Chinatown in Oranienburg

  • Chinatown in Oranienburg

    Ein Investor plant anscheinend eine historisch anhauchende Chinatown in Oranienburg auf einem alten Militärflugplatz zu bauen.
    Da in Oranienburg und somit in etwa 25 km nordwestlich von Berlin waere es immerhin von Berlin aus in S-Bahn Schlagdistanz. Allerdings kann ich mir grad nicht so vorstellen, dass es zB fuer Chinesen so attraktiv waere in Oranienburg zu leben und man will ja v.a. auch viele chinesische Einwohner bekommen.


    Location:
    http://www.cip.physik.uni-muen…13.219299&scale=13&type=k


    Quelle:
    http://www.welt.de/wirtschaft/…uer_fuer_Brandenburg.html

  • Nun, in Japan gibt es ja auch nachgebaute niederländische Dörfer, warum sollte es kein chinesisches Dorf samt chinseischer Mauer in Dland geben dürfen ;)
    Mit der Attraktivität für Chinesen - da mache ich mir keine großen Sorgen. Wenn das Konzept insgesamt stimmig ist, werden sich die i.d.R. sehr flexiblen und experimentierfreudigen Auswanderer dafür meine ich schon interessieren.


    Ich sehe aber schon die Bild-Schlagzeilen von morgen:


    "Chinesen-Getto geplant" bzw. "Disneyland auf Chinesisch - die Mauer kommt wieder"

  • Ich wurde -leider- mal dazu genoetigt ins ハウステンボス bei Nagasaki zu gehen. Zum Teil interessant, was man in Japan aus dem Thema "Niederlande" macht, aber ansonsten recht sinnlos, da es auch nur eine Phantasiewelt ist.


    Das Projekt hier soll ja immerhin anscheinend bis zu 2000 (!) Chinesen Wohnungen bieten und waere somit immerhin eine echte Chinatown. (Ist es per Gleichstellungsgesetz ueberhaupt erlaubt, Wohnungen nur an Chinesen zu vermieten ;)? )


    Echte Chinatowns sind Tourismusmagneten, auch ohne den ganzen disneyartigen Firlefanz. Imho wuerde ich viel lieber eine echte Chinatown hier sehen, als den Versuch einen Disneyverschnitt zu machen.

  • Und drüber schwebt der Cargolifter...


    Kommt auf das Konzept an, eine echte Chinatown wird sich da kaum entwickeln, es sein denn man stellt en gros vietnamesische Komparsen an, aber selbst dann dürfte sich der Tourismuswert in Grenzen halten, wenn das allerdings nur eine Eigenheimsiedlung für Berliner Pendler mit etwas Chinakitsch werden soll, dann könnte es sogar gut gehen.

  • Was ist an Ghettoisierung eigentlich so begrüßenswert, dass man das hier in Deutschland braucht? Bemerkenswert, wie es die USA und andere Länder geschafft haben, aus ihren Sozialen Missständen Profit zu schlagen. :nono:


    Im Prinzip finde ich das Projekt ganz nett, in solch peripherer Lage wird das mit dem Tourismus allerdings nichts werden.

  • Das ist ja der witz, hier versucht man ein innerstädtischs Ghetto im Speckgürtel zu realisieren, zumal selbst das mit dem S-Bahnanschluss Quatsch ist, zum Bahnhof sind es Luftlinie geschätzte 3km zum guten Teil durch Oranienburger Plattenbauten, oder besser "Eastgermantown".

  • LugPaj
    Das Huis ten Bosch (leider nur auf NL, bei "Replicas" aufgeführt die Nachbauten bei Nagasaki) war natürlich ein Kind der Bubble Ära, da wusste man nicht, wohin mit dem vielen schönen Geld. Laut wiki soll der Bau insgesamt 2,5 Mrd. USD verschlungen haben.


    Ist es per Gleichstellungsgesetz ueberhaupt erlaubt, Wohnungen nur an Chinesen zu vermieten?
    Durchaus schwierige Frage, §19 AGG. Abs. 3 und Abs.5 lesen, da hat man sich offenbar einige seltsame Hintertürchen offen gehalten...Aber laut Deinem Link sollen die Wohnungen ja jedem Interessierten offen stehen ;)


    Imho wuerde ich viel lieber eine echte Chinatown hier sehen, als den Versuch einen Disneyverschnitt zu machen.
    Wem sagst Du das. Ich denke aber, aufs Konzept kommt es an. Dieses muss aber, neben den sonstigen wichtigen Fragen wie Solidität der Finanzierung, auch bei der Bevölkerung ankommen. Da habe ich Zweifel.

  • Es wäre sicher attraktiver für alle Beteiligten, wenn man so ein Projekt innerstädtisch, z.B. auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof, planen würde.

  • Ich faende es klasse, eine richtige Chinatown zu haben, so ein bisschen wie Kreuzberg von tuerkischen Einwanderern bewohnt ist. Mein Vorschlag ist die Brachflaeche zwischen Ostbahnhof und East-side Mauer, um die neue Anschuetz Arena herum, da gibt es doch glaube ich noch viel Land (und eine Mauer steht auch schon da).


    Uebrigens habe ich neulich mal gelesen, dass glaube ich Gerkan und Partner in China eine Art 'europaeische / deutsche' Stadt bauen. Warum also nicht auch das Umgekehrte bei uns. Man sollte es aber authentisch machen, als richtiges Stadtviertel, nicht als Mueum oder Park. In Zeiten von billigen Langstreckenfluegen hat sich meiner Ansicht nach sowas ueberholt.

  • In einer Muenchner Umlandgemeinde will ein Investor angebliche eine "Europaeische Stadt" bauen, mit Vierteln in den Baustilen von verschiedenen Laendern.


    Eine Chinatown innerhalb der Stadtgrenzen von Berlin faende ich viel viel realistischer.

  • Zwar schon von Ende Oktober 2007, aber trotzdem noch eine Erwähnung wert - 2 Artikel bezüglich der Oranienburger Chinatown aus der taz.


    Diese verheißen nichts gutes. So scheint aus dem geplanten 'asiatischen Ghetto' im Berliner Umland nichts zu werden, es fehlen die Investoren.
    Auch die Chinesen aus Berlin sind wenig begeistert - sie möchten (verständlicherweise) lieber in der multikulturellen Großstadt wohnen als in einem kitschigen Ghetto außerhalb Berlins.


    Artikel 1 (29.10.2007): Kaum einer will ins Asia-Ghetto


    Artikel 2 (30.10.2007): Chinesische Mauer wackelt



    Was meint ihr, wär's schade drum? Könnte eine 'authentische' Chinatown direkt in Berlin eine Alternative darstellen?

  • So eine hirnrissige Idee, eine künstliche Chinatown in einem Kaff in Brandenburg aufzuziehen. So ein Vorhaben konterkariert die Hintergründe der Chinatowns beispielsweise in Amerika. Außerdem halte ich es für perfide und ethisch mehr als bedenklich, ein chinesisches Ghetto für touristische Zwecke zu errichten. Schon in der Weimarer Republik holte man Schwarzafrikaner in deutsche Zoos, wo sie - zur Belustigung der Besucher - in nachgebauten Eingeborenensiedlungen lebten. Ekelerregend.

  • Cowboy :
    Außerhalb Berlins fehlt in der Tat der Respekt für so ein Vorhaben. Ich weiß allerdings diesmal nicht ob du so Recht hast und man die perfiden Menschenschauen mit einer Chinatown vergleichen kann. Ein Ghetto ist etwas anderes. Da könnte auch jeder Bayer beleidigt sein der für Touristen die Lederhosengaudi mit seiner Blaskapelle macht. Ist ehrlichgesagt auch lächerlich... dient aber schlichtweg der Unterhaltung von Touristen. Man sollte niemand zu etwas zwingen! Berlin hat Potenzial. So originell ist eine Chinatown aber irgendwie nicht... schadet aber auch nicht, wenn du das mit den US-Chinatowns meinst.

  • Finde die Idee auch für den Eimer. Wenn schon Chinatown, dann bitte in der Hauptstadt als nett aufgemachtes kleines Viertel, vielleicht in Kreuzberg oder im Wedding (würde Tanne sicher gefallen ;) - die farblose Gegend braucht sowas). Eben nach dem Vorbild aus Übersee.


    Stehen aber glücklicherweise auch bei der Märkischen Allgemeinen alle Ampeln auf Rot:


    Vom 2.1.2008: Oranienburgs Chinatown läuft die Zeit davon - Konkrete Finanzierungszusagen aus Fernost fehlen bisher / 500-Millionen-Euro-Projekt könnte auch scheitern


    Vom 5.1.2008: Chinatown nicht um jeden Preis (Interview Bürgermeister)


    Und noch was vom 6.2.2008: Chinatown nicht im Plan - Zweifel am Grossprojekt



    Anscheinend wird das Vorhaben aber weiterhin in Fernost vermarktet. Wenn sich ein Großinvestor findet, werden wohl die Bagger anrollen. Ehrlich gesagt, kann ich das nicht genau beurteilen - würde so ein Projekt der Kleinstadt eher schaden oder nutzen?


    Die Idee ist meines Erachtens nach aber schon irgendwie... Bedenklich.