Beiträge von ottcgn1

    Ich kann mit der visualisierten Gestaltung der Nordseite/"Hinterseite" des Hauptbahnhofs (Post 335) durchaus leben: Wirkt auf mich "entspannt", nicht effektheischend, durch die doppelstöckigen Fensterfronten durchaus großzügig, modern und großstädtisch und durch die Bepflanzung auch noch etwas "urban" und schick. Für mich passt das auch zu der vorhandenen, umgebenden Randbebauung.


    Ob man auf dem Platz aber tatsächlich "Platz nehmen" will, etwa, um gemütlich einen Kaffee zu trinken, mag ich mir wegen des besonderen Publikums aber gleichwohl auch nach dem Umbau nicht recht vorzustellen. Und ob die DB es tatsächlich hinbekommt die Pflanzen zu pflegen...

    Ich bedauere es auch sehr, dass die sehr begrüßenswerte Kooperation zwischen Erzbistum und Stadt hier nicht zu einem greifbaren Ergebnis kommt. Diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit, der Mut zu übergreifendem Denken für die Stadt und diesen besonderen Ort war das Beste an den Projekt, was mir sehr gefallen hatte. Meinen Dank und Applaus dafür! Respekt auch vor der nachvollziehbaren Entscheidung des Erzbistums.


    Mit der Architektur, mal ganz ehrlich, war ich nie "warm geworden". Dieser Kubus für das Stadtmuseum hatte ohnehin nichts von "Historischer Mitte" oder "Historischem", auch wenn die Fassadengestaltung am Ende besser geworden war. Der Kubus hätte aus meiner Sicht wohl eher die Hilflosigkeit der aktuellen Architekturszene zementiert, der nichts besseres als mutlose, eckige Zweckbauten einfällt, und einem solchen Ort keinen Charme, keine Besonderheit oder Einzigartigkeit geben kann. Ich will damit nicht sagen, dass ich es besser wüsste oder könnte, aber vielleicht ist es am Ende doch gut so, dass wir hier nicht zur Umsetzung gekommen sind.


    Interessant wird gleichwohl, wie es mit dem Kurienhaus, dem Werkstattgebäude des RGM und dem Zeughaus weitergehen wird. Beide Gebäude am Roncalliplatz sind aus meiner Sicht nicht erhaltenswert. Das Erzbistum kann sicher geeignete Mietflächen in der Innenstadt finden. Ich habe aber spontan auch noch keine Idee, wie diese Situation insgesamt gelöst werden kann (zumal ich kein Beteiligter/Verantwortlicher bin). Vielleicht existiert bereits ein "Plan B"?

    Ich begrüße es auf jeden Fall, dass die Hahnentorburg auch weiterhin mit Leben gefüllt sein soll. Die Anbauten erfolgen nicht auf der "Schauseite" (Osten) und ersetzen mehr oder weniger den bisherigen unschönen Annex und ergänzen eine Lücke in der West-Fassade. Dadurch wird der Komplex aus meiner Sicht auch "von hinten" ansehnlich und eher "vollständig".


    Was die Renderings angeht, so sind diese tatsächlich eher "grob" und einfach und können auf den ersten Blick nicht wirklich begeistern. Das Erdgeschoss wirkt irgendwie zu niedrig und wie man Fenster berücksichtigt hat bleibt auch irgendwie unklar. Das Design an sich mit den Karos und die Farbwahl sind aber sehr ansehnlich. Ich würde mir auch eine Fuge zwischen Alt und Neu wünschen.


    Ich hoffe also sehr, dass der Architekt gute Materialien für die Oberflächen wählt und der Komplex insgesamt ein kleines Schmuckstück wird. Diese Chancen sehe ich durchaus als gegeben an.

    ...bei allem Respekt und sicherlich freuen sich die Mieter über die Balkone - aber das Ergebnis ist nach meinem Geschmack optisch keine Augenschmaus, um es höflich zu sagen.

    ...mich stört bei der oberirdischen Lösung (Skizze in Beitrag #81) am meisten, dass der halbe Neumarkt zur Bahnhaltestelle werden soll - selbst wenn "oben" etwas hinzugewonnen wird. Das wäre nicht mehr der Neumarkt, wie wir ihn kennen. Mit der "Halbierung" von Plätzen zu Gunsten der Verkehrsinfrastruktur haben wir mit dem Heumarkt aus meiner Sicht bereits ein zweifelhaftes Beispiel. Eine rein oberirdische Lösung ist in dieser Form sicher nicht zu Ende gedacht.

    Sicherlich kann man an Hand nur eines Renderings noch nicht so viel sagen, aber eines dürfte damit schon gewiss sein: Die Nordseite bleibt so etwas wie der "Hintereingang" (mit zwei Zugängen) des Hauptbahnhofs.


    Ich muss aber auch zugestehen, dass die Gestaltungsmöglichkeiten hier nicht gerade groß sind: Der Platz ist begrenzt und irgendwie muss die Fassade auch zur Umgebung passen. Gleichwohl hätte ich mir gewünscht, dass die DB hier mehr Charakter zeigt, etwa durch eine strengere Formgebung. Die schlanken Säulen wirken meines Erachtens irgendwie zufällig platziert. Vielleicht hätte man die zwei Eingänge auch mehr hervorheben können. Das Design ist doch sehr altbacken und es ist zu befürchten, dass die hübsche Dachbepflanzung später wegrationalisiert wird, weil in der Pflege zu aufwändig. Aber, wie gesagt, es ist am Breslauer Platz sicher nicht so ganz einfach einen "großen Wurf" zu landen.


    Was die Bedachung angeht wünsche ich mir hier natürlich auch "etwas Besonderes" - das könnte das Ganze dann doch noch "herausreißen".

    Es geht langsam voran mit dem MiQua, aber es geht voran. Jetzt steht die erste Seitenwand, noch ohne die finale Fassade. Bis März 2024 will man mit dem Bau fertig sein. Der Baufortschritt hängt aber von den Stahllieferungen und den Fortschritten in der Gründung der archäologischen Funde ab, für die noch tief ins Erdreich gegraben werden wird. Immerhin bekommen wir jetzt eine Idee für die echte Raumwirkung des Gebäudes.


    Bericht der Kölnischen Rundschau mit Bild:

    https://www.rundschau-online.d…es--miqua--steht-38157422

    Also ich bin mit der Gestaltung von Gebäude 1 (Roncalliplatz) nach wie vor sehr zufrieden. Als Bürohaus durchaus elegant und passend für diesen Ort. Mir gefällt auch, dass es im Übergang zu Gebäude 2 (Unter Goldschmied) einen eigenen Abschluss als Solitär bekommt.


    Die Fassade von Gebäude 2 (Ecke Große Budengasse) wurde dann doch noch einmal deutlich überarbeitet. Wirklich "hin und weg" war/bin ich von beiden Entwürfen nicht. Es steht aber auch wirklich nicht an der auffälligsten Ecke der Stadt. Es bleibt zu hoffen, dass das Gebäude vor allem durch die Ladenvermietung Leben erhält und sich dann gut einfügt.


    Wenn ich es richtig verstanden habe, werden tatsächlich einige Zimmer des Senats-Hotels in einem Teil von Gebäude 2 untergebracht. Die Gäste müssen dann wohl über die Straße zum Zimmer bzw. zum Hotel-Frühstück gehen.

    Eine passende, gleichwohl adressbildende, Architektur für das nördliche Baufeld zu finden, war sicher nicht einfach. Auch aus meiner Sicht ist dies durchaus gelungen. Aber Begeisterung bricht bei mir nicht aus.


    Was ich nicht verstehe, sind die Fenster hinter den bodentiefen Glaswänden. Auch einen Glasmacher für die abgerundeten Fenster an den Gebäudekanten zu finden, dürfte nicht einfach sein. Erwartet uns hier noch eine "Vereinfachung" des Entwurfs? Wir werden es sehen...


    Ansonsten bleibt hier wohl vieles architektonisch "unspektakulär".

    Citysurfer: Vielleicht wurde der Flächenbedarf nochmals geprüft und man konnte den Nachbarn entgegenkommen, die Angst vor Verschattung geäußert hatten. Ist aber nur eine Vermutung, gelesen habe ich darüber auch nichts...


    Aus meiner Sicht ist die verringerte Bauhöhe nicht "unmaßstäblich". Immerhin handelt es sich um einen Solitär am Übergang zu einer Parkanlage. Auch das Fassadenmuster gefällt mir.

    ...geschlossener Klotz mit Riesenfenstern. OK, aber nicht sehr originell (gab es das nicht schon beim Entwurf für den Stadtmuseumklotz am Roncalliplatz?). Auch ich hoffe, dass wenigstens die Fassade noch "etwas Besonderes" bringt. An dieser exponierten Stelle hätte m. E. ausnahmsweise ein exaltierterer, außergewöhnlicherer Entwurf Raum gehabt, gerade bei dieser Nutzung.


    Festzustellen ist aus meiner Sicht auch an diesem Beispiel, dass sich die deutsche Architektenkaste leider in einer tiefen Ideenkrise befindet. Dies gilt vielleicht noch viel mehr für die Bauherren. Einen eigenen "Architekturstil", der allseits als "schön" wahrgenommen wird, gibt es in unserer Zeit sowieso nicht mehr. Aber vielleicht richtet sich diese Feststellung auch an uns alle und wir sollten generell weniger an Zweckmäßigkeit als an Schönheit denken...

    Was den Wohnbereich am Waidmarkt angeht, schließe ich mich grundsätzlich Benevolo an.


    Meines Erachtens ist die Mantelbebauung durchaus gelungen und großstädtisch. Hier stören mich nur die viel zu dominanten Technikgeschosse. Mit den Wohngebäuden sind aus meiner Sicht hier beliebige, langweilige Wohncontainer entstanden, die nicht in eine Altstadt gehören, sondern eher an den Stadtrand. Hier von einem neuen "kleinen Veedel" (so auf der Webseite) zu sprechen finde ich überzogen. Die Läden im Erdgeschoss zu Waidmarkt hin sind wohl zu teuer, um vermietbar zu sein. In einem der Wohngebäude im Innenhof zu leben stelle ich mir schrecklich vor - isoliert und umgeben von Fensterwänden... Insgesamt ist das Projekt für mich daher nur "halb" gelungen.

    Ein gemeinsames Foyer (mit Eingängen vom Roncalliplatz und vom Kurt-Hackenberg-Platz/Hochebene) wäre eine gute Idee.


    Die Architekten des RGM hatten die Problematik, dem Museum keine wirkliche Vor- und Rückseite zu geben, sondern eine allseitige Zugänglichkeit zu ermöglichen, mit dem Museumseingang in der Gebäudemitte eigentlich gut gelöst. Auch auf Grund des gestiegenen Platzbedarfs ist hier aber eine Umgestaltung erforderlich. Auch könnte durch eine bauliche Veränderung die Überkragung des RGM im Obergeschoss zum Dom entfernt werden, um den eigentlich vorgesehenen "Respektsabstand" (wieder) zu wahren. Ein gemeinsames Foyer und eine Neukonzeptionierung auch des RGM würden "die" Lösung bieten.

    Auch ich bin von dieser Idee uneingeschränkt begeistert!


    Natürlich ist die Kostenfrage zu klären und wie die Raumanforderungen des Domkapitels berücksichtigt werden können, jedoch sind dies keine unlösbaren Probleme, wenn die Parteien dies wirklich wollen.


    Durch einen Neubau könnte die gesamte Umgebung profitieren und es würden in einem Zuge eine ganze Reihe drängender städtebaulicher Probleme gelöst. Zum Beispiel könnte die Bauflucht mit dem RGM aufgenommen werden und der bislang "stiefmütterlich" behandelte Kurt-Hackenberg-Platz mit dem Eingang zur Philharmonie in das städtische Leben (zurück-)geholt werden.


    Ich stelle mir natürlich auch (schon jetzt, viel zu früh) die Frage, wie das ganze architektonisch gelöst werden kann. Ich hoffe ebenfalls, dass hier kein "Bunker" bzw. keine reine Funktionsarchitektur entsteht, sondern ein modernes, offenes Haus mit erstklassiger Gestalt, ein prägnanter, eigenständiger Solitär, der sich dennoch in sein Umfeld einpasst.


    Ich würde mir auch wünschen, dass das Gebäude des RGM bei dieser Gelegenheit überarbeitet wird.


    Danke, Herr Roters!

    Ich sehe in dem ganzen Vorgang auch mangenden bzw. nicht vorhandenen Mut der Beteiligten, Verantwortung für die Architektur dieses Gebäudes und der Gestaltung der "Guten Stube" der Stadt Köln zu übernehmen. Man könnte auch den Eindruck bekommen, dass eine regelrechte Angst oder Panik besteht, mit einer Wiederherstellung bzw. Vervollständigung der Originalfassade nebst Dach irgendwie falsch verstanden zu werden, wofür es aber keinen - mir ersichtlichen - Grund gibt. Mit fadenscheinigen Argumenten wird uns das "moderne" Wettbewerbsergebnis dann als "Weiterbauen im Bestand" und quasi "gestalterischer Coup" verkauft und beinahe trunken-beseelt gefeiert. Übersehen wird, dass dieses Gebäude alt ist und als "Grand Hotel" an zentraler Stelle eine Geschichte und Tradition hat. Diese will man dem Bau partout nicht wiedergeben und erfreut sich lieber seiner Entstellung. Verstehe das wer will, ich nicht...


    Das Dom-Hotel wird sicher weiterleben, eine Highlight ist und bleibt es als Torso aber leider nicht. Schade.


    Das geplante Glasdach würde übrigens auch gut auf das Blau-Gold-Haus passen. Dann wäre das Argument, dass auf dem Dach eine zu hohe Brandmauer zu diesem Gebäude entstehen würde, passé.

    Na ja. Für mich ist das Wettbewerbsergebnis eine Enttäuschung, aber keine Überraschung.


    KSG haben es zumindest mit einem "modernen" Satteldach versucht, landen damit aber nur auf Platz drei. Eine Rekonstruktion von Fassade und Dach war von Anfang an und unter keinen Umständen gewünscht, wie man jetzt erfährt. Selbst der Stadtkonservator begnügt sich hier mit einem Torso und beruft sich auf irgendein (aus meiner Sicht willkürliches) städtebauliches Ziel aus den 50er Jahren. Köln bekommt so etwas wie "historische Stadtreparatur" (derzeit) leider nicht hin und dem Investor sind der Dachbalkon und das gläserne Pooldach sicherlich ohnehin wichtiger als die Wiederherstellung der prachtvollen Fassade.


    Ich hoffe natürlich, dass die jetzt anstehende Umgestaltung dennoch eine positive gestalterische Wirkung hat. Meine Hoffnung zielt nun auf die nächste Sanierung, in vielleicht 20 Jahren...

    abekoeln
    Ich bin bereits seit längerer Zeit Mitglied in diesem Forum und habe sehr viele Beiträge hier als konstruktiv, fair, durchaus offen und wenig tendenziös empfunden. Die Debatten zu Rekonstruktionen im Frankfurter Forum bieten etwa ein gutes Beispiel dafür, dass das Thema hier durchaus vertieft und fundiert diskutiert wird. Auch Anhänger von Rekonstruktionen sollten meines Erachtens nicht diskreditiert werden und dürfen sich hier äußern.


    Aus meiner Sicht können Rekonstruktionen selbstverständlich auch in Köln im Einzelfall durchaus Sinn machen und zur Verbesserung des Stadtbildes beitragen. Dies wäre im Einzelfall zu erörtern. Braunschweig muss ja nicht unser Vorbild sein.


    Ceterum censeo: Das Dom-Hotel muss sein altes Dach und die Fassadenergänzungen wieder erhalten!