Umgestaltung Odeonsplatz - Ludwigstraße [in Planung]

  • Falsch. Anders als etwa die Arcis- und die Luisenstraße die Augustenstraße sie voller Einzelhandel und Gastronomie.

    Warst du schon einmal dort?
    So sieht es dort aus.

    Sie ist keine monumentale Prachtmeile und wird auch keine werden. Nach der Umgestaltung wird sie allerdings eine kleine gemütliche Nische in der Steinwüste Maxvorstadt sein in der man gerne verweilt, wo genügend Platz ist für Fußgänger, Radfahrer und Freischankflächen - in der übrigens auch weiterhin Autos fahren dürfen. Das ganze Viertel wird an Lebensqualität hinzugewinnen. Ich wohne zwar weit entfernt am Stadtrand aber ich freue mich heute schon darauf und werde es auch bestimmt nicht versäumen, dort bald zu flanieren.

  • Ja jeden Tag, wenn ich aus Richtung Hauptbahnhof mit dem Auto komme und vor dem Königsplatz links auf die Augustenstraße biege, wie die meisten anderen Autofahrer auch die aus der Richtung kommen. Ich bezweifle das die Augustenstraße jemals eine Straße sein wird wo das alles passiert. Man wird dort zum Einkaufen fahren, sich die Harre schneiden und sonstige Erledigungen machen. Aber es wird sich niemals jemand dort hinsetzten um einen sonnigen Samstag Mittag zu genießen. Da wird auch ein Baum auf der Fahrbahn nichts ändern. Im Gegenteil, halte Möglichkeiten für Autos, Fahrräder ect sind wichtiger aus meiner Sicht. Bäume kann man am Straßenrand immer noch pflanzen. Aber ich lasse mich gerne davon überzeugen, dass ich Unrecht habe! :)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Hier gibt es wunderschöne Blumenbeete - zieht so etwas, gerne mit hohen Büschen und bänken ergänzt, zwischen Fahrbahn und einem verbreiterten Gewehg die ganze Strasse entlang, und ihr habt wirklich einen Mehrwert geschaffen. Nicht das ensemble zerstören.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Schön anzugucken ist sie durchaus, wenn man durchfährt - aber zum Verweilen lädt sie nicht wirklich ein. Letzteres ist für mich ein wichtiges Kriterium.

    Wenn man von den heißen Tagen mit 30 °C absieht, dürften weniger Fahrspuren und dadurch breitere Geh- und Radwege - m.E. der wichtigste Aspekt des Umbaus -, Sitzgelegenheiten en masse und (streng geometrisch gefasste) Blumen- / Staudenbeete tatsächlich schon ausreichen, um die Aufenthaltsqualität so weit zu steigern, dass man auf dieser Straße auch mal etwas verweilt. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob man auch an den Tagen mit 30°C und mehr auf der Ludwigstraße flanieren können muss. Zumindest für mich wäre das jedoch kein Maßstab, an dem ich die Umgestaltung auslegen würde.

    Allein die denkmalfachliche Beschreibung der Straße als geschütztes Ensemble lässt so viel hochwüchsigen Begrünungsspielraum nicht zu, um den Charakter und die genannten Sichtbeziehungen soweit erhalten zu können, dass die Straße dieser Beschreibung auch in Zukunft gerecht würde:

    "Die klassizistische Monumentalstraße, mit der die aus dem Ring der mittelalterlichen Befestigung befreite Stadt an der Stelle des ehemaligen Schwabinger Tors sich nach Norden öffnet, ist als städtebaulich spektakulärste Straßenschöpfung des neuen Königreichs ein Ensemble. Die Idee dieser Monumentalstraße ist zweifellos eigenste Leistung Ludwig I., der sie als Kronprinz 1816 beginnt und als nachmaliger König 1850 beendet; sie trägt seinen Namen.
    In der geschichtlichen Reihenfolge der vier Münchener Monumentalstraßen des 19. Jahrhunderts (Brienner-, Ludwig-, Maximilian- und Prinzregentenstraße) ist sie die zweite und als Gesamtausdruck im Sinne einer Monumentalanlage von höchster tektonischer Konzentration die bedeutendste. [...]

    Die Ludwigstraße, als neue Hauptachse des neuen nördlichen Stadtviertels in großzügig abgestecktem Rahmen eingebunden zwischen Feldherrnhalle und Siegestor, ist durch ihre ununterbrochene Aneinanderreihung kubischer Blöcke mit flächigen Fronten italienischen Charakters baukörperlich so stabilisiert, daß ein Mittelding zwischen Straße und Saalplatz entstanden ist. Schon sein ausgedehntes Raummaß verleiht dem wandartig geschlossenen Straßenkörper das Gepräge von Feierlichkeit; seine prägnante architektonische Komposition ist von eindrucksvoller Vornehmheit. Das klassizistisch schwach plastische Relief der Straßenwand, das möglichste Vermeiden von Überschneidungen, die vielen ins Waagrechte gleichmäßig verlaufenden Linien der Sockelzonen, Gesimse, Traufen und Dachkanten und der ebenmäßige Wechsel gleichkörperlicher Fenster- und Portalformen sowie die kühl-gedämpfte Farbigkeit der Fassaden vermitteln zusammen den Eindruck von monumentaler Geschlossenheit und gehaltvoller Wirkung.
    Die hohe Stadtbaukunst dieser Straßenkomposition mitsamt den vielfältigen Wirkungen ihrer Schauperspektive erschließt sich am besten dem, der sie
    durchschreitet. So steht der bewegungsdurchlässigen Schauarchitektur des Siegestors am anderen Ende der Straße die raumaufnehmende Feldherrnhalle gegenüber. Die großen Bauvolumen der beiden Straßenseiten sind in Rhythmen gegeneinander verschoben. In wechselvolle Blickbeziehungen treten das Turmpaar der Ludwigskirche, die Turmstellungen von Theatinerkirche und auch der aus der Altstadt zugelassene Turm von St. Peter beim Durchschreiten der Straße. Dem Blick nach Süden erschließt sich die städtebaulich hervorragende Anbindung des rechteckig erweiterten Odeonsplatzes an Theatinerkirche und Residenz sowie die kunstvolle Einmündung der beiden, engen, zum einstigen Schwabinger Tor zusammenlaufenden Altstadtstraßen in den neuen, weiten, städtebaulichen Raum vor der Feldherrnhalle." https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/s…=ensemble&top=1

    Vielleicht kann man sich ja auch auf andere schattenspendende Alternativen wie Sonnensegel verständigen. Sowas ließe sich schnell auf- und abbauen und kann durchaus elegant / unauffällig aussehen.

    derzberb Der Einwand bzgl. der Pappeln klingt schlüssig. Optisch fände ich noch Robinien ansprechend. Die haben eine vglw. lichte Krone und wachsen je nach Art schirmartig, was schon bei geringer Höhe für Schatten sorgt. Dazu sind sie eine wichtige Bienenweide und vertragen Hitze, Trockenheit und Emissionen (Abgase, Streusalz) sehr gut (die negativen Aspekte als Neophyt spielen in der Ludwigstraße keine Rolle). Linden will ich dort auf gar keinen Fall sehen. Die haben wir schon überall (u.a. Prinzregentenstraße).

    Dekoratives Anführungszeichen

    Leider knickt das Denkmalamt dort anscheinend ein. Ähnlich wie auf dem Max Josef Platz. Jetzt stehen dort Stauden in Plastikübeln. Man fragt sich wer das schön findet.

    Allein das die Bäume in Kübeln sind, "übergangsweise" sagt eigentlich schon genug aus und zeigt dass sie da eigentlich nichts zu suchen haben.

    Der Denkmalschutz ist am MJP nicht eingeknickt, sondern hat sich mit seiner Position durchgesetzt. Kritisiert hatte dieser die Wildblumenwiesen und Stauden auf dem Rondell, dort finden sich nun Rasen und Sitzmöbel. Gegen Pflanzen außerhalb des Rondells war nichts einzuwenden. Wenn man sich dann vor Augen führt, wie gut belegt die zusätzlichen Bänke und Stühle zwischen den Pflanzkübeln sind, dann gefällt das wohl sehr vielen. Die "Kübel" sind nicht aus Plastik, sondern aus Metall. Da du die italienische Piazza als Vergleich heranzogst: Auch auf diesen gibt es Pflanzen in Kübeln und darüber hinaus eine Vielzahl an Sonnenschirmen der üblicherweise zahlreich ansässigen Restaurants. Was auf dem MJP nichts zu suchen hat, ist die Tiefgarage. Deren Deckel übrigens der einzige Grund ist, warum die Mini-Bäumchen in Kübeln sein müssen. https://www.instagram.com/reels/DSCoRbPDAr5/

  • Nachtrag zu #6: Mal eine eigene aktuelle Aufnahme südlich und nördlich des Siegestors. Wenn man das mit den kreisförmigen Blumenbeeten und Bänken (in beliebigem Abstand) und aufgrund der Platzverhältnisse etwas schmaleren Geh- und Radwegen bis zur Von-der-Tann-Straße fortsetzt (2 verbleibende Fahrspuren pro Richtung), wäre m.E. schon sehr viel gewonnen. Anstatt der mittig in die Beete gepflanzten Pappeln kann man südlich des Tors natürlich niedriger bleibende Arten setzen, wenn einem Pappeln zu hoch sind. Aber auch in Richtung Norden die Leopoldstraße hoch, wäre eine analoge Gestaltung sinnvoll, da die aktuellen Radwege sehr schmal und nahezu ohne Schutzstreifen neben Parkplätzen vorbei führen.


    Aufnahmen selbst erstellt