Campusmeile (Projekte & Ideen)

  • Seit einigen Jahren kursiert die Idee, dem rund 2 km langen Straßenzug Miquelallee <> Adickesallee <> Nibelungenallee, zwischen Uni-Campus Westend und FH-Campus Nibelungenplatz, an dem inzwischen auch die Frankfurt School of Finance und die Deutsche Nationalbibliothek liegen zu einer Campusmeile aufzuwerten. Es gab dazu einen studentischen Ideenwettbewerb und ein bißchen Presse. Inzwischen ist am westlichen Ende des Straßenzugs, am Rande der Uni, noch der Neubau u.a. eines Gymnasiums hinzugekpommen und an der Bertramstraße zwischen Polizeipräsidium und School of Finance studentisches Wohnen ("The Flag").

    Vom Frankfurter Büro MOW. Architekten und Generalplaner kommt jetzt der Vorschlag für eine Zwischennutzung des Tankstellengeländes gegenüber der Nationalbibliothek; Zwischennutzung nur, weil die Fläche planungsrechtlich als Erweiterungsfläche für die Nationalbibliothek reserviert ist. Die derzeitige Zwischennutzung sind die Großtankstelle und dahinter ein REWE-Markt. MOW schreibt dazu:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Im Rahmen einer Studie entwickelte MOW ein Konzept für die Zwischennutzung der Fläche an der Adickesallee, unmittelbar neben dem Neubau der Frankfurt School. Als Leuchtturmprojekt der neu entstehenden Campusmeile dient der Bau den Frankfurter Hochschulen und der Nationalbibliothek als Co-Learningfläche, die flexibel genutzt und bespielt werden kann. Das Ensemble besteht im Grundriss aus zwei modular errichteten L-förmigen Baukörpern, die als Holzkonstruktion einen dreigeschossigen Innenraum umschließen. Inmitten dieses Raumes entsteht auf einem zweigeschossigen Vorlesungsblock eine kommunikative „Arbeitsinsel“ die durch Brücken mit den umliegenden Nutzflächen verbunden ist.

    MOW: Co-Learning Campusmeile

    Nicht erkennbar ist, ob das eine Eigentinitaitive oder eine Auftragsarbeit ist, auf jeden Fall ist es eine gute Idee. Der Standort liegt rd. 600 m entfernt von der University of Applied Sciences und rd. anderthalb Kilometer vom Uni-Campus Westend.

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    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 12.2019, © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

  • Aussichtsturm an der Campusmeile

    Wenigstens studentische Projekte bringen uns die Campusmeile immer mal wieder in Erinnerung. Im OBR 3 ist neulich der Vorschlag eines Aussichtsturms im Bereich Adickes-/Nibelungenallee vorgestellt worden. Die FNP berichtet heute darüber.

    "Die 2,5 Kilometer lange Campusmeile zwischen Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) und Campus Westend könnten Menschen ohne Höhenangst bald von einem Aussichtsturm überblicken. Studierende von Professor Jean Heemskerk, Prodekan des Fachbereichs Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik an der UAS, haben sich im Rahmen des Wettbewerbs "Campus Sign" damit beschäftigt. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) wurden vier Arbeiten ausgezeichnet und vorgestellt."

    Wir erfahren leider nicht, ob und ggf. wann und wo die Arbeiten zu sehen sind.

    Immerhin werden vier Arbeiten auf campusmeile.de vorgestellt.

  • Deutsche Nationalbibliothek (Standortsicherung)

    Für die Deutschen Nationalbibliothek ist auf der Nordseite der Adickesallee bekanntlich vor 5 Jahren mit dem B-891 ein Erweiterungsgelände planungsrechtlich abgesichert worden. Der B-Plan ist das Eine, aber der Zugriff aufs Grundstück ist etwas anderes. Der Erweiterungsbau soll anscheinend im Erbaurecht errichtet werden. Die Einräumung des Erbbaurechts soll nunmehr grundbuchlich gesichert werden.


    Dekoratives Anführungszeichen

    Da perspektivisch die zur Verfügung stehenden Magazinflächen der Deutschen Nationalbibliothek in naher Zukunft erschöpft sein werden, benötigt die Bibliothek entsprechende Erweiterungsflächen, die auf diesen Grundstücken, die sich in unmittelbarer Nähe zu ihrem aktuellen Standort in der Adickesallee 1 befinden, realisiert werden sollen.

    Die dauerhafte Sicherung des Standorts der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main ist erklärtes Ziel der Deutschen Nationalbibliothek und steht auch im Interesse der Stadt Frankfurt am Main.

    Die Erweiterungsfläche wird frühestens zum 01.01.2035 benötigt. Um die erforderliche Planungssicherheit zu erlangen, ist die Deutsche Nationalbibliothek mit dem Wunsch an die Stadt herangetreten, den Anspruch auf Bestellung des angedachten Erbbaurechts bereits zum jetzigen Zeitpunkt durch Eintragung einer entsprechenden Vormerkung im Grundbuch dinglich zu sichern.

    Q: M_67_2021 v. 7.5.2021

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    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 05.2021, © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

    Von Interesse sind dabei zwei Aspekte:

    - die Erweiterung wird keinesfalls vor dem 1.1.2035 ins Werk gesetzt, was Spielräume für Zwischennutzungen lässt (experimentelles Projekte für Campusmeile?);

    - die DNB wird keinen Erbbauzins entrichten

  • Lern- und Forschungszentrum "Campus V" geplant

    Auf dem im Vorbeitrag vorgestellten Areal an der Nordseite der Adickesallee könnte ein Lern- und Forschungszentrum namens "Campus V" entstehen. Derzeit ist das als Erweiterungsfläche der Nationalbibliothek frei gehaltene Areal an der Kreuzung von Adickesallee und Eckenheimer Landstraße mit einem Supermarkt, einer Tankstelle mit Schnellrestaurant und einer Autowaschanlage bebaut.

    Ab 1. Januar 2023 ist das Grundstück für eine neue Nutzung verfügbar. "Campus V" soll bis Januar 2025 fertig gestellt sein. Konzipiert ist der Neubau als Interimsgebäude mit einer Brutto-Grundfläche von ca. 17.600 m² für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren. Ab 2050 will die Deutsche Nationalbibliothek an dieser Stelle einen großen Magazin-Erweiterungsbau errichten.

    Für den Bau eines Zentrums für Kreative haben die Deutsche Nationalbibliothek, die Frankfurt School of Finance & Management und die Frankfurt University of Applied Sciences ein Konsortium gegründet. Nach einem Investor wird noch gesucht. Zu diesem Zweck wird zur Zeit ein Vergabeverfahren vorbereitet. Weitere Informationen, besonders auch zu den Nutzungskonzepten, in einer Pressemitteilung der Frankfurt University of Applied Sciences.

    Ein studentischer Ideenwettbewerb, wie das Lern- und Forschungszentrum aussehen könnte, wurde bereits ausgerichtet. Der im Wettbewerb erstplatzierte Entwurf von Liza Schäfer:

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    Bilder: Jean Heemskerk

    Der mit dem zweiten Preis ausgezeichnete Beitrag von Linus Glockengiesser (weiteres Foto).

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    Bild: Linus Glockengiesser

  • Die geplante Zwischennutzung wird sich auf das Areal der Tankstelle (und ihrer Nebengebäude) beschränken. Den diesbezüglichen Mietvertrag hat der Magistrat zum 31.12.2022 gekündigt. Von der Zwischennutzung nicht umfasst wird der nördlich angrenzende Rewe-Supermarkt, dieser kann bis zum Jahr 2035 bleiben. Die beiden ersten Modellfotos des "Campus V" im Vorbeitrag ließen diese Frage buchstäblich offen. Nach 2035 benötigt die Deutsche Nationalbibliothek aber die gesamte Fläche einschließlich der des Supermarkts. Der Erweiterungsbau wird voraussichtlich das gesamte Baufeld in Anspruch nehmen, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Magistrats (PDF).

    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/exabload/2022-02-09_092643ilka8.jpg

    © Stadtvermessungsamt Frankfurt (Orthofotos 2021)

  • Womöglich geht es schneller als erwartet mit dem Neubau des Lern- und Forschungszentrums "Campus V". Denn Total hat die große Tankstelle längere Zeit vor Auslaufen des Mietvertrags geschlossen. McDonald's ist demzufolge auch weg. Von den Bannern abgesehen hat die Fast-Food-Kette gleich alle Hinweise auf ihre Filiale getilgt. Fotos von heute:

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    Bilder: Schmittchen

  • Total total weg:

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    Ob die Treibstofftanks bereits ausgegraben wurden, konnte ich nicht erkennen. Totalenergies muss das Grundstück jedenfalls bis Ende Dezember ohne solche Hinterlassenschaften an die Stadt Frankfurt zurückgeben.

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    Nach einem nahtlosen Beginn mit der Neubebauung sieht es allerdings nicht aus. Letzter bekannter Stand war, dass die Deutsche Nationalbibliothek und die Hochschulen Frankfurt University of Applied Sciences und Frankfurt School of Finance and Management ein Konsortium gegründet haben (die Goethe-Universität beteiligt sich nur inhaltlich). Das Konsortium soll einen Investor finden, der das gewünschte gemeinsame Lern-, Forschungs- und Begegnungszentrum "Campus V" errichtet. Das "V" soll übrigens für Verantwortung stehen.

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    Bilder: Schmittchen

  • An der Ecke Adickesallee / Eckenheimer Landstraße wurde die Total-Tankstelle abgerissen. Letzte Bruchstücke liegen noch vor Ort. Ein Bauschild konnte ich noch nicht entdecken. Im Hintergrund ist der Hauptfriedhof zu sehen.

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    Foto: Beggi

  • Campus V (update)

    Nachdem die Tankstelle geschlossen und abgerissen wurde, gibt es zu vermelden, dass die Stadt Frankfurt für das Campus-V-Gelände ein Erbbaurecht bestellen will, welches die Möglichkeit der Bestellung von Untererbbaurechten enthalten soll:

    Quelle: M_153_2023 vom 8.9.2023

    campus_v-flurqbd3j.jpg

    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 09.2023,© Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

    Und weil man sich schon kaum mehr erinnert, wie es noch vor kurzem dort aussah, noch dies:

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    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Schrägluftbild 2022

  • Campus V, weitere Verzögerung

    Die FAZ berichtete am vergangenen Wochenende, dass sich das Lern- und Forschungszentrum gegenüber der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) weiter verzögern könnte. Zunächst schreibt die FAZ, dass die Goethe-Uni schon im vergangenen Jahr aus dem Konsortium von DNB, UAS (ex. Fachhochschule) und Frankfurt School of Finance and Management ausgeschieden sei. Die verbliebenen Partner hielten zwar am Projekt fest, doch fehle es noch an einer Zustimmung des Hessischen Finanzmisters (das Wissenschaftsministerium hat bereits zugestimmt); worin die Ministerialen Probleme sähen, sei noch nicht kommuniziert worden. Die Stadt Frankfurt hatte schon beschlossen, das Baugrundstück im Erbbaurecht zu vergeben.

    Zu den vielen Hängepartien in dieser Stadt gesellt sich also noch eine hinzu, sehr rägerlich.

    Q: FAZ vom 24.8.2024, RMZ, S. 5

  • Aus dem in den Vorbeiträgen erwähnten Konsortium für den Bau von "Campus V" ist nach der Goethe-Universität nun auch die Frankfurt University of Applied Sciences ausgeschieden. Verblieben sind die Deutsche Nationalbibliothek und die Frankfurt School of Finance & Management. Letztere soll einen höheren Kostenanteil als bisher vereinbart übernehmen, so die Vorstellung der Nationalbibliothek, um wenigstens eine kleinere Version eines Lern- und Forschungszentrums realisieren zu können. Eine Entscheidung steht aus.

    Das steht in einem aktuellen FR-Artikel. Sehr schön die Antwort einer Referentin des berüchtigten Dezernats für Bildung, Immobilien und Neues Bauen unter Leitung von Sylvia Weber (SPD) auf eine Anfrage der Zeitung zur Zukunft des Areals. Der Rundschau wurde mitgeteilt, der Magistrat befinde sich noch "in Abstimmung". Und: "Es gibt mehrere Überlegungen zu verschiedenen Nutzungen für die Fläche." Jetzt wisst ihr Bescheid.

  • Genau. Es wird sich in absehbarer Zeit nichts tun. Ebenso peinlich wie erwartbar. Mit was beschäftigt man sich im "Dezernats für Bildung, Immobilien und Neues Bauen" eigentlich den ganzen Tag? Wie schon an anderer Stelle von Schmittchen geschrieben: im kommenden Jahr sind Kommunalwahlen. Da steht es jedem frei die Arbeit der Stadtregierung zu beurteilen.

  • In diesem Artikel der FAZ zum Beleben der hessischen Start-up-Szene versteckt sich ein Hinweis zum Campus V-Gelände:

    • In Frankfurt soll gegenüber der Nationalbibliothek ein neuer gemeinsamer Ort für Start-ups, Investoren und Unternehmen entstehen
    • Als Vorbilder werden UnternehmerTUM in München und Station F in Paris genannt.
    • Hintergrund ist, dass das bisherige Futury-Gelände am Bertramshof bereits an seine Kapazitätsgrenzen stößt.
    • Der neue Standort soll auch mit privatem Kapital finanziert werden.
    • Neben Frankfurt sind weitere Zentren in Kassel, Marburg und Darmstadt vorgesehen.
    • Der Frankfurter Standort soll mit Futury und TechQuartier der zentrale „Leuchtturm“ des hessischen Start-up-Ökosystems werden.

    Mal sehen, ob man hier in naher Zukunft konkreteres hören wird oder dies wie die Vorplanung im Sande verläuft

    Einmal editiert, zuletzt von chilija (18. Juni 2026 um 17:40)