damals & heute

  • In zwanzig Jahren muß eh ein neuer Bahnhof her, ob jetzt renoviert wird oder nicht. Fakt ist, dass dieser Bahnhof der Stadt ein schlechtes Image verschafft und das kann sich Essen nicht leisten. Also so schnell wie möglich umbauen...

  • Bauten am ehemaligen Kettwiger Tor

    Die Innenstadt von Essen war bis zu den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg eine verwinkelte Altstadt. Abgesehen von den Kirchen fielen die meisten alten Gebäude entweder den Bomben oder in der Folgezeit der Abrissbirne zum Opfer. Nach langem Parteienstreit setzte sich die SPD mit ihrem Konzept eines modernen Geschäfts- und Verwaltungszentrums gegenüber den konservativen Parteien durch, die wieder eine flache, enge Wohnstadt aufbauen wollten. Die Baudezernenten Sturm Kegel (1945-1951) und Josef Walther Hollatz (1951-1963) waren für den Wiederaufbau in Essen zuständig. Einige Bauten aus der Kaiserzeit und aus den 1920er- und 1930er-Jahren wurden in der südlichen Innenstadt ([url=http://maps.google.de/?ie=UTF8&ll=51.452707,7.013226&spn=0.002317,0.004748&t=h&z=18]Google Maps[/url]) trotz des Drangs nach Erneuerung wieder aufgebaut.




    1883-1912 Hotel Vereinshaus - seit 1975 Essener Hof
    Gegründet 1883 als evangelische „Herberge zur Heimat“ erfolgte 1887 die Grundsteinlegung für den Neubau. 1904 fand die Einweihung als „Hotel Vereinshaus“ statt. Das alte Vorderhaus wurde 1912 ersetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zu 70% zerstört und in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut. 1975 wurde das „Hotel Vereinshaus“ in „Hotel Essener Hof“ umbenannt Der Name „Essener Hof“ wurde Mitte der 1970er-Jahre frei, als das gleichnamige Kruppsche Privathotel Essener Hof am Limbecker Platz abgerissen wurde, um Platz für den Erweiterungsbau des Kaufhauses Quelle (später Sinn) zu schaffen.


    Geschichte „Ruhrbesetzung“
    Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg war die Weimarer Republik durch den Versailler Vertrag von 1919 zu Reparationen verpflichtet. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Deutschland stellten 1922 die Alliierten die Reparationszahlungen in Form von Geld auf Sachleistungen wie Stahl und Kohle um. Als im Januar 1923 die Lieferungen im Rückstand gerieten, nahmen Franzosen und Belgier dies zum Anlass, um mit 60.000 Soldaten in das Ruhrgebiet einzumarschieren. In Essen wurden 13 streikende Krupp-Arbeiter erschossen, die sich einer Beschlagnahmung widersetzten. Von 1923 bis 1924 wurde das „Hotel Vereinshaus“ von den Franzosen beschlagnahmt (180.000 Reichsmark Besatzungsschäden).



    Im Gebäude befindet sich das Kino Astra-Theater mit einem Kinosaal im 50er-Jahre Stil.





    Alle Bilder: Fabio



    1911-1912 Handelshof (Carl Moritz & Werner Stahl)
    Der Handelshof ist ein Hotel- und Geschäftshaus, das von 1911 bis 1912 nach Entwürfen der Architekten Carl Moritz (Architekt der Alten Oper Köln) und Werner Stahl erbaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg ist das Gebäude ausgebrannt und 1952 - 1956 wieder aufgebaut worden. Aus den 1950er-Jahren stammt auch die Leuchtschrift „Essen - Die Einkaufsstadt“. Nach den Jahren als Kanonenstadt strebte Essen ein neues Image an.
    In den 1970er- und 1980er-Jahren befand sich im Erdgeschoß des Handelshof die Diskothek Mississippi, heute Sitz der Touristikzentrale. Die Stadt will das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zur Finanzierung des Stadion-Neubaus von Rot-Weiß-Essen verkaufen.


    Geschichte
    Hitler und Mussolini besuchen 1937 die "Waffenschmiede des Reiches".
    Bild: Geschmückter Handelshof 1937


    Der bekannte Schauspieler Heinz Rühmann (1902-1994) wurde in Essen zu der Zeit geboren, als seine Eltern noch das Hotel Stemme hinter dem Handelshof führten. Er wuchs dann ab 1906 in Wanne auf, wo sein Vater Heinrich Rühmann die Bahnhofsgaststätte im Hauptbahnhof leitete. Grund für die Stadt Herne den Bahnhofsvorplatz in Wanne-Eickel „Heinz-Rühmann-Platz“ zu benennen (Herne-Chronik). Von 1913 bis 1916 übernahm der Vater das Hotel Handelshof in Essen und so war Heinz Rühmann wieder in seiner Geburtsstadt. Nach der Scheidung seiner Eltern und dem darauf folgenden Suizid seines Vaters zog Rühmann 1916 mit seiner Mutter nach München.
    Der Essener Thorsten Stegmann schuf 1999-2000 eine Heinz-Rühmann-Plastik aus Bronze, die den Schauspieler in der Rolle eines Clowns zeigt. Diese steht heute als Leihgabe am Potsdamer Platz vor dem Filmmuseum und nicht wie von Thorsten Stegmann und der Mehrheit der Essener gewünscht am Handelshof, da 2002 die Verantwortlichen der Stadt die Figur am Standort Willy-Brandt-Platz ablehnten.




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    1913-1915 Eick-Haus (Georg Metzendorf)
    Das Eick-Haus wurde 1913-1915 nach einem Wettbewerbs-Entwurf von 1911 des Architekten Georg Metzendorf (1874-1934) als Geschäftshaus für das Unternehmen „A. Eick Söhne“ gebaut. Prunkvoller Mittelpunkt war ein zweigeschossiger in Marmor verkleideter Teppichsaal mit Galerie. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt. Beim Wiederaufbau wurde der Innenausbau geändert.


    Geschichte
    Die Firma A. Eick Söhne war damals Essens führendes Kaufhaus für Teppiche, Wohnungseinrichtungen und Dekorationen. In den Schaufenstern wurden Raumkunstobjekte ausgestellt, die von der „Essener Raumkunstgruppe“ entworfen wurden. Mitglieder dieser Künstlervereinigung waren:
    - Georg Metzendorf (1874-1934), schuf in Essen u. a. die Gartenstadt Margarethenhöhe (1909–1934/38), Haus am Theaterplatz (1927–1930)
    - Edmund Körner (1874-1940), schuf in Essen u. a. die Königliche Baugewerkeschule (1908), die Alte Synagoge (1911-1913), die Börse / Haus der Technik HdT (1924), Wasserturm Frillendorf (1925)
    - Alfred Fischer (1881-1950), schuf in Essen u. a. die Verwaltung Ruhrsiedlungsverband (1927-1929) und das Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen
    - Adolf Otto Holub, Künstler der Wiener Werkstätte GmbH.





    Der Kopfbau hatte ursprünglich ein Pagodendach, das nach dem Krieg durch ein Flachdach ersetzt wurde.
    Die Fenster im ersten Obergeschoss der Süd-Fassade wurden später (nach 1957) zugemauert. Hier eine Rekonstruktion:


    Das ursprünglich nicht zugehörige Eckgebäude Derendorf-Haus (Nord-Ost-Ecke) wurde im Krieg zerstört und der Nachfolgebau wurde dem Eick-Haus angeglichen.



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    1922-1925 Börse, seit 1936 Haus der Technik – HdT (Edmund Körner)
    Nach einem Entwurf des Architekten Edmund Körner wurde das Gebäude von 1922 bis 1925 zunächst für die Börse geplant und gebaut. Seit 1936 wird das Haus nach dem Umzug der Börse nach Düsseldorf als Haus der Technik geführt und für Seminare und Tagungen genutzt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte bis 1953 die Instandsetzung. Im Arkadengang zur Hollestraße befinden sich Läden. Die Rückseite des Gebäudes folgt in zahlreichen Winkeln dem abfallenden Straßenverlauf.








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    1924 - 1933 Hauptpost (Hoeltz, Lindemann)
    Die Hauptpost wurde als Gegenstück zur Börse entworfen. Der Bau zitiert in den beiden ersten Bauabschnitten des Architekten Hoeltz eine mittelalterliche Stadt mit Wehranlagen und Stadttor. Die Ziegelfassade war sehr umstritten und galt nach den Erfolgen der Bode-Bauten am Burgplatz (Lichtburg, Blum- und Baedeker-Haus) als nicht mehr zeitgemäß. Der Architekt Lindemann entwarf daher 1930 den dritten Gebäudeteil im Stil der neuen Sachlichkeit mit einer Muschelkalk-Werksteinfassade.


    Geschichte „Rote Ruhrarmee“
    Nachdem der rechtsradikale Kapp-Putsch in Berlin im Frühjahr 1920 nach vier Tagen gescheitert war, machte die „Rote Ruhrarmee" gegen die SPD-geführte Reichsregierung Front. Es kam zu Straßenkämpfen in Barmen, Duisburg, Elberfeld, Essen, Remscheid und Velbert. Am 19. März 1920 marschierten bewaffnete „bolschewistische“ Gruppen in Essen ein. Die bürgerlichen Verteidiger aus Polizei und Einwohnerwehren des Wasserturms an der Steeler Straße und in der Hauptpost wurden getötet (40 Tote am Wasserturm). Anfang April 1920 wurde der Aufstand von der Reichswehr niedergeschlagen. Es war die größte Aufstandsbewegung, die es in Deutschland seit den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts gegeben hat.









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    1925 Stein-Haus (Anton Stein)
    Das vom Architekten Anton Stein entworfene Geschäftshaus aus Sandsteinquadern wurde 1925 erbaut.





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    Vereinzelt kann man noch weitere alte Fassaden auf der Kettwiger Straße entdecken, wie zum Beispiel die des ehemaligen Hotels „Zum Ritter“:





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    1948 Glockenspielhaus
    In der Limbecker Straße befand sich seit 1928 das erste Glockenspiel der Firma Juwelier Deiter. Das 1938 erworbene Haus Kettwiger Straße 22 wurde nach dem Wiederaufbau 1948 das neue Stammhaus Deiter. Im Folgejahr wurde das im Krieg versteckte Glockenspiel mit der Bergmanns-Figur wieder installiert.




    Alle Bilder: Fabio



    1952 Allianz-Haus (Wilhelm Eggeling)
    Das von Wilhelm Eggeling entworfene Allianz-Haus ist das erste Essener Hochhaus nach dem Zweiten Weltkrieg.




    Alle Bilder: Fabio



    1954 Haus am Kettwiger Tor (Wilhelm Eggeling)
    Das ebenfalls von Wilhelm Eggeling entworfene Gebäude wurde aufgrund des Standortes nahe dem ehemaligen südlichen Stadttor „Haus am Kettwiger Tor“ genannt. Der zweigeschossige Flachtrakt mit Einkaufspassagen ist mit einem schmalen sechsgeschossigen Baukörper kombiniert. Die gebogene Form des Hauses zitiert architektonisch „einen Menschen mit offenen Armen“, der den Stadtbesucher vom Bahnhof kommend am Kettwiger Tor empfängt.




    Alle Bilder: Fabio



    vor 1930 Hotel Königshof – 1930 DeFaKa – 1977 Horten
    An der Stelle des heutigen Kaufhauses Galeria Kaufhof stand früher das Grandhotel, das später in Hotel Königshof umbenannt wurde. 1930 wurde das Gebäude abgerissen und durch das Kaufhaus DeFaKa (Deutsches Familienkaufhaus) ersetzt. Es folgte 1977 der DeFaKa -Abriss und der Neubau des Kaufhauses Horten– der heutige Bau der Galeria Kaufhof.



    Bild: Fabio


    Mein nächster Beitrag beschreibt die Bauten am Hirschlandplatz. :daumen:

  • Mensch Fabio, aus Deinem ganzen Bildmaterial könnte man glatt einen umfangreichen Bildband nur über die City heraus bringen. Und das meine ich ernst. Besser in Szene gesetzte Bilder und dazu gehörige Geschichten habe ich bisher jedenfalls kaum gesehen. Freue mich schon auf den Hirschlandplatz/ Wiener Platz. Leider ist das Sparkassenhaus an der Seite zum Platz (Restaurant Vapiano) z.Z. eingerüstet.

  • Bauten am Hirschlandplatz und Theaterplatz


    [size=-2]Grafik: Fabio[/size]


    Aufgrund der wirtschaftlichen Hochkonjunktur und als Börsensitz war Essen um 1900 ein attraktiver Standort. So entwickelte sich an der Lindenallee das Essener Bankenviertel, in dessen Zentrum heute der Hirschlandplatz liegt ([url=http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=Lindenallee,+Essen&sll=51.124213,10.546875&sspn=15.857979,36.210938&ie=UTF8&t=h&ll=51.453853,7.010865&spn=0.00244,0.004678&z=18&iwloc=addr]Google Maps[/url]).


    1986 Hirschlandplatz (Genheimer & Partner, Rose-Herzmann)
    In Gedenken an die jüdische Bankiersfamilie Hirschland benannte 1986 die Stadt Essen den Wiener Platz in Hirschlandplatz um. Der ehemalige Parkplatz wurde 1986-1987 nach einem Konzept der Büros Genheimer & Partner (Essen) und Rose-Herzmann (Essen) als grüner Platz umgestaltet.



    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]



    [size=-2]Hirschlandplatz, Blick aus der 7. Etage des Lindencenters nach Norden[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Hirschlandplatz, Blick in Richtung Lindencenter (SEB-Bank)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Hirschlandplatz, Blick in Richtung Grillo-Theater[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]


    Im Zentrum des Hirschlandplatzes steht ein von der Sparkasse Essen gestifteter Figurenbrunnen, der nach der Einweihung als „reines Dekorationsobjekt“ kritisiert wurde. Es fehle der künstlerische Wert oder ein Bezug auf die Stadtgeschichte.



    [size=-2]Hirschlandplatz, Figurenbrunnen der Sparkasse[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    1901–1908 Essener Credit-Anstalt (Peter Zindel), heute Deutsche Bank
    Die Essener Credit-Anstalt ließ 1898-1901 ihr Gebäude nach einem Entwurf von Peter Zindel (Architekt des alten Essener Rathauses) in der Lindenallee errichten.


    Geschichte
    Die Essener Credit-Anstalt wurde 1872 unter Mitwirkung des Industriellen Friedrich Grillo (1825-1888) gegründet. Die Bank war damals führend bei der Finanzierung der Schwerindustrie im Ruhrgebiet. 1925 ging die Essener Credit-Anstalt in der Deutschen Bank auf.




    [size=-2]Essener Credit-Anstalt um 1910-1930[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Die Kuppel war früher das Zeichen des Bankenviertels[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Blick vom Deutschlandhaus-Parkhaus in die Lindenallee[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Essener Credit-Anstalt. Lindenallee[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Essener Credit-Anstalt, oben im Schild ist noch die alte Bezeichnung ECA zu sehen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Essener Credit-Anstalt, Detail[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Essener Credit-Anstalt, Detail[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    um 1900-1910 Reichsbank (Julius Habicht)
    Das Gebäude der Reichsbank wurde vom Reichsbankbaudirektor Julius Habicht (1874–1912) entworfen und im zweiten Weltkrieg zerstört.


    Heute befindet sich dort ein Haus der Commerzbank.



    [size=-2]Blick in die Straße “An der Reichsbank“, links die Hirschlandbank[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    um 1900-1919 Rheinische Bank (Julius Habicht ?)
    Das Gebäude der Rheinischen Bank wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.


    Geschichte
    1919 übernahm die Mitteldeutsche Creditbank das Gebäude der liquidierten Rheinischen Bank. 1929 fusionierte die Mitteldeutsche Creditbank mit der Commerzbank. Dr. Karl Goldschmidt (1857-1926) war von 1911 bis 1926 Mitglied das Bankenaufsichtsrates. Geschäftspartner der Essener Wirtschaft waren u. a. Coca-Cola, HOCHTIEF, Karstadt, Krupp und RWE.



    [size=-2]Bild: WAZ vom 28.11.2007[/size]


    1950 Commerzbank (Curt Bucerius & Dr. Börnke)
    Nach dem Krieg wurde 1950 an der Stelle des Gebäudes der Rheinschen Bank das von den Architekten Curt Bucerius und Dr. Börnke entworfene Gebäude eingeweiht. Curt Bucerius war auch an der Nachkriegsgestaltung des Lichtburggebäudes beteiligt.



    [size=-2]Blick vom Hans-Toussaint-Platz (Toussaint war von 1949 bis 1956 OB)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    1910 Bankhaus Simon Hirschland (Carl Moritz)
    Das Familienunternehmen Hirschland ließ 1910 das Gebäude nach einem Entwurf von Carl Moritz (Architekt der Alten Oper Köln) bauen.
    Das Gebäude der Hirschlandbank wurde im Jahr 2000 zunächst entkernt und anschließend als Erweiterung des Kaufhauses Galeria Kaufhof bis 2001 umgebaut. Die denkmalgeschützte Fassade wurde saniert (Planung: Büro Genheimer & Partner, Essen / Bauausführung: HOCHTIEF, Essen).


    Geschichte
    Das 1841 von Simon Hirschland (1807-1885) gegründete Bankhaus beteiligte sich früh an der Finanzierung des Bergbaus. Unter der Führung von Isaac Simon Hirschland (1845-1923), dem „Banker von Essen“, wuchs das Bankhaus zur größten Privatbank Deutschlands. Seine Geschäftspartner waren Mathias Stinnes (1790-1845, Unternehmensgründer für Schifffahrt und Kohlenhandel) und Alfred Krupp (1812-1887, größter Waffenproduzent seiner Zeit). Seine Söhne Kurt Martin (1882-1957) und Georg Simon Hirschland (1885-1942) bauten die Bank zu einem internationalen Kreditinstitut aus.


    Die Familie Hirschland zählte zu den ganz reichen Familien im Ruhrgebiet und war als Mäzen geschätzt, so beteiligte sie sich finanziell am Bau der Synagoge (1911-1913). Die jüdische Familie Hirschland spendete 1922 gemeinsam mit dem Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat unter Führung des Hitler-Freundes Emil Kirdorf (1847-1938) Geld für den Ankauf der Gemäldesammlung von Karl Ernst Osthaus (1874-1921, Sohn des Hagener Bankiers Ernst Osthaus), die den Grundstein für das Museum Folkwang legte.
    [size=-2]Quelle: Denkmalpfad Essen (6)[/size]


    1938 wirkte die Deutsche Bank bei der Arisierung der Hirschlandbank mit. Der Essener Gauleiter Josef Terboven (1898-1945), einst selbst Bank-Lehrling in den Jahren 1923–1925 bei der Essener Credit-Anstalt, wollte damals unbedingt Georg Hirschland liquidieren lassen. Die Familie Hirschland mußte die Bank mit Verlust verkaufen und konnte Deutschland verlassen. Geschäftlich lebte die Bank in der Firma Trinkaus & Burkhardt weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Familie eine Entschädigung, sie sprach sich aber dagegen aus, dass die Bank wieder ihren Namen führen sollte.
    [size=-2]Quelle: Zeit-Artikel „Schwere moralische Schuld“[/size]


    [size=-2]Hirschlandbank um 1910[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Hirschlandbank, Ansicht Lindenallee[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Hirschlandbank, Ansicht „An der Reichsbank“[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Hirschlandbank, Eingang Lindenallee / rechts: Simon Hirschland-Siegel[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    um 1900 Hotel Kaiserhof Essen
    In der Lindenallee befand sich in der Zeit der Kohle- und Stahlbarone das „Hotel Kaiserhof Essen“. Der Eingangsbereich wurde im Krieg durch Bomben beschädigt und nicht wieder in der alten Form hergestellt. Im Jahr 1974 wurde das Hotel abgerissen.



    [size=-2]Hotel Kaiserhof, rechts das alte Hotel-Logo – eine Variante des Essener Stadtwappens[/size]
    [size=-2]Bildmontage: Fabio[/size]


    Geschichte
    1931
    Adolf Hitler (1889–1945) hat im Hotel Kaiserhof mehrfach Verhandlungen mit führenden Männern der Ruhr-Groß-Industrie geführt. Ein besonders großer Förderer Hitlers war ab 1927 Emil Kirdorf (1847-1938) vom Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat. Kirdorf war ein Reaktionär und erklärter Gegner der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften. Nach der russischen Oktoberrevolution 1917 und den Erfahrungen beim Ruhraufstand der roten Ruhr-Armee 1920 wuchs bei den Ruhrindustriellen die Angst vor einem kommunistischen Umsturz und vor dem Verlust ihrer Unternehmen. Mit Hitlers Kampfansage gegen den „Bolschewismus“ sicherte er sich nach anfänglicher Skepsis die Unterstützung der Ruhr-Groß-Industrie.
    [size=-2]Quelle: eka (16 März 2007)- Hitler als Werkzeug der Industrie[/size]


    1934
    Hitler und Göring logierten im Kaiserhof anlässlich der Hochzeit des Essener Gauleiters Josef Terboven (1898 - 1945), dem späteren Reichskommissar für das besetzte Norwegen. Die Essener Gauleitung hatte ihren Sitz im Glückaufhaus. Terbovens Trauung in der Münsterkirche fand am 29.06.1934 statt. Hitler traf am Rande der Trauung u. a. Fritz Thyssen (1873-1951) und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (1870-1950). Es war der Vorabend des Röhm-Putsches. In einem Jähzornausbruch befahl Hitler, gegen die SA-Führer los zu schlagen und noch in der Nacht vom 30.06.1934 reiste er von Essen nach München und weiter nach Bad Wiessee, um Röhm persönlich zu verhaften. In der „Nacht der langen Messer“, vom 30.06. bis 01.07.1934 wurden über 200 SA-Führer und NS-Gegner getötet. Nach den Staatsmorden distanzierte sich Fritz Thyssen schrittweise von Hitler, so nahm er u.a. Kredite beim jüdischen Bankhaus Simon Hirschland auf.
    [size=-2]Quelle:Die Thyssens – Tragödie der Stahlbarone [/size]


    1970
    Im Hotel Kaiserhof Essen unterschrieben am 01.02.1970 die damalige sowjetische Außenhandelsgesellschaft Sojugazexport und die deutsche Ferngasgesellschaft Ruhrgas das 1. deutsch-sowjetische Erdgas-Röhren-Geschäft. Im Gegenzug zur Lieferung von Erdgas aus der Sowjetunion an Ruhrgas wurden Verträge über Mannesmann-Großrohre für den Bau einer Erdgaspipeline unterzeichnet. Anwesend waren der damalige sowjetische Minister Ossipow und der Vorstandschef der Mannesmann AG Dr. Egon Overbeck.
    [size=-2]Quelle: Deutschland Online [/size]


    1973
    Das Hotel-Inventar wurde 1973 versteigert, später folgte der Abriss des Gebäudes.
    [size=-2]Quelle: Loge „Schwarzer Diamant“ – Die Aktion Kaiserhof[/size]


    1975-1976 BfG-Bank, heute SEB-Bank bzw. Lindencenter
    Auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels Kaiserhof folgte 1975-1976 der Neubau der Bank für Gemeinwirtschaft (BfG-Bank), ab 2004 Sitz der SEB-Bank. Das Gebäude heißt heute Lindencenter ([url=http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=Lindenallee,+Essen&sll=51.124213,10.546875&sspn=15.857979,36.210938&ie=UTF8&ll=51.45326,7.011353&spn=0.000959,0.00221&t=h&z=19]Google Maps[/url]).



    [size=-2]Lindencenter, Ansicht vom Hans-Toussaint-Platz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    1928-1930 Haus am Theaterplatz (Sparkassengebäude) (Georg Metzendorf, Jakob Schneider)
    Georg Metzendorf (1874-1934) entwarf mit seinem Partner Stadtbaurat Jakob Schneider (1889-1981) das Haus am Theaterplatz. Der Bau war ein Gemeinschaftsprojekt des Kaufhauses „Eintracht“, des Möbelhauses „Kramm“, des Vereins „Haus der Technik“ und der Essener Sparkasse. Bei der unterschiedlichen Fassadengestaltung wurde jeder am Bau beteiligte Partner mit einem „individuellen Außenauftritt“ berücksichtigt.


    Metzendorf und Schneider schufen in Essen auch die Gartenstadt Margarethenhöhe und das Haus des Ruhrverbandes in Essen-Süd.


    Das Gebäude wurde 1984 nach Plänen des Essener Büros Genheimer & Partner zur Ladenpassage umgebaut und in Theaterpassage umbenannt. Im Obergeschoss befinden sich die beiden Spielstätten CASA und BOX des Schauspiels Essen für das jüngere Publikum.



    [size=-2]Sparkassengebäude um 1930[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Turm der Sparkasse an der Ecke Kapuzinergasse / Rathenaustraße[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Rathenaustraße[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]2. Hagen / Theaterplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Leider war das Gebäude zum Zeitpunkt der Aufnahme teilweise eingerüstet.[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Eingang Hirschlandplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Kapuzinergasse[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Eingang Rathenaustraße[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Innenansicht Theaterpassage[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Innenansicht Theaterpassage[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Innenansicht Theaterpassage[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Innenansicht Theaterpassage[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    1928-1929 Deutschlandhaus (Jakob Koerfer)
    Der Kölner Architekt Jakob Koerfer (1875-1930) entwarf das Deutschlandhaus als technisches Rathaus für die Stadt Essen. Noch heute ist hier das Essener Liegenschaftsamt untergebracht. Es war das erste Hochhaus in Essen. Ein Paternosteraufzug ist dort noch immer im Betrieb.



    [size=-2]Deutschlandhaus um 1930, vorne rechts: Hotel Kaiserhof[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Deutschlandhaus, Ansicht vom Hans-Toussaint-Platz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Deutschlandhaus, Ansicht Lindenallee[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Deutschlandhaus, Ansicht Lindenallee[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Deutschlandhaus, Ansicht vom Hirschlandplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]


    An der Nordseite des Deutschlandhauses wurde 1989-1990 ein Parkhaus errichtet. Das Parkhaus wurde von dem Essener Büro Genheimer & Partner entworfen.



    [size=-2]Deutschlandhaus-Parkhaus, Einfahrt 3. Hagen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]


    Ein Jahr später wurde der Umbau zur Ladenpassage Lindengalerie fertig gestellt. Die Umbauplanung stammt ebenfalls vom Essener Büro Genheimer & Partner.



    [size=-2]Lindengalerie, Eingang 3. Hagen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Innenansicht Lindengalerie[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Innenansicht Lindengalerie[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Innenansicht Lindengalerie[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Lindengalerie, Büste Jakob Koerfer[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    1890-1892 Grillo-Theater (Heinrich Seeling)
    Der Industrielle Friedrich Grillo (1825-1888) kündigte 1887 in der Essener Stadtverordnetenversammlung die Schenkung eines Theaters an. Nach Grillos Tod spendete seine Witwe die Geldsumme für den Bau des ersten Stadttheaters im Ruhrgebiet. Der Architekt Heinrich Seeling (1852-1932) entwarf das Theater im neoklassizistischen Stil. Der heutige Stilmix entstand nach dem Krieg, als das Theater nach dem Geschmack der 1950er-Jahre als schlichteres Gebäude instandgesetzt wurde.
    Das Schauspiel Essen ist zum dritten Mal in Folge zum „NRW Schauspiel des Jahres“ gewählt worden.



    [size=-2]Grillo-Theater um 1910[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Grillo-Theater im Jahr 1948 kurz vor der „Entschnörkelung“[/size]
    [size=-2]Bild: WAZ vom 03.04.2008[/size]



    [size=-2]Grillo-Theater, Frontansicht Theaterplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Grillo-Theater, Seitenansicht 2. Hagen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Gedenktafel für den Theater-Mäzen Friedrich Grillo[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]


    Die Reliefs schuf Herbert Lungwitz (1913-1932), der auch die Fassadenfiguen des Amerika-Hauses Ruhr (heute Stratmann-Theater, Leo’s Casa) auf dem Kennedyplatz schuf:



    [size=-2]Relief von Herbert Lungwitz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Relief „Posaunenengel“ von Herbert Lungwitz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]


    1907-1908 Kulissenhaus
    Das Kulissenhaus wurde 1907-1908 erbaut und aus theaterbaugeschichtlichen Gründen unter Denkmalschutz gestellt.



    [size=-2]Kulissenhaus, Theaterplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Theaterviertel, hinten: Torbogen zum Kulissenhaus, vorne: Brunnen vor dem Plaza Büro Center[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Theaterplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Kapitell am gegenüberliegenden Gebäude der Stadtverwaltung[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]2002 Plan-Skulptur (Renate Neuser, Martin Stotz)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    1907-1908 Hauptsteueramt, seit 2006 Villa Dinnendahl
    Das ehemalige Hauptsteueramt wurde 1907-1908 erbaut und 2006 nach dem Industriepionier Franz Dinnendahl (1775-1826) in Villa Dinnendahl umbenannt.


    Geschichte
    Die erste funktionstüchtige Dampfmaschine wurde 1712 in England konstruiert. Franz Dinnendahl baute auf dem Grundstück der heutigen Villa Dinnendahl die erste Dampfmaschine im Ruhrgebiet. Diese Dampfmaschine wurde auf der Zeche Vollmond in Bochum-Langendreer in Betrieb genommen. Sie wurde zum Abpumpen des eindringenden Grundwassers in das Bergwerk eingesetzt und ermöglichte damit die Kohlegewinnung im Tiefbau.



    [size=-2]Gedenktafel für Franz Dinnendahl[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Villa Dinnendahl, Trentelgasse[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]



    [size=-2]Blick vom Deutschland-Parkhaus in die Trentelgasse, links: Villa Dinnendahl, rechts: das mit Efeu bewachsene Kulissenhaus[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio[/size]

  • Hallo Fabio,


    wie immer eine ausgezeichnete Photoreportage.


    Mich interessiert, weshalb man das Grillo-Theater „entschnörkelt“ hat. Wäre die Behebung der Kriegsschäden zu teuer / aufwendig gewesen? Wirklich schade.


    Statt immer nur mit Photomontagen der Zeche Zollverein könnte Essen durchaus mal mit Impressionen wie dem "Blick vom Deutschlandhaus-Parkhaus in die Lindenallee" oder einer Photomontage der der architekturhistorisch wichtigen Gebäude der Innenstadt mit den Hochhäusern im Hintergrund werben, um vor 2010 endlich das Ruhrgebiets-Image los zu werden. Oder vielleicht besser, um das Image des Ruhrgebiets zu verändern.

  • Entschnörkelung des Grillo-Theaters

    Hallo Philip,
    vielen Dank für Dein Lob!
    Die Entschnörkelung des Grillo-Theaters entsprach wohl dem damaligen Geschmack und Zeitgeist der 50er-Jahre. Nach den beiden verlorenen Weltkriegen wurde die wilheminische Architektur wohl als Ausdruck peinlicher Großmannssucht empfunden.

  • Lieber Fabio , ich sage nur genial. Da glänzen einem glatt die Augen. Die Bilder sind mal wieder sehr gut geworden.


    Verfügst Du eigentlich über ein Portal, wo Du die Bilder abgespeichert hast und erlaubst Du ggf. ein Herunterladen?

  • Hallo Turmbauer,
    vielen Dank für Dein Lob! Du kannst die Bilder einfach mit mit der rechten Maustaste anklicken und mit "Bild speichern unter..." herunterladen.
    Wirklich tolle Fotos von Essen findet man bei www.fotocommunity.de und www.flickr.com.


    Zur Zeit bereite ich meinen nächsten Beitrag über den Kennedyplatz und den Salzmarkt vor.

  • Luftbild vom Essener Bankenviertel aus den 1930er-Jahren


    [size=-2]Bild: Die Entstehungsgeschichte der Grauen Architektur (PDF-Datei, Seite 11)
    [/size]
    Der heutige Hirschlandplatz war um 1935 noch bebaut:

    • Mitte: Haus am Theaterplatz (Sparkasse, Möbelhaus Kramm) und Grillo-Theater, darüber das Deutschlandhaus.
    • Links unten: Eick-Haus mit Derendorf-Haus (Eckhaus Kettwiger Str. / Kapuzinergasse) und Steinhaus.
    • Links mittig: Lindenallee mit Commerzbank (Rheinische Bank), Hotel Kaiserhof und Deutsche Bank (Essener Credit-Anstalt).
    • Oben mittig: Villa Waldthausen, ab 1937 „Haus Heimat“. Heute befindet sich dort nur noch der Waldthausen-Park.
    • Rechts oben: Ev. Pauluskirche, nach dem Krieg wurde dort das Haus der Evangelischen Kirche errichtet (heute Kennedy-Tower).
  • Hochinteressante und fundierte Dokumentationen, die Fabio uns hier regelmäßig zeigt. Eventuell bietet sich für sowas auch die Galerie an, weil dort erfahrungsgemäß mehr User zugreifen, die Essen überhaupt nicht kennen (so wie ich z.B.).


    Beim Umbau des Grillo-Theaters von "Entschnörkelung" zu sprechen, ist natürlich Euphemismus pur. Derweil gab es bereits in den Zwanziger Jahren hier und da Entschnörkelungen (besser: Entstuckungen), weil die überladene wilhelminsche Ära in der Weimarer Republik ebenso schon verpönt war. Aber irgendwie legte man da noch mehr Wert auf die Ästhetik als nach dem Krieg.

  • ja, na gut. es flammen ja ab und an diskussionen auf, dass der wiederaufbau in essen oder im ruhrpott allgemein nicht gerade glücklich verlaufen sei. wenn man das bild von fabio betrachtet, sieht man allerdings, dass das stadtbild auch vor dem krieg nicht besonders geschlossen, stimmig oder "schön" war. vielleicht kamen daher die bestrebungen, den wiederaufbau konsequent modern zu betreiben - um wenigstens mal irgend eine linie reinzubringen. in den 60ern war essen in relation zu anderen städten vermutlich attraktiver als heute. das sich diese nachkriegsmoderne so schnell überleben würde, ahnte damals sicher keiner. sonst wäre man sicher - u. a. mit dem grillo-theater - anders verfahren.

  • Der konsequent modern gehaltene Wiederaufbau im Ruhrgebiet wie auch in Essen gründete sich weniger auf eine zeitgemäße Neustrukturierung der jeweiligen Städte - damit mal irgend eine Linie reingebracht wird -, vielmehr gab es gar keine andere Möglichkeit die Funktion des Ruhrgebietes als Rückgrat der Deutschen Wirtschaft möglichst schnell und möglichst effizient wiederherzustellen. Die Rekonstruktion historischer Architektur war damals sekundär und trat in den Hintergrund wohl auch weil es dem damligen Zeitgeist nicht entsprach. Diese mit dem "Wirtschaftswunder" zusammenhängende Entwicklung hielt bis weit in die 60iger Jahre an. Die zunehmende Bevölkerung ( Essen hatte 1962 730.000 Einwohner und war fünftgrößte Stadt Deutschlands ) musste mit Wohnraum versorgt werden da die vorhandenen Kapazitäten der historischen Stadtstrukturen bei weitem nicht mehr ausreichten. Von der kleinsten Plattenbausiedlung bist zur "Neuen Stadt Wulfen" gibt unzählige Beispiele wie diese Problematik mehr oder minder gut gelöst wurde.


    Das im Umgang mit historischer Architektur bis in die heutige Zeit hinein viele Fehler gemacht wurden und auch werden steht außer Frage. Allerdings wehre ich mich dagegegen die Architektur der wilhelminische Zeit als obligatorisch anzusehen und das die Ästhetik mit dem Einzug der Moderne auf der Strecke blieb. Die oftmals kontrovers geführte Diskussion welcher Stil den nun "besser" ist würde deutlich an Schärfe verlieren und an Objektivität gewinnen wenn man erkennt das die wilhelminische oder Gründerzeit-Architketur und die daran anknüpfende Moderne Vorzüge und Nachteile enthalten und das sich die Moderne nicht unabhängig der vorangegangenen Stile entwickelt hat sondern auch Grundsätze und Leitgedanken übernommen hat.


    Fabio
    Auch ein Lob von meiner Seite. Wirklich wunderbar ausgearbeitete Beiträge mit vielen Informationen. Auch die Fotomontagen sind super.


    -upps, zeitgleicher Post Turmbauer;)

  • Die Essener Altstadt entwickelte sich Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts unterschiedlich. Während man um den Hauptbahnhof herum und bis zum Burgplatz repräsentative Gebäude errichtete (dafür alte Häuser abriss) und damit wirtschaftliche Stärke sowie ein großstädtisches Bild vermitteln wollte, verbliebt der nördliche Teil der Alstadt mit seinen charakteristischen Schiefer- Fachwerkhäusern, bzw. mischten sich zu dieser Zeit immer mehr Gründerzeithäuser darunter. Die über 90prozentige Zerstörung war gerade in diesem Bereich eklatant und man kann sich vorstellen, dass es einfacher war, die weitaus massiveren und nicht so stark zerstörten Bank- und Hotelbauten zwischen Burgplatz und Handelshof wieder aufzubauen, als die kleinen in Trümmer liegenden Fachwerk- oder Gründerzeithäusern. Man schaue sich nur mal den schönen Kopstadtplatz mit dem Colosseum an. Dort war so gut wie nichts mehr übrig.


    Für so Bauten wie das Blumhaus oder das Deutschlandhaus wurden Villen abgerissen oder man hat kleinere Bauten durch größere ersetzt, so geschehen beim Abriss und Neubau der Post am HBF. Später nach dem Krieg hat man ähnliche Fehler gemacht und den Kaiserhof und das Rathaus abgerissen. Richtig ist, dass dieser Häuser schon vor dem Kriege entstuckt wurden.

  • #55


    Ich muß Cowboy aber in gewisser Weise Recht geben lieber Raskas . Denn schon vor dem Kriege hat man damit begonnen, Gebäude ohne Schnörkel und mit einfachen Konturen zu errichten. Die Lichtburg, das Deuschland- und Stadtsparkassenhaus sowie die neue Post sind dafür ein Indiz. Im gleichen Zuge hat man Gründerzeithäuser wie den Handelshof, Essener Hof, Kaiserhof und das alte Rathaus so zusagen begradigt. Ich meine, ähnliches wäre auch mit dem Grillo-Theater passiert.


    Es geht ja hier gar nicht um den Geschmack einzelner Forenschreiber sondern um den Zeitgeist, der damals herrschte und da war, so sehe ich es, schon eine Abgrenzung von wilhelminischer Sachlichkeit zur schnörkelreichen Gründerzeit zu erkennen.


    Der Wiederaufbau im Ruhrgebiet war, wie Du es schon formuliertest, ein Sache der Wirtschaftlichkeit, weniger eine des Zeitgeistes. Man war sich seiner Position als einer d e r Wirtschaftsmotoren der neugegründeten BRD bewusst und deshalb musste es möglichst schnell gehen. Arbeitsplätze in Industrie und Handel sowie Wohnraum mußte her. Man plante großzügig und übersichtlich, setzte auf breite Strassen bzw. Plätze und ähnlich große Gebäude, wie die im Bankenviertel und am Hauptbahnhof stehenden. Man baute zerstörte Häuserblöcke erst gar nicht wieder auf. Als Beispiel hierfür gelten der spätere Gildenplatz (Kennedyplatz), der Porscheplatz oder die Bernestrasse zwischen Porscheplatz und Gildehof.


    Übrigens favorisierte die damalige Essener Opposition einen Wiederaufbau der Altstadt, der aber kein Gehör fand. In Düsseldorf z.B. hat man dies besser gemacht. Die Sachlichkeit findet zwischen Berliner Allee und HBF statt und die Freunde einer Altstadt kommen auch auf ihre Kosten.

  • Ich widerspreche Cowboy in diesem Punkt auch nicht. Ansätze von Enstuckungen hat es in der Tat auch schon vor dem 2. Weltkrieg gegeben. Auch die Anfänge der Moderne reichen bis in die 20iger Jahre (Bauhaus, Neue Sachlichkeit) zurück. Die damit einhergehende Ablehnung gegen die als "hässlich und mit Ornamenten überladen" empfundene Architektur manifestierte sich mit der Zeit und fand ihren Höhepunkt nach dem 2. Weltkrieg.


    Das es in Essen nach dem 2.Weltkrieg kaum noch zu nenneswerten Enstuckungen kam lag an der Tatsache das ein Großteil der historischen Bebauung im Krieg zerstört wurde. Der Wiederaufbau erfolgte möglichst schnell und effizient im vorherrschenden Architekturstil der Moderne -autofreundlich, strukturiert, rentabel-.


    Deshalb ist das heutige Erscheinungsbild Essens sowohl ein Produkt des effektiven und wirtschaftlichen Wiederaufbauens als auch des Zeitgeistes.

  • Bauten am Kennedyplatz und Salzmarkt


    [size=-2]Grafik: Fabio[/size]


    Im Zentrum der Essener Altstadt entstand nach den Kriegszerstörungen (93%) auf dem ursprünglich bebauten Gelände der spätere Kennedyplatz ([url=http://maps.google.de/maps?ie=UTF8&hl=de&ll=51.456347,7.010844&spn=0.00244,0.004678&t=h&z=18]GoogleMaps[/url]). Die meisten Bauten am Kennedyplatz stammen aus den 1950er-Jahren. Das Amerika-Haus Ruhr steht unter Denkmalschutz.


    1949 Ladenbauten
    Die Stadtverwaltung errichtete 1949 eine provisorische Ladenstraße, um Verkaufsflächen für den Einzelhandel zu schaffen.



    [size=-2]Ladenbauten 1952[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    1951-1952 Amerika-Haus Ruhr – Europahaus - Kennedyhaus (Hermann Gehring)
    Neben den Ladenbauten entstand 1952 das Amerika-Haus Ruhr als Geschenk der USA (Architekt: Hermann Gehrung, Fassadenreliefs: Herbert Lungwitz). Der Innenhof des U-förmigen Gebäudes war mit einer Terrasse und einer Gartenanlage nach einem Entwurf des Essener Gartenbaudirektors Schmidt gestaltet. Das Amerika-Haus Ruhr wurde am 22.02.1952, dem Geburtstag George Washingtons, eröffnet.



    [size=-2]Amerika-Haus Ruhr um 1952[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]


    Geschichte
    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden von den amerikanischen Militärbehörden Leihbibliotheken (U.S. Information Centers - USICs) eingerichtet, die 1947 in Amerika-Häuser (PDF Amerika-Häuser - Kerstin Fickel) umbenannt wurden. Diese Einrichtungen sollten zur Demokratisierung und politischen Bildung der deutschen Bevölkerung dienen. Das erste Amerika-Haus wurde 1946 eröffnet, Anfang der 1950er-Jahre gab es 36 Häuser in Westdeutschland. Das Amerika-Haus Ruhr blieb das einzige Gebäude dieser Art im Ruhrgebiet.
    Nach Abbruch des neugotischen Zindelschen Rathauses von 1885 diente das Amerika-Haus den Spitzen von Rat und Verwaltung von 1964 bis 1979 als provisorisches „Rathäuschen“. Von 1979 bis 1988 beherbergte es die Sammlung „Haus Industrieform“, die zuvor in der Alten Synagoge zu sehen war und heute im Design Zentrum NRW auf Zollverein aufgegangen ist. Danach war das Amerika-Haus gelegentlich ein Warenlager oder ein improvisierter Verkaufsladen. 1992 entwickelten die Gebrüder Stratmann das Konzept Europahaus, bestehend aus einem gastronomischem Betrieb und einem 300–Plätze–Theater. Nach dem Umbau wurde das Gebäude 1994 als Stratmanns Theater Europahaus eröffnet. Die Umbenennung in Europahaus erfolgte, weil 1994 der EU-Gipfel in Essen stattfand. Laut Denkmalliste der Stadt Essen heißt das Gebäude heute Kennedyhaus.
    :confused:



    [size=-2]Kennedyhaus (1952), im Hintergrund von links: Heroldhaus (Baujahr: 1955), Kennedy-Tower (Baujahr: 1968) und Allbauhaus (Baujahr: 1956)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Kennedyhaus (Baujahr: 1952), im Hintergrund das Allbauhaus (Baujahr: 1956)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]


    Die Fassadenreliefs schuf Herbert Lungwitz (1913-1992), von ihm stammen auch die 1950er-Jahre-Reliefs am Grillo-Theater.



    [size=-2]Linke Stirnseite Kennedyhaus: „Zähmung des Minotaurus“ sowie Allegorien von Schönheit und Musik (Herbert Lungwitz) [/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Rechte Stirnseite Kennedyhaus: Allegorie von Frieden und zwischenmenschlicher Harmonie (Herbert Lungwitz)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    1953 Gildenplatz – 1964 Kennedyplatz – 1989 Neugestaltung
    Die Stadtplanung sah 1953 im Wiederaufbau neue Freiflächen in der Innenstadt vor. So wurden die einstöckigen Ladenbauten abgerissen, damit als weltliches Gegenstück zum geistlichen Burgplatz (neben dem Essener Münster) der neue Gildenplatz angelegt werden konnte. Mit dem Namen Gildenplatz sollte die Tradition der Essener Bürger- und Kaufmannschaft betont werden. In Gedenken an den am 22.11.1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy wurde der Gildenplatz in Kennedyplatz umbenannt.



    [size=-2]Gildenplatz mit Rathaus um 1960[/size]
    [size=-2]Bild: Essen zeigt sich[/size]
    Das „Alte Rathaus“ (Peter Zindel) von 1885 wurde im Krieg teilweise zerstört, der Ratskeller, der Rathausturm und ein Teil der Fassade blieben zunächst erhalten. 1964 wurde das „Alte Rathaus“ für den Neubau des Kaufhauses Wertheim abgerissen.



    [size=-2]Gildenhaus (Architekten: Wilhelm und Hans Eggeling, Baujahr: 1955)[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Kennedyplatz mit der Skulptur „Große Badende“ (1970er-Jahre)[/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte aus den 1970er-Jahren[/size]
    Die „Große Badende“ (1914) von Georg Kolbe (1877-1947) steht heute am Waldsee im Grugapark, um sie vor Vandalismus zu schützen ([url=http://maps.google.de/maps?ie=UTF8&hl=de&ll=51.430929,6.988195&spn=0.004883,0.009356&t=h&z=17]GoogleMaps[/url]).



    [size=-2]Kennedyplatz um 1980 mit Gildenhaus, Geschäftshaus „Cramer & Meermann“ und Boecker-Herrenhaus[/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte aus den 1980er-Jahren[/size]
    Der gleiche Blickwinkel 1968 und 2008:
    - Bild: Kennedyplatz 1968 (Quelle: fotocommunity)
    - Bild: Kennedyplatz 2008 (Quelle: fotocommunity)



    [size=-2]Der Kennedyplatz als Verkehrsinsel in den 1980er-Jahren[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]


    1989 Neugestaltung Kennedyplatz
    Der Kennedyplatz wurde 1989 neu gestaltet und durch Einbeziehen der umgrenzenden Straßen ausgeweitet. Bäume, Treppen und Sitzgelegenheiten gliedern den Platz, der nur noch an der Südseite vom Individualverkehr berührt wird.


    Gestaltungskonzept: Ruhbaum, Gruppe Hardtberg, Bonn
    Entwurf: 1987
    Baubeginn: Januar 1989
    Baufertigstellung: August 1989



    [size=-2]Gestaltungskonzept Kennedyplatz 1987[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]



    [size=-2]Bild: WAZ vom 27.06.1987, Modellfoto Kennedyplatz[/size]
    Auf dem Modellfoto erkennt man rechts vom Amerika-Haus das Bergarbeiterdenkmal „Steile Lagerung“ von Max Kratz (1921-2000). 1987 suchte man noch nach einem Standort für die Plastik, die schließlich 1989 südlich vom Hauptbahnhof auf dem Deckel des Ruhrschnellwegtunnels vor dem ehemaligen Haus der Ruhrkohle aufgestellt wurde.



    [size=-2]Der City-Brunnen auf dem Kennedyplatz wurde 1990 eingeweiht[/size]
    [size=-2]Bild: WAZ vom 27.06.1987[/size]



    [size=-2]City-Brunnen Kennedyplatz, Blick nach Süden: Blum-Haus und Heroldhaus[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]City-Brunnen Kennedyplatz, Blick nach Norden[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Heroldhaus (Architekt: Emil Jung, Baujahr: 1954-1955)
    Das Heroldhaus steht seit Jahren leer. [/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Allbauhaus (Architekt: Willy Maximilian Schneider, Baujahr 1954-1956)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Gildenhaus (Architekten: Wilhelm und Hans Eggeling, Baujahr: 1955) vor Beginn der Fassadenarbeiten, die Werbung ist schon entfernt[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Gildenhaus während der Fassadenrenovierung[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Beach-Volleyball auf dem Kennedyplatz, im Hintergrund von links: ehemaliges Boecker-Herrenhaus und ehemaliges Boecker-Damenhaus[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Von links: ehemaliges Boecker-Damenhaus, Rathaus IV (Baujahr: 1979) und Geschäftshaus „Markt 1“ (1987)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Auf dem Grundstück des Geschäftshauses “Markt 1” befanden sich früher die Essener Rathäuser I - III[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2] C&A (Baujahr: 1980) [/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    1996 Spitzer-Spirale (Serge Spitzer, geb. 1951)



    [size=-2]Einweihung der Spitzer-Spirale am 24.03.1996[/size]
    [size=-2]Bild: WAZ vom 25.03.1996[/size]



    [size=-2]Bild: WAZ vom 25.03.1996[/size]



    [size=-2]Spitzer-Spirale und Allbauhaus[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Die Spitzer-Spirale entstand aus 500 Meter langen T-Trägern, die zu einer Spirale von acht Metern Höhe und fünf Meter Breite gewalzt wurden (Gewicht: 22 Tonnen) [/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Blick in die Spitzer-Spirale: Essens größte Mülltonne[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]


    Der Standort der Spitzer-Spirale ist umstritten (Tonnenschwere Last), Kritiker wünschen als Standort lieber eine Freifläche (z. B: Zollverein-Park).
    Bilder einer kleineren Spitzer-Spirale im Yorkshire Sculpture Park:
    - Bild 1
    - Bild 2
    - Bild 3



    2002 - Kunstobjekt auf dem Kennedyplatz im Jahr des Stadtjubiläums (1150 Jahre):
    stattwald (Frank Ahlbrecht, Anne Berlit und Dorothee Bielfeld)
    - Projekt: stattwald (BauKunst Essen)
    - Projekt: stattwald (Bielfeld)
    - Bild: stattwald – Heroldhaus (Bielfeld)
    - Bild: stattwald – C&A (Bielfeld)
    - Bild: stattwald - Picknick (Bielfeld)


    2006 - Lichtkunst auf dem Kennedyplatz im Rahmen der Essener Lichtwochen – Partnerland Ungarn:
    Leuchtwerke (Peter Kozma)
    - Projekt: Leuchtwerke
    - Galerie: Leuchtwerke



    [size=-2]Stadtfestival Essen Original 2002 auf dem Kennedyplatz[/size]
    [size=-2]Bild: EMG (ems_bro.pdf, Seite 7)[/size]



    [size=-2]Stadtfestival Essen Original 2005 auf dem Kennedyplatz[/size]
    [size=-2]Bild: EMG (emg_gb2005.pdf, Seite 9)[/size]



    1991 Neugestaltung Salzmarkt
    Der Salzmarkt diente lange als Parkplatz bevor er 1991 umgestaltet wurde. Unter den Platanen sind beschattete Biergärten entstanden.



    [size=-2]Salzmarkt (1980er-Jahre)[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]


    Gestaltungskonzept: Arbeitsgemeinschaft Dünnwald / Nierhoff, Essen
    Entwurf: April 1990
    Baubegin: Juli 1991
    Baufertigstellung: Oktober 1991



    [size=-2]Gestaltungskonzept Salzmarkt 1990[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]



    [size=-2]Salzmarkt mit Biergärten[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Skulptur „Ein leichtes Spiel“ von Ansgar Nierhoff (geb. 1941).
    Das große dreiteilige Kunstobjekt besteht aus einer Scheibe, einer Kugel und einer Säule und wurde der Stadt von der Sparkasse Essen geschenkt.[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Salzmarkt - Gedenktafel für die ausländischen Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg:
    Im III. Hagen befand sich während des zweiten Weltkrieges das Arbeitsamt Essen. Über diese Behörde wurden zwischen 1939 und 1945 mehr als 70.000 ausländische Männer und Frauen, vorwiegend aus der Sowjetunion, aber auch aus Polen, Italien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien, Griechenland, Rumänien und anderen Staaten Europas als Arbeitskräfte an Essener Unternehmen „vermittelt“. Industrieunternehmen, Reichsbahndirektion, Stadtverwaltung, Handwerker, Landwirte und andere Arbeitgeber forderten hier die ausländischen Arbeitskräfte an, die zum größten Teil durch Wehrmacht-, SS- oder Polizeitruppen aus ihren Heimatländern zur Zwangsarbeit nach Essen verschleppt wurden. Mindestens 2554 Ausländer, unter ihnen 2130 sowjetische Männer, Frauen und Kinder, starben während der Kriegszeit in Essen an den Folgen von Unterernährung, menschenunwürdiger Behandlung und bei Bombenangriffen. Sie hatten in der Regel keinen Zutritt zu öffentlichen Schutzräumen.[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008



    2000-2002 HV Stadtsparkasse Umbau (HPP Hentrich, Petschnigg & Partner)
    Das Dreischeibenhaus in Düsseldorf und die Arena „Auf Schalke“ sind bekannte Projekte der Architektengruppe HPP Hentrich, Petschnigg & Partner (Düsseldorf). Nach ihrem Entwurf wurde 1972-1975 die Sparkassen-Zentrale erbaut. Das gleiche Architekturbüro plante auch den Umbau des Gebäudes (PDF, Seite 13 Beaujean Fassadentechnik).



    [size=-2]Sparkassen-Zentrale – Blick vom Parkdeck des EKZ Limbecker Platz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Sparkassen-Zentrale am III. Hagen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Mobile „Two Lines Up“ von George Rickey (1907-2002).[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]


    Das Umfeld der Sparkassen-Zentrale wurde von Helmut Fox - Büro für Freiraumplanung entworfen.



    [size=-2]Vorplatz der Sparkassen-Zentrale am III. Hagen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]

  • ^^^


    Danke für Deine gelungene Präsentation. Frage mich schon, was als nächstes kommt. Viehofer Platz oder vielleicht der Stadtgarten??


    Sag mal, was Du sonntags unterweges? Auf einigen Bildern ist es ja fast menschenleer.


    Zum Kennedyplatz: Mir ist letzten Gang über den Platz aufgefallen, dass auf der Seite von C&A andere Lampen aufgestellt worden sind. Dies bestätigt auch Deine Aufnahme. Vorher standen da die Kugelleuchten wie auf dem ganzen Platz, die ich immer ausgesprochen unattraktiv fand. Für mich sehen die neuen mit dem Hütchen schon besser aus. Leider wurden sie aber nur auf der Seite ausgetauscht und ich wüßte gerne, warum dies geschehen ist.

  • Bauten am Kopstadtplatz und Flachsmarkt


    [size=-2]Bild: Fabio[/size]


    Der Kopstadtplatz ([url=http://maps.google.de/maps?ie=UTF8&hl=de&ll=51.458336,7.011611&spn=0.0025,0.004807&t=h&z=18]GoogleMaps[/url]) entstand 1858 u. a. auf dem Anwesen der Familie Kopstadt, die drei Essener Bürgermeister stellte:
    - 1734–1750: Johann Heinrich Kopstadt
    - 1763–1786: Heinrich Arnold Kopstadt
    - 1821–1833: Johann Conrad Kopstadt (Quelle: Essener Bürgermeister)


    Der Kopstadtplatz wurde als neue Marktstätte für den zu klein gewordenen Platz vor der Marktkirche genutzt. Später entwickelte er sich zum Kirmesplatz in der rasch wachsenden Bergbau- und Industriestadt. Nach dem Abriß des ehemaligen Hospitals Zum Heiligen Geist wurde der Platz nach 1896 erweitert. Das Unterhaltungsgewebe errichtete mit dem Colosseum 1899 ein festes Haus. Fast alle Bauten am Kopstadtplatz wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg hat der Kopstadtplatz durch die Verkehrsführung der Nachkriegsplanung seine Rolle als Veranstaltungsort verloren. Seine Neugestaltung 1991 konnte auch keine Wiederbelebung bewirken.



    [size=-2]Kopstadtplatz um 1905, Blick nach Westen, in der Mitte das Kriegerdenkmal, rechts das Colosseum[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Die gleiche Aufnahme von 1905 coloriert [/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte[/size]



    [size=-2]Markt auf dem Kopstadtplatz um 1929, Blick nach Westen, oben rechts das Colosseum[/size]
    [size=-2]Bild: Die Entstehungsgeschichte der Grauen Architektur (PDF-Datei, Seite 19)
    [/size]



    [size=-2]Blick Richtung Osten auf den Kopstadtplatz, Ende der 1980er-Jahre
    Links oben: Carl-Overbeck-Haus, recht oben: Keramikhaus (Westmöbel), links unten: Haus am Kopstadtplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]



    1891 Kriegerdenkmal (Bildhauer: Ernst Seger)
    Auf dem Kopstadtplatz stand früher das Kriegerdenkmal des Bildhauers Ernst Seger (1868-1939), dass Oberbürgermeister Erich Zweigert am 2. September 1891 enthüllte. 1958 wurde das Denkmal in das Eltingviertel versetzt (ehemaliges Gründerzeit-Wohnquartier für die Arbeiter der benachbarten Zeche Victoria-Mathias, erbaut ab 1880), da es aus städtebaulichen Gründen einer Straße weichen mußte. Beim Wettbewerb 1987 für die Platzneugestaltung (Umsetzung 1991) wurde es bei den Entwürfen nicht mehr berücksichtigt.

    • Kriegerdenkmal (Denkmalliste)
    • [url=http://maps.google.de/maps?ie=UTF8&hl=de&ll=51.464203,7.016821&spn=0.000312,0.000601&t=h&z=21]Standort (GoogleMaps)[/url]



    [size=-2]Kriegerdenkmal von 1891[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]


    Geschichte
    Das Kriegerdenkmal erinnert wie die Berliner Siegessäule auf dem Großen Stern im Tiergarten an die Deutschen Einigungskriege unter der politischen Führung des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck, die zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führten. Zuvor war der Deutsche Bund ein loser Staatenbund der deutschen Länder, das gemeinsame Organ war der Bundestag, der in Frankfurt unter Führung der Präsidialmacht Österreichs tagte.

    • 1864 Deutsch-Dänischer Krieg
      Bei der Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Bund und Dänemark um Schleswig-Holstein spielten zum ersten Mal in der deutschen Geschichte Krupp-Geschütze eine entscheidende Rolle. Der Unternehmer Alfred Krupp hatte 1847 mit der Produktion von Geschützen aus Gussstahl begonnen, aber die preußische Artillerieprüfungskommission lehnte den Kauf trotz der Bestätigung der hervorragenden Eigenschaften gegenüber den herkömmlichen Bronzegeschützen wegen hoher Kosten und fehlendem Bedarf ab. Erst 1859 wurden nach Intervention des Prinzregenten Wilhelm I. die ersten 300 Krupp-Kanonen für die preußische Artillerie bestellt.
    • 1866 Deutscher Krieg
      Der Machtkampf um die Vormachtstellung zwischen dem protestantischen Preußen und dem katholischen Österreich im Deutschen Bund (Deutscher Dualismus) führte nach dem siegreichen Krieg gegen Dänemark zum Krieg Preußens gegen den Deutschen Bund und Österreich. In der Schlacht von Königgrätz fiel die Entscheidung zu Gunsten Preußens. Daraufhin löste sich der Deutsche Bund auf und Preußen gründete den Norddeutschen Bund. Unabhängig blieben vorerst die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen.
    • 1870/71 Deutsch-Französischer Krieg
      Bismarck erreichte durch geschickte Diplomatie im Streit um die spanische Thronfolge die Isolation Frankreichs. Die Franzosen überschätzten ihre Armee und hielten sich auch ohne Verbündete zu Kriegsbeginn für überlegen. Die stählernen Krupp-Kanonen verfügten jedoch über die doppelte Reichweite gegenüber den französischen Bronzekanonen (Bilder). Nach dem siegreichen Kriegsverlauf dank der militärischen Führung durch Helmuth von Moltke ließ sich am 18. Januar 1871 der preußische König Wilhelm I. im Schloss zu Versailles zum Kaiser proklamieren, was in Frankreich als Demütigung empfunden wurde. Die süddeutschen Staaten traten dem Norddeutschen Bund bei und Bismarck erreichte die Gründung des Deutschen Kaiserreiches unter preußischer Führung. Mit französischen Reparationszahlungen wurde der 10-jährige Bau des Berliner Reichstagsgebäudes (1884-1894) finanziert.



    [size=-2]Kriegerdenkmal von Ernst Seger[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Detailaufnahme der beiden Fahnenträger[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]


    Aus der gleichen Zeit stehen in der Essener Innenstadt weitere Denkmäler:


    1899 Colosseum
    An der Stelle der heutigen Kopstadt-Passage eröffnete am 19. Januar 1899 das Varieté „Wolff’s Colosseum”, das mit 3000 Plätzen zu den größten und bekanntesten Revue- und Operettentheatern im Westen Deutschlands gehörte. Neben eigenen Produktionen gab es viele Reisebühnen, die zusammen ca. 400 Veranstaltungen pro Jahr aufführten.



    [size=-2]Varieté „Wolff’s Colosseum“ um 1900[/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte[/size]



    [size=-2] Kopstadtplatz mit Kriegerdenkmal und „Colosseum“ um 1900.
    Die Architekten Oskar und Bruno Kunhenn entwarfen das Theater mit einer Fassade in Rokokoformen. [/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte[/size]



    [size=-2]Kopstadtplatz mit Varieté „Scala“ um 1935.
    In den 1930er-Jahren war die Fassade nur noch schlicht, das Theater bot 1194 Sitz- und 200 Stehplätze.[/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte[/size]



    1912 Carl-Overbeck-Haus (Ernst Knoblauch)
    Das Overbeck-Haus war vor dem Zweiten Weltkrieg eines der schönsten Essener Jugendstilhäuser. Nach dem Krieg wurde das Haus in schlichter Form wieder instand gesetzt. Seit dem Jahr 2000 ist in den Obergeschossen das Amt für Statistik, Stadtforschung und Wahlen der Stadt Essen untergebracht.



    [size=-2] Carl-Overbeck-Haus um 1900[/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte[/size]



    [size=-2]Carl-Overbeck-Haus am Kopstadtplatz[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Teile alter Fassaden sind in der Kasteienstraße nördlich des Overbeck-Hauses erhalten.[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    1960 Haus am Kopstadtplatz (Willy Holtgreve)
    An der Stelle des ehemaligen Revuetheaters Colosseum wurde 1960 das „Haus am Kopstadtplatz“ nach einem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Willy Holtgreve errichtet. In dem Flachteil des Gebäudekomplexes befindet sich die Kopstadt-Passage, in der seit 2005 das Forum Kunst und Architektur untergebracht ist.



    [size=-2]Haus am Kopstadtplatz von 1960[/size]
    [size=-2]Bild: NRW-Architekturdatenbank, Uni Dortmund[/size]



    [size=-2]Haus am Kopstadtplatz, I. Weberstraße[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Kopstadt-Passage mit dem Forum Kunst und Architektur[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2] Im Forum Kunst und Architektur ist seit dem 10.08.2008 die Ausstellung „Wunschhäuser“ zu sehen.[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    1991 Neugestaltung Kopstadtplatz
    Gestaltungskonzept: Müller-Zantop, Essen
    Entwurf: November 1987
    Baubeginn: Januar 1991
    Baufertigstellung: Oktober 1991



    [size=-2]Gestaltungskonzept Kopstadtplatz 1987[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]



    [size=-2]Kopstadtplatz, Blick nach Süden [/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Kopstadtplatz, Blick nach Norden, Bäume verdecken die Kopstadt-Passage[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Kopstadtplatz, Blick nach Westen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    um 1900 Glaspassage am Kornmarkt



    [size=-2]„Glaspassage“ zwischen Brandstraße und Kornmarkt um 1900[/size]
    [size=-2]Bild: Stadtbildstelle[/size]



    [size=-2]Kornmarkt heute[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    1910-1912 Keramikhaus am Flachsmarkt
    Das Keramikhaus wurde 1910-1912 am Flachsmarkt errichtet und erhielt seinen Namen aufgrund seiner Fassade mit Reliefs aus Delfter Keramik. Ab 1917 befand sich die Bücher- und Lesehalle der Stadtbibliothekim Keramikhaus. Bereits 1934 wurde im Rahmen der Umbauarbeiten zum "Haus der Arbeit" (Gauwirtschaftsgebäude der DAF) der Keramikschmuck größtenteils entfernt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude vom Einrichtungshaus Westmöbel bis 1993 genutzt. Bei Umbauarbeiten zum Bürohaus im Jahr 1994 wurden unter der Westmöbel-Fassade einzelne Reliefs entdeckt, so dass das Haus heute unter Denkmalschutz steht. Die erhaltenen Keramikreste zwischen dem Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss befinden sich heute wieder unter Putz.



    [size=-2]Keramikhaus um 1912 bis 1934, Westfassade [/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte[/size]



    [size=-2]Keramikhaus um 1912 bis 1934, Westfassade [/size]
    [size=-2]Bild: Postkarte[/size]



    [size=-2]Keramikhaus, links: Nordfassade, rechts: Westfassade (leider von Bäumen verdeckt)[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Keramikhaus, links: Nordfassade, rechts: Westfassade [/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]

  • Bauten am Weberplatz


    [size=-2]Bild: Fabio[/size]


    Zusammen mit dem Bau der Kreuzeskirche entstand zwischen 1895 und 1898 der Weberplatz ([url=http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&t=h&ll=51.45977,7.010238&spn=0.002306,0.00456&z=18]GoogleMaps[/url]), benannt nach dem ehemaligen Viertel der Essener Weber, deren Textilproduktion im 17. Jahrhundert unterging.


    1894-1896 Kreuzeskirche (August Orth)
    Die evangelische Kreuzeskirche wurde vom Berliner Kirchenbauarchitekten August Orth (1828-1901) entworfen und 1896 von Kaiserin Auguste Viktoria (1858-1921), Gemahlin Kaiser Wilhelms II. (1859-1941), eingeweiht. Ihre Bauweise gilt als Höhepunkt des Rundbogenstils. 1968 bekam die Kreuzeskirche eine Schuke-Orgel, die mit 70 Registern bis heute die größte evangelische Orgel im Ruhrgebiet ist. Die Kreuzeskirche ist das älteste Gebäude in der nördlichen Essener Innenstadt.



    [size=-2]Kreuzeskirche und Weberplatz in den 1930er Jahren[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Zeichnung von August Orth[/size]
    [size=-2]Bild:www.bildindex.de[/size]



    [size=-2]Weberplatz mit Kreuzeskirche, rechts: Essener Rathaus von 1979[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Eingang der Kreuzeskirche[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    1910-1912 Kaiser-Wilhelm-Ledigenheim, heute „Haus der Begegnung“ (Architekt Kunhenn)
    Die evangelische Kirchengemeinde und der evangelische Arbeiterverein erbauten von 1910-1912 nach Plänen des Essener Architekten Oskar Kunhenn ein Kost- und Logierhaus für junge, ledige Arbeiter. Das Gebäude erhielt anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums Wilhelms II. den Namen „Kaiser-Wilhelm-Ledigenheim“. Das Gebäude ist heute als „Haus der Begegnung“ der Sitz von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.



    [size=-2]Kaiser-Wilhelm-Ledigenheim 1932[/size]
    [size=-2]Bild: Denkmalpfad[/size]



    [size=-2]Haus der Begegnung[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    1989-1990 Neugestaltung Weberplatz
    Gestaltungskonzept: Kölsch & Kölsch, AAA, Essen
    Entwurf: Juli 1987
    Baubeginn: April 1989
    Baufertigstellung: Juni 1990



    [size=-2]Gestaltungskonzept Weberplatz 1987[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]



    [size=-2]Weberplatz Ende der 1980er-Jahre vor der Neugestaltung[/size]
    [size=-2]Bild: Essen gestaltet die City, Bürger-Info der Stadt Essen, 1991[/size]



    [size=-2]Weberplatz mit dem Haus der Begegnung[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Weberplatz-Brunnen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]



    [size=-2]Weberplatz-Brunnen[/size]
    [size=-2]Bild: Fabio 2008[/size]