Beiträge von Planer

    die Visualisierung ist in der Tat schon etwas komisch. Trotz Straßenbahn und Bussen, die oben fahren sollen, sieht das eher wie ein geschwungenes Dach aus. Die Stützen scheinen auch keine große Gründung zu erfordern.


    Auf der anderen Seite ist das von einem renommierten Fachbüro. Die "können" Brücken eigentlich!?!

    Besonders traurig war in dem Artikel die Aussage, dass das Ziel ist, mehr Bäume zu pflanzen als zu fällen. Das soll aber wohl derzeit nicht erreichbar sein. Der Baumbestand sinkt also gerade!

    Dieses Ziel gibt es schon seit mindestens 20 Jahren. Aber entweder es gab zu wenig Geld, zu wenig Personal oder zu wenig freie und geeignete Baumscheiben. Oder etwas anderes wichtigeres.


    nebenbei: die Unzufriedenheit damit (also der SPD-Tatenlosigkeit) hat Marcus König im Wahlkampf genutzt und für jedes in Nürnberg Neugeborene eine Baumpflanzung versprochen (https://koenig-nbg.de/wp-conte…_100-tage-programm_v4.pdf). Auf dem OB-Sessel und der Macht angekommen, wurde im wahrscheinlich schnell gesteckt bzw. klar, dass das nicht so einfach ist. Als Ergebnis bezahlt die Stadt nun den Staatsforsten 5.000 Setzlinge im Reichswald, die sowieso gepflanzt würden (https://www.nordbayern.de/regi…248-neue-baume-1.10959346). Aber das war vermutlich die einzige günstige Chance, um überhaupt eines seiner vielen Versprechen (siehe link) zu halten. Ansonsten ist von seinem 100-Tage Programm nichts mehr übrig geblieben (und bevor das Corona-Argument und damit "alles anders" kommt: das hat er zu Stichwahl gemacht / bekräftigt, da waren die Schulen schon geschlossen und der erste Lockdown beschlossen).

    ohne das im Detail zu kennen, würde ich vermuten, dass es zwischen N und Lauf (re.) eine S-Bahn alle 30 Minuten gibt. Dazu kommt eine stündliche "Schnell-S-Bahn", die bis Hersbruck nur noch in Lauf hält und dann hinter Hersbruck bzw. von Lauf nach Simmelbach überall hält, aber nur noch stündlich.


    So ähnlich ist es heute bereits: https://www.vgn.de/ib/site/pub…:P:H:j21:1-1619490357.pdf

    Allerdings mit tlw. großen Lücken (also zwei RB kurz hintereinander, dann eine 3/4 Stunde nichts, dazu RE).

    In der Wochenendausgabe der NN war heute ein großer Artikel zum Thema Bäume und Grünanlagen in Nürnberg. Darin wird die "Schuld" für vergleichsweise wenig Grün und Straßenbäume in Nürnberg wieder mal auf Mittelalter, fehlende Residenz/Herrscher und die großen Zerstörungen im 2. WK und den erforderlichen schnellen Wiederaufbau gesehen.

    Für mich ist das nur noch eine schale Ausrede. Das mag 1985 gepasst haben, aber seit ungefähr dieser Zeit ist das Defizit und die Ursachen bekannt. Seitdem war mehr als genug Zeit, das zu ändern. Passiert ist aber genau das Gegenteil und es wurde weiterhin eng und knapp geplant und gebaut. Seit ca. 7 Jahren wird im Namen der sog. Wohnungsnot*) jeder freie Restfläche in der Stadt zugebaut. Dazu werden Neubaugebiete stark besiedelt, aber nicht durch Höhe sondern maximale Flächeninanspruchnahme. Man sehe sich nur den Bereich um den neuen U-Bahnhof Großreuth an (https://geoportal.bayern.de/ba…0.17&N=5478119.66&zoom=13). Gleich um die Ecke der kümmerliche Westpark, der statt ausgebaut und vergrößert durch zahlreiche Bauvorhaben weiter bedrängt und angeknapst wird.


    Genauso schlecht, eigentlich noch schlechter, ist es um die Plätze der Stadt bestellt...



    *) für mich ist die aktuelle Wohnungsnot keine! Es gibt viel mehr Wohnungen als Mitte der 1970er. aber nur ca. 20.000 Einwohner mehr. Die Ursachen sind immer mehr Single-Haushalte und immer mehr Wohnfläche pro Kopf! Solange die beiden Parameter mindestens so schnell steigen, wie die Anzahl der neuen Wohnungen, wird sich die Lage nicht verändern.

    Wieso ist der Vergleich Tetzelgasse - Münchner Straße gewagt? Die "Verkehrsbelastung" als Anzahl der Kfz je Zeiteinheit ist für den Verschleiß und die Schädigungswirkung einer Straße nachrangig. Entscheidend ist die Anzahl der Überollungen mit hohen Achslasten. Die Achslast geht mit der 4. bis 5. Potenz ein. D.h. sehr viele leichte Überrollungen sind weniger "schädlich" als ein überladener Bus oder Lkw. Plakativ gesagt: 1 schwere und überladene Bus- oder Lkw-Achse ist schlimmer als 100.000 Pkw-Achsen. Dazu kommen dann weitere Faktoren wie Kräfte durch Bremsen und Beschleunigen, Fahrstreifenbreite und Steigung.

    In der Tetzelgasse fahren drei Buslinien, oft gut gefüllt, also mit hoher Achslast, den steilen Berg hoch mit "Vollgas" => in Summe ergibt das eine (Dauer-)Belastung, die der in der Münchner Straße mindestens ebenbürtig ist. Dort fahren kaum Busse und auch die Anzahl der Lkw ist eher gering. Ob da am Tag einige tausend Pkw wie in der Tetzelgasse oder mehrere zehntausend wie in der Münchner Straße fahren, spielt kaum eine Rolle.


    Eine Betonfahrbahn ist in der Tat die mit der längsten Haltbarkeit. Eingesetze wird sie innerstädtisch inzwischen häufiger an Bushaltestellen. Hier ist der Verschleiß bzw. die Verformung durch starkes Bremsen und Beschleunigen + Hitzeabstrahlung des Motors im Stand der schleichende Tod für eine Asphaltdecke. Weitere Einsatzfelder sind Straßenbahngleise, die dann als Eindeckung Rasengleis oder eine Asphaltdeckschicht bekommen.

    Dafür hat sie andere Nachteile beim Einbau in der Stadt. Lärm würde ich da gar nicht mal so hoch ansetzen, da das bei 30 bis 60 km/h noch nicht so wirkt. Nachteiliger sind die Kosten, die langen Aushärtedauern und va. mag es die Betonfahrbahn überhaupt nicht, wenn darunter Sparten liegen bzw. an die ran gegangen werden muss oder neue Kabel (Glasfaser!) verlegt werden. Da ist Asphalt viel schneller und günstiger geöffnet und v.a. wieder sauber verschlossen.



    Das gemauerte Brücken dauerhaft deutlich mehr Personal als Spannbetonbrücken zur Wartung und Instandhaltung benötigen ist mir dagegen neu. Aber ich lerne gerne noch dazu.

    Habe mich aus Interesse durch die Angebote geklickt. Die Info zum Bauzentrum in der Kiiianstraße ist vom Herbst 2018.


    Das scheint mir eine lose Sammlung zu sein. Für die Anbieter vermutlich kostenfrei und für das Wirtschaftsreferat eine Art "Schaufenster" zum Werben um Investoren. So richtig mit "Liebe" scheint man das nicht zu machen, wenn man so was im März 2021 auch noch unverändert bewirbt: https://www.nuernberg.de/imper…ie/hotel_am_flughafen.pdf .

    Und das ist nicht das einzige Angebote, dass nicht auf der Höhe der Zeit ist...

    Anscheinend hat man damals aber stabiler und nachhaltiger gebaut. So lange wie das gehalten hat. Gilt sowohl für den altern "Plflasterunterbau" und die Asphaltdecken.


    Ich bin immer wieder erstaunt, wie schlecht die Straßen und Radwege in Nürnberg an vielen Stellen sind. Es zeigen sich mehr und mehr die Folgen von bald 30 Jahren "sparen" an der Infrastruktur (seit den großen Sparwellen ab Anfang der 1990er). Was besonders auffällt ist, dass ganz alte Straßen, so wie bspw. die Tetzelgasse in der Altstadt oder Scheurlstraße, scheinbar ewig halten und jüngere Straßen "überfällig" sind (Bayernstraße, Kilianstraße, Münchner Straße, Schnieglingerstraße, ...).

    Ohne das mit Lärmschutz und Planung des FSW jetzt im Detail zu kennen, vermute ich dass die Erweiterung der Fahrspuren für die Anwohner den gesetzlichen Anspruch(!) auf Lärmschutz auslöst. D.h. ohne neue Fahrspuren wäre eine Verbesserung des Lärmschutzes, es gibt ja bereits an vielen Stellen Lärmschutzwände (und -fenster in den Häusern), eine freiwillige Leistung der Stadt und damit auf keinen Fall förderfähig. Aber am Ende ist das heutzutage immer eine Einzelfallprüfung über rechnerische Nachweise vorher vs. nachher unter Einbeziehung der aktuellen Begebenheiten und der geplanten Veränderungen.

    Also ich finde den Entwurf der Eckpfeilergruppe richtig übel! Das hat die Optik und Qualität eines Plattenbaus (Platte). Die Form, die Gestaltung und die Grundrisse sind doch unterirdisch. Schlafzimmer mit Fenstern nach Süden und Westen?!? Im frei finanzierten Bereich kleine Wohnungen mit Balkonen nach Osten und Fenstern nach Norden? Die Zugänge nicht von der Straße aus sondern auf die Rückseite zur Tanke hin? Dort auch zwischen Mauer und Gebäude die vorgeschriebene Spielzone für Kleinkinder rein gequetscht?

    => Für mich ein falscher Bau am falschen Ort! Die hohen Wohnpreise rechtfertigen meiner Meinung nach nicht alles. Auf so ein Grundstück gehört kein Wohnbebauung.


    Leider wird damit die Ecke Erlanger Str - Kilianstraße an der B4 ein weiterer Unort in Nürnberg (siehe die Planungen zur neuen Mitte). In einigen Jahren wird man sich vermutlich fragen, wer die Schöller-Stiftung ist, die vor über 20 Jahren die Nord-West-Ecke mit dem dann vermutlich immer noch modern und "gut" wirkendem Gebäude bebaut hat.

    Die meisten Entwürfe finde ich für sich auch gelungen. Allerdings überzeugt mich eigentlich keiner der Entwürfe so richtig für diese Stelle.


    Kein Entwurf geht auf die Umgebung und Nachbarschaft ein und versucht eine Verbindung oder Anbindung herzustellen. Ein attraktiver und belebter Stadtteilplatz braucht mMn. auch eine attraktive und einladende Einfassung. Daran scheitern fast alle Entwürfe, auch und v.a. der Siegerentwurf, der nur eine einheitliche, extrem einfache Fassade um den Platz anordnet. Da gibt es nichts für's Auge, nichts wo der Blick hängen bleiben könnte (siehe auch die letzten Diskussionen zu Gründerzeithäusern, die gerade wegen ihrer abwechslungsreichen Fassaden so "schön" sind).

    Enttäuscht bin ich vom Entwurf der Staab Architekten GmbH. In der Ausstellung im Neuen Museum haben sie gerade die Einfügung in die Umgebung als große Stärke gezeigt.


    Am besten gefallen mir für diese Stelle noch 1002, 1008, 1011 und 1014.

    Ein privater Investor kann insbesondere aus zwei Gründen günstiger sein:

    - Schnelligkeit: sowohl bei Entscheidungen, als auch beim Planen und Bauen. Am meisten aber bei Vergaben, da es i.d.R. keine formalisierten Ausschreibungen und Vergaben braucht (sofern keine öff. Förderung).

    - Verhandlungsspielraum: eben weil schneller und weniger Formalien kann ein privater Investor mit Auftragnehmern anders verhandeln, sowohl vor als auch nach Auftragsvergabe

    Dazu kommt, dass ein mögliches Delta, also Gewinn, bei Chef/Chefin verbleibt und nicht in den allgemeinen Haushalt zurück fließt. Das führt dazu, dass von den beiden genannten Punkten gerne und rege Gebrauch gemacht wird.


    Ein privater Investor hat dagegen zwei Kostentreiber:

    - Risiken, die einzupreisen sind

    - höhere Kreditzinsen, da es eben mehr Risiken gibt

    In Zeiten von Niedrigzinsen ist der negative Effekt allerdings überschaubar.

    Der dritte Kostentreiber ist eigentlich die Renditeerwartung, das wird aber gerne unter Risiko abgehandelt (Wagnis & Gewinn)


    Am Ende kann es für die öff. Hand günstiger sein, wenn alles gut passt und die Miete geringer ist als eine Eigenerstellung. In den meisten Fällen ist so ein Vorgehen aber teurer und verschiebt, wie oben geschrieben, öff. Ausgaben einfach in die Zukunft. Das würde ich auch beim Pellerhaus erwarten, da es eben keine einfache Turnhalle sondern ein komplexes Sonderbauwerk ist.


    Auf den Stadtrat und ein transparentes Verfahren würde ich allerdings keinen Cent wetten. Am Ende entscheiden das wenige Köpfe in HInterzimmern und der Stadtrat darf das dann in "nichtöffentlicher Sitzung" abnicken. Verträge werden so gut wie nie öffentlich verhandelt und beschlossen. Dafür müsste der Investor auf sein Recht zur Geheimhaltung verzichten. Und warum sollte das der Fall sein???



    Ich persönlich hatte sehr auf die Kulturhauptstadt und ihre Wirkungen gehofft. Umso überraschter und enttäuschter bin ich, wie die Stadt und v.a. die CSU alles Kulturelle an den Rand schiebt. Nürnberg wird ärmer, farbloser und unattraktiver...

    Interessant war damals auch, dass sie einen Mietvertrag unterschreiben mussten in dem sie garantierten, dass sie mindestens 2 Jahre dort wohnen bleiben. Das passte irgendwie garnicht mit der allgemein postulierten Wohnungsnot zusammen, sondern scheint mir mehr mit dem Finanzierungsmodell des Eigentümers zusammen zu hängen.

    Wieso? Gerade die Mindestmietdauer bestätigt den Vermietermarkt! Eine Mindestmietdauer gibt es aktuell auch bei Neuvermietungen von Altbauten in St. Johannis.

    Gäbe es dagegen in Nürnberg 30.000 frei (Mietwohnungen, dann würde niemand so eine Klausel akzeptieren. Eher wäre es andersrum und es gäbe die ersten Monate mietfrei. So war es bspw. Ende der 1990er Jahren in vielen Oststädten.

    Interessante Diskussion!


    ich will einige Stichpunkte ergänzen - vieles was hier reinpasst, habe ich früher schon an anderer Stelle geschrieben.


    Als Nürnberg als einer der letzten freien (Reichs-)Städte des Hl. Römischen Reichs dt. Nationen 1806 zu Bayern kam (bzw. unterstellt wurde), war die Stadt klein, rückständig und hoch verschuldet. Das Ergebnis von Pest, Kriegen, ca. 300 Jahren Misswirtschaft der führenden Patritzierfamilien usw.

    Unter der modernen Verwaltung des Königreichs Bayern hat sie dann relativ schnell ein stürmisches Wachstum im Rahmen der Industrialisierung hingelegt. Der bay. König wollte keine "rauchende Schlotte" in seine Residenzstadt München, die kamen nach Nürnberg nachdem die Stellung als Festungsstadt aufgehoben und u.a. die Stadtmauer tlw. geschleift wurde. Dafür hatten er und die Wittelsbacher sich großzügig an den fränkischen Kunstwerken usw. bedient, u.a. Dürer Gemälde.


    Man hat in München aber immer auch darauf geachtet, dass Nürnberg nicht zu "groß" wird und die Residenzstadt wieder wie im Mittelalter und der Renaissance überstrahlen könnte. Das war einer der Gründe, die Verwaltung und mittelfränkische Regierung in Ansbach anzusiedeln und eine Universität in Erlangen aufzubauen, in die die Reste der früheren nürnbergerischen Uni zu Altdorf aufgingen. Im Ergebnis hatte und hat Nürnberg bis heute weniger Arbeitsplätze der öff. Verwaltung als andere Großstädte, weniger Einrichtungen und Stätten der (Hoch-)Kultur als andere Großstädte, war bis zum 31.12.2020(!) die einzige größere Großstadt ohne eigene Universität und ist bspw. immer noch die einzige größere Großstadt ohne ein eigenständiges Forschungsinstitut der drei großen Forschungsgesellschaften (Max-Planck, Helmholtz, Fraunhofer). Nürnberg, und auch die ganze Region musste sich also immer viel selber erarbeiten. Dazu einige Beispiele:

    • ohne wesentliche Mitfanzierung durch die Stadt Nürnberg wäre in den 1980er keine S-Bahn gebaut worden. Nürnberg musste 60 Mio. DM für die ersten zwei Strecken nach Lauf und Altdorf zuzahlen, das wären nach Kaufkraft heute +/- 150 Mio. €. München hat mit / für Olympia ein komplettes S-Bahnsystem geschenkt bekommen, dass mMn. einer der wesentlichen Ursachen für den anschließenden Boom war.
    • die Messe in Nürnberg war zu Beginn eine städtische Sache. Auch den Umzug nach Langwasser und die ersten Hallen hat überwiegend die Stadt bezahlt.
    • die TUN ist die erste staatliche gegründete Unieinrichtung in Nürnberg. Alle andern Hochschulen waren städtischen oder kirchlichen Ursprungs.
    • erst seit ca. 10 Jahren gibt es mit dem L.I.N.K. im Nordostpark die erste kleinere Fraunhofereinrichtung, die in einer eigenen Liegenschaft residiert
    • das vor etwa 20 Jahren gegründete Max-Planck-Institut in der Erlangen war das erste von ca. 12 MPI in Bayern außerhalb des Großraum Münchens
    • das Neue Museum war bei der Eröffnung 2000 das erste(!) staatliche Museums außerhalb Münchens. Die erforderliche Kunstsammlung als Grundstock hat / musste die Stadt Nürnberg einbringen. Ebenso wie sie das Grundstück zur Verfügung stellen musste.
    • Das "Staatstheater Nürnberg" wird seit hälftig von Stadt und Freistaat finanziert. Der Bauunterhalt liegt aber weiter bei der Stadt.


    Es gab also durchaus und es gibt noch eine strukturelle und finanzielle Benachteiligung. Geändert hat sich das erst in den letzten ca. 20 Jahren. Wie oben geschrieben, waren die Wachstumsschmerzen in München mindestens so viel Grund, wie der Strukturwandel seit den späten 1970er in Nürnberg.


    Trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen, war Nürnberg in den meisten Jahren keine arme Stadt und ist es im Vergleich heute schon gar nicht (siehe hier: Nürnberg - Lounge, Nbger Südosten: Neubau Konzertsaal an der Meistersingerhalle [gestoppt] und hier: Nürnberg - Lounge). Dazu kommt, dass das Umland um Nürnberg extrem wirtschaftsstark ist mit vielen Konzernen und sehr gesundem Mittelsand und damit auch nach Nürnberg einstrahlt. In den meisten anderen Großstädten ist es umgekehrt: da strahlt die Stadt stärker ins Umland.


    Nürnberg kam auch stark aus der Finanzmarktkrise 2008/09 heraus. Das war so nicht absehbar und sicher auch für einige überraschend. Struktur, Branchen und Zahlen waren bis vor einem Jahr sehr positiv. Inzwischen häufen sich aber leider die negativen Schlagzeilen und es kommt zunehmend zu Pleiten, Verlagerungen und Schließungen, was weniger Arbeitsplätze und Steuern bedeutet. Es ist zu hoffen, dass die Stadt das Niveau halten und wieder ausbauen kann. Und hier kann der Freistaat mit TUN und anderen Projekten kräftig mithelfen.

    Die Studie mit dem Hochhaus finde ich ganz interessant. Nichts umwerfendes, aber eine zumindest halböffentlich zugängliche Dachterasse klingt gut. Der Standort passt aber mMn. nicht. An der Stelle gibt es weder eine Torsituation noch sonst etwas, was eine Landmarke bedingt. Kommt das Gebäude, dann steht es hier etwas verloren / willkürlich im Stadtgefüge. Wenn dann wäre so ein Bau als Tor auf der anderen Seite, also in der Nähe des Kanals und der Südwesttangente besser situiert.

    guter Fund.

    Ich kann mir aber partout nicht vorstellen, dass das kommt. Zum einen ist das schon recht massiv und bunt. Zum anderen hat die Stadtspitze in den letzten Jahren mehrfach sehr deutlich gesagt, dass auf dem Ex-Schöllerareal eben keine Wohnbebauung zugelassen werden soll. Man wollte verhindern, dass sich Nestle und (der Lohnfertiger) Froneri ihren Rückzug aus Nürnberg und dem Abbau von >300 Arbeitsplätzen durch einen lukrativen Verkauf der Flächen für Wohnbebauung auch noch vergolden. Weiterhin hat der Verkauf der Flächen beiderseits des RIngs an einen privaten Investor die Pläne von Freistaat und Stadt zur Ansiedlung der Erziehungswissenschaften der FAU und eines Gymansiums vereitelt. Also noch ein Grund mehr beleidigt zu sein...

    typisch (Nürnberger) SPD möchte man da sagen...

    - erst sind sie reichlich spät dran

    - dann geben sie kleinlaut zu auch keine Idee zu haben

    - und laden "ihr" Problem dann bei der Allgemeinheit und Verwaltung ab, die einen besseren, also der SPD genehmen, Namen finden sollen.



    (zur Ehrenrettung des Baureferenten: er hat schon vor vielen Jahren darauf hingewiesen, dass der Name Lichtenreuth den Vermarktungsinteressen von Areulis entstammt und die Stadt diesen Namen nicht übernehmen will. Andererseits hat die Stadt und er Jahre wenig bis nichts gemacht, um daran etwas zu ändern. wer mehr lesen will: https://www.lichtenreuth.de/aktuelles?jump=38)