Kö-Bogen: 2. Bauabschnitt (Bauphase)

  • Bei heutigen Spatenstich des ersten Bauabschnittes wird es eine Mahnwache für den Tausendfüßler geben, die vom Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz veranstaltet wird.


    RP

  • Der Tausendfüssler wird weichen ohne wenn und aber da hilft auch kein Contra mehr es ist Fakt.


    Das Bauwerk ist als technisches Denkmal in der Denkmalliste der Stadt Düsseldorf eingetragen, in diesem Status ist ein Abriss nicht möglich.


    Es mögen nicht viele Düsseldorfer zu der genannten Demo gegangen sein; aber mir ist bekannt, das unter den Abrissgegenern nicht nur "Spinner" sind; auch Geschäftsläute, Unternehmer und bekannte Persönlichkeiten haben sich namentlich gegen einen Abriss des Tausendfüßlers gewandt.


    Es ist noch nichts klar oder offiziell beschlossen.


    Für mich ist entscheidend; das die Innenstadt nachhaltig verbessert wird - das die Lebensquallität für alle Düsseldorfer steigt.


    Hierzu sollten alle Optionen auf den Tisch - auch ein möglicher Abriss eines Baudenkmales; insoweit dieses Denkmal nachweislich einer positiven Entwicklung im Wege steht.


    Bislang gibt es nur eine Entscheidung zugunsten des städtebaulichen Konzeptes eines Architekten; und es gibt Untersuchungen der Stadt zu diversen Tunnelvarianten (wirkliche Varianten wurden ja nicht untersucht).


    "Fakt" ist bislang nur, das bei Einigen der Abriss des Baudenkmales von Vorne herrein als eine beschlossene Sache erschien - andere Meinungen sind da nicht erwünscht. :nono:


    Ich verstehe unter einer Städtebaulichen Perspektive etwas Anderes - vorallem sollte man mit weniger Emotionalität und mehr Sachverstand an so eine zentrale Sache gehen.


    Es geht ja nicht um den Tausendfüßler selbst, sondern um eine zukunftsfähige Gestaltung der Innenstadt - mit oder ohne dieses Baudenkmal; mit oder ohne zweiten Tunnel.

  • Ich weise noch mal auf diese Idee hin: http://www.focus.de/reisen/rei…park-oase_aid_409165.html. Der Palmengarten von der Haltestelle hoch auf den Tausenfüssler. Evtl. wäre es ja auch möglich, den Tausenfüssler zu verkürzen und etwa die hofgartenseitige Rampe durch eine Treppe zu ersetzen.


    Die Unterseite des Tausenfüsslers ließe sich bequem und kostengünstig auf diese Weise gestalten: http://www.klaus-dauven.de/html/aktu_frame.htm.


    Ergebnis: Ein Hochpark, die es ihn in Deutschland (Europa?) noch nicht gibt. Evtl. mit einem Cafe an der Gabelung.

  • Und ich sage es nochmal:


    Entweder man lässt den Tausenfüssler wie er ist und mit seiner originalen Funktion - oder man reißt ihn ab!
    Bitte den Tausenfüssler nicht zu einer karrikatur verkommen lassen - und Grünflächen gibt es dort ja ausreichend!


    Wie soll zudem der Tunnel unterhalb des Tausenfüsslers gebaut werden?

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    ich bevorzuge auch die "denkmal"-lösung, also die erhaltung des tausendfüßlers ohne autoverkehrsfunktion. wo es nur geht, sollte der autoverkehr in der innenstadt unterirdisch verlaufen, ganz im gegensatz zum öpnv, der gehört an die oberfläche. und einen funktionsverlust oder vielleicht auch -wandel des tausendfüßlers sehe ich nicht als schlimm an. wenn man alles direkt abreißen sollte, was seine ursprüngliche funktion im laufe der jahre verliert (schlösser, burgen, kirchen usw), wären unsere städte ganz schön langweilig.

  • Ich weise noch mal auf diese Idee hin: http://www.focus.de/reisen/rei…park-oase_aid_409165.html. Der Palmengarten von der Haltestelle hoch auf den Tausenfüssler. Evtl. wäre es ja auch möglich, den Tausenfüssler zu verkürzen und etwa die hofgartenseitige Rampe durch eine Treppe zu ersetzen.


    in paris gibt es eine ähnlich umgebaute hochbahntrasse. ganz tolle idee und ein ganz neues gefühl, eine stadt kennenzulernen.

  • Bin auch definitiv für einen Abriss. Wenn der TF wirklich vollständig mit Rasen ausgelegt würde, fände ich das noch okay. Quasi eine Wiese über der Straße, die Natur siegt über den Stein. Einziger Haken: Aber sobald er ungepflegt aussehen würde, wäre es ein Schandfleck.

  • Und auch sie war ein Denkmal - wohl ein weit bedeutenderes.


    Die knappe Wahrheit lautet: Unter einer Brücke lassen sich keine Räume mit Aufenthaltsqualität schaffen - man führe sich vor Augen: Unter der Brücke schlafen ist ein sehr deutliches Zeichen von Armut. Auch unter dem 1000füßler sieht man niemanden, der aus Wonne verweilt und sich an dem Bauwerk erfreut. Spass macht er wirklich nur, wenn man mit dem Auto darüber braust, aber umso schlechter ist seine Wirkung auf Passanten: Lärm, Abgase, die Hektik einer Großstadt.


    Mit dem ersten BA mag er noch kompatibel sein, aber beim zweiten muss er daran glauben - alles andere wäre völlig inkonsequent. Und: So völlig offen ist das alles nicht mehr: Der Molestina-Entwurf setzt den Fall der Hochstraße voraus. Und der ist bereits ausgewählt. Die Brücke (über was eigentlich?!) doch stehen zu lassen, wäre eine 180°-Wende.

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    es gab niemals und es gibt heutzutage auch keine "knappen wahrheiten". der tausendfüßler ist ein relikt der "autogerechten stadt", eines allseits beliebten und baulich in ddorf von tamms realisierten stadtplanungskonzepts nach dem ww2. der tausendfüßler, das dreischeiben- und das schauspielhaus sind prototypen der nachkriegsmoderne und wichtige zeugnisse unserer architektonischen entwicklung.
    außerdem gefällt mir der entstehende kontrast zwischen der immer glatter, gefälliger und in einem gewissen sinne langweilig werdenden innenstadt (libeskind, starbucks, foot-locker, mcd...) und dieser doch recht sperrigen funktionsarchitektur des tausendfüßlers.
    der autoverkehr muß unter die erde, das ist klar, aber warum sollte man den tf nicht umfunktionieren? von mir aus als flaniermeile mit cafes drauf oder einer begrünung? am liebsten wäre es mir aber, wenn man den tf zum gesamtkunstwerk erklärt, 1000 alte autos drauf abstellt und sie dann vor sich hinrosten läßt.
    der dunkle raum unter dem tf ist natürlich problematischer, kann aber auch angenehm umgestaltet werden.


    p.s.: über der yorckstraße in berlin querten auf einem 500m langen abschnitt ungefähr 45 eisenbahnbrücken, erbaut zwischen 1875-1939(2003). heute werden nur noch 10 für den bahnbetrieb benötigt, den rest wollte die bahn aufgrund der instandhaltungskosten abreißen lassen. viel dieser brücken stehen aber unter denkmalschutz und nach langem hin und her bleiben wohl jetzt doch einige erhalten, obwohl die bahn bereits ein paar dieser brücken ohne zustimmung der denkmalbehörde entfernen ließ.
    auch diese brücken sind nicht "schön", aber sie sind ebenfalls wichtige architektonische zeitzeugen und bestimmen in einer ganz wesentlichen und typischen weise das bild dieses stadtraums, ganz so wie der tausendfüßler.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Yorckbrücken


    p.p.s.: zur 100%igen steigerung der stadtraumqualität rund um den schadowplatz hätte ich einen anderen vorschlag: sofortiger abriß des neuen breidenbacher hofs :-)

  • ^^ Von mir aus kann mal alle Gebäude auf der nördlichen Seite der Schadowstraße abreißen und mal was neuen machen. Aööes 70er und 80 Mist. :lach:

  • Nach dem CDU und FDP am Sonntag ihre Mehrheit im Stadtrat erfolgreich verteidigen konnten wird der Tausenfüßler ja wohl Geschichte sein, oder??
    ich glaube nicht dran, dass man die Hochstraße umgestaltet und ich gehe auch davon aus, dass man ihn schon nach weniger Zeit vergessen wird.

  • Das der Tausendfüssler Geschichte ist sagte ich ja schon,aber das er an einem entfernten Platz an del Sonne wieder aufgebaut wird wird die liebhaber sehr erfreuen.