bei rauskommen. Anstatt das man einmal etwas wagt und an einem Strang zieht kommen eben immer wieder und wieder nur unsägliche Kompromißlösungen dabei raus. Kann sein das die Lösung niemandem weh tut - das tut Disneyland ja bekanntlich auch nicht.

  • Regent
    Es geht wie immer natürlich nicht um ein banales Umso höher, umso besser.


    Vielmehr kommt es auf den Einzelfall an. Hier an der Stelle gilt: Die ursprüngliche Höhe mit 9 Geschossen war um Längen besser, warum siehe oben. Ansonsten Zustimmung: Zu viele Sonntagsköche verderben den Brei.

  • Die veränderte Fassade zur Tübinger finde ich in Ordnung, den schon thematisierten Kontrast zur gegenüberliegenden Seite hingegen mißlungen. Wenn schon denn schon. Und falls Stilmix sein muß, wurde hier - wie zu erwarten - genau das falsche Portal verändert.


    Am alten Entwurf gefiel mir nicht zuletzt eine gewisse Variation des Höhenprofils wie hier zu sehen. Wer die Stadt kennt, weiß daß diese kleine "Unebenheiten" den Blick auf den Kessel weiter bereichern. Es kann ja auch beim Vorgängerentwurf kaum von einem Wolkenkratzer gesprochen werden.



    Immerhin kann man die Provinzpolitiker dazu beglückwünschen, daß sie wie seinerzeit in der DDR besser als der Investor wissen, welche Verkaufsfläche dort sinnvoll ist. Die Landesbanken lassen grüßen. Oder Porsche mit seinem sozialen fürsorglichen Führungduo Wiedeking/Hück. Schön waren auch die Zeiten, als die Telekom ohne Konkurrenz konkurrenzlos hohe Telefongebühren für die glücklichen Teilnehmer diktierte und man im TV nur die Qual der Wahl zwischen 1, 2 und 3 hatte.


    Mehr Angebot ist einfach schlecht für die Menschen! Deshalb im Quartier S die Verkaufsfläche minimieren, dann muß sich niemand besonderes einfallen lassen, Kunden anzulocken oder zu behalten. Am besten jeder geht nur zum nächstgelegenen Coop-EKZ, dessen Fläche an der Quartiersbevölkerung ausgerichtet ist. Was bei Honni und Orwell so gut funktionierte, klappt erst recht in Cleverle-Stuttgart.


    Ich meine wir sind hier in der Großstadt unweit von S- und U-Bahnstationen, wo um regionale Kaufkraft konkurriert wird und nicht auf dem Land, wo nur ja sichergestellt werden muß, daß sich kein Schlingel ins falsche Dorf zum Einkaufen begibt. Oder doch?

  • Bezirksbeirat stimmt gegen Quartier S : :Nieder:


    Großprojekt umstrittener denn je - Gutachter hält Einzelhandelsflächen für überdimensioniert


    In einer denkwürdige Sitzung der Bezirksbeiräte Mitte und Süd am Montagabend, verweigerte der Bezirkbeirat Mitte die Zustimmung zur Auslegung der Pläne, die noch vor Weihnachten dem Gemeinderat beschlossen werden sollten, komplett. Der Bezirksbeirat Süd stimmte mit knapper Mehrheit dafür, stellten als Bedingung aber einen ganzen Forderungskatalog.


    Die Bezirksbeiräte stört mal wieder die Wuchtigkeit des Gebäudes, zu viele Stellplätze in der Tiefgarage und zuviel Handelsfläche. :nono:


    Man sei besorgt dass die umliegenden Geschäfte leiden werden, man sollte vielleicht mal überlegen dass diese Geschäfte profitieren, weil sonst würde kein Mensch in diese Ecke kommen.


    In der nächsten Woche soll sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema beschäftigen.


    Quelle heutige StN


    Ich sehe langsam das Projekt für gestorben an, denke nicht dass die Württembergische Lebensversicherung noch länger mitspielt. Diese kleinbürglichen Kleingeister in dieser Stadt kotzen mich langsam an.

    • Mit großer Mehrheit im Technikausschuss nachgebesserter Auslegungsbeschluss des Bebauungsplanes beschlossen
    • Stellplätze von 950 auf 880 verringert
    • SPD lehnt Einkaufszentrum ab
    • Hauptzufahrt über die Paulinenbrücke, und nicht über Tübinger Straße gefordert
    • Investor (WLV) erwartet Beschluss des BBPl. im Feb./März 2010, Abbruch Bestand im Juni, Baubeginn Oktober, Eröffnung Ende 2012


    Quelle: StN-Online

  • Subway an der Tübinger Str. sind bereits ausgezogen. An der Tür ist zu lesen: "Schließung wegen Bau Quartier S". Es könnte also tatsächlich demnächst mit den Abbrucharbeiten begonnen werden (das historische Gebäude mit Ex-Subway bleibt natürlich erhalten).


    SEPA haben upgedated. Mittlerweile Investitionssumme: 220 Mio. EURO!


    Und siehe da, auch einige unbekannte Visualisierungen. Die Marien-/Sophienstraßen-Seite wurde erfreulicher Weise doch erheblich verändert, m.E. nicht schlecht. Von der Paulinen-/Marienstr. bin ich allerdings ein wenig enttäuscht. Die Rundpartie hätte noch weiter ausgezogen werden sollen. So wirkt dieser Teil auf mich ein wenig unharmonisch.


    Tübinger/Paulinen
    http://www.sepa-epa.de/pics_projekte/35/html/2.jpg


    Marien/Sophien
    http://www.sepa-epa.de/pics_projekte/35/html/3.jpg


    Marien/Paulinen
    http://www.sepa-epa.de/pics_projekte/35/html/4.jpg


    Wohnunsgbau
    http://www.sepa-epa.de/pics_projekte/35/html/5.jpg
    Quelle: SEPA

  • Danke für die Bilder und das Update.


    Endlich sehen wir auch mal ein paar andere Perspektiven. Der Blick auf die Ecke Marien/Paulinenstraße verdeutlicht mir erst so richtig, was für ein massives Bauvorhaben Quartier S eigentlich ist. Die Rundpartie sieht aber tatsächlich nicht so gelungen aus, wirkt fast wie ein Fremdkörper, aber vielleicht passen die das noch an.


    Ob der Baubeginn aber bereits in demnächst im Sinne von wenigen Wochen sein wird? Viele Mieter haben das sinkende Schiff bereits verlassen, aber das trifft vor allem auf die Tübinger Straße zu. Zum Beispiel ist die Bank an der Ecke Marien/Sophienstraße noch drin und es machte nicht den Eindruck, dass die in den nächsten Wochen gehen. An der Ecke Marien/Paulinenstraße ist glaube ich das Cafe auch noch nicht geschlossen. Ebenfalls in der überaus hässlichen Passage sind noch einige Läden geöffnet, aber die machten sowieso einen etwas heruntergekommenen Eindruck, also dürfte bei denen ein Auszug innerhalb von ner halben Stunde erledigt sein. Aber gerade weil im hinteren Bereich (von der Tü aus gesehen) noch so viele Mieter drin sind, hatte ich beim Vorbeigehen den Eindruck, dass nur die anderen Seiten des Blocks abgerissen werden und ich die Baupläne falsch in Erinnerung hatte.


    Ich vermute mal, dass die Abrissarbeiten mit Beginn der Sommerferien losgehen dürften, weil dann der Stadtverkehr deutlich geringer ist und die ja eine Menge Material abtransportieren müssen. Andererseits: sie könnten theoretisch jetzt schon mit Tü beginnen und sich dann langsam durcharbeiten. Bis die auf der anderen Seite sind, sind die Mieter dort ausgezogen.

  • Hallo,


    kann mir jemand sagen, wie es mit dem Wohnungsbau aussieht? Sprich: Wieviele Wohnungen waren vorher da und wieviele werdens? Weiterhin 110?


    Danke und Grüße,
    Holger

  • Der Elektroladen Dräger zieht in den nächsten Tagen aus dem Gebäude in der Sophienstraße aus, Umzugsarbeiten sind schon voll im Gange.


    Hat sich da beim Projekt irgendwas geändert? Oder ist der Umzug unabhängig von Quartier S? In den bisherigen Illustrationen und Planungen soll ja eigentlich der komplette Bestand in der Sophienstraße stehen bleiben.

    • Satzungsbeschluss für BBPl. am 15.07.2010
    • 24.500qm Einzelhandel, 7.000qm Büros, 100 Wohnungen
    • Im Herbst Abbrucharbeiten, Baubeginn 2011
    • Für Hälfte der Handelsflächen bereits Vormietverträge
    • Phoenix Real Estate als Projektmanager


    Quelle: StZ-Online

  • Alles in Allem doch ein recht gelungener Ansatz. Vergleicht das ganze doch mal mit dem sogenannten "Südtor". Da hat Willwersch mal wieder ganze Arbeit geleistet.

  • Ja, das Südtor wird architektonisch wohl enttäuschend, jedenfalls der Bürotrakt.


    Im Vergleich dazu ist das Quartier S architektonisch sichtlich anspruchsvoller (ist natürlich auch kostenmäßig ein ganz anderes Kaliber). Wenn nun noch die Ecke Paulinen-/Marienstraße etwas nachbearbeitet würde, wäre ich mit dem Entwurf schon recht glücklich.