Verkehrsprojekte

  • Ich glaube es geht nicht unbedingt darum 5 Minuten schneller in Leipzig zu sein. Störend ist eher das nervige Umsteigen in Leipzig, egal wohin man reisen möchte. Dann das ständige Gefühl einfach abgekoppelt zu sein und der Fahrkomfort der 612 Reihe. Man reist z.B. entspannt von Hamburg, kommt in Leipzig an und steigt in diese "Ratterkiste" um. Gefühlt ist das die Reise ins entlegene Kuhdorf. Ich würde viele Dienstreisen gern mit der Bahn erledigen, aber so ist es derzeit selten eine Option für mich. :/

  • Als regelmäßiger Nutzer der Strecke Leipzig-Chemnitz (4-5x pro Woche) kann ich mit der Fahrzeit von knapp einer Stunde gut leben. Das schafft man mit dem Auto nicht, wenn man Stadtverkehr und Parkplatzsuche mit einschließt. Was in der Tat nervt, ist wie von John28 erwähnt der Fahrkomfort und der Anschluss an den Fernverkehr. Die VT612 sind laut, klapprig und gern mal überheizt. Speziell freitags sind die zwei Zugteile nicht selten brechend voll. Ganz zu schweigen, wenn mal wieder nur ein Wagen fährt. Regional- und Fernverkehr warten bei Verspätungen oft nicht aufeinander. Woran das liegt, ist mir schon klar. Das hilft nur nicht, wenn ich selbst einen Termin einzuhalten habe. Alle Ausbaumaßnahmen (egal ob Elektrifizierung oder zweigleisiger Ausbau) müssen sich an den jetzigen CLEX Fahrzeiten messen lassen, sonst kann man sich das auch sparen. Eine Elektrifizierung der Strecke über Bad Lausick würde es möglich machen, elektrische Triebwagen einzusetzen, das würde bei gleicher Fahrzeit immerhin den Fahrkomfort erhöhen. Ich glaube nicht (mehr) an einen Fernverkehrsanschluss über Leipzig. Ein S-Bahn Anschluss über Borna nutzt Chemnitz überhaupt nichts. Wer das fordert, fährt nie Bahn auf dieser Strecke.

  • Neues zur A72 (Freie Presse): Für den 10,5 Kilometer langen Abschnitt Borna-Rötha soll bis Sommer Baurecht bestehen. Sachsens Wirtschaftsminister Morlok sicherte zu, dass nach erteiltem Baurecht noch 2012 mit den Arbeiten begonnen werden soll. Realistisch seien zweieinhalb bis drei Jahre Bauzeit.
    Für das letzte Stück von Rötha bis zur A38 (acht Kilometer) läuft das Planfeststellungsverfahren in der Landesdirektion Leipzig seit Ende 2010. Die öffentliche Auslegung der Pläne samt Anhörung hat im Juni 2011 stattgefunden. Wann Baurecht erteilt wird, sei unklar, sagte ein Behördensprecher. Das Teilstück sei aber von "eher untergeordneter Bedeutung", so Morlok.


    Zudem hat der Bund Sachsen 30 Millionen Euro mehr für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung gestellt, womit unter anderem der AUsbau der B174 in Chemnitz beschleunigt werden soll.

  • Neues zur A72 (Freie Presse): Für den 10,5 Kilometer langen Abschnitt Borna-Rötha soll bis Sommer Baurecht bestehen. Sachsens Wirtschaftsminister Morlok sicherte zu, dass nach erteiltem Baurecht noch 2012 mit den Arbeiten begonnen werden soll.


    Der entscheidende Nebensatz ist doch:


    "vorausgesetzt, es gibt keine Klagen"


    Wie wahrscheinlich ist denn, dass es keine Klagen gibt?

  • Mit den zusätzlichen Mitteln des Bundes wird die Fertigstellung der B 174 um neun Monate beschleunigt, die Verkehrsfreigabe ist jetzt Ende November 2014 vorgesehen. Das gab Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk gestern Abend den Stadträten im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss bekannt. Eine Straffung erhofft sich Gregorzyk insbesondere vom kompakten Bau in Abschnitten: "Wir bauen auf einer Straßenseite und leiten den Verkehr auf der anderen Hälfte an der Baustelle vorbei, dann tauschen wir Baustelle und Umleitungsstrecke, bis der Abschnitt fertig ist und rücken anschließend weiter". Dadurch kann beispielsweise der Zeitaufwand für den Bau von zusätzlichen Umleitungsstrecken entfallen.
    Ein Großteil der Bauarbeiten soll als Paket an einen Auftragnehmer vergeben werden, der verschiedene Arbeiten wie Leitungs- und Straßenbau zeitsparend aufeinander abstimmen kann. Die Stadt hält sich außerdem offen, auf der Baustelle zumindest zeitweise während der Sommermonate Zweischichtbetrieb einzurichten.


  • Guten Tag,
    hier im Forum scheint es ziemlich technikhörig zuzugehen.
    Ich sehe mich da eher als naturhörig. Denn der Mensch ist ein Teil der Natur. Die Natur ist kein lästiges Übel für den Menschen!!!
    Das einer STRASSENBAHN die gesamte Mittelallee der Reichenhainer Straße zum Opfer fallen soll, das fällt für mich eher in die Kategorie "Aprilscherz".


    Begreifen Planer und Stadtväter von Linke bis CDU denn immer noch nicht den Wert solcher Ruhepole für eine Stadt?
    Wie ich gelesen habe, ist diese Allee ca. 100 Jahre alt.
    Die Studenten sollten froh sein, wenn sie mal ein Schritte laufen können – da wird nämlich der Kopf frei vom Hörsallmief – zumal Bäume auch Sauerstofflieferanten sein sollen. Oder erzeugen wir den Sauerstoff in Zukunft in Sauerstoffgeneratoren?
    Man sollte mal die gebildeten Herrschaften der Uni Chemnitz dazu befragen. Sicher werden sie sagen, in 50 Jahren ist das denkbar – dann können endlich alle Bäume, die im Wege stehen fallen.
    Was für eine Stadtentwicklung hier stattfindet, das sieht man an der Öffnung der Chemnitz. Erst wird alles verschlossen, dann wieder alles aufgemacht.
    Das Motto hier in dieser Stadt lautet offenbar: Wir bauen auf und reißen nieder – dann haben wir Arbeit immer wieder.


    Ich hoffe, dass wenigstens ein paar Bäume auf der Reichenhainer Straße vor der unendlichen Wut der Stadtplaner auf die Natur, gerettet werden!!!


    mfg
    Bernsdorfer


  • hier im Forum scheint es ziemlich technikhörig zuzugehen.
    Ich sehe mich da eher als naturhörig. Denn der Mensch ist ein Teil der Natur. Die Natur ist kein lästiges Übel für den Menschen!!!


    Stadt ist Natur und Technik. Man kann auf zwei Seiten vom Pferd fallen, beides ist das Ende der (gesunden) Stadt. Wenn Sie ausschließlich grün wollen, dann gehen Sie in den Wald … (wobei das meistens (leider) auch nur angepflanzter Forst ist …)



    Das einer STRASSENBAHN die gesamte Mittelallee der Reichenhainer Straße zum Opfer fallen soll, das fällt für mich eher in die Kategorie "Aprilscherz".


    Begreifen Planer und Stadtväter von Linke bis CDU denn immer noch nicht den Wert solcher Ruhepole für eine Stadt?


    Beobachten Sie doch mal genauer, wie beliebt die Bänke auf der Reichenhainer als Ruhepol sind!



    Wie ich gelesen habe, ist diese Allee ca. 100 Jahre alt.


    Wo steht das?


    Plausibel ist es jedenfalls nicht. Vergleichen Sie mit den Bäumen an der Straße der Nationen beim Roten Turm – die sind keine fünfzehn Jahre alt!


    Egel, ob hundert Jahre oder fünfzig – was war vorher dort? Und wie konnte man damals einfach das, was vorher da war, kaputtmachen?



    Die Studenten sollten froh sein, wenn sie mal ein Schritte laufen können – da wird nämlich der Kopf frei vom Hörsallmief – zumal Bäume auch Sauerstofflieferanten sein sollen.


    Vielleicht haben Sie schonmal was von Freiheit in der Wahl des Fortbewegungsmittels gehört? Ich bin ein großer Freund muskelgetriebener Fortbewegung, aber Fuß und Rad kann nicht das Einzige sein.


    Sie tun so, als wäre die derzeitige Beschaffenheit der Reichenhainer Straße ein natürlicher, optimaler und konservierbarer Zustand. Dabei unterschlagen Sie, dass hinter der Errichtung der Straße, der Anpflanzung der Allee samt eingeplanter Straßenbahn, den diversen Bebauungen, dem Fahrbahnausbau zu DDR-Zeiten und den diversen anderen Veränderungen jeweils menschliche gestalterische Absichten standen, die eben zu den heutigen Verhältnissen geführt haben. Und jetzt kommen Sie und sagen: Es muss so bleiben, wie es heute ist?! Da diagnostiziere ich nichts weiter als Furcht vor Veränderung.


    Der Straßenraum ist nicht Natur-, sondern Stadtlandschaft. Dazu gehören Stein und Grün. Eine Reichenhainer Straße ohne Bäume möchte ich auch nicht, aber es soll schließlich auch wieder eine zweireihige Allee beiderseits des Rasengleises entstehen. Ich hoffe, das haben sie mitbekommen?!


    Man sollte mal die gebildeten Herrschaften der Uni Chemnitz dazu befragen. Sicher werden sie sagen, in 50 Jahren ist das denkbar – dann können endlich alle Bäume, die im Wege stehen fallen.


    An welche „gebildeten Herrschaften“ denken Sie da konkret?


    Was für eine Stadtentwicklung hier stattfindet, das sieht man an der Öffnung der Chemnitz. Erst wird alles verschlossen, dann wieder alles aufgemacht.


    Zum Glück erweist sich die Menschheit hier und da als lernfähig. Möglichkeiten wie die, einen Fluss abzudecken und zu bebauen, gab es früher gar nicht. Irgendwann wurde es möglich, und angesichts des hohen Verkehrsaufkommens bei dichter Bebauung am Falkeplatz umgesetzt. Die Erkenntnis, dass der Mensch mit seinen technischen Möglichkeiten bewusst und vorsichtig umgehen muss, um sich nicht sein Lebensumfeld kaputtzugestalten, ist für uns heute selbstverständlich, musste aber erst gewonnen werden! Dass ein (sauberer!) Fluss sich in der Stadt gar nicht mal schlecht macht und nicht nur eine Barriere und Bebauungshindernis ist, wurde erst durch die Möglichkeit, den Fluss „wegzumachen“, festgestellt.


    Das Motto hier in dieser Stadt lautet offenbar: Wir bauen auf und reißen nieder – dann haben wir Arbeit immer wieder.


    Da sie hier so bequem in Bereichen kritisieren, aus denen Sie sich lieber in Beobachterhaltung raushalten, habe ich mal eine spezielle Frage für Sie: Wie finden Sie die Bernsdorfer Straße zwischen Gutenberg- und Wartburgstraße? Die vorhandene Gründerzeitbebauung basiert auf der Kanalisierung des Bernsbachs. Was schlagen Sie da vor – was ist gut, was ist falsch, was wäre erstrebenswert?

  • Hallo,


    danke für Ihre Antwort.
    Wir werden vermutlich keinen gemeinsamen Nenner finden, weil jeder seine eigene Vorstellung von Stadtgestaltung hat.
    Ich finde, es kann nicht genug grüne Oasen in einer Stadt geben.
    In Chemnitz bestand nach 1945 die Chance, die Stadt teilweise neu gestalten.
    Ich finde, die DDR-Planer haben das sehr gut hinbekommen.
    Mir gefallen z.B. breite Straßen (ist natürlich nur mein Geschmack). Der Westen sagt zu diesen Straßen (z.B. die Str. d. Nationen), es ging nur darum, Aufmarschstraßen zu schaffen. So kann man eben alles schlecht reden.
    Entscheidend ist, ob ich als Individuum dieses Umfeld gut oder schlecht finde.
    Dasselbe trifft für die Reichenhainer Str. zu.
    Warum ist es jungen Leuten nicht zuzumuten ein paar Meter zu Fuß zu laufen?
    Es gibt Busse und auf der Bernsdorfer Str. die nächste Straßenbahn. Wozu dann dieses Projekt? Ist zu viel Geld in den Haushalten? Dann könnte man ja z.B. die Renten erhöhen.
    Wie gesagt, das ist meine individuelle Ansicht. Wir werden da auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.
    Es sollte n.m.M. die Bevölkerung von Bernsdorf über dieses Projekt abstimmen können. Ich bin mir sicher, dass sie in meinem Sinne entscheiden würden! Studenten kommen und gehen - wir leben aber hier ständig!!!
    Übrigens sind die Bäume 1945 so gut wie alle dem Brennstoffmangel und den Kriegsfolgen zum Opfer gefallen - die DDR war aber zumindest in diesem Fall so weise, sie wieder anzupflanzen!


    mfg
    Bernsdorfer

  • Warum ist es jungen Leuten nicht zuzumuten ein paar Meter zu Fuß zu laufen?
    Es gibt Busse und auf der Bernsdorfer Str. die nächste Straßenbahn. Wozu dann dieses Projekt?


    Um Ihnen den Sinn diesen Projektes näher zu bringen kann ich nur empfehlen einen der vielen Busse, einmal zu testen. Diese sind teilweise heillos überfüllt und können die benötigten Kapazitäten nicht decken. Dies wiederrum führt unter anderem dazu, dass einige Studenten aufs Auto umsteigen, was auch nicht im Sinne der Umwelt sein kann. Aus diesen Gründen bin ich auf jeden Fall für dieses Projekt zumal die Bäume zwar gefällt, nach dem Bau der Trasse jedoch neue Baumreihen angelegt werden sollen. Ein weiterer Aspekt für diese Trasse ist die dadurch entstehende Möglichkeit Thalheim, ähnlich wie Stollberg, an das Chemnitzer Modell anzuschließen und damit weitere Personen zu einem Umstieg vom Auto auf die Straßenbahn zu bewegen.

  • dass einige Studenten aufs Auto umsteigen, was auch nicht im Sinne der Umwelt sein kann. Aus diesen Gründen bin ich auf jeden Fall für dieses Projekt zumal die Bäume zwar gefällt, nach dem Bau der Trasse jedoch neue Baumreihen angelegt werden sollen.


    Hallo,
    noch ein paar kleine Anmerkungen zum ihren Äußerungen, die für mich wenig überzeugend klingen.
    So, es fahren also Studenten mit dem Auto, weil die Busse so voll sind. Vielleicht fahren sie auch mit dem Auto, weil es einfach schicker und bequemer ist.
    Wenn Busse voll sind, dann könnte man ja auch in Spitzenzeiten mal einen mehr fahren lassen.
    Wo sollen die Bäume denn stehen?
    Straßenbahnen sind wohl per se ökologisch für Sie?


    mfg
    Bernsdorfer

  • Meiner Meinung nach bietet der Bau einer Stadt- bzw. Straßenbahn auf der Reichenhainer Straße eine sehr große Chance für die Entwicklung der Stadt insgesamt. Es wird damit erstmals möglich sein, die weit verstreuten Universitätsteile (Innenstadt, Reichenhain, Erfenschlag) verkehrlich sinnvoll zu verbinden und gleichzeitig das Chemnitzer Modell weiter zu entwickeln (Thalheim). Da sollten ein paar (zugegeben schöne) Bäume nicht im Weg stehen, zumal es ja Ersatzpflanzungen gibt.
    Ich glaube, Chemnitz leidet insgesamt nicht gerade an zu wenig Grünflächen im Stadtbereich.

  • Hallo,
    wissen Sie dass auch Bäume Lebewesen sind?
    Nur weil man die "Schreie" gesunder Bäume beim Fällen nicht hört, so sind sie dennoch vorhanden. Aber es scheint nur "Menschenrechte" zu geben - Tierrechte, Pflanzenrechte Fehlanzeige. Wir sind ja die "Krone der Schöpfung". Wer kann uns Helden schon das Wasser reichen? Schon gar kein so minderwertiges Lebewesen wie ein Baum! :mad:


    PS. 1.) Wo soll denn die Ersatzbepflanzung stattfinden?
    2.) Was halten sie von einer U-Bahn statt einer Straßenbahn? :D
    Wenn schon Geld zum Fenster rausschmeißen, dann richtig! (Vorsicht:
    Ironie -aber trotzdem eine Anregung zum Nachdenken).


    mfg
    Bernsdorfer

  • Ich weiß sehr wohl, dass auch Bäume Lebewesen sind. Sie können mir glauben, ich mag Bäume sehr. Allerdings kann nicht jeglicher Fortschritt mit dem Argument verhindert werden, dass Bäume darunter leiden. Hier kommt es nach meiner Meinung auf die Abwägung aller Interressen an. Und da steht eben beim o. g. Projekt der Nutzen in einem sehr guten Verhältnis zum Schaden (Baumfällungen). Zum Fenster heraus geworfenes Geld ist die Stadt- bzw. Straßenbahntrasse Reichenhainer Straße keinesfalls.
    Die Ersatzpflanzungen finden übrigens auf der Reichenhainer Straße statt und in wenigen Jahren wird diese besser als heute aussehen und kein Hahn kräht mehr danach. Da hilft ein Blick auf die Planung.
    Ich bleibe dabei: Unbebaute Flächen sowie Grünflächen hat unsere Stadt genügend.


  • Die Ersatzpflanzungen finden übrigens auf der Reichenhainer Straße statt und in wenigen Jahren wird diese besser als heute aussehen und kein Hahn kräht mehr danach. Da hilft ein Blick auf die Planung.


    Hallo,


    wo genau sollen die Bäume auf der Reichenhainer Str. gepflanzt werden?
    Es ist, soviel ich weiß, noch nicht mal klar, ob die Strecke ein- oder zweigleisig wird. Wenn sie genauere Informationen haben, dann wüsste ich gern, wo sie stehen.
    Das zeichnet auch die Bürgerbeteiligung an diesem Projekt aus: es kommt alles scheibchenweise.
    Stuttgart 21 lässt grüßen.


    mfg
    Bernsdorfer

  • Wir hatten hier aber schon die Pläne der Stadtverwaltung gezeigt ...
    Vielleicht sollten Sie sich ein anderes Thema suchen. Ich schlage den Weltfrieden vor.

  • Vielleicht sollten Sie sich ein anderes Thema suchen. Ich schlage den Weltfrieden vor.


    Oder etwas näher am Thema - die Rettung der Regenwälder. ;)


    Die Pläne sind in Beitrag #11 zu finden.


    Und wie es schon in einem anderen Beitrag stand - das hier sind Stadtbäume. Die sind nicht mal "natürlich" gekommen, sondern von menschenhand angepflanzt wurden. Im strengen Sinne sind die also nicht Natur. Aber gut - prinzipiell haben sie natürlich recht,wir sollten mehr mit der Natur leben. Ansonsten wird die Natur bald ohne uns leben. Aber das jetzt auf die Reichenhainer zu beziehen halte ich für ein wenig übertrieben. Vor allem wenn man doch bedenkt, wie sinnvoll das Chemnitzer-Modell mit seiner Verknüpfung vom Umland- und Stadtverkehr und zahlreichen Umsteigebeziehungen auch in Hinblick auf einen vernünftigeren Umgang mit der Natur ist. Viele Studenten (und auch Arbeiter) kommen ja deswegen mit dem Auto, weil sie außerhalb Chemnitz wohnen und die Anbindung einfach schlecht und unzureichend ist. Und eine Straßenbahn ist in der Umweltbilanz außerdem wohl vorteilhafter als ein Bus oder gar das eigene Auto. Und dem Grünstreifen Aufenthaltsqualität zuzusprechen, halte ich ebenfalls für übertrieben. Oder setzen sie sich dort hin und lesen Bücher oder spielen mit ihren Kindern? Und um zu flanieren ist es durch die vielen Kreuzungen auch nicht zu empfehlen und wird es auch nicht genutzt. Eigentlich wird der Grünstreifen gar nicht genutzt. Kann mir auch ehrlich gesagt so wie es ist keine sinnvolle Nutzung vorstellen. Höchstens als Boulodrom mit den Platanen. ;)


    Was allerdings m.M. diskutabel und praktikabel wäre, wäre die Gleisführung als Straßenbahn, also ohne separate Gleistrasse, sondern mit auf der heutigen Straße. So hoch ist das Verkehrsaufkommen da nicht. Aber das ist wahrscheinlich nicht förderfähig.


    Was ich aber an dem Projekt schade finde, ist das man es nicht konsequent verwirklicht mit einer Trassenführung über die gesamte Reichenhainer Straße und den Friedhof und die Sportanlagen mit anbindet. Dann kann man sich die Buslinie komplett sparen. Den Anschluß an das Schienennetz kann man dann unten am Kreisverkehr verwirklichen. Dann könnte man sogar einen Abzweig nach Altchemnitz bringen und hätte auch die Wendemöglichkeit für die Straßenbahn.

  • wo genau sollen die Bäume auf der Reichenhainer Str. gepflanzt werden?
    Es ist, soviel ich weiß, noch nicht mal klar, ob die Strecke ein- oder zweigleisig wird. Wenn sie genauere Informationen haben, dann wüsste ich gern, wo sie stehen.
    Das zeichnet auch die Bürgerbeteiligung an diesem Projekt aus: es kommt alles scheibchenweise.
    Stuttgart 21 lässt grüßen.


    … hmm, erst mal rumposauen wegen „Bäume weg“, danach kann man ja immer noch gucken, wie die Planung wirklich aussieht?


    Die Bürgerbeteiligung scheint mir zwar noch nicht optimal zu laufen, aber sie ist schon viel besser als bei früheren Projekten in Chemnitz. Es versteht sich von selbst, dass in dieser frühen Phase nicht jeden Tag dazu etwas in der Zeitung steht. Und es gab schon mindestens eine Bürgerbeteiligungsrunde in der Mensa. Dass sie die verpasst haben, sollten Sie nicht der Verwaltung anlasten.


    Die vom VMS favorisierte Variante ist die mit Straßenbahn in Mittellage und Bäumen
    am Rand des Bahnkörpers, Seite 16 auf der hier verlinkten Präsentation.
    Genau diese Präsentation, die hier in genau dieser Diskussion schonmal verlinkt war, müsste rotwang gemeint haben.


    Der heutige Mittelstreifen der Reichenhainer Straße ist übrigens für die Straßenbahn angelegt worden. Die Bäume, zumindest die ursprünglichen, sind so gepflanzt worden, dass die alte Chemnitzer Straßenbahn, deren letzte Linie 1989 eingestellt wurde, dazwischen gepasst hätte. Die heutige Chemnitzer Straßenbahn hat wesentlich breitere Wagen und entsprechend größeren Platzbedarf in der Breite, sodass es leider nicht mehr passt.


    Wenn von einer Straßenbahn auf der Reichenhainer Straße die Rede ist, dann sollten Sie sich keinesfalls einen Gleiskörper wie auf der Bernsdorfer am Südbahnhof oder auf der Stollberger Straße vorstellen (noch nach der Jahrtausendwende wurde auf der Stollberger offener Schotteroberbau verwendet – wirklich ärgerlich und überhaupt nicht zeitgemäß) – sondern eher sowas hier (Bild verlinkt).


    Wenn das Rasengleis gut ausgeführt wird, ist die Reichenhainer Straße nachher mit Straßenbahn grüner als heute.


    Auf ein paar andere Punkte von Bernsdorfer gehe ich vielleicht später noch ein.


  • Hallo,


    die aufgezeigten Varianten sind genau so, wie ich es erwartet habe und gegen die ich vehement bin.
    Eine Straßenbahn auf der Dittesstraße oder der Lutherstraße oder der Turnstraße - da werden sich die Anwohner ja freuen. Bisher dachte ich, dass sie die Turnstraße lang fahren soll. Dort wohnen wenig Menschen. Das wäre ja noch zu verkraften - aber Luther- und Dittesstraße - sicher weiß noch keiner dort von seinem Glück.
    Dass der Grünstreifen der Reichenhainer etwas trostlos ist, dass ist das Resultat dessen, dass die Stadtväter mit der Mittelallee nichts anfangen können.
    Ich bin kein Stadtplaner, aber sicher gibt es auf der Welt Beispiele, wie man solch eine Allee zum Leben erwecken kann - wenn man denn will!!!
    Apropo Bürgerbeteiligung:
    Wann gibt es eine Möglichkeit zur Volksabstimmung der betroffenen Bürger über dieses gesamte Sinnlos-Projekt?
    Übrigens: Stuttgart 21 lässt grüßen!!! In diesem Land wird offenbar nie dazugelernt.


    PS. trotzdem danke für die Quellen! Leider haben Sie meine schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen.
    Und noch mal: Was spricht gegen eine U-Bahn?


    mfg
    Bernsdorfer

  • ^ Öffentliche Nahverkehrsangebote funktionieren gemeinhin besser, wenn sie dort verkehren, wo viele Menschen Leben und nicht dort, wo keiner wohnt.


    Von Stuttgart21 zu reden und dann eine U-Bahn (ROFL) zu fordern, zeigt ganz gut, dass Floskeln eben nicht die Beschäftigung mit dem Thema ersetzen. Dazu muss man dann aber seine eigene Zeit investieren und kann nicht erwarten, dass einem andere alles vor die Nase setzen.