Multifunktionsarena am Stadion

  • Generell stimme ich zu: die Situation ist peinlich, gerade die Verschlammung.

    Was Oktagon angeht bin ich mir allerdings nicht so sicher. RMV / Stadt / Behörden werden sich die Infos zu den Menschenströmen ja nicht selbst zusammenreimen, das muss vom Veranstalter kommen, bzw. von der Stadiongesellschaft. Da man mit einer VA wie Oktagon in dieser Größenordnung bisher keine Erfahrung hatte, kann ich mir vorstellen, dass das einfach falsch eingeschätzt und kommuniziert wurde. Bei 60K Besucher führt dass dann schnell zu einer schwierigen Situation.

    Es sei an dieser Stelle auch an das Böse Onkelz-Konzert im Waldstadion 2022 erinnert. Da sind zwei Menschen beim Abtransfer über die Gleise gelaufen, vom Zug erfasst worden und gestorben.

  • Nun ja, sooooo selten oder neu sind Großveranstaltungen in der Arena und auf dem Gelände jetzt aber auch nicht. 2023 hatte der World Club Dome dort einen Besucherrekord mit 200.000 Besuchern in drei Tagen. Und in diesem Jahr waren es laut Veranstalter auch wieder um die 180.000 Besucher während des Events. Der Freitag ist quasi Anreise-Tag und meistens mit etwa 25.000-30.000 Besuchern etwas geringer ausgalastet, dann blieben also bei den übrigen beiden Tagen jeweils ca. 75.000-85.000 Gäste die auf dem Gelände sind. Das Event gibt es jetzt ja schon ein paar Jahre, man sollte also genügend Erfahrung mit dem ganzen Thema haben.

    Und obwohl das Handling der Massen auf dem Gelände stets recht gut funktioniert, ist die An- und Abreise immer eher suboptimal. Letztes Jahr wurde genau in diesem Zeitraum an den Gleisen der S-Bahn umgebaut und es gab dadurch exakt an diesem Wochenende weniger statt mehr Züge. Wo da der Fehler in der Kommunikation liegt kann ich leider nicht sagen, aber das Event steht jeweils ein Jahr im Voraus fest und die Dimensionen sind bekannt. Warum man es nach über 10 Jahren (die Hälfte davon mit über 150.000 Besuchern), aber immer noch nicht hinbekommt Taktungen anzupassen oder Bahnen entspechend zu verlängern, ist mir in der Tat schleierhaft.

    Sidenote: Schlechte Verkehrsanbindungen sollten natürlich trotzdem nie ein Grund sein über Gleise zu laufen – das fällt meines Erachtens schon eher unter die Kategorie Darwin-Award.

    Einmal editiert, zuletzt von sweet_meat (1. Dezember 2024 um 00:37)

  • Der Knoten Sportfeld ist einer der zentralen Knoten im deutschen Eisenbahnnetz dessen Sperrungen mit deutlich längerem Vorlauf als manche Veranstaltung geplant werden. Des Weiteren kann auch nicht auf jede Veranstaltung Rücksicht genommen werden. Gerade Pfingsten oder Ostern sind gefragte Bauzeiträume.

    Daneben muss der Zusatzverkehr vom Veranstalter beim RMV angemeldet werden, da der RMV die Auslastung der Veranstaltung sowie die geplanten Abläufe nicht kennt. So war bei der EM 2024 ein deutlich höherer ÖPNV angemeldet worden als es bei der Eintracht der Fall ist, daher wurde auch eine deutlich höhere Kapazität bereitgestellt. Ich habe die genauen Zahlen nicht mehr im Kopf, meine aber der ÖPNV Anteil lag bei der EM zwischen 40 und 60% wohin er bei der Eintracht zwischen 20% und 30% liegt, suche aber die genauen Zahlen nochmal raus.

  • Wie gesagt: was Oktagon angeht würde ich so schnell niemandem einen Vorwurf machen. Ein einmaliges Ereignis: man hatte keine Erfahrung mit dem Verhalten / Anreiseverhalten / Abreiseverhalten der Besucher (das sich stark von dem von Fussballfans oder Konzertbesuchern unterscheiden dürfte), es war auch nicht klar wie lange es gehen würde (die Länge von MMA-Fights ist nicht so leicht vorherbestimmbar) ...

    Ich sehe das generelle Problem bei der Veranstaltungslogistik im Waldstadion auch nicht in der Organisation sondern klar in der Infrastruktur. Deren Qualität passt nicht zu Frankfurt und angesichts der umfangreichen Nutzung würde es sich auch lohnen hier ein paar Milliönchen zu investieren.

  • Lange nichts gehört von diesem Vorhaben. Heute gab die Stadt mal wieder eine Pressemitteilung heraus:

    Ausschreibung der Projektsteuerung für die Multifunktionsarena gestartet

    Die Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen hat die Ausschreibung für die Projektsteuerung der geplanten Multifunktionsarena auf dem Areal P9 veröffentlicht. Die Ausschreibung erfolgt auf Basis des Grundsatzbeschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 27. Februar, mit dem das Projekt offiziell auf den Weg gebracht wurde. Durch die Vergabe der Gesamt-Projektsteuerung wird ein zentraler Schritt zur konkreten Umsetzung eingeleitet. Die beauftragte Projektsteuerung soll das komplexe Großprojekt künftig in allen Phasen koordinierend begleiten und die Interessen von Stadt und Projektgesellschaft wirksam vertreten.

    „Wir sehen, dass es mit der Multifunktionsarena vorangeht. Die Ausschreibung ist ein weiterer Schritt für ein Projekt, das den Sport und die ganze Stadt Frankfurt enorm voranbringen wird“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef, Sportdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender der Sportpark-Gesellschaft.

    Die Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen (SSF) ist eine hundertprozentige Beteiligungsgesellschaft der Stadt. Als Besitzgesellschaft des Stadions im Deutsche Bank Park koordiniert sie das Technische Gebäudemanagement und trägt die Verantwortung für die PSD-Bank Arena am Bornheimer Hang.
  • Das Ausschreibungsverfahren aus dem Vorbeitrag gelangte zu einem Ergebnis. Zu welchem, steht in einer PM der Stadt von heute Nachmittag:

    Projektsteuerung für Multifunktionsarena am Stadion vergeben
    Proprojekt und IFS koordinieren Großprojekt auf Stadiongelände

    Die Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH (SSF) hat die Projektsteuerung für den Bau der neuen Multifunktionsarena auf dem Stadiongelände vergeben. Den Zuschlag im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens erhielt eine Bietergemeinschaft aus Proprojekt Planungsmanagement & Projektberatung GmbH und IFS Institut für Sportstättenberatung GmbH, das künftig die Gesamtkoordination und Steuerung des Großprojekts verantwortet.

    Das beauftragte Team wird die SSF in allen Fragen der Termin-, Kosten- und Qualitätssteuerung sowie bei der Koordination der Planungs- und Bauprozesse unterstützen. Ziel ist eine effiziente und transparente Projektabwicklung, um die Arena termingerecht, nachhaltig und wirtschaftlich umzusetzen.

    „Mit der Vergabe der Projektsteuerung an zwei erfahrene und anerkannte Partner schaffen wir die organisatorischen Voraussetzungen für eine professionelle Umsetzung der nächsten Projektphasen“, erklärte Oberbürgermeister und Sportdezernent Mike Josef. „Proprojekt und IFS verfügen über ausgewiesene Expertise im Management komplexer Großprojekte und werden wesentlich dazu beitragen, dieses für Frankfurt und die Region bedeutende Vorhaben erfolgreich voranzutreiben.“

    Die neue Multifunktionsarena soll in direkter Nachbarschaft des bestehenden Stadions entstehen und künftig als moderne Veranstaltungsstätte für Sport, Konzerte und weitere Großevents dienen. Insbesondere für die Teams Frankfurt Skyliners und Löwen Frankfurt ergeben sich mit der künftigen Heimspielstätte neue Entwicklungspotentiale. Das Projekt stärkt zudem die Position Frankfurts als Sport- und Kulturstandort und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Frankfurter Sportstättenlandschaft.

    Die Vergabe erfolgte im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens, das juristisch durch die Kanzlei FPS Rechtsanwälte begleitet wurde.
  • Ein Schritt weiter, behäbig, von der Stadt euphemistisch als Meilenstein betitelt. Die Generalplanungsleistungen wurden ausgeschrieben. Heutige PM:

    Neuer Meilenstein für die geplante Multifunktionsarena erreicht

    ffm. Die Sportpark Stadion GmbH (SSF) hat die europaweite Ausschreibung für die Generalplanungsleistungen für die geplante Multifunktionsarena neben dem Frankfurter Stadion gestartet. Damit erreicht das Projekt einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung einer modernen Veranstaltungsstätte für Sport, Kultur und Entertainment in Frankfurt.

    Mit der Ausschreibung werden Planungsleistungen für die Grundlagenermittlung und Vorplanung vergeben. Ziel ist es, die konzeptionellen und funktionalen Grundlagen für das Projekt zu erarbeiten und eine belastbare Entscheidungsbasis für die weiteren Schritte zu schaffen. Die Vergabe ist für Juli 2026 vorgesehen.

    Die geplante Arena soll insbesondere auch den professionellen Hallensport in Frankfurt nachhaltig stärken. Für die Skyliners und die Löwen Frankfurt eröffnet die neue Spielstätte langfristige Perspektiven im Hinblick auf Infrastruktur, Vermarktung, Zuschauerkomfort und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig schafft sie flexible Nutzungsmöglichkeiten für weitere Sport- und Kulturveranstaltungen auf nationalem und internationalem Niveau.

    „Mit der Veröffentlichung der Ausschreibung gehen wir den nächsten konsequenten Schritt für die Zukunft des Sport- und Kulturstandorts Frankfurt. Die Multifunktionsarena wird ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung unserer Stadt sein – wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell. Wir schaffen damit einen Ort, der Menschen zusammenbringt und internationale Strahlkraft entfaltet“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef.

    Moritz Schneider, Geschäftsführer der SSF, betont: „Die Ausschreibung des Generalplaners markiert den Übergang von der strategischen Vorbereitung in die konkrete Planungsphase. Unser Anspruch ist es, eine Arena zu entwickeln, die den Anforderungen des modernen Profisports gerecht wird und gleichzeitig ein vielseitiger Veranstaltungsort für Frankfurt und die Region ist.“
  • Multifunktionsarena Frankfurt – Forderung Architekturwettbewerb des BDA.

    Zusammenfassung:

    Kurz gesagt geht es darum, dass der BDA Frankfurt die geplante Multifunktionsarena am Waldstadion für ein so wichtiges Projekt hält, dass es unbedingt einen offenen und transparenten Architekturwettbewerb nach RPW geben sollte. Die jetzige europaweite Ausschreibung von Generalplanungsleistungen schon in frühen Planungsphasen wird kritisch gesehen, weil dabei aus Sicht des BDA die grundsätzliche Diskussion über verschiedene architektonische und städtebauliche Lösungen zu kurz kommen könnte.

    Der BDA argumentiert, dass ein Wettbewerbsverfahren die Qualität sichert, verschiedene Entwürfe vergleichbar macht und durch eine unabhängige Jury die beste Lösung auswählt. Außerdem seien Wettbewerbe wichtig, um jungen Büros eine Chance zu geben, neue Ideen einzubringen. Mit dem aktuellen Vorgehen werde das erschwert. Und das passe eigentlich nicht zu Frankfurts eigenem Anspruch an Baukultur.


    Vollständiger Pressetext:

    https://www.bda-hessen.de/2026/02/multif…kturwettbewerb/

  • Was bei Wettbewerben, wie der BDA sie wünscht, für gewöhnlich herauskommt, hat man zuletzt beim Haus der Demokratie gesehen.

    Die zuständige Sportpark Stadion GmbH weist die Vorwürfe des BDA zurück, wie die Frankfurter Rundschau hier schreibt. Geschäftsführer Moritz Schneider zufolge ist es für einen Ideenwettbewerb noch zu früh. Ein Generalplaner soll zunächst die funktionalen Anforderungen klären, Größe und Nutzung der Halle etwa. Eine Entscheidung über die Gestaltung falle dabei nicht.

    Ein zusätzlicher Wettbewerb würde Zeit und Geld kosten. Schneider verweist in diesem Zusammenhang auf negative Erfahrungen bei einem ähnlichen Projekt in Wien, wo ein preisgekrönter Entwurf dann finanziell nicht umsetzbar war. Zitiert wird Schneider mit "Wir wollen jetzt noch keine bunten Bilder produzieren." Auch besteht Zeitdruck, weil die Skyliners und die Löwen schnellstmöglich eine moderne Spielstätte benötigen.

    Die Vergabe der Generalplanung ist für Juli geplant. Die Erarbeitung der Grundlagen soll bis zu anderthalb Jahre dauern. Ende 2027 soll ein "Design-Build-Wettbewerb" folgen. Dabei bewerben sich Teams, aus Architekten, Planern und Bauunternehmen, die Planung und Bau als Gesamtpaket anbieten. In dieser Phase wird sich dann der BDA einbringen können.

    Baubeginn könnte dann Ende 2028 sein.

  • Die Generalplanung wurde vergeben. Das beauftragte Büro Populous mit Hauptsitz in Kansas City, USA, hat rund 1.500 Mitarbeiter. Das Projektportfolio ist beeindruckend. Zur Vergabe eine soeben erschienene Pressemitteilung der Stadt:


    Generalplanung für Multifunktionsarena an Populous vergeben

    Mit der Vergabe an das international erfahrene Architekturbüro erreicht das Projekt die nächste Projektphase

    ffm. Die Sportpark Stadion Frankfurt Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH (SSF) treibt die Planungen für die Multifunktionsarena auf dem Parkplatz P9 am Deutsche Bank Park weiter voran. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren wurde das Büro Populous mit der Generalplanung des Projekts beauftragt. Das weltweit tätige Architekturbüro überzeugte mit einem gemeinsamen Angebot mit Büro Happold und Drees & Sommer. Damit beginnt die nächste Phase bei der Entwicklung der geplanten Arena auf dem Stadiongelände.

    „Frankfurt ist eine internationale Sport- und Veranstaltungsstadt. Die Multifunktionsarena soll diesem Anspruch gerecht werden und unseren Standort langfristig stärken. Mit Populous haben wir einen Partner gewonnen, der weltweit Erfahrung mit der Entwicklung moderner Arenen mitbringt und dieses Know-how in unser Projekt einbringen wird“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef.

    Europaweites Vergabeverfahren mit großer Resonanz

    Im Februar diesen Jahres startete der europaweite Teilnahmewettbewerb für die Generalplanung der Multifunktionsarena. Nach der gesetzlich vorgeschriebenen Bekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Union sowie in der Hessischen Ausschreibungsdatenbank bekundeten insgesamt 180 Unternehmen ihr Interesse an dem Auftrag. Unter den Bewerberinnen und Bewerbern befanden sich zahlreiche renommierte Planungsbüros aus dem In- und Ausland.

    Auf Grundlage der Vergabeverordnung wurden fünf qualifizierte Bieterinnen und Bieter ausgewählt, die zur Angebotseinreichung aufgefordert wurden. Mit der Vergabe an Populous ist das Verfahren erfolgreich abgeschlossen.

    Umfangreiche Planungsleistungen

    Die Generalplanung umfasst insbesondere die Objektplanung, die Tragwerksplanung sowie die Technische Gebäudeausrüstung der Arena. Darüber hinaus wird Populous die Weiterentwicklung der bereits 2024 erarbeiteten Machbarkeitsstudie übernehmen sowie grundlegende planungs- und bauordnungsrechtliche Fragestellungen bearbeiten.

    Die Gestaltung der späteren Architektur und Fassade ist hingegen nicht Bestandteil des aktuell vergebenen Leistungsumfangs und wird in weiteren Verfahrensschritten konkretisiert.

    „Unser Ziel ist eine Arena, die im späteren Betrieb überzeugt. Dafür braucht es von Anfang an eine Planung, die Qualität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Von der internationalen Arena-Erfahrung, die Populous mitbringt, werden wir bei der Entwicklung dieses Projekts profitieren“, erklärt Moritz Schneider, Geschäftsführer der SSF.

    „Wir sind stolz darauf, mit den Generalplanungsleistungen für das spannende P9-Arena-Projekt in Frankfurt beauftragt worden zu sein. Es entsteht eine hochmoderne Multifunktionsarena, die erstklassigen Sport und Entertainment in die Stadt bringen wird. Wir freuen uns darauf, unsere internationale Planungsexpertise einzubringen, um eine nachhaltige Arena von Weltklasse zu schaffen, die das Erlebnis für Fans und alle Besucherinnen und Besucher auf ein neues Niveau hebt“, sagt Declan Sharkey, Global Director und Senior Principal bei Populous.

    Nächste Projektphasen im Blick

    Das Planungsteam wird gemeinsam mit der SSF, der Projektsteuerung sowie den beteiligten Fachbereichen die weiteren Planungsprozesse aufnehmen und die konzeptionellen sowie technischen Grundlagen für die Umsetzung der Multifunktionsarena erarbeiten. Die Planung dient als Grundlage für die Erstellung einer funktionalen Leistungsbeschreibung. Diese wird ab Herbst 2027 die Grundlage für das Vergabeverfahren der Totalunternehmerleistung – Planen und Bauen aus einer Hand – bilden.