Dresden: Neumarkt

  • Sieht so aus, als hätten die Bauarbeiten mittlerweile begonnen.


    "Zur Zeit entfernt ein Bagger vorsichtig die
    beiden verbliebenen Keller, was einerseits bedauerlich ist. Aber eine Vielzahl der geborgenen Sandsteine soll später wegen Hochwassersicherheit in den Neubau der Untergeschosse für das Restaurantgewölbe wieder eingebaut werden, so der Wunsch des privaten Investors aus Baden-Württemberg. Die Münchener Augustiner Brauerei wird auf drei Ebenen ein großes Lokal eröffnen."


    Quelle: http://www.neumarkt-dresden.de

  • Schöne Nachrichten, das Palais oder besser, dass was davon noch steht, kann man ja auch sehr schön auf dem letzten Bild erkennen.


    Weitaus weniger erfreulich ist wohl der Grusel, der uns auf dem Quartier Q3 erwarten wird. Hier noch die beiden Gebäude, die neben der Frauenkiche 16-17 stehen werden und auf dem anderen Rendering nicht zu sehen sind.


    Das Projekt historischer Neumarkt wäre damit wohl gescheitert. Zum Glück kann der Thread weiterbestehen, da er sich nur mit dem Neumarkt beschäftigt...:nono:
    Eine Frechheit, wie sich manche Politker über die Wünsche der Bürger hinwegsetzten und die nun erheblich wertgesteigerten Quartiere and profitgierige Inverstoren verhökern.

  • Das ist nicht historisch das ist Disneyland. Nur ein enziges der Gebäude hat jemals in dieser Form gestanden.
    Hier kannst du sehen wie die Straßenecke einmal ausgesehen hat. Das Eckhaus wurde fröhlich gespiegelt und ein Gebäude völlig frei erfunden. Der Rest sind Glasbauten, die im besten Falle noch so wie die Neubauten in der Töpfergasse wirken werden.
    Meine Familie hätte seinerzeit sicher nicht mehrere hundert Mark gespendet, wenn wir gewusst hätten, dass die Frauenkirche durch ihr Umfeld(welches nur durch sie überhaupt das Wert geworden ist) derart verschandelt werden würde.


    Ganz zu schweigen von der Gewandhausproblematik, die dem Platz vielleicht den Rest geben dürfte.

  • Aber nicht wegen diesen Verschandelungen, sondern wegen dem Rest und natürlich der Frauenkirche. Die meisten werden da nicht denken "Oh, was für ein interessanter Kontrast/Bruch!", sondern "Wie kann sowas nur hier hinstellen?!" u.ä.. Das höre ich - auch wenn du es nicht glauben magst - auch hier oft genug von Passanten. An sich gehen sie ja, nur würden sie eher in die Prager Str. oder so passen.

  • @Samuel



    Wobei die von dir gezeigten historischen Bauten recht banal sind. Meiner Meinung nach nichts besonderes. Ob dadurch die Frauenkirche besser wirken wuerde ist sehr zu bezweifeln. Die jetztige Bebauung hat schon ein recht gutes Niveau. Und ehrlich gesagt ist es egal wo genau nun welches Gebaude stand. Die meisten Menschen koennen sich eh nicht mehr dran erinnern.


    Die wenigen modernen Bauten haetten nicht sein muessen, schaden aber auch nicht wirklich. Der Gesamtcharacter des Platzes bleibt historisch. Und darauf kommt es an.

  • Abgesehen vom Böttcher-Haus ist ja dieses Mini-Glasding voll ätzend...http://neumarkt-dresden.de/ima…ansicht-Passageneinga.jpg


    Könnte man den Passageneingang nicht irgendwie tarnen, indem man z.B. eines der Nachbarhäuser etw. modifiziert, wie hier...
    http://img187.imageshack.us/im…sichtpassageneinga9fu.jpg
    Das kann doch bei sonem kleinen Stückchen nicht schwer sein...?!


    Und hier geht für den rechten Neubau ein recht schönes hist. Haus drauf...http://neumarkt-dresden.de/ima…ewerb/Gesamtansicht05.jpg

  • Ich weiss gar nicht was die ganze Aufregung soll ! Man kann den Weltkrieg und die Zerstörung Dresdens nicht einfach so ungeschehen machen und alles wieder so "hinbauen" und en detail rekonstruieren als ob nichts geschehen wäre ! ZUmal für einzelne Gebäude ja auch gar keine Pläne und ausreichend scharfe Bilder für eine genaue Wiedererreichtung existieren.


    Und nur weil irgend eine Klitsche mal an der Frauenkirche gestanen hat muss sie noch nicht wiederaufbauwürdig sein.


    Das klingt zwar sehr radikal - ist aber auch nicht von der Hand zu weisen. Was zählt ist, dass der Neumarkt wieder in historischen Grundriss so weit als möglich bebaut wird. Das dabei sehr vieles mit alten Fassaden ausgestattet wird ist wichtig und gut so - hät es doch eine erinnerung an das vergangene wach. Aber es sind Kopien - teilweise nicht einmal das. Es werden GEbäude geschaffen, die alt aussehen aber nicht das wiedergeben was zuletzt am Neumarkt Tatsache war ! Es werden diverse Zeitabschnitte rekonstruiertt - je nachdem welcher Gebäudezustand heute als am "schönsten" empfunden wird.


    Und meiner Meinung nach gehören an den Neumarkt auch wirkliche Neubauten auf altem Grundriss, die nicht vorgeben etwas zu sein, was sie definitiv nicht sein können. Nämlich originale barocke Bausubstanz !


    Nebenbei klingen einige Beiträge hier, als ob der ganze Neumarkt mit Betonburgen vollgekleistert wird. . .das genaue Gegenteil ist doch der Fall ! Hier geschieht etwas in Deutschland Einmaliges - das ist doch der Hammer an sich ! Was man jetzt hier tut ist sich über Kleinigkeiten zu streiten und das große Ganze aus dem Auge zu verlieren !


    Oder möchte jemand im Ernst das alte Polizeipräsidium zurück ? Die Bauten in der Töpferstrasse sind nicht barock - aber fügen sich ins Gesamtbild bestens ein.


    So what ?


    ;-))

  • Zitat von goschio1

    Wobei die von dir gezeigten historischen Bauten recht banal sind. Meiner Meinung nach nichts besonderes.


    Das stimmt so nicht. "Rekonstruiert" werden in diesem Quartier nur Leitbauten, also Gebäude, denen ein bauhistorisch besonderer Wert zugemessen wird (und die deswegen zumindest äußerlich wieder hergestellt werden müssen).



    Tarsis


    du triffst den Nagel auf den Kopf. Es gibt jedoch zwei Probleme mit diesem Quartier:


    - Die geplanten Neubauten richten sich z.T. nicht nach der Gestaltungssatzung, die Glasfassaden am Neumarkt unmöglich gemacht hätte, wenn sie in Kraft getreten wäre. Der Investor möchte mit den Glasfassaden bewußt Brüche am Neumarkt entstehen lassen. Das wird kritisiert. Angepasste Neubauten wie der Wörnerbau AdF 22 treffen dagegen allgemein auf Wohlwollen.


    - Teilweise sind Fassaden geplant, die es so nie gegeben hat, was du auch schon angesprochen hast. Das kann natürlich auch keine befriedigende Lösung sein, ich bevorzuge eine angepasste moderne Fassade gegenüber einer erdachten barocken Fassade.

  • Letztlich geht es mir ja auch nicht darum einen 1:1 Vorkriegszustand wiederherzustellen. Das wird ja auch so schon gar nicht mehr umsetztbar sein, da in den bereits realisierten Quartieren schon mehr als genug gespart wurde.
    Jedoch kann man auch durchaus umfeldorientiert neubauen und muss nicht pausenlos Brüche schaffen. Es waren ja zugegebenermaßen auch ordentliche Entwürfe dabei. Das Grundproblem sind also folglich die zuständigen Politike, die aus den Entwürfen leider gerade diese Gebastel für die Besten halten.
    Wenn dann zusätzlich noch die Rekonstruktionen Flachdächer und sonstige Mängel aufweisen, kann das Projekt leider nicht als geglückt bezeichnet werden.
    Gescheitert war vielleicht ein wenig drastisch formuliert. Anscheind hat's aber was geholfen, schließlich ist jetzt endlich mal eine kleine Diskussion entstanden.


    Wenigstens hat man an der Frauenkirche nicht so herumgekürzt, sodass sie wenigstens jetzt groß und mächtig den Platz dominiert und hoffentlich den Blick von den Glasbauten lenkt. Das Baufeld 1 und die Enscheidene Ecke des Priscobaufeldes scheinen ja ansehnlich zu werden und werden mit demTaschenbergpalais solide Umfeldsbeauung abgeben.


    Zitat

    Die jetztige Bebauung hat schon ein recht gutes Niveau.


    Jetzt ist es relativ hoch, wie du schon sagst. Leider ist da aber auch schon die Vorzeigereko.der mit VVK dabei. Was für Rekos wir von der Baywobau zu erwarten haben ist an Hand dieses Bildes leider schon wieder abzusehen. Vom Baumaterial abgesehen.



    Zitat

    Der Gesamtcharacter des Platzes bleibt historisch. Und darauf kommt es an.


    Aber auch nur bedingt durch die Zwangsleitbauten, wie ich sie mal nennen will. Ansonsten stimmt es aber, alleine die Kleinteiligkeit und Struktur der Bebauung ist mir hundert mal lieber als das Polizeipräsidium.

  • Ich finde den Neumarkt genial und die Frauenkirche einfach umwerfend. Die Gewinner für die Neubauten überzeugen mich auch nicht, besonders das schmale Haus. Das liegt aber nicht daran, dass es nicht historisierend ist, im Gegenteil, mir gefällt moderne Architektur in der Mischung mit alter sehr. Aber ganz abgesehen von der Debatte über modern oder Rekonstruktion liegt mir einfach der Entwurf nicht...ist ein bisschen langweilig.


    Trotzdem, bin Dresden Fan....

  • Es gab so viele, viel bessere Entwürfe, als das Böttcher-Haus, die auch nicht unbedingt "hist. korrekt" gewesen wären...Man sieht auch ihnen ihre Modernität an, fügen sich aber dennoch ein, wie es Prisco ja schon teilw. geschafft hat.
    Was mich am meisten aufregt ist dieses absichtliche aus der Reihe tanzen. Aber wenn man sich an der Wiederherstellung eines hist. Raumes beteiligt, sollte man auch so "ehrlich" sein, und auch was zur hist. Atmosphäre beitragen, um dessen Herstellung es ja nun Mal genauso geht und die sich nun Mal aus der Umbauung zusammensetzt. Dazu gehört mehr als die Traufhöhe. Und wenn dann da etw. steht, was nicht passt, dann stört das die Atmosphäre, genauso, wie wenn in einem Zimmer heute an der selben Stelle der gleiche IKEA-Schrank steht wie gestern, nur, dass er farbl. überhaupt nicht mit der restl. Einrichtung harmoniert. Das ist nur wieder ein In-den-Mittelpunkt-stellen oder Auffallen-wollen. Auch wenn man Brüche will, geht das auf eine dezentere Weise (wie bei dem Haus hinter Apotheke).
    Auch, wenn meine Prefärenz bekanntlich bei den hist. Stilen liegt, hat das nichts mit hist. oder modern zu tun. Genauso unpassend fände ich es, wenn man einen Barockbau zw. eine Reihe moderner Glas-Beton-Sandstein-Bauten setzen würde, die mit entsprechendem Füllbau gut, so hingegen lächerlich, aufgesetzt wirken würde.

  • Logieren im Schatten der Frauenkirche

    Ein Artikel in der FAZ zur Eröffnung des Vier-Sterne-Hotels Hotel de Saxe in Dresden am Neumarkt.


    Scheint ein alles in allem gelungenes Projet, da zur Zeit besser ausgebucht als geplant, von aussen gut anzuschauen, und innen... naja... eine etwas mutlose Innenarchitektur. Ich denke, da kann man sehr gut mit leben.


    Was ich nicht wusste: Mit dem Hotel de Saxe ist nicht ein im Dresdner Bombenhagel zerstörtes Vorkriegshotel wieder aufgebaut worden, sondern ein zwar berühmtes Haus, dass aber bereits 1888 abgerissen worden war und 117 Jahre lang nicht existierte. Zwischenzeitlich stand da ein ungeliebtes häßliches Wilhelminisches Postgebäude.