Beiträge von Turmbauer

    Sehr schönes Projekt und ein weiterer Schritt zur Verschönerung des Viertels und zur Revitalisierung des Weberplatzes. Dass sich der Entwurf in vielerlei Hinsicht an dem Original orientiert, kommt ihm zugute. Arkadengänge und Satteldach geben dem Haus zudem Charme. Auch die Nebengebäude finde ich interessant. Schön, dass hier über das Haus am Weberplatz hinaus gedacht und etwas größer angefasst wird.

    #120/ #121

    Wenn ich so zurück blicke, komme ich zum Schluss, dass die Essener Stadtpolitiker selten ein glückliches Händchen mit der Gestaltung der Innenstadtplätze hatte. Der Willy-Brandt-Platz, der aus Grund seiner zentralen Lage besonders im Fokus steht, ist wahrscheinlich das prominenteste Beispiel. Allerdings hat man sich auch mit abgelegenen City-Plätzen nicht mit Ruhm bekleckert. Ich erinnere an den Viehofer Platz mit dem Plan einer Markthalle oder den Weberplatz, der ursprünglich DER Marktplatz der Innenstadt war und seit seiner Umgestaltung keinerlei Lebendigkeit mehr hat. Es gibt Beispiele, wo zumindest die Architektur stimmt (Hirschlandplatz), aber es an Lebendigkeit fehlt. Die dortige Gastronomie besteht rein aus Restaurants, die früh am Abend schließen. Ein Blick nach Venlo oder Arnheim zeigt auf, wie eine Stadt unabhängig der Immobilien rings um einen Platz oder einer Straße Leben dorthin bringen kann. Schicke, hochwertig gestaltete Pavillons mit Biergarten und einem ebenso hochwertigen Angebot beleben das Umfeld und ziehen so weitere Gastronomie an. Auf der Zeil in Frankfurt sah ich ähnliches.


    Was den Waldhausen Park betrifft, sehe ich dessen Bedeutung eher in der Naherholung von Anwohnern/ Anliegern. Daher ist eine Neugestaltung sehr wichtig, Der Platz steht allerdings nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit, hier Gäste und Besucher gemeint. Beim Burgplatz sieht das schon anders aus. Dieser zentrale Platz wurde ja in seiner Geschichte immer mal wieder umgestaltet. Ursprünglich Auflauf- und Paradeplatz, später Parkplatz, dann die Rondell-Anlagen (Beete) im Treppenabgang, die von den Einen als Barriere und von den Anderen als urbaner Ort empfunden wurden, zumal hier unter Anderem das Laternenmuseum stand. - Warum wurde dieses überhaupt abgebaut? An sich finde ich den Platz nicht schlecht gestaltet - er ist klar strukturiert, dazu der breite Treppenaufgang, er lehnt sich an den historischen Platz an. Dennoch wird der Platz nur teilweise angenommen und wirkt irgendwie nicht attraktiv. Vielleicht liegt das auch ein wenig daran, dass es an einer guten Gastronomie fehlt, dass nicht alle Art an Veranstaltungen dort stattfinden können und er so nicht bei allen Gesellschaftsschichten in den Fokus gerückt wird. Der Einfluss der Kirche ist vielleicht ein Hemmschuh? Wenn ich ehrlich bin, fällt mir derzeit keine geeignete Gestaltung ein, die den Platz so attraktiv macht, dass er ein Anziehungspunkt in der City wird.

    #18

    ^ Wäre Parc Durant mit "bis zu sieben Obergeschossen und dem ein oder anderen Wohnturm dazwischen" denn wirklich besser? Ich finde nein. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute (Gründerzeitquartiere) doch so nahe liegt.

    Es würde nicht stören, hätten die Häuser im Parc Dunant zwei Etagen mehr. Ein Wohnturm würde hier natürlich nicht hin passen. - Mit dem Vergleich zu anderen Städten wollte ich nur auf die im Ruhrgebiet oft kleinstädtische Sichtweise hinweisen. Hier wird nicht selten etwas schnell als zu dichtbebaut, zu hoch oder zu groß angesehen. Ich denke nicht, dass man das Quartier Parc Dunant bzw. das Uni-Viertel in Düsseldorf oder Frankfurt angesichts dort bestehender Quartiere oder Projekte als " zu dichtbebaut" bezeichnen würde.


    Das Quartier ist aus meiner Sicht hochwertig ausgestattet, die Klinkerfassade vermittelt zusätzlich einen angenehmen, teils vornehmen Eindruck. Zum Glück erleben Klinkerfassaden in Deutschland eine Art Renaissance. Ist die Bepflanzung erst abgeschlossen und nach einer Weile gewachsen, lässt dies neue Eindrücke zu.

    #14

    Dichtbebaut, zusammengequetscht… oder vielleicht „zu hoch“? Ist das wirklich so, mit Blick auf die städtebauliche Gesamtsituation in Rüttenscheid oder generell mit Blick auf die Situation eines innerstädtischen Quartiers? :/

    Manchmal scheint mir, wir in Essen, respektive im Ruhrgebiet, haben auf solche neuen Wohnviertel einen speziellen Blick. Gleiche Argumente wie hier gab es auch schon im Zusammenhang mit dem Uni-Quartier. Meiner Meinung nach hätten es hier wie dort ruhig zwei Etagen mehr sein dürfen.


    In Frankfurt und Düsseldorf entstehen derartige Quartiere mit bis zu sieben Obergeschossen und dem ein oder anderen Wohnturm dazwischen. Wenn wir uns als Großstadt, respektive als Ballungsraum verstehen wollen, müssen wir vielleicht auch bereit sein, groß zu denken. Wer im Zentrum einer Stadt, bzw. citynah wohnen möchte, muss damit rechnen, dass man sich gegenseitig auf den Frühstückstisch guckt. Und die Wohnungen verkaufen/ vermieten sich ja offenbar auch gut.


    Vielleicht hilft ja auch ein Blick ins Ausland, in französische oder spanische Städte, zur Einordnung. Möglicherweise erscheinen unsere Wohnquartiere dann gar nicht mehr so dichtbebaut. ;)

    Mir geht es genau so wie den meisten Foristen hier. Einerseits wirkt der aufgesetzte Glaskubus recht wuchtig, was vielleicht auch daran liegt, dass er an der oberen etwas herausragenden Borde (Attika) aufsetzt und so diesen Eindruck verstärkt. Auch ich hätte mir das Pagodendach zurückgewünscht, vielleicht, wie es hier jemand schrieb, im Stiele des Ständehauses in Düsseldorf, als Glasdach. Um drei vier Etagen hätte man so bestimmt aufstocken können. Andererseits freue ich mich auf die Reaktivierung bzw. Modernisierung des Hauses, die zusammen mit dem Königshof hoffentlich auf eine Revitalisierung des Platzes hinaus läuft. Man darf auch auf die Pläne des Besitzers des Handelshofs gespannt sein. Dieser hat sich bisher noch nicht zum Umschwung vor Ort geäußert. Zurück zum Eickhaus: Der architektonische Entwurf bietet auch einige Chancen. Die Begrünung entspricht ganz dem Zeitgeist, die Dachterrasse verspricht ein Highlight. Möglicherweise eine Rooftop-Bar mit einer tollen Aussicht. Die Höhe finde ich persönlich nicht störend. Wie schon hier erwähnt, war ursprünglich eine ähnliche Höhe (Aufsatz) angedacht und auch das Sparkassenhaus sollte gespiegelt auf der Fläche des Kettwiger Tors entstehen, woraus sich eine Tor-Situation ergeben hätte. Alles in allem ein großstädtisches Entree, was wir bald erwarten dürfen

    Adama , hanbrohat

    Interessante und aufschlussreiche Postings von euch :thumbup:


    #44 Das Hinauszögern der Stadt, was den Verkauf des Grundstücks betrifft, ist aus Sicht des Investors mit Sicherheit ärgerlich, aber die Verwunderung hierüber auch ein wenig naiv. Die Vorgehensweise der Stadtverwaltung, die Dinge zu prüfen und den am Markt höchsten Verkaufswert zu erzielen, entspricht dem handelsüblichen Gebaren von Kommunen und ist bestimmt sogar verpflichtend. Das heißt aber nicht, dass es der cleverste Weg der Stadtplanung ist. Die Stadtpolitiker sollten sich über die Wirksamkeit und möglichen Synergien derartiger Projekte im Klaren sein. Eine etwas transparentere Umgangsweise bzw. handlungsbereitere Haltung wäre wünschenswert. Es bringt der Stadt und dem Stadtbild nichts, sollte der Meistbietende einen mutlosen 15-stöckigen Klotz dorthin setzen (nur mal ein Beispiel).


    Ähnlich kurzsichtig verfuhr die Stadt seinerzeit mit der Vergabe der Geschäftslokale im Handelshof. Auch hier war das Argument, verpflichtend für den Bürger die höchsten Mieten erzielen zu wollen. Das Ergebnis waren u.a. eine Parfümerie und eine Bank im Handelshof. Seither wurde der Ruf nach Gastronomie am Willy-Brandt-Platz lauter, auch seitens der Stadt, da dieser recht trostlos wie unbelebt daher kommt. Nur hat die Stadt hier (Handelshof) nun keinen Einfluss mehr drauf.


    #47 Anhand der editierten Google-Dateien lässt sich sehr schön sehen, wie das HH auf die Umgebung wirkt bzw., wie es mit der Umgebung harmoniert. Für mich wäre der favorisierte Standort in der Weststadt eine Bereicherung für dieses Quartier, er ist aber auch nicht der einzige gute Standort. Könnte mir den Essen High Square auch gut als einen Teil des Projekts auf dem ehemaligen Gelände von Innogy vorstellen. Einen weiteren interessanten Standort sehe an der Grenze zu Holsterhausen (Papestr.), der ja in etwa auch von den Planern des Olympischen Dorfes angedacht ist. Hier wäre nicht nur genug Platz für die Höhe (gerne auch höher als 135m) , sondern auch für eine schicke Parkanlage drum herum. Außerdem grenzt das Gelände direkt an einen urbanen Stadtteil. Weiterer Standort: VHS Hollestraße?

    Manchester ist nicht unser Referenzpunkt. Wir sollten da in erster Linie die deutsche Perspektive sehen. Also wo steht der Pott im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands. Sonst vergleicht man da zu viel Äpfel mit Birnen. ...(...)

    Ich schließe mich Ruettenscheider an und möchte gerne noch einige Dinge ergänzen bzw. in den Off-Topic-Modus schalten:


    Erste Feststellung: Die ehemaligen Industriestädte Englands haben eine ganz andere Stellung auf der Insel bzw. für die jeweilige Region als die Ruhrgebietsstädte für Deutschland und ihr Umfeld. Manchester, Leeds, Liverpool und Birmingham sind als Oberzentrum eher vergleichbar mit Stuttgart, Düsseldorf, Hannover, Leipzig, Dresden oder Köln.


    Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzungen ergibt sich automatisch eine andere Blickrichtung denke ich. Durch die Bedeutung der englischen Städte lassen sich Zuzüge von in der Region lebenden Leuten, die gerne in der Stadt wohnen möchten, erfolgreicher generieren, durch ein stärkere Nachfrage an Wohnraum und Arbeitsplätzen steigen die Immobilienpreise und Mieten, ein guter Boden für Investitionen. Nachteil im Ruhrgebiet: Durch die Dichte der Städte fehlt vor allem den inneren Städten das Umland. Außerdem sind bedeutende Einrichtungen nicht auf einzelne Ruhr-Städte fokussiert oder man findet diese nicht selten direkt in Köln, Düsseldorf oder Bonn. Dementsprechend geringer ist die Bedeutung als Oberzentrum. Die hier in der Region lebenden Menschen haben die Wahl zwischen dem Ruhrgebiet und den prosperierenden Städten am Rhein. Diese Feststellung ist für die weitere Betrachtung nicht unwichtig, denn wenn man Manchesters neue Hochhäuser und deren Funktion sieht, stellt man fest, dass es sich hauptsächlich um Wohntürme handelt.


    Für mich ergeben sich daraus mehrere Fragen: Warum entstehen in Birmingham und vor allem Manchester solche Türme und nicht z.B. in Köln und Düsseldorf oder anderen vergleichbaren deutschen Städten?


    Quer gedacht stellt sich mir die Frage, warum Rotterdam als Industrie/ -Hafenstadt eine solch beeindruckende Hochhauslandschaft vorweisen kann, aber die Millionenstadt Hamburg, ebenfalls bedeutende Hafenstadt und auch zweitgrößte Stadt des Landes, nicht. Wenn wir bei den Quer-Vergleichen bleiben, sei eine weitere Feststellung gestattet: Warum gibt es, vorne weg London, in anderen europäischen Hauptstädten wie Madrid, Wien, Warschau oder dem kleinen Regierungssitz Den Haag ebenfalls sehr beeindruckende Hochhaus-Cluster, nur in Berlin nicht?


    Und damit sind wir wieder bei den Äpfeln und Birnen. ;)8) Oder?

    Immer wieder wird hier erklärt, dass nach Abriss dort kein Hochpunkt mehr errichtet wird. Dies ist doch nicht zutreffend. Die Planung für den Innogy-Campus ist ja nun veraltet und nicht mehr aktuell.

    Guter Einwand und auch meine Meinung. Die zuerst veröffentlichten Renderings für den Innogy-Campus gehörten zu einem ersten Entwurf, der im Detail noch nicht ausgearbeitet war. Ich kann mich auch daran entsinnen, dass es für den Standort direkt an der Freiheit, jetzt Europaplatz, gesonderte Pläne gab. Außerdem ist Innogy und damit auch der Innogy-Campus, so wie er für Innogy geplant war, Geschichte. Das lässt die Hoffnung zu, dass für das Grundstück neue Pläne erarbeitet werden, die sich wünschenswerter Weise an einem Mixed-Use-Konzept orientieren. Vielleicht auch mit einem Wohnturm wie dem angedachten High Square Essen ;)

    #50 hanbrohat (...)...Leider, und das muss sachlich aber neidvoll festgestellt werden, hapert es mit der Entwicklung der Essener Skyline gegenüber anderen großen Städten im Lande deutlich. Stagnation eben über die letzten Jahre. ...(...)

    Habe zufällig mitbekommen, dass in Köln die DEVK über einen 142m-Turm am Rhein (nähe AXA-Hochhaus) nachdenkt. Auch das Colonia-Hochhaus ist ja von einer Versicherung gebaut worden. Nehme ich die Hochhäuser der ARAG und ERGO in Düsseldorf hinzu, erschließt sich mir der Eindruck, dass Versicherer offenbar mehr Fern-/Weitblick benötigen als Stahl-, Energie- oder Bau-Unternehmen. ;)^.^

    Sehr erfreulich dagegen diese Ansicht zur Freiheit, also zum Südviertel hin (irgendetwas muss am Süden dran sein). Wirkt auf mich überzeugend.


    Häufig vom Betrachter übersehen das 14-15 Etagen hohe vierte Hochhaus im Stern-Quartier (hier rechts zwischen Evonik und der Glasspritze zu sehen), welches als Hommage an die ehemalige Stern-Brauerei gesehen werden darf. Die abgestufte Bauweise ist original dem Bestandsbau (Kühl- od./ und Kesselhaus?), der an gleicher Stelle stand, nach empfunden.


    lese ich das richtig, das in Essen nur 35 Hochhäuser stehen sollen? So sagt es die Homepage von skyscrapers zumindest aus.


    ...und Essens höchstes Wohnhaus wurde hier auch noch nicht erwähnt. Es ist mit knapp 70m Höhe in Steele unübersehbar.
    Siehe auch hier >> https://www.waz.de/staedte/ess…-jahre-alt-id9931035.html


    Nachfolgend ein Planungsmodell des damaligen Stern- und Knappschaftsgeländes, das die damals "neue" Skyline von Essen zeigt.


    Prinz Ali, ich kann mich noch gut an dieses Modell erinnern. Es wurde seinerzeit in den lokalen Zeitungen veröffentlicht. Das auf deinem Foto zwischen Postbank und Evonik zu sehende HH mit dem nach hinten abgestuften Anbau und der großen Antennenkonstruktion sollte an Stelle des Nordstern-Hauses, in dem heute die KPMG ihre hausinternen Schulungen veranstaltet, entstehen. Was wäre das heute für ein schönes HH-Cluster...

    Die Frage, warum in Essen zu selten in die Höhe gebaut wird, obwohl es ja durchaus in den vergangenen Jahren immer wieder tolle Pläne für Hochhäuser gab, ist verdammt interessant. Ich denke nicht dass es an den Stadtvätern liegt.

    Hallo SkylineEssenFan,


    ich denke nicht, dass Essens Stadtpolitiker grundsätzlich etwas gegen Hochhäuser haben. Die Stadtplaner haben sich, wie ich ja an anderer Stelle schrieb, in der Vergangenheit schon Gedanken darüber gemacht, wo Hochhaus-Projekte möglich wären und einen City-Plan erstellt, der mal in der WAZ veröffentlicht wurde (siehe Hinweis in meinem Post auf Seite 1). Auch das aktuelle HH PHIL an der Huyssenallee zeigt ja, dass solche Projekte durchaus erwünscht sind; trotz einer Bürgerinitiative. Es gibt Beispiele wie der seinerzeit geplante Wolkenkratzer der Hypo-Bank Essen, der nicht an den Stadtvätern scheiterte. Seitens der Stadt wurde sogar darüber nachgedacht, für den Turm die Baubestimmungen hinsichtlich der Anzahl von Geschossen auf einer Fläche zu ändern. Leider wurde die Hypo-Bank Essen von der Commerzbank in Frankfurt übernommen und die neuen Besitzer waren nicht begeistert vom Turm in Essen. Einzig das Projekt der KPE wurde vor allem von der Ethik-Kommission der Stadt über Wochen klein geredet.


    Warum es in der jüngeren Vergangenheit keine Hochhäuser für Essen gab, liegt ja größtenteils an den Dax-Konzernen, die für sich die neue Arbeitswelt entdeckt haben und sich lieber auf einem schicken Campus präsentieren. Beispiele sind hier TK, RWE, Aldi und Eon. Letztgenanntes Unternehmen prüfte zunächst einen Standort in der Innenstadt, hier mit einem Hochhaus und entschied sich dann für das Gruga-Karree mit zwei kleinen Türmchen und großflächigen Unterbau. Auch Hochtief, die am Opernplatz einen 191 Meter hohen Turm planten, sind ja mittlerweile auf eine fünfgeschossige geschwungene Gebäudelandschaft umgestiegen. Nimmt man jetzt noch Coca Cola hinzu, welches vor seinem Umzug nach Berlin ein Hochhaus am Berliner Platz in Erwägung gezogen hatte, dann könnten heute tatsächlich ein paar Hochhäuser mehr in Essen stehen.

    Nö, die Luft war einzig allein deshalb raus, weil die Spitzenmiete in Essen (und im Ruhrgebiet) für einen 100 Meter + x Büroturm einfach zu gering war/ist und solche Projekte sich ohne einen Eigennutzer eben nicht realisieren lassen. Da ist wieder, der (DA)Forenmythos...

    Natürlich werden Investitionen meistens an Spitzenmieten geknüpft und das mag auch hier eine Rolle gespielt haben, aber ich würde jetzt auch nicht so weit gehen, zu denken, die KPE hätte sich seinerzeit nicht über den Standort Essen und seinen Büromarkt informiert und die Pläne aus Jux und Tollerei präsentiert. Das wäre ja amateurhaft! Wer die damalige Diskussion über dieses Projekt in den Medien verfolgt hat, konnte von den Entscheidungsträgern der Stadt genervt sein und den Eindruck gewinnen, dass diese der KPE ihre Idee vom Hochhaus aufdrängen wollten. Damit möchte ich nicht sagen, dass eine Stadtverwaltung nicht auch die Aufgabe hat, solche Projekte auf den Prüfstand zu stellen und ggf. Nachbesserung zu fordern (was hier auch mehrfach passiert ist). Ein wichtiges Detail möchte ich aber nicht vorenthalten. So war mit einer Hotel-Kette bereits ein Ankermieter gefunden, die nachträglich aber aus nicht bekannten Gründen wieder ausstieg. Möglich, dass den Hoteliers das Projekt als zu vage erschien.

    Thema Kommunen und Hochhäuser: Was ich zu Essen sagen kann ist, dass einige Stadtpolitiker und die Ethik-Kommission so lange an dem Hochhaus der KPE herum herumgemäkelt haben, bis hier offenbar die Luft raus war. Ein Problem sahen diese darin, dass der Neubau höher sein würde als die umliegenden Hochhäuser. Das ging gefühlt Wochen hin und her. Meine Meinung: Der Ethik-Kommission fehlte offenbar der Blick für eine abwechslungsreiche Skyline oder dessen Mitglieder waren einfach an die etwa gleich hohen Gebäude an der Kruppstraße gewöhnt. Hoffentlich bleibt uns das beim High-Square erspart.


    Thema Hochhaus Phil: Hier gab es tatsächlich einen Bewohner, der seinerzeit eine Bürgerinitiative gegen das Projekt gründete. Genutzt hat es diesem in so fern, weil er später einen Sichtschutz zugesagt bekam. Ich meine, das war der selbe Bürger, der massiv gegen die Bar, die im Untergeschoss an der Passage geöffnet hatte, intervenierte.

    schriftsetzer Am 15.01.2021 erschien in der WAZ ein Artikel mit der Überschrift Haus der Begegnung: Denkmalamt bestätigt Abriss-Erlaubnis

    Dem Abriss soll demnach ein Neubau durch den Besitzer, der Allbau, folgen. Möglicherweise sollen auch einige der sich im Besitz der Allbau befindenden Wohnimmobilien an der Kastanienallee (also hinter dem HdB) abgerissen werden und einem Neubau weichen.

    @hanbrohat Zunächst Danke für dein Infos zum Thema "Fotos-Einstellen"


    Gerade vermischen sich hier mehrere Themen, was ich aber nicht schlimm finde, denn städteplanerisch gesehen ist die Berücksichtigung des Umfeldes beim Bau eine Hochhauses von nicht geringer Bedeutung. Grundsätzliche Fragen bzw. Sichtweisen auf die Besiedlungs- /Bebauungs-Situation in der Essener Innenstadt sind da nur eine natürliche Herangehensweise. Für mich schließen sich Nachverdichtung und Hochhaus-Bau nicht aus. Eine Nachverdichtung in den Ruhgebietsstädten sehe ich ebenfalls als Notwendigkeit. Als positive Beispiele wurden hier ja schon Düsseldorf oder Köln in NRW genannt. Zwei Städte, die auch deshalb so beliebt sind, weil sie über historisch gewachsene dichtbesiedelte Stadtquartiere verfügen, in denen häufig straßenzugsweise sanierte Gründerzeithäuser stehen. Das macht doch auch Rüttenscheid so interessant.


    Deshalb sind einerseits die teils idealistisch geführten Debatten "Contra Nachverdichtung" des Stadtteils unverständlich und andererseits die Neiddebatten über Rüttenscheid nicht nachvollziehbar. Schaut man sich Stadtteile wie Derendorf, Bilk oder Friedrichsstadt in Düsseldorf an, dann erscheint das dichte Rüttenscheid gar nicht mehr so zugebaut. Sieht man sich (was die Stellung Rüttenscheids innerhalb Essen angeht) zum Vergleich die City oder andere Stadtteile an, dann ist der gute Ruf gerechtfertigt und der Erfolg kein Zufall. Wir in Essen tun gut daran, Rüttenscheids "Sonderrolle" anzunehmen und uns im Zweifel fragen, was Essen ohne diesen pulsierenden Stadtteil in Sachen "großstädtische urbane Quartiere" sonst noch zu bieten hätte, Die Frage sei erlaubt, welcher Stadtteil sonst noch Aufgaben, wie sie nur in einer Innenstadt zu finden sind, übernimmt.


    Was das Südviertel angeht, wird hier zurecht die gute Gesamtentwicklung, hier ins besondere um die Huyssenallee herum, genannt. Mit dem Stadtgarten und dem anschließenden "Isenbergplatz" plus Nebenstraßen gilt das Südviertel aber schon lange als Essener Kiez und beliebtes Viertel neben Rüttenscheid. Das geht leider immer etwas unter, zumal Straßenzüge gerne nach Rüttenscheid verortet werden.


    Genug off-topic, denn hier geht's ja in erster Linie um die Essener Skyline. In meinem "WAZ-Archiv" fand ich aus Mitte der 1990er einen Hochhausbebauungsplan bzw. einige Visualisierungen darüber, an welcher Stelle genau sich die Stadt Essen neue Hochhäuser wünscht. Viele davon entlang des Bahndamms und an der Hindenburg-/ Hache-/ Hollestraße so wie der ehemaligen Freiheit und an der Helbingstraße, hier an der Einmündung zum Gildehof-Tunnel. Auf dem südlichen Bahnhofsvorplatz als auch gegenüber an Stelle des ehemaligen Nordsternhaus, jetzt Sitz eine KPMG-Schulungszentrums, sollten HH entstehen. Das dokumentiert sehr schön, wie sehr sich die Stadt auf den Bau von Hochhäusern fokussiert und sich auch damit identifiziert. Vielleicht, wie mancher früher behauptet hat, auch deshalb, weil es in Essen keine großen Kirchen in der City, gibt, die die Stadt von weitem ankündigen. Da hat Dortmund als ehemalige Hanse mit ST. Reinholdi u. der St. Petri zwei schöne weithin sichtbare Kirchen in der Innenstadt. Unabhängig mal von diesen Aussagen hätte man den Weg, Hochhaus-Cluster in der Innenstadt zu bilden, weitergehen sollen, auch wenn, wie hier schon eingewendet wurde, nicht alles in der Hand der Stadt liegt, sondern an den Konzernen oder Investoren. Weder Eon noch TK waren wirklich an einem Wolkenkratzer interessiert.


    Was auffällig ist, dass so wohl bei dem Projekt Kontor-Quartier als auch bei dem Literatur-Quartier kleine Hochpunkte um die 15-Etagen angedacht sind, warum also nicht auch beim Büro-Campus an der Huyssenallee? Durch die neue Situation aufgrund der Pandemie ist ein Umdenken hinsichtlich des User-Mix erforderlich und warum sollte nicht ein weiteres Wohnhochhaus auf dem Areal entstehen. Die bisherigen Visualisierungen bezogen sich ja auf eine Hauptnutzung von Innogy. Das Projekt PHIL ist hier hoffentlich ein Dosenöffner gewesen. Mein persönlicher Wunsch wäre es, den 135m-Wohnturm hier zu bauen.

    hanbrohat (#1 #2 ) Ich finde deine Idee, hier einen neuen Strang zur Historie/ Planung und des Ist-Zustandes der Essener Skyline anzulegen, sehr interessant und überfällig. Unter anderen Städte in diesem Forum gibt es solche Stränge bereits. Das hat mich dazu animiert, mich mal wieder mit meinem Archiv zu beschäftigen, zusammengestellt aus WAZ u. NRZ-Artikeln Anfang der 1990er bis Angang 2000. Vielleicht kann ich hierdurch dazu beitragen, die begonnene Diskussion weiter anzuregen. Ich habe einige Artikel und Fotos zu den geplanten Hochhäusern abfotografiert, bin mir aber nicht sicher, ob diese aus urheberrechtlicher Sicht hier hoch geladen werden dürfen. Zudem komme ich mit dem Prozedere der Einstellungen von Fotos nicht so recht klar.


    Im Folgenden liste ich möglichst chronologisch die nie realisierten Hochhaus-Projekte hier auf:


    • 1992 - ESTEX-Turm, geplante Höhe 100m, Standort Grugastadion/ Festwiese (Gesamtvolumen des Projekts Essener Textil-Center aus Turm, Hotel und Bürocenter: 650 Mio. DM)
    • Mitte der 90er - Eurotrade-Center, 20 Stockwerke, Standort Hollestraße, alte VHS, 260 Mio. DM
    • 1998 - Projekt Saalbau Verbindungsbau zum Sheraton, Wohn-/Büro-Nutzung in Zwillingstürmen, geplante Höhe 90m, Investition rund 200 Mio. DM
    • 1999 - Hypothekenbank Essen, geplante Höhe zunächst 140m, dann bis zu 200m (55 Etagen), Standort Am Handelshof (Hinter dem HDT), Baukosten 180 Mio. DM
    • Ende der 2000 - Europa-Center Tower, ca. 135m Höhe (33 Etagen), Standort gegenüber der alten WAZ an der Friedrichstraße
    • 2009 - Büro-/ Hotelturm, 102m - 139m(26-35 Etagen), Standort Kruppstraße (ehemaliges AEG-Haus), Bauherr KPE-Gruppe Wiesbaden, Bausumme 130 - 140 Mio. Euro
    • nach 2010 - Hochtief-Turm, 190m Höhe

    Drücken wir die Daumen, dass der Turm nicht im wahrsten Sinne des Wortes klein geredet wird. Auch wenn die Politik dem Projekt grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber steht, müssen noch Details geklärt/ geprüft werden, die sich unter Anderem auch auf die Höhe des Turms beziehen. Einigen Politikern sei, so ist zu lesen, daran gelegen, eine Verschattung des Umfeldes zu vermeiden. Dieser Punkt könnte besonders für den Standort hinter dem City Tower in der Weststadt Auswirkungen haben. Mir kam sofort der Gedanke, dass man seinerzeit beim RWE Turm nicht so genau hingesehen hat.

    rec, ich verstehe, was du damit meinst. Sicherlich würde dieser Wohnturm auf dem "Innogy-Campus", in Nachbarschaft des RWE-Turms und als Teil eines Clusters, nicht ganz so wuchtig und in dieser Umgebung homogener wirken. - Vielleicht gefiel mir auch der Anblick des Tour Montparnasse in Paris, alleinstehend mitten im Häusermeer, immer so gut, dass mich das in meiner Meinung etwas beeinflusst. :)


    Deine Meinung, Arsatec bevorzugt den Standort hinter dem City-Tower vielleicht wegen des freien Blicks auf die Essener Skyline, teile ich. Und vielleicht waren die Verantwortlichen von Arsatec ja mal in der Rooftop-Bar im Flowers-Hotel und fanden die Aussicht so umwerfend, dass ihnen der Gedanke mit dem Wohnturm kam. *Spekulation aus* :/;)