Flughafen München

  • ^^


    Mag sein, dass BER München ein paar Flugbewegungen auf nationaler Ebene abluchsen wird. Das Gesamtfluggeschäft wächst aber weiter. Zuletzt sind die Flugbewegungen am FJS gestiegen, zudem können auch Flugzeuge nicht unendlich weiter wachsen. Mit dem neuen Satelliten werden zudem noch mehr Gatekapazitäten geschaffen, genauso wie später mit der T1-Erweiterung.


    Mag sein, dass eine 3.Startbahn aktuell noch nicht unbedingt notwendig ist. Versucht man das Thema aber wie vor ein paar Jahren zu lösen, mit Bürgerentscheid und unsachlicher Argumente beider Seiten, wird natürlich die Gegnerseite gewinnen. Das ist hier schon Tradition. Sollte sie dann tatsächlich notwendig werden, wird es sicher nicht leicht sie noch durchzusetzen, teurer wird sie sowieso auch nochmal. Ähnlich sieht man es ja am Hochhausentscheid.

  • Der Flughafen lässt nichts unversucht, um die Zahl der Flugbewegungen zu erhöhen



    Was stört Dich daran ?
    Der Flughafen ist ein Wirtschaftsunternehmen und es ist im ureigensten Interesse neue Fluggesellschaften zu aquirieren.
    Wenn die Bahn eine neue Zugverbindung anbieten würde, hättst ja auch nichts dagegen.
    Jeder Hausbesitzer wird auch bestrebt sein , seine Wohnungen zu vermieten.

  • Der Flughafen lässt nichts unversucht, um die Zahl der Flugbewegungen zu erhöhen:
    Billigflieger am Münchner Flughafen - Bereit zur Landung.


    Wie bitte? Hast Du den Beitrag überhaupt gelesen?
    Lt. SZ-Beitrag sind es die Billig-Airlines selbst, die sich zunehmend für ein Engagement in MUC interessieren, trotz der hohen Preise. Der Airport plant aber weder, einen Billigflieger-Bereich einzurichten noch Rabatte bei den Gebühren zu gewähren. Die LCC müssen in MUC zu den gleichen Bedingungen operieren wie die regulären Airlines.
    Du suggerierst, es sei der Flughafen, der händeringend und um jeden Preis nach Kunden suche. In dem von Dir verlinkten Beitrag steht aber das genaue Gegenteil.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…eit-zur-landung-1.2699116

  • Du suggerierst, es sei der Flughafen, der händeringend und um jeden Preis nach Kunden suche. In dem von Dir verlinkten Beitrag steht aber das genaue Gegenteil.


    Mitnichten steht da das Gegenteil. Zitat: "Allerdings habe der Flughafen ein Problem, wie Kerkloh nicht müde wird zu betonen: Insbesondere zu Spitzenzeiten seien die Start- und Landekapazitäten ausgereizt; ohne die geplante dritte Start- und Landebahn werde es nicht gelingen, genügend zusätzliche Flugbewegungen anzubieten."


    Falls du ernsthaft glaubst, daß Ryanair, einfach mal so, komplett ohne Hintergedanken und vollkommen unabgesprochen, auf die Idee kommt mitzuteilen, dass sie doch ganz gerne nach MUC fliegen würden, dann lebst du in einer Traumwelt.


    Da "laufen noch die Gespräche". Eine Hand wäscht die andere. Der Flughafen kommt ihnen preislich auf die ein oder andere Art und Weise entgegen, dafür meldet Ryanair bedarf in MUC an, damit die Slots schön knapp werden und um den Bedarf zu schaffen, damit die 3. Bahn gebaut werden.

  • Ja, ich glaube ernsthaft, dass Ryanairs einziger Hintergedanke ein betriebswirtschaftlicher ist, bzw. eben zur neuen Strategie gehört, einen Teil des Angebots von den abgelegenen Billig-Flughäfen (Hahn, Memmingen etc.) zu den Metropolenflughäfen FRA und MUC zu verlagern. Und es ist Kerkloh's gutes Recht, bei jeder Gelegenheit auf die Notwendigkeit einer dritten Startbahn hinzuweisen, ich würde sogar sagen, genau das ist sein Job. So unterhaltsam Verschwörungstheorien sein mögen, hier passen sie einfach nicht rein.

  • Danke, iconic.
    Diese zunehmende Tendenz, hinter allem und jedem Korruption und dreckiges Handeln und dunkle Mächte zu sehen, besorgt mich. Jeder Mensch wird von einer Vielzahl unterschiedlicher Motive geleitet, auch Politiker und Wirtschaftsführer. Bei jeder Handlung grundsätzlich vom niederträchtigsten auszugehen wird damit der Realität nicht gerecht - obwohl es sicher auch Menschen gibt, auf die das zutrifft.
    Die Verschwörungstheorie ist aber auch immer noch nicht ganz durchdacht: Warum sollte das Kerkloh eigentlich machen? Im Prinzip wird ihm doch unterstellt, dass er eine 3. Startbahn will, ohne dass es dafür einen wirtschaftlichen Grund gibt. Ist die Annahme, dass er auf Macht und Prestige aus ist? Er also mit Ryanair eine für den Flughafen finanziell schädliche Absprache trifft, damit die Flugbewegungen steigen, damit die 3. Startbahn gebaut wird, damit sein Prestige steigt (was auch immer das in diesem Fall sein mag)? Oder was ist das ihm unterstellte ultimative Ziel?

  • 1.
    RyanAir will wachsen, muss damit seine Geschäftsfelder / Strategie erweitern / ändern und setzt dabei nun auch auf etablierte, große Flughäfen. Die Gründe warum sich auch Großflughäfen für Billigairlines lohnen, können dem Artikel entnommen werden.


    2.
    Für den Flughafen lohnen sich Billigairlines im Gegenzug durch die höheren Wachstumsraten, als sie die klassischen Airlines aufweisen. Diese Dynamik basiert aber zu nicht unerheblichen Teilen auf der Erweiterung deren Geschäftsfelder (auch Geschäftskunden an Großflughäfen, anstatt nur Touristen). Punkt 1 und Punkt 2 bedingen sich also gegenseitig.


    3.
    Die Slots der Startbahn sind zu Spitzenzeiten voll, das T1 dagegen hätte noch Kapazitäten. Das sind Fakten, die ein ganz rationales betriebswirtschaftliches Verhalten erfordern. Genau das macht der Flughafen hier, indem er versucht, diese voll zu bekommen. Das geht aber nur mit mehr Kapazitäten bei den Start- und Landebahnen.


    4.
    Herrn Kerkloh wird dieses Thema sicher in die Hände spielen, das ist klar. Dass er es vielleicht etwas überzeichnet, warum nicht. Unkoschere Absprachen oder Hinterhofverträge sind aber bei den Haaren herbei gezogen.
    Wie aus Punkt 1 ersichtlich wird, bleibt den Billigairlines gar nichts anderes übrig, als ihr Konzept zu erweitern, Preissenkungen seitens des Flughafens sind also genauso wenig nötig, wie RyanAir für knappe Slots, die sind de facto bereits knapp.


    5.


    Zitat SZ:
    Die Kritiker des Flughafenausbaus halten dagegen, auf lange Sicht sei eher nicht mit einem stetigen Wachstum, sondern vielmehr mit einem Rückgang des Flugverkehrs zu rechnen.


    Das halte ich für eine gefährliche Behauptung. "Auf lange Sicht" ist für ein Unternehmen kein befriedigender Zeitrahmen für Investitionen, schon gar nicht, wenn es sich um Mobilitätsvorhersagen handelt, welche so unvorhersehbar sind wie der nächste Blitzschlag. Es kann so kommen, muss aber nicht, soll der Flughafen bis dahin ewig auf "heißen Kohlen" sitzen, in der Hoffnung, das Fluggeschäft verliere irgendwann an Bedeutung und man hätte plötzlich einen Wettbewerbsvorteil aufgrund höherer Effizienz? Tja um am Ende kommt es genau anders herum, wenn es gelingt, alternative Antriebe auch für Flugzeuge zu entwickeln.


    Eine typische Glaubensfrage, wer kann schon wirklich wissen, wie die Flughafenwelt in 50 Jahren aussehen wird. Ist es bis dahin nicht besser, zu investieren, all die Vorteile mitzunehmen, sich später vielleicht entscheidende Innovationen leisten zu können (Bahnen aus recyceltem Plastik zur Stromerzeugung z.B.), als untätig herumzusitzen?

  • Naja man muss eben auch aufs Business achten. Deswegen wenn RA dort landen mag, warum nicht- Nur ich fliege immer LH. Oder vergleichbar. Deswegen, der Markt wird entscheiden.


    Aber dass dieser Flughafen keine 3.Startbahn und oder neue Terminals braucht ist offensichtlich. Der FJS kommt mir bissl wie ein ineffizienter Motor vorm der immer mehr will, und dabei massig Hubraum frei hat. Man sollte sich man an anderen Airports orientieren die ihre Kapazitätsgrenzen schon 2 3 4x überschritten haben und immer noch neue Rekorde bringen. In Muc steht doch wenn man mal ehrlich ist mit dem neuen Sat. ewig viel Kapazität einfach nur leer.



    Mfg.

  • ^


    Verschiedene Ansichten zur Notwendigkeit einer 3.Startbahn kann man haben aber bitte sachlich.


    Der FJS kommt mir bissl wie ein ineffizienter Motor vor


    Subjektive Meinungen fördern eine Diskussion nur, wenn es keine Fakten gibt, die das Gegenteil beweisen, wie es hier der Fall ist.


    http://www.sleepinginairports.…5/best-airports-world.htm
    http://www.munich-airport.de/d…jahresabschluss/index.jsp
    http://www.munich-airport.de/d…y/facts/verkehr/index.jsp
    ...


    ...massig Hubraum frei hat.


    Welche Zahlen, Kenngrößen ziehst du hier heran? Slotkapazitäten, Passagierkapazitäten der Terminals?


    Sicher spielst du hierauf an:


    Man sollte sich mal an anderen Airports orientieren die ihre Kapazitätsgrenzen schon 2 3 4x überschritten haben und immer noch neue Rekorde bringen.


    Ich will nicht vorschnell urteilen aber gehört es jetzt zur Standardstrategie eines Unternehmens seine Kapazitäten bewusst zu überziehen? Die Folgen eines solchen Handelns gehören meines Wissens zu den größten Übeln in der Produktions- bzw. Logistikplanung, besonders, wenn dies auf Dauer geschieht, was bei den üblichen Vorlaufzeiten an Planung und Umsetzung von Flughafeninfrastruktur gegeben ist.


    Der Zustand z.B. in Berlin ist alles andere als nachahmenswert, wie es auch Umfragen über die Qualität der Betreuung und die Prozessorganisation zeigen.


    In Muc steht doch wenn man mal ehrlich ist mit dem neuen Sat. ewig viel Kapazität einfach nur leer.


    Ich bitte hier ausdrücklich um einen Beleg bzw. eine fundierte Quelle (dürfte schwer werden). Ansonsten bleibt dies eine reichlich merkwürdige Bemerkung, die man so selbst von den erbittertsten Flughafengegnern nicht zu hören bekommt.

  • Danke, iconic, Jöran und MiaSanMia für die sachliche Sichtweise.


    Zur Kapazitätsdiskussion: Es gibt bei einem Flughafen nicht nur eine Kapazität, wie MiaSanMia richtig schreibt. München hat die nötigen Abfertigungskapazitäten. Der Flaschenhals sind aber die Slotkapazitäten; genauer: die Slotkapazitäten zu bestimmten Uhrzeiten, die von den Reisenden und von der Star Alliance für Umsteigeverbindungen besonders stark genutzt werden. Diese sind erschöpft. Dazu gab es vor einiger Zeit hier einmal eine sehr aufschlussreiche Grafik.


    Das ist jetzt auch keine Besonderheit eines Flughafens. Beim Belegungsgutachten für die gemeinsame Nutzung des Gasteig hat sich auch gezeigt: Freie Zeiten gibt es im Konzertsaal schon genügend, nur eben nicht zu den für die Orchester sinnvoll nutzbaren oder gar attraktiven Zeiten.


    Ryanair will in München und anderswo neue Marktsegmente erschließen.

  • Das ist doch klar wenn man aktuell 65Mio Kapazität hat, und 38 oder 40Mio Passagiere.


    Die Terminals in Muc mit 65 Kapazität reichen locker bis 90 Mio Passagiere, und dann wäre immer noch Raum. Gerade wenn man sieht wie großzügig alles in Muc gebaut ist. . Die Toiletten z.B. da gibts in T2 locker immer 15-20 Wcs in einem Raum pro Geschlecht natürlich. Wenn man "Glück" hat sieht man da einen oder zwei Hansel.
    Oder die ewig langen Gänge auf denen nicht wirklich Stau herrscht, bzw die 500 Checkin Terminals der LH in T2.


    Verglichen mit z.b Heathrow. (alt) der da schon 2000rum über 70Mio Passagiere hatte, und damals aus 50iger +60iger Bauten mit max. 40mio ursprünglicher Kapazität benannt wurde. Mit Decken an die man hochfassen konnte, weil er so eng abgemessen gebaut wurde, da muss ich wirklich lachen. Zeig mir mal ein Bild aus Muc wo nichts mehr geht, wo sich alles staut und die Terminals überquillen, die Gates keine freien Sitze mehr haben!


    Mfg.

  • Ich weiß nicht mit welcher Logik du argumentierst, schlüssig ist sie auf jeden Fall nicht:


    Die Terminals in Muc mit 65 Kapazität reichen locker bis 90 Mio Passagiere, und dann wäre immer noch Raum.


    Gehen wir mal davon aus, du hast Recht und die Terminals könnten 90 Millionen Passagiere aufnehmen. Wie lange müssten diese dann wohl am Terminal herumsitzen, bis sie ins Flugzeug können oder Warteschleifen erdulden bis sie landen können? Wie obigen Beiträgen zu entnehmen, gibt es mehrere Kapazitäten die hier zu beachten sind. Vom Planungsvorlauf ganz zu Schweigen.


    Mag sein, dass man den Airport mehr belasten kann, als die offiziellen Terminalkapazitäten das vermuten lassen. Aber nochmal: Warum sollte das erstrebenswert sein?


    Verglichen mit z.b Heathrow...


    Die ständigen LHR Vergleiche sind zwar langsam müsig, dennoch ein Vergleich:



    https://de.wikipedia.org/wiki/…don_Heathrow_Wachstum.png



    https://de.wikipedia.org/wiki/…/media/File:MUC_stats.svg


    Der entscheidende Punkt:


    Während in London die Passagierzahlen über die Jahre stiegen, hat sich die Zahl der Flugbewegungen kaum verändert.
    Die Ursache liegt in der Größe der Flugzeuge. London hat mehrere Flughäfen, LHR dient dabei vornehmlich als interkontinentales und innereuropäisches Drehkreuz. Der Anteil der Großraumflugzeuge (deren durchschnittliche Größe sich stark geändert hat) ist dabei entscheidend höher, als der in FJS, welcher national wesentlich stärker beansprucht wird.
    Daher steigt dort auch die Zahl der Flugbewegungen annähernd proportional zur Passagierzahl (siehe Grafik oben).


    Folge: Um höhere Passagierzahlen zu erreichen, bedarf es in München viel eher einer weiteren Startbahn als in London. Die Auslagerung des nationalen Flugverkehrs steht kaum zur Diskussion, genauso wenig ist zu erwarten, dass dort die Flugzeuggröße deutlich zunehmen wird, oder z.B. selbst nach Paris ein A380 eingesetzt wird.


    Wenn du also gegen eine 3.Startbahn oder Terminalerweiterungen bist, wunderbar, alles berechtigt. Aber dann doch bitte mit anständigen Argumenten und Fakten. Niedrige Decken in Heathrow oder große Toiletten in München sind nun wirklich uninteressant.

  • Also wenn Du jetzt meinst München würde eher eine 3.Startbahn benötigen als Heathrow dann mach ich meinen seit 5 Jahren kaltgestellten Spezialchampus auf. Aber ich denke Du meinst es nicht so.



    vielleicht hilft Dir mal diese Liste: https://de.wikipedia.org/wiki/…n#Passagieraufkommen_2010


    Aktuell ist der FJS sogar aus den Top 30 verdrängt worden, will aber immer nur mehr bauen, obwohl die Konkurrenz mit teils alten und überlasteten Airports immer neue Rekorde bricht. Das ist mein Punkt , mehr nicht. Und auf die Grafiken vom Aiport M selber als Quelle geb ich nicht so viel. Sicher vom ADAC gegengecheckt :D

  • Also wenn Du jetzt meinst München würde eher eine 3.Startbahn benötigen als Heathrow dann mach ich meinen seit 5 Jahren kaltgestellten Spezialchampus auf. Aber ich denke Du meinst es nicht so.


    Denkst du denn Heathrow benötigt keine 3. Bahn? Heathrow hätte diese doch schon vor langer Zeit gebaut, wenn es durchsetzbar gewesen wäre.
    Es gab ja auch wegen der Not Pläne für bis zu 50 Milliarden Pfund einen 4-Bahnen Airport in der Themse zu bauen.

  • Plan der CSU: Stadt verkauft seine Anteile am Flughafen, stopft damit das Haushaltsloch, hat damit aber kein Mitspracherecht am Flughafen mehr und kann damit den Bau der 3. Landebahn nicht mehr blockieren (AZ: http://www.abendzeitung-muench…e9-b010-a3dc8c76b17e.html)


    Diese Idee ist schon alt. Sie würde die Probleme des Startbahnbaus zwar schnell lösen, aber die SPD sträubt sich (noch) dagegen.