Stuttgarts Hochhäuser

  • Die Hochhäuser Stuttgarts kann man wirklich fast alle vergessen. Eines häßlicher als das andere. Einzig der Tagblatturm und das Musikhochschulgebäude haben Ausstrahlung. Die schönen Seiten der Stadt liegen jedoch auf alle Fälle anderswo. Wer mal dort vorbeikommt sollte mal nach dem Heusteigviertel oder der Karlshöhe fragen. Dort kann man noch die Atmosphäre der Residenzstadt spüren, die einst bestimmend war bevor die "Modernisten" eine Kisten-Ödnis aus weiten Strecken des Zentrums machten und dies immernoch tun. Was interessieren mich da die paar belanglosen, kalten Bürotürme die man in jeder Stadt findet? Der Blick geht aus Mangel an Beachtung sowieso daran vorbei da Hochhäuser, besonders solch einfallslose, in dieser Stadt in Kessellage überhaupt keine Wirkung entfalten.

  • Das ist natürlich Geschmacksache ob man solche Gebäude mag. Irgendwelche Altbauten außerhalb der Innenstädte interessieren mich jetzt nicht so sehr (was natürlich nicht heißt dass mir das nicht auch gefallen würde) - ich befürworte einen historischen Stadtkern, umgeben von einer modernen Stadt.


    Übrigens welches Hochhaus der Musikhochschule? Fehlt das etwa noch in meiner Liste?

  • Die Musikhochschule ist Teil der von James Stirling entworfenen Kulturmeile, zu der u.a. die Neue Staatsgalerie und das Haus der Geschichte gehören. Dieses Ensemble zeigt wozu (post-)moderne Architektur mit Anklängen an klassische Formensprache fähig ist, es ist eine phantasievolle, spielerische und doch stimmige Gestaltung, die wechselnde und schnellebige Modernitätsdefinitionen (im Moment Glasfassade=Transparenz, morgen:....?) gelassen an sich vorbeiziehen läßt, gerade weil sie sich zeitlos akzeptierter Standards in Aufbau und Material bedient und somit in ihrer Ästhetik nicht altert. Die Staatsgalerie wirkt heute noch so frisch wie vor 20 Jahren. Der marmorierte Stein ist immer wieder schön anzusehen.

  • Hallo Jai-C,


    das Alcatel-Gebäude wird wohl die Zentrale von Alcatel-SEL (früher SEL) in S-Zuffenhausen sein.


    Salute- sowie Romeo & Julia -Wohnhochhäuser stehen in S-Fasanenhof (Details auf www.archinform.de , suche nach Ort->Stuttgart). Höhenangaben habe ich nicht gefunden, aber zumindest eines besitzt danach 19 Geschosse.


    Auf www.jesmb.de/standorte.htm findest Du Luftbilder zu Mercedes-Standorten. Habe lange gebraucht, die zu finden. Für S-Untertürkheim gibt es zwei Bilder mit dem Mercedes-Hochhaus, das Headquarter findest Du bei S-Möhringen. Letzteres zeigt im Hintergrund auch die massiven Wohnhochhäuser in S-Asemwald.


    Gruß


    Nachtrag:


    Das Wohnhochhaus Salute hat laut Skyscrapers.com 20 Geschosse, das Rathaus ist dort mit 61 m angegeben.


    Mit den Hochhäusern am Hauptbahnhof meinst Du sicher die vier wenig begeisternden Wohnhochhäuser Richtung Nordbahnhofviertel. Falls sie schon renoviert sind, dann möchte ich nicht wissen, wie die davor ausgesehen haben.


    In Deiner Liste fehlt das Allianz-Hochhaus an der Karlshöhe. Höhe ist mir unbekannt.


    ... und daß Stuttgart den ersten nicht gebauten Trump-Tower Deutschlands besitzt ;) .


    Außer dem Fernsehturm gibt es noch einen Fernmeldeturm, der wahrscheinlich das zweithöchste Gebäude darstellt.

  • @Max - Vielen Dank für deine Hilfe :)


    Leider brauche ich aber genaue Höhenangaben... dies sind für Stuttgart wohl schwer zu beschaffen.

  • Original geschrieben von Max BGF
    Nachtrag:
    ... und daß Stuttgart den ersten nicht gebauten Trump-Tower;)


    Das ist Definitionssache.
    Die Ehre des ersten nicht gebauten Trump-Towers gebührt doch den Berlinern, oder nicht? ;)

  • Hochhäuser in Stuttgart (Diskussion)

    Da ich mich persönlich für Hochhäuser sehr interessiere, habe ich der Stadt Stuttgart kürzlich eine E-Mail zum Thema Hochhausstandorte, Investoren usw. geschrieben. Dabei habe ich diese interessante Antwort zurückbekommen:


    "Das Thema "Wolkenkratzer und Hochhäuser" ist natürlich sehr zwiespältig zu
    sehen, wirtschaftlich sind sie Blödsinn, da das Verhältnis von Nutzfläche
    zu Verkehrsfläche (Aufzüge, Nottreppenhäuser, usw.) bei Hochhäusern immer
    ungünstiger ist, als bei "normalen" Häusern und entsprechend unserer
    Baunutzungsverordnung (Baugesetzbuch) auch keine höhere Dichte erreicht
    werden kann.


    Die Stadtplanung in Stuttgart hat sich anlässlich der
    Flächennutzungsplanung bis 2010 auch mit den Hochhausstandorten befasst,
    ein eigenes Hochhausgutachten von Prof. Stracke, Uni München anfertigen
    lassen und schließlich eine Standortkonzeption für Hochhäuser beschlossen.
    Wesentlich ist hier die Anordnung an Knotenpunkten des öffentlichen
    Nahverkehrs und an nicht empflindlichen landschaftlichen Teilen. In
    Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21 wurde außer den drei kleinen
    Hochhäusern entlang der Heilbronner Straße (Baufeld A1) auch die Tabu-Zone
    Kesselstadt festgelegt. Aufgrund der topographischen Situation des
    Stuttgarter Talkessels wäre es für die natürliche Ventilation, den
    Luftaustausch, äußerst nachteilig, wenn die Rauigkeit der Stadt durch
    Hochhäuser wesentlich zunehmen würde. In der Vergangenheit (und damit auch
    für die Zukunft) gilt die Regel, dass kein Gebäude höher als der
    Bahnhofsturm (ca. 60 m) sein darf und möglichst schlank sein sollte
    (optimal wären Gebäude wie der Tagblatt-Turm, der aber heute nicht mehr
    wirtschaftlich gebaut werden könnte).


    Hochhausstandorte sind daher nur in den äußeren Stadtteilen denkbar. Der
    Standort Pragsattel war dabei immer im Gespräch. Der Trump-Tower wäre als
    Solitär keine Bereicherung für das Stuttgarter Stadtbild gewesen. Nach
    Scheitern dieses Projektes wurde deshalb Prof. Steidle, München mit einer
    Hochhausstudie für diesen Ort beauftragt, mit dem Ergebnis, dass hier ein
    "Rudel" (ca. 4 Hochhäuser, abgestuft so um die 100 m) in einem neuen
    Rahmenplan/Bebauungsplan festgesetzt werden.


    Firmen, die rechnen können, wie z. B. die DaimlerChrysler Bank, haben keine
    Hochhäuser gebaut, obwohl baurechtlich der Standort dafür vorgesehen war.
    Dagegen gibt es immer wieder Wünsche von Firmen, die mit einem
    Phallus-Symbol öffentliche Aufmerksamkeit erregen wollen und sich dies
    natürlich auch Etwas kosten lassen.


    Aber wie gesagt, in Stuttgart sind hier aufgrund der Topographie und der
    Stadtgestalt insbesondere der Innenstadt enge Grenzen gesetzt, wie auch in
    München, wo Hochhäuser nur außerhalb des Mittleren Rings zulässig sind, um
    die geschlossene Dachlandschaft mit dem markanten Turm der Marienkirche als
    "Landmarke" zu erhalten und nicht zu einer international austauschbaren
    "Allerweltskulisse" zu degradieren."


    Hmmm...komische Einstellung :confused:


    MfG Harald :daumen:

  • Da hat der Mitarbeiter wohl seine persönlichen Ansichten mit offiziellen Meldungen vermischt :(


    Das ist wirklich sehr unprofessionell :Nieder:

  • Lage

    Wo wollen Sie denn Ihr Hochhaus in Stuttgart bauen? An der Talstation der Seilbahn? Da steht eines. Wenn Sie es querlegen reicht es als Brücke fast von einer Talseite zur anderen. Die Fernsicht vom Dach geht maximal bis zur nächsten Straßenbahnhaltestelle dann kommt der Hang. In Ostfriesland sieht der Bauer auf dem Acker weiter, als Sie vom Hochhaus in der Stuttgarter Innenstadt.
    Das ist der Blick vom Dachcafe des Karstadt an der Königstraße zum Hochhaus am Wilhelmsplatz.

    Wenn Ihr Haus in Stuttgart-Mitte aus mehr als 5 km gesehen werden soll, brauchen Sie erst mal einen 250 Meter hohen Sockel, bevor auch nur ein Stockwerk über den Schüsselrand blinzelt.
    Trotzdem wird es dem Stuttgarter Gemeinderat gelingen in seiner unnachahmlichen Salamitaktik den gesamten Kessel der Stadt bis zur Oberkante Unterlippe mit Beton nachzuverdichten. Wenn der Bauherr irgendwas von Weltniveau und Großstadt faselt, Stuttgart mit New York vergleicht, kriegen die glänzende Augen.
    In den Außenbezirken im Süden oberhalb und außerhalb des Talkessels in der Ebene, haben Sie mit Hochhäusern kein Problem, aber die sind alle scheußlich langweilig. Denn egal ob rund oder eckig im Grundriß, von der Seite aus der Entfernung sind sie alle viereckig und grau.

  • @ derstuttgarter:


    Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass Sie etwas verbittert sein müssen, Ihre Beitrage sind allesamt sehr negativ.
    Nehmen Sie doch nicht alles so ernst, Stuttgart ist und bleibt in meinen Augen eine schöne Stadt, daran können auch ein paar Bausünden nichts ändern!


    Take it easy...!

  • @ derstuttgarter
    Könnten Sie Ihren Webauftritt in "www.einstuttgarter.de" umbenamsen ?
    Und falls möglich, dieses Bild dort nicht im Unterordner "hochhaus" speichern ?
    Danke.


    Apropos dieses Bild:
    Ein unzweifelhafter Beweis, daß diese perfide Salamitaktik des Gemeinderats auf dem besten Wege ist noch vor dem Erlöschen unserer so geliebten Sonne den adretten Talkessel in das Sündenbabel des monströsen Hochhausbaus zu verwandeln. Erst 60 Jahre nach Kriegsende und schon wieder auf Tagblatturm-Niveau. Hoffen wir gemeinsam, daß die entstehenden Luftverwirbelungen den Wohlstandsbürger nicht derart abheben lassen, daß er noch höher hinaus möchte!


    Wehret den Anfängen! Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht oder so ähnlich: Stuttgarter tear down this High Rise!

  • Hallo Max

    Das Bild soll doch nicht zeigen wie häßlich Hochhäuser sind, da müssen Sie schon näher ran und zeigen wie sich das Ding auf den Wilhelmsplatz auswirkt. Das ist ein gaaaanz anderes Thema. Warum ist wohl vorm Hochhaus jede Menge unbenutzter Platz und gegenüber sitzen die Leute in den Straßencafes wie die Sardinen?
    Das Bild soll einfach zeigen wie sinnlos und lächerlich das (teure) Imponiergehabe der Bauherren und Architekten im Stuttgarter Talkessel verpufft.

  • Das Bild soll einfach zeigen wie sinnlos und lächerlich das (teure) Imponiergehabe der Bauherren und Architekten im Stuttgarter Talkessel verpufft.


    Ein provinzielleres Bild hätten Sie von Stuttgart nicht finden können oder??? :Nieder:


    Außerdem bin ich nicht für Hochhäuser im Kessel. Hier sind die Standorte Pragsattel, Fasanenhof oder evtl. Friedrichswahl sowieso viel besser.
    Das HH nicht in einen Talkessel passen ist wohl klar!


    edit out by 3rdwave: Bitte keine Werbung einfügen, danke

  • wir können auch anders

    Daß Hochhäuser nicht in den Kessel passen ist doch klar! Deshalb noch ein paar unpassende Hochhäuser. Es gibt keine provinziellen Bilder - nur provinzielle Städte.

    Hier sind es sogar mehr. Das Schwabenbräu-Hochhaus am Charlottenplatz, das Breuninger Hochhaus und die Hochhäuser in der Danneckerstrasse.


    Aber es muß nicht immer Hochhaus sein:


    um ein neues attraktives Stadtviertel zu gestalten:

    Kenner des Gebäudes schätzen vor allem den repräsentativen Zugang am linken Bildrand.

  • Es gibt keine provinziellen Bilder - nur provinzielle Städte.


    Sie halten also Stuttgart für provinziell? :confused:


    Da kann ich Ihnen nicht beipflichten.

  • @ Harald

    Glaub's mir. Ich lebe schon lange genug hier. Die Leute sind ok und Stuttgart ist ganz nett - auch für die junge Generation. In meiner Familie kennt man zum Vergleich auch München, Berlin, New York, Moskau und Sao Paulo. Das Problem hier sind die Politiker. Die Stadtverwaltung von Schilda war bei weitem nicht so provinziell wie die von Stuttgart.
    Ich weiß nicht ob Du jemals das Vergnügen hattest den Stuttgarter OB Schuster bei einem seiner köstlichen öffentlichen Auftritte zu erleben. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, aber aus absolut glaubwürdigem Munde habe ich erfahren, daß er seine Gemeinderatsfraktion intellektuell weit überfordere....

  • Glaub's mir. Ich lebe schon lange genug hier.


    Ich bin gebürtiger Stuttgarter und empfinde die Stadt eigentlich sehr großstädtisch.

  • Großstadt

    Stuttgart mag eine große Stadt sein, aber der "herrschenden Klasse" fehlt jedwede Idee was eine Großstadt ausmacht. Sind ja meist eh nur Badener.
    In einer Großstadt wie Paris, London, Berlin setzen Sie sich in die U-Bahn fahren vier, fünf, sechs Stationen und sind noch immer in der Stadtmitte. Ein wesentliches und einfach zu erkennendes Merkmal einer Großstadt ist, sie hat nicht nur ein Zentrum, sie hat viele. Viele ihrer ehemaligen Vororte sind herangewachsen zu gleichberechtigten Zentren und das alte Zentrum ist jetzt nur noch eines von vielen.
    Bei einer echten Großstadt kommt auch noch ein völlig anderes Lebensgefühl dazu. Jedwedes Fehlen eines Minderwertigkeitskomplexes, ein selbstbewußter Stolz auf das was man hat, aber auch ein neidloses Anerkennen Anderen gegenüber. Selbstverständlich fehlt der Drang zum Weltniveau, zur Kompensation durch weltstädtische Bauten und was man dafür hält.
    In Stuttgart dreht sich noch immer alles um den einen Dorfanger Schloßplatz, man baut Hochhäuser und Kunstmuseen um internationale Anerkennung zu erreichen. Das ist alles aufgesetzt und provinziell.
    Und noch schlimmer: es ist absolut unschwäbisch.
    Der echte Urschwabe tut was ihm Spaß macht (im Rahmen des pietistisch erlaubten :) ) er arbeitet für seinen Erfolg, für seine Idee und nicht um den Nachbarn zu ärgern. Er ist da gnadenloser Egoist. Der Stuttgarter schätzt den VfB der guten Fußball spielt, der schönen Fußball spielt. Es macht Spaß zuzuschauen, es macht Spaß bei den Gewinnern zu sein. Aber Meister zu werden nur um die Bayern zu ärgern?
    Eine Großstadt importiert Talente und exportiert Ideen. In Stuttgart wächst phantastisches, und die Stadtverwaltung merkt es erst wenn die Leute gehen, nach München, nach Berlin, ins Ausland. Dann werden Architekten, Sportler und Musiker von außen gekauft, die kommen hierher zur Bädertournee und die reingeschmeckten Badener glauben dann, nur weil die hier Station machen, gehöre Stuttgart zu den Großstädten.