Leipzig: S-Bahn Mitteldeutschland

  • Ich bin gespannt, wie die Stationen am Ende wirken. Auf den Computer-Generierten Bilder sehen sie ja schon ziemlich gelungen und großzügig aus. Aber sonst nichts als ein reines Prestige-Objekt.

  • angeblich ein Milliarden-Grab. Der S-Bahn wird eine geringe Auslastung vorhergesagt und die Bahn nach eigenen Angaben zur Zeit keine weitergehenden Verbindungen (z.B. Fernverkehr) durch den Tunnel.. aber mein Gott, Geldverschwendung, wo gibt's das nicht... :nono: Besonders in der Verkehrspolitik siegt die Ideologie ja des öfteren über die Vernunft (siehe Streit Straßenbahn vs. U-Bahn)

  • Leipzig wahrscheinlich auch "Boomtown" was die Einstreichung von Staatssubventionen anbelangt, was auch mal angemerkt sein soll.


    Vor Kurzem wurde ja auch zusätzlich zur bereits bestehenden und wahrscheinlich kaum ausgelasteten Regionalbahn-Verbindung die neue, über 200 Mio € teure S-Bahn-Trasse nach Halle eingeweiht, ohne Halt am Flughafen inklusive, aber schneller isse und mehr Haltepunkte hat sie auch. Aber wieviel nachhaltige "Jobs" mit diesen teuren und nicht immer sinnigen Bahnprojekten geschaffen werden?

  • Vollkommen überflüssiges Prestigeprojekt. Im Westen wartet man Jahrzehnte auf wichtige Infrastrukturprojekte, weil kein Geld vorhanden ist, und dort wird es mit vollen Händen aus dem Fenster geworfen.

  • Na ja - im Westen sind die Infrastrukturen lange gewachsen und wesentlich dichter ausgebaut, auch in kleineren Städten. Ich verweise nur auf die Bonner Stadtbahn. Leipzig ist mit Schnellbahnen unterversorgt. Es gibt, soweit ich weiß, in Deutschland nur noch zwei weitere Städte dieser Größenordnung, die nicht über ein dichtes Schnellbahnnetz verfügen: Bremen und Dresden. Aber diese beiden Städte sind anders als Leipzig nicht in ein größeres Ballungsgebiet eingebunden.

  • Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich habe nichts gegen einen bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Ob dieser Tunnel in Leipzig zum jetzigen Zeitpunkt notwendig ist, bezweifle ich stark. Das Fahrgastpotential dürfte nicht annähernd mit dem westdeutscher Großstädte vergleichbar sein, die über eine ähnliche Einrichtung verfügen (Bonn gehört nicht dazu ;)). Das Geld hätte man sicher in anderen Verkehrsprojekten der Region oder anderswo effektiver einsetzen können, aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

  • Danach sieht es in der Stadt nicht aus, das grösste Verkehrsvorhaben seit man Denken kann bricht mit Donnerschall über der Stadt herein. Dazu noch der Ausbau der Jahnallee, der Neubau zweier Ring-Haltestellen sowie der Tunnelbau mit den momentanen Bauknotenpunkten Hauptbahnhof, Marktplatz und Wilhelm-Leuschner-Platz lässt die Stadt scheinbar in Staub ersticken.


    Der OB scheint bis zur WM nächstes Jahr, die Innenstadt schmuck herrichten lassen zu wollen. Auch nach seiner Wiederwahl ist er immernoch bestrebt, in Ostdeutschland mit Leipzig die führende Stadt in Entwicklung, Baufortschritt und Modernisierung zu sein. Die Leipziger und die Touristen haben momentan eher darunter zu leiden. :/

  • Sollte Herr OB Tiefensee tatsächlich was für seine Stadt tun wollen, sollte er sich für einen Wiederaufbau der Paulinerkirche und einen Stop der großangelegten Gebäudeabrisse in den Altbauvierteln einsetzen.

  • Ich finde das Projekt auf den ersten Blick sehr sinnvoll.
    Es ist doch ein Unterschied für den potenziellen S-Bahnfahrer aus Halle oder Borna (?), ob man am Leipziger Hbf Richtung Innenstadt nochmal umsteigen muss oder nicht. Da überlegt man sich wahrscheinlich schon, ob nicht die Fahrt mit der S-Bahn doch sinnvoller ist als mit dem Auto in den Stau zu fahren, wobei ich die dortige Verkehrssituation nicht kenne.

  • Zitat von Wagahai

    [..] wobei ich die dortige Verkehrssituation nicht kenne.



    Hoffnungslos! Zumindestens wäre gerade jetzt, so eine U-Bahn durch die Innenstadt sehr sinnvoll, bei den ganzen innerstädtischen Baumaßnahmen rund um das Thema "Verkehr". Spätestens wenn die U-Bahn fertig ist, wird sich alles wieder beruhigen. :nono:

  • Zitat von fmj_mainhattan

    angeblich ein Milliarden-Grab. Der S-Bahn wird eine geringe Auslastung vorhergesagt


    Die Negativprognosen haben Tradition wie Konjunktur in Deutschland, nicht nur wenn es um Großprojekte geht.
    Wenn aus Leipzig ein ernsthafter Wirtschaftsstandort werden soll, muss man auch angemessen investieren und das ist (aus dem Bauch heraus) hier der Fall :)

  • Ein entscheidender Aspekt wurde bisher nicht erwähnt. Der Tunnel wird auch für Fernverkehrszüge nutzbar sein. Bisher ist der Kopfbahnhof Leipzig, so schön er auch sein mag, ein echter Zeitverlust. Für eine Direktverbindung im Fernzugsystem ist er einfach ein Hindernis. Der Tunnel könnte die Einfahrt von Süden her durch den Tunnel zum HBF ermöglichen!!

  • Verstehe ich das richtig: Der erst vor kurzem aufwendig erneuerte Leipziger Fernbahnhof soll schon wieder umgebaut werden?



    Zum S-Bahn-Tunnel: Kann ja sein, daß der Sinn macht. Wie immer möchte ich bekunden, daß imo erst Substanz aufgebaut werden und auf dieser gesicherten Basis die Infrastruktur mitwachsen sollte. Zumindest wenn eine ausreichende Infrastruktur schon besteht, was für Deutschland flächendeckend zu unterstellen ist. Der umgekehrte Weg wurde zu lange erfolglos praktiziert.


    Es ist also schön, daß sich Leipzig neben Dresden einigermaßen positiv entwickelt. Ein Porsche-Montagewerkchen, ein subventioniertes BMW-Werk und eine politisch motivierte nationale Olympiabewerbung, der international die Grenzen aufgezeigt wurden, machen eine Stadt wie Leipzig jedoch noch nicht zur Boomstadt. Auch das DHL-Drehkreuz samt Zulieferer taugen dazu noch nicht.


    Nüchtern betrachtet führen diese Investitionen eher dazu, den negativen Trend abzuschwächen, allenfalls auszugleichen. Denn auch Leipzig unterliegt zunächst einmal dem negativen demografischen Wandel in ganz Deutschland, maroden öffentlichen Finanzen, einer hohen Arbeitslosigkeit und dem Mangel an hochwertigen Firmensitzen.


    Wenngleich ein gewisser Zweckoptimismus trotzdem oder gerade deshalb vertretbar ist, darf nicht dazu führen, ersten kleinen Hoffnungssignalen gleich steuerfinanzierte Megaprojekte hinterherzuschmeißen.

  • Sachsen siegt, Berlin weit hinten


    Beim Wirtschaftswachstum hat Sachsen 2004 Maßstäbe gesetzt und alle anderen Bundesländer deutlich übertrumpft. Auch das Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern landeten in der Spitzengruppe. Die deutsche Hauptstadt aber schnitt wieder einmal miserabel ab


    Quelle:http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,349087,00.html


    Gerade für Sachsen ist das "alles Subvention, alles für die Katz" imo nicht zutreffend.