VAI Campus Stuttgart (Ex-IBM)

  • Apple hatte aber von Anfang an eine klare Vision und ein paar herrausragende Köpfe mit an Bord. Zudem war der (Personal-)Computermarkt damals tatsächlich noch Neuland. Das kann man vom Automarkt heute wohl kaum behaupten. Da finde ich es schon etwas Großspurig direkt so viele Autos verkaufen zu wollen wie einer der renommiertesten Automarken überhaupt.

  • Reichlich Erfahrungen mit chinesischen Investoren konnte man schon z.B. in Günzburg in unmittelbarer Nähe des Legolandes machen. Die International Marine Containers (CIMC) wollte hier groß in die Produktion von Sattelaufliegern einsteigen. 25 Millionen wurden in den Standort investiert, die Herstellung jedoch nie aufgenommen. So kann es auch gehen... :nono:
    http://www.augsburger-allgemei…lvergreen-id33284137.html

  • Borgward:


    • Werk und Motorenfabrik sollen kurz vor Produktion stehen
    • Präsentation erstes Modell zur IAA im September
    • Bis August 150 Mitarbeiter Einzug in neuer Zentrale in Citygate, mittelfristig sei nach wie vor der Eiermann-Campus als zentraler Standort angedacht, Gespräche mit der Stadt laufen und laufen und laufen...


    Quelle: StN-Online


    Für die StZ sieht das alles ganz anders aus. Die kriegt aber offenbar auch keine Interviews mehr, möchte aber genau wissen, dass Borgward mit der Stadt nicht mehr über den verfallenden Campus gesprochen habe. Wer lügt?


    Quelle: StZ-Online

  • Ich sag das wird nix. Das Ganze ist nicht mehr als ein Werbegag. Ein kurzer Blick auf das erste Bild des Testwagens lässt wenig Hoffnung aufkommen das hier etwas solides entsteht. Ich tippe auf billige Autos für den chinesischen und indischen Markt, die mit dem Prädikat "made in germany" vermarktet werden. Dazu benötigt man allerdings nicht viele tausend Mitarbeiter in Deutschland, da reichen ein paar Alibi-Mitarbeiter.

  • Ich schätze eher, es sind einfach Autos aus China. Schreibt man Borgward drauf, verkaufen sie sich besser. Was hier in Stuttgart aufgebaut wird, ist im wesentlichen nicht mehr als die Vertriebszentrale.

  • ^Das mein ich doch. Nur ist der Markt vor allem in Asien, deshalb macht ja der Vertrieb hier keinen Sinn. Naja, warten wirs ab

  • Um den Wagen in China zu verkaufen, braucht man den Namen Borgward ja nicht. Den kennt dort so gut wie niemand. So richtig "fluschig" in der Aussprache ist der Name für die Kunden dort auch nicht.

  • Man kann aber mit vermeintlicher "deutscher Qualität" werben. Das Werk ist ja in China, da muß man schon den oberen Mittelklassemarkt anstreben um Renditen zu erziehlen die Transport und Import-Zölle rechtfertigen. Das sehe ich bei dem Design und der vermutlichen Qualität eher nicht.

  • "Borgward - German Automobil since 1924" macht da bspw deutlich mehr her als
    "Ming Mang Motors since 2015".


    Jupp, und im Land der kreativen Markenrechte gibt man dem dann noch den Zusatz: "traditionally manufactered by Mercedes Benz engeneers / Bremen, Germany" oder ein ähnliches Wortspielchen in der Art.


    Wobei die Möhre mit Sicherheit keine Eigenentwicklung sein wird, das verschlingt heutzutage mehrere Milliarden, da steckt unter dem Blech ziemlich sicher irgendeine Großserien-Technik, weswegen die Mühle auch nicht zwingend schlecht sein muss. Möglicherweise ja auch eine ganz raffinierte Strategie um die Produktion eines renommierten Herstellers nach China auszulagern und die Möhren dann doch in good old Europe unters Volk zu streuen?
    Einen Zermedes in China zusammenkleben zu lassen und ihn dann hier als Zermedes anzubieten, würde einen immensen Imageschaden für die Marke bedeuten, während ein in China produzierter Borgward dann wieder interessant wird, wenn er zu attraktivem Preis Zermedes-Technik unterm Blech hat.


    Nichts Genaues weiß man da einfach noch nicht, wo ist die Mühle z.B. konstruiert worden, das macht man nicht mit ein paar Leuten?

  • Für mich eine ganz klare Luftnummer. Die Stadtverwaltung tut gut daran, weiterhin einen gesunden Abstand von dieser Unternehmung und diesem Marketinggag zu halten, sonst steht man nachher blamiert bis auf die Knochen da.


    Da wird IMO einfach ein x-beliebiger von Chinesen für den chinesischen Markt kopierter..ähm entwickelter SUV genommen und ein anderes Logo draufgeklebt.


    Jedem, der sich in der Autoindustrie auskennt, weiß, dass so ne Klitsche nicht mal eben eine ganze Reihe Autos entwickelt und den Weltmarkt erobert.
    Das kostet viele, viele Millarden. Von Fabriken zu bauen, ein Lieferantennetzwerk in Europa aufzubauen, etc. ganz zu schweigen.


    Nur mal als Hausnummer. Der MQB-Baukasten von VW, auf dem Golf/Passat/A3/Octavia etc. basieren hat, soll 50(!!) Millarden gekostet haben.


    Da hat sich ein chinesischer Hersteller einfach eine längst vergessene deutsche Marke (die in Deutschland IMO relativ wertlos ist, aber im fernen Ausland vielleicht nach deutsch und damit qualitativ hochwertig klingt) gekauft, den Enkel vom Firmengründer als Marketingvehikel eingespannt und versucht damit die in China gebauten Autos in die Welt zu bringen.

  • Freu mich jedenfalls schon auf das Borgward-Museum mit den alten Isettas & Co.
    Vielleicht auf der Prag oder Killesberg Ex-Szenario-Standort?

  • Nur mal als Hausnummer. Der MQB-Baukasten von VW, auf dem Golf/Passat/A3/Octavia etc. basieren hat, soll 50(!!) Millarden gekostet haben.


    Völlig richtig!


    Nur ist eben mittlerweile noch nicht wirklich bekannt, auf welcher Plattform dieser Borgward steht und so wie es schon seit vielen Jahren in Korea opelt, in China saabt, die Chinesen bei Volvo, die Inder bei Jaguar das Sagen haben und auch der VW-Konzern längst Fabriken im Reich der Mitte gebaut hat, während Italiener und Franzosen nach weiterer Globalisierung streben, würde ich persönlich eine ernstzunehmende Plattform nicht gänzlich ausschließen, bevor die Karre nicht öffentlich in ihre Einzelteile zerlegt wurde. Nicht zuletzt würden auch Japaner in China einen völlig unjapanischen Namen benötigen und wäre insbesondere für Toyota der Weg über "good old Germany" kein unbekanntes Terrain.

  • Freu mich jedenfalls schon auf das Borgward-Museum mit den alten Isettas & Co.


    Isabellas. ;)
    Die Isettas stehen weiterhin im BMW-Museum in München.

    Einmal editiert, zuletzt von John Robie ()

  • Nicht zuletzt würden auch Japaner in China einen völlig unjapanischen Namen benötigen und wäre insbesondere für Toyota der Weg über "good old Germany" kein unbekanntes Terrain.


    Gerade japanische Marken haben hier keine Probleme. Die Chinesen nehmen einfach die chinesischen Zeichen der japanischen Firmennamen und sprechen sie in ihrer Sprache aus.


    Eine Ausnahme bildet hier Mazda. Hier wurden drei chinesische Zeichen gewählt, um die japanische Aussprache nachzubilden. Offensichtlich galt "sōngtián" nicht als geeignet für den Markennamen.


    Toyota 丰田
    Nissan 日产
    Honda 本田
    Mitsubishi 三菱
    Ausnahme:
    Mazda (jap: 松田) 马自达 Mǎzìdá

  • Eiermann-Campus ist verkauft!

    Das ehemalige IBM-Gelände wurde an den Projektentwickler PDI für ca. 25 Mio. € verkauft (Kuhn: "Chefsache").


    - Risiken: fehlender Bebauungsplan und offenes "Tier-Gutachten". Sanierungskosten ca. 100 Mio. €
    - Chancen: 147.000 qm neue (!) Geschossfläche auf 19,5 ha Grundstück (aktuell bestehend: 5 Gebäude mit 46.000 qm)


    Quelle: Immobilienbrief Stuttgart