Straßenbau & -planung

  • Also man kann auch die Alte Weinsteige hochstrampeln. Geringere Durchschnittsgeschwindigkeit, die zumindest teilweise durch die deutlich kürzere Strecke wettgemacht wird. Was übrigens meist bei steileren Strecken der Fall ist. Und warum nicht stellenweise schieben? Aha, da kommt es auf den Zeitverlust an! Aber wie ist denn der sozusagen volkswirtschaftliche Zeitverlust, wenn bspw. 10 Autofahrer 30km/h statt 60km/h fahren und dafür 10 Radler 20km/h statt 10km/h fahren können?

    Trotz zunehmendem bzw. nicht abnehmendem Verkehr sowie Unsummen aus Autofahrers Tasche: Wieviele Straßenerweiterungsprojekte gab es denn in den letzten Jahrzehnten in der Stuttgarter Innenstadt? Keines. Dafür immer wieder Rückbau, Parkstreifenausweisung, Ampeln, Geschwindigkeitsbeschränkung, Straße zu Radweg.

    Radfahren ist schon gut und entlastet auch die Straßen. Viele kurze Autofahrten sind unnötig, aber es gibt viele Situationen, in denen es man kaum ums Auto herumkommt: Transport (Mitfahrer, Einkauf), Entfernung, Zeitdruck, Tageszeit, Wetter.

    Die Politik macht es sich (zu) einfach, indem sie meint, andere Verkehrsmittel zu Lasten des Autos entwickeln zu können (Kapazität, Kosten, Verbote, Plaketten). Richtig wäre, die anderen Verkehrsmittel attraktiver zu machen statt das Auto unattraktiver, denn bei letzterer Vorgehensweise sinkt das Gesamtwohl. Von daher bin ich grundsätzlich Befürworter von Radförderung, aber eben nicht zu Lasten des ohnehin schon über Gebühr gemolkenen Autofahrers.

    Als Argument dienen dann immer negative Auswirkungen des Automobils: Abgase, CO2, Lärm, Stadtbild. Es wird mit zusammenphantasierten Kosten behauptet, das Auto trage seine Kosten nicht. Das Gegenteil ist aber der Fall: Über die Steuern und inzwischen Maut nimmt der Staat wesentlich mehr ein als er in Straßeninfrastruktur investiert. Tatsächlich ist auch nicht zu beobachten, daß die Lebenserwartung z.B. in verkehrsreichen Städten signifikant niedriger wäre oder gar falle. Nein sie steigt. Ebenso sind per Saldo keine negativen Auswirkungen von CO2-Ausstoß festzustellen.

    Die Straßen braucht es übrigens auch ohne den individuellen Autofahrer, man denke an Lieferverkehr, Handwerker, Rettungswagen, Feuerwehr, Polizei.

    Spannend wird es, wenn Autos noch umweltfreundlicher und eines Tages elektrisch fahren. Dann sind jedenfalls die heutigen Argumente für die Hochbesteuerung entfallen. Natürlich wird sich die Politik und Anti-Autofahrerlobby Neues ausdenken. Am naheliegendsten ist einfach das Ganze als Abgabe für Straßeninfrastruktur zu erklären. Wenn es allerdings nur noch um Finanzierung der Verkehrswegefläche geht, muß spätestens dann der Radfahrer auch zahlen. Heute fordert er viel, trägt aber nichts bei. Hart ausgedrückt - betrifft auch mich - schmarotzt er auf den von den beklagten Autofahrern finanzierten Straßen. Viele Schlaglöcher müssen z.B. repariert werden, weil sie für Radler lebensgefährlich sind, hingegen für Autofahrer allenfalls unangenehm.

    Über kurz oder lang wird es daher zu einer Abgabe fürs Radfahren kommen. Heute läßt sich argumentieren 1 Radfahrer mehr ~ 1 Autofahrer weniger = weniger Abgas und Lärm. Also läßt sich gegen eine Abgabe argumentieren und sie vermeiden. Morgen (spätestens 2050) wird Radfahrer zahlen müssen. Möglicherweise schon mit dem Erwerb, ähnlich Gema. Und wenn´s wie beim Auto wird: zusätzlich streckenabhängig, schließlich ist der Radler auch irgendwie ein schlechter Mensch - verglichen mit dem ökologischen Fußgänger: Energieverschwendende Aluminiumherstellung, Bremsabrieb, rücksichtlose Radraser.

    Die Kostenrechnung fürs Rad wird dann ganz anders ausfallen, insbesondere wenn dem Staat die Mineralölsteuer schwindet. Seinen eh schon subventionierten ÖPNV wird er nicht belasten, wäre auch sinnfrei. Flugzeuge fliegen keine von Degerloch nach Stuttgart-West und den Fußgänger zu besteuern fällt selbst diesem Staat nicht ein. Obwohl ... Umwege gehen oder gar bloße Spaziergänge verbrauchen unnötige Energie und Nahrungsmittel, während in der 3. Welt Kinder verhungern. Man muß endlich global denken und handeln sowie Verantwortung für die Menschheit übernehmen anstatt so unbewußt wie egoistisch nur einen Fuß vor den anderen zu setzen!

    Einmal editiert, zuletzt von Max BGF (15. Juni 2013 um 10:47)

  • Max, also nochmal - bei den Planungen an der Weinsteige wird dem PKW-Verkehr nix ntzogen, und statt der Verkehrsmischung heute wird entmischt - ergo auch keine Radfahrerr die den Autofahrer bergauf bremsen mehr.

    Bezüglich Kosten: Strassenbau wird aus allgemeinen Steurmitteln finanziert, und Radfahrer sind auch Steuerzahler. Sie sind relativ Schlaglochresistent - den Grund dafür findest Du schon in der Beschreibung der Erfindung des Freihern von Drais. Dafür sind die Kosten für Radverkehrsanlagen sehr gering, da sie häufig zweitnutzen haben, und nur geringer Abnutzung unterliegen. Ich denke, da wäre ein Blick in die Haushaltsansätze hilfreich.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Radfahrer sind auch Steuerzahler

    Der war gut ;)

    Aber mal im ernst. Autofahrer werden in Deutschland natürlich ordentlich zur Kasse gebeten. Rechne doch mal zusammen was da im Jahr Durchschnittlich mit KFZ Steuer, Mineralölsteuer, evtl. Maut, Parkgebühren, Strafzetteln, Umweltplaketten usw. zusammenkommt. Was hat die Radfahrer Lobby dagegen zu bieten?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der war gut ;)

    Autofahrer werden in Deutschland natürlich ordentlich zur Kasse gebeten. Rechne doch mal zusammen was da im Jahr Durchschnittlich mit KFZ Steuer, Mineralölsteuer, evtl. Maut, Parkgebühren, Strafzetteln, Umweltplaketten usw. zusammenkommt.

    Rechne dochmal zusammen, was die kosten für strasseninstandhaltung, neubau, verschmutzung, gesundheitsbelastung --> kosten für die KK etc etc. sind ;-), das hat schon n grund weshalb die autofahrer zahlen. Die grösste Lobby in berlin ham sie doch eh, das is beklagen auf sehr hohem niveau.

  • @ Regent - informier diech mal über die Systematik unseres Staates - da gibt es den grossen Topf namens Haushalt der aus verschiedenen Abgaben, genannt Steuern, gespeist wird. Wobei bei Steuern eben explizit _keine_ Verbindung zwischen den Zahlern von Steuern und den Empfängern von Staatlichen Leistungen besteht.
    Es wird eben _nicht_ die Einkommenssteuer nur für die Beziehrer höherer Einkommen ausgegeben, und die Brandtweisteuer wird nicht in die Förderung des Alkoholismus investiert. Haargenau gleich sit es bei Kfz und Mineralölsteuer.

    Der Strassenbauhaushalt wird aus dem allgeemeinen Bundes- Landes und Gemeindehaushelt gespeist, ergo tragen da auch alle Zahler von Einkommens, Gewegbe- Grund oder Hundesteuer für die Bezahlung des Strassenbaus bei. Punkt.
    Grund für die Wiedereinführung der KfZ-Steuer in 1949 war eben das KfZ den öffentlichen Strassenraum deutlich mehr (einn vielfaches mehr) in Anspruch nehmen als andere Verkersmittel (Fussgänger, Radfahrer) und daher einen angemesseneren Beitrag leisten sollten.

    Ansonsten beachte auch, dass die Strassenabnutzung proportional der 4. Potenz des Gewichts ist - da müsste ein Radfahrer dann etwa ein 160.000stel eines PKW-Pesitzers an kfz-Steuer zahlen.

  • Oder nochmal anders formuliert: auf den Platz, den eine Doppeltraktion der SSB im Strassenraum beansprucht - mit Platz für 400 Fahrgästen, inkl notwendigem Abstand davor und dahinter - passen etwa die gleiche Anzahl an Fussgänger, oder etwa 48 Radfahrer, oder ganze 3,6 Autofahrer bei durchschnittlichte Kfz-benutzung.

    Enstprchend sieht es ja im Bereich der Innenstadt nach furchtbar hohem Kfz-Anteil im Verkehr aus, obwohl der da in der gleichen Grössenordnung liegt wie der Fussgängerverkeht - und nicht weit vor dem Radverkehr liegt. (Ganz überwieged ist hier der ÖV-Verkehr)

  • ^Achso, aha, darf ich annehmen das deine Konsumgüter auch mit der SSB oder dem Rad nach Stuttgart gelangen? Den Zusammenhang zwischen Infrastruktur und Wirtschaft hast du noch nicht so begriffen, oder?

  • Nachtrag warum Autofahrer bzw. LKWs soviel Zahlen müssen, wegen z.B solchen Sachen wie heute nacht. Wasserrohrbruch Hohenheimerstrasse, vorraussichtlich gesperrt bis Ende Juni. Zitat Enbw Sprecher Es könnte sein, dass der starke Verkehr auf der Hohenheimer Straße und die damit einhergehenden Erschütterungen eine Ursache sind."

    Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de

  • Es geht doch nichts über den guten alten Ochsenkarren.

    Also ich sehe jedenfalls noch immer keine sinnvolle Möglichkeit, die Weinsteige mit Radwegen zu versehen. Müssen die Hänge an einer Seite betoniert werden? Bäume fällen?

  • Update: auch in der Breitscheidstrasse Wasserrohrbruch

    Stuttgart-West: Aufgrund eines Wasserrohrbruchs in der Breitscheidstraße sperrten Polizeibeamte am Montag (17.06.2013) gegen 06.00 Uhr die Breitscheidstraße zwischen Johannes- und Silberburgstraße. Vier Autos wurden abgeschleppt.
    Das Wasser strömte bereits die Breitscheidstraße hinunter, die Asphaltdecke hatte sich aufgrund des Drucks auf zirka 50 Metern Länge verformt. Das zuständige Versorgungsunternehmen stellte das Wasser ab. Die Bauarbeiten und die Sperrung der Breitscheidstraße werden voraussichtlich noch mehrere Tage andauern.

  • Skandal! Hat die Welt jemals so etwas gesehen? CNN, Al-Jazeera und CCTV2 berichten live vom Ort der einzigartigen Megarohrbruch-Weltsensation. Antrag auf Guiness-Buch wurde soeben gestellt, Barrack Obama sitzt mit Michelle in Airforce One, Landung Johannesstrasse.

  • Da ist es mit Markieren von Radwegen natürlich auch nicht getan.

    Aber zurück zur Weinsteige: Wie wollen die Grünen Radwege schaffen ohne Fahrbahnstreichung?

  • tiefbauer
    Fahrbahnstreichung wegen Radwegen hat natürlich mit dem Thema Straßenbau- und Planung zu tun. Was ist denn heute nur mit Dir los?


    EDIT: Grüne wollen weiteren Überweg über B14 auf Höhe Oper und Staatsgalerie, Parkplätze zwischen Oper und Landtag sollen wegfallen.

    Quelle: StZ-Online

  • @ Regent - was soll der Unsinn. Es redet niemand von 100 % Radverkehr - die 1% notwendiger Lieferverkehr machen den Kohl nicht fett.

    @ Wagahai - schau Dir die Luftbilder an. Von unten her gibt es über lange Strecken rechts bergauf einen Parkstreifen, der der CDU bisher abslut heilig war, obwohl meist nur für WErbefahrzeuge gesperrt. Der soll für die Bergaufstrecke und für langsame bergabradler genutzt werden. Ungefär wo dieser Parkstreifen aufhört, fängts rechts ein bestehender separater wEg an, der bis Degerloch durchgeht. Bis auf kleinere Bauliche Ergänzungen reicht entsprechend ein PArkverbot und eine passende Beschilderung an der Weinsteige aus, um das Problem zu lösen.

  • hfrik
    Weinsteige: Du meinst Bergauf- und Abspur für Radler zusammen gefasst nebeneinander? Ich weiß nicht, ob Du die Weinsteige öfter mit dem Pkw befährst, aber das ist nur in kleinen Abschnitten überhaupt denkbar. Die Luftbilder sind hier wenig aussagekräftig. Auf der Abwaertsseite rechts ist hingegen überhaupt kein Platz, die Grundstücke grenzen zu nah an die Fahrbahn. Solange keine Fahrspuren wegfallen, ist das für mich prinzipiell in Ordnung - auch wenn ich das für kaum realisierbar halte - die Grünen legen es aber offenbar darauf an, so zumindest im Landtag - es sei denn, sie wollten nur schockieren und provozieren.