City & Wallring

  • ^ Ohne zu wissen, wie konkret das Projekt ist, handelt es sich immerhin um eine teuer bezahlte Machbarkeitsstudie. Wäre das nur reines Wunschdenken, würde ich mir als Auftraggeber dann doch schon ziemlich vera****t vorkommen. Ich weiß auch nicht, wie hoch der Bedarf an Studierendenapartments oder andere möblierte Wohnungen auf Zeit in Dortmund ist - alleine 54.000 Studierende sind aber schon eine Hausnummer.

  • Na ja, vielleicht wollte der Auftraggeber mit dieser Studie auch erstmal nur testen wie sehr solche Umbaupläne Anklang finden und wie denn der Marktwert der Immobilie ist...


    Das muss ja noch nicht heißen, dass mit der Studie auch konkrete Umbaupläne verbunden sind. Fürs Einkaufscenter Westfalenforum wurde hier ja auch schon eine Studie aufgeführt, bei der eine Verwirklichung vorerst nicht in Sicht ist. Da die Mietverträge im RAG-Hochhaus nicht sehr bald alle auslaufen, wird es dort vorerst wohl beim Status Quo bleiben. Die städtischen Bühnen Dortmund etwa nutzen dort auch eine komplette Etage und die sanieren die nächsten Jahre ja auch erstmal ihr eigenes Haus. Ein reiner Umbau einzelner Etagen ist wegen der umfangreich zu erneuernden Haustechnik so nicht möglich, insbesondere wenn für Wohnungen ja auch zusätzliche Abflussrohre verlegt werden müssen.


    Bisher ist ein guter Teil der Studierenden täglich gependelt, ich glaube nicht, dass sich daran massenhaft was ändern wird. Appartments in der Innenstadt sind immer auch teuer, Geld was nicht jeder Student hat. Dortmund hat keine Eliteuni, bei der genügend Leute studieren wollen, bei denen Geld keine große Rolle spielt.


    Ich bin ja auch nicht grundsätzlich gegen einen Umbau des Hochhauses Hansastaße 95 (so heißt es übrigens offiziell) - der Zustand kann nur besser werden. :-) Nur bin ich halt doch deutlich skeptischer was die Art des Umbaus und einen möglichen Zeitplan angeht.

  • Skeptisch(er) hin, sekeptisch(er) her - deine Argumente überzeugen mich nicht wirklich, Kieselgur. Warum? Zunächst finde ich die Grundrisse der Hansastraße 95 nicht weiter problematisch, da das Gebäude nicht sonderlich tief ist. Zu kleine Balkone? Besser als gar keine Balkone würde ich sagen, siehe zum Beispiel Base Camp. Dass die Haustechnik in einer 50 Jahre alten Immobilie veraltet ist und dementsprechend erneuert werden muss, haut mich jetzt auch nicht unbedingt vom Hocker. Warum ich den Denkmalschutz beziehungsweise eine denkmalgerechte Sanierung ins Spiel bringe und für nicht ganz abwegig halte? Siehe zum Beispiel die Ex-West-LB. Und last but not least wurden in den vergangenen Jahren weitaus weniger prädestinierte (Büro-)Gebäude in Dortmund zu Wohnzwecken umgebaut. Der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt nämlich trotz Corona von Quartal zu Quartal zu - fast 25 Prozent Anstieg/Quadratmeter bei den Bestandswohnungen in den vergangenen 24 Monaten bringen gewiss den ein oder anderen Investor ins Grübeln.


    (Und selbstverständlich gehören einzelne Fakultäten der TU zur sogenannten Elite.)

  • Die Tiefe des Gebäudes ist ziemlich unterschiedlich. Man hat einen recht umfangreichen Kern mit vier Fahrstuhlschächten, einem Treppenhaus und innenliegenden Waschräumen für die Büros in den Gebäudeflügeln. Rundherum verläuft ein Flur. Das ist bei Nutzung als vorwiegender Wohnturm relativ viel verschwendeter Platz, sicher lassen sich die Toiletten aber als Abstellräume für mögliche Bewohner nutzen. In den Gebäudeflügeln hat man einen mittigen Flur zwischen zwei massiven, tragen Wänden, flexibel ist da also wenig an Grundriss. Von diesem Flur abgehend hat man Büros von etwa 4 Metern Tiefe.

    Da lassen sich sicher Wohnungen mit kleinem Flur mit einem Bad geradeaus und rechts/links davon Schlafzimmer und Wohnraum mit Kochbereich schaffen. Für (Studenten)appartments zur zeitweiligen Nutzung sicher ok. Dass dies jemand bei eher mäßiger Raumhöhe als Wohnung im gehobenem Bereich haben möchte, bezweifle ich, so groß ist die Wohnungsnot in Dortmund dann doch nicht.

    Sicherlich wurden auch schon andere Gebäude in Dortmund zu Wohnungen umgebaut. Diese Gebäude standen dann aber auch wegen komplettem Leerstand auf einmal zur Verfügung.

    Letzteres wird bei der Hansastraße die nächsten Jahre noch nicht der Fall sein. Obwohl komplette Etagen leer stehen, sind andere Etagen eben vermietet und die Verträge laufen noch mehrere Jahre. Ich halte die Chance, dass die vorzeitig beendet werden für recht gering. Gerade wegen der Haustechnik und bei Wohnnutzung zusätzlich zu installierenden Versorgungsleitungen, funktioniert ein Umbau zu Wohnungen nur einzelner Etagen nicht, da wären die Bestandsmieter zu sehr beeinträchtigt.

    Was den Denkmalschutz angeht: Sicherlich ist dies Gebäude recht prägnant fürs Stadtbild. Von einem so bekanntem Architekten wie beim Deilmannbau der ehemaligen West-LB wurde es aber wohl nicht erstellt, sonst stände es wohl schon längst unter Denkmalschutz. Ich denke auch die Studie von Petersen Architekten würde einen solchen erwähnen. Ohne entsprechende Lobby in der Hinsicht gehe ich nicht davon aus, dass sich das Land NRW oder die Stadt Dortmund da besonders für einen Umbau einsetzen werden, der das Erscheinungsbild möglichst erhält.


    Auch bei anderen Projekten in Dortmund hat es ja viele Jahre gedauert bis diese verwirklicht wurden - oder man wartet immer noch drauf. Insofern wird man bei diesem Gebäude wohl auch noch ein paar Jährchen warten müssen. :)

  • [...]flexibel ist da also wenig an Grundriss.

    Hm, ich zitiere einmal mehr Petersen Architekten: "Die neuen Wohneinheiten sind entlang der bestehenden Korridore, die Flexibilität des Bürolayouts spiegelt sich in der neuen Wohnungsaufteilung wider, die eine Reihe verschiedener Größen und Einheitentypen ermöglicht."


    Auch darüberhinaus bin ich in vielen Punkten nicht bei dir - aber das führt hier und jetzt zu weit.

  • Am Westenhellweg könnte es zukünftig zu einem etwas größeren Umbau kommen. Wie die RN(+) berichtet plant Art-Invest Real Estate dort die Neu-Entwicklung ihrer Gebäude. Kürzlich wurde der Standort Westenhellweg 17 übernommen und die Mieter sollen bis Ende des Jahres - zumindest für die Bauzeit - ausziehen. Das Nebengebäude Westenhellweg 11-13 (mit H&M) gehört der Firma ebenso wie das Eckgebäude Hansastr. 44/Kampstr. auf der rückwärtigen Seite inklusive Corso-Passage und offensichtlich möchte man des gesamten Komplex neu strukturieren.


    Es seinen [...] große bauliche Eingriffe in den Gebäudekomplex inklusive Corso-Passage geplant.

    Man darf durchaus gespannt sein.

  • Das klingt in der Tat sehr interessant. Für das Eckgebäude Hansastraße 44/Kampstraße wurde in den 1970er Jahren übrigens ein augenscheinlich recht gut erhaltender Vorkriegsbau abgerissen. Unfassbar. Der Neubaukomplex, zu dem auch der Westenhellweg 11-13 gehört, verfügt jedoch über eine Tiefgarage, sodass in den oberen Etagen durchaus (attraktiver) Wohnraum entstehen könnte. Einzelhandel und Gastronomie im Erd- und ersten Obergeschoss, darüber zwei, drei Etagen Büros, in den obersten Stockwerken Wohnraum und all das in Verbindung mit einer neuen Fassade - joa, warum eigentlich nicht. Und wenn wir schon bei Wünsch dir was sind: Die Deckenhöhe der Corsopassage empfand ich schon immer als störend. Vielleicht lässt sich ja auch hier etwas machen.