Bahnstadt (in Bau)

  • Die Bahnstadt kommt langsam in Fahrt:


    Die EGH hat mit der Jarecki-Stiftung eine Absichtserklärung getroffen, nach der die Stiftung für einen noch zu benennenden Kaufpreis einen Teil des Bahnstadt-Geländes erwirbt, und dort den "Campus II" als Forschungszentrum im Biotechnologie-Bereich aufbaut und betreibt. Erste Firmen zum Einmieten sind schon gefunden, u.a. InnovationLab GmbH, einer der Gewinner des Spitzencluster-Wettbewerbs der Bundesregierung.


    Das erste Gebäude (5- bis 7-stöckig, 10.000m² Nutzfläche) des Campus II soll ab Anfang 2009 entstehen, 2010 bezogen werden (Nachtrag: Investitionswert 20 Millionen Euro).
    Gleichzeitig wird im Westen der Bahnstadt das geplante Fachmarktzentrum begonnen, in das etwa ab 2010 dann das Dehner-Gartencenter einzieht, das momentan genau neben dem geplanten ersten Gebäude des Campus II steht. Ab Sommer 2009 sollen im Süden der Bahnstadt entlang der Promenade zum Feld auch die ersten Wohnhäuser entstehen.


    Im Oktober sollen die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs zur Bahnstadt öffentlich präsentiert werden (Nachtrag: Vorstellung am 20.10.).

  • Heidelberg hat aus dem Spitzencluster-Wettbewerb zwei Firmen mit massiver Bundes-Förderung - InnovationLab und BioRN.


    Beide sind Joint Ventures der Heidelberger und Mannheimer Universitäten mit mehreren dutzend (!) Firmen aus der ganzen Metropolregion, bei InnovationLab u.a. BASF, Roche, Merck, SAP, HDM, Freudenberg etc, bei BioRN spielt ganz massiv die Helmholtz-Gesellschaft (DKFZ) und das EMBL mit rein.


    Natürlich braucht man für jeden dieser Spitzencluster ein eigenes
    Forschungszentrum (:lach:), zumal der Technologiepark im Neuenheimer Feld nur noch um einen kleinen Gebäudekomplex (TP5) erweiterbar ist.


    Aktuell ist BioRN im Technologiepark in einem DKFZ-Gebäude ansässig, InnovationLab in der PrintMediaAcademy von HDM.


    Da der größte Teil des Technologieparks dem DKFZ gehört, ist davon auszugehen, daß da mindestens in TP3 bis TP4 (INF 582-583), eventuell auch weitere Gebäude, dann BioRN einziehen wird - nachdem das teilausgelagerte DKFZ nächstes Jahr komplett zurück in die eigenen frisch sanierten Gebäude wandert.

  • Der Architektenwettbewerb zum "Wohnen an der Promenade" wurde entschieden.


    RNZ-Artikel:
    http://www.rnz.de/zusammen9/00…_wird_transparent_un.html
    PM der Stadt Heidelberg:
    http://www.heidelberg.de/servl…enu/1191150_l1/index.html


    Im zweiten Link gibt es auch ein Modell zu sehen.


    Es wird anfangs erst einmal ein Gebiet von 2 Hektar (das im Modell) mit rund 220 Wohneinheiten umgesetzt, der Wettbewerb deckte dieses Gebiet sowie die Fortführung der Bebauung die komplette 1.5 km lange Promenade entlang ab.

  • Noch bis Freitag im Internet verfügbar sind folgende drei Bebauungsplanoffenlegungen:


    Bahnstadt Campus II
    Bahnstadt Wohnen an der Promenade
    Bahnstadt Fachmarktzentrum


    Jeweils die ersten paar Links auf der rechten Seite.


    Bahnstadt Rahmenplan (zip, 21 MB)
    Bahnstadt Umweltbelange (zip, 32 MB)


    Was noch fehlt sind die "Grüne Meile" im Nordwesten des ehem. Rangierbahnhofs, das Redesign der "Eppelheimer Straße" sowie die Bebauungsunterlagen fürs Pfaffengrunder Feld.

  • Heute war offiziell Spatenstich für den ersten Bauabschnitt des Wohngebiets "Promenade" mit 220 Wohneinheiten und einer Kindertagesstätte.


    Gleichzeitig gilt dies auch als Startschuß für die Erschließung der Bahnstadt; der erste Abschnitt umfasst:

    Zitat
    • Erschließung des Fachmarktzentrums und der Wohnbaufelder WA 5 und WA 6 an der Promenade mit Verlegung von 1,2 Kilometer Mischwasserkanalisation, 200 Meter Wasserhauptleitung, 700 Meter Wasserversorgung; 1,8 Kilometer Kunststoffmantelrohre für Fernwärme und rund einen Kilometer Leerrohre sowie 8.000 Quadratmeter Straßen und Wege. Die Kosten hierfür betragen rund 2,4 Millionen Euro.


    • Bau des Kanalsammlers West im geschlossenen Rohrvortriebsverfahren auf einer Länge von 2,5 Kilometern mit Kosten von rund 9,3 Millionen Euro.


    • Bodenmanagement auf etwa 80 Prozent der Bahnstadtflächen mit Kosten von etwa 9,6 Millionen Euro. Dazu müssen 700.000 Kubikmeter Erde bewegt werden; das entspricht einer quadratischen Pyramide mit einer Seitenlänge von 150 Metern und einer Höhe von 100 Metern. Ferner gehören dazu Munitionsräumungsarbeiten auf 25 Hektar, fast einem Viertel des Bahnstadt-Geländes, sowie der Abbruch von Gebäuden.


    Textquelle Zitat: Pressemeldung Gruppe "Freiraum Heidelberg" (u.a. EGH und Stadt Heidelberg)


    Ach ja, und der NABU protestiert, daß die für die 1.500 aus der Bahnstadt zwangsausgesiedelten Mauereidechsen geschaffenen neuen Wohnräume für 2.000 Euro pro Tier (je etwa 1 Meter Trocken- oder Gabionenmauer und 80m² Grün- und Wohn-Fläche) unzureichend seien, insbesondere im Bereich der Nahversorgung, aber auch der Verkehrsanbindung zu anderen Populationszentren; auch das sozial-ethnische Gefüge zwischen Mauer- und Zauneidechsen wird wohl empfindlich gestört. :nono: :Nieder:
    (Notiz dazu: Die Heidelberger Eidechsensiedlungen gehören zu den größten in Deutschland, insbesondere unter den Mauereidechsen.)

  • Ja, 2.000 Euro pro Tier, also 3 Millionen insgesamt :)


    Dafür wurden letztes Jahr hauptsächlich zwei ehemalige Güterverkehrs-Bahndämme im Verlauf einer Schrebengartensiedlung teilabgetragen, mit Gabionen und Trockenmauern versehen und etwas bepflanzt.


    NABU und BUND gehen allerdings von einer Bahnstadt-Eidechsenpopulation von 3.000 bis 5.000 Tieren aus, nicht nur den 1.500 die gefangen wurden; außerdem wird kritisiert daß die 1.500 zu früh umgesetzt wurden, bevor sich in der neuen Umgebung ausreichend Nahrung ansiedeln konnte.
    Beide wollen wohl sich jetzt gerichtlich in Richtung Baustopp klagen.

  • So sehen übrigens die neuen Eidechsenwohnungen aus:



    In der Variante "Zweifamilienhaus" für 5-10 Eidechsen. Der Baumstumpf gehört als Element dazu, und ist bei jedem der identischen "Häuser" vorhanden, alle übrigens mit hervorragendem Südblick. Den Boden denke man sich noch grün.

  • Das ist aber auch das Hochpreissegment, es gibt auch noch die Massenwohnungen in der Großsiedlung (und ohne Baumstumpf). Dafür hat das Hochpreissegment keine Direktanbindung an die örtliche Eidechsenautobahn. :D


    Je nach Wetter werd ich morgen mal die Baustelle Bahnstadt selbst etwas fotografieren. Da passiert zur Zeit einiges.

  • So, hat dann doch etwas sehr geregnet heut. Aber zumindest einen Grobüberblick hab ich mir mal verschaffen können, bevor mich der Regen vertrieben hat.


    An die aktuelle Baustelle selbst kommt man - zumindest auf meinem Weg - leider so nicht sehr nah ran.



    Hauptsächlich wird hier noch Erde umgeschaufelt, in rauhen Mengen. Der gesamte Rangierbahnhof soll wohl so abgetragen werden. Für die von der US Army gehaltenen Gebiete wurde schon mal mögliche Fundmunition in den Planungen berücksichtigt.
    Der Turm im Hintergrund gehört zum ehemaligen ABB-Forschungszentrum, und definiert den östlichen Endpunkt des neu zu bebauenden Bahnstadtgeländes.



    Das Material wird an einen großen Lagerplatz am anderen Ende des Rangierbahnhofs gebracht. Dort türmt sich mittlerweile ein gut 25 Meter hoher Berg auf. Das Telekom-Gebäude in diesem Bild im Hintergrund bleibt übrigens.



    Abgetragen werden auch die auf den Rangierbahnhof zulaufenden Bahndämme. Hier der Bahndamm parallel zu den Patton Barracks, ursprünglich ging der direkt an der Straße 4 Meter hoch.



    Entfernt werden auch die Unterführungen unter diesen ehemaligen Bahnstrecken. Hier der Haupt-Autobahnzubringer von Heidelberg, der in der Unterführung jahrzehntelang nur 3-spurig geführt werden konnte, und an dieser Stelle auf 4 bis 5 Spuren wachsen wird - und begradigt wird, damit der Starenkasten auf der anderen Seite auch was zu tun hat (Abbau soll Juni 2010 abgeschlossen sein).



    Eine weitere Brücke liegt nur etwas östlich davon. Unter dieser konnte vor zwei Jahren aufgrund der Enge eine neue Straßenbahnstrecke eingleisig durch geführt werden.
    Außer diesen beiden gibt es noch zwei weitere Unterführungen die beseitigt werden sollen sowie eine überflüssige 40m lange Stahlbrücke im Kirchheimer Loch, eine Überführungsbauwerk beim Wieblinger Bahnhof und zwei zu erhaltende Brücken in der Südstadt. Eine weitere Brücke über eine Zulaufstrecke wurde beim Bau des S-Bahnhof Weststadt/Südstadt vor fünf Jahren bereits zugeschüttet.



    Und um die Eidechsen noch mal zu erwähnen: So sehen die Massensiedlungen aus (dies ist die Siedlung an der Promenade, es gibt noch eine zweite). Das zieht sich mit hier und da etwas Abwechslung über die nächsten 500 Meter hin.
    Man beachte die oben abgelegten Baumstümpfe, die nicht dieselbe Qualität und Größe wie bei den Zweifamilienhäusern aufweisen. Dafür gibt es verteilte "öffentliche Anlagen" für die Bevölkerung, bei denen Gabionen mit Holzscheitfüllung aufgestellt wurden.


    So langsam versteh ich auch, warum das ganze 3 Millionen Euro kostet.



    Die schwarze Plastikplane hat übrigens auch einen Sinn. Da diese Siedlungen bereits bewohnt sind, wird durch die etwa einen halben Meter hohen Plastikplanen versucht zu verhindern, daß die Eidechsen wieder versuchen ihre dahinter liegenden alten Siedlungsorte besetzen.

  • Interessante Bilder, Danke.


    Die Massenwohnheime mit den roten Sandsteinblöcken finde ich persönlich so nicht schlecht.


    Jaja Feldhamster und Eidechsen, hier wurde mal mitten durch Felder ein solch schwarzer Zaun gezogen, damit sich die Hamster nicht im Baugebiet ansiedeln.

  • Ja, ist im Grunde recht nett gestaltet. Auch als Element für die Promenade, die dann parallel "oben" verläuft, gegenüber dem Landschaftspark dann "unten".
    Bei dem roten Sandstein kann man das Ganze denke ich auch ganz gut mit der Umgebung identifizieren. Hoffentlich wird dann allerdings bei einer Möblierung der Promenade nicht irgendwas zu krasses verwendet.


    Zwischen den Eidechsenmauern sind auch einige schräg verlaufende Wege vom Feldweg unten zur Promenade oben vorhanden. Was mir persönlich wesentlich besser gefällt als die noch geplanten Treppen von oben runter (und technisch natürlich auch barrierefreier ist).


    Wobei mir beim Langgehen aufgefallen ist, daß so viel Landschaftspark gar nicht bleibt. Vielleicht 500 Meter Breite, von den gut 1000 Metern der Promenade. Von Osten her zieht sich da parallel erst Neue Feuerwache, dann Tierheim, dann Hundesportverein entlang, von Westen her kommt dann in Zukunft die Gartenbauakademie.

  • Das passt ja dann zu deinem Thema "Grünanlagen und Naherholung"


    Hier in der Ecke wurde ein Stück Acker und ehem. Kleingärten platt gemacht und sollte als Ausgleichsmasse für die Fa. SCA genutzt werden. Dort ensteht jetzt der sogenannte Jubiläumspark 125. Da haben sie Holzscheite als Mauern aufgestapelt für Eidechsen und Insekten - Bäume gepflanzt und seit heute morgen hellblaue "Plastik" Bänke aufgestellt----- glaub mir da sieht das mit dem roten Sandstein absolut Nobel aus..

  • Die tolle Brachfläche da zwischen SCA und Sandhofen? Kenn ich. Vor allem der Geruch den SCA als Zellulosefabrik so rausbläst schlägt alles :D
    Durch die 4 Meter hohe Lärmschutzmauer da die Straße lang dürften sich da aber eh nicht allzuviele Sandhofener hin verirren :daumen:


    Beim Landschaftspark beschleicht mich hingegen der Gedanke daran, was da außenrum noch möglicherweise alles hochgezogen werden könnte. Vor allem, falls mal das Airfield (als südlicher Abschluß des Landschaftsparks) und die Patton Barracks (als östlicher Abschluß) zurückgegeben und womöglich für Industrieansiedlung o.ä. weiterverwendet wird - das Gelände eignet sich "ideal" für so Sachen.

  • Den Geruch bemerkt man nur wenn man Zwischen Altrhein und SCA fährt. Da am Park und in Sandhofen selbst riecht man überhaupt nichts. Die "Wiese" wird nur als Hundewiese genutzt ;)


    Wo ist denn da ein Airfield?