Münchner Biergartenratsch

  • Dass hier wirklich so viele Geographie-Nullen Kommentare hinterlassen? Nicht aufgepasst in der Schule? ;)


    Ich meine, das hier hilft zur Orientierung:
    http://mapfrappe.com/IsoLonLat.html


    Vancouver liegt auf 0 m über dem Meer sowie direkt am Meer und das Jahresmittel liegt bei 10 Grad. Die dort ebenfalls primär herrschenden Westwinde drücken hier direkt die Luft über dem Meer ohne Abschwächung auf das Land. Das Meer vor Vancouver ist relativ vergleichbar mit der Biscaya oder der Nordsee - also nicht sehr kalt bezogen auf die geographische Breite. Deutlich kälter ist z.B. das Wasser vor dem sehr viel südlicher gelegenen San Francisco, was auf der Höhe von Sizilien liegt - aber nur auf ein Jahresmittel von 13 Grad kommt (Palermo 17,5 Grad).

    Somit ist die Situation von Vancouver durchaus mit der der München vergleichbar nur:
    1) Liegt München ca. 1000 km vom ausgleichenden Meer entfernt
    2) Liegt München ca. 500 m höher als Vancouver

    Faktor 1) bedeutet einfach "extremere" Temperaturunterschiede: Also kältere Winter und wärmere Sommer.
    Faktor 2) bedeutet eine etwa um 3,5 Grad kältere Temperatur.

    --> Und siehe da: man landet recht genau beim Münchner Jahresmittel von 7,5 Grad!


    Aber die Situation des Meeres vor Vancouver ist eben auch die Situation entsprechend MIT Golfstrom! Daher muss man schon noch andere Klimastationen mit betrachten, die auf ähnlicher Höhe wie München liegen: Quebec 4,5 Grad (25 m über dem Meer)
    Thunder Bay 2,5 Grad (180 m über dem Meer)
    Qiqihar 3,5 Gard (150 m über dem Meer)
    Khabarovsk 0 Grad (90 m über dem Meer)

    Meine Prognose für das 530 m hohe München ganz ohne Golfstrom = neutrale Meerwassertemperatur = kein Kaltstrom: 2 bis 5 Grad im Jahresmittel und damit eben um 3 bis 5 Grad kälter als heute. Nein danke, sowas will ich nicht!

    Der Einfluss Golfstrom auf das Klima fernab des Atlantiks lässt sich auch gut mit einem Vergleich Chicago - Istanbul erkennen. Istanbul ist im Jahrsmittel um gut 4 Grad wärmer. Die ganze Energie, die dort gegenüber Chicago in das Meer und die Athmosphäre getragen wird, kommt direkt oder indirekt vom relativ warmen Atlantikwasser. Oder: Gäbe es den Golfstrom nicht, dann wäre das Mittelmeer etwa so wie die großen Seen in Nordamerika!


    Dekoratives Anführungszeichen

    Edmonton in Kanada liegt z. B. nochmal deutlich nördlicher als München und tief im Kontinent, ohne den mäßigenden aber auch niederschlagbringenden Einfluss des Ozeans, im sog. kontinentalen Klima. Und selbst dort lässt es sich gut leben.

    Edmonton kommt auf ein Jahresmittel von 2,5 Grad - also liegt genau in meiner Prognose für München. Dort gibt es zwar einen Juli so wie bei uns aber der März ist noch so wie der Januar in München. Im November bis eben März ist es DEUTLICH kälter als in München (im Extrem um 10 Grad!!!). Es gibt dann im Mai einen kurzen Frühling und einen 2 Monate langen Sonner so ähnlich wie in München, der auch ähnlich viel Regen bringt. Oktober bis April sind trockener als in München.


    Im Übrigen ist Edmonton ein POSITIVER Ausreißer im kanadischen Kontinentalklima. Aufgrund der weiten Ebene (= kein Hochgebierge in Ost-West-Richtung wie in München) zirkuliert relativ häufig Luft vom Süden entlang der Rocky-Mountains nach Norden. Winnipeg, das sogar etwas südlicher als Edmonton liegt, hat nochmal kältere Winter mit einem Abstand von 15 Grad zu München! Nein Danke! :D

    Einmal editiert, zuletzt von Isek (26. Januar 2017 um 09:10)

  • Wie jetzt schon im Juni, Juli und August, so wünschen es sich die christsozialen Stadträte Thomas Schmid und Sebastian Schall, sollen die Münchner auch in den "angrenzenden" Monaten April, Mai und September bis Mitternacht die Kneipentische bevölkern dürfen - an Wochenenden und vor Feiertagen. Bislang ist auf den meisten Freischankflächen um 23 Uhr Schluss. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/impre…eiern-1.3317044

  • Vancouver hat durch seine spezielle Lage ein Mikroklima das zum Teil durch Kuroshio-Strömung ,und Winden die warme und feuchte Luft aus Hawaii rüberbläst.

  • In 2. Reihe hinter dem Schwabinger Tor, ist das perfekte Gebiet für eine Städtebauliche Veränderung. Entlang der Schinkelstr.+Berlinerstr. und des Schwabinger Sees. Das ist momentan 1. Stufe vor Ghetto. Da ist dann auch noch der kleine Kanal der von Mia erwähnt wurden.
    Hier müsste man eben einige Blöcke abreissen. Bis runter zum Tantris, und dann verdichten. Das würde auch das Schwabinger Tor aufwerten.

    Hier nochmal ein Bsp. für muster-bildliche Verdichtung und Nachverdichtung.
    http://www.zanderroth.de/de/projekte/li01/453

  • Mei, wenn du mich so frägst? Klar, weg damit. Meine Mama wohnt im Leopoldstr. 206 HH, also direkt anschließend an das Schwabinger Tor.

    Kenne daher die Gegend aus Spaziergängen sehr gut.

    Absolut geeignet für was Neues.

    Da ich aber sehr viel in MUC rumkomme, kann ich dir sagen, daß diese Gegend nicht annähernd so runtergekommen ist und zu einem Abriß und Neubebauung geeignet ist, wie etwa 100-150 andere Flächen in MUC, die sich in meinem Archiv befinden.

    Womit anfagen? An der Neumartker, BVT bis SZ Tower findest du alleine ca. 15-20 Gebiete, dagegen ist das hinter dem Schwabinger Tor gar nichts.

    2 Mal editiert, zuletzt von Munich_2030 (2. Februar 2017 um 13:23)

  • Hahaha...warum nicht. Vieles ist gut. Vieles sogar sehr gut. München war mal von 1968-75 (also um die Olympischen Spiele) eine Weltmarke.

    Dieser Glanz ist jedoch längst abgebröckelt.

    Aber warum kein Neuanfang bis 2030? Man kann dann noch aufholen, was die letzten 15 Jahre an Fortschritt verpaßt wurde.

    Der Anschluß an europ. Spitzenmetropolen...nicht mehr und nicht weniger...

    Einmal editiert, zuletzt von Munich_2030 (2. Februar 2017 um 07:32)

  • Der Zeitgeist ist ein anderer. In den 60er/70er Jahren herrschte Aufbruch, die Kriegsgeneration wollte etwas schaffen, wieder glänzen. Olympia war der glamouröse Höhepunkt und Beginn eines wirtschaftlichen Aufstiegs der bis heute ungebrochen ist. Doch entstammt aus gerade dieser Zeit auch bei vielen älteren Menschen die Angst vor rasantem Wachstum. Die Lust und der Drang nach Aufstieg und dem Streben nach Mehr ist gesättigt. Viele Leute haben jetzt schon alles. Viele Leute haben sich eingerichtet. Neues ist störend, ungewollt. Was interessieren denn die Anderen? Die Wirtschaft brummt auch ohne großes Zutun, anders als vor 50 Jahren. Da musste man noch schauen, dass Unternehmen sich behaupten können, wachsen können, sich hier ansiedeln. Heute ziehen die Dax Unternehmen & Co. wie ein schwarzes Loch jede Menge weitere Unternehmen an, fast schon von allein. Das Limit ist lediglich der Platz. Welch Luxusproblem!
    Der Erfolg wurde für viele zur Last. Der technische Fortschritt und die damit verbundene immer stärkere Schnelllebigkeit hängt Menschen ab, sie haben das Gefühl nicht mehr mitzukommen, vernachlässigt zu werden. Manche wünschen sich in die Vergangenheit, wollen Stagnation und Ruhe. Gleichwohl sie in den 60er Jahren selbst noch kräftig am modernisieren waren. Geschenkt. Früher war immer alles besser. Für die Zukunft gibt es daher nur eine vernünftige Lösung: Weg vom postfaktischen Zeitalter, rein in die Welt der Facten. Mit diesen kann man diskutieren, über sie streiten, sie auseinander nehmen und sie wieder zusammensetzen. Alles andere macht keinen Sinn und ist Zeitverschwendung.

  • Das habe ich mich auch gefragt: Warum ist das Streben nach Mehr gesättigt, warum Angst vor rasantem Wachstum?

    Und das gibt es nur in München? Während weltweit viele Städte den Fortschritt und das Wachstum begrüßen?

    Und es gebaut wird, wie noch nie?

  • ^
    Schachbrett und Munich_2030:
    Wie der typische Deutsche charakterisiert wird, kennen wir alle. Da ist schon was dran, an dem Stereotyp. Natürlich sind wir nicht wie Chinesen, Spanier oder Araber. Natürlich wirkt sich das auch städtebaulich aus. Wir meckern gern, auch wenn es uns eigentlich egal ist. Hauptsache gschaftln. Wenn man den Blick auf eine ähnlich erfolgreiche Stadt richtet, z.B. Stuttgart, erkennt man sich fast im Spiegel. Warum es in München jetzt nach 1980 städtebaulich so ganz anders weiterlief, als in den 20 Jahren davor ist also bereits beantwortet, siehe Post #.
    Zu Königs Zeiten war man in Bayern Neuem auch alles andere als aufgeschlossen (vgl. Wagner, Schlösserbau etc.). Wobei dies womöglich den völligen Staatsbankrott verhindert hat.

    Munich_2030:
    Zwischen Wachstum und Fortschritt ist ein Unterschied. Man muss nicht unbedingt wachsen um sich dem Fortschritt nicht zu verschließen. Umgekehrt bedeutet Wachstum nicht automatisch Fortschritt. Aktuellstes Beispiel: Donald Trump. Oder um es einmal auf eine gestrige Nachricht zu beziehen: Die UniCredit Bank stellt sich zwar einen schönen Wolkenkratzer in Mailand hin, streicht gleichzeitig aber 1500 Stellen der Tochterbank Hypo Vereinsbank in München und fordert von dieser zusätzlich zum Gewinn Milliardensummen, um ihre eigene desaströse Bilanz aufzubessern. Indes erwirtschaftet die HVB einen Großteil des Konzerngewinns. Fortschritt sieht für mich anders aus.

  • Beispiel:

    In St.Johann/T odere Maurach am Achensee stehen so moderne Wohnhäuser und Gewerbebauten in Hülle und Fülle, die würden bei uns nie zugelassen werden.
    Wenn man von D nach Ö über die Grenze fährt macht man optisch einen Zeitsprung, zurück auch wieder.

    Szenenwechsel:

    Bin von Bern nach Bregenz gefahren wie durch eine einzige Stadt. Von Lindau nach München fast nur Felder und Wälder.
    Selbst von München sieht man erst etwas ab der Blumenau.
    Vom Satellitenbild her erkennt man aber keine Unterschiede, seltsam.

    Wieso dieser immer krasser werdende Mentalitätsunterschied ?


    Schachbrett.

    3 Mal editiert, zuletzt von Schachbrett (2. Februar 2017 um 17:12) aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Dieses Beispiel kannst Du auf unzählige andere Orte übertragen.

    War letzten September in Saas-Fee (1.600EW). Dort habe ich 15 Baukräne gezählt. Danach war ich in Andermatt (1.380EW). Dort waren es ca. 40-50 Baukräne. Ok, hier läßt ja auch der ägyptische Milliardär Sawiris eine neue Dimension in den Alpen entstehen.

    Trotzdem. Bleiben wir mal bei Saas-Fee. Paßt man die 15 Kränre auf eine boomende 1,6 Mio Stadt wie MUC an, dann müßten dort dementsprechend 15.000 Baukräne stehen.

    Ich bleibe dabei: Für das Wachstum, daß man hier erwartet wird zu wenig gebaut. Auch viel zu wenig im Bürosektor.

    Es gibt kaum neue Projekte.

  • Munich_2030:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Trotzdem. Bleiben wir mal bei Saas-Fee. Paßt man die 15 Kränre auf eine boomende 1,6 Mio Stadt wie MUC an, dann müßten dort dementsprechend 15.000 Baukräne stehen.

    Ja, und auf London übertragen, müssten dort 100.000 Kräne stehen...:confused:

    Schachbrett:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Bin von Bern nach Bregenz gefahren wie durch eine einzige Stadt. Von Lindau nach München fast nur Felder und Wälder.

    Ich fahre die Strecke einmal im Jahr (Genf), wie eine einzige Stadt ist schon eine sehr starke Übertreibung ;) An der A1 konzentriert sich die halbe Schweiz (Achse Bodensee, Zürich, Genf). An der A96 auf deutscher Seite dagegen, nimmt die Dichte schlagartig ab.

  • LOL. Was auch logisch ist, da die Schweiz durch Alpen und Wiesen nur wenig Raum zum Bau hat. München liegt dagegen im Flachland.

    Aber der Nullpunkt ist wie ich finde bereits überwunden. Habe erst gestern im BR auf B5 Aktuell gehört dass die Demographie in D nun bis 2040 doch nicht so zuschlagen wird wie angenommen, das waren dann ein Rückgang auf 65Mio. EW. sondern man erwartet nun dass die Bevölkerung bis 2040 doch gleich bei ca. 82 Mio bleiben wird.
    Eigentlich eine Hammernews. Die News der letzten Jahre! Komischerweise ist das in den Medien nicht so wirklich kommuniziert worden. Weil so 20Mio hin oder her, das macht dann doch etwas aus.

  • Das sind natürlich gute News. Und ca. 300.000-400.000 weitere, dieser 82 Mio EW, werden bis 2030 in München erwartet.

    Und da muß die Stadt sowohl in der Wohnungsfrage Gas geben. Aber viel mehr noch: Wo sollen denn all diese Leute arbeiten?

    Es müßte in den nächsten Jahren eine Vielzahl an neuen Projekten für Gewerbe, Büro Immobilien geben.

    Wo bleibt der 5. BVT? Was ist mit dem Areal von den BVT bis hin zum SZ HH? Da ist noch so wahnsinnig viel Luft nach oben.

    Und das müßte jetzt eigentlich der nächste Schritt sein.

    Erwarte dieses Jahr eigentlich 2-3 Megaprojekte mit ähnlichen Ausmaßen, wie die Bavaria Towers.

  • ^^

    Zur Schweiz:
    Die Autobahnen werden dort aus topographischen Gründen sehr nah an der Besiedlung geführt. Im weitläufigen Bayern kann der Raum ganz anders genutzt werden.

    Zur Demographie:
    Es wäre schon ein paradoxon, dass die sicherste / stabilste und zugleich eine der reichsten Makroregionen der Welt (Zentral-, West- und Nordeuropa) eine schrumpfende Einwohnerzahl zeigt, während Afrika von 1 Mrd. auf über 3 Mrd. Menschen praktisch explodieren wird. Je nach Politik ist für 2040 eine Bandbreite zwischen 80 Millionen und weit über 90 Millionen möglich.

  • München baut seinen kostenlosen Bus & Bahn Begleitservice im öffentlichen Nahverkehr aus. 13 Mobilitätsbegleiter kümmern sich bereits um Menschen, die Unterstützung oder Orientierungshilfe für die Fahrt benötigen. Die Helfer sind Langzeitarbeitslose, die nun wieder einen sinnvollen Job gefunden haben.
    Super Sache, noch besser wäre es jedoch die Architektur/Infrastruktur gleich so barrierefrei wie möglich zu gestalten:
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/staed…biler-1.3359006

  • MiaSanMia,
    Mit der Strecke Bern- München hab ich in erster Linie die Optik gemeint.
    Allein der Grenzübergang Bregenz/ Lindau ist z.B. knallhart von "städtisch" zu "durchgrünt", ohne dass sich die Umgebungsstruktur stark verändern würde.
    Eine Stadteinfahrt nach München A96 wird praktisch nicht mehr erlebt.
    Von Kufstein nach Kiefersfelden ist von hochindustrialisiert zu rein agrar.
    Bezieht sich auf die Optik am Boden. Aus der Luft ist das ganz anders.

    Auf Luftaufnahmen wirkt zB. München eher wie eine riesige Industriemetropoleals vom Strassenraum.

    Auf altem Luftaufnahmen sieht man in München ausser den Parks und Alleen praktisch keine Bäume, wirklich praktisch keine.

    Das ist meiner Meinung nach eine in die bauliche Entwicklung wirkende Manifestierung der Mentalität ab den 70er Jahren.

    Was meinst ?