Deutschlands Einkaufstraßen

  • Sicherlich weder die lebendigste, noch die schönste deutsche Einkaufsstraße/Fußgängerzone, aber die steilste: Die Kölner Straße in Siegen.

    http://www.flickr.com/photos/neveragain2006/422178631/

    Die Arkaden an dieser und anderer Stelle sind übrigens nicht "historisch", sondern eine schöne Idee aus den Zeiten des Wiederaufbaus Anfang der 1950er.

    Weil die Kölner Straße so steil ist fährt übrigens seit einiger Zeit dieser Geselle da hoch:

    http://www.busundbahn.net/fotogalerie/hb…chlusswende.jpg

    http://fotoalbum.wdr.de/details.php?im…d=6e170862a0668

  • PM Brockhoff & Partner, 27.11.08:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Einzelhandelsimmobilien: Die Kleinen haben es schwer

    In den deutschen Innenstädten suchen die Filialisten nach wie vor nach Ladenlokalen – an kleinen Läden haben sie allerdings kaum noch Interesse. In den 70er und 80er Jahren war für viele Immobilien-Besitzer in den Innenstädten die Kalkulation ganz einfach: Durch das Aufteilen eines großen Ladenlokals in mehrere kleine waren höhere Quadratmeter-Mieten zu erzielen. Wie überall im Immobilien-Bereich galt auch bei den Einzelhandelsimmobilien, dass kleine Objekte proportional die höchsten Gewinnmargen versprechen.

    Die Zeit ist vorbei: „Immer weniger Einzelhandelsunternehmen“, so Bert Pfeifer, Bereichsleiter Nord der bundesweit auf die Vermietung von Ladenlokalen spezialisierten Immobilien-Beratung Brockhoff & Partner, „wollen noch in kleine Ladenlokale ziehen. Durch die zum Teil beträchtlichen Sortimentserweiterungen der vergangenen Jahren ist der Platzbedarf vieler Filialisten deutlich gestiegen.“ Branchen wie Bäckereien, Modeschmuck und Telefonbetreiber, die klassischen Nutzer kleinerer Ladenlokale, haben sich in den letzten Jahren in den Toplagen der 528 deutschen Fußgängerzonen eingemietet und expandieren immer verhaltener. Heute suchen vor allem Handelsunternehmen aus den Branchen Textil, Schuhe oder Buch nach neuen Standorten – allen gemein ist, dass sie einen großen Flächenbedarf haben, der, so die Einschätzung der Experten von Brockhoff & Partner, in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

    Link zur Pressemitteilung: http://www.brockhoff.de/images/stories…c_27.11.08x.pdf

  • In der Rhein-Neckar-Zeitung von heute werden mal einige Kennzahlen der Großstädte der Region verglichen.

    Angabe: Miete / Einwohner / Kaufkraft / Zentralität* / Übernachtungen vor Ort / Rang Bundesweit

    Notiz: Die Mieten sind unverändert von 2008, mit Ausnahme Würzburg (+10€)

    Mannheim, Planken
    140 €/m² / 307.500 / 98,0 / 142,5 / 828.000 / Rang 11

    Heidelberg, Hauptstraße
    110 €/m² / 145.000 / 99,5 / 131,5 / 963.500 / Rang 16

    Würzburg, Schönbornstraße
    110 €/m² / 134.500 / 100,8 / 172,8 / 681.000 / Rang 18

    Heilbronn, Fleiner Straße
    85 €/m² / 121.500 / 100,1 / 154,0 / 243.000 / Rang 37

    Karlsruhe, Kaiserstraße
    82 €/m² / 284.000 / 102,8 / 135,2 / 817.000 / Rang 42

    Ludwigshafen, Bismarckstraße
    29 €/m² / 163.500 / 97,4 / 107,7 / 246.000 / Rang 137

    *- Zentralität: Verhältnis Einzelhandelsumsatz zu Kaufkraft vor Ort

    Zentralität, Kaufkraft je 100 = Bundesdurchschnitt

    Die Heidelberger Hauptstraße wird übrigens im Artikel dazu als "unterbewertet" deklariert. Klar, man ist in der eigenen Kategorie (Großstädte bis 250.000 Einwohner) ja nur die Nummer 2 hinter Freiburg (Miete: 130 €/m²). Verantwortlich gemacht für die "Unterbewertung" wird die Konkurrenz mit Mannheim sowie die Kleinteiligkeit in der Hauptstraße.

  • 29 EURO/qm bei LU, hast Du Dich wirklich nicht vertippt? Das Gefälle zwischen MA und LU ist ja wirklich extrem. Die Bismarckstr. ist wohl auf absehbare Zeit gestorben?

  • Ja, ist kein Vertipper, auch nicht seitens der Zeitung - dieselbe Zahl läßt sich auch im Immobilienreport der Metropolregion Rhein-Neckar finden.

    Zum Vergleich aus dieser Quelle: Speyer (50.000 Ew), 15 km südlich, hat in der Maximilianstraße Mieten bis zu 70 Euro, Ludwigshafen liegt sogar unter Weinheim (40.000 Ew, Spitzenmiete 40 Euro), aber immerhin noch vor dem Unterzentrum Schwetzingen (20.000 Ew, um die 16 Euro).

  • Ja, Ludwigshafen ist ein Loch. Seitdem die letzte Buchhandlung und das letzte Schreibwarengeschäft aus der Bismarckstrasse draußen sind, gibt es dort nichts mehr. Mich wundert es, dass Heidelberg nicht so hohe Mieten erzielt, wie Mannheim an den Planken. Trier wäre noch interessant zu sehen, da ich dort nie einen Leerstand bemerkt habe. Wenn jemand pleite ging, war der Laden kurz danach schon wieder vermietet.

  • Gibt wohl drei Hauptgründe:
    - Die Hauptstraße in Heidelberg ist zu kleinteilig. Da kann sich gar kein entsprechend solventer Mieter einmieten, Flächen von mehreren tausend Quadratmetern sind sehr rar gesät, und teilweise verteilen sich Geschäfte auf mehrere Gebäude bzw. Einzellagen in unmittelbarer Nähe (z.B. der Fall bei Esprit oder H&M).
    - Die Gebäude gehören mittlerweile zu einem großen Teil Erbengemeinschaften, die ja generell eher... komplizierte, problematische Vermieter darstellen.
    - Eine Reihe von Firmen siedeln sich aufgrund existierender "Platzhirsche" gar nicht erst in Rhein-Neckar an, auch nicht in Mannheim. Konkret genannt wird da z.B. oft Breuninger, die wohl wenig Chancen gegen den "Platzhirsch" Engelhorn sehen.

    Außerdem ist - auch wegen der Kleinteiligkeit - Heidelberg eher für den "Boutiquen-Einkauf" interessant. Es gibt wohl durchaus Vermieter in der Hauptstraße, die ihre Mietvorstellungen runter schrauben mussten, weils keiner in diesem Segment bezahlen kann oder will.

    Leerstand ist auch immer so ne Sache. In Heidelberg steht auch nie was leer - wenn es Überbrückungszeiten zwischen zwei Hauptmietern gibt, geht eben für nen Monat vorübergehend ein Ramschladen o.ä. rein, die sind da flexibel. In Ludwigshafen ist das hingegen ja schon die normale Mietkundschaft...

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    Edit:

    Laut Property Magazine hatte Trier 2008 Spitzenmieten "von 90 bis 120 Euro".

  • Danke für die schnelle Info. Bei Trier ist das ja richtig heftig. Allerdings gehen alle Luxemburger in Trier einkaufen, weil es in Luxemburg keine so große Auswahl gibt, bzw. alles teurer ist. Und mit einem reichen Zwergstaat in der Hinterhand sieht das schon gut aus.

    Ja, gegen den Engelhorn geht niemandin Mannheim/Rhein-Neckar an, deswegen kenn ich z.B. Breuninger gar nicht.

  • PM über eine Marktuntersuchung von Brockhoff und Partner:

    Quelle: http://www.brockhoff.de/content/view/1180/91/lang,de_DE/

  • Ich habe heute gelesen das Galeria Kaufhof Filiale 2010 in der Ludwigshafener Innenstadt schließt.

    http://www.morgenweb.de/region/ludwigs…0003931463.html

    Zum einen wegen der Geschäftsentwicklung und dem schlechten Wachstumspotenzial für die Zukunft. Dann kommt noch die Konkurrenz aus Mannheim dazu, sowie natürlich wegen der Rheingallerie die sich ja auch im Bau befindent.

    Wird sich nicht positiv auf die Innenstadt - Fussgängerzone auswirken.

  • Höchstfrequentierte Einkaufsstrassen in Deutschland vgl. Vorjahreszählung:

    1. München, Kaufingerstrasse, 14.130 Passanten pro Stunde
    2. Frankfurt, Zeil, 12.940 Passanten pro Stunde
    3. Köln, Schildergasse, 12.115 Passanten pro Stunde

    4. Stuttgart, Königstrasse, 11.180 Passantenpro Stunde
    5. Hamburg, Spitaler Straße, 10.925 Passanten pro Stunde
    6. Nürnberg, Karolinenstrasse, 10.700 Passanten pro Stunde
    7. Wiesbaden, Kirchgasse, 10.500 Passanten pro Stunde
    8. Köln, Hohe Strasse, 10.350 Passanten pro Stunde
    9. Hamburg, Mönckebergstraße, 10.275 Passanten pro Stunde
    10. Münster, Ludgeristraße, 9.390 Passanten pro Stunde


    .
    Link zur vollständigen Pressemitteilung: http://www.kempers-jll.net/index.php?spath=1165&

  • Einkaufszentren drängen in die Innenstädte

    Einkaufszentren drängen in die Innenstädte (FAZ 29. Juli 2009)

    Laut "German Council of Shopping Center" [da fehlt wohl ein Plural-s] entstehen sämtliche bis 2012 in Deutschland in Bau oder Planung befindlichen Einkaufszentren nicht mehr wie bisher auf der grünen Wiese, sondern in Innenstädten, Stadtteillagen oder städtischen Quartieren. Und: "beim idealen Shopping Center kann der Kunde nicht mehr erkennen, wo es anfängt und wo es aufhört".

  • Neue Pressemitteilung von kempers. Danach werden die Einzelhandelsmieten in den deutschen Toplagen im Schnitt um 0,5% im zweiten Halbjahr nachgeben. Positiv ausgedrückt: Über 80% der Standorte sind zumindest stabil. Die Großen haben´s dabei wohl momentan leichter als die etwas kleineren Städte, spürbare Rückgänge sind zumindest in den Top 10 nicht zu erwarten. Auf Platz 1 immer noch München, dann Frankfurt, Düsseldorf legt zu und springt auf 3.

    Aber lest selbst: http://www.kempers-jll.net/index.php?spath=1187&


    Bei uns freut man sich darüber, mit stabilen Mieten von 57€ "vor größeren Städten wie Mönchengladbach und Duisburg" zu liegen. Naja.

    Interessant wird es sein, wie sich die Mieten in den Standorten entwickeln werden wo nun große Filialen von Hertie, Karstadt und Co. schließen.
    p.s. Ich denke mit den Zahlen muss man auch aufpassen, während ja laut dem Property Magazin in Trier Spitzenmieten von bis zu 120€ vorkommen melden andere Quellen 75€. Da muss man wohl unterscheiden zwischen den Durchschnittswerten der besseren Lagen und einzelnen "Ausreißern" nach oben?

  • In Ludwigshafen wurde ja die Kaufhof-Schließung angekündigt, dazu kommt die Rheingalerie - aber wenn ich das letztens in der Zeitung richtig gelesen hab ist die Miete in der Bismarckstraße weiter stabil (auf niedrigstem Niveau natürlich).

  • Dekoratives Anführungszeichen

    In den 1A-Lagen der großen deutschen Märkte für Einzelhandelsimmobilien war die Nachfrage trotz rückläufiger Tendenzen auch 2009 hoch. Nationale und internationale Filialisten suchen nach wie vor Ladeneinheiten in den Lagen mit den höchsten Passantenfrequenzen. Gerade hier ist die Flächenfluktuation jedoch äußerst gering und das Angebot begrenzt. Da bei der Standortwahl in der Regel weiterhin keine Kompromisse eingegangen werden, können die Nebenlagen nicht von den Engpässen in den A-Lagen profitieren. Vor dem Hintergrund reduzierter Expansionsplanungen suchen einige Filialisten in den Top-Lagen aktiv die Vertragsverhandlungen mit den Eigentümern, um den Standort zu sichern. Dabei sind die aktuellen Nutzer eher in der Lage, die marktübliche Miete zu bezahlen, da kein aufwändiger Umbau kalkuliert werden muss und die dort zu erzielenden Umsätze bekannt sind. Alternative Ladenlokale ohne optimalen Zuschnitt werden überwiegend abgelehnt. Textilunternehmen fragten im vergangenen Jahr die meisten Flächen nach. Dazu zählen zum Beispiel neue Konzepte wie Monki und Weekday, die 2009 ihre ersten deutschen Standorte an der Hamburger Mönckebergstraße eröffneten bzw. wie Michael Kors, der auf der Theatinerstraße in München eröffnen wird. Insbesondere Monolabels suchen neue Flächen, wie etwa Fossil, die in der Flinger Straße einen Flagship-Store in Düsseldorf eröffneten. Neben Schmuck und Accessoires (z. B. Pandora oder Monsoon Accessorize GmbH) gehörten auch neue Konzepte aus der Branche Lederwaren/Schuhe (z. B. Navyboot) zu den stärksten Nachfragern.

    Geringes Flächenangebot in den A-Lagen
    Das Flächenangebot ist an den Top-Standorten der Innenstädte im Laufe des Jahres 2009 weiter gesunken, sodass hier erhebliche Flächenengpässe bestehen. Lediglich in Berlin waren auch etwas längere Leerstände in den A-Lagen zu verzeichnen. Daneben wurden im vergangenen Jahr einige größere Einzelhandelsentwicklungen fertig gestellt, die das Flächenangebot leicht erhöhten. Außerhalb der A-Lagen stellt sich die Angebotssituation dagegen deutlich entspannter dar. Die Nachfrage ist insgesamt geringer und durch Filialisten, die ihr Portfolio sondieren und unrentable Shops aufgeben, werden dort zusätzliche Flächen freigezogen.

    Spitzenmieten überwiegend stabil
    Aufgrund des knappen Flächenangebots konnten die Spitzenmieten ihr Niveau an allen Standorten halten oder sogar noch etwas zulegen. Die mit Abstand höchsten Mieten werden mit 310 €/m2 für einen idealtypischen 100-m2-Shop nach wie vor in der Kaufinger Straße in München erzielt. Damit hat die Spitzenmiete hier noch einmal leicht angezogen (2008: 300 €/m2). Auch in Frankfurt konnte sie, trotz der Flächenerweiterung durch das Einkaufszentrum MyZeil, noch zulegen. Sie liegt nun mit 265 €/m2 auf der Zeil (2008: 260 €/m2) vor Köln, wo wie i Vorjahr 260 €/m2 in der Schildergasse erzielt werden. In Berlin stabilisierte sich das im Vorjahr an der Tauentzienstraße erreichte Niveau von 245 €/m2, allerdings trifft dies nur für die KaDeWe-Seite zu. Die Spitalerstraße in Hamburg liegt mit 240 €/m2 noch deutlich vor Düsseldorf, wo sowohl in der Königsallee als auch in der Schadowstraße 225 €/m2 gezahlt werden.

    Durchschnittsmieten stehen insbesondere in Nebenlagen unter Druck
    In den meisten A-Lagen stiegen die Durchschnittsmieten parallel zu den Spitzenmieten leicht an, was an dem geringen Flächenangebot in diesen Hochfrequenzlagen lag. Außerhalb der Premiumstandorte stehen die Mietpreise jedoch unter Druck. Durch die bereits seit 2008 rückläufige Nachfrage der großen Filialisten haben die Leerstandszeiten hier teilweise wieder das Niveau von 2003/2004 erreicht.

    Quelle: BNP Paribas Retail Market Germany Report 2010: http://www.realestate.bnpparibas.de//pages/downloa…report_2010.pdf

  • Kempers Jones Lang Lasalle hat einen internationalen Vergleich der Luxuseinkaufslagen online.

    Das wichtigste in Kürze:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die höchste Dichte an internationalen Luxuslabels ist in der Londoner New Bond Street anzutreffen. 30 der 50 von Jones Lang LaSalle definierten Top-Luxuslabels sind dort ansässig. Es folgen die Pariser Rue du Faubourg St. Honoré, die Düsseldorfer Königsallee und die Münchner Maximilianstraße mit jeweils 27 High End-Labels. 25 Markenshops finden sich auf dem Berliner Kurfürstendamm und der zweiten Londoner Toplage Sloane Street. Der Neue Wall in Hamburg und die Bahnhofstraße in Zürich bieten 22 bzw. 21 Topanbieter. 20 Labels finden sich in der Frankfurter Goethestraße, der Mailänder Via Montenapoleone und der zweiten Pariser Adresse Avenue Montaigne. Mit 19 bzw. 16 Labels folgen die Via Condotti in Rom und die Calle Ortega Y Gasset in Madrid.

    Deutschland braucht sich nicht zu verstecken, allerdings

    Dekoratives Anführungszeichen

    Während sich das Angebot an Luxuslabels in den deutschen Metropolen auf jeweils eine Straße konzentriert, sind besonders in London und Paris gleich mehrere hochwertige Luxuslagen anzutreffen. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache ist Paris die unangefochtene Luxusmetropole in Westeuropa. Neben den beiden hier untersuchten Lagen bietet die Modemetropole mit dem Place Vendome, der besonders Luxusjuweliere anzieht, und dem Boulevard Haussmann mindestens zwei weitere namhafte Standorte. In London ragen die New Bond Street und Sloane Street mit zusammen über 50 Luxuslabels heraus.

  • Komisch, dass die Berliner Friedrichstraße nicht aufgeführt ist. Vielleicht wurde Galerie Lafayettes und das Quartier 206 nicht beachtet, ansonsten dürften da auch zwischen 10 und 20 der aufgeführten Luxusmarken ihre Shops haben.