• Dinkelsbühl

    Nicht weit weg von Rothenburg ob der Tauber und ebenfalls ganz zauberhaft ist das in der fränkischen Provinz gelegene Städtchen Dinkelsbühl.

    Die Altstadt ist soweit ich weiß komplett erhalten; es gab keine Zerstörungen in den Weltkriegen und bereits Anfang des 19. Jahrhunderts gab es eine Art Denkmalschutz für die Stadt; der bayerische König hat damals jede Art von Veränderungen an der Stadtmauer und den zahlreichen Türmen der Stadt untersagt.

    Hier ein paar Fotos von nem abendlichen Ausflug dahin. Das Wetter hat mir am Anfang etwas Kopfzerbrechen bereitet - ein paar Kilometer vor Dinkelsbühl hat es geschüttet wie aus Kübeln - aber im Endeffekt ist es im Ort selbst trocken geblieben und der mal mehr, mal weniger dunkle Himmel hat auf einigen Fotos sogar für ne richtig spannende Stimmung gesorgt. :)

  • Iiih, gar keine Glaskisten, Hochhäuser und spannenden Kontraste. Ist die Erhaltung solcher Architektur im 21. Jahrhundert denn noch ehrlich? :P

    Im ernst: Danke für die schöne Fotoserie, der Ort war mir bisher kein Begriff und empfiehlt sich bei einem fest geplanten Besuch in Rothenburg.

  • Sehr schöne Eindrücke!

    Aber jetzt mal ehrlich, was soll man über die Farbvorgaben (oder ist das Zufall, dass je Straßenzug jedes Haus einen anderen Ton aus der gleichen Farbfamilie tragen muss?) und die identische Typografie der Gewerbebeschriftungen denken? Das erinnert mich nun wirklich an Erich und Co. :mad: Sorry. Oder gibt's dafür irgend einen geschichtlich determinierten Hintergrund?

  • Ja, schöne Bilder. Für die Festlegung der Farben wird es eine Gestaltungssatzung geben, das kenne ich aus einer anderen Kleinstadt mit viel historischer Bausubstanz. Bei einer Renovierung hat der Hausbesitzer de facto keine freie Farbwahl, andere Farben sind meist nicht verhandelbar. Sollte für die Beschriftung von Läden tatsächlich sogar eine einheitliche Typografie, Größe und Farbe per Satzung festgelegt sein, würde damit allerdings deutlich übers Ziel hinaus geschossen. Das sieht auf dem letzten Bild vor allem deshalb doch sehr nach Butziland aus, da gebe ich AeG Recht.

  • Wenn man ganz genau hinschaut, findet man die Typografie auch auf den anderen Bildern. Farblich variiert sie allerdings. Gestaltungssatzung = was der Bürgermeister und seine Frau schön finden. ;)

  • Ob die vorgeschriebene Typografie und Größe auch gilt, wenn dort ein Sexshop oder ein einschlägiges Etablissement eröffnet? :D

  • ^ Da kannste mal von ausgehen. ;)

    Auf jeden Fall gibt es tatsächlich keine "normalen" Beschriftungen oder Schilder in der Stadt...also auch Ketten wie Ihr Platz haben keine Chance auf auffällige Werbung sondern müssen sich auf die unaufdringliche Beschriftung auf der Hauswand beschränken. Sorgt auf jeden Fall für ein sehr harmonisches Stadtbild, wie aus dem Bilderbuch.

    Ich persönlich finde es übrigens auch immer faszinierend wie stark sich die mittelalterlichen Städte in den verschiedenen Regionen Deutschlands unterscheiden...wenn ich da an unser Nachbarstädtchen Freudenberg denke..(http://deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=1753) ..ebenfalls ohne Bausünden und im Zustand des 17. Jahrhunderts, aber komplett anderer Stil. War wahrscheinlich auch nicht so reich wie Dinkelsbühl.

  • Den Bericht habe ich auch gesehen, war sehr unterhaltsam! Ob da alles der Wahrheit entsprach, naja. Chinesen hab ich an dem Abend in Dinkelsbühl aber schon gesehen...ob die aber auch ne Urkunde vom Bürgermeister gekriegt haben weiß ich nicht. ;)

    Ob Dinkelsbühl ein Magnet so wie Rothenburg ist kann ich nicht sagen. Die Stadt lebt sicherlich vom Tourismus, aber ob der so ausgeprägt ist wie in Rothenburg? Rothenburg ist ja quasi der Inbegriff einer mittelalterlichen Stadt überhaupt und auf jeden Fall bekannter als Dinkelsbühl.