ArchitekTour durch Leipzig


  • Wie das Städtische Kaufhaus heute aussieht, kennen wir:


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    Die ECKE Neumarkt - Kupfergasse 1991



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    1991 war der Wiederaufbau des Städtischen Kaufhauses noch voll im Gange. Insbesondere der Neubau am GEWANDGÄSSCHEN war als ROHBAU in STAHLBETON MIT STAHLBINDERN zu sehen, der dann seine FASSADE erhielt.




    Also nix mit "vor 1870".


    Eigene Fotos.

  • Webers Hof ist ein schwieriges Kapitel. Heute präsentiert sich Webers Hof rekonstruiert.


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    Dafür wurde originale Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert GEOPFERT. Die oberen GESCHOSSE wurden abgetragen und alles oberhalb des ERKERS ist ein Neubau aka eine Rekonstruktion.


    Die HOFGEBÄUDE von WEBERS HOF konnten nicht gerettet werden und wurden in neuer Machart errichtet.


    WEBERS HOF - INNENHOF



    Eigenes Fotos.

  • Das Bundesverwaltungsgericht befindet sich im Reichsgerichtsgebäude. Am SIMSONPLATZ wurde ein größerer Bombenschaden schon zu Ostzeiten saniert,


    Heute ist auch der Bombenschaden an der Gebäudeecke Seyfferthstraße/Beethovenstraße behoben.



    Leipzig - Wilhelm-Seyfferth-Straße + Beethovenstraße + Reichsgericht 01 ies

    Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons



    Das sah 1991 noch GANZ anders aus. Die MAUERN waren nach außen gewölbt.

  • HIER noch eine Innenaufnahme vom Zustand des Festsaales der Präsidentenwohnung vor der Sanierung. Damals kursierten auch Fotos, die eher an Zustände in römische Katakomben als in heutigen Gebäuden erinnerten.


    Heute sieht der FESTSAAL wesentlich besser aus.

  • ^^ schöne Funde - Danke 'Stahlbauer'!


    Beim Bild des sanierten Festsaals der Präsidentenwohnung glaubt man der Story: dass nachdem der Bundestag für die Verlegung der Bundeshauptstadt zurück nach Berlin aber gegen die Verlegung des Bundesgerichtshofs zurück nach Leipzig gestimmt haben weil es keine Lobby für Leipzig gab, einige Richter des BGH bei der Wiedereröffnung des nun Bundesverwaltungsgerichts sich nicht mehr sicher der Entscheidung waren.

  • Der Neumarkt 2017...



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    ... und 1991


    Über den Neubau können wir streiten, der angeschnittene Altbau, in dem die Leipziger Redaktion des Sächsischen Tageblatts ihren Sitz hatte, wurde nach den Bombenschäden ohne die oberen Geschosse wieder aufgebaut. Heute ist alles wieder heile. Nur die Regionalzeitungen der Blockparteien gibt es nicht mehr.


    EDIT.


    Aus der Rubrik: Es war doch nicht alles SCHLECHT .Da habe ich mich doch geirrt.


    Eigenes Foto.

  • Ein großes Glück für uns, dass die Kommunisten im heutigen Bundesverwaltungsgericht so einen absurden Personenkult um Georgi Dimitroff betrieben haben. Sonst wäre uns das Innere des Gebäudes wohl nicht im weitgehenden Originalzustand überliefert worden.

    Insgesamt handelt es sich ja trotz der Kriegsschäden und den Bilderstürmereien der Kommunisten rings ums Hauptportal herum um den am besten erhaltenen profanen Repräsentationsbau des Kaiserreichs, auch dank der hervorragenden Sanierung bzw. Rekonstruktion bis 2001.

  • Das GEVIERT Thomaskirchhof, Klostergasse, Barfußgässchen und Dittrichring hat sich seit 1991 völlig verändert.


    Wo in den 1980er Jahren noch verfallene Gebäude das Bild bestimmten...


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    ...und auch Armin Kühne im HOFBEREICH nur RUINEN UND SCHUTT und im Straßenbereich NOTDÜRFTIG GESICHERTE BOMBENSCHÄDEN ruinöser GEBÄUDE, für die es kaum noch HOFFNUNG gab, fotografieren konnte, hat der süddeutsche, ADLIGE BAUHERR wieder ein VORZEIGBARES ENSEMBLE geschaffen.


    Das TRIFUGIUM heute.


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    Leipzig1 hb

    (WT-en) Hbar.cc auf Wikivoyage auf Englisch, CC BY-SA 1.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/1.0>, via Wikimedia Commons


    Nicht anders gekennzeichnete Fotos: Eigene Fotos.

  • Armin Kühne hat immer wieder Fotos vom Rokokopalais ALTES KLOSTER gemacht.


    In den 1980er Jahren bot es einen traurigen Anblick.


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    DANK klarer EIGENTUMSVERHÄLTNISSE konnte schnell mit der SANIERUNG begonnen werden. Ganz ohne FILIGRANDECKEN scheint es aber nicht abgegangen zu sein. Vielleicht waren die auch für den entkernten Historismusbau Klostergasse 3 bestimmt. Die DACHBINDER vom Alten Kloster scheinen noch die Originale zu sein.


    Wie auch immer. Seit vielen Jahren können wir uns an den Gebäuden erfreuen.



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    Eigene Fotos.

  • Im Musikviertel wurde im II. Weltkrieg die Biblioteca albertina der Universität Leipzig erheblich beschädigt.



    Fotothek df roe-neg 0006414 016 Blick auf das Albertinum

    Deutsche Fotothek‎, CC BY-SA 3.0 DE <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en>, via Wikimedia Commons



    Bei Wikipedia findet sich dazu folgendes:

    ..Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hauptgebäude in der Beethovenstraße bei den Luftangriffen am 6. April 1945 zu zwei Dritteln zerstört. Die Kataloge und Bestände waren jedoch ausgelagert worden und blieben unversehrt. Nach dem Krieg wurde lediglich der unbeschädigte linke Gebäudeflügel genutzt. Zu einem Wiederaufbau des Hauptgebäudes fehlten jahrzehntelang die finanziellen Mittel. Wegen der Schäden am Hauptgebäude der Universitätsbibliothek verlagerte sich in den folgenden Jahrzehnten die Nutzung vielfach in die jeweiligen Instituts- und Sektionsbibliotheken.

    Erst nach der Wende begann 1994 die aufwendige Wiederherstellung und Erweiterung des Hauptgebäudes einschließlich Rekonstruktion einzelner Gebäudeteile, die 2002 abgeschlossen wurde. Hierbei wurde die Ruine des rechten Flügels (Niveau Kellergeschoss) abgetragen, ein zweites Kellergeschoss ausgehoben, und die Fassade – trotz erheblicher Mehrkosten – originalgetreu wiederaufgebaut (siehe Bild oben, heute erinnert nur noch eine kleine Dehnungsfuge daran). Dabei wurden erhebliche Vergrößerungen der Kapazitäten erreicht: Das Gebäude bietet nun Raum für 4 Millionen der insgesamt 5,5 Millionen Bücher gegenüber ursprünglich einer Million Bücher. Die Lesebereiche bieten Plätze für knapp 900 Nutzer gegenüber 130 Plätzen im ehemaligen Lesesaal. Instandsetzung, Sanierung und Restaurierung dauerten bis 2002 – die Kosten betrugen 64 Millionen Euro. ...


    Armin Kühne hat den Zustand im Bereich Beethovenstraße Ecke Wilhelm-Seyfferth-Straße 1991 z.B. HIER , HIER oder HIER festgehalten.



    Heute fällt nicht mehr auf, dass es sich hier um eine Rekonstruktion handelt.




    [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bibliotheca_Albertina,_Au%C3%9Fenansicht.jpg]Bibliotheca Albertina, Außenansicht[/url]

    Universitätsbibliothek Leipzig, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons



    Die Eingangshalle ist zwar noch nicht vollständig rekonstruiert...




    [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bibliotheca_Albertina,_Eingangshalle_01.jpg]Bibliotheca Albertina, Eingangshalle 01[/url]

    Universitätsbibliothek Leipzig, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons



    Bibliotheca Albertina

    Stefan Krämer, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons




    ...aber kein Vergleich zu 1991, wie Armin Kühne HIER oder HIER dokumentierte.



    Der GROSSE LESESAAL bietet heute wieder beste Arbeitsbedingungen.



    [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bibliotheca_Albertina,_Lesesaal_Mitte.jpg]Bibliotheca Albertina, Lesesaal Mitte[/url]

    Universitätsbibliothek Leipzig, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons

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    in den Ferien hatte ich auf der Baustelle der Sanierung der Unibibliothek mit gebaut. Das war im Sommer 1996. Im östlichen Innenhof wurde die Fassade finalisiert. Zugesehen hatte ich auch, wie an der besagten rekonstruierten Ecke die Außenmauer wieder hergestellt wurde. Diese ist mehr als einen Meter dick. Hergestellt wurde sie wie ein mehrschaliges Element, äußerlich statisch relevant / tragend, der üppige mittlere Bereich wurde mit einem Schutt-Mörtelgemisch aufgefüllt.


    Für den Innenhof wurde extra eine große Serie Klinker nach altem (Reichs)format nachgebrannt, damit das Fugenbild mit dem Bestand passend und historisch korrekt hergestellt werden konnte.

  • ^ die Albertina ist sicher eines der herausragenden Beispiele. Leider haben andere vergleichbare Gebäude - ausser dem BVerwG - entweder Krieg oder DDR nicht überlebt. Zumindest so das Albertinum, Johanneum, das alte MdbK, das Neue Theater, und das Hauptpostgebäude.


    Sicher liegt das auch daran, dass man in den 1960er Jahren doch noch so einiges "geräumt" hat. Wie die oben genannten Gebäude am Augustplatz. An weniger auffälligen Stellen, wäre es ggfs stehen geblieben.


    In diesem Video sind noch einmal erfrischend kritische Töne aus DDR-Zeiten und dessen Umbauten im städtebaulichen Kontext zu hören und sehen. Sehr spannend und vor allem interessant, wie viel doch noch stand. Wenn auch in mitunter sehr kritischem Zustand.