Landesbank BW / Berliner Platz

  • Landesbank BW / Berliner Platz

    Der Architekt dieses unkonventionellen Gebäudes ist Günter Behnisch. Kennzeichnend für seine Bauten ist der Versatz von Baukörpern, ein dekonstruktivistischer Ansatz.


    Die Landesbank entstand 1993-1996.













    Ich bin ansonsten kein großer Freund des Dekonstruktivismus, aber dieses Gebäude gefällt mir recht gut.

  • Original geschrieben von Wolfgang
    leider sieht man die Bilder nicht...



    Ich kann die Bilder sehen.


    Ich habe sie bei Worldisround hinterlegt und die erlauben das Direktverlinken von Bildern, hat zumindest in anderen Foren immer funktioniert....

  • Also ich seh die Bilder nicht.


    Deshalb von der Architektenseite :


    Aussenansicht:


    Innenhof:


    Der Bau ist übrigens Vorgänger des NordLB-Baus in Hannover vom selben Architekten. Behnisch hat auch das Münchner Olympiastadion bzw. dessen zeltdach entworfen.

  • Von innen ist es ja ganz nett, aber von außen unsagbar hässlich. Solch eine Gewerbegebiet-Architektur hat in der Innenstadt der sechstgrößten Stadt Deutschlands nichts zu suchen. :Nieder:

  • Also hässlich find ich das Gebäude nicht, wenn man die anderen Gebäude z.B. von Häussler anschaut, wie CityPlace oder so oder jüngst Anbau Deutsche Bank die nur langweilig wirken, hat das schon mehr zubieten als nur triste Architektur. Der Kontrast zu den anderen Gebäude ist gelungen und es ist einfach mal was ganz anderes. :)

  • Da hole ich mal den allerletzten Thread nach vorne. Ich habe heute mal alte Fotos abfotografiert. Aufnahmen vom Bollwerk kurz nach der Fertigstellung, damals noch Landesgirokasse. Die Qualität der Bilder ist natürlich nicht so optimal.


    Zur Vorgeschichte:
    1988 wurde von Behnisch und Partner in Stuttgart ein Wettbewerb für einen Neubau der Landesgirokasse an der Reithalle gewonnen. Vorgesehen war an der Seidenstraße ein Hochhaus als Landmarke. Das Gebäude wäre sehr ungewöhnlich geworden mit mehren zueinander verdrehten Blöcke, das über einem dem Umfeld eingefügten niedrigen Bauteil emporgewachsen wäre.


    Kurz Zeit später kam die Planung eines noch höheren Hochhauses von Helmut Jahn im ehemaligen Bosch-Areal auf, was zu einer Hochhausdiskussion in Stuttgart führte, in deren Folge auch das Behnisch-Projekt leider begraben wurde. Sehr schade wie ich finde. Letztlich entstand in weiter entwickelter Version das Behnisch-Hochhaus in Hannover für die Nord-LP. Wobei ich meine, dass das Stuttgarter Projekt in seinen Proportionen stimmiger geworden wäre, einfach das Original. Heute steht auf dem Gelände dieses unsägliche Maritim-Hotel.


    Leider konnte ich im Netz nur folgende unscharfe Modellaufnahmen des Stuttgarter Behnisch-Turm finden: 1, 2, 3.


    Quelle: http://www.universitaetssammlungen.de/modell/1772


    1992 gewann wiederum Behnisch den nächsten Wettbewerb für die LG, diesmal am Bollwerk, wo zuvor ein Stadtbad? von Horst Haag (dem Planer des Rotebühlzentrums) vorgesehen war. Ein Hochhaus kam wohl infolge der vorangegangenen Diskussion nicht mehr in Frage. Der Wettbewerbsentwurf sah zwei L-förmige Bauteile an der Hohen Straße mit Winkel an der Fritz-Elsas-Straße und der Leuschnerstraße mit Winkel auf der Grundstücksrückseite. Darüber war ein U-förmiger zwei bis dreigeschossiger Bauteil angedacht, der zwischen den beiden Richtungen der unteren Bauteile vermittelt hätte. An beiden Straßeneinmündungen zur Fritz-Elsas-Straße hätte dieser Bauteil auskragen sollen. Der mittlere Teil sollte über dem Innenhof schweben, wenn ich die Zeichnung und Modellaufnahme richtig lese.


    Diese Entwurf wurde nicht verwässert sondern in der Folge weiterentwickelt zu dem heutigen Bau. Der U-förmige Teil oben verschmolz mehr mit den darunter liegenden Teilen und auf den nördlichen Schenkel wurde verzichtet.


    Entstanden ist ein sehr vielschichtiges Bauwerk, mit jeweils unterschiedlich gestalteten Fassaden, im Innern ist kein Stockwerk gleich dem anderen, die ganze Komposition führt zu einem vielgestaltigen Raumerlebnis im Innern, vor allem unter der großen Glasfläche im Innenhof.


    An der Fritz-Elsas-Straße kommen die unterschiedlichen Richtungen des Grundstückes zusammen. Der L-förmige Bauteil an der Hohen Straße. Der Winkel wird hier aufgeständert weitergeführt. Rechts die Stirnfassade des Bauteil, der die Richtung der Leuschnerstraße aufgreift. Darüber der auffälligste Teil, die Auskragung, deren Ausrichtung zwischen den beiden Straßen liegt:




    Ein große schrägliegende Glasfläche findet sich im teilweise öffentlich zugänglichen Innenhof. Unter der der Verglasung befindet sich die Eingangshalle, der Luftraum verbindet das Untergeschoss mit mehren Obergeschossen:



    Die schräge Glasfläche schneidet in das Wasserbecken im Untergeschoss und teilt diese in ein inneres und äußeres Becken. Ursprünglich sollte ein großes Kunstwerk von Frank Stella in dem Becken aufgestellt werden, woraus nicht wurde. Die Treppenhäuser sind meist verglast.




    Blick auf den hinteren Bauteil. Die Stockwerk stufen sich auf dieser Seite hin ab. Ein nach oben immer größer Anteil der Mittelflure liegen dadurch an der Außenseite und sind voll verglast. Die unteren Geschosse sind im Atrium hinter die schlanken Stützen gerückt.




    Ein Blick entlang der Leuschnerstraße. Die Fassade läuft hier, wie auch an der Hohen Straße flächenbündig nach unten zur Straße. Dafür sind die oberen Geschosse im Gegensatz zum Innenhof zurück gestaffelt. Rechts der hohe hintere Bauteil an der Feuerwache.




    Blick auf die Rückseite des Gebäudes. Hier hat das Gebäude acht Geschosse. Die Fassade ist wiederum eigenständig in ihrer Farbgebung.






    Die flächige Fassade an der Hohen Straße ist hier blau (Leuschnerstraße grün). Hier befindet sich das Kino 'atelierambollwerk'.




    Blick von der Fritz-Elsas-Straße von der Innenstadt her kommend auf das Bankgebäude. Auffällig die Auskragung, der Wolkenbügel, mit der Besucher-Lounge. Die oberen Geschosse sind zurück gestaffelt, wodurch das große Gebäude besser in sein Umfeld eingebunden wird.




    Nochmals die Hauptfassade an der Fritz-Elsas-Straße:




    Der linke Baukörper staffelt sich zum Haupteingang nach unten etwas zurück und gibt die Öffnung zum Atrium frei:




    In der Erdgeschosszone befindet sich neben dem schon erwähnten Kino ein Restaurant (hinter der schrägen Glasfassade links), ein Selbstbedienungsbereich der Bank, sowie ursprünglich ein Leuchtengeschäft in der Leuschnerstraße. Heute befindet sich dort ein Architekturbüro.






    Unter dem aufgeständerten Bauteil an der Fritz-Elsas-Straße befindet sich der Haupteingang:




    Ein Blick in den Innenhof bei Dunkelheit. Die Brüstungfassadenteile wurden im Innenhof im Gegensatz zu den Außenfassaden nicht flächenbündig zu den Fenstern eingebaut. So entsteht eine zusätzliche Differenzierung. Die meisten Treppenhäuser sind verglast.






    Wie ich meine ein der Bauaufgabe angemessenes, städtebaulich gelungenes Projekt, das auch versucht in der Erdgeschosszone Öffentlichkeit herzustellen. Auch ist der Innenhof zumindest einsehbar. Das vielfältige Äußere lässt eben solche Innenraum-Erlebnisse erwarten, was ich bei eine Führung durch das Gebäude auch selbst erleben konnte. Leider hatte ich damals keine Kamera mit...


    Die im Europaviertel entstandenen Bürogebäude sind dagegen nur Normalkost meiner Ansicht nach.


    Leider scheint mir auch das Dorotheen Quartier in seiner Architektursprache etwas verkrampft, an das Bollwerk kann es nicht anknüpfen.


    Ein Videofilmchen auf Vimeo.