Beiträge von Twal98

    Der Neubau auf R7 ist meiner Meinung nach ausgesprochen gut gelungen. Der Spar+Bauverein Mannheim und Stefan Forster Architekten können von mir aus gerne noch weitere Projekte in Angriff nehmen. Verantwortlich sind sie bis dato für ein weiteres Gebäude auf R7 und für den Schwarzwaldblock (beide Links führen auf Baunetz.de).


    Ich hab mal ein Bild gemacht, entschuldigt die miserable Qualität.


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    Auf L3 möchte das Studierendenwerk Mannheim einen Neubau errichten. Dafür gab es einen Wettbewerb, der von Blocher Partners gewonnen wurde. Hier finden sich die Ergebnisse auf Competitionline. Meiner Meinung nach hat der beste Entwurf gewonnen. Er fügt sich gut ein, ohne dabei belanglos zu sein.

    Vielen Dank für die Bilder Silesia!


    Ich habe vor ein paar Tagen einen Spaziergang durch das „Quartier“ gemacht und wollte hier mal meinen Senf zu den einzelnen Gebäuden und meinem Gesamteindruck abgeben. Für mich von Bedeutung ist vor allem die Wirkung der Gebäude hin zur Glücksteinallee.


    No.1: Das für mich schwächste Gebäude. Verantwortlich dafür sind die Bauherrn/Architekten und der Rahmenplan. Erstere verantworten die langweilige Fassadengestaltung, die nicht sehr hochwertige Materialwahl und die fehlende bauliche oder architektonische Trennung zwischen Sockel und Hochhaus, wodurch das Gebäude stumpenhafter als notwendig wirkt. Zweiterer beschränkte das Hochhaus auf ~50 Meter, wodurch ein Stumpen überhaupt erst entstand. Mit dieser Höhe kann das Gebäude nicht gegen seinen direkten Nachbarn, den Viktoriaturm bestehen. Ich habe keinen Blickwinkel gefunden, aus dem die Höhe funktioniert. Am schlimmsten ist es aber, wenn man auf dem Bahnhofsvorplatz steht. Während das No.1 gerade so über das Bahnhofsgebäude hervorschaut, thront daneben der Viktoriaturm. Mir ist absolut bewusst, dass ein Gebäude keine Emotionen hat, aber immer wenn ich das sehe, tut mir das No.1 irgendwie leid.


    TRM: Positiv zu erwähnen ist hier vor allem der Wille zum Abweichen aus dem Raster. Alle anderen Gebäude nutzen die erlaubte Baufläche maximal aus (abgesehen vom LIV, bei dem aber die geringere Flächennutzung den Wettbewerb entschied). Die Überhänge und die 4-Stöckigkeit hin zum Lindenhof lockern die Fassadenfront des Quartiers hin zur Glücksteinallee auf. Dadurch wirkt zudem das Hochhaus deutlich besser. Die Kosteneinsparungen in der Fassade sind mir nicht negativ aufgefallen. Was ich jedoch negativ finde, ist die farbliche Gestaltung, dies ist aber natürlich Geschmackssache.


    Quartier^4: Das Bürogebäude schaut hochwertig aus und durch die bauliche Trennung hin zum Wohnkomplex kommt das Hochhaus gut zur Geltung (wenn man es von der Glücksteinallee betrachtet). Leider ist meiner Meinung nach aber das Wohngebäude nur unterdurchschnittlich gut gelungen. Das Bürogebäude ist schon monoton in der Gestaltung, sodass ich eine auflockernde Architektur beim Wohngebäude begrüßt hätte. Wie ich mir das vorstelle, zeigt sich beim LIV.


    LIV: Das Bürogebäude ist hier wieder recht monoton. Das Wohngebäude hat aber zwei unterschiedliche Fassadengestaltungen, die eine hin zur Glücksteinallee und die andere zu den Lokschuppen. Das lockert die sehr starre Architektur in diesem Gebiet zum Glück ein bisschen auf. Die Wirkung des kleinen Platzes hin zu den sanierten Lokschuppen will ich erst bei Fertigstellung beurteilen.


    Loksite: Hier sieht man ja noch nicht viel, ich hänge mich aber mal aus dem Fenster und sage, dass auch hier wie beim No.1, das Hochhaus stumpenhaft wirken wird, wobei im Gegensatz zum No.1, die Fassade hochwertiger sein wird.


    Gesamteindruck: Jetzt, wo ein Großteil der Gebäude steht, lässt sich ein vorläufiges Fazit ziehen. Mir ist die Architektur leider zu starr und boxenhaft. Das ist mir alles schlicht zu langweilig. Ohne das TRM würde ich spätestens auf Höhe des Quartier^4 beim Gehen einschlafen. Vergleicht man mal die Hochhäuser mit denen auf dem Europaviertel in Stuttgart, so zeigt sich, dass Hochhäuser, die in einer Reihe stehen und relativ niedrig sind, nicht zwingend langweilig sein müssen. Hauptverantwortlich dafür, dass sie es in Mannheim aber sind, ist meiner Meinung nach der städtebauliche Rahmenplan. Um ein Hochhaus mit 50 Meter Höhe ansprechend in eine Blockbebauung übergehen zu lassen, bedarf es einer guten/besonderen Architektur. Man kann schlicht nicht ein 6-stöckigen Sockel nehmen und den an einer Stelle auf 50 Meter erhöhen. Das resultiert, siehe No.1, in einem unansehnlichen Stumpen. Gute/besondere Architektur kostet aber entweder Fläche (TRM) oder Geld in Form einer höherwertigen Fassade (Postquadrat). Ein Investor, der schlicht seinen Gewinn maximieren möchte, findet beides verständlicherweise doof und baut dann lieber ein No.1. Um dem vorzubeugen, hätte ich einen anderen städtebauplanerischen Ansatz verwendet. Am nächsten zu meiner Version kommt wohl die von Veauthier Architekten. Eine Bündelung „echter“ Hochhäuser um den Viktoriaturm und eine Blockbebauung auf dem restlichen Areal. Das hätte zwar nicht direkt gute Architektur gesichert (siehe Turm am Mailänder Platz in Stuttgart), aber zumindest wäre das Risiko von Stumpen kleiner gewesen und man hätte ein sichtbares Cluster an hohen Gebäuden gehabt.


    Mit dem jetzigen Ergebnis kann man zwar auch leben, aber immer wenn ich dort bin, denke ich mir, da hätte man mehr draus machen können.

    Mich hat schon immer ein bisschen gewundert, dass man trotz der Größe des Projektes nur sehr wenige Informationen dazu findet. Auch der Fortschritt wirkte für mich immer ein bisschen langsam, was sich daran bestätigt, dass der angepeilte Projektabschluss von Ende 2019 auf Ende 2021 verschoben wurde.


    Dazu kommt noch, dass laut diesem Artikel in der Immobilien-Zeitung der Vertrag mit dem Hotelbetreiber einvernehmlich aufgelöst wurde. Geplant waren 2 Hotels in dem Komplex unterzubringen. Vermutlich wurde der Vertrag aber vonseiten der Betreiber gekündigt, um jetzt bessere Konditionen – sprich einen niedrigeren Preis – auszuhandeln. Möglich war das durch die Verspätung des Projekts.


    All diese Probleme zeigen sich jetzt auch bei Eyemaxx in der Bilanz. Laut 4Investors hat SRC das Kursziel der Eyemaxx-Aktie um die Hälfte gekürzt.

    Ich will gar nicht wegdiskutieren, dass es in der Innenstadt weniger Restaurants mit europäischer Küche als beispielsweise mit türkischer gibt, aber vorhanden sind sie trotzdem. Für deutsches Essen kann man zum schwarzen Adler, zu Henningers Gutsschänke oder in Kellers Weinrestaurant, für Französisches ins Le Corange (falls man zu viel Geld auf dem Konto hat) oder zur Baguetterie Le Toulonnais, für Spanisches zum Restaurante Andalucia, für Italienisches ins von mir wärmstens empfohlene Casa della Pasta und für Griechisches ins Ellin gehen.

    Amerikanische Küche kann man in allen Qualitätsstufen bekommen und für Mexikanische hat man mehrere Restaurants zur Auswahl.

    Die asiatische Küche kann man in all ihren Ausprägungen erleben. Das geht von afghanischer Küche im Safran, über libanesischer im Café Beirut, über indochinesischer im Mémoires d'Indochine, über japanischer im Osaka, über chinesischer im Yu Xiang Yuan, über Koreanischer im Soban bis zu Indischer im Naan & Curry.


    Alles Läden, die mir gerade so eingefallen sind. Es gibt eine große Auswahl abseits von türkischen Restaurants und Restaurants mit undefinierter Fusionsküche. Das einzige, was in der Innenstadt komplett fehlt, sind Restaurants mit südamerikanischer und afrikanischer Küche (für Äthiopische gibt es zumindest das YEnat).


    Objektiv gesehen kann von Eintönigkeit nicht die Rede sein. Ich kann aber nichtsdestotrotz absolut nachvollziehen, dass, wenn du gerne in richtige Wirtshäuser gehst, du von der Auswahl in der Innenstadt nicht überzeugt bist.

    ^ Ich möchte erstens anmerken, dass trotz der Ballung von Dönerbuden und Grillrestaurants in "Klein-Istanbul" nicht von einer eintönigen Gastronomie in der Innenstadt gesprochen werden kann. Es ist eher gegenteilig. Mannheim hat eine sehr diverse Gastroszene mit Küchen aus aller Welt und auch aus Deutschland. Geschmacklich und preislich sollte da für jeden was dabei sein.

    Zweitens, eine Markthalle ist schon für das Ex-Kaufhof-Gebäude in N7 im Gespräch. Hinsichtlich der Nähe zu Engelhorn (aufgrund der gleichen Zielgruppen, wahrscheinlich ein wesentlicher Initiator einer solchen), ist die Wahrscheinlichkeit der Errichtung dort wesentlich höher als in N1.


    Ob der Bürgerentscheid von 1986 noch als Legitimation für die Stadt fungieren kann, viel Geld in ein Gebäude mit schlechtem Kosten-Nutzen Verhältnis zu investieren, darf meiner Meinung nach angezweifelt werden. Ich bin gespannt wie groß die Diskussionen werden, wenn Entscheidungen hinsichtlich der Zukunft des Gebäudes anstehen.

    Es wäre ein Segen, wenn die Vorderseite zum Paradeplatz hin schnellstens verschwinden würde. Am schlimmsten sind für mich die zwei „Dachaufbauten“. Der eine macht auf klassizistischen Tempel und der andere auf modernen Rundbogen. Vielleicht verstehe ich die überragende Symbolik darin nicht, aber was ich verstehe, sind die absolut negativen Auswirkungen dieser Aufbauten auf die Symmetrie des Hauses.


    Ich muss sagen, die Idee einer Rekonstruktion des alten Stadthauses gefällt mir. Die Chancen einer solchen schätze ich aber nahe null ein. Das die Stadt investiert, ist aufgrund der knappen Kassen äußerst unwahrscheinlich und ich kenne keinen privaten Investor, der einen dreigeschossigen Barockbau mit nutzlosem Turm finanzieren würde. Bleibt eigentlich nur die Möglichkeit einer großzügigen Spende irgendeiner Organisation oder Person. Dafür ist das Gebäude aber kulturell zu unbedeutend.


    Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung auf dem Paradeplatz zu begrüßen. Durch den Wegfall der heruntergekommenen Glasanbauten am Postgebäude im Zuge dessen Sanierung, durch den geplanten Neubau der Sparkasse (falls das noch aktuell ist) und durch den immer wahrscheinlicher werdenden Abriss des Stadthauses könnte der Platz architektonisch ein neues Gesicht bekommen. Der Trinkertreff auf dem Platz könnte durch das Café Anker einen neuen Ort bekommen und der geplante Verkehrsversuch könnte den Durchgangsverkehr substanziell verringern. Beide Projekte haben das Potenzial, die Qualität des Platzes erheblich zu erhöhen.

    Für das Ludwigs-Quartier wurden weitere Visualisierungen veröffentlicht, auf denen man jetzt auch die Fassadengestaltung sieht. Entstehen soll bis 2028/29 ein buntes, aber in der Gestaltung homogenes Quartier. Für Ludwigshafen sicherlich ein weiterer wichtiger Baustein hin zu einem attraktiveren Stadtbild und damit auch zu einem hoffentlich irgendwann besseren Image.


    https://www.sfa.de/projekte/ludwigs-quartier

    https://www.ludwigshafen.de/fi…_erschliessungsplan_5.pdf

    2 weitere Projekte in der Innenstadt:


    Das katholische Bürgerhospital (Altenheim) in E6 wird erweitert. Meiner Meinung nach ein sehr rücksichtsvoller und gelungener Entwurf.

    https://www.schmucker-partner.…-buergerhospital-e6-2021/


    Das an der Breiten Straße gelegene Eckhaus in J1 soll umgebaut und erweitert werden. Es wird zur Breiten Straße hin um 3 Stockwerke erhöht und um ein paar Meter nach vorne erweitert, damit es auf einer Höhe mit seinem Nachbarn steht. Die Erweiterung ist auf jeden Fall zu begrüßen, jedoch ist die Fassadengestaltung weder rücksichtsvoll noch gelungen. Zudem ist die Nutzung mit einem REWE-City und einem Hotel nicht gerade kreativ.

    https://www.morgenweb.de/mannh…in-j-1-_arid,1716749.html

    Vielen Dank für die Zusammenfassung, Eiskorn!


    Vollständigkeitshalber liste ich mal noch einen Link zum Gewinnerentwurf für den Campus um das Kesselhaus auf:

    https://wtr-architekten.de/pro…-heidelberg-mannheim.html


    Außerdem noch einen Link zum Entwurf für das 3. Gebäude auf dem MMT Campus, TPMA 2, das die gleiche Fassade bekommen soll wie TPMA 1 nur in anderer Kubatur:

    https://www.schmucker-partner.de/projects/tpma2-2022/

    ^ Imho hast du damit bis zu einem gewissen Punkt recht. Das beste Beispiel dafür ist für mich der Neubau an der Stiftskirche (Bilder von Silesia). Das Gebäude hat keine besondere Architektur, fügt sich aber mit dem hochwertigen Fassadenmaterial in den relativ homogenen Bestand ein und vermittelt dabei noch zwischen Stiftskirche, Eckerle und 60er-Jahre Bau. Das funktioniert aber auch nur so gut, da der Bestand schon meine ganze Aufmerksamkeit hat.


    Die Situation ist aber eine ganz andere am Ende der Königsstraße. Selbst von relativer Homogenität ist man dort weit entfernt und der Neubau wird alles andere als einen Ansatz darstellen, eine solche herzustellen. Er kann dort aber auch nicht vermittelnd wirken, egal welchen Architekturstil man verwendet.

    Eigentlich müsste sich die Stadt mal "zusammensetzten" und überlegen, was man mit diesem Gebiet machen möchte. Will man sich an irgendwas orientieren oder möchte man weiterhin ein Kuddelmuddel der Architektur?


    Im Moment macht dort jeder, was er will. Die einen bauen "modernisierte Altstadt" (Kaufhof Gelände), die nächsten kleben eine barocke (Anm. Barock ist natürlich falsch, gründerzeitliche) Fassade an einen Neubau, wo der gespielte Charme aber am Aludach aufhört, andere modernisieren mäßige 60er Architektur, ohne die größten Fehler zu verbessern und zu guter Letzt gibt es noch Bauherren, die es mit skulpturaler Architektur versuchen.


    Die Stadt hätte sich vor Jahren darüber Gedanken machen müssen. Ein guter Zeitpunkt wäre die Diskussion um den Kaufhof Überbau gewesen. Diese Diskussion war aber schneller wieder vorbei, als sie anfing. Insoweit kann ich es dem Bau, dem Bauherren und dem Architekten dann auch nicht weiter verübeln, dass er versucht, durch "egoistische" unpassende Architektur meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

    Wenn man auf dem Karlsplatz steht, funktioniert die Architektur wirklich gut. In Verbindung mit der hellbraunen Steinfassade schaut das folierte Dach meiner Meinung nach wirklich gut aus. Dazu kommt noch, dass ich bis dato nur wenige Winkel gefunden habe, aus denen die Dachlandschaft auffallend negativ unproportioniert wirkt. Am schlimmsten ist die Unproportioniertheit auf Bildern wie dem 2. im 1. Link von Wagahai. Wenn die Kamera auf Höhe der Dachlandschaft ist, schaut es schon recht komisch aus. Bei den Bildern von Silesia in #790, wird es für mich auch immer schlimmer, je näher er heranzoomt.


    Wo das folierte Dach aber überhaupt nicht funktioniert, ist in Verbindung mit der metallenen Fassade. In meinen Augen beißt sich das, vor allem am Tag. Auf den verlinkten Bildern ist es ja immer späterer Abend, da wirkt es noch relativ harmonisch. Am schlimmsten ist aber die Verbindung von Metallfassade, foliertem Dach und Louis Vuitton Eingang. Da funktioniert wirklich nichts mehr. Die weiße Umrandung ist überproportioniert und passt schlicht nicht zur metallenen Fassade, die wiederum nicht zum Dach passt (Bild). Schade, dass man bei LV scheinbar keine guten Designer hat ;).

    Ich finde den Siegerentwurf ziemlich gelungen. Mit einem hochwertigen Fassadenmaterial könnte hier möglicherweise der für mich schönste Stumpen (;)) in Mannheims Stadtgebiet entstehen. Mit der Variation im 5. Stockwerk und ganz oben wird das Hochhaus an den richtigen Stellen aufgelockert, sodass es nicht an dem Monotonieproblem leidet wie der Entwurf von AV1 Architekten.


    Der einzige Kritikpunkt, den ich sehe, ist die schwache Variation zwischen Hochhaus und Anbau. Dadurch könnte das Gebäude an demselben Problem leiden wie das No.1 im Glückstein Quartier. Der lange Anbau sorgt dort dafür, dass das Hochhaus stumpenhafter wirkt als notwendig, verglichen mit dem TRM und dem Quartier^4.

    Der Entwurf geht darauf aber ein. Das Hochhaus ist vom Anbau architektonisch ein wenig getrennt, wodurch nicht alles in einem aufgeht und man nicht weiß, wo was anfängt und wo was aufhört. Außerdem ist die Fassade des Anbaus in weiten Teilen dunkelbraun, während das Hochhaus hellbraun ist. Ich hoffe mal, dass die Maßnahmen ausreichen, um ein zweites No.1 zu verhindern.


    Sehr interessant finde ich noch die Entwürfe von Albert Speer + Partner, wobei dort das Hochhaus für den Entwurf womöglich zu niedrig ist und den zweitplatzierten Entwurf von Fischer Architekten, wobei ich da nur die Verdrehung im Hochhaus spannend finde.

    Um wieder zurück zu der Architektur zu kommen, gebe ich hier mal meinen Senf zu dem Gebäude. Wir hatten den Entwurf schon mal vor einer Weile im Forum, damals fand ich ihn einfach nur grässlich. Das hat sich jetzt auf den zweiten Blick etwas geändert. Ich bin zwar immer noch nicht komplett überzeugt, kann mich mit ihm aber zumindest ein bisschen anfreunden.


    Das negative zuerst: Die runden Formen im Erdgeschoss stören mich unheimlich. Sie passen schlicht nicht zu einem Gebäude, das sonst nur Ecken kennt. Der Architekt hat auf seiner Webseite eine Visualisierung einer wahrscheinlich früheren Version, wo das Erdgeschoss eine reine Glasfront hat, ohne abgerundete Träger. Das schaut für mich deutlich stimmiger aus.


    Positiv finde ich die farbliche Anpassung an den orangenen Nachbarn. Das ist für das Architekturbüro Ludwig nicht selbstverständlich, sonst gestaltet es eigentlich nur weiß-schwarze Häuser. Positiv ist die Schließung der Baulücke hin zum anderen Nachbarn und positiv finde ich auch den Versuch, gestalterisch aus der Norm auszubrechen.


    Am Ende wird es aber, so glaube ich, an dem Zusammenspiel der verwendeten Materialien liegen, ob Stuttgart ein spannendes neues Gebäude bekommt oder einen weiteren Reinfall. Das kann man aber erst sagen, wenn man davor steht. Ich bin also auf jeden Fall gespannt, wie es mir in der Realität gefallen wird.

    Gute Nachrichten bzgl. des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes in N7: D&S haben mit der Eigentümerin einen Kaufvertrag geschlossen, der Ende des Jahres gültig wird, sollte die Signa Gruppe nicht ihr Vorkaufsrecht geltend machen.

    Was genau D&S mit dem Gebäude vor hat, ist nicht bekannt, aber sehr wahrscheinlich wird das Gebäude eine Mischnutzung erhalten. Das heißt, in den unteren Geschossen Einzelhandel (spekuliert wird über eine Markthalle) und in den Oberen Büros und Wohnungen. Das bedeutet, dass mindestens die Fassade neu gestaltet werden muss. Genaueres wird D&S wohl erst veröffentlichen, wenn sie das Gebäude auch wirklich besitzen.

    Mit D&S hat man aber auf jeden Fall jemanden, der dort zügig Fakten schaffen wird.

    Quelle: MaMo


    Noch kurz zu einer Nachricht, über die ich vor Kurzem gestolpert bin: Die Pläne für den Hotelneubau in T1 wurde etwas nach hinten geschoben. Die Eröffnung soll jetzt nicht mehr 2021, sondern rechtzeitig zur BUGA im Frühjahr 2023 sein.

    Immerhin nicht komplett abgesagt.

    Quelle: MaMo

    Für das restliche Areal auf der Schafweide wurden die Wettbewerbsergebnisse veröffentlicht. Gewonnen hat Brutschin Wohnbau mit einem Entwurf von Steinhoff/Haehnel Architekten.


    Ganz nett ist, dass alle eingereichten Entwürfe hier veröffentlicht wurden.


    Drei Dinge sind mir beim Durchsehen der Entwürfe aufgefallen:


    1. Die Ausschreibung hat den Investoren und Architekten scheinbar große Freiheiten gelassen. Das zeigt sich in der Vielfalt der Konzepte, die von einem 65m Hochhaus bis zu kleinteiligem Blockrand gehen.


    2. Unter den Entwürfen sind ein paar ganz Interessante dabei, aber ich habe jetzt auf die Schnelle keinen gesehen, der besonders positiv heraussticht, wobei man natürlich sagen muss, dass es unglaublich schwer ist, für diesen Standort ein Gebäude zu entwickeln, das von allen Seiten funktioniert. Der Siegerentwurf schafft das meiner Meinung nach noch mit am besten.


    3. Viele Entwürfe scheitern in der Einbeziehung des geplanten SWR-Gebäudes. Dieses Gebäude funktioniert einfach absolut nicht. Es ist zu niedrig, um als Solitär hervorzustechen, aber zu hoch, um sich einfach in die restliche Bebauung einzufügen. Dazu kommt noch das die Architektur trotz (vlt. auch wegen) ihrer Einfallslosigkeit, mit keinem der Entwürfe für die restliche Bebauung harmoniert. Es wäre wohl besser gewesen, wenn das Gebäude Teil der Konzeptausschreibung gewesen wäre. Dann wäre das Gelände aus der Feder eines Architekten und die Gebäude hätten aufeinander abgestimmt gewesen sein können.