Umbau Heizwerk Müllerstraße "The Seven" [fertiggestellt 2014]

  • Für München ist es schon ziemlich hoch. Und vor allem besonders, weil es das gehobene Segment anspricht. Alle anderen Wohnhochhäuser in der Stadt sind eher dem ganz unteren Sozialsegment zuzurechnen. Insofern ist The 7 wirklich einzigartig in München


    Ganz unten? Es ist richtig, dass die Neuperlacher Wohntürme oder die Studentenstadt in Freimann wohl eher für „ganz unten“ gebaut wurden. Wie die Einkommenstruktur im Olympischen Dorf ist weiß ich nicht genau, aber schon die wenige Jahre später entstandenen Hochhäuser im Innenstadtgebiet, z.B. auf der Theresienhöhe oder in der Franziskanerstrasse in Haidhausen sind alles Eigentumswohnungen, die nicht gerade billig gehandelt werden. Insbesondere die Penthouse-Eigentumswohnungen in den obersten Geschossen waren wohl nie für Sozialschwache gedacht. Auch in Bogenhause gibt es noch entsprechende Beispiele, z.B. waren die Apartments im Arabellahaus, soweit ich weiß, niemals Sozialwohnungen. Und danach? Die Steidle-Hochhäuser auf der Theresienhöhe und am Ackermannbogen sind zwar jetzt keine Superluxuskonzepte, aber gerade die oberen Geschosse sind nur für Topverdiener erschwinglich, das Gleiche gilt für in Bau befindliche Türme auf dem Siememsareal in Obersendling. Dieses Projekt hier in der Müllerstrasse ist selbst für München nicht mehr „gehoben“ sondern das ist reines Luxussegment. Das bedeutet aber nicht, dass alles andere „ganz unten“ ist ;-))

  • Das sind Aussichten von den Oly-Slums - damit kann man leben.


    Bilder: eigene
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  • sind die Turmscheiben eigentlich kugelsicher?
    Ich würde zwar liebend gerne oben drin wohnen, aber da fast die ganze Innenstadt reinsehen kann, würde ich mich etwas exponiert fühlen - ein paar Spinner gibt's ja immer ...

  • Hmm. Also auf Cesar's Fotos find ich es jetzt gar nicht sooo schlecht. Aber vielleicht leigt es auch an dem 15'C Vorfrühlingswetter :) Ok, wird Zeit dass ich mal selbst vor Ort vorbeischaue!
    Klaus : daran hab ich auch schon gedacht. Ab sofort wird man immer sehen, wenn die Bewohner der teuersten Wohnung der Stadt zuhause sind :D

  • Ganz allgemein zum Thema Wohnhochhäuser:


    Ich habe anständige Apartmenthochhäuser, wie es sie in größeren amerikanischen Städten zahlreich gibt, schon immer vermisst bei uns. Concierge, Waschküche mit modernen und guten Waschmaschinen und Trocknern für die Bewohner zur Benutzung mit Münze (alleien dass man in Deutschland immer mit riesigen Möbeln und Waschmaschine umziehen muss ist furchtbar und nicht mehr der heutigen Zeit angemessen - Einbauschränke und solche Waschküchen würden viele Leute, die nicht ihr ganzes Leben in der selben Stadt verbringen werden - sicher gerne annehmen). Häufig auch einen Fitnessraum und ein Schwimmbad. Alles gar nicht so teuer, weil es sich ja auf unzählige einzelne Mieter verteilt bzw. dadurch unter dem Strich für den Einzelnen billiger als eine Fitnessstudiomitgliedschaft etc. Durch Serviceangebote wie Concierge sind auch immer "offene Augen" in den öffentlichen Bereichen des Gebäudes, so dass Verwahrlosung etc. keine Chance hat und man sicherer wohnt als in so mancher Reihenhaussiedlung.


    Dazu noch Vorteile wie Aussicht oder auch günstige Nebenkosten (eine riesige Heizungsanlage arbeitet z.B. pro m2 einfach effizienter - d.h. man heizt billiger - als bei kleineren Einheiten). Die Fehler die man IMHO gemacht hat war von Anfang an zumeist für niedrige Einkommen zu bauen in den 70ern bei Großwohnanlagen - das hat Materialwahl, Bauweise usw. auf höchste Zweckmäßigkeit getrimmt und von Vorneherein Leute mit mittleren und hohen Einkommen eher ferngehalten. Dann hat man diese Wohnanlagen "naiv" so betrieben, als handele es sich nur um eine größere Version eines zweistöckigen Mehrparteienmietshauses. Kein Service aber auch keine Kontroll- und Überwachungsfunktionen. Und das führte dann in Kombination mit Downtrading zu den bekannten Resultaten. Daraus könnte man lernen.. ich denke mittelgroße Wohnhochhäuser hätten gerade in München, mit den enormen Grundstücks- und Mietpreisen aber dem hohen Bedürfnis der Menschen möglichst zentral zu leben, einen riesigen Markt.

  • Man könnte hier hunderte Wohnhochhäuser bauen, die wären in 2 Monaten alle komplett vermietet.


    Vielleicht sollte man auch einfach alle Münchner nach Hong Kong umsiedeln, Problem gelöst und man spart sich das Geld für hunderte Wohnhochhäuser.

  • Ganz allgemein zum Thema Wohnhochhäuser:


    Waschküche mit modernen und guten Waschmaschinen und Trocknern für die Bewohner zur Benutzung mit Münze



    Das ist in deutschen Wohnhochhäusern eigentlich recht verbreitet.

  • Nicht in der Form wie ich das in den USA kennengelernt habe.
    Dort: helle, hochmoderne, Räumlichkeiten die täglich akribisch geputzt werden, unter Tags ist Personal anwesend bei dem man gegen Trinkgeld die Schmutzwäsche abgeben und 3-4 Stunden später gewaschen, getrocknet und zusammengelegt/gebügelt wieder abholen kann.


    Hier: wenn dann zumeist einfach ein Kellerraum wie jeder andere, mit blanken Wasserrohren an der Decke, grau gestrichenem Estrichboden und einer Leuchtstoffröhre an der Decke, ein paar Geräte stehen dran, mit an die Wand geschraubten Münzautomaten. Für den Zustand des Raumes wie der Geräte fühlt sich keiner zuständig, entsprechend ungepflegt sind diese zumeist und werden nur von den Bewohnern genutzt die kein Geld oder Platz für eigene Geräte in der Wohnung haben.


    Es ist in den USA fast schon eine Freude, und viel einfacher, umzuziehen. Man nimmt keine eigene Küche mit, jede Wohnung hat eine fest dazugehörig eingebaut, man hat die zahlreichen Wandschränke (hat jeder schon in Filmen gesehen), man hat in jedem Apartmentgebäude die genannten Waschküchen. Man nimmt nur seine Habseligkeiten, Klamotten und wenige Möbel wie ein Sofa mit, passt alles in einen kleinen Anhänger. Ich hasse es in Deutschland umzuziehen.

  • Nur sind da die Löhne für solches Personal niedriger.


    Nicht wirklich. In Staaten wie Illinous (Chicago) liegt dieser deutlich über 8 Dollar die Stunde, in teureren Ballungsräumen noch darüber (San Francisco z.B. irgendwas über 10 Dollar). Mit einem Dollar kann man sich in den USA in etwa soviel kaufen wie mit einem Euro bei uns (die internationalen Wechselkurse haben auf die Preise in diesem riesigen Binnenmarkt keinen Einfluss). Das war mal so und dieses Klischee, a lá "working poor", lebt halt noch weiter. Aber die Deutschen haben ihre eigenen Standards inzwischen so runtergeschraubt dass das Lohnniveau hier auch niedriger ist, selbst der bundesstaatliche Mindestlohn in den USA ist mit 7,25 (darunter darf nirgendwo gegangen werden) höher als das was vielfach in deutschen Dienstleistungsbranchen gezahlt wird.


    Wenn dann ist evtl. der Geiz der Deutschen ein Problem, man macht sich lieber selbst die Arbeit anstatt einen Profi für eine Dienstleistung zu bezahlen (siehe "Heimwerken", siehe Einparkservice den es in Deutschland nirgendwo gibt, siehe Tütenpacker in Supermärkten die nach wie vor exotisch sind, etc.). Dabei gewinnen alle etwas wenn man in einer Gesellschaft arbeitsteilig arbeitet, weil das am effizientesten ist und den volkswirtschaftlichen Wohlstand steigert. Aber ich schweife ab.

  • Zitat

    Ich hasse es in Deutschland umzuziehen.


    Das klingt ja so, als ob du jede Woche umziehen müsstest.


    Zitat

    Es ist in den USA fast schon eine Freude, und viel einfacher, umzuziehen. Man nimmt keine eigene Küche mit, jede Wohnung hat eine fest dazugehörig eingebaut, man hat die zahlreichen Wandschränke (hat jeder schon in Filmen gesehen), man hat in jedem Apartmentgebäude die genannten Waschküchen. Man nimmt nur seine Habseligkeiten, Klamotten und wenige Möbel wie ein Sofa mit, passt alles in einen kleinen Anhänger


    Mir ist eine fehlende Küche lieber, als dass mir mein Haus, auf Grund meist fehlender Keller oder billigster Bauweise, beim nächsten Sturm einfach davonfliegt...:D

  • Nun ich bin heute nocheinmal in der Früh vom THE SEVEN vorbei gekommen, hab natürlich wieder paar Fotos gemacht und war erstaunt wie toll die Fassade aussieht :).
    Der Turm hat nun fast auf den gesamten Stockwerken die Fassade. Das Seitengebäude sieht auch sehr gut aus.


    Tolle Fassade:



    Ein Stockwerk fehlt noch:



    Bilder sind von mir

  • Ich find die Fassade des Flachbaus klasse. Die hat was. :lach:


    Bleibt nur zu hoffen, dass sie auch im Alter noch gut aussieht...


    Ein alter Hut ist sie nicht. Man sagt bei einem neuen Gebäude im historisierenden Stil ja auch nicht, es sein einfallslos gestaltet worden...sondern freut sich drüber, dass sowas noch gebaut wird.


    Ich finde, hier ist ein sehr positives Beispiel damaliger Baukunst entstanden.

  • Die Fassade des Turms sieht auch toll aus, nur auf dem Foto ist das nicht so deutlich zu sehen und wenn die Sonne darauf scheint dann siehts erst Recht gut aus ;-)
    Leider hab ich immer nur in der Früh Zeit noch schnell Fotos zu machen bevors in die Arbeit geht ;-)
    Die Fassade am Nebengebäude sieht echt SUPER aus wenn man davor steht :D