Straßenbau & -planung

  • Max BGF (verschoben von "Immobilienmarkt Stuttgart")
    Stuttgart bzw. die Region sollte sich ernsthaft Gedanken über Standortfaktoren, insbes. Infrastruktur, machen. Die Entwicklung beim gelben Bähnle ist gut, aber nicht alles. Ich habe schon einige Flughäfen sehen dürfen, nur eine Bahn ist so langsam allenfalls noch Urwaldstandard. Und das Thema Nordostring ist ein einmaliges Trauerspiel. Inzwischen ist die Planung den Gegnern soweit entgegengekommen, daß man auch in zwanzig Jahren keine Schnellstraße mehr daraus machen kann. Was die Region braucht sind mehr Schnellstraßen, nicht eine weitere sich durch oder um Käffer windende Tempo-80-Berg-und-Tal-Kriechstrecke.


    Wobei man hier aber auch nicht immer die Schuld der Region in die Schuhe schieben kann. Der Bund ist z.B. an dem schlechten Zustand der A81 mitschuld. Hier macht die Region mit improvisierten Erweiterungen (zwischen LB-Nord und LB-Süd Standstreifen und Einfahrtsspur zu 4. Spur ausgebaut,...) wirklich alles, was man tun kann. Alternative Verkehsplanungen wie um Freiberg, wo der Verkehr auf der A81 gebündelt werden sollte, wurden vom Bund von vornherein zurückgewiesen, weil man dann ja etwas investieren müsste.

  • Klar haben hier alle Beteiligten Anteil am Versagen.
    Die vierte Spur bei LB ist geradezu Ausweis des Versagens. Vor lauter Schiß vor den mächtigen Ökospinnern oder einem entfernten Grashalm bringt man es gerade noch zuwege, einen Seitenstreifen zwischen zwei Ausfahrten umzumarkieren. Durchsetzungskraft = 0.



    Bei der Gelegenheit: Jüngst gab es Berichte, daß es auf der U15 in Straßenlage zu mehreren Unfällen kam. Interessanterweise waren durch die Dreischienengleise samt kurviger Streckenführung wohl überdurchschnittlich viele Fahrräder und andere Zweiräder betroffen. Was macht die selbsternannte Welthauptstadt der Mobilität: Tempo 30. Das übrigens ging ganz schnell, ohne Gutachten und so wie sonst üblich. Rückbau, Beschränkungen usw. gehen nämlich immer fix. Na wenigstens was.


    Interessant wird auch, ob die neue Tempo-60-Begrenzung auf der stadteinwärtigen B10/27 bei Zuffenhausen heimlich, still und leise bleibt, jetzt wo man sie doch schon mal wegen neuen Fahrbahnbelags eingerichtet hat.

  • Die vierte Spur bei LB ist geradezu Ausweis des Versagens. Vor lauter Schiß vor den mächtigen Ökospinnern oder einem entfernten Grashalm bringt man es gerade noch zuwege, einen Seitenstreifen zwischen zwei Ausfahrten umzumarkieren. Durchsetzungskraft = 0.
    Was heißt hier Versagen, die Region kann hier nichts tun und mit Ökospinnern hat das überhaupt nichts zu tun. Autobahnen baut und unterhält der Bund, falls das dir nicht bekannt sein sollte. Und wenn dort die A81 immer nur im weiteren Bedarf gehandelt wird, kann man erstmal nichts weiter machen. Für die Filderauffahrt gilt das gleiche. Das entscheidet Berlin unabhängig von Ökospinnern, Region und Land. Die haben da alle kein Einfluss drauf und dürfen nur tolle Vorschläge machen, welche aber alle abgelehnt werden...


    Wenn jedoch eine Ummarkierung durchgesetzt wird, ist das die Arbeit des Regierungspräsidiums Stuttgart, welches auf Empfehlung des für die Verkehrsplanung zuständigen Regionalverbandes handelt.

    • Kosten: 188 Mio. EURO
    • 1km langer Tunnel unter Rosensteinpark und Wilhelma
    • Planungen sollen bis 2010 abgeschlossen sein
    • Baubeginn: Anfang 2011
    • Fertigstellung: Ende 2015
    • Öffentliche Zuschüsse erwartet


    Quelle: EZ-Online http://www.ez-online.de/lokal/…ttgart/Artikel1936379.cfm


    Streckenführung

    Quelle: Stadt Stuttgart, abfotografiert von Wagahai


    MP Oettinger hofft bei Verstärkung der Rezession 2009 auf Vorziehen von Fernstraßenbauvorhaben in BW im Wert von 2,8 Mrd. EURO, welche kurzfristig umsetzbar seien. Wäre davon die Region Stuttgart auch einiger Maßen betroffen?
    Quelle: StZ-Online

  • Richtige Fernstraßenbauvorhaben gibt es in BW außer der A98 so gut wie keine mehr. Und wenn es noch was mit leichtem Fernstraßencharakter gibt, erklärt der Bund es zu einem vorwiegend regionalen Projekt. Daher braucht der MP nicht hoffen, sondern muß eben landeseigenes Geld für Landstraßen ausgeben. Echte Fernstraßen werden mit einem beträchtlichen Teil baden-württembergischen Geldes zum Beispiel in Bayern, Ostdeutschland, Saarland sowie der EU gebaut.

  • Hoffentlich habe ich das nicht richtig mitbekommen:


    Die Stadt plant angeblich, die Löwentorstraße im Zuge der U12 von vier auf zwei Spuren zurückzubauen. Da ist sie wieder die Mobility-Kapitale :lach:


    Muß man sich mal vorstellen. Wegen einem der unwichtigsten Linienäste, auf welchem noch dazu nur eine Linie verkehrt, wird die Straßenkapazität um 50% reduziert. Zudem ist die U12, nachdem Stuttgart 21 voraussichtlich nicht kommt, noch etwas unbedeutender geworden.


    Die sind wirklich nicht mehr sauber.

  • Zitat

    wird die Straßenkapazität um 50% reduziert.


    Angesichts der schwachen Nutzung der Straße finde ich das absolut richtig.
    Wozu die Schneise für die U12 verbreitern, wenn kaum genutzte Spuren bereits vorhanden sind...?

  • Seh ich genauso.
    Auf der Straße ist doch nichts los.
    Ist doch die optimale Chance die Straße in dem Zuge rückzubauen.
    Dann kann auch das bischen Grün zwischen den Straßen bleiben :-)

  • Ja klar, kaum Nutzung. Also zumindest ich stehe hier des öfteren im Stau, und die Verkersführung ist ja wohl unter aller Sau. Vielleicht wandeln wir einfach alle Hauptverkehrsachsen Stuttgarts in Radwege um, dann gibts auch keinen Stau mehr und alles ist Friede, Freude, Eierkuchen :D

  • Das Problem ist nicht die Ampelschaltung, sondern die Verkehrsführung. Und was eine Einspurige Verkehrsführung bewirkt kann man schön am Heslacher Tunnel sehen.

  • Und was eine Einspurige Verkehrsführung bewirkt kann man schön am Heslacher Tunnel sehen.


    Das ist ja wohl ein ganz schlechter Witz der Vergleich... die B 14 hat eine wesentlich höhere Nutzungsintensität... Klar ist der Tunnel kapazitätstechnisch schon immer eine Fehlplanung gewesen aber das ist ein ganz anderes Thema...
    Und lass dir gesagt sein außerhalb der Stoßzeiten is die Straße sowas von leer (hatte fast 2 Jahre lang täglich das Vergnügen), da ist ein Rückbau durchaus in Erwägung zu ziehen.

  • Wenn eine Straße noch nicht täglich in den Staunachrichten erscheint, gilt sie in Stuttgart eben als überdimensioniert.
    Natürlich ist dort außerhalb des Berufsverkehrs Luft. Das liegt aber an der Natur der Sache und kann für den Verkehrsfluß derer, die sich trotzdem darauf befinden, immer noch von Vorteil sein. Wegen einer U-Bahn, die im Schnitt alle 15-20 Minuten verkehren dürfte, einen derartigen Umbau vorzunehmen ist unverhältnismäßig. Und ob die Straße dort fünf Meter breiter oder schmäler ist, stört keine Sau, oder muß neuerdings jede Straße boulevardtauglich sein?


    Aus meiner Erfahrung ist "nichts los" ziemlich übertrieben. Wenn irgendwo nichts los sein wird, dann auf der dort geplanten U-Bahn.


    Die Stadt, so scheint es, will die Bürger mit aller Gewalt in ihre gelben Wagen zwingen, um das Defizit zu senken. Wie wär´s damit, die Ticketpreise anderen Metropolen anzugleichen und vor allem die Belästigungen zu unterbinden. Vor vielen Jahren war vielleicht jede 20. Fahrt ein Assi an Bord, heute begegnet einem ein solches Exemplar jede zweite Fahrt.


  • Und lass dir gesagt sein außerhalb der Stoßzeiten is die Straße sowas von leer, da ist ein Rückbau durchaus in Erwägung zu ziehen.


    Die A8, B27, B10, B14 und wie sie alle heißen sind außerhalb der Stoßzeiten auch nicht an ihrer Kapazitätsgrenze. Soll man die dann auch zurückbauen? Und die Heilbronner Str ist außerhalb der Stoßzeiten auch nicht überlastet, trotzdem wird sie jetzt richtigerweise verbreitert. Man kann sich doch hier nicht nach der Minimalbelastung richten! Der Zweck ist hier ja auch den Durchgangsverkehr effektiver zu führen, und das geht eben nur mit 2 Fahrspuren richtig. Es gibt ja auch Sondersituationen wie Unfälle, Bauarbeiten usw. wo eine Durchgangstraße einfach die Reserve einer 2 Spur braucht. Und ich muß Max BGF recht geben, attraktiver ÖNV entsteht durch attraktives Angebot und nicht durch die katastrophale Situation auf den Straßen.

  • Es geht ja um einen vernünftigen Mittelweg und ich denke durchaus, dass sich der Erkenntnisgewinn der Verwaltung auf Basis von Verkehrsgutachten in einer Entscheidung zum Rückbau wiederspiegelt. Es wäre jedenfalls genauso falsch jede Straße entsprechend der maximal benötigten Kapazität auszubauen, bzw. ihren Bestand zu sichern. Die These, das Ausbau Verkehr generiert ist mittlerweile in Verkehrsplanerkreisen Minimalkonsens und ihre Umkehrung nicht gänzlich absurd.

  • Zitat

    Das liegt aber nicht an der Breite der Straße, sondern an der Einmündung der Straße am Löwentor. Die Ampelschaltung ist bescheiden.


    Sehe ich hier ebenso.
    Eine Spur weniger wird am Verkehrsfluss nicht viel ändern.

  • Das ist ja wohl ein ganz schlechter Witz der Vergleich... die B 14 hat eine wesentlich höhere Nutzungsintensität... Klar ist der Tunnel kapazitätstechnisch schon immer eine Fehlplanung gewesen aber das ist ein ganz anderes Thema...
    Und lass dir gesagt sein außerhalb der Stoßzeiten is die Straße sowas von leer (hatte fast 2 Jahre lang täglich das Vergnügen), da ist ein Rückbau durchaus in Erwägung zu ziehen.


    Um genau zu sein


    Löwentorstr. 12.000 Fahrzeuge/Tag Quelle
    Heslacher Tunnel 50.000 Fahrzeuge/Tag Quelle

  • Überflüssigstes Bauwerk

    Hallo,


    ja aber das überflüssigste Bauwerk in Stuttgart ist meines Erachtens der Planietunnel, der sozusagen den Altstadtring durchschneidet.


    Welchen Sinn hat der Tunnel?


    Aus Richtung Berliner Platz wird der Tunnel kaum befahren, lediglich über den "Kreisel" aus Richtung Hauptbahnhof/ Th. Heuss - Allee fahren einige PKW in diesen Tunnel ein. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese paar Autos auch einfach über den Altstadtring weiterfahren könnten (über Österr. Platz), ohne dort für extremen Mehrverkehr zu sorgen.


    Dasselbe in der anderen Richtung:
    Die Verbindung Charlottenplatz - Heilbronner Str. ist auch über Staatsgalerie - A. Klett - Platz möglich. Und vom Charlottenplatz Richtung Berliner Platz fahren nicht so viele Autos - eine leistungsfähige Verbindung über Hegelplatz ist als Alternative ebenfalls vorhanden.


    Angesichts der großen Kosten, die ein Tunnel erfordert, halte ich es für besser, diesen Tunnel zuzuschütten, auf dem Bereich der Tunnelrampe könnte man den Schlosspark verlängern, oder im Bereich Charlottenplatz durch einige Häuser städtebauliche Akzente setzen.


    Allgemein gilt m.E. wie in München und anderen Städten: Innerhalb des Altstadtrings keine Schnellstraßen.


    Holger

  • Also im Gegensatz zu München oder anderen Städten ist der Stuttgarter City Ring auch der einzige Straßen Ring in der Stadt, einschließlich Autobahn. Und eine Schnellstraße ist der City Ring ja wohl kaum. Also einen vorhandenen und genutzten Tunnel zuzuschütten ist ja wohl totaler Unfug. Ursprünglich war die Nutzung des Tunnels ja eine andere (Stichwort Autobahnkreuz), heute würde man ihn so wohl nicht mehr bauen. Aber Vorteile die durch die Zuschüttung des Tunnels entstehen sollen fallen mir hier keine ein. Also das ist schon eine Merkwürdige Haltung in Stuttgart sämtliche Straßen zurückbauen zu wollen. Ein attraktiver City Boulevard ist ja eine Sache, aber was sollen denn breite Gehwege und Bäume auf Durchgangstraßen in Randlagen bringen. Glaubt denn allen ernstes jemand daran das dort in ein paar Jahren Menschenmassen entlang flanieren? Bei einem Rückbau sucht der Verkehr sich eben andere Wege, dann staut sichs eben in Wohngebieten, auch nett :nono: