Beiträge von Truderinger

    155 Metern auf 39 Stockwerke entsprechen fast genau 4M/Stockwerk - da nun aber EG und vermutlich auch die öffentlich zugänglichen Dachgeschosse höher ausfallen bleiben grob geschätzt 3,80 Meter pro "Normalstockwerk". Davon gehen aber natürlich die ganzen Decken ab, als Laie würde ich aber die tatsächliche Raumhöhe grob auf 3,15 Meter schätzen und damit vergleichbar mit normalem bis niedrigen Altbauniveau.

    Bei einer Grundfläche von (ebenfalls schätzungsweisen) 40x40 Meter verbleiben auch nach Abzug großzügiger Erschließungsflächen in der Gebäudemitte Raum/Wohnungstiefen von über 10 Metern. Da braucht es die Deckenhöhe also auch damit die Räume nicht zu gedrungen wirken.

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    Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber nachdem ich im Bezug Paketposthalle auf den Aspekt "parlamentarische Demokratie" hingewiesen habe:

    In der Sache finde ich die Entscheidung gegen die Planungen am Candidplatz zutiefst enttäuschend, und ich teile auch das hier geäußerte Unverständnis, insbesondere in Bezug auf die von makx obig erwähnten Äußerungen.

    Aber prozedural/demokratisch ist an dem Vorgehen der Stadt tatsächlich nichts auszusetzen, und zumindest dem Überfliegen nach hat das hier auch niemand (im Gegensatz zu der Kritik am# Verfahren an der Paketposthalle).

    Glücklicherweise ist in 1,5 Monaten Wahl und es steht uns allen frei, persönlichen Präferenzen entsprechend unsere Kreuzchen zu setzen.

    Das ganze Urteil zum Nachlesen gibt es hier:

    https://www.vgh.bayern.de/mam/gerichte/b…_ce_25.2059.pdf

    Die Normenkontrollklage ist prinzipiell bei jedem B-Plan möglich - tatsächlich führt das aber bei Projekten dieser Größenordnung meines Wissens nach sehr selten zum Erfolg, gerade wenn das Verfahren an einer ökologisch unbedenklichen Stelle und im Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern erfolgt. Im Sinne der Berichterstattung des Forums hier ist also jetzt mit der Satzung das Projekt in trockenen Tüchern. Gebaut werden darf mit Veröffentlichung der Satzung, also vermutlich ab spätestens nächster Woche.

    Das subjektive Empfinden zum Thema Irreführung wird und darf am Ende des Tages auseinandergehen, ebenso die empfundene Stimmungslage zum Thema Hochhäusern in der Bevölkerung. Am Ende des Tages ist es mir aber egal online meine Meinung dazu durchzudrücken. Man kann Hochhäusern wie auch immer gegenüber stehen. Ich verstehe auch menschlich die Enttäuschung, dass die Stadt sich einer Abstimmung entgegenstellt, von der man sich ein persönlich positiven Ausgang erhofft.

    Beispiel: Der Hochhausentscheid von 2004 ist in meinen Augen nicht mehr als ein historisches Relikt.

    Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80, und einem Mindestwahlalter von 18 leben jetzt mehr als 20 Jahre nach dem Bürgerentscheid vermutlich nur noch ca. 2/3 der damals Wahlberechtigten. Dazu kommen Zu- und Wegzüge und plausiblerweise die Tatsache, dass die Ablehnung von Hochhäusern mit steigendem Alter wächst. Alles in allem haben vermutlich nicht mehr als 50% der Personen, die damals gegen Hochhäuser gestimmt haben (damals auch nur gute 10% der Wahlberechtigten) heute noch ihren Wohnsitz in München.

    2013 stimmten 48% in München gegen Olympia, 2025 66% dafür. Meinungen ändern sich.

    Eine pauschale Schuldzuweisung der Stadt oder gar das Infragestellen der Bewahrung demokratischer Prinzipien ist aber meines Erachtens zutiefst ungerechtfertigt und will ich nicht stehen lassen. Die Haltung der Stadt gegen ein Bürgerbegehren stützt sich weder auf das Thema Irreführung, noch auf die Haltung der Bevölkerung. Dennoch verschiebt die Stadt die Satzung des B-Plans bis zur endgültigen rechtlichen Abklärung. Die Initiatoren verfügen über ausgezeichnete finanzielle Ressourcen, den Aspekt "Lawfare" kann ich als Argument nicht akzeptieren.

    Zur Referenz: Folgende Sitzungsvorlage beschreibt auf ca. 7 Seiten Fließtext die rechtlichen Einwände der Stadt: https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/9041844

    Dort wird auch auf das Thema Irreführung eingegangen, welches als potenziell rechtsrelevant eingestuft wird, aber eben nicht Kern der Argumentation der Stadt ist. Der relevante Punkt ist [gekürzt] folgender:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zentrales Element der Bauleitplanung ist das so genannte Abwägungsgebot nach §§ 1 Abs. 7, 2 Abs. 3 Baugesetzbuch (BauGB). Hiernach ist die Gemeinde in ihrer Planungshoheit berechtigt und zugleich verpflichtet, in einem iterativen Prozess die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen.

    [...]

    Abwägungsrelevant ist das „Wie“, nicht das „Ob“ der Bauleitplanung. Abschließende Abwägungsentscheidungen über das „wie“, d.h. über einen Bauleitplan mit einem bestimmten Inhalt oder hier einer bestimmten Höhenbegrenzung können nach der hier vertretenen Auffassung nicht zulässiger Gegenstand eines Bürgerbegehrens sein.

    [...]

    In einem Bürgerbegehren kann die notwendige Fundiertheit einer Abwägungsentscheidung grundsätzlich nicht erreicht werden. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass die unterschreibenden Bürger*innen hinreichend über alle Fakten und sämtliches „Für und Wider“ informiert sind, um eine abgewogene Entscheidung zu treffen

    Unter diesen Gesichtspunkten ist das Vorgehen der Stadt sicher nicht undemokratisch, insbesondere wenn bis zur endgültigen Klärung der Rechtslage abgewartet wird. Im Gegenteil, ich erwarte mir von demokratisch gewählten Vertretern, dass sie eben dieser Abwägungsverpflichtung auch nachgehen und sich nicht zurücklehnen und dem Populismus freien lauf lassen.

    Hier im Forum geht es neben der rechtlichen Dimension auch um Sympathien, und die haben die Initiatoren bei vielen Forennutzern halt offenbar durch ihr Verhalten verspielt.

    Ich musste vor einer Weile mit einem Bus durchs ländliche Saarland tuckern - eine der Regionen in Deutschland mit dem größten Sanierungsstau, und ich muss sagen ich fand es durchaus bedrückend. Völlig vermooste Däche, abplatzende Fassaden, sichtbar morsche Holzfenster, Gartentüren und Fensterläden die schief in den Angeln hängen, und das an jedem zweiten Haus. Trotz aller Wachstumsschmerzen bevorzuge ich da München doch recht deutlich.

    Apple & Co. lassen sich aber eh nicht durch hohe Preise abschrecken - Google hat aus Kostensparmaßnahmen letztes Jahr gerüchteweise gar ein Team NACH München verlegt (weil die Programmierer hier nur die Hälfte oder weniger als in Kalifornien kosten, obwohl das immer noch signifikant mehr als bei BMW & Siemens ist).

    Bei den Wohnbaumaßnahmen muss man m.E. zwischen langfristigen und kurzfristigen Wirkungsmechanismen unterscheiden - kurzfristig wirken Mietpreisbremse und Erhaltungssatzungen sehr viel direkter als eine Fertigstellung von X Wohneinheiten (bei geschätzt 800.000 Haushalten pro Jahr sind 8.000 WE pro Jahr grad mal 1 Prozent!).

    Langfristig führt m.E. trotzdem kein Weg an der Schaffung von möglichst viel Wohnraum vorbei - diktierte Preise lösen nunmal das Allokationsproblem von zu viel Nachfrage auf zu wenig Angebot nicht.

    Bewerben sich 100 Leute auf eine günstige Wohnung kriegt meist jemand mit finanziellem Polster oder renomierten Beruf den Zuschlag - eine weitere Mietpreisbegrenzung ändert daran nichts mehr.

    Ja die Zitate sollten vielleicht zum Nachdenken anregen, wo der Unterschied zwischen Visualisierungen für nichtexistente Projekte und stadtweiten Signalen liegen. Und dass es einen Unterschied zwischen einem niemals angedachten Freifahrtschein für Hochhäuser gibt und dem Bemühen einer Stadt mit extremer Wohnungsnot zu signalisieren, dass es sich für Investoren lohnen kann, in langwierigen und unsicheren Verfahren auf Wohnraum zu setzen.

    Das mit dem Amazon-Logistiklager ist übrigens mit dem Zusatz "realistischerweise" als subjektive Prognose erkennbar (gestützt auf Aussagen des Investors, wonach bei Wegfallen der Türme das ganze Projekt tot ist und auf bestehende Bau- und Nutzungsrechte gesetzt werden würde). Und bei der Aussage bleibe ich auch, denn ohne die Hochhäuser rechnet sich das einfach nicht mehr. Das B-Planverfahren müsste komplett neu aufgerollt werden, das halte ich für unplausibel, denn für die Kerngebietsflächen gibt es mit B-Plan 1926a durchaus schon erheblich Baurecht, als dass sich 5+ Jahre Verzögerung und SOBON-Streitereien da noch lohnen. Realistischerweise, bleibt dann eben eine gigantische Halle die laut FNP Sondergebiet für postalische Nutzungen ist.

    Ich denke, dass @OlympiaFlo's Ausführungen schon noch hierherpassen, denn es geht ja am Ende des Tages bei der Bürgerbeteiligung an der Paketposthalle ja um etwas sehr Grundsätzliches, dass halt auch an anderen Stellen immer wieder aufkommt.

    Wir haben eine parlamentarische Demokratie in dem Verständnis, dass reine direkte Demokratie a) extrem ineffizient in der Umsetzung ist, und b) der Großteil der Bevölkerung nicht genügend Zeit hat, um sich tiefgehend mit mehreren Themen auseinander zu setzen und diese aufeinander abzustimmen. Direkte Bürgerbeteiligung mit rechtlicher Bindungswirkung ist daher bewusst auf sehr spezifische Fälle beschränkt, weil eben nicht davon ausgegangen werden kann, dass komplexe Themen in der Breite der Bevölkerung ausreichend beleuchtet und abgewogen werden können, um langfristig und übergreifend gut zu funktionieren.

    Schauen wir uns also das Argument "Jedem war klar, worum es bei dem Bürgerbegehren an der Paketposthalle geht" vor diesem Hintergrund nochmal an.

    - Das Bewerben des Bürgerbegehren war teilweise in einer Art und Weise irreführend, die ich persönlich nicht mit Wertschätzung für einen demokratischen Prozess assoziiere.

    - Im Rahmen des Bebauungsplans wird eben beispielsweise keineswegs ein rechtlicher Präzedenzfall geschaffen - wie und ob an anderer Stelle weiter Hochhäuser dazu kommen, bleibt rein der Stadt überlassen.

    - Bürgerbeteiligung IST im Rahmen des Bürgergutachten sehr umfangreich erfolgt - in Formaten, die den Beteiligten eben mehr als ein Ja/Nein abverlangt, und mit eben durchaus positiver Resonanz.

    - Niedrige "Hochhäuser" bringen nicht annähernd die Marge, die mit den 155 Meter-Türmen zu erzielen wären. Ohne die Höhe und kulturelle Umnutzung der Paketposthalle wär das Projekt sonst allenfalls Mittelmaß, aber ohne die Marge der Türme fehlt dafür das Geld. Die Stadt ist finanziell dazu auf jeden Fall nicht mehr in der Lage. Statt den Hochhäusern hätten wir sonst realistischerweise zukünftig ein XXL Amazon-Logistikhub mit entsprechendem Verkehr an der Stelle.

    - Die Stadt ist darauf angewiesen, Investoren zu signalisieren dass ordnungsgemäße Bauleitplanungsprozesse zügig durchgezogen werden und man nicht vor jeder NIMBY-Gruppierung einknickt. Andernfalls entschließen sich Investoren nämlich eben lieber dazu sich 5+ Jahre finanzieller Unsicherheit zu entziehen (bei denen Kredite mit 10%+ verzinst werden müssen) und arbeiten mit bestehendem Baurecht. Dann wird halt lieber ein 5-stöckiges Bürogebäude hingeklatscht, als Wohnungen zu planen und bauen und zu verdichten, wo dies möglich ist. Gerade das Projekt an der Paketposthalle hat hier Signalwirkung auf die ganze Stadt.

    Ich persönlich bin beispielsweise aufgrund des letzten Punkts vehement für die Hochhäuser, aber nicht weil ich dadurch das Stadtbild so besonders verschönert sehe, sondern weil ich die Signalwirkung als notwendig erachte.

    Deshalb empfinde ich es nicht als undemokratisch, wenn sich gewählte StadträtInnen (2020 waren die Pläne und Positionen dazu übrigens hinlänglich bekannt) dazu entschließen, diese Entscheidung aufgrund ihrer Komplexität nicht von einer populistischen Initiative auf eine Ja/Nein Abstimmung reduzieren zu lassen.

    Sehe ich anders, m.E. fehlt es an Selbstreflexion in vielen der BAs.

    Die Stadt hat extreme Finanznöte, es gibt momentan schlicht keinen Spielraum für Experimente deren Mehrwert rein kosmetischer Natur ist. Natürlich wären Ranken/Laubengänge schön, bringen aber eben auch einiges an Aufwand mit sich, und der Nutzen (auf dem Gehweg ist es zu manchen Zeiten vielleicht 3 Grad kühler) ist eben nice-to-have, aber mehr auch nicht. Bauweise, Zuständigkeiten, Verkehrssicherheit, Zugänglichkeiten usw. müssten allesamt geklärt werden, dagegen ist der Baumpflanzungsprozess schlicht sehr viel ausgereifter und damit unaufwändiger.

    Gerade von "sozialen" Parteien erwarte ich mir, dass sie den Ernst der Lage akzeptieren und eigene Wunschprojekte (denn schön wäre das ja sicherlich) entsprechend priorisieren. Manche BAs sind aber leider mehr populistische Sprachrohre aus der Fraktion "Wünsch dir Was".

    Wer sich beim Bestaunen mancher Villen in Bogenhausen mal gefragt hat, wie die so von Innen aussehen hat hier mal eine Chance auf ein paar gute Bilder:

    https://www.immobilienscout24.de/expose/164113501

    Wer sich in der Ecke auskennt merkt sofort, dass es sich nur um das 2009 errichtete Anwesen an der nordöstlichen Ecke des Normannenplatzes handeln kann, welches dort deutlich heraussticht.

    Bei der Grundstücksgröße sicherlich 20Mio+.

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    Es ist definitiv eine Chance. Tiefgaragen die 90% des Grundstücks versiegeln und jedes größere Gehölz nachhaltig zerstören/unmöglich machen (und teils auch Probleme bei der Regenwasserversickerung erzeugen) sind ein absolutes Unding.

    Einige Bausünden der Gartenstädte hätten sicher verhindert werden können.

    Gleichzeitig ist die Auslegung des §34 BauGB in den Gartenstädten (nicht zuletzt wegen CSU-Größen die ab den 70er Jahren vehement für die maximalwirtschaftliche Verwertung von Gartenstadtgrundstücken gekämpft haben) ziemlich kaputt. Einmalige Abweichungen von Baulinien zum Erhalt imposanter Einzelbäume hatten in der Vergangenheit dann bspw. Präzedenzcharakter, ähnlich wie ein einzelnes Bezugsobjekt in der Höhe sich auf das gesamte Geviert (oder darüber hinaus) auswirkt. Gut gemeinte Einzelfallregelungen gingen also öfters nach hinten los, also wird am Ende abzuwarten sein, wie die Stadt jetzt damit umgeht.

    Falls du die Zahnbrechersiedlung in Johanneskirchen meinst: Hier sind die Bauräume recht groß bemessen, die wenigsten Häuser reizen die wirklich aus, Überschreitungen gibt es m.E. nicht bzw. minimal in der Höhe. Oder wurden damals bei der Aufstellung für die (wenigen) EFH-Grundstücke die Bauräume mit Rücksicht auf den Baumbestand festgesetzt?

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    Dass das Projekt sehr positiv zu sehen ist habe ich niemals bezweifelt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    (...) Ich sehe darin nichts Negatives, solange die Bedarfe unserer Unternehmen hierzulande gedeckt werden können und die Infrastruktur weiterhin Spitzenforschung erlaubt. Was also m.E. hier relevant ist: Die Bereitstellung eines leistungsfähigen Rechenzentrums speziell für komplexe KI-Anwendungen, welches die lokalen Unternehmen für Forschung & Entwicklung nutzen können, ohne dabei abhängig von amerikanischen Betreibern zu sein.

    Zur Relation: Lidl plant im Spreewald ein Rechenzentrum mit 100.000 GPUs, überwiegend für den konzerneigenen Bedarf. Für Münchner Unternehmen sind also 10.000 GPUs ganz nett, aber eben eher für mittelgroße Unternehmen mit sensiblen Daten und nicht ansatzweise um wirklich den Bedarf zu decken. Spitzenforschung ist damit in vielen, aber bei weitem nicht allen Teilbereichen möglich.

    Mir ging es lediglich darum, diese Relationen klar zu machen.

    Ein erstaunliches Urteil, zweifelsohne mit Präzedenzwirkung zum Thema Baurecht vs Baumrecht in Bezug auf das medial intensiv verfolgte Bauvorhaben in der Lindenschmittstraße in Sendling (da es mir persönlich weniger um den konkreten Fall als um die generelle Entscheidung gibt dachte ich, dass es hier besser passt?):

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenc…teil-li.3340055

    Ich bin kein Anwalt, aber nach meinem Verständnis von Baurecht geht es um folgende Unterscheidung: Es gibt Bauvorhaben, wo aufgrund von B-Plänen oder dem Einfügen in die nähere Umgebung nach §34 eine (Bau-)genehmigungspflicht seitens der Stadt besteht. In diesen Fällen ergibt sich daraus eine Baumfällgenehmigungspflicht. Dann gibt es aber auch Bauvorhaben die genehmigungsfähig sind, sprich die Stadt darf eine Genehmigung erteilen, etwa auch wenn bei Nichteinfügen in die nähere Umgebung das Erscheinungsbild vor Ort nicht wesentlich verändert wird (beispielsweise erstmaliger Bau von Tiefgaragen im rückwärtigen Grundstücksbereich in Gartenstadtgebieten). Nun argumentiert der VGH (vergleiche verlinkter Artikel, Hervorhebungen von mir), dass: "das Entfernen geschützter Gehölze nur genehmigt werden kann, wenn (…) ein Anspruch auf Genehmigung eines Vorhabens besteht".

    Baurecht schlägt Baumrecht in Zukunft also nur noch dann, wenn eine strikte Genehmigungspflicht seitens der Stadt besteht.

    Verstehe ich das richtig bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung des städtischen Ermessensspielraums bei allen Bauvorhaben, die eben nicht strikt genehmigungspflichtig sind, und in denen Bäume betroffen sind, die unter die Baumschutzverordnung fallen. Dies wiederum könnte u.U. erheblich mehr Gerichtsverfahren zu Neubauten in Gartenstädten nach sich ziehen, denn beispielsweise Nachbarn haben bei Einhaltung von Abstandsflächen bislang quasi keine Chance gegen größere Neubauten, die eben genehmigungsfähig, aber nicht genehmigungspflichtig sind, vorzugehen. Da nun Baumschutz aber eben nicht nachbarschaftlich relevant ist, muss dazu wohl dann das Verbandsklagerecht bemüht werden, sprich Umweltverbände von einer Klage überzeugt werden. Wie sich das dann zukünftig gestaltet bleibt abzuwarten.

    Gut für München aber trotz der hohen Summen im Vergleich zu den globalen Investitionen ein Tropfen auf den heißen Stein - (GPU)-Datenzentrenkapazität wird mittlerweile in MW/GW gemessen - die 10.000 GPUs dürften auf ca. 20MW TDP kommen, in den USA arbeiten die großen Player allesamt an 1GW+ Datenzentren (Faktor 50x).

    Tragisch finde ich persönlich, dass die Trägheit von Verwaltungs-und Ordnungsprozessen dabei eine wesentliche Synergie verpasst: All diese Leistung muss gekühlt werden, zunehmend eben zwangsweise mit Wasser, da die Leistungsdichte für Luft zu groß ist. Diese Abwärme als Heizleistung zu nutzen ist technisch durchaus möglich, scheitert in der Praxis aber eher daran, dass kein Investor bereit ist, jahrelange Verfahren zum Anschluss an ein Fernwärmenetz in Kauf zu nehmen. Zum Vergleich: Bei einer 50%-Auslastung dürfte das Eisbach-Rechenzentrum ähnlich viel Abwärme produzieren wie einige der ca. 10MW großen Umlands- Geothermieanlagen.

    ^ Trotzdem sollte der Denkmalschutz verstärkt einem Abwegungsgebot unterliegen. Viele innerstädtische Altbauten bieten bei Abriss und Neubau kaum mehr Fläche, es geht also meist lediglich um ästhetische Aspekte. Aber in der Ami-Siedlung geht es eben doch um die Schaffung einer signifikanten Anzahl an Wohnungen. Wird das bei der Prüfung der Denkmalwürdigkeit berücksichtigt MiaSanMia (ernstgemeinte Frage)?

    Einige dominante Infrastrukturprojekte in München erscheinen mir mit der heutigen Auslegung von Denkmalschutz inkompatibel, beispielsweise die Donnersbergerbrücke direkt neben dem Postzentrum an der Landsbergerstraße oder die Schaffung des Altstadtrings (die Galeriestraße führte beispielsweise mal bis ins Lehel). Dennoch war eine Umgestaltung dort ja möglich. Mir ist klar, dass es gewisse Unterschiede gibt, aber im Kern muss man ja Denkmalschutz nicht gänzlich ablehnen oder in Frage stellen um sich mehr Abwägbarkeit unterschiedlicher Faktoren zu wünschen.

    Ich persönlich finde übrigens die Siedlung für München (darüber hinaus kenne ich mich zu wenig aus) durchaus einzigartig und würde mich freuen, wenn der Charakter auch nach Verdichtung in Teilen erkennbar bleibt. Das sehe ich aber durch die beschriebenen Maßnahmen (10/34 Altbauten durch größeren Neubau ersetzen) als gegeben an.

    Der näheste Vergleich der mir noch einfällt ist die Maikäfersiedlung, wo man auch vor geschätzt 25 Jahren? 2 der 4 Doppelzeilen durch Neubauten ersetzen konnte. Die Maikäfersiedlung ist ebenfalls definitiv einzigartig in München, aber auch hier kann man mit den verbliebenen Bauten den ursprünglichen Charakter noch gut erahnen.

    Wie viel Deutschland "wegstecken" kann erscheint mir die falsche Frage. Argentinien hat einen 100 Jahre andauernden wirtschaftlichen Abstieg hinter sich, war mal eines der reichsten Länder der Welt. Haben Militärdiktaturen oder sozialistische Auswüchse geholfen - nein. Trotzdem existiert Argentinien natürlich heute immer noch.

    Auch München wird meiner Erwartung nach bald noch sehr viel mehr wegstecken müssen, wenn die Gewinne und damit die Gewerbesteuern bei BMW purzeln. Da reden wir von der Schließung von Kultureinrichtungen, Schwimmbädern, Einstellung sozialer Anlaufstellen und allem weiteren, was rein rechtlich optional aus Sicht der Stadt ist. Im schlimmsten Fall drohen Klinikschließungen oder Privatisierungen bei der München Klinik oder die erzwungene Veräußerung (sozialer) Wohnungsbestände.

    Die reine Erkenntnis, dass wir wachsenden Problemen und deren Konsequenzen entgegen gehen hilft jedoch kaum weiter.

    Ich gebe zu bedenken, dass die Erfassung gesellschaftlicher/sozialer/wirtschaftlicher Missstände sowie Vorschläge zur Bekämpfung dieser Missstände recht entkoppelt sind - sowohl Linke als auch AFD stemmen sich in München gegen nahezu jedes Neubauvorhaben, sind dort also in gewisser Weise auf einer Linie (m.E. einer sehr falschen).

    Was es in meinen Augen braucht ist eine sehr viel hitzigere und offenere Diskussion über Ziele und Tabus in der politischen Mitte. Beispielsweise eröffnet der "Bauturbo" der Stadt die Möglichkeit, sehr viel schneller und auch ohne Bebauungsplan Wohnungsbau zu genehmigen - dies erfordert aber auch die Bereitschaft, Bürgerbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfungen auf ein Minimum zu reduzieren. Dies wiederum erfordert Konfliktbereitschaft - nicht nur nach außen gegen politische Widersacher, sondern eben auch die Bereitschaft etablierter Parteien, einen inneren Konflikt anzuerkennen, in dem man nicht allen selbst gesteckten Zielen und Ansprüchen gerecht werden kann und diesen auch seinen eigenen Wählern zu vermitteln. Die Notwendigkeit zu solch einer Konfliktbereitschaft ergibt sich aus den äußeren Umständen (wozu auf kommunalpolitischer Ebene auch die Bundespolitik gehört). Diese zu verkennen mündet in politische Ohnmacht und Stillstand und überlässt die Bühne dann tatsächlich den extremen politischen Rändern.

    Ich persönlich stehe der U9 mittlerweile sehr ablehnend entgegen, weil ich mir eine Fertigstellung vor 2050 schlicht nicht vorstellen kann und Überregulation jede Kostenrechnung von Anfang an zum Scheitern verdammt. Garantieren Bund und Land eine 100%-Finanzierung würde ich mich aber natürlich nicht beschweren.

    Ich gebe zu Bedenken, dass die Stadt in erheblicher finanzieller Schieflage ist - dies betrifft nicht allein den laufenden Haushalt, sondern eben vor allem auch den langfristigen Erhalt der (sozialen) Infrastruktur. Gleichzeitig ist München im Vergleich der Bundesebene nicht gerade arm - wir leisten uns viel Kunst & Kultur, Wohnraumförderung, Jugendarbeit usw. Kommunale Entlastungen durch den Bund werden m.E. eher auf absolut notwendige soziale & Infrastrukturkosten abzielen und München damit eher weniger helfen. Bedeutet aber auch, dass bei einer Fehlkalkulation niemand einspringen wird (CSU in Bayern wohl sicher nicht) und extrem viele soziale, sportliche und kulturelle Projekte existenziellem Risiko ausgesetzt sind.

    Meine "Favoriten" sind am ehesten noch S-Bahn Süd- und Nordring, hier muss weniger gebuddelt werden und die Trassen stehen fest, damit muss auch weniger diskutiert werden.

    Ansonsten wird autonomes Fahren früher oder später kommen - höchstwahrscheinlich aber vor einer U9. Was das mit der Verkehrsdynamik macht ist noch völlig unklar. Beispielsweise können tarifliche Anreize geschaffen werden (bspw. San Francisco) wenn autonome Fahrten an einem ÖPNV-Knoten enden, und natürlich könnte auch das Bussystem deutlich erweitert werden um Querverbindungen zu erschließen.

    Ein reines Wohlstandsphänomen. Ich habe viele Kollegen und Kolleginnen aus dem Nicht-EU-Ausland, das Verständnis für die teilweise zu beobachtende Wirtschafts- und Fortschrittsfeindlichkeit hierzulande trifft dort durch die Bank auf Unverständnis. Wer sich in München öffentliche Bürgerbeteiligungsveanstaltungen zumutet, trifft regelmäßig auf das wiederkeherende Argument: "Uns gehts doch allen gut, ich verstehe nicht warum wir das brauchen".

    Der Satzungsbeschluss sowie der endgültige Beschluss zu FNP-Änderung stehen auf jeden Fall auf der Tagesordnung des Stadtplanungsausschusses am 29.10.: https://risi.muenchen.de/risi/sitzung/d…ung/oeffentlich . Jetzt heißt es Daumen drücken.

    Hab vor sicherlich 2 Jahren mal mit einem befreundeten Gewerbeimmo-makler darüber gesprochen. Insbesondere seit Corona geht es noch mehr um Lage - sowohl aus Prestigegründen, als auch wegen Home-Office & Pendlern.

    Das Werksviertel ist mit dem Ostbahnhof nunmal doch sehr viel besser angebunden, dort gibt es auch sehr viel mehr Restaurants, Bars usw. in Fußentfernung. Das südliche Gewerbeband gleicht da ja eher einem Flickenteppich mit großen Straßen, Hallen, viel mehr verarbeitenden Gewerbe. Auch das Siemens-Hochhaus sucht ja seit Jahren trotz genialem Alpenblick vergeblich nach einem Ankermieter.

    [mod]Bitte keine sinnlosen Vollzitate des vorstehenden Beitrags. Der Bezug versteht sich von selbst.[/mod]