aedificator, ich weiß nicht, ob du schon mal drin warst, das einzige wirkliche Problem ist die große Gebäudetiefe des langen Flügels, diese müsste entweder durch Lichthöfe (unter Verlust der seinerzeit beachteten galerieartigen Innenräume insbesondere im oberen Geschoss) aufgebrochen oder besser bspw. an der Westseite in seiner Breite reduziert werden. Dann ist dort sogar aufgrund des geschlossenen Blocks leises Wohnen möglich. Die seitlichen Höfe sind so klein und qualitätslos, wie es hier dargestellt wird, nicht. Die Hackeschen Höfe in Berlin funktionieren ja auch sehr gut.
Beiträge von leipziger
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Meine Güte, die reissen ein barockes Haus nach dem anderen in der Altstadt ab. Das ist ja so schlimm wie in den 60er Jahren in Westdeutschland.
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Lieber LE Mon. hist.,
wenn du schon mal in Münster gelebt hättest, würdest du anderes sagen:
- Die Verdienstmöglichkeiten sind dort nicht pauschal sehr gut. Es kommt immer auf die Branche an, in der man arbeitet. Das ist in Berlin genau so, wenn auch der Verdienst statistisch ingesamt geringfügig niedriger ist.
In Münster gibt es ein gewaltiges Gehaltsgefälle zwischen den den Altersgruppen: Die alten (ab 45/50) Verdienen richtig viel, während die Jungen bis ca. 35/40 mit Studentengehältern nach Hause gehen oder von den Eltern unterstützt werden. Das sieht man auch daran, dass jüngere aus Norddeutschland aus normalen Verhältnissen immer so kleine Autos haben.
- Die Zahlen des Amts gehen davon aus, dass man eine Wohnung unter der Obergrenze bekommen kann. Dies ist in Berlin vergleichsweise leicht möglich. In Münster kann dies sehr schnell zu einer Unmöglichkeit werden, weil dort absoluter Wohnungsmangel herrscht. Es gibt regelrechte Bewerbungsverfahren um Wohnungen. Aber was tun, wenn mit einem immer mindestens 5 Lehrer, Beamte oder Professoren auf der Liste stehen? Hinzu kommt, dass der Markt sehr viel intransparenter ist als in Berlin oder Leipzig. Es werden in Münster nur Wohnungen, die irgendeinen gravierenden Mangel haben, öffentlich angeboten (z.B. alle Fenster zu einem winzigen Innenhof, in den niemals Sonne hinein kommt).
- Fakt ist, dass der "Kampf" auf dem Wohnungsmarkt in Münster sehr viel härter ist als in Berlin. In Münster lässt sich jedes Mauseloch für 10EUR/qm kalt vermieten. Vorbildlich ist das keinesfalls. In finde, das Jammern über den Wohnungsmarkt in Berlin oder Leipzig... ist Jammern auf hohem Niveau. -
Zur Erläuterung des obigen Plans (Danke dafür):
Die schwarz gezeichneten kleinen Gebäude stellen den überwiegend vorgründerzeitlichen (d.h. in dem Anschein nach mehrheitlich barocken/klassizistischen) Bestand da, im Zustand um 1900.
Um 1910 (+/-5) erfolgte dann die als Baugrenze schemenhaft rot dargestellte Neubebauung der Ringfront mit Eckgebäude Dittrichring 24-22 (Feuerversicherung, sp. Stasi), Nr. 18-20 Wünschmanns Hof, sowie das dreieckige Lipsahaus in der Barfußgasse. Der übrige schwarze Bestand wurde ganz überwiegend 1943 zerstört, die bekannten Fotos zeigen hier nur noch riesige Steinhaufen, es stand mit Ausnahme der Umfassungsmauern der Kirche nichts mehr. -
Ich habe gehört, dass Anfang der 90er Jahre die Tauben in Leipzig vergiftet werden mussten, weil sonst die Gesundheitsgefährdung (auch im Zusammenhang mit den Taubenzecken) noch größer geworden wäre. Die Fiecher fielen damals tot vom Himmel, offiziell konnte das aber nicht gesagt werden. Kann das jemand bestätigen? Ich kann mir ehrlich gesagt vorstellen, dass das notwendig war.
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Genehmigungen für Werbungen, Dachaufbauten etc. gelten auf unbestimmt Zeit, erst wenn der Eigentümer von sich aus einen neuen Antrag stellt, kann die Stadt Einfluss nehmen. Dabei ist es für die Stadt schwer, früher erteilte Genehmigungen wesentlich zu reduzieren - d.h. eine im Jahre 1970 genehmigte Werbeanlage wird in den meisten Fällen auch heute wieder genehmigt werden müssen (da sich das Baurecht wenig verändert hat). Von daher gibt es m.E. hauptsächlich bei verständnisvollen/nicht beratungsresistenten Eigentümern gestalterische Verbesserungen zu erwarten.
Die Wiederherstellung von Dachlandschaften kann detailgetreu nur im Einzelfall auf Wunsch des Eigentümers über den Denkmalschutz erfolgen. Für die nicht-geschützten Gebäude kann allenfalls eine Satzung helfen, die bestimmte Dachformen und Materialien plakativ vorschreibt, jedoch aufgrund ihrer stets eher wagen Formulierungen (Stichwort "Minimalkonsens") in alle denkbaren Richtungen ausgelegt werden kann. Also auch hier wenig Hoffnung. -
Der Architekt hat hier das Wohnheim am Bauhaus Dessau, ein Flagschiff der klassischen Moderne, fast wördlich kopiert, nur durch Variation dem aktuellen Architekturempfinden angepaßt. http://www.panoramio.com/photo/4096857
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Ich habe es schon mal geschrieben: Was auf den Visualisierungen vielleicht etwas grobschlächtig aussieht, ist eine Rekonstruktion der klassizistischen Fassaden nach den vorhandenen Unterlagen. Die offenen Fensteröffnungen, die als Loggien dienen werden, gab es natürlich früher nicht. Bei diesem Haus gibt es aber keine andere Möglichkeit, Loggien zu realisieren.
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Danke für die Fotos des Landesmuseums.
Angesichts dieses wenig feingliedrigen, um nicht zu sagen brachialen Baukörpers mit wenigen Öffnungen, niedriger Traufhöhe und im Sinne der 70er Jahre abgestumpften (nicht ausgebildeten) Ecken fragt man sich, warum der Vorgängerbau der 70er Jahre nicht stehen geblieben ist. Von Stadtreparatur an dieser sensiblen Ecke keine Spur, keine Erinnerung an die Vorgängerbebauung. -
Bei solchen Dach- und Wandkonstruktionen ohne jede Massivität frage ich mich, wo da der sommerliche Wärmeschutz und der Schallschutz bleibt.
Der politisch gewollte und hier sicher akribisch berücksichtige winterliche Wärmeschutz ist ja nur ein Teil des Ganzen. -
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Nein. Vollrekonstruktionen stehen nur in der Altstadt in Ring- und Domnähe und dies sind auch nur Gebäude aus der Zeit vor 1871. Die Gründerzeitgebäude und neuere Gebäude aus den 20ern usw. sind erhalten geblieben bzw. waren leicht beschädigt, so dass die Einschusslöcher relativ leicht ausgebessert werden konnten.
In den Vorstädten wurde nicht rekonstruiert, alles was dort heute noch altes steht, ist mehr oder weniger erhalten (was nicht heißt, dass es völlig unbeschädigt war). Man muss freilich bedenken, dass ähnlich wie in Leipzig heute große Teile der inneren Vorstädte von alter Substanz quasi leergeräumt sind, verglichen mit dem früheren Zustand. -
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