• Es wird eine weitere Diskussionsrunde des BDA zum Thema "Neubau oder Sanierung Schauspielhaus" des BDA Köln im Domforum geben - und zwar am Montag, 22.03.2010 um 19:30 Uhr

    http://www.koelnarchitektur.de/pages/de/home/aktuell/2428.htm

    Das Podium und die sog. "Impulsvorträge" scheinen diesmal ein wenig ausgewogener geplant. Auf dem Podium:

    - Philippe Chaix, Atelier d'architecture Chaix & Morel et associés, Paris
    - Prof. Georg Quander, Dezernent für Kunst und Kultur der Stadt Köln
    - Thomas Luczak, Architekt BDA, Bürgerbegehren "Mut zu Kultur"
    - Bernd Streitberger, Dezernent für Stadtentwicklung, Planen und Bauen der Stadt Köln
    - Walter Thiess, Architekt BDA

    Vorträge:

    -Jürgen Steffens (JSWD Architekten, Köln) zum aktuellen Stand der Neubauplanung
    - Frank Meidrodt (Stadt Wuppertal) berichtet von der Sanierung des Wuppertaler Opernhauses
    - Thomas Luczak (Architekt BDA, "Mut zu Kultur") stellt die erarbeitete Grundsatzlösung für die Sanierung und den Umbau des Kölner Schauspielhauses vor.

    Wer dort hingehen will (ich werde diesmal wohl nicht dabei sein), sollte wirklich früh (mind. 1 Std. vorher) da sein, da der Andrang wohl wieder enorm sein wird und das Domforum eigentlich zu klein für eine solche Veranstaltung (ich verstehe nicht, warum man seitens des BDA nicht so flexibel ist, in einen größeren Saal umzuziehen).

    Meine Befürchtung ist, dass die "Mut zur Kultur" Initiative wieder jede Menge Zuschauer mobilisiert, die alle Sanierungbeiträge frenetisch beklatschen und alles andere niederbuhen. So war es zumindest beim letzten Mal.

  • Im KStA ist ein Interview mit den Architekten Philippe Chaix und Jürgen Steffens von Chaix & Morel und JSWD zu ihrem Entwurf und der aktuellen Diskussion.
    Der Bericht enthält auch eine (bisher noch nicht gezeigte) Visualisierung des Treppenhauses im geplanten Neubau.

    http://www.ksta.de/html/artikel/1264185987993.shtml

    Sie erklären, dass sie bei einer Sanierung "aus dem Rennen" seien und allen bisher beauftragten Planern gekündigt werden müsse.
    Ihr Entwurf stelle das Opernhaus als Solitär frei und schaffe einen neuen Platz mit hoher Qualität.

  • Ein sehr interessantes Interviw. Interessante Fragen, die zeigen wie ignorant die Architekten mit dem Umfeld umgehen. Es sind nur Architekten und haben überhaupt keine Ahnung von Stadtplanung. :mad:

    Sowohl die Frage, ob man das Haus in die Tiefe bauen könnte, um die Oper nicht zu überragen, als auch die Frage nach den Gründen für den mangelnden Abstand zwischen Schauspiel- und Opernhaus wurde auch unverschämte Weise übergangen.

    Nein, wie hier immer erwähnt: ich bin für den Ersatz der Riphan-"Aula", aber nicht durch dieses geplante Monstrum. :Nieder:

  • Schönes Interview im Gegensatz zu Benevolo kann ich die Argumente der Architekten nachvollziehen. Diese 2,4 Meter machen es auch in meinen Augen nicht wirklich. Das sind Peanuts. Und auch die 10m zwischen den Gebäuden finde ich als Ausreichend. Ich habe mir zuletzt mal alles angesehen vor Ort und stimme mehr denn je für einen Abriss. Das Gelände wird aufatmen. Und der neue Platz wird garantiert zu einen Geheimtipp für Erholung während des Shoppens.

    Die Kommentare nachm Artikel sind aber wieder Lustig.
    Ob vielen Leuten eigentlich klar ist das eine Sanierung nur ca. 20 Millionen einsparen würde von den 295 Millionen veranschlagten?!

    Das scheint vielen Leuten nicht klar zu sein das die Sanierung der Oper alleine fast 160 Millionen kostet. Ich finde immer noch diese 20 Millionen machen hier einen großen Unterschied zu den Großen Summen.

    Wenn wir über kleine 5 Millionen Projekte reden und da wird auf einmal 20 Millionen mehr veranschlagt könnte ich das durchaus noch verstehen.

    Immer noch ganz Interessant:
    Wieviele Bürger sich auf einmal gedanken um die Stadtkasse machen und wieviele Bürger so genau wissen was wohl das beste sei...:nono:

  • Das Problem wenn es zu einem Bürgerbegehren kommt ist, wie eigentlich immer bei Bürgerbegehren, dass in der Regel nur die Befürworter des Antrags zur Abstimmung gehen, während der Großteil der Bevölkerung sich eher indifferent verhällt und nicht abstimmt. So kann man als Gegner des Begehrens eigentlich nur hoffen, dass die Wahlbeteiligung zu gering ist, damit das Ergebnis bindend ist.

    Nochmal: Neubau des Schauspiels, das das gesamte Quartier städtebaulich vernünftig gliedert und proportioniert: ein unbedingtes ja. Daher der vorliegende Entwurf für den Neubau des Schauspiels: ein entschiedenes nein!

  • Das Bürgerbegehren war für mich zu Beginn absolut unverständlich, nach einem erfolgten Ratsbeschluss und jahrelangen Diskussionen. Aber im Laufe der letzten Wochen kam ich ein wenig ins Straucheln…

    • Immerhin hat Riphahn beide Gebäude gebaut, wenn auch nicht als Ensemble geplant
    • Die Argumente für Schaffung einer neuen Hinterbühne und Verbesserung der Lieferanfahrt klangen plausibel
    • Ein neuer Werkstattbau anstelle der Opernterassen hätte den Platz auch gut gefasst
    • Die Verbindung zum Opernhaus hätte man zu einer schönen Passage öffnen können
    • Da der JSWD-Neubau tatsächlich die Oper überragt, und das Wort „Kompaktheit“ fast schon neu definiert ;) gilt ja eigentlich das Argument der beiden „gleichberechtigten“ Solitäre nicht mehr

    Aber die neuen Renderings, speziell die Grafik zum neuen Platz und vor allem die Simulation des Neubaus im Stadtbild haben mich wieder „bekehrt“.

    Der Bau bildet eine wunderbare Fassung des Platzes, die Größenunterschiede fallen kaum ins Gewicht, da die beiden Hochpunkte (also Neubau und die „Balkonpyramide“ der Oper) nicht in einer Flucht liegen, das Riphahn- Foyer wird geradezu betont.

    Der neue Platz könnte fast ein moderner Gendarmenmarkt werden, Ruhepunkt inmitten von Kultur und hektischen Einkaufsstrassen.

    Nun muss die Entscheidung endlich in Stein gemeißelt werden. Und dann – ähnlich wie unabhängig von Speers Vision auch für die Domplatte und das –umfeld gefordert – ein Masterplan Offenbachplatz:

    • Nord-Süd-Fahrt rückbauen (Tunnel können wir uns bei 160 Mio. abschminken)
    • Archivgebäude WDR hinterfragen
    • Den Block zwischen Breite Strasse und Glockegasse an der NSF überdenken
    • Geschäftshaus über Tunneleinfahrt abreissen (Opernfenster)
    • Tunneleinfahrt dann neu gestalten, Vorbild könnte die Parkhauseinfahrt auf dem Hansaring sein… die ist echt tatsächlich einfach… schön! :)

  • Unter der HP von JSWD / Projekte / Kultur / Bühnen der Stadt Köln

    befinden sich größere Renderings als wie bei KSTA gesehen.

    u.A. vom neuen Platz sowie aus der Luft gesehen einen Blick auf Oper und das neue Schauspielhaus.

    Mir sagte das erste Modell ja auch nicht zu, aber seit sie die Fassade geändert haben bin ich mehr und mehr ein Fan davon... sicherlich könnte es besser sein ^^

    http://www.jswd-architekten.de/

  • Höhenmaß für das Schauspielhaus und damit für den Offenbachplatz muss die Höhe des Zuschauerhauses der Oper sein und nicht die Höhe der "Balkonpyramide".

    Wirkt jswd-Darstellung Nr. 1 noch "höhenharmonisch", zeigt Nr. 3 doch den gewaltigen Höhenunterschied auf dem Offenbachplatz, der eigentlichen Schauseite.

  • Für meine Begriffe zeigt Abb. 3 einen alten Stand: die ersten Reaktionen nach Vorstellung des Siegerentwurfs gingen vor allem gegen die Kachelfassade, dieses wurde dann zu den Lamellen modifiziert. Erst später wurde der gesamte Baukörper noch reduziert, soweit ich weiß in der Höhe und die Auskragung über die Nord-Süd-Fahrt.
    Auch Abb. 5 und 6 zeigen noch den alten Stand mit Werkstattgraben.

  • Das ist korrekt Lunke! Abb. 3 zeigt immer noch das Alte Höhenkonzept! Während 1 und sogar 2 (für mich neues Rendering) bereits das neue Höhenkonzept zeigen. Die 2,5m fallen wie erwartet kaum ins Gewicht.

    Ich denke hier wird jetzt binnen der nächsten 4 Wochen eine ganze menge an neuen Renderings anfallen den auch JSWD will ja das dass Schauspielhaus neu gebaut wird und wird daher denke ich mal alles versuchen die Bürger umzustimmen. Ich bin sehr gespannt.

  • Gerade im Stadtanzeiger entdeckt: Der BDA spricht sich jetzt offiziell für eine Sanierung des Schauspielhauses aus!

    http://www.ksta.de/html/artikel/1264185996268.shtml

    Der BDA stellt sich damit hinter das Begehren der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz und erklärt, man dürfe das Schauspielhaus nicht als "einmaliges Zeugnis einer überaus qualitätsvollen Wiederaufbauarchitektur und im Ensemble mit der ebenso schützenwerten Oper" einer überdimensionierten Monumentalarchitektur opfern.

    Ich bin da gerade ein bisschen platt, weil ich mich beim besten Willen nicht daran erinnern kann, vom BDA jemals eine derartige Meinung irgendwo gelesen oder gehört zu haben. Im Gegenteil, die Tendenz schien mir immer mehr pro Neubau zu sein. Und jetzt das? Hier nochmal ein paar ältere Artikel aus koelnarchitektur.de:

    http://www.koelnarchitektur.de/pages/de/home/aktuell/2136.htm
    http://www.koelnarchitektur.de/pages/de/home/aktuell/2336.htm

  • Tilou Ja, beim ersten Lesen entsteht dieser Eindruck. Aber es ist nicht der BDA (Bund Deutscher Architekten), der sich für eine Sanierung ausspricht, sondern ein gewisser "Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure" (DBD) um den es hier geht.

    Von diesem DBD habe ich bis heute ehrlich gesagt noch nie etwas gehört.
    http://www.baumeister-online.de/

  • @ Citysurfer

    Ja den Eindruck habe ich auch. Aber ich musste den Artikel 2 mal Lesen um das zu sehen. Liest sich im ersten Augenblick wirklich wie BDA... KSTA hat hier für mich sehr verworren gearbeitet.

  • Hammer! Ihr habt Recht! Das wäre mir glaube ich auch nach fünfmaligem Lesen nicht aufgefallen. Vor allem, weil es quasi in einem Atemzug mit dem BDA-Montagsgespräch von heute Abend genannt wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Entweder ist der Redakteur schlecht informiert und hält beide Bünde für den selben, oder hier wird wieder bewusst Meinung manipuliert. Beides ziemlich übel....

  • Ich habe mal nachgeguckt. Auf allen verfügbaren Seiten firmieren JSWD nicht als "Architekten BDA". Scheinbar sind sie nicht Mitglied in diesem Verein. Ich lasse das als Info mal so stehen.

  • "Einmaliges Zeugnis einer überaus qualitätsvollen Wiederaufbauarchitektur". Na ja.

    Im Kern scheint die Neven DuMont-Presse gegen die Architektur des Neubaus zu sein und nicht für den Erhalt des alten Schauspiels. So zumindest könnte man die sehr undifferenzierte Meinungsmache vielleicht auch verstehen. Da die Neven DuMont-Presse in der Sache jedoch nur Krawall macht und keine klare Linie fährt, ob neutral oder tendenziös, weiß ich es auch nicht.

    Die Jury des Architektenwettbewerbs, bestehend aus namhaften Architekten, Vertretern der Stadtverwaltung und der Kölner Bühnen sowie aus Entscheidungsträgern der großen Ratsfraktionen, entschied sich im Juli 2008 für den Entwurf von JSWD/Chaix & Morel und lobte die städtebauliche Wirkung. Auch Albert Speer, der Entwickler des Kölner Masterplans, lobte das Ergebnis. Die Jury äußerte jedoch Zweifel an der Architektur, insbesondere an der Fassade, die Chaix & Morel entwickelt haben, die ohne Identität und einprägsamem Gesicht sei.

    Zweifel an der Architektur sind also nicht neu.

  • Das sind sie in der Tat nicht. Mit der vorgänger Fassade wäre ich auch ein Gegner gewesen. Aber die überarbeitete und billigere Fassade im Bau finde ich persönlich ganz gelungen. Von daher sind die Defizite imo beseitigt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ...gegen die Architektur des Neubaus zu sein und nicht für den Erhalt des alten Schauspiels..

    Meinst du, DuMont ist für einen Neubau - nur nicht für diesen?! Das lese ich jedenfalls aus deinen Zeilen - falls du dich nicht verschrieben hast.

    Also ich empfinde die Berichterstattung als ziemlich unverhohlen tendenziös gegen das Neubauprojekt und pro Bürgerbegehren - also auch pro Sanierung.

    Klär mich bitte auf, wie du das genau meinst.