Neues zu den Museen in Nürnberg

  • Ich finde das GNM auch toll und bin mehrmals im Jahr dort.

    Umso bedauerlicher finde ich es, dass aktuell über die Hälfte der Ausstellungsflächen gesperrt sind. Noch bedauerlicher ist es, dass sie Umbau und Wiedereröffnungen z.T. um mehrere Jahre verschieben: siehe Gewerbemuseum / Rittersaal (seit gefühlt über 10 Jahren zu), siehe Mittelalterhalle (sollte 2025 oder sogar 2024 fertig sein, aktuell nach mehreren Verschiebungen irgendwann 2027), siehe Barock , siehe Südbau und Südwestbau (seit 2023 geschlossen, auch mehrfache Verschiebung auf aktuell 2030).

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    Auch ich bin gerne und regelmäßig dort und kann daher deine Enttäuschung gut vertsehen. Kürzlich habe ich mich dazu nochmal vor Ort bei einem Mitarbeiter erkundingt und dieser hat mir glaubhaft vermittelt, dass alle Umbau- und Sanierungsprojekte, die die Ausstellungen betreffen, im Zeitplan lägen. Bei so komplexen Bauaufgaben im Bestand (hier Substanz von 1380 bis 2025, Konservierung, Sicherheit, Denkmalschutz usw...) kämen Verschiebungen im Zeitplan fast immer vor. Oft stimmen (alte) Pläne und tatsächlicher Bestand nicht überein oder es existieren gar keine Pläne mehr, dann müsse im laufendne Prozess umgeplant werden.

    Die Verzögerungen bei der Mittelalterhalle müsse man wohl wirklich als eine Verkettung unglücklicher Umstände sehen. Besonders gravierend waren für die Projektplanung wohl die globalen Verwerfungen bei Lieferketten, Material-, Lohn- und Baukosten in Folge der Pandemie und die damit verbundene Inflation. Ich bin kein Kenner des öffentlichen Vergaberechts, aber "die öffentliche Hand" kann bei solchen raschen und starken Veränderungen weniger flexibel als Unternehemen reagieren. Kostenrechnungen, Auftragsvergaben und Fördermittel waren großteils vor der Pandemie/Inflation gemacht worden und konnten dann nur noch bedingt angepasst werden. Am Ende blieb wohl keine andere Wahl, als Teile der Planungsprozesse neu durchzufürhen. Aber diese lägen eben nun wohl im Zeitplan.

    Mittlerweile ist es unüberseh- und hörtbar, dass im Süd- und Südwestbau renoviert wird. Aber bevor dort die Hämmer geschwungen werden konnten, hat es an die zwei Jahre gedauert um tausende Objekte aus Ausstellung (und Depots!) fach- und sachgerecht zu reinigen, zu sichern, zu konservieren, zu verpacken und zu bewegen . 

    Bei all diesen Projekten gehe es nicht nur um eine neue, ansprechende Präsentation und Vermittlung, sondern es müsse auch dringend die Haustechnik und Substanz ertüchnigt und erneuert werden. 1968 ist mittlerweile 58 Jahre her und ich glaube wir fühlen uns alle wohler in einem Museum mit besserem Brandschutz und neuen Leitungen und zusätzlichen Aufzügen oder Toiletten ;-).