Leipzig - Austragungsort der BUGA 2025?

  • Leipzig - Austragungsort der BUGA 2025?

    Wie bereits in der Diskussion um eine mögliche Bewerbung der Stadt Leipzig als „Kulturhauptstadt Europas“ im Jahr 2025 angesprochen ( http://www.deutsches-architekt…d.php?p=363289#post363289 ), setzen sich die Leipziger CDU-Fraktion und der von ihr unterstützte Oberbürgermeisterkandidat Horst Wawrzynski dafür ein, dass Leipzig ebenfalls im Jahr 2025 der erste sächsische Ausrichtungsort einer Bundesgartenschau (BUGA) werden soll.


    In die nächste Stadtratssitzung am 23.1.2013 hat die CDU-Fraktion folgenden Antrag (Nr. 390/13) eingebracht:
    http://notes.leipzig.de/appl/l…69047C0C0C1257AF6003D4702

    Betrifft: Prüfung der Bewerbung als BUGA-Stadt 2025



    Parallel zur Einbringung des Antrags erschien eine Pressemeldung der CDU-Fraktion, die dessen Inhalt deutlich verkürzt wiedergibt.

    Leipzig soll BUGA-Stadt werden !
    CDU-Fraktion bringt Antrag in den Stadtrat ein
    http://www.cdu-fraktion-leipzi…ig-soll-buga-stadt-werden


    Horst Wawrzynski hatte dieses Vorhaben kurz vor Weihnachten als ersten Punkt auf seiner Liste der "100 Lösungen für Leipzig" eingebracht:



    Siehe hierzu auch


    L-IZ, 22.12.2012
    Eine Idee begeistert OBM-Kandidat Horst Wawrzynski: Die BUGA 2025 in Leipzig
    Ralf Julke
    http://www.l-iz.de/Politik/Lei…025-in-Leipzig-45539.html


    LVZ-Online, 18.01.2013
    CDU will Bundesgartenschau nach Leipzig holen – Feiertag: „ökologischer Unsinn“
    http://www.lvz-online.de/nachr…rzynski-cdu-a-171019.html


    Kritik an dem Vorhaben hatte bereits am 31. Dezember 2012 der Konkurrent um den OBM-Posten Dirk Feiertag in einer eigenen PM geäußert:



    Eine Facebook-Initiative propagiert diesen Vorschlag und stellt entsprechende Pressemitteilungen und Medienberichte zusammen:
    https://www.facebook.com/BundesgartenschauLeipzig


    Bereits angesprochen wurde, dass der Rat der Stadt Köln im Dezember 2011 einstimmig die Stadtverwaltung beauftragt hatte, eine Machbarkeitsstudie für die Ausrichtung einer dritten Bundesgartenschau in Köln im Jahr 2025 zu erstellen. Das Ereignis soll nach ersten Schätzungen cirka 100 Millionen Euro kosten. Jedoch hatte im September 2012 der Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) wegen Kölns schwieriger finanzieller Lage vorgeschlagen, trotz des Ratsbeschlusses 2011 auf die Bewerbung bei der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft für die Buga 2025 zu verzichten und später einen neuen Anlauf zu wagen. Die Fraktionen der CDU und FDP im Rat der Stadt Köln halten dagegen an dem Ratsbeschluss für die Bewerbung fest. Mehr dazu im entsprechenden Thread im Forum Köln/Bonn: http://www.deutsches-architekt…thread.php?t=10094&page=2


    In Mannheim setzte sich die CDU-Gemeinderatsfraktion im Oktober 2011 für eine Bundesgartenschau 2025 ein: http://www.cdu-mannheim.de/505+M5bdd80d8d02.html
    Da Mannheim aber 2025 auch „Kulturhauptstadt Europas“ werden möchte ( http://www.mannheim2025.de ), wird sich die Stadt bereits 2023 für die Bundesgartenschau bewerben. Eine umstrittene Machbarkeitsstudie des Buga-Gutachters Bernhard Schwarz sieht nach jetzigem Stand vor, etwa die Hälfte des 53 Hektar großen Buga-Parks in der Feudenheimer Au anzulegen. Die aktuell geplanten Kosten belaufen sich auf rund 105 Millionen Euro. CDU und Freie Wähler haben sich bereits öffentlich gegen diese Konzeption ausgesprochen. Der Mannheimer Stadtrat und Landtagsabgeordneten Wolfgang Raufelder von den Grünen hatte darauf hingewiesen, dass eine BUGA in der Au ohne massive Verletzungen der Landschaftsschutzgebietsverordnung nicht möglich sei. Dies sei im Sinne des bewahrenden Naturschutzes mit seiner Partei und den Umweltverbänden "nicht zu machen".


    Auch im benachbarten Halle/Saale gibt es Bestrebungen, sich 2025 als Austragungsort der Bundesgartenschau zu bewerben:
    Mitteldeutsche Zeitung, 25.07.12
    Bundesgartenschau soll her!
    http://www.mz-web.de/servlet/C…Artikel&aid=1342037123006
    Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ bezeichnen dies als ein " vom Grundsatz her gesehen durchaus begrüßenswertes Vorhaben" und unterbreiteten Vorschläge für innerstädtische Standorte.
    http://www.aha-halle.de/926/ei…umfassenden-vorbereitung/


    Zu den Bundesgartenschauen von 1951 bis 2021 (Erfurt) sowie ihren Vorläufern, der Internationalen Land- und Gartenbauausstellung und anderen Gartenbau-Ausstellung von 1865 bis 1929 sowie den nationalsozialistischen "Reichsausstellungen des deutschen Gartenbaues" 1936 bis 1939, mehr unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgartenschau .

  • Die Kosten einer Bundesgartenschau

    Ausgehend von den Ausführungen zu den Kosten bzw. den Finanzierungskonzepten vergleichbarer Gartenschauen in der "Bewerbung zur Durchführung einer Bundesgartenschau 2025 in Köln - Vorstudie" ( http://offeneskoeln.de/attachments/4/9/pdf336294.pdf , S. 18-20) hier einmal ein paar (laufend zu ergänzende) Zahlen:


    Bei allen Bewerbungen werden die Kosten für den Investivhaushalt, des Durchführungshaushaltes, die Einnahmesituation sowie die Unterhaltungskosten nach Durchführung der Gartenschau ermittelt. In den Kosten sind in der Regel flankierende Infrastrukturmaßnahmen, die z.B. für die Gartenschau vorgezogen werden, nicht enthalten. Die Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft erhält in der Regel 4 Mio. € sowie die Kosten für den Ausstellungsbevollmächtigten (540.000 €)


    Unterschieden wird in Investitionskosten und Durchführungskosten. Die Investitionskosten sind die Kosten für die dauerhaften baulichen Maßnahmen im Zuge der Ausrichtung der BUGA und umfassten alle im Zusammenhang mit der BUGA neu gebauten Infrastruktureinrichtungen und baulichen Maßnahmen die langfristig genutzt werden wie Gartenanlagen, Wege, Plätze, Sport-, Spiel- und Erlebnisbereiche. Der Durchführungshaushalt umfasst die Kosten, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung der BUGA anfallen, hierzu zählen unter anderem auch alle temporären Baumaßnahmen, sowie alle aus der Geschäftstätigkeit der BUGA resultierenden Einnahmen.


    Außerdem wurden Zahlen aus Presseartikeln zugrundegelegt, wie etwa


    SPIEGEL ONLINE, 19.04.2010
    Verlustgeschäft Bundesgartenschau: Vielen Dank für die Schulden
    http://www.spiegel.de/wirtscha…ie-schulden-a-688895.html
    (siehe auch http://www.spiegel.de/thema/bundesgartenschau/ )


    n-tv.de, 13. April 2011
    Risiko Bundesgartenschau. Städte ziehen gemischte Bilanz
    http://www.n-tv.de/reise/Staed…ilanz-article3096206.html



    "Die meisten Gartenschauen sind defizitär", sagte 2011 der Geschäftsführer des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz, Peter Pferdekemper, in Mainz im Zusammenhang mit den gestiegenen Kosten der BUGA Koblenz.


    BUGA 2001 in Potsdam


    Gesamtkosten: 159,06 Mio. €
    Anteil der Stadt: 17,53 Mio. €
    Einnahmen bei 2,6 Mio. Besuchern:
    insgesamt kostendeckend


    IGA 2003 in Rostock
    http://de.wikipedia.org/wiki/I…Gartenbauausstellung_2003


    Gesamtkosten: 170 Mio. €
    davon Bau und Gestaltung des IGA-Geländes: 62 Mio. €
    Bau des Messezentrums: 32 Mio. €
    Einnahmen bei 2,63 Mio. Besuchern:
    Abschluss mit einem Fehlbetrag von fast 20 Mio. €


    zusätzliche Bruttoumsätze: über 50 Millionen Euro


    BUGA 2005 in München
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgartenschau_2005


    Investitionssumme: 65 Mio. €
    Gesamtkosten: 107 Mio. €
    Einnahmen bei 3 Mio. Besuchern:
    Abschluss mit einem Defizit von 0,7 Mio. €


    "Geschätzte 400 Millionen Euro hat die Buga an Wirtschaftskraft in den Großraum München gepumpt - durch Baumaßnahmen, aber auch durch mehr Übernachtungen sowie durch eine deutlich erhöhte Zahl an Tagestouristen", sagte ein Sprecher in München.


    BUGA 2007 in Gera und Ronneburg
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgartenschau_2007


    Gesamtkosten: 107 Mio. €
    Gesamtfinanzierungsvolumen: 146,1 Mio. €
    davon Fördermittel des Freistaates Thüringen: 86,4 Mio. €
    Eigenanteil der beteiligten Kommunen: 34,9 Mio. €
    Einnahmen bei 1,49 Mio. Besuchern:
    Abschluss mit einem Defizit von rund 3 Mio. €


    Folgeinvestitionen: rund 500 Millionen Euro


    BUGA 2009 in Schwerin
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgartenschau_2009


    Investitionskosten: 77,2 Mio. €
    Einnahmen bei 1,86 Mio. Besuchern:
    Abschluß mit einem Gewinn: 3,08 Mio. €


    BUGA 2011 in Koblenz
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgartenschau_2011


    geplant:
    Investitionskosten: 52 Mio. €
    Durchführungskosten: 50 Mio. €
    Gesamtkosten: ca. 102 Mio. € (brutto)
    Finanzierung:
    Einnahmen bei 1,7-2,0 Mio. Besuchern: 25 Mio. €
    Zuschüsse Land: 49 Mio. €
    Eigenanteil Stadt: 28 Mio. €
    Unterhaltungskosten nach BUGA: nicht angegeben


    real:
    Investitionskosten:
    Durchführungskosten:
    Gesamtkosten: (brutto)
    Finanzierung:
    Einnahmen bei 3,558 Mio. Besuchern:
    Zuschüsse Land: 49 Mio. €
    Eigenanteil Stadt: 28 Mio. €
    Unterhaltungskosten nach BUGA: nicht angegeben
    Gewinn von rund 13 Millionen Euro


    Laut Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz seien diese Zahlen eine mutwillige Täuschung der Öffentlichkeit. Die BUGA habe alles in Allem 112 Mio. Euro gekostet. Davon seien aber nur 42 Mio. Euro durch Einnahmen wieder eingespielt worden. Es blieben also 70 Mio. Euro übrig, die der Steuerzahler zu bezahlen hätte.
    http://www.steuerzahler-rheinl…082c54615i1p66/index.html


    ursprünglich geplante BUGA 2013 in Osnabrück


    angesetzte Kosten laut Machbarkeitsstudie Bundesgartenschau Osnabrück 2013, Vorabzug/Stand 04.07.2002:


    Investitionskosten: 122 Mio. €
    Durchführungskosten: 44 Mio. €
    Gesamtkosten: ca. 166 Mio. € (brutto)
    Einnahmen bei 2 Mio. Besuchern: 22 Mio. €
    Einnahmen bei 1,6 Mio. Besuchern: 18 Mio. €
    Unterhaltungskosten nach BUGA: 1,5-3 Mio. €


    IGS 2013 in Hamburg


    Investitionskosten: 78 Mio. €
    Durchführungskosten: 51 Mio. €
    Gesamtkosten ca. 129 Mio. € (brutto)
    Einnahmen bei 2,5 Mio. Besuchern: 52 Mio. €
    Einnahmen bei 1,7 Mio. Besuchern: 43 Mio. €
    Unterhaltungskosten nach BUGA: nicht angegeben



    ursprünglich geplante BUGA 2015 in Bochum


    Machbarkeitsstudie BUGA 2015, Bundesgartenschau Bochum 2015:


    Die Stadt Bochum ging bei ihrer Kostenschätzung für die Investivkosten von einer
    durchschnittlichen Förderhöhe von Seiten des Landes Nordrhein Westfalen von 60%
    aus (= ca. 37 Mio. €). Darüber hinaus wurde durch die Entwicklung von Wohnbauflä-
    chen angestrebt, eine Wertschöpfung zu erzielen, die in die Finanzierung der Bun-
    desgartenschau eingebracht werden sollte (= 15 Mio. €).


    Investitionskosten: 50 Mio. €
    Durchführungskosten: 50 Mio. €
    Gesamtkosten: ca. 100 Mio. € (brutto)
    Einnahmen bei 2 Mio. Besuchern: 28 Mio. €
    Einnahmen bei 1,5 Mio. Besuchern: 14 Mio. €
    Unterhaltungskosten nach BUGA: nicht angegeben


    BUGA 2015 in der Havelregion
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgartenschau_2015
    http://www.buga-2015-havelregion.de/daten-fakten.html


    Investitionskosten: ca. 40 Mio. €
    Durchführungskosten: ca. 28,3 Mio. €
    Gesamtkosten: ca. 68,3 Mio. € (brutto)
    Erwartete Besucher: ca. 1,5 Millionen


    IGS 2017 in Berlin


    BUGA 2019 in Heilbronn
    http://www.buga2019.de/
    http://www.heilbronn.de/wir_inn/zukunft/buga2019/


    Investitionskosten: ca. 141 Mio. € - für die Infrastruktur des neuen Stadtviertels Wohlgelegen
    Durchführungskosten: ca. 44 Mio. €
    Gesamtkosten: ca. 185 Mio. €


    BUGA 2021 in Erfurt
    http://www.bewerbung-bugaerfur…ode/336502/Lde/index.html
    Machbarkeitsstudie: http://www.bewerbung-bugaerfur…die_BUGA-Erfurt_final.pdf


    Investitionskosten: 61 Mio. €
    Durchführungskosten: 39 Mio. €
    Gesamtkosten: ca. 100 Mio. € (brutto)
    erwartete Eintrittserlöse von rund 27 Millionen Euro,
    hinzu kommen Mittel aus Pachten, Spenden sowie Mittel der Stadtwerke Erfurt (SWE)
    Unterhaltungskosten nach BUGA: nicht angegeben


    BUGA 2025 in Mannheim


    Investitionskosten: 105 Mio. €
    Durchführungskosten: 41,35 Mio. €
    Die Kosten sollen unter anderem durch Zuschüsse (bis zu 40 Prozent), Eintrittsgelder und Sponsoren gedeckt werden.
    http://www.morgenweb.de/mannhe…0-millionen-euro-1.776615


    Kosten für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie in Vorgängerstädten:
    (laut Vorstudie Köln, S. 22, Anm. 9)


    Aachen: Gesamtkosten ca. 200.000 € mit anteiliger Umlage auf die beteiligten Städte, Kreise je 50.000 €.
    Bochum: für die erste Stufe 130.000 €, insgesamt in den Haushalt 200.000 € eingestellt.
    Mainz/Wiesbaden: Machbarkeitsstudie 1. Teil (Variante 1) 60.000 €, Vertiefung für den 2. Schritt je Stadt 150.000 €.
    Havelregion: Die Kosten für die Vorarbeiten (Variante 1) beliefen sich auf ca. 50.000 €, der 2.Teil (Bewerbungsstudien einschl. Präsentation) lag bei. 135.000 €. (anteilige Umlage 30.000 € je Stadt).


    In Köln wurden 611.500 € veranschlagt:
    - Erarbeitung der Machbarkeitsstudie: 200.000 €
    - Moderation: 100.000 €
    - Planungsverfahren Innerer Grüngürtel: 150.000 €
    - Durchführung, Druckkosten: 50.000 €
    - Öffentlichkeitsarbeit: 100.000 €
    - Bewerbungskosten Deutsche Bundesgartenschau Gesellschaft: 11.500 €

  • Bewerbung Markleebergs für die Landesgartenschau 2015

    In der Kommentarspalte zu dem Artikel in der


    LVZ-Online, 18.01.2013
    CDU will Bundesgartenschau nach Leipzig holen – Feiertag: „ökologischer Unsinn“
    http://www.lvz-online.de/nachr…rzynski-cdu-a-171019.html


    wurde auf den Agrapark und die gescheiterte Bewerbung der Stadt Markkleeberg als Austragungsort der 7. sächsischen Landesgartenschau 2015 verwiesen. Diese wird in Oelsnitz/Erzgeb. stattfinden. Den freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb gewann das Leipziger Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau "Station C23" mit Sitz im Tapetenwerk ( http://www.stationc23.de ).



    LVZ-Online, 01.02.2011
    Enttäuschung in Markkleeberg, Borna und Delitzsch
    Landesgartenschau 2015 in Oelsnitz
    http://www.lvz-online.de/regio…markkleeberg-a-72822.html


    Markkleeberg 2015 – Bewerbung für die Landesgartenschau
    http://www.markkleeberg2015.de/
    http://www.agra-park.info/service/presse?article=177


    Bewerbungskonzept der Stadt Borna zur Ausrichtung der 7. Sächsischen Landesgartenschau 2015
    http://www.stationc23.de/PROJE…gartenschau-in-borna.html


    Demnächst soll das sächsische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt der Landesregierung einen Vorschlag unterbreitet, ob es eine weitere sächsische Landesgartenschau geben soll, wenn ja, wann, und die diese finanziert werden soll. Bislang gibt es seit der ersten Gartenschau in Lichtenstein 1996 einen Dreijahresrhythmus. Wenn dieser beibehalten wird, wird das Ministerium Anfang 2013 die nächste Schau ausschreiben. Interessierte Kommunen hätten danach ein halbes Jahr Zeit, eine Bewerbung einzureichen. Unter anderem haben die Städte Zwickau (900-Jahrfeier), Plauen (900-Jahrfeier 2022) und Glauchau bereits ihr Interesse für 2018 bekundet.

  • NuKLA contra, CDU weiterhin pro

    Ganz langsam nimmt die Debatte um die Ausrichtung einer BUGA in Leipzig an Fahrt auf:


    LVZ, 23.1.2013
    Auwald zwischen Buga und Welterbe
    Natur-Verein nennt CDU-Vorschlag "ökologischen Unsinn" / Heymann sieht große Potenziale


    Zu dem Vorschlag der CDU-Fraktion, auf dem Areal am Elsterbecken und der Neuen Luppe bis hin zum Auensee eine Bundesgartenschau auszurichten und damit diese Gebiete und die angrenzenden Stadtteile Möckern und Wahren zu entwickeln, äußerte sich nun Wolfgang E. A. Stoiber, der Vorsitzende des Vereins Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald (NuKLA): "Es ergibt überhaupt keinen Sinn, den Auwald, zu dem auch der Clara-Zetkin-Park gehört, kurzzeitig in eine künstliche Blumenlandschaft zu verwandeln." Deren Erhalt würde langfristig entweder enorme Kosten verursachen oder die Fläche müssten aus Kostengründen nach der Buga-Saison dem Verfall preisgegeben werden muss. Stoiber bezeichnete die Idee als "ökologischen Unsinn" und verwies darauf, dass Leipzig schon jetzt die Pflege städtischer Blumenrabatten nur noch in abgespeckter Form finanzieren kann. "Über eine Begrünung von Industrie- und Wohnbrachen Leipzigs hingegen sollte unbedingt diskutiert und gesprochen werden." Wertvolle ökologisch sensible Flächen dürften nicht "dem Gestaltungswahn der Großgartenphantasten zum Opfer" fallen. Leipzig brauche keinen riesigen künstlichen Garten mit großflächigen, gestylten Blumen-Monokulturfelder. Zugleich befürchtet Stoiber eine "motorboottaugliche Kanalisierung der Leipziger Auwaldgewässer". Derweil verfolgen Leipziger Naturvereine ein anderes Großprojekt - die Bewerbung mit den Auenökosystemen zwischen Zeitz und Halle/Merseburg/Dessau mit Zentrum Leipziger Auwald für den Unesco-Welterbetitel. In Kürze wollen die Vereine einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen.


    22.1.2013
    NuKLA zum Thema: Leipzig soll BUGA-Stadt werden
    http://klassischekartoffelkonz…g-soll-buga-stadt-werden/


    CDU-Stadträtin Sabine Heymann reagierte auf die Kritik, in dem sie noch einmal den Inhalt ihres Antrags bzw. der Pressemitteilung zusammenfaßte: "Uns geht es vielmehr darum, Brachen naturnah zu entwickeln." Sie nannte erneut die Fläche am Klärwerk Rosental, die weitgehend ungenutzte Altdeponie am Heuweg (hier könne beispielsweise ein einzigartiger Aussichtspunkt entstehen) und den immer noch unter schlechter Wasserqualität leidenden Auensee (ein Naherholungsgebiet in Tradition des früheren Lunaparks). "Sicherlich wird niemand um Blumenbeete herumkommen - aber auch dafür gibt es Flächen, etwa am Richard-Wagner-Hain." In einem entschlammten Elsterbecken könne Heymann sich zudem weitere sportliche Nutzungen vorstellen, ohne dass nun die gesamten Gewässer schiffbar werden.



    Leider verrät uns Frau Heymann nicht, wie die Wassersportgeräte in das Elsterbecken kommen können, wenn die umliegenden Gewässer nicht auch schiffbar gemacht werden.


    Vor allem aber habe ich den Eindruck, ihr sei nicht klar, welche Dimensionen so eine BUGA hat. Dabei geht es zum einen um die finanziellen Aufwendungen: um Fördergelder, aber auch um kommunale Eigenanteile und die immensen Kosten für flankierende Infrastrukturmaßnahmen, die vor der Ausrichtung einer BUGA anfallen und in den Kostenübersichten oben gar nicht erscheinen. Zum zweiten geht es um die zur Verfügung zu stellenden Flächen. Blumenschauen sind ein, wenn nicht der Kernpunkt einer BUGA und kein notwendiges kleines Übel, das man mit ein paar Blümchenrabatten im Richard-Wagner-Hain abgearbeitet hat. Der Richard-Wagner-Hain hat eine Gesamtfläche etwa acht Hektar und wurde 1998 in die Liste der Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen aufgenommen, so dass da auch nicht unbegrenzt Hallen gebaut und neue Strukturen angelegt werden können ( http://de.wikipedia.org/wiki/Richard-Wagner-Hain ). Neben den großen Freiflächen gibt es bei einer BUGA immer auch Hallenaustellungen, für deren potentiellen Standort ich noch keine Vorschläge gehört habe.


    München 2005:
    - 130 Hektar Gesamtfläche
    - etwa 43 Hektar blühende Wiesen
    - 6,6 Hektar großer Zellengarten


    Gera und Ronneburg 2007:


    Schwerin 2009:
    - insgesamt 550.000 m² großes Areal, davon 39.500 m² Ausstellungsfläche
    - 4000 m² Ausstellungshallen


    Koblenz 2011:
    - Größe des Ausstellungsbereichs: 315.000 m², davon besonders intensiv genutzt das 8,6 Hektar das Areal um das Kurfürstliche Schloss (andere Zahl: 79.500 m²) und der 2,2 Hektar große Blumenhof am Deutschen Eck (nach anderen Angaben 31.500 m²).
    - Blumenhallen mit einer Fläche von über 4.000 m², über 20 Hallenschauen


    Havelregion 2015:
    - Ausstellungsbereiche und -flächen: insges. 54,7 Hektar
    - Brandenburg an der Havel (Marienberg, Packhof, Johanniskirche und Umfeld): 18,0 Hektar
    - Premnitz (Grünzug, Uferpromenade): 3,6 Hektar
    - Rathenow (Optikpark, Weinbergpark): 27,4 Hektar
    - Rhinow (Fliegerpark): 3,4 Hektar
    - Hansestadt Havelberg (Dombezirk, Stadtkirche): 2,3 Hektar


    - Pflanzflächen:
    - Stauden 35.760 m²
    - Wechselflor 11.760 m²
    - Rosen 3.540 m²
    - Rhododendren 1.700 m²
    - Agrosaaten 7.500 m²


    Heilbronn 2019:
    - ca. 30 ha große, ehem. Brachfläche


    Erfurt 2021
    - insges. 123,50 ha , davon
    - egapark 36,80 ha
    - Dendrologischer Garten 4,10 ha
    - Dreienbrunnenpark, Luisenpark 2,50 ha
    - Nordpark 13,20 ha
    - ehemalige Fliegerschule (einschließlich Förderschule) 2,50 ha
    - Fläche Altes Klärwerk 2,40 ha
    - Wohngebietspark Rieth 6,00 ha
    - Nördlicher Gera-Auenpark 19,60 ha
    - Brachfläche Kraftwerk (davon 2,30 ha öffentlich) 4,30 ha
    - Kilianipark 3,40 ha
    - Petersberg 28,70 ha


    Weitere Flächen aus dem Flächenpool in einer Größenordnung von rund 140 ha können flexibel den Kernflächen als Korrespondenzflächen hinzugeschaltet werden.

    Einmal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. () aus folgendem Grund: Link auf NuKLA-Website eingestellt

  • Ökolöwe lehnt touristische Vermarktungsideen BUGA oder UNESCO ab

    Pressemitteilung
    Leipzig, den 23.01.2013



    LVZ-Online, 23.01.2013
    Ökolöwe kritisiert mögliche Leipziger Bewerbung um Bundesgartenschau scharf
    http://www.lvz-online.de/leipz…/r-citynews-a-171567.html

  • Bundesgartenschau im agra-Park?


    http://www.pro-agra-park.de/news-1.html (Erlaubnis zum Vollzitat liegt vor).


    L-IZ, 07.02.2013
    Markkleeberger plädieren für gemeinsame Bewerbung für die BUGA 2025: Bundesgartenschau im agra-Park
    http://www.l-iz.de/Politik/Reg…bung-fuer-BUGA-46285.html

  • Pressemitteilung, Grüne Landkreis Leipzig, 15. Februar 2013:


  • Politiker können sich ihre Polemik nicht ersparen. Wird der Verkehr auf der Hochstraße besser, wenn gelbe anstatt von blauen Schildern stehen ? Kann ich mir nicht vorstellen - aber politische Statements, egal von wem, sind immer so eine Sache.


    Insgesamt kann ich aber da nur zustimmen, dass eine BUGA in Leipzig nur im AGRA-Park stattfinden sollte. Spricht doch alles dafür. Schnellbahnanbindung an die Innenstadt, Autobahnanschluss und die herrliche Lage des Parks am Südrand von Leipzig. Markkleeberger und Cospudener See könnten gleich mit einbezogen werden. Außerdem ist der AGRA-Park ja quasi schon so eine Art Vorstufe eines BUGA-Geländes.


    An der Idee, das ganze im Auenwald zu veranstalten, kann ich nicht einen Vorteil finden...

  • "Die Stadtverwaltung prüft unter Federführung des Amtes für Stadtgrün und Gewässer die grundsätzliche Machbarkeit einer Bundesgartenschau in Leipzig auf Grundlage vorliegender Machbarkeitsstudien und legt dem Stadtrat bis zum 30.06.2013 das Prüfergebnis und einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen vor."


    Die Potenziale einer Bundesgartenschau in Leipzig wurden in der Vergangenheit schon mehrfach beleuchtet und im Rahmen von Machbarkeitsstudien geprüft. Auf Grundlage dieser vorliegenden Erkenntnisse ist zunächst eine grundsätzliche Prüfung der Chancen und Risiken einer BUGA im Jahr 2025 bis zum 30.06.2013 durch die Verwaltung möglich. Im Ergebnis dieser grundsätzlichen Prüfung kann dann über das weitere Vorgehen entschieden werden."


    L-IZ, 22.06.2013
    Stadtverwaltung stimmt zu: Bewerbung für die BUGA 2025 wird bis zum 30. Juni geprüft
    http://www.l-iz.de/Politik/Bre…-fuer-die-BUGA-49288.html

  • Stadt Leipzig bewirbt sich nicht für die BUGA 2025 oder IGA 2027

    Die Beschlussvorlage zur BUGA-Bewerbung kommt bei der Stadtratssitzung am 22.01.2014 zur Abstimmung:


    Einreicher: Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport
    Beschlussfassung in: öffentlicher Sitzung
    Beschlussvorlage an die Gremien der Stadt Leipzig
    Betrifft: Risikobewertung Bewerbung als Bundesgartenschau-Stadt (BUGA) 2025 oder für eine internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027
    Beratungsfolge: 19.11.2013 Dienstberatung
    03.12.2013 Fachausschuss Umwelt und Ordnung
    22.01.2014 Ratsversammlung
    14.01.2014 Fachausschuss Umwelt und Ordnung


    Beschlussvorschlag


    1. Die Risikobewertung Bewerbung als Bundesgartenschau-Stadt (BUGA) 2025 oder für eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027 wird zur Kenntnis genommen.
    2. Die Stadt Leipzig bewirbt sich nicht für die BUGA 2025 oder IGA 2027.


    Risikobewertung Bewerbung als Bundesgartenschau-Stadt (BUGA) 2025 oder
    für eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027


  • Die CDU will so schnell nicht aufgeben:


    PM, 28.11.2013
    http://www.cdu-leipzig.de/view…st-mehr-chance-als-risiko


  • Stadt Leipzig bewirbt sich nicht für die BUGA 2025 oder IGA 2027

    Die Analyse der Stadtverwaltung ergab, dass die Flächen, die in einer Ausschreibung zur Bundesgartenschau (BUGA) genannt werden, in Leipzig nicht vorhanden sind, es sei denn, man würde ein größeres Stück Auwald dafür roden. Der Stadtrat folgte daher am 12. Februar 2014 der Beschlussvorlage zur BUGA-Bewerbung:


    Die Stadt Leipzig bewirbt sich nicht für die BUGA 2025 oder IGA 2027.


    Neu aufgenommen wurde der Punkt 3:


    Im Rahmen des Projektes „Leipzig weiterdenken“ und als Pilotprojekt der Bürgerbeteiligung wird die Idee der grünräumlichen Entwicklung der Spange vom Richard-Wagner-Hain bis zur Auwaldstation konzeptionell aufgenommen und weiterentwickelt.


    Beschluss-Nr.: BS/ RBV-1972/14/
    Risikobewertung Bewerbung als Bundesgartenschau-Stadt (BUGA) 2025 oder für eine internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027
    http://notes.leipzig.de/appl/l…A1F78CEA4C1257C8200320D1D


    L-IZ, 12.02.2014
    Der Stadtrat tagt: Keine internationale Gartenschau in Leipzig aber Aufwertung des Nordraums
    http://www.l-iz.de/Politik/Lei…hau-in-Leipzig-53749.html

  • Alle Jahre wieder ... CDU will BUGA 2029 nach LE holen

    LVZ, 23.11.2016
    http://www.lvz.de/Leipzig/Loka…u-2029-nach-Leipzig-holen


    CDU will Bundesgartenschau 2029 nach Leipzig holen
    Ein „Experimentierfeld für innovative Stadtentwicklung“ – das könnte Leipzig mit einer Bundesgartenschau (Buga) werden. Deshalb schlägt die Leipziger CDU-Stadtratsfraktion vor, eine Bewerbung um die Buga 2029 zu prüfen. Als Areale dafür schwebt ihr sowohl der Nordraum als auch der Leipziger Osten vor.



    Vorlage - VI-A-03314
    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1005122


  • mal abgesehen von den erfolgsaussichten einer solchen bewerbung:
    das konzept wäre so ziemlich das beste, was dem leipziger osten widerfahren könnte.


    nur leider wird die idee wohl nicht mal im heutigen stadtrat mehrheitsfähig sein, weil sie von der "falschen" partei kommt. und das, obwohl die pläne für den ohnehin geplanten parkbogen-ost erst jüngst stark eingedampft werden mussten, da es mit der finanzierbarkeit hapert.


    das ist alles sehr bedauerlich, wenn man bedenkt, was in den ersten nachwendejahren möglich war, als es noch nicht um parteien-hickhack ging und alle an einem strang zogen: der stadtteilpark plagwitz, der henriettenpark oder der lene-voigt-park wären in ihrer jetzigen ausprägung heute gar nicht mehr umsetzbar.


    statt dessen wurde in den letzten jahren die (vom bund finanzierte) umgestaltung des wilhelm-leuschner-platzes zum "garten der friedlichen revolution" verhindert und der (erst vor ein paar jahren mit reichlich fördergeldern begrünte) paul-runki-platz sollte sogar mit einer schwimmhalle überbaut werden.


    leider ist für die bobos rund um die ohnehin auenwaldnahen stadtteile und die "linken" in den plattenbauvierteln der abgehängte leipziger osten offenbar nicht mehr interessant genug, um sich dort noch für ein wirklich attraktives parkband zu engagieren.


    damit würde das scheitern dieser buga-bewerbung aber auch zum scheitern vom angeblichen weltverbesserern, denen es tatsächlich nur um ihren eigenen vorgarten (bzw. wahlkreis) ginge. dies sich nicht eingestehen zu müssen, ist vielleicht die einzige chance, dem vorschlag im stadtrat doch eine mehrheit zu verschaffen.

  • ^ Soweit kommt's noch, dass die Leipziger CDU als Partei der Visionäre in den Himmel gelobt wird, nur weil sie mal eine Empfehlung für die BUGA 2029 in Leipzig ausgesprochen hat.


    Die geplante Schwimmhalle am Otto-Runki-Platz scheiterte im Stadtrat auch an den Stimmen von CDU und AfD. Da wollten die konservativen Weltverbesserer wohl ihr eigenes Wählerklientel nicht verprellen, wenn es darum geht, den Leipziger Neubürgern im Osten nicht auch noch eine top moderne Schwimmhalle vor die Nase zu setzen. Kriegen ja eh schon alles hinterhergeworfen, nicht wahr? Und die Umgestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes zum Platz der friedlichen Revolution scheiterte am Widerstand der Bürger, woraufhin der Stadtrat auch mit Stimmen der CDU die Pläne vorerst gekippt hat.


    Dass heute, obwohl nötig, nicht mehr in ganz anderen Größenordnungen gedacht wird, hat viel mit der gescheiterten Olympiabewerbung und den ausufernden Kosten beim Citytunnel zu tun. Jetzt haben wir den Boom, der in den 90er-Jahren trotz Mantra von der Boomtown Leipzig ausblieb. Dafür hat die Stadt heute keine Visionen mehr.

  • Mal abgesehen, dass dieses politisieren und polemisieren bestimmter Sachverhalte schon ein wenig neurotisch wirkt, sollte man vielleicht auch erwähnen, dass der Parkbogen Ost auf die Initiative der "bobos" (sind das laut AfD nicht die Bürger mit Migrationshintergrund?) und der "Weltverbesserer" zurückgeht.

  • zu #15 & #16:
    schade. aber immerhin danke für die bestätigung meiner befürchtung.


    denn genau das meinte ich:
    jetzt wird man schon in eine komische rechte ecke gestellt, wenn man sich gegen die bebauung des otto-runki-platzes ausspricht und die buga-bewerbung für eine gute idee hält. um sachliche inhalte geht's leider immer weniger.


    entzündete sich der "widerstand" bestimmter bürger an der geplanten begrünung des wilhelm-leuschner-platzes etwa am gestaltungskonzept des "gartens der friedlichen revolution"? oder an dessen kosten von 0 euro für die stadtkasse? nein, da ging es nur um die ablehnung des dahinter stehenden gedankens. die folgen sind zu sehen: anhaltende trostlose ödnis. irgendwann wird der platz mit steuergeld der leipziger wie üblich zugepflastert werden. was für eine vertane chance!


    und beim otto-runki-platz drohte dieses spielchen - in umgekehrter richtung und damit noch irrsinniger - wiederholt zu werden. ein erst kürzlich mit viel fördergeld begrünter stadtplatz in einem ansonsten dicht besiedelten viertel sollte dem bau einer schwimmhalle weichen. mit der begründung der "linken"-stadträtin hollick noch nach der abstimmung: "ich kenne viele afgahnen in der eisenbahnstrasse, von denen kann kaum einer schwimmen!"


    was soll so etwas?
    das kann doch keine hinreichende rechtfertigung dafür sein, eine grüne oase inmitten einer ohnehin baumarmen gegend zu vernichten.
    und was steht denn da übrigens für ein menschenbild dahinter? afgahne sein ist doch keine behinderung. wer um die halbe welt (und durch ein halbes dutzend eu-länder) hierhergekommen ist, wird ja wohl auch clever genug sein, ein paar kilometer bis zur nächsten schwimmhalle zu schaffen. das müssen andere auch. da kann man sie also ebenso an einer anderen, geeigneteren stelle errichten.


    unter den von cowboy so genannten "leipziger neubürger im osten" verstehe ich im gegensatz zu ihm auch die menschen aus den eingemeindeten stadtteilen. die haben bisher nur höhere steuern und kfz-versicherungsprämien zahlen müssen. aber sie sind es, die mit ihren steuern den bau der neuen schwimmhalle überhaupt ermöglichen.
    ist es da etwa zuviel verlangt, einen standort zu finden, der einerseits den otto-runki-platz als grünanlage erhält und andererseits - auf halber strecke zwischen engelsdorf und der eisenbahnstrasse - für alle gut erreichbar ist? es gibt doch alternative standortvorschläge.


    in finanzieller hinsicht wäre es freilich ideal, den schwimmhallenneubau bereits in ein buga-konzept einfliessen zu lassen und dadurch mehr fördergelder zu aquirieren. denn auch hierbei irrt cowboy: die kostenexplosion beim city-tunnel ging dank geschickter vertragsgestaltung am leipziger haushalt glatt vorbei.


    mit durchdachter und durchgeplanter stadtentwicklung kann man mehr erreichen, ohne mehr zu zahlen. vor ein paar jahren war leipzig ein meister in dieser disziplin. heute stellt man sich dabei manchesmal selbst ein bein. blöde ausreden oder parteipolitisches geplänkel machen es nicht besser, sondern eher schlimmer...

  • Zitat von dj tinitus

    denn genau das meinte ich:
    jetzt wird man schon in eine komische rechte ecke gestellt, wenn man sich gegen die bebauung des otto-runki-platzes ausspricht und die buga-bewerbung für eine gute idee hält. um sachliche inhalte geht's leider immer weniger.


    Und ich dachte schon, ich wäre der einzige Satiriker im L-Forum.



    @Dase, mit "Bobos" meinte dj tinitus vermutlich diese Spezie.


    Ansonsten darf es hier wirklich gern wieder um sachliche Inhalte gehen.

  • genau die meinte ich: leute, die bei sich in plagwitz über jeden am felsenkeller zu fällenden morschen baum jammern, an schleußiger strassenbäumen "urban gardening" betreiben oder in connewitz eine zwischenbegrünte brache zum "park" hochjazzen, um deren bebauung zu verhindern - aber denen es völlig egal ist, ob den bewohnern des ostens ihr otto-runki-platz zugebaut werden soll. oder ob eine buga-bewerbung als katalysator dafür dienen könnte, auch im osten ein attraktives parkband zu schaffen.

  • Zukunft des Stadtteilparks Volkmarsdorf

    Pressemeldungen und mehr unter:
    https://www.facebook.com/BundesgartenschauLeipzig/?fref=ts


    Weil es ja doch paßt:


    Vorlage - VI-F-03464-AW-01
    Betreff: Zukunft des Stadtteilparks Volkmarsdorf
    Einreicher: Dezernat Wirtschaft und Arbeit
    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1005437



    Welcher Partei gehören noch mal der Beigeordnete für Wirtschaft und Arbeit und nicht wenige Amts- und Sachgebietsleiter_innen im Dezernat Wirtschaft und Arbeit an?