Beiträge von Planer

    Die Stadt Nürnberg stellt unter https://www.nuernberg.de/inter…chspielstaette.html#_0_32 die Pläne in guter bis passabler Qualität bereit.



    Meine Meinung:

    • mit am besten gefällt mir bez + kock. Es sind v.a. Lage, Funktionszuordnungen usw. Funktional vermutlich einer der besten Entwürfe. Die Architektur ist nicht herausragend aber für mich solide, passt zu einem (gewünschten) Interim und nimmt Größe und Raster der Kongresshalle auf. Das Gebäude versteckt sich auch nicht, sondern stellt sich selbstbewusst und quer.
    • Ähnlich ist LRO / Lederer Ragnarsdóttir Architekten. also v.a. die gleiche Lage. Die Form gefällt mir weniger, dafür ist die Trennung der Besucherbereiche vom Rest klar und eindeutig. Als Organisationsplaner würde ich den nehmen.
    • Die Idee von Glöckner den Serenadenhof zu bauen, ist eigentlich der beste Lozierungsvorschlag, leider auch einer der unrealistischen... Der Blick von oben ist aber sicher gigantisch. Vermisst habe ich u.a. genug Aufzüge für die Gäste (Opernpublikum wird ja auch älter).
    • Hilmer Sattler finde ich solide, aber nicht spektakulär. Insofern passt der Entwurf gut nach Nürnberg und erfüllt viele Anforderungen recht gut. Die Außenhaut wirkt für mich fast nach "Stealth", also Tarnkappenbombertechnik, um unter dem Radar zu bleiben. Für Besucher sicher einer der interessanten Entwürfe, da der Rundbau hier seine Funktion als Treppenhaus usw. gut zeigen kann. Wohl auch der Grund für die räumliche Festlegung.
    • BIG war vermutlich Mit-Pate für den Standort, zumindest der einzige andere Entwurf der den nun ausgewählten Bereich vorschlägt. Auf den ersten Blick ganz nett und interessant, sehe ich viele Nachteile. Der "Speer" des Doku-Zentrums wird seiner Wirkung komplett beraubt: zukünftig steht man direkt vor und schaut auf eine Kistenlandschaft. Der Kistenaufbau lässt zukünftig viele Optionen offen, was gut ist, und nette Idee mit der Außenbühne auf der Rückseite. Der Rest gefällt mir weniger. Die Zuschauerbereiche sind mau bis schlecht, nur einen Eingang in den Zuschauerraum? Einen zweiten Rettungsweg konnte ich nicht entdecken.
    • Sauerbruch Hutton haben den überraschenden und sehr interessanten Vorschlag, die Bühne (n) und den Luftraum mitten in den Rundbogen zu stellen und eben gerade nicht davor oder dahinter. Damit verstecken sie quasi die größten und höchsten Baukörper im riesigen Torso. Gefällt mir einerseits, andererseits aber werden damit Anforderungen an Realisierungszeit, Rückbaubarkeit und Kosten vermutlich massiv überschritten.
    • Snohetta gefällt mir überhaupt nicht. Funktional schwach bis kaum nutzbar, unklare Zuordnungen. Eine Terassen- und Gartenarchitektur die sich in den Vordergrund stellt und "auf Gründlandbau" macht?!
    • GMP finde ich auch eher schwach. Das Interimsgebäude passt funktional, hat aber keinen Bezug zur Kongresshalle und dem Rest. Wirkt fast so, als ob keine große Lust und Freude dabei war....

    Da zeigt sich, wie unterschiedlich Geschmack und Einschätzung sein können ;-)



    Egal was, wo und wie realisiert wird, zeigen alle Entwürfe, wie ein Opernhaus zeitgemäß und funktional gegliedert gehört. Ich bin mir sicher, dass die meisten Künstler, Techniker, Musiker, aber auch Zuschauer nach einigen Jahren im Interim nicht mehr in das alte Opernhaus zurück wollen! Weiterhin werden dort mind. 25% der Sitze Sicht- und Höreinschränkungen haben, es gibt keine Seiten- oder Hinterbühne, usw. Kann also gut sein, dass in 15 Jahren eine Nachnutzung für das Opernhaus gefunden werden muss....

    Das Zentralcafe bespielt ja aktuell zusammen mit dem Musikverein eben genau jene Kantine im Erdgeschoss gegenüber -

    Nicht nur das. Neben der ehemaligen Bauhofkantine, der Raum mit den großen Fenstern zum Komm bzw. Künstlerhaus der aktuell als Veranstaltungssaal genutzt wird, sind weitere Räume in diesem Gebäude mit Zwischennutzungen belegt. So nutzen einige Werkstätten und Gruppen aus dem Komm den Platz, den wiederum SÖR und andere städtische Dienststellen vor Jahren frei gemacht haben.

    (die Verwaltung und zahlreiche Planer von SÖR wurden vor einigen Jahren am Rathenauplatz in der ehem. NV-Direktion gebündelt.)

    Sehr interessant finde ich, dass das alte FÜW-Hochhaus stehen bleiben und saniert werden soll. Als es von der N-Ergie vor einigen Jahren verkauft wurde, hieß es noch, dass eine Sanierung bzw. Weiterbetrieb nicht möglich sei. Offene Schächte, fehlende Fluchtwege und andere massive Mängel beim Brandschutz wurden genannt, aber auch Statik und Schall, die man kaum bis nicht beheben könne...

    Ich bin kein Jurist, aber ich würde grob diese drei Fälle unterscheiden:


    1. Ein Bauantrag entspricht den Gesetzen, va. BayBO, und einem B-Plan, falls vorhanden.

    Dann ist eine Unterschrift eines Nachbarn vielleicht hilfreich, um schneller eine Baugenehmigung zu bekommen. Ein Nicht-Unterschreiben hat aber i.d.R. keine Konsequenz, da eben alle Vorschriften eingehalten sind und es einen Anspruch auf eine Baugenehmigung gibt. Nachbarn können dann zwar noch mit viel Aufwand Verzögern und Ärgern, aber verhindern können sie eigentlich nichts


    2. Ein Bauantrag entspricht einem B-Plan, der aber von den gesetzlichen Kann-Vorgaben abweicht. Das ist in gewissen Bereichen zulässig (bspw. bei Ermessenswerten, "soll", wo ausdrücklich zugelassen, usw.)

    Dann ist eine Unterschrift eines Nachbarn schon ziemlich wichtig. Ein B-Plan ist ein Verwaltungsakt und kann jederzeit beklagt werden. Abweichungen vom, bspw. bei Abständen oder Vorgaben zur Entwässerung auf / neben dem Grundstück, müssen schon sehr gute Gründe haben, dass die Rechte Dritter (wesentlich) beeinträchtigt werden dürfen. Vor Gericht kann das aber sehr unterschiedlich ausgehen, da auch Richter ein Ermessen haben.

    Ein mutiger Bauherr könnte, falls er eine Genehmigung hat, auch ohne Unterschrift bauen, trägt aber ein höheres Risiko


    3. Ein Bauantrag entspricht nicht allen gesetzlichen (Soll-)Vorgaben und Rechte Dritter bzw. von Nachbarn sind betroffen.

    Dann geht ohne eine Unterschrift eines Nachbarn eigentlich nichts (außer es ist eine große Fabrik im Osten wie Tesla...). Keine Behörde wird hier einen Bauantrag genehmigen. Und selbst wenn, der Sieg vor Gericht ist einem Nachbarn gewiss.



    Ich könnte mir schon vorstellen, dass hier 3. zutrifft. Oft sind es bei solchen großen Vorhaben Abstandsflächen, Beschattungen, Einschränkungen in Nutzbarkeit / Luftraum / usw. Manchmal geht es eben ohne Eingriffe in Rechte Dritte nur sehr viel anders als geplant.

    Erinnert Euch an die Bebauung des Augustinerhofes, heute u.a. Zukunftsmuseum. Die Baugenehmigung und damit der Investor wurden über Jahre ausgebremst, weil ein Nachbar die Überschreitung eines Maßes um einige cm (es waren nach meiner Erinnerung so um die 20 cm, wenn ich mich nicht täusche) nicht hinnehmen wollte. Die Alternative wäre gewesen, eine Etage weniger zu bauen. Dann gäbe es dort ein Hotel und mehr Wohnungen, weil der Bau lange vor Seehofers Nordbayern-Plan begonnen worden wäre...

    ich finde die Idee hinter dem Carlina-Park und die Gestaltung sehr überzeugend. Der Grund warum es (für mich) nicht richtig wirkt, ist einfach die Enge. Die Enge sowohl innerhalb / zwischen den Häusern, als auch die sehr geringen Abstände zu den Bestandsbauten. Die Schopenhauerstraße, als Haupterschließungsstraße, ist auch schmal und eng. Das ganze Konzept mit mehr Luft und es würde deutlich besser wirken.


    Gerade die i.d.R. sehr schmalen Straßen mit minimalen Gehwegen im Zentrum Nürnbergs verhindern vieles bzw. hinterlasssen gleich einen bedrückenden Eindruck. Mir fällt das immer wieder auf in anderen Städten. Selbst das viel kleinere Erlangen wirkt hier an vielen Stellen einfach besser, großzügiger und einladender.

    Am Dienstag den 10.05. am 18 Uhr gibt es den nächsten Vortrag der neuen TU Nürnberg:


    „Vernetzt, nachhaltig und urban bauen – das architektonische Konzept der Technischen Universität Nürnberg“
    mit Ferdinand Heide, Architekt, Frankfurt a. M., Entwurfsverfasser der Campusplanung


    mehr Infos unter: https://www.utn.de/2022/04/05/…king-shape-vortrag-heide/


    Teilnahme ist vor Ort oder virtuell möglich (über den youtube-Kanal der TUN: https://www.youtube.com/channe…SYCP6W_GRaIGoTNQ/featured)!

    Habe mir die Beiträge kurz angeschaut. Nach Gestaltung, Fassade und erstem Eindruck ist der 1. Platz im Vergleich für mich einer der schwächsten Entwürfe. Der 2. ist um Welten besser und passt auch gut in die Umgebung. Andere Entwürfe haben mehr Gestaltung, hinterlassen einen bessern Eindruck.


    Gewinner wird wer hohe Rendite garantiert und einfach umzusetzen ist. Insofern wäre bei einem anderen Gewinnerentwurf sicher auch noch kräftig nachgearbeitet und vereinfacht worden.

    Von außen finde ich das K40 gelungen, die Innenseite weniger. Sieht langweilig aus...


    Frage: Gibt es im Nordbau neben Wohnungen auch Büros? Die Fenster bzw. Fensterbänder sehen nicht unbedingt nach Wohnen aus.

    Interessanter Effekt der umgesetzten Farbgebung:

    - weißer Balkon / Loggia: fast wie auf dem Präsentierteller

    - brauner Balkon / Loggia: fast wie in der Höhle


    Könnte auch als "positiv - negativ" bezeichnet werden. In Summe eine ziemlich dichte bzw. enge Bebauung...

    => Mitteleinsatz bestimmt die Bauzeit (fast linearer Zusammenhang)


    Früher standen zum einen mehr Mittel zur Verfügung (relativ betrachtet, v.a. hat die Stadt mehr aufgewendet bzw. mehr investieren zu können).

    Zum anderen gab es mehr Bauleute und weniger Projektmanager, Controller, Einkäuferinnen und Vergabespezialisten, Fördermittelabrechner, Gernehmigungsverfahrensbeauftragte, Zeitplaner, Social-Media-Beauftragte, "Bürgerbespaßer" usw. D.h. mit gleichem Ressourceneinsatz (brutto) wurde mehr (Bau-)Leistung (netto) erreicht.

    naja, ich weiß nicht, warum ein Parkhaus den ÖPNV attraktiver machen soll. 12 Mio. € oder gut 20.000€ je Stellplatz sind eine Menge Geld. V.a. dann wenn man berücksichtigt, dass es seit über 2,5 Jahren an dieser Stelle auch ohne Parkhaus gut funktioniert. Ich komme dort öfter vorbei, aber bisher habe ich dort noch keine große Parkplatznot gesehen.

    Wollte man den ÖPNV fördern, dann wären die 12 Mio. € woanders sicher besser angelegt.

    Die meisten Ateliers sind aus dem ehem. Logistik- und Bürogebäude Auf AEG raus (es war dieses Gebäude: http://www.deutsches-architekt…020_nbg-west/IMG_9726.jpg (Foto nothor)).


    Weitere Atelierflächen waren ehem. Porsche in St. Jobst (Borgo-Ensemble) und mehrere Gemeinschaften in Wöhrd, Marienvorstadt, Gostenhof usw. Dazu viele kleine alte Ladengeschäfte und Hinterhofwerkstätten. Im großen Quellegebäude selbst waren die Künstlerateliers eine kleinere Gruppe. Bedeutender waren dort die riesigen Flächen für Ausstellungen usw. sowie Büros für "Kreativnutzungen" (Tonstudio, ich-AGs, Agenturen, usw.).



    In der Kongresshalle selbst gab / gibt es bisher eigentlich keine Ateliers. Dafür waren / sind dort viele Kunstwerke eingelagert (=Depot). Dazu kommen weitere Lagerflächen für Zelte, Bierbänke uvm. Inzwischen haben die beiden großen Parteien im Stadtrat Anträge gestellt, dass die Verwaltung den gekündigten Mietern bei der Suche nach Ersatzflächen helfen soll. Eigentlich unglaubar (sic!). Ich glaube dagegen, dass viele bewusst oder unbewusst vor und bei der Abstimmung geschlafen haben. Nach der negaitven Presse tut man ganz überrascht.



    Der Bürgerverein St. Johannis ist auch nur ein schlecht versteckter Rummelplatz für Lokalpolitiker. Vorsitzender war bis vor kurzem Hr. S. Heublein, seit bald 2 Jahren städtischer Medien- und Pressereferent von OB König und der Fotograf dieser Bilder: https://www.nuernberg.de/imper…_hesperidengaerten_2.jpeg

    https://www.nuernberg.de/imper…_hesperidengaerten_1.jpeg. Was soll der BV auch anders machen als mitjubeln?!?

    Eine Weiter- bzw. WIedernutzung für künstlerische Zwecke ist naheliegend und angesichts der vielen Verluste der letzten Jahre (AEG, Quelle, Projekt 31, usw. usf.) eigentlich unabdingbar. Die Potenziale sind riesig (Danke für die Fotos SteffenSetzer!)



    Allein das man das abreisen will, um einige hundert qm Grünfläche zu schaffen und gleichzeitig mehr als doppelt so viel um die Ecke an der Brückenstraße neu versiegelt...

    Allein das die Stadt(-spitze) darauf nicht selber kommt, sondern wieder von der Bürgerschaft angestoßen werden muss...

    Allein mir fehlt der Glaube, dass in dieser Stadt eine solche Chance genutzt wird...

    Der Entwurf für das Wohnhaus in der Schwabacher Straße gefällt mir auch gut. Ich glaube nicht das Schultheiß auf Kritik Dritter reagiert. Sie werden eher erfahren, dass hohe Preise auch hohe Erwartungen der Kundschaft erzeugt. Wenn man sich auch anschaut, mit welchem Aufwand sowas wie Flora54 beworben wird, scheint sich auch nicht mehr jede Wohneinheit von selbst zu verkaufen.


    Die Forderung nach einem "belebten Erdgeschoss" ist schnell aufgestellt, aber was kann das (heute) sein? In den letzten 10 Jahren sind in innerhalb des Mittleren Rings viele ehemalige Kleingeschäfte und -gewerbe in Häusern aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in Wohnungen umgewandelt worden. Manche so gut, dass man selbst als Ortskundiger, der fast täglich vorbeikommt, nach 2 bis 4 Jahren meint, es schon immer so zu kennen. Manchmal auch nach mehr als 10 Jahren noch provisorisch. Aber umgewandelt und damit weg als semi-öffentliche Flächen sind sie dennoch.

    Ich habe keine Idee, was dort hin könnte. Der kleinteilige Einzelhandel im Umfeld ist zu einem guten Teil schon weg, Spielhöllen will keiner und ein neues "Hipster-Cafe" braucht es dort auch nicht.