Wohnungsmarktentwicklung München (Mieten & Kaufen)

  • Unsere Rechtsordnung gibt dazu in der Tat keinerlei Spielräume. Die Sozialbindung des Eigentums im Grundgesetz ist keine omnipotente Eingriffsermächtigung in das Grundrecht auf Eigentum. Jede Grundrechtsschranke findet selbst eine Schranke (die Juristen sprechen hier tatsächlich von "Schranken-Schranken") wo der Kern eines Grundrechts ansonsten ausgehöhlt oder man de facto zu einer Art umgekehrten Regel-Ausnahme-Verhältnis kommen würde. Eine Grundrechtseinschränkung muss die Ausnahme bleiben und darf nicht zur Regel werden, Sozialbindung hin oder her.

    Eine Art "umgekehrte Kopfsteuer", die Immobilien umso höher besteuert umso mehr Wohnfläche pro Bewohner zur Verfügung stehen, wäre ein massiver Eingriff in das Eigentumsrecht und wenn das Steuerrecht das zur Regel machen würde, dann wäre damit das Eigentumsrecht von Mio. von Immobilieneigentümern verfassungswidrig ausgehöhlt.

    Das Eigentumsrecht ist auch "absolut" und gilt daher, eher ungewöhnlich für ein Grundrecht, gegenüber Jedermann und nicht nur gegenüber dem Staat als klassisches "Abwehrrecht". Entsprechend restriktiv ist die Judikative bzgl. Eingriffen und entsprechend kann die Politik auch nicht einfach irgendwas in's Grundgesetz ergänzen; alles, was nämlich zum Kern der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gehört ist von der Ewigkeitsklausel geschützt und damit unantastbar. Das Eigentumsrecht als für ein selbstbestimmtes Leben des Individuums unabdingbares Freiheitsrecht wird vom Bundesverfassungsgericht zu diesem Verfassungskern gezählt. Summasummarum, ob und wieviele Menschen eine bewohnbare, private Immobilie bewohnen ist schlicht Privatsache.

    Gedankenspiele dazu sind daher im Prinzip Zeitverschwendung.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Und selbst wenn es so wäre???

    Willst Du jetzt den Leuten vorschreiben wie viele qm sie nutzen dürfen, ansonsten müssten sie höher besteuert oder enteignet werden?

    Enteignen? Nein. Aber Ressourcen sind knapp und ungerecht auf der Welt und auch innerhalb einer Stadt verteilt. Warum nicht eine Besteuerung des Wohnraums, der über ein bestimmtes nötiges Maß hinausgeht? Diese Steuerlast sollte ab einer bestimmten Freigrenze greifen und linear zunehmen. Also z.B:
    1 Person pro Haushalt 40 qm
    2 Personen im Haushalt 70 qm
    3 Personen im Haushalt 90 qm
    für jede weitere Person + 20 qm

  • ^

    Ich halte diese Art der Besteuerung für höchst fragwürdig, die wohl darin enden würde, dass es unendlich viele Ausnahmen geben würde. Soll eine nun weniger verdienende "frisch gebackene" Witwe denn plötzlich höher besteuert werden, nur weil sie in ihrem Haus jetzt alleine wohnt?

    Ich sehe keine logische Grundlage für dieses Konzept. Wer für sich viel Wohnraum beansprucht muss dafür auch entsprechend bezahlen, warum also zusätzlich noch höher besteuern? Es ist ja nicht so, dass in München ein Großteil allein auf 1500qm lebt.

    Ich denke, alleine in einem Haus zu leben ist auf dieser Welt noch eines der normalsten Dinge, die es gibt. Da mit linearer Steuererhöhung herum zu hantieren muss wirklich nicht sein, für die Wohnungsnot dürfte es nichts bringen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ^

    Ich halte diese Art der Besteuerung für höchst fragwürdig, die wohl darin enden würde, dass es unendlich viele Ausnahmen geben würde. Soll eine nun weniger verdienende "frisch gebackene" Witwe denn plötzlich höher besteuert werden, nur weil sie in ihrem Haus jetzt alleine wohnt?

    Ja, warum nicht. Wer in München Witwe in einer großen eigenen Immobilie wird, ist deutlich reicher als der Durchschnitt. Eine Steuerlast von 5 Euro pro überflüssigem Quadratmeter wird diesen Menschen immer noch bei den global gesehen 1 % Reichsten lassen. Dann gibts halt einen Hirmer Einkauf weniger pro Monat...


    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich sehe keine logische Grundlage für dieses Konzept. Wer für sich viel Wohnraum beansprucht muss dafür auch entsprechend bezahlen, warum also zusätzlich noch höher besteuern?

    Weil Luxus besteuert werden sollte. Obendrein ist Wohnraum für diese Menschen meist eine Generationen-Sache. Da haben viele für ihren Luxus nichtmal gearbeitet.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es ist ja nicht so, dass in München ein Großteil allein auf 1500qm lebt.

    Nein, aber die die es tun, sollten dafür zahlen. Ist es andersherum gerechter, dass eine 4-5 köpfige Familie ihr Leben lang sparen und knausern muss, damit sie trotz Arbeit in München leben?


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    Ich denke, alleine in einem Haus zu leben ist auf dieser Welt noch eines der normalsten Dinge, die es gibt. Da mit linearer Steuererhöhung herum zu hantieren muss wirklich nicht sein, für die Wohnungsnot dürfte es nichts bringen.

    In einem Haus oder sogar alleine darin zu mietfrei zu wohnen, ist eben in Deutschland und dann besonders in den Metropolen schon wirklich überhaupt nicht normal!! Wohnen denn deutschlandweit nicht 60 oder 70 % nicht im Eigenheim? In München mieten doch sicher 80 % der Menschen und arbeiten mit Kopf und Hand bei einer Steuerlast von bis zu 43 % für eine demgegenüber kleine reiche Elite, die Kapital bei einer Steuerlast von 25 % für sich arbeiten lässt. Finde ich jetzt nicht gerade gerecht...

  • ^ Also ich finde Iseks Vorschlag & Argumente gut. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage der Gerechtigkeit im Allgemeinen und Steuergerechtigkeit im Besonderen. Hierüber gehen die Meinungen natürlich weit auseinander und man könnte seitenweise darüber streiten.

    Was man mit Iseks Vorschlag erreichen könnte, ist, dass zumindest mehr (aber sicherlich nicht in ausreichender Menge) bezahlbarer Wohnraum entsteht, weil große Luxuswohnungen noch teurer werden würden und deshalb deren Anzahl zugunsten günstigerer abnehmen würde. Man wäre auch nicht gezwungen diese Steuer zu bezahlen, wenn man sich anpasst und nur eine angemessene Wohnung (statt z.B. alleine eine 4 Zi-Whg) bewohnt. Insofern würde diese Steuer in die Kategorie des sog. "Lenkungssteuerrechts" fallen.

    Wenn man dann noch die Gelder aus dieser Steuer zweckgebunden für den Wohnungsbau einsetzen würde, könnte man letztlich doch messbar etwas erreichen. Diesbezüglich wäre das aber reines Wunschdenken. Der Staat ist - manchmal leider - völlig frei bei der Verwendung von Steuergeldern; eine Zweckbindung von Steuergeldern gibt es nicht, auch wenn die Namen mancher Steuern das suggerieren.

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    Ist es andersherum gerechter, dass eine 4-5 köpfige Familie ihr Leben lang sparen und knausern muss, damit sie trotz Arbeit in München leben?

    Es lässt sich aber darauf doch keine Grundlage ableiten, demjenigen, der auf großer Fläche lebt, mehr zu nehmen. Sonst müssten wir in allem und jenem für völlige Gerechtigkeit sorgen, das ließe sich nur schwer vermitteln. Grundsätzlich sind wir glaube ich einer Meinung, dass die Ressourcen an Bauland und Wohnfläche in München knapp sind und daher mit ihnen bewusster umgegangen werden muss. Falls durch irgendwelche Maßnahmen weniger riesige Luxuswohnungen entstehen, sehr gut, aber mit einer Wohnflächensteuer würde ich nicht mitziehen. Zumindest nicht auf dieser Begründung. Das musst du mir besser verkaufen :)


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    Zitat merlinammain:
    weil große Luxuswohnungen noch teurer werden würden und deshalb deren Anzahl zugunsten günstigerer abnehmen würde.

    Nicht unbedingt, da denjenigen, die sich in München eine Neubauluxuswohnung leisten können, jeglicher zusätzliche Betrag egal sein dürfte.

    @Offtopic:

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    Da haben viele für ihren Luxus nichtmal gearbeitet.

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    Dann gibts halt einen Hirmer Einkauf weniger pro Monat...

    Isek, ich kann deine Gedanken zu dieser Steuer ja durchaus nachvollziehen aber deine indirekt abfälligen Bemerkungen gegenüber Hausbesitzern machen es schwerer nicht dagegen zu diskutieren. Gibt es einen speziellen Grund für diese Abneigung?

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    In München mieten doch sicher 80 % der Menschen und arbeiten mit Kopf und Hand bei einer Steuerlast von bis zu 43 % für eine demgegenüber kleine reiche Elite, die Kapital bei einer Steuerlast von 25 % für sich arbeiten lässt. Finde ich jetzt nicht gerade gerecht...

    Und du denkst, Hausbesitzer arbeiten nicht mit Kopf und Hand bei einer Steuerlast von bis zu 43%? Seit wann gehören Hausbesitzer eigentlich zur 1% Elite? Wie kommst du darauf, dass alle Hausbesitzer für sich arbeiten lassen?

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    Es lässt sich aber darauf doch keine Grundlage ableiten, demjenigen, der auf großer Fläche lebt, mehr zu nehmen. Sonst müssten wir in allem und jenem für völlige Gerechtigkeit sorgen, das ließe sich nur schwer vermitteln.

    Das ist doch nicht dein Ernst! Also wenn sich Gerechtigkeit in welcher Ausprägung auch immer sich nicht mehr vermitteln lässt, dann zweifel ich an der Sinnhaftigkeit meines Wirkens in dieser Stadt und dem Zusammenleben hier in Deutschland. Der Wohlstand ist ungleich bis extrem ungleich verteilt. Diese Ungleichheit steigt von Jahr zu Jahr und insbesondere in München. Ein anzustrebender besserer Zustand ist die gerechtere Verteilung des Wohlstandes. Was ist daran nicht vermittelbar????


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    Grundsätzlich sind wir glaube ich einer Meinung, dass die Ressourcen an Bauland und Wohnfläche in München knapp sind und daher mit ihnen bewusster umgegangen werden muss. Falls durch irgendwelche Maßnahmen weniger riesige Luxuswohnungen entstehen, sehr gut, aber mit einer Wohnflächensteuer würde ich nicht mitziehen. Zumindest nicht auf dieser Begründung. Das musst du mir besser verkaufen :)

    Falsch! Bauland ist in und um München nicht knapp. Der Stadtraum breitet sich auf einer 1.000 qkm Schotterebene mit besten Baugrundverhältnissen aus. Richtig: Das Bauland wird durch Politik, Verwaltung und Markt künstlich verknappt. München ist im internationalen Vergleich immer noch eine sehr sehr moderat große und mittelstark bevölkerte Stadt. Von einem "Platzen aus allen Nähten" kann nicht im Ansatz gesprochen werden.


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    Isek, ich kann deine Gedanken zu dieser Steuer ja durchaus nachvollziehen aber deine indirekt abfälligen Bemerkungen gegenüber Hausbesitzern machen es schwerer nicht dagegen zu diskutieren. Gibt es einen speziellen Grund für diese Abneigung?

    Indirekt abfällig? Bitte etwas spezifizieren; ich glaube ich war an keiner Stelle unsachlich oder sogar unfair. Unfair können auch meiner Meinung nach nur die Besitzenden sein. Aber hier dreht sich auch oft das nach außen kommunizierte Empfinden, was ebenfalls meiner Meinung nach ein sehr Deutschland-spezifisches Problem ist. Als ob die Besitzenden gegenüber den Nicht-Besitzenden geschützt werden müssten. Die Wirklichkeit zeigt sich doch komplett anders - siehe eben die Wohlstandsverteilung.


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    Und du denkst, Hausbesitzer arbeiten nicht mit Kopf und Hand bei einer Steuerlast von bis zu 43%? Seit wann gehören Hausbesitzer eigentlich zur 1% Elite? Wie kommst du darauf, dass alle Hausbesitzer für sich arbeiten lassen?

    Ja, ein Hausbesitzer in München gehört global zur Top 1 % Elite. Vielleicht sogar in den meisten Fällen bezogen auf Deutschland.

    Und ja, viele Hausbesitzer arbeiten bei einer Steuerlast von bis zu 43 %. Aber sie haben eben auch ein Haus oder sogar in den allermeisten Fällen sogar mehr. Demgegenüber ein viel armseligeres Leben hat doch ein Mieter, der zwar vielleicht nur 25 % Einkommenssteuer zahlt, aber auf der anderen Seite nur bei Aldi einkaufen und sich vielleicht mal alle 2 Jahre einen Billigurlaub leisten kann.

    Umgekehrt: Ich zahle sehr sehr gerne 43 % Steuer, wenn ich schlussendlich einfach mehr hätte. Von einem 100.000 Euro Einkommen sind eben 57.000 Euro immer noch extrem viel mehr als das, was von einem 35.000 Euro Einkommen bei 25 % Steuer übrigbleibt (26.000 Euro).

  • Das ist nicht polemisch gemeint, aber wir leben nun einmal nicht im Sozialismus. Der Staat ist weder damit betraut noch dazu berechtigt, die sozialen Verhältnisse umstürzend zu beeinflußen. Er kann v. a. über Steuern und Abgaben (Einnahmen) und Sozialleistungen (Alimentierungen, Sachleistungen, Dienstleistungen, Infrastruktur) Kaufkraft umverteilen.

    Aber das private Eigentum an Sachen und Immobilien geht ihn nur in sehr begrenztem Umfange etwas an. Wenn man das ändern will, dann muss man das Grundgesetz durch eine sozialistische Verfassung ersetzen. Aber niemand muss sich dafür steuerlich bestrafen lassen, verschwenderisch mit Wohnfläche umzugehen. Und ich finde - das ist auch gut so.

    Ihr diskutiert ja gerade so, als gäbe es eine Art Menschenrecht in München zu leben. Wenn man sich die Stadt oder die gewünschte Wohnlage/Wohnungsgröße halt nicht leisten kann - Pech gehabt. Der Gedanke einer "Strafsteuer" ist auch dahingehend irrwitzig, da sich die gescholtenen "Reichen" ja geradezu "freikaufen" können und auch werden. Umgekehrt müssen dann Oma und Opa, die Anno Dazumal ihr Haus für ihre Kinder gebaut haben und aus ihrem Zuhause auch nicht auszogen, als die Kinder groß wurden und das Nest verließen, von ihrer kleinen Rente und Pension auch noch höhere Steuern bezahlen.

    Damit jagd man effektiv noch mehr "Normalos" aus München heraus, weil die sich dann endgültig das Leben in gefragten Wohnlagen nicht mehr leisten können - und wer übernimmt dann wohl das Häuschen mit Garten in einer zwischenzeitlich begehrten münchner Wohnlage? Vielleicht ein kinderloses Yuppie-Paar, das sich das sanieren lässt und dann gerne für diesen "Platz-Luxus" eine Extrasteuer bezahlt. Damit hat man dann ja wieder etwas um sich vom Pöbel abzugrenzen - großzügiger Wohnraum wird der neue Luxus. Alles dank Iseks neuer "Gerechtigkeitssteuer".

    Sorry, aber so kann man es auch betrachten.

  • @Pumpernickel:

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    Umgekehrt müssen dann Oma und Opa, die Anno Dazumal ihr Haus für ihre Kinder gebaut haben und aus ihrem Zuhause auch nicht auszogen, als die Kinder groß wurden und das Nest verließen, von ihrer kleinen Rente und Pension auch noch höhere Steuern bezahlen.
    Damit jagt man effektiv noch mehr "Normalos" aus München heraus,

    Das sehe ich absolut genauso.

    Isek:

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    Was ist daran nicht vermittelbar????

    Schwer vermittelbar ist, dass Leute mit viel Wohnfläche, nur aufgrund der Ungerechtigkeit auf dieser Welt, steuerlich höher belastet werden sollen. Wenn man erlaubt, dass der Staat hier massiv umverteilt in Dingen, die ihn eigentlich nichts angehen, dann wäre es nur logisch, dass auch in anderen Bereichen, die ihn nichts angehen, umverteilt wird. Genau das aber macht in einer freien Marktwirtschaft keinen Sinn. Denn wie Pumpernickel überspitzt schon gesagt hat, leben wir nicht im Sozialismus. Ich bin gegen die auseinanderklaffende Vermögensverteilung klar, diese Steuer sehe ich aber nicht als Mittel dagegen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Indirekt abfällig? Bitte etwas spezifizieren; ich glaube ich war an keiner Stelle unsachlich oder sogar unfair.

    Also ich weiß nicht, ob ich nur zu empfindlich reagiere, aber ich lese aus deinen Sätzen teils eine gehörige Portion Arroganz heraus. Du beschwerst dich über die Ungerechtigkeit, verhältst dich aber selbst nicht anders. Ich möchte nicht kleinlich erscheinen aber da du um Spezifizierung gebeten hast:

    ...Da haben viele für ihren Luxus nichtmal gearbeitet.
    ...Dann gibts halt einen Hirmer Einkauf weniger pro Monat...
    ...Aber auf der anderen Seite nur bei Aldi einkaufen und sich vielleicht mal alle 2 Jahre einen Billigurlaub leisten kann.
    ...Unfair können auch meiner Meinung nach nur die Besitzenden sein.

    Du denkst gar nicht daran, dass auch Hausbesitzer in München nicht in den Urlaub fahren können, nur bei Aldi oder C&A einkaufen, hart arbeiten und am Ende fast nichts übrig bleibt. Du denkst nicht einmal daran, dass es für viele Hausbesitzer in München finanziell schwierig ist, in ihrem Haus noch wohnen bleiben zu können, weil es einfach zu teuer geworden ist und der Investor mit seinen Luxuswohnungen schon auf der Matte steht. Vor Allem für Ältere. Und da sollen die Steuern noch zusätzlich erhöht werden? Von mir aus erklärst du mich für verrückt aber ich kenne die Situation vieler Eigentümer in Bogenhausen und da sieht es alles andere als rosig aus.
    So einfach wie du dir das immer vorstellst, ist es oftmals nicht. Richtig ist, es gibt sehr viele sehr wohlhabende Eigentümer in München, aber eben nicht nur. Und genau gegen diese Pauschalisierung wehre ich mich.

  • Ich verstehe schon, dass es reichere Hausbesitzer und weniger reiche Hausbesitzer in München gibt. Das ändert aber nichts daran, dass sie einfach reich sind...
    Ich verstehe auch, dass es einige durch harte Arbeit zu etwas gebracht haben. Dagegen gibt es weit mehr Menschen, die es trotz harter Arbeit eben zu nichts bringen können.
    Mir geht es auch weniger um eine Grundsatzdebatte als vielmehr um die für mich wichtige Klarstellung der Verhältnisse zwischen Besitzenden und Nicht-Besitzenden, was oft gerade in Deutschland stark verzerrt dargestellt wird.

    Was mir aber noch wichtiger ist, ist das Hinweisen auf den Umstand, dass wir es trotz florierender Wirtschaft und Vollbeschäftigung nicht schaffen adequaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Dabei spreche ich mich aber nicht für irgendwelche dogmatischen Ansätze aus (Entlastungsstädte/Eingemeindungen) als vielmehr für Lösungsmöglichkeiten, die im Zusammenhang mit der neuen Tendenz zum urbanen Wohnen zusammen mit der Ressourcenschonung eine möglichst kompakte Stadt prägen könnten. Es ist ja auch nicht so, dass hier München das Rad neu erfinden müsste. Man hat ja bis in die 50er Jahre eine sehr geschlossene effektive Bauweise in München vollzogen. Ansonsten kann man sich umschauen, wie heute die Holländer bauen oder wie in Mailand oder Wien Städtebau umgesetzt wird. Mir wird hier einfach viel zu wenig gestaltet als dass ich ernsthaft erkennen könnte, dass irgendein Entscheidungsträger ernsthaft an der der Situation etwas ändern möchte.

  • Ich finde sie beurteilen die Situation nicht gerade objektiv. Man sollte die situation wie sie zur Zeit ist nicht an den Hausbesitzern festmachen, sondern an der Ezb Politik. Man kann ihnen entgegnen, dass wenn sie sich um 2003 rum, als die Immobilienpreise im Keller waren, sich auch Eigentum erwerben hätten können. Was sie anscheinend nicht taten.
    Durch die jetzige EZB Politik erleben wir gerade eine Vermögenspreis inflation in nie da gewesenen Ausmaß, welche sich nicht nur auf Immos/Grundstücke auswirkt, sondern auch auf anderweitige seltene/nich reproduzierbare Gegenstände (Kunst,Autos etc.). Was Ihnen Hoffnung geben sollte ist, dass sich wie alles auch, Immobilien einem Zyklus unterwerfen. Es kann gut sein das in 10 Jahren die Sache wieder ganz anders aussieht. Ob man dann natürlich das Risiko eingeht in einem Abschwung zu investieren, steht auf einem andren Blatt.

    Zu den "leistungslosen" Erben möchte ich hinzufügen, dass dies ein zufälliges Glück ist. Genau so wie sie "Glück" gehabt haben in Deutschland geboren zu sein.

  • Eltern erarbeiten was für sich und ihre Nachkommen, das halte ich für grundsolide und eine wichtige Basis unseres Wohlstands, das ist kein "Glück". Glück ist ein Lottogewinn oder Börsenzockerei.

    Ich möchte aus dem BGB zitieren, das formuliert noch etwas prägnanter bzw ausführlicher aus, welche Rolle das Eigentum in unserer Rechtsordnung spielt:

    § 903 Befugnisse des Eigentümers

    Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen.

    Das ist absichtlich so unmissverständlich formuliert, im Gegensatz zu vielen anderen Gesetzespassagen. Man kann mit seinem Eigentum machen was man will, wenige wohl begründete Ausnahmen können per Gesetz festgelegt werden.

    Aber du kannst nicht in der von dir beabsichtigten Form steuernd in den Immobilienmarkt eingreifen. Das verstößt sogar gegen die Menschenrechte:
    "Jede natürliche oder juristische Person hat ein Recht auf Achtung ihres Eigentums. Niemandem darf sein Eigentum entzogen werden, es sei denn, dass das öffentliche Interesse es verlangt, und nur unter den durch Gesetz und durch die allgemeinen Grundsätze des Völkerrechts vorgesehenen Bedingungen." (ZP Art. 1 Europäische Menschenrechtserklärung)

    Du müsstest nicht nur in D den Sozialismus einführen sondern auch die EU verlassen und auch die EMRK verlassen. Und nachdem du dann wieder eine Mauer um das Land gebaut hast, damit die "zu glücklichen" nicht abhauen können, kannst du in DDR Manier genau die Wohnungsbelegung steuern.


    Oder du machst das naheliegende und trittst zusammen mit ausreichend Mitbürgern den Lokalpolitikern auf die Füße, damit die eine Kehrtwende vollziehen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich finde sie beurteilen die Situation nicht gerade objektiv. Man sollte die situation wie sie zur Zeit ist nicht an den Hausbesitzern festmachen, sondern an der Ezb Politik. Man kann ihnen entgegnen, dass wenn sie sich um 2003 rum, als die Immobilienpreise im Keller waren, sich auch Eigentum erwerben hätten können. Was sie anscheinend nicht taten.

    :nono: 2003 habe ich noch auf Diplom-Prüfungen gelernt und hatte für Immobilienkauf weder den Kopf frei noch auch nur annähernd ein relevantes Eigenkapital!

    Umgekehrt könnte man Ihre Interpretation auch so deuten: "Aus und vorbei - wer jetzt nicht schon reich ist, der hat eben Pech gehabt!"

    Und nein, an der Verknappungspolitik der Münchner Stadtplanung und den nimmersatten Münchner Lokalpolitikern zusammen mit den generationsreichen Altmünchnern hat die EZB keinen Anteil. So wirkt die Geldpolitik z.B. auch in den Niederlanden, in Wien oder anderen europäischen Metropolen, die allesamt Wachstum besser moderieren als München.

  • Mit Glück meinte ich das es schon ein wenig darauf ankam, wo genau die Eltern Grundstücke besessen haben ;).

    Isek
    wenn du dann 2004 fertig mit deinem Studium warst, wieso hast du nicht 2007 dir eine kleine Wohnung in München oder außerhalb gekauft.
    Finde es lächerlich die andren zu dirkreditieren, wenn man es selbst mit andren Entscheidungen hätte besser machen können.
    Klar hat die Münchner Stadtverwaltung in den letzten Jahren vor den Problemen die Augen verschlossen und hätte mit einigen Entscheidungen die Lage entschärfen können.
    So rosig wie sie es beschreiben ist es in Wien allerdings auch nicht. Andernfalls steht es Ihnen in einem freizügigen Europa auch offen, wo anders ihr Glück zu suchen.

  • ^in der Tat hat die Diskussion teilweise auch Züge von "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass". Da, wo man von der Sonderkonjunktur Münchens bei den hohen Einkommen profitiert, klagt man doch auch nicht. Bezahlung wie in München aber Wohnkosten wie in Berlin, das gibt's halt nicht.

    Aber ja, natürlich muss evident in München mehr gebaut werden. Das zeigen die beiden Statistiken zum Bevölkerungswachstum und die jährlich genehmigten Neubauten im Zusammenhang doch sehr deutlich, es gibt gar nichts daran zu deuteln. Nur ist da ein Verteilungskampf nicht der richtige Weg. München geht zu verschwenderisch mit den Flächen um, siehe Riem, Freiham, Arnulfpark, usw., wo statt mit der Dichte Schwabings mit sehr "großzügig" mit Flächen umgegangen wird (ohne, dass die Viertel dadurch mehr Flair bekämen, eher im Gegenteil). Alles hier im Forum eindrucksvoll dokumentiert. Und ob es wirklich notwendig war, bei der eh schon lockeren Bebauung auch noch teilweise soviele Büro- und Gewerbeflächen vorzusehen kann man sich auch fragen.

    Und wenn ich mir die Stadtfläche von München anschaue dann sehe ich noch reichlich bebaubare Flächen, die auch jetzt keine Naherholungs- oder Naturschutzgebiete sind, sondern für intensive Landwirtschaft oder Platzverschwendung wie Logistikhöfe genutzt werden. Es wird zu locker bebaut, es werden keine Reserven genutzt, es wird keine Nachverdichtung betrieben, der Anteil von Gewerbe- und Büroflächen ist noch viel zu hoch. Und es verbietet der Stadt München bestimmt auch niemand auf eigene Rechnung neue Sozialwohnungen zu bauen und zum Selbstkostenpreis zu vermieten, ein ausreichend großer Bestand an Sozialwohnungen drückt sehr zuverlässig die Preise am Gesamtmarkt. Wie man u. a. in Wien sehen kann, aber auch in anderen deutschen Städten, wo es noch mehr kommunalen Wohnungsbau gibt (auch jenseits von "Sozialwohnungen").

    Das alles sind lokalpolitische Defizite. Und nicht mit Enteignungen oder enteignungsgleichen Steuerlasten (die Steuern müssten ja entsprechend hoch sein, um eine Verhaltensänderung zu bewirken...) zu lösen. Und nebenbei gesagt zeigt die Rechtsgeschichte, dass sowas noch nie funktioniert hat. Als es eine Fenstersteuer gab wurden flux Fenster zugemauert, als es eine Geschosssteuer gab von der nur Dachgeschosse ausgenommen waren sah man flächendeckend diese "Pseudodächer" die teils 3 Geschosse überspannten und eigentlich nur schräge Außenwände für Flachdachbauten waren die aber rechtlich als Dachgeschosse zu werten waren und somit von der Steuer ausgenommen waren (zigfach bei Altbauten in Paris zu sehen), als Balkone besteuert wurden haben die Pariser den sog. "französischen Balkon" erdacht, als in vielen Reichsstädten die bebaute Grundfläche besteuert wurde haben die Leute angefangen auskragende Obergeschosse zu bauen und möglichst schlanke Erdgeschosse...als die Jobcenter angefangen haben nur noch bestimmte Wohnflächen von Arbeitslosen zu bezahlen haben die Vermieter angefangen, einzelne Zimmer in Wohnungen zuzusperren und die Zimmertüren zu tapezieren, sodass dieser Raum nicht mehr offizielle Wohnfläche ist, die Gesamtfläche somit auf dem Papier schrumpft und das Jobcenter die Miete weiterhin übernimmt...jede neue Steuer oder staatliche Auflage erzeugt ganz massive Kreativität bzgl. Ausweichverhalten. Aber schafft keinen einzigen m2 zusätzlichen Wohnraum!

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Mit Glück meinte ich das es schon ein wenig darauf ankam, wo genau die Eltern Grundstücke besessen haben ;).

    Isek
    wenn du dann 2004 fertig mit deinem Studium warst, wieso hast du nicht 2007 dir eine kleine Wohnung in München oder außerhalb gekauft.
    Finde es lächerlich die andren zu dirkreditieren, wenn man es selbst mit andren Entscheidungen hätte besser machen können.


    Nicht 2007 gekauft? Weil mir 2007 nach 2 Jahren Arbeit beim Staat nur ein EK von vielleicht 10.000 Euro zur Vergügung stand. :D


    Wo bitte gehe ich hier irgendwelche Bevölkerungsschichten an, die nicht am Unheil der Münchner Wohnungsnot schuld wären. Jeder der sich eine schöne Wohnung in München kaufen konnte: Gratulation, alles richtig gemacht! Auf der anderen Seite bin ich natürlich gegen Behinderer und Wachstumsbremser, die für die Wohnungsnot maßgebend mit verantwortlich sind: Wie eben einschlägige Gruppen gut situierer satter Maden im München-Speck. Genauso bin ich gegen die Stamm2 Grantler aus Haidhausen, die zwar schön im Zentrum einer Millionenstadt wohnen wollen, aber jedoch relativ überschaubare zeitlich begrenzte persönliche Einschränkungen gegenüber dem Wohl Hundertausender Menschen nicht akzeptieren!


    Dekoratives Anführungszeichen

    Klar hat die Münchner Stadtverwaltung in den letzten Jahren vor den Problemen die Augen verschlossen und hätte mit einigen Entscheidungen die Lage entschärfen können.
    So rosig wie sie es beschreiben ist es in Wien allerdings auch nicht. Andernfalls steht es Ihnen in einem freizügigen Europa auch offen, wo anders ihr Glück zu suchen.

    Ja logo, nur weil sich 2-3 % der Münchner aufführen, als gehöre ihnen die ganze Stadt, soll ich meine Heimat verlassen? Lieber geh ich jeden Tag zum Kotzen vor's Rathaus!

  • ^^

    @ Pumpernickel:

    Dekoratives Anführungszeichen

    es wird keine Nachverdichtung betrieben, der Anteil von Gewerbe- und Büroflächen ist noch viel zu hoch. Und es verbietet der Stadt München bestimmt auch niemand auf eigene Rechnung neue Sozialwohnungen zu bauen und zum Selbstkostenpreis zu vermieten, ein ausreichend großer Bestand an Sozialwohnungen drückt sehr zuverlässig die Preise am Gesamtmarkt.

    Hier muss ich dir ganz klar widersprechen. Es wird in München an jeder erdenklichen Ecke nachverdichtet und geprüft, ob eine Verdichtung möglich ist (siehe in den zahlreichen "Kleinere Projekte" Threads). Man kann darüber klagen, dass die Stadt damit zu spät angefangen hat aber falsch ist es zu behaupten, es wird nicht nachverdichtet. Des weiteren gibt es in München garantiert nicht zu viele Büro- und Gewerbeflächen. Die Leerstandquote beträgt aktuell niedrige 3.6 Prozent, seit längerem schon wird über zu wenig Angebot geklagt. Auch hier muss also viel gebaut werden. Das gleiche gilt für Gewerbeflächen.
    Auch Sozialwohnungen und sonstiger genossenschaftlicher und kommunaler Wohnungsbau entstehen in München in hohem Maße. Da aber auch irgendwer das Ganze bezahlen muss, kann man hier nicht unbegrenzt Wohnungen finanzieren, bis zu dem Punkt, an dem sich die Mieten normalisieren. Dann ist der Stadthaushalt am Ende. Es funktioniert eben nicht, wenn nur eine einzelne Stadt versucht, der Preisspirale entgegen zu wirken. Der Freistaat muss endlich anfangen, hier massiv unterstützend aufzutreten, auch als Moderator zwischen Stadt und Umland.


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    jede neue Steuer oder staatliche Auflage erzeugt ganz massive Kreativität bzgl. Ausweichverhalten. Aber schafft keinen einzigen m2 zusätzlichen Wohnraum!

    In der Tat! Aber es will niemand aus Fehlern lernen und so wird eine Mietpreisbremse nach der anderen eingeführt.

    @ Wohnungskauf - arm und reich:

    Wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, dann gab es die letzten fünf Jahre wohl keinen besseren Zeitpunkt als heute, sich eine Wohnung zu kaufen. Die Kreditzinsen sind nahe null, ein Preisverfall der Münchner Wohnung eher unwahrscheinlich. Ob man Lust hat, den Großteil seines restlichen Lebens mit der Abzahlung des Kredits verbringen zu wollen (wohlgemerkt mit minimaler Zinsbelastung) und einem das geringe Restrisiko eines Wertverlusts egal ist um dann irgendwann seinen Kindern eine schöne Wohnung zur Verfügung zu stellen, muss jeder für sich beantworten. Übrigens: Leichter war es früher auch nicht.

    Isek: Kauf dir jetzt eine Wohnung. Höchstwahrscheinlich wirst du die nächsten Jahre noch von einer Preissteigerung profitieren, bist entkoppelt von den die nächsten Jahre wohl noch weiter steigenden Mieten und kannst deinen Nachkommen was Schönes hinterlassen. Wenn ich mich nicht irre, besitzt du einen krisensicheren Job, halbwegs gut bezahlt. Wenn ich du wäre, würde es mich nicht im Geringsten interessieren, dass ich die nächsten Jahrzehnte mit Ratenzahlungen beschäftigt bin. Denn besser als auf glorreichere Zeiten zu warten ist es allemal.

    Einmal editiert, zuletzt von MiaSanMia (28. April 2016 um 22:52)

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    Isek: Kauf dir jetzt eine Wohnung. Höchstwahrscheinlich wirst du die nächsten Jahre noch von einer Preissteigerung profitieren, bist entkoppelt von den die nächsten Jahre wohl noch weiter steigenden Mieten und kannst deinen Nachkommen was Schönes hinterlassen. Wenn ich mich nicht irre, besitzt du einen krisensicheren Job, halbwegs gut bezahlt. Wenn ich du wäre, würde es mich nicht im Geringsten interessieren, dass ich die nächsten Jahrzehnte mit Ratenzahlungen beschäftigt bin. Denn besser als auf glorreichere Zeiten zu warten ist es allemal.

    Danke. Das Problem in meiner speziellen Situation ist, dass meine Frau sehr schwach verdient und ihre Familie unterstützen muss. Ich selbst habe nur ein mittleres Gehalt, da ich beim Staat arbeite. Parallel dazu mache ich noch einen Mini-Job. Schlussendlich zahle ich eine Kaltmiete von 800 Euro. Dabei kann ich aktuell etwa 1000 Euro im Monat sparen, wenn ich auch relativ sparsam lebe.

    Effektiv stehen mir also gerade mal 1800 Euro für Tilgung und Zinsen zur Verfügung. Das ist für eine Wohnung zur Eigennutzung viiiiiiiel zu wenig, da wir gerne Kinder hätten und ich somit eine 4 Zimmer Wohnung für plausibel halte. Aktuell kosten die Dinger aber - wenn man wirklich auch gerne drinnen leben will - mindestens 600.000 Euro. Ich müsste etwa 500.000 Euro an Kredit aufnehmen. Unter den Umständen wird mich jeder als verrückt erklären. Für einen derartigen Kauf braucht man aktuell 2.500 Euro pro Monat, wenn man die Bude in ca. 30 - 35 Jahren abbezahlt haben will! Auf Hilfe meiner Frau kann ich aufgrund des Kinderwunsches und ihrer familiären Situation nicht spekulieren. Die wird maximal aus ihrem Job rausgehen - dann spart man sich wenigstens die KITA, vielleicht einen Minijob machen.


    Ich würde sogar ein sehr hohes Risiko eingehen und mich maximalst verschulden. Aber leider fehlen mir wirklich im Moment die Objekte im westlichen - norwestlichen München. Für eine 70 Jahre Wohnung an einer Moosacher Ausfallstraße 5500 Euro pro Quadratmeter zu zahlen ist zu irre! Und die Projekte z.B. von Pandion an der Arnulfstraße sind mir mit mindestens 7.500 Euro pro Quadratmeter leider zu teuer. Do is mei Hintern einfach z'weit drunten.

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    Ich würde sogar ein sehr hohes Risiko eingehen und mich maximalst verschulden. Aber leider fehlen mir wirklich im Moment die Objekte im westlichen - norwestlichen München. Für eine 70 Jahre Wohnung an einer Moosacher Ausfallstraße 5500 Euro pro Quadratmeter zu zahlen ist zu irre! Und die Projekte z.B. von Pandion an der Arnulfstraße sind mir mit mindestens 7.500 Euro pro Quadratmeter leider zu teuer. Do is mei Hintern einfach z'weit drunten.

    Aber auch wenn man das Geld aufbringen könnte, würden einen da nicht ständig Gedanken plagen, dass die Wohnung eigentlich gar nicht soviel Wert ist?

  • Eine Eigentumswohnung würde ich mir nie kaufen. Da gehört einem ja nichts. Außer nichttragende Innenwände ist fast nichts Sondereigentum (=vom Gemeinschaftseigentum abgesondert und wirklich dem "Wohnungseigentümer" gehörend), das ist so, als ob man sich auf Gedeih und Verderb mit zig Partnern gleichzeitig verheiratet und die relevantesten Dinge alle einstimmig entschieden werden müssen und viele andere Dinge einem auch per einfacher Mehrheit aufs Auge gedrückt werden können (immer schön bei teuren Sanierungsvorhaben, wo der einzelne Eigentümer auf einmal zigtausende Euro aufbringen muss, viele haben darüber ihre Eigentumswohnung, deren Finanzierung schon auf Kante genäht war, wieder verloren, weil die Eigentümergemeinschaft mit Mehrheit beschloss jetzt die Tiefgarage für 1 Mio - die sind schon bei mittelgroßen Wohnanlagen schnell überschritten! - saniert werden muss, da der Hausmeister in den letzten 10-15 Jahren im Winter immer so ordentlich gesalzen hat und es jetzt überall reintropft und die Tiefgarage gehört baulich in der Teilungsvereinbarung zum Gebäude und selbst wer keinen Tiefgaragenplatz hat muss mitbezahlen, einfach weil er Eigentümer einer Wohnung des Gebäudes ist...). Soviele Pflichten, Kosten und so wenig Rechte und dafür noch soviel Geld, im Leben nicht, wenn man kontrastiert gegenüber stellt welche Rechte ein Mieter so hat. In einer Geschosswohnung immer Mieter! Zumindest unter dem bundesdeutschen Rechtsrahmen.

    Echtes Immobilieneigentum ist und bleibt eben nur ein Grundstück (ein Haus ist lediglich Zubehör der Immobilie). Und darum muss es schon EFH/Reihenhaus/Doppelhausgrundstücke geben, damit sich einzelne Private wirklich echtes Immobilieneigentum zulegen können. Nur das ist unabhängige Vermögensbildung und nur das ist echtes Immobilieneigentum. Ich habe schon zuviele Wohneigentümergemeinschaften den Bach runter gehen sehen (unfähige Hausverwalter die nicht mehr von der Backe bekommst, runtergerockte Wohnungen die per "downtrading" das ganze Haus mit runterziehen und entwerten über die "Klientel" die dann dort einzieht, Hass und Klageorgien der Eigentümer untereinander die sich bestmöglich gegenseitig sabotieren... usw.).

    Geschosswohnungsbau ist etwas, das idealerweise ein Investor/Wohnungsunternehmen en bloc selbst errichtet, aus einer Hand vermietet und betreut, dann ist das eine saubere Sache für alle Beteiligten. Und bei den Münchner Mieten kann mir doch kein Mensch erzählen, dass sich das für Wohnungsunternehmen nicht rechnet. Es müssen halt einfach neue Baugebiete, die im großen Maßstab überplant werden können, ausgewiesen werden. Je größer desto eher zieht man auch großes Kapital an, für die einzelne Baulücke interessieren sich die großen Player nicht (außer eben in 1a/1b Lagen, klar).

    D. h. egal was man fördern will, Immobilieneigentum in Privathand oder Massenwohnungsbau ...Mod. Fortsetzung in Siedlungsentwicklungs-Thread: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthre…?t=9974&page=39