Sonstige Bauprojekte

  • Nachdem die Stromnetzsparte von ABB an Hitachi verkauft wurde, werden die drei Standorte von ABB in der Region umstrukturiert. In Heidelberg wird die Sparte Elektrifizierung gebündelt und in Mannheim die Antriebstechnik und Automatisierung. Der Standort in Ladenburg wird komplett aufgegeben. Damit die umgesiedelten Mitarbeiter auch Platz haben, wird bis Ende 2022 ein neues Gebäude an der Kreuzung B38/Kallstadter Straße hochgezogen.

    Eine Visualisierung findet man hier: MaMo Artikel

    Sieht für mich nach solider Architektur ohne "Highlights" aus.


    Ich glaube, dass man kann das Gebäude ganz gut mit dem Hotelneubau im Büroviertel neben dem Planetarium vergleichen (#274). Beide sind in einem architektonischen Ödland [der Hotelneubau hat zwar in seiner Nachbarschaft auch ein paar interessante Bauten (Hochhaus der Mannheimer-Versicherungen), jedoch auch besonders große städtebauliche und architektonische Sünden (KFC/Waschstraße)] und beide stehen an breiten Straßen mit großen Kreuzungen, wodurch beide an ihrem Ort eine dominante Rolle einnehmen.

    Obwohl der Hotelneubau vom Grundkonzept an sich auch nur solide Kost ist (die immer gleiche Fassade mit zwei verschiedenen Fensterarten), überzeugt er und wertet die Gegend gewaltig auf. Das ist meiner Meinung nach vor allem auf die "Highlights" zurückzuführen. Die Betonung der Kreuzung, durch die Platzierung der Technikaufbauten und der Rücksprung in der Fassade lassen das Gebäude nicht eintönig wirken.

    Im Gegensatz dazu lässt die Visualisierung des ABB-Neubaus, wenig Hoffnung auf solche "Highlights" auf der für uns wichtigen Seite hin zur B38. Keine Betonung des Gebäudes hin zur Kreuzung und das einzige "Highlight", das ich maximal erwarte, ist die kleine Fassadenveränderung die man auch auf der Visualisierung sehen kann. Ob die aber reicht, um den monotonen Bau aufzulockern, wage ich zu bezweifeln.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist zu begrüßen, dass ABB mit seiner Investition ein positives Bekenntnis zum Standort Mannheim abgibt, und auch wenn der Neubau den Ort aufwertet und dem Ort einen "Blickfang" gibt, wird dieser leider nicht so schön anzusehen sein wie andere "Blickfänger" in der Stadt (aber auch nicht so schrecklich, wie manch ein anderer). Es ist halt ein Standardkasten mit abgerundeten Ecken.

  • Beim Durchstöbern der Webseite von Schmucker & Partner habe ich zwei Projekte gefunden, von denen wir zumindest mal noch keine Visualisierungen hatten.


    Das Finanzamt in L3 soll ja bekanntlich saniert werden (#216) und laut bentzibentz hat Schmucker und Partner damals den Wettbewerb gewonnen (#219). Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir hier im Forum bisher nie deren Entwurf verlinkt, deswegen jetzt hier: Finanzamt. Das wird sich, so glaube ich, ganz gut in den Bestand einfügen.


    Das zweite Projekt auf das ich gestoßen bin, liegt gegenüber dem Uniklinikum. Zum einen soll der Altbestand links der alten Brauerei saniert werden und zum anderen, soll rechts auf einem bisherigen Parkplatz ein Neubau errichtet werden: Alte Brauerei 2.BA. Der Neubau ist wohl eine moderne Interpretation der Bauform der alten Brauerei, was sich an dieser Stelle glaube ich, ganz gut machen wird. Was ich aber viel spannender als den Neubau finde, ist die Sanierung des Altbestandes, vor allem von der Eckvilla, die im Moment durch ihren ungepflegten Zustand und der städtebaulichen Situation ziemlich trostlos ausschaut. Das haben scheinbar auch die Architekten erkannt und wollen der Villa nun durch eine "zeitgemäß interpretierte Rekonstruktion des Daches Ihre städtebauliche Markanz zurück" geben. Leider gibt es keine Visualisierung wie das Dach am Ende aussehen soll, sondern nur eine Umrandung der zukünftigen Dachkanten, aber selbst das lässt mich auf eine starke Verbesserung gegenüber dem Ist-Zustand hoffen.

  • Die Sanierung des Finanzamts ist wohl genauso dringend, wie der Auszug der Mitarbeiter aus dem technischen Rauthaus.

    Nunja, da man wohl schlichten Einheitsbrei gewohnt ist, wird man sich an die Optik des sanierten FA schnell gewöhnen. Im Deteil finde ich es nicht mal so schlecht, wirkt gar recht hochwertig.

    Man hat auch an eine helle, freundliche Fassade gedacht, was, wie Twal98 schon beschrieben hat, einen Vorteil zur Eingliederung in den Bestand bringt.


    Bezüglich der Aufarbeitung und teilweisen Rekonstruktion der "Brauhauszeile" bin ich sehr positiv gestimmt. Man nimmt tatsächlich mal ein Projekt in MA in die Hand und zieht es von vorne bis hinten ganzheitlich durch. Ein kleines Quartier wird umgewidmet und zu neuem Leben erweckt, das ist fantastisch.

    Mich freut es, dass man tatsächlich den schnöden Putz entfernt und die schöne Backsteinmauerung zum Vorschein bringen möchte. Das kleine alte Eckhaus hatte wohl im Krieg einen kleinen Dachschaden abbekommen, aber auch hier möchte man den Bezug zur Historie wieder herstellen und an die neue Zeit anknüpfen, einfach klasse.

    Mit einem Neubau wird das gesamte Essemble ergänzt und zu einer Einheit verwandelt, welche sich an dieser Stelle sehr gut machen wird.

    Hoffentlich gibt es bald mehr dieser Projekte.
    Mit dem MMT-Campus wird das ein schniekes Eck und auch das Klinikum plant wohl einige Neubauten auf deren Seite, man darf gespannt sein.


    Die Stadt Mannheim hat noch den Bebauungsplan "Alte Brauerei" herausgegeben, wenn man etwas runter scrollt sieht man genau, um welche Gebäude es sich bei der Sanierung handelt.


    Quelle: http://www.manneim.de

    https://www.mannheim.de/sites/…19-12/Begr%C3%BCndung.pdf

  • Nachdem ich das nun mal einen Tag habe sacken lassen und mir gerade noch mal angeschaut habe muss ich Twal98 und Eiskorn zustimmen, das sind schon spannende Projekte welche dem Stadtbild sicher gut tun werden. Beim Finanzamt wird das in der Tat eine massive Verbesserung zum "Ist Zustand" auch wenn ich mir an dieser markanten Stelle gegenüber vom Schloss lieber ein Gebäude gewünscht hätte das in seiner Kubatur dem Historischen Bestand direkt daneben näher kommt und kein "Flachdach Vierkant Klotz". Weis jemand was da vor dem Krieg stand, eventuell wäre ja sogar eine Historische Rekonstruktion der "Fassade (n)" eine Alternative gewesen? Erfreulich ist allerdings das man sich zumindest ein paar kleine Details an der Fensterfassade hat einfallen lassen und das es kein "Blech" wird!

    Was die "Brauhauszeile" angeht kann es ja nur besser werden! Der Neubau sieht schon mal recht vielversprechend aus. Beim Bestand vor allem der Villa am Eck darf man dann gespannt sein, bei "eine zeitgemäß interpretierte Rekonstruktion des Daches" gibt es die Wundertüte, so was kann gut gehen aber auch total in die Hose....

    Das mit dem "schniekes Eck" teile ich aber so nicht, so lange die Straße samt Gleise im jetzigen Zustand davor ist, das ist zu laut und zu unstrukturiert, da sollte man auch mal darüber nachdenken ob man das nicht verbessern könnte.

  • Hier ist noch eine Visualisierung für den ABB Neubau


    Habe ich von einer Freundin die dort arbeitet, sieht gut aus, nur das rot?

  • Es gibt ein paar neue Eindrücke vom SWR Neubau in der Schafweide.

    Nun, besser ist es nicht geworden. Die einzige Perspektive die halbwegs einen guten Eindruck hinterlässt ist die aus Richtung Heinrich-Lanz-Schule in Richtung des Neubaus.

    Was auffällt sind die Wohnhäuser die dort neu entstehen sollen. Ich frage mich ob diese tatsächlich optisch so geplant sind. Meines Erachtens nicht wirklich passend bezüglich des SWR Neubaus. Nun, jetzt erhoffe ich mir wenigstens noch einen einigermaßen guten Entwurf vom Haus der deutschen Sprache am alten Messplatz.

    Am besten die NUB noch abr... Ach... Vergessen wir das 8o


    Hier die Bilder:

    https://www.steimle-architekte…_fuer_den_swr_in_mannheim

  • In der Tat, es ist nicht besser geworden, das hast du "nett" geschrieben, da fragt man sich wo der Verantwortliche für diesen in Kontur und Kubatur völlig missratenen Entwurf Architektur studiert hat und ob er sich nicht besser in einem anderen Berufsfeld "Kreativ" austoben sollte!


    Was mich am meisten ärgert ist das wir alle mit den GEZ Zwangsgeldern diesen Bau auch noch finanzieren müssen!

  • In dem Bereich hinter dem Uniklinikum soll sich bekanntlich relativ viel verändern. Für einen besseren Überblick hier erst einmal eine Karte.


    lageskizze_mmt-campus.jpg

    Quelle: https://medtech-mannheim.de/si…lageskizze_mmt-campus.jpg


    TPMA1 ist fertiggestellt, das Cubex One ist im Bau und die Pläne für das Alte Brauerei Gelände haben wir in diesem Thread vor Kurzem schon besprochen. Vor ein paar Tagen wurde auch der Wettbewerb für den gelben Bereich entschieden, auf dem ab 2025 für rund 140 Mio. € der Campus der medizinischen Fakultät Mannheim gebaut werden soll. Gewonnen haben die Frankfurter Architekten Wörner Traxler Richter. Visualisierungen findet man hier.


    Dazu kommt noch der Plan für die neue Mitte im Uniklinikum. Was sich dort alles genau verändern soll, ist mir nicht bekannt, aber zumindest sind Pläne öffentlich, dass das Gebäude in dem sich die Apotheke befindet (ganz links oben im blauen Bereich) aufgestockt werden soll. Visualisierungen findet man hier.


    Trotz all dieser baulichen Veränderungen wird dieses Gebiet aber weiterhin "tot" sein. Jegliche Aufenthaltsqualität wird durch die Röntgenstraße und durch die bauliche Konzeption der Uniklinik zunichtegemacht. Da Träumen aber nicht verboten ist, würde ich hier gerne mal meine Wunschvorstellungen für das Gebiet aufschreiben.

    Um den größten Malus in dem Gebiet zu entfernen, müsste man die Röntgenstraße zwischen Hauptfriedhof und Friedrich-Ebert-Straße unter die Erde verlegen. Verkehrstechnisch sollte dies kein großes Problem darstellen (die Kosten und der Nutzen stehen aber natürlich in keinem Verhältnis, vor allem auch in Anbetracht der deutlich größeren Baustellen, welche die Stadt hat). Die Straßenbahn könnte oben bleiben, wobei ihr Gleisbett begrünt werden sollte. Insgesamt könnte man auf der Freifläche einen kleinen Park anlegen. Als Nächstes müsste man durch die neue Mitte versuchen, die Uniklinik in Richtung der Neubauten und dem neuen Park zu öffnen. Um schlussendlich den Nutzen zu maximieren, müsste neben dem Bestand (grünes Gebiet) und vor allem auch die Eichbaum-Brauerei von dort verschwinden. Vielleicht hätte man dieses Gebiet auch in die Buga einbeziehen können und dadurch das eher bescheidene Kosten-Nutzen-Verhältnis aufbessern können. Für solche Ideen ist es jetzt aber schon zu spät.


    Ende der Träumerei - Zurück in die Realität. Der Medizinstandort Mannheim wird durch diese Vielzahl an Projekten sicherlich stark profitieren. Der Stadt wird es aber im besten Fall, außer Arbeitsplätze und Steuereinnahmen nicht viel bringen (was ja aber auch nicht ganz unwichtige Dinge sind). Architektonisch entstehen dort sicherlich auch relativ interessante Dinge, aber städtebaulich wird die Gegend weiterhin trostlos bleiben.



    Noch eine kurze Erwähnung: In den nächsten Tagen soll der Wettbewerb für die neue Stadtbücherei auf N2 entschieden werden. Auf die Entwürfe bin ich schon mehr als gespannt.