Bauprojekte An der Urania / Schillstraße / Kurfürstenstraße

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Man stelle sich vor, aus dieser Art von Architektur eine ganze Stadt errichten zu wollen... Eine misslungene Melange aus Charite, Heizkraftwerk und Motel One.

    … soweit ich weiß will das Niemand. Somit ist Deine Vorstellung auch nicht zielführend sondern eher ein Bauchgefühl.

    Ich finde die Neubauten an der Urania ausgesprochen gelungen. Hier ist jahrzehntelang nichts passiert und sie sind eine willkommene Komplettierung und Urbanisierung dieses Bereichs. Die Bebauung ist auch noch nicht abgeschlossen. Weitere reizvolle Objekte warten auf den Baustart. Wir sind gespannt.

  • @Camondo : Da hast Du natürlich recht - so etwas hat niemand ernsthaft vor. Trotzdem halte ich es bei der Bewertung von Bauvorhaben für einen legitimen Kniff, sich vorzustellen, ob eine bestimmte Architektursprache auch noch befriedigende Ergebnisse liefern würde, wenn sie in größeren Zusammenhängen reproduziert würde. Dass an der Urania etwas vorwärts gegangen ist, ist fraglos zu begrüßen.

  • Vier Jahre nach Baubeginn wurde in dieser Woche vom Projektentwickler Hamburg Team die Fertigstellung des John-Jahr-Hauses gemeldet.

    Hier geht es zur:


    Neben dem 17-geschossigen, 70 m hohen Büroturm sind in dem Gesamtkomplex 18 geförderte Wohnungen und 28 frei vermarktete Wohnungen entstanden. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Gran Thornton ist der bisher einzige bekannte Ankermieter mit 5.000 m2 Bürofläche und will Ende 2026 einziehen.

    Ein besonderes Highlight ist die seit kurzem und bis Oktober 2026 zu sehende Lichtinstallation. Auf 3.000 m2 Fassadenfläche werden unterschiedliche animierte Motive abgespielt und verleiten zur fotografischen Dokumentation.

    Ein Video u.a. mit Drohnenaufnahmen ist auf der Marketingwebsite bzw. direkt bei Youtube zu sehen.

    Anbei ein paar eigene, abendliche Eindrücke.

    [Bilder © bauhelmchen 2026]

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  • Is I’m dunklen sicher witzig - aber wer nimmt auf der Ecke, um die Uhrzeit davon Großartig ausdauernd Notiz? Die Ecke ist alles andere als ein Magnet im Dunklen und tagsüber sind’s halt auch nur öde Betriebskoffer die den unattraktiv modellierten Stadtraum auch nicht über den gewohnten Anspruch hinaus angenehmer gestalten.

  • ^ Ja, wer könnte sich da rumtreiben? - Mir fallen da die Besucher der zahlreichen Veranstaltungen in der Urania auf Anhieb ein. Oder die des zukünftigen Bauhausarchivs. Oder die Besucher der Etablissementes im Viertel. Es gibt derer viele.

    Einmal editiert, zuletzt von DerBe (15. Mai 2026 um 18:28)

  • Wirklich schöne Lichtinstallation, nur halt leider zeitlich begrenzt. Genau an solchen Nachterlebnissen mangelt es mittlerweile in Berlin. Man kann sich nur viele Nachahmer wünschen. Vor allem da man mit heutiger Technik (LED, gezieltes Licht, etc.) in einer Stadt die gerne mit den "Zwanziger Jahren" (die beleuchtete Großstadt-Nacht wurde erstmals als Erlebnisraum entdeckt) kokettiert eine sehr spezielle Aura erzeugen könnte. Vielleicht kann sich noch der ein oder andere an die Lichtinstallation "Blinkenlights" am Haus des Lehrers Anfang der 2000er erinnern.

    Fraglich ist jetzt aber ob das fertig gestellte Hochhaus auch nach dieser Lichtinstallation eine nächtliche Illuminierung (genehmigt) bekam oder ob ein weiterer Neubau zur Dunkelheit verdonnert wurde.

  • Ob die Masse der Urania Besucher wirklich genussreich von dem „leuchtenden Ereignis partizipiert, wage ich zu bezweifeln - Urania und Bauhausarchiv dürften zeitlich in der Publikumsfrequenz überwiegend außerhalb der Spektakelnotwendigen Dunkelheit liegen. Die Gegend ist zudem architektonisch und in der Flächengestaltung außerordentlich unattraktiv entwickelt
    und alles andere als ein aufenthaltswerter Stadtraum in den Abendstunden. Billige Hotels, Büros und ne Autovermietung fallen mir jetzt nicht unbedingt als Erwähnenswerte Etablissements auf. Der Bewegungsradius für das uraniapublikum dürfte sich zudem eher auf die Verkehrsanbindungen und Vitalitäten rund um den Wittenbergplatz und die Kleiststrasse konzentrieren. Wer unbedingt zum bisher noch geschlossenen Bauhausarchiv wollen muss dürfte eher vom Kulturforum her kommen gerne mit den Öffentlichen direkt vor dem Archiv halten oder mit 3 min am lützowplatz aussteigen.
    Ich pers. empfinde die Gegend in ihrer städtische Qualität eher als nekrotisch - die enorme Flächenverbrauch für gestalterisch fade, baul und Verkehrliche Grossstrukturen in der schrillen Verwachsung mit dem gegebenen Grünflächenangebot in berlintyp Qualität sind nicht unbedingt ein Aushängeschild für eine moderne Urbane Stadtentwicklung. Dass unter den Gegebenheiten jetzt an dieser Stelle unbedingt diese Rastertower im Stil der 70er ein Gewinn für die Ecke sind muss jeder für sich selber ehrlich einordnen können. Mir erscheint das Angebot dieses flächenintensiven investvolumens nicht unbedingt als Aufwertung und nachhaltige Qualifizierung des städtischen Raumes dort. Das Sehen sicher Architekten mit ausgeprägtem Geltungsbewustsein und irgendwelche abstrakten ortsabstinenten Investorengruppen anders.

  • ^ … d‘accord.
    Aber dennoch finde ich, dass jede Maßnahme die den öffentlichen Raum attraktiver gestaltet, und dazu zähle ich diese, begrüßenswert ist. Und wenn es nur ein kleines Lächeln ist, das diese Installation, den wartenden Autofahrern an den roten Ampeln, ins Gesicht zaubert. Schon dann hat es sich gelohnt.


    … sehr poetisch geworden, aber ihr versteht was ich meine, no?

  • Die FAZ und der Tagesspiegel berichten, darüber, dass das Büro RWplus und das Studio Libeskind den Wettbewerb zur Sanierung der URANIA gewonnen haben. Allerdings drängt die Zeit, weil Berlin die erforderlichen Mittel noch nicht bereitgestellt hat und die Bundesmittel zu verfallen drohen. Die Urania scheint insgesamt in einem desolaten Zustand und dringend renovierungsbedürftig zu sein.

    Es gibt auch zwei Visualisierungen:

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    Copyright: Architekturbüro rw+ und studio Daniel Libeskind

  • BV "Equalizer" I RED City West

    Zuletzt hier.

    In der letzten Woche ist der Büroneubau in der Landgrafenstraße offiziell "in Betrieb" gegangen, wie einer Meldung beim Nachrichtenportal property-magazin zu entnehmen ist. Das Gebäude wurde nunmehr von der Edge Asset Management unter dem Namen "RED City West" vermarket.

    Der Verband der Beratenden Ingenieure und die Trox SE, ein Hersteller von Lüftungs- und Klimatechnik und bisher in der Schillstraße um die Ecke ansässig, sind die ersten Mieter und sollen ab dem dritten Quartal einziehen.

    Anbei noch einmal ein paar Eindrücke von der Landgrafenstraße, sowie von der Hofseite.

    [Bilder © bauhelmchen 2026]

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    Einmal editiert, zuletzt von Bauhelmchen (6. Juni 2026 um 22:40)

  • Kommt bei mir gar nicht so häufig vor, dass ich einem Gebäude ästhetisch so wenig abgewinnen kann. Ich finde die Farben trostlos und unruhig (trostlos der grauviolette Hintergrund, unruhig die unterschiedlichen Rottöne, besonders im letzten Foto. Die kalt wirkende Materialität gefällt mir nicht, die unwohnlich wirkenden Balkonschlitze auch nicht, ebenso wenig die verspiegelten Fenster. Die schlecht-asymmetrische und schlecht-proportionierte Kubatur erschließt sich mir nicht, die unterschiedlichen Abstufungen wirken auf mich willkürlich. Vielleicht hätte ein höherer Turm etwas gerissen. Ich assoziere spätmoderne Bauten aus den 80er Jahren und Arbeitsämter bzw. Firmensitze in der Peripherie von Großstädten. Aber das mag auch etwas idiosynkratisch sein.

  • Als wäre es schon immer dort gewesen. Im Guten wie im Schlechten. Nichts herausragendes aber mir durchaus sympathisch und irgendwie zeitlos. Wenn auch sicher nicht schön. Erinnert mich extrem an Los Angeles oder andere amerikanische Flächenstädte. Dort begegnet man sowas auch, meistens in 70ern, 80er oder 90er gebaut.

  • ^

    Stimmt, war aber anders gemeint. Es gibt bestimmte Orte in den USA wo Gebäide eindeutig schon 20 Jahre oder älter sind, und trotzdem eine gewisse Form von Kontinuität und Großstadt und weiter Welt suggerieren, zumindest für mich. Dieser Bau gehört dazu. Die Ungebung ist quasi konsistent schlechter als dieses Gebäude, und das Gebäude allein macht kein tolles Stück Stadt. Aber es ist weder kleingeistig, noch billig/minderwertig, noch zu sehr Mode und bald wieder out.