Bahnstadt (in Bau)

  • Bahnstadt (in Bau)

    Aurelis und Stadt planen auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände nahe des Hbfs einen neuen Stadtteil mit dem Namen "Bahnstadt".


    • Gigantische 116 ha Bauland
    • Ab 2009 sollen in einem Zeitraum von 10 Jahren ca. 2.500 Wohnungen entstehen, für 5.000 bis 6.000 Menschen
    • 7.000 neue Arbeitsplätze


    Quellen:
    aurelis http://www.aurelis-real-estate.de/de/projects/heidelberg/ (mit vielen Infos und Downloads)
    property-magazine http://www.property-magazine.d…6&articlesuche=Heidelberg
    wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberg-Bahnstadt





    Bilder:aurelis Real Estate

  • Yep, eine gigantische zweite City (?) ist da offenbar geplant. Heidelberg rüstet auf, und wahrscheinlich sind die Perspektiven dafür nicht so schlecht. Interessant wäre zu erfahren, wie die Mannheimer das Ganze sehen und beobachten. Das Modell ähnelt teilweise verdächtig und verblüffend dem von Stuttgart 21-A1, A2 & A3; schon bemerkt?


    Aurelis geht offenbar an Hochtief
    Quelle:property magazine
    http://www.property-magazine.d…base=details&news_ID=7121

  • Der Hochtief-Deal ist seit etwa zwei Tagen bekannt und wird teilweise kritisiert. Wird evtl. noch spannend.


    Mannheim hat ja sein eigenes typverwandtes Großprojekt namens Mannheim 21.


    Zur Ähnlichkeit: Solche Klötzchenmodelle ähneln sich jedoch meistens, denke nur an die zum Rosensteinviertel, Flugfeld (ohne HH) oder Cannstatter Güterbahnhof. S21-A1 sehe ich übrigens anders.


    Deutliche Unterschiede manifestieren sich i.d.R. sobald Hochhäuser eingeplant werden. Drum gefällt ja das S21-A1-Modell gleich viel besser weil nicht so monoton abwechslungslos, sondern ein paar Marken gesetzt sind.


    Wobei gerechterweise zu bemerken ist, daß das Heidelberger Modell durchaus versucht, Abwechslung durch vielfältige Formen entlang der etwas diagonalen Quartiershauptstraße reinzubringen. Hoffentlich sind dann auch die Fassaden anspruchsvoll.

  • Mannheim hat ja sein eigenes typverwandtes Großprojekt namens Mannheim 21.
    Sicher, aber da tut sich offenbar bisher nicht entscheidend viel. Frage ist, ob es in HD besser läuft.


    Zur Ähnlichkeit: Solche Klötzchenmodelle ähneln sich jedoch meistens, denke nur an die zum Rosensteinviertel, Flugfeld oder Cannstatter Güterbahnhof. S21-A1 sehe ich übrigens anders.
    Also auf dem Modell im 3.Bild (Mitte!) erkenne ich den Mailänder Platz mit einer Mini-Bibliothek 21 :D und eine Galeria Ventuno wieder. Auch 3 Rumpf-HHer an den jeweiligen Block-Spitzen, ja selbst ein lang-flaches Gebäude in LBBW-Manier ist zu erkennen. Rechts unten sehen wir "A2/A3", rechts daneben der "Schlossgarten". Soll ich da an Zufälle glauben? Da waren für mich ohne Zweifel die selben Leute am Werk (bei aurelis).

  • ... und ein Durchfahrtsbahnhof ist es auch ;)


    Das würde dann allerdings etwas lustig, so ein Nachbau von Stuttgart im Kleinformat. Ohne Überheblichkeit, aber Heidelberg kann diese Gebäude schlicht nicht in der Stuttgarter "Originalgröße" bauen, dazu fehlen die Potentaten. Das Stuttgarter LBBW-Ensemble am Hbf ist immerhin die Zentrale Deutschlands größter Landesbank.


    Apropos: Im Modell sieht man tatsächlich das komplette LBBW-Ensemble, nur etwas verteilt. Fehlt nur noch das Flugdach.

  • Was ich nicht kapiere, ist dass in Umfragen in Sueddeutschland Familien darüber klagen, Städte verlassen zu müssen, weil sie keine Einfamilienhäuser mit einem kleinen Garten finden. Wieso plant man denn da hier nicht ein solches Einfamilienhaus- (von mir aus auch Reihenhaus- oder "Townhouse"-) viertel? Klar würde man dann weniger Leute unterbringen, aber so einen grossen Baubedarf gibt es nun auch wieder nicht. Gerade in HD für die SAPler gibt es doch da sicher Nachfrage, kann mir schon vorstellen, dass viele lieber ein kleines Haus in Heidelberg hätten als in St. Leon zu wohnen. Für die Städte ist es ausserdem ein Gewinn, junge Familien zu behalten. Vielleicht bin ich ja durch London beeinflusst, hier gibt es hunderttausende von Häusern ab Zone 2, also sofort ausserhalb des kleinsten Innenstadtkreises. Stuttgart hat ja auch so schöne Wohngegenden in mittlerer Hanglage. Warum nicht sowas wagen in HD - wie denkt ihr darüber?

  • Max BGF
    Das würde dann allerdings etwas lustig, so ein Nachbau von Stuttgart im Kleinformat.
    Na ja, "Kleinformat" bei 116 ha Bauland (S21: 134 ha) passt da nicht so recht. Jedenfalls ist es ein beachtliches, gigantisches Areal, das es da langfristig zu entwickeln gilt.


    Die LBBW würde mit Übernahme der WestLB wohl zur Nr.3 der deutschen Bankenwelt.


    vondraussen
    Das neue Viertel wäre ja den Plänen nach so etwas wie eine neue Stadtmitte (wenn auch nach meinem Eindruck da bewusst etwas tiefgestapelt wird von den Entwicklern, um nicht zu provozieren - betont wird, dass die Wohnungsnot in HD gelindert werden soll), jedenfalls nach Lage am Hbf, Kurfürstenanlage und Altstadt auch nicht so weit weg. Da heißt es für den Investor: Chance, optimale Rendite heraus zu holen (Büros, Dienstleistungen, Fachmärkte in Kombination mit Mehrfamilienwohnungen). Einfamilienhäuser inkl. Gärten wären hier vermutlich sowohl betriebswirtschaftlich als auch städtebaulich schlicht fehl am Platz. Für entferntere Gebiete oder gar außerhalb der Stadtgrenzen käme diese Bebauung eher in Frage, was auch gemacht wird, z.B. nach meiner Erinnerung in Plankstadt. Ob es die Bevölkerung gerne anders hätte, ist eine andere Frage, die ich aber für mich persönlich gesprochen, verneinen würde: Die Innenstadt soll grds. dicht und urban bebaut sein.

  • Mit Kleinformat waren selbstredend die einzelne genannte Gebäude gemeint :cool:


    vondraussen
    Familien klagen über alles und es funktioniert: der Staat macht weiter Geld für sie locker. Es ist jetzt schon so, daß Familien-Haushalte durchschnittlich weitaus reicher sind als Nicht-Familien-Haushalte.


    In Deutschland gibt es relativ viel Kindergeld, Freibeträge, weitere staatliche Einrichtungen und Vergünstigungen wie auch spezielle Bauprogramme. Doch die Familien jammern weiter. Fehlt wirklich noch, daß man künftig in großstädtischer Citylage für die armen Familien Reihenhaussiedlungen erbaut. Mal sehen über was der Mob dann jammert: Zu viele Passanten in Bahnhofsnähe vielleicht?


    Wenn Familien entscheiden, aus Innenstadtlagen herauszuziehen, was oft vernünftig ist, dann sollte man dies geschehen lassen. Ist für alle besser. Man muß nicht jede natürliche Entwicklung teuer gegensubventionieren.

  • @ Wagahai:


    Das neue Viertel wäre ja den Plänen nach so etwas wie eine neue Stadtmitte (wenn auch nach meinem Eindruck da bewusst etwas tiefgestapelt wird von den Entwicklern, um nicht zu provozieren


    Eine Stadtmitte wärs villeicht geworden wenn da auch so Sachen wie das ehmals geplante EKZ am Bf gekommen wären. So isses hat das Viertel zwischen Bahnhof, Industriegebieten und US-Kasernen. :D

  • Ich hoffen das daß Projekt Bahnstadt-HD besser vorangeht als "Mannheim21"


    Allerdings habe ich die Tage in verschiedenen Zeitungen "RNZ-News" sowie dem "Mannheimer Morgen" wieder Artikel gelesen die eher nicht so *rosig* Klingen...


    Da sie Online frei Zugänglich sind verlinke ich sie hier mal, und hoffe das ist okay (Andernfalls bitte löschen, Danke)


    http://www.rnz.de/cgi-bin/netc…&weitere=&filelock=&.html


    http://www.rnz.de/cgi-bin/netc…&weitere=&filelock=&.html


    http://www.rnz.de/cgi-bin/netc…&weitere=&filelock=&.html


    http://www.morgenweb.de/servic…iv/artikel/630070287.html


    Es wäre sehr bedauerlich wenn es das Projekt genauso vor sich hin Dümpeln würde wie Mannheim 21

  • @Max


    Ich habe doch gar nicht von "armen Familien" gesprochen, habe auch SAPler in meinem Beitrag erwähnt. Es sind gerade wohlhabendere Familien, die einfach kein Einfamilienhaus in den mittleren Städten finden. Das hat zu unserer doch sehr extremen Zersiedelung geführt. Von Subventionierung spreche ich hier nicht. Die wären bestimmt bereit, auch was dafür zu bezahlen.

  • vondraussen
    ist ja auch okay die Frage aufzuwerfen, schließlich wollen die Städte auch solche Familien halten. Halte es nur für ziemlich falsch. Übrigens sind fast alle Familien arm a) wenn man sie jammern hört & b) wenn es darum geht für ein Einfamilienheim am Hbf den tatsächlichen Wert unter Berücksichtigung der Alternativbebauung zu bezahlen.


    Schon städtebaulich und ökologisch ist es unpassend und ineffizient, in direkter Hbf-Nähe nicht dicht zu bauen. Je mehr Leute dort wohnen bzw. arbeiten desto geringere volkswirtschaftliche Weg- und Zeitverluste. Man kann eh nicht alles haben. Läge der Heidelberger Hbf dagegen in der Stadtmitte wäre hier kaum was gegen Einfamilienhäuser einzuwenden.

  • Danke@digger für die aktuelle Presse - das lässt ja doch eher schwarz sehen für das Megaprojekt...


    fehlplaner
    Hast Du die Diskussion um das Projekt bisher verfolgt? Weißt Du, was die Heidelberger selbst von diesem Mammutvorhaben halten, bzw. wurde es bereits jetzt zurück gestutzt, wie Du offenbar andeutest?


    19.09.07
    Ich hatte vor Kurzem bei einem Empfang der Stadt Heidelberg bei einem kleinen Gespräch mit Häppchen Gelegenheit, einen der Bürgermeister zur Situation der Bahnstadt zu befragen, die dieser zuvor bei seiner Ansprache als ein großes Zukunftsprojekt für die Stadt heraus gestellt hatte.


    Zu den Berichten (s. Beitrag digger) sagte er:
    Kern der Unstimmigkeiten sei offenbar wie berichtet, dass die neuen Wirtschaftlichkeitsberechnungen für das Konsortium LBBW, Sparkasse u.a. ergeben hätten, dass der derzeitige Nettobaulandanteil i.H.v. 53% zu niedrig angesetzt war, daher auf 60% erhöht werden solle, was das Stadtplanungsamt, wohl auch der Stadtrat bislang ablehnten. Unsicherheit bestehe natürlich durch den Verkauf von aurelis an Hochtief, da sich nun auch die Verhandlungspartner geändert haben. Ein erstes Treffen zwischen den (neuen) Beteiligten habe letzte Woche statt gefunden.
    Am eigentlichen städtebaulichen Konzept werde sich wohl nichts ändern. Die Entwicklungschancen des Areals insbesondere auch vor dem Hintergrund der boomenden Life-Science-Branche sowie der chronischen Wohnungsknappheit in HD seien gut.

  • @ Wagahai:


    Hast Du die Diskussion um das Projekt bisher verfolgt? Weißt Du, was die Heidelberger selbst von diesem Mammutvorhaben halten, bzw. wurde es bereits jetzt zurück gestutzt, wie Du offenbar andeutest?


    Großartig Meinusgsaustausch findet in der RNZ über dieses Thema nicht statt, nur Gejammere über AURIS. Ein anderes Projekt das Diskutiert wurde war noch das Hoffenheimer Stadion in der Nähe der neuen Abstellanlage der DB zu bauen. Auch daraus ist bekanntlich nicht geworden.
    Das EKZ (ich glaub ich hatte es hier schon mal geschrieben) war an der Rückseite des HBF geplant. Es war Wahlkampfthema wo die 3 Kandidaten 3 Konzepte Verfolgten:


    - Kaja Timm (GRÜNE): Kein EKZ dafür aufwertung entlang der Ebert-Anlage mit Straßenbahn und Mindestens einen gößeren Geschäftshaus.
    - SPD-Kanditat (Name vergssen): EKZ hintern HBF
    - Eckart Würzner (Bürgerlich): EKZ Altklinikum.


    Eckart Würzner isses schlielich geworden und der SPD-Mann ist gleich beim 1. Wahlgang geflogen.

  • zur Info:


    laut Zeitungsartikel des Mannheimer Morgens wird morgen über das weitere Vorgehen der Bahnstadt in Heidelberg beraten...
    Da man noch nicht weiss wie sich der Verkauf der Aurelis-Flächen an Hochtief auswirkt,

    Zitat

    Nach dem Verkauf der Bahn-Tochter Aurelis an den Essener Baukonzern Hochtief und den von der Sparkasse neu ins Spiel gebrachten Berechnungen der Kosten einer Erschließung durch das Konsortium aus Sparkasse, Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH) und LBBW Immobilien, die angeblich einen Verlust von bis zu 27 Millionen Euro prognostizieren, steht das Projekt erneut am Scheideweg.


    Es werden wohl auch Stimmen laut das das komplette Projekt von der Stadt "Erschlossen" werden soll. Ich hoffe mal das es nicht soweit kommt, - da ich ja an dem Projekt Mannheim21 sehe wie langwierig es wird wenn es die Stadt alleine "stämmen" will -


    http://www.morgenweb.de/region…924_srv0000001499722.html

  • Ich bin da ganz optimistisch die Lage ist einfach zu gut. Aber blitzschnell geht gar nichts, nicht einmal A1 direkt am Stuttgarter Hauptbahnhof und damit im Zentrum eines >2,5 Mio Raums. Der vielzitierte Aurelis-Deal dürfte sich kaum nachteilig auswirken. Natürlich kommt es kurzfristig zu gewissen Verzögerungen durch Reorganisation. Danach wird es als Hochtief-Tochter aber eher dynamischer zugehen, schließlich ist die Mutter an Profit und Bauen, nicht an Flächenverwaltung interessiert.

    • Kaufverträge über insgesamt 75ha unterschrieben
    • Bankenkonsortium EGH erwirbt 60ha, die Stadt Heidelberg 15ha von aurelis
    • Verträge stehen unter Vorbehalt, dass städtebaulicher Vertrag mit der Stadt Heidelberg erzielt wird, terminiert zum 11.04.2008


    Quelle: property magazine http://www.property-magazine.d…-unterschrieben-9545.html


    EDIT:
    Städtebaulicher Vertrag von Gemeinderat mit 34 zu 7 Stimmen abgesegnet.

    • In den nächsten 15 bis 20 Jahren auf 115ha 2.500 Wohnungen und 7.000 Arbeitsplätze erwartet
    • Baubeginn erster Wohnungsabschnitt mit 250 Wohnungen Frühsommer 2009 nach Architektenwettbewerb


    Quelle: morgenweb.de http://www.morgenweb.de/region…408_srv0000002403938.html

  • Wieso plant man denn da hier nicht ein solches Einfamilienhaus- (von mir aus auch Reihenhaus- oder "Townhouse"-) viertel?


    Weil man damit die Leute aus genau diesem Segment von den Bauplätzen in Wieblingen ("Im Schollengewann", Bauplätze ab 300k Euro aufwärts) und Kirchheim ("Im Bieth", etwas billiger) abziehen würde.


    Geht auch etwas am Bedarf vorbei. Nach den üblichen Analysen fehlen in Heidelberg rund 6.000 WE, und zwar vor allem im Billig- und Mittel-Billig-Segment. Auch durch die Bahnstadt gibts da kaum Linderung, da der Bedarf auch noch steigt.


    Im Gegensatz zu z.B. Mannheim wird in Heidelberg sehr darauf geschaut, z.B. Frischluftachsen und Kaltlufterzeuger-Gebiete freizuhalten. Ansonsten wären Kirchheimer Loch (in der Südstadt) und ähnliche eigentlich recht attraktive Bereiche längst mit EFH und DHH zugepflastert.


    Auf den Bergen isses eher unattraktiv, die Mittellagen wurden ja schon in den 60ern und 70ern erschlossen (Boxberg, Emmertsgrund, "Gewann See"). Derzeit sind vor allem Baulücken und Nachverdichtung im Hochpreissegment ebenso wie die Erschließung von Freiräumen zwischen den Stadtteilen (südlich Wieblingen, nördlich Kirchheim) und die Umwandlung ehemaliger Industriegebiete (z.B. Furukawa, aber eben auch Bahnstadt) in stark verdichtete Wohngebiete "in".