Wenn ich mir die beiden Plädoyers auf koelarchitektur.de durchlese, wird für mich eines offensichtlich: Es war und ist sehr viel Emotion in diesem Thema. Das ist sicherlich auch der Grund, warum sachliche Argumente letztlich nicht den Hauptausschlag für die Entscheidung gegeben haben.
Wenn Frau Hiltrud Kier den Neubau allerdings als "städtebauliche Horrorvision" bezeichnet, hat sie jede ernstzunehmende Diskussionsbasis weit hinter sich gelassen. Ein Schlag ins Gesicht für alle Beteiligten, die sich über so viele Jahre mühevoll an diesem Thema abgearbeitet haben. Es ist genau diese Art von Polemik und Arroganz die dazu führt, dass sich mir bei der "Mut zur Kultur"-Bewegung nach wie vor die Nackenhaare aufstellen. Dies und die durchschaubare Taktik, jegliche Planungsleistung, welche Herr Riphahn jemals in seinem Leben erdacht hat, zur architektonischen Meisterleistung zu verklären.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass das Kriegsbeil jetzt begraben werden sollte, auch wenn das unter oben genannten Umständen schwer fällt. Die Neubau-Befürworter sind in diesem hitzigen Meinungskampf für meine Begriffe ehrenvoll unterlegen (man sehe mir die Theatralik nach
) und sollten jetzt nicht den Fehler machen, im Stile eines schlechten Verlierers den neuen Planungsprozess zu unterhöhlen. Die Würfel sind gefallen und im Interesse Kölns und seiner kulturellen Zukunft sollten jetzt alle Beteiligten für eine Komplettsanierung die schnellste und beste Lösung finden.