Martinsviertel (Heumarkt/ Alter Markt/ Rathaus)

  • Das ist der nächste Kandidat für eine städtebauliche Aufwertung am Heumarkt. Der große Komplex, ein Projekt der Proximus Real Estate GmbH, liegt in einem städtebaulich sensiblen Umfeld zwischen dem von Straßen zerschnittenen südlichen Heumarkt und der etwas höher gelegenen romanischen Kirche St. Maria im Kapitol mit ihrer prächtigen Dreikonchenanlage. Eine Neubebauung ist hier möglich, da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht.


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    Bild: tieko


    PROXIMUS strebt momentan eine "gezielte nachhaltige Aufwertung" des Quartiers an, also offenbar Sanierung im Bestand anstatt baulicher Veränderungen. Die Sanierung der Tiefgarage wurde bereits abgeschlossen, mit zwei Bestandsmietern (darunter eine Facharztpraxis) wurden die Mietverträge außerdem "langfristig verlängert" (Q).

  • Das Gebäude links neben dem Hansainvest-Projekt wird ebenfalls abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

    Neuer Investor ist der Aldi-Konzern, der dort voraussichtlich eine Filiale plant. Der Kostümhändler Deiters zieht 2025 aus. Eigentlich wollte Deiters das Gebäude aus den 50er Jahren selbst kaufen, aber der bauliche Zustand war zu schlecht. Demnächst werden sie aber eine zweite Filiale in der Innenstadt eröffnen. Über dem Erdgeschoss sind Wohnungen geplant. Wie das Haus aussehen wird, steht noch nicht fest. Die Informationen stammen aus der Printausgabe des Kölner-Stadt-Anzeigers.


    Foto: fa9c3c74-d5f2-4cf5-bc88-fe3c41ddf52a.jpeg (1724×1293) (dumontnext.de)


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    Bild: Hansainvest Real Assets

  • ^ Es wird hoffentlich nicht so aussehen. Wie furchtbar hässlich. Das kann man wirklich nicht anders ausdrücken. Wie kann man so etwas überhaupt als Beispiel-Rendering veröffentlichen.


    Für Köln gibt es nur einen Weg nach oben: Futuristisch oder klassizistisch.


    Jetzt bitte endlich mal Finger weg von dieser Pseudoglorifizierung der 50er Jahre und „Wichtigkeit als Zeitzeugen“. Diese Gebäude finden nur Fetischisten toll. Sie sind nicht schön. Sie sind nicht praktisch. Sie sind nicht nachhaltig. Sie gehören entfernt! NICHTS an ihnen war jemals schön! Sie sind zum Zwecke des schnellen günstigen Wiederaufbaus entstanden und genau das strahlen sie auch aus!

    Dieser Versuch Kölns, sich aus diesen Bausünden eine architektonische Identität zu geben ist ein schlechter zynischer Witz. Und diese Beamten und Stadträte, die mit ihrer inflationären willkürlichen Denkmalpflege das Stadtbild ruinieren und Kölns ganzes Potential VERBAUEN, gehören entlassen.

  • ... und was sollen diese Schleppgauben auf den Steildachflächen, dienen wohl nur als Schmuck Beiwerk?

    Eine vernünftige Belichtung des Dachraumes ist damit wohl kaum möglich?! Maximal ein Effekt für einen Sakralraum unterm Dach!

  • Ich kann eure Kritik zum einen ja verstehen, natürlich ginge es deutlich besser. Allerdings bin ich schon zufrieden, dass hier immerhin ein ordentliches Dach geplant ist und nicht wieder ein Flachdach Beton Klotz.


    Aber ja, klar bin ich auch enttäuscht, wenn man bedenkt wie Potsdam oder Frankfurt an ihren zentralen Innenstadt Plätzen gebaut haben, dann wurde hier wieder eine Chance vertan.

  • ^ Es wird hoffentlich nicht so aussehen.

    Es ist Ihnen schon klar, dass es sich bei dem geplanten Neubau um das rechte Gebäude im Foto handelt?!!

    Was hat dieses Gebäude mit 50-er Jahre Architektur zu tun?

  • .....und was hat der Neubau mit der angeblich "inflationären willkürlichen Denkmalpflege" der Stadt Köln zu tun????

  • ^ Das erkläre ich gern!


    Erstens ja, es ist mir bewusst, dass es um das rechte Gebäude geht. Die kastige Form, die Kombination aus grauen Klinkern mit distanzierten Fensterlücken, die in dicke Wände eingestampften Einfachfenster, das phantasielose Design, etc. schreien 50er. Das Design wird 100 prozentig an den Stil der 1950er angelehnt sein, genau wie beim Laurenz-Carrée der Fall. Es würde mich nicht wundern, wenn das in der Bauausschreibung sogar wieder ausdrücklich gewünscht war.


    Zum Thema inflationärer und willkürlicher Denkmalschutz: Es ist doch an Ironie kaum zu übertreffen, dass ausgerechnet in Köln – eine Stadt, wegen wessen hässlicher Nachkriegsarchitektur ursprünglich mal der Denkmalschutz ins Leben gerufen wurde (alte Oper, Bahnhofvorhalle, etc. waren ja nach dem Krieg noch erhalten und trotzdem abgerissen worden) – der Denkmalschutz so gut wie jedem ambitionierten Bauvorhaben im Weg steht. Nur bei SOLCHEN Vorschlägen wird nicht lang überlegt. Denn ja, passt ja zum Rest! Köln soll halt einfach nicht schöner werden.


    Wo ist die Logik?

  • Ist das der falsche Link, da dort werden lediglich die Namen der Architekturbüros vom erst bis drittplatzierten genannt ohne Entwürfe.

  • Nein, du musst nur ein wenig runterscrollen - dann siehst du unter "Preisträger" dann "Darstellungen der Preisträger" - mit vergrößerbaren Visus und Lageplänen.
    Also - bei mir jedenfalls. Und warum sollte die Seite bei dir anders sein als bei mir. Wäre doch sehr seltsam.

  • Dann kann ich es mir nicht erklären. Ich sehe unter demselben Link die Entwürfe und bin auf der Seite nicht registriert. Dann soll es wohl nicht sein...

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  • Erstens ja, es ist mir bewusst, dass es um das rechte Gebäude geht. Die kastige Form, die Kombination aus grauen Klinkern mit distanzierten Fensterlücken, die in dicke Wände eingestampften Einfachfenster, das phantasielose Design, etc. schreien 50er.

    links ist der bestandsbau, den ALDI jetzt neubebauen wird, rechts wurde ein wettbewerb ausgetragen, den thomas kröger architekten gewonnen haben. und der entwuf von thomas kröger hat ja wirklich gar nichts mit den 50er gemein. über was schreiben sie eigentlich?

  • links ist der bestandsbau, den ALDI jetzt neubebauen wird, rechts wurde ein wettbewerb ausgetragen, den thomas kröger architekten gewonnen haben. und der entwuf von thomas kröger hat ja wirklich gar nichts mit den 50er gemein. über was schreiben sie eigentlich?

    Über genau den Entwurf von Kröger Architekten, der absolut die Geschmacksverirrung der 50er Jahre widerspiegelt 😅 das ist doch mehr als eindeutig.

  • Ich finde Platz 3 besser als 1, aber Platz 2 wiederum am schwächsten.

    100%, genau das habe ich auch gedacht und dann deinen Beitrag gelesen.


    Platz 3 ist weit weit voraus Platz 1, hätte gut (besser) gepasst. Tja Köln, alles wie immer.

    Vielleicht gehen auch noch ein paar Pleite und dann Baugruben Hopping in der Stadtrundfahrt, vor dem Rathaus wird ja auch eine never ending story :whistling:


    Bei mir geht übrigens der 1.Link, unter den Architekten einwandfrei die Darstellung (Chrome)

  • Opo Maik66 Ich sehe es genauso. Bei mir wäre der 3. Platz von NoAarchitekten auch auf Platz 1 gelandet. Lediglich das Erdgeschoss, bzw. die Gestaltung der Ladenlokale gefallen mir nicht so. Ebenso würde ich mir eine dezent differenzierende Farbgestaltung wünschen. Aber das sind Kleinigkeiten.

    Ich glaube, der Entwurf von NoAarchitekten ist es nicht geworden, weil er- im Vergleich zu den anderen beiden Entwürfen - das Objekt in der Höhe gestaffelt hat und somit nicht die (aus Sicht der Investoren) optimale Flächenausnutzung hat - also eine geringere BGF - bietet.