Ost-West-(U)-Bahn (Diskussionsstrang)

  • Hier ein Beitrag der WDR-Lokalzeit zur Ost-West-Verbindung (Bürgerbeteiligung). Interessant: Eher nebenbei wird erwähnt, dass sowohl am Neumarkt, als auch am Rudolfplatz beim Bau der U-Bahn die Fundamente für eine eine evtl. spätere Ost-Westverbundung bereits mitgebaut wurden.


    https://www1.wdr.de/mediathek/…lzeit-aus-koeln-1740.html


    Danke für den Link! Die vorbereitenden Maßnahmen ist wirklich ein interessanter Hinweis, den ich zuvor nirgendwo gelesen habe. Wurde im Beitrag auch erwähnt, dass im Herbst eine weitere Bürgerbeteiligung kommt? Habe das so verstanden.


    Ich persönlich bin ja sehr froh, dass sich hier nicht gleich Initiativen gegründet haben, die eine U-Bahn ablehnen und alle Beteiligten offen sind. Dies kann eine große Chance sein. Wie an anderer Stelle bereits bemerkt fehlt mir noch die Diskussion, was mit dem neuen Platz an der Oberfläche geschieht, wenn die Bahn unten fährt: hier sollten frühzeitig ein großzügiger Ausbau von echten(!) Fahrradwegen/Straßen mitgedacht werden!

  • Die zwei Gleise mit Sicherheitsabstand drumrum sind etwa 7m breit - da könnte man bis zu den Ringen die bisherigen (teils nur 90cm) "Radwege" auf jeder Seite ganz problemlos auf 2,2m erweitern, so dass man Lastenräder und Anhänger ordentlich überholen kann. Gegebenenfalls muss das auch durch Wegfall des bisherigen "Radwegs" (z.B. Übergang Neumarkt auf Hahnenstraße unter der Arkade durch) und einen neuen Radweg auf der bisherigen Fahrbahn geschehen. die Fahrbahn wird dort auf den bisherigen Gleiskörper verschoben.
    Der Rest zu den 7m gibt, wo nötig, ordentliche Mittelinseln, ansonsten Grünzeug.


    Oder man stellt gleich auf nur eine Fahrbahn, einen ebenso breiten Radweg und eine Liefer-/Ladezone um - gehalten wird da ohnehin überall.

  • Ich finde einer Großstadt ohne Straßenbahnen fehlt eine gewisse Urbanität. Ich war letztens in Kopenhagen, wo es keine Straßenbahn gibt und nur eine rudimentäre U-Bahn. Der gesamte ÖPNV läuft über Busse, die schon sehr
    unkomfortabel sind. Sie haben zwar eine hohe Taktung, doch mit sehr viel Geschauckel und Gebremse. In Dortmund sind innerhalb des Wallrings alle Bahnen im Untergrund - schön für die Fortbewegung, jedoch langweilig für's Stadtbild, zumal die Ost-West-Achse ausgerechnet in der City sehr breit ist und die Bahnen ausgerechnet dort, wo sie nun im Untergrund gelandet sind nicht störten. Der frei gewordene Straßenraum ist dort nun seit einigen Jahren eine Steinwüste, die städtebauliche Umgestaltung der Achse nach 10 Jahren noch nicht abgeschlossen.


    Im sehr eng bebauten Köln, finde ich allerdings eine U-Bahn an neuralgischen Stellen schon wichtig. Gerade im Bereich Neumarkt, Rudolfplatz, Aachener Straße und Richard-Wagner-Straße finde ich ein Fortkommen in der Bahn schon sehr mühsam und da sich am PKW-Aufkommen eh nie etwas ändern wird und eine Einschränkung in Deutschland niemals stattfinden wird, muss man doch wenigstens den ÖPNV beschleunigen. Paradox eigentlich...

  • Nachdem die 5 vorliegenden Varianten einer Ost-West Achse auf Förderfähigkeit untersucht wurden, wurden noch 3 weitere, neue Varianten in's Spiel gebracht.


    Nun liegt die Untersuchung aller 8 Varianten vor. Ergebnis: 4 der 8 Varianten sind förderfähig (es muss ein Wert von mind. 1.0 erreicht werden):


    - Die oberirdische Variante / 2.3
    - Kurztunnel von Heumarkt bis Neumarkt / 2.1
    - Tunnel bis Rudolfplatz / 1.3
    - Tunnel bis Aachener Weiher / 1.0


    Neu - zumindest für mich - ist, das für eine Förderfähigkeit ein Wert von 1.0 erreicht werden muss, es aber egal ist, wie weit ein Wert über 1.0 liegt.
    Bei einer Förderung würden 90% der Kosten von Bund und Land getragen. Die Kosten für eine Tunnellösung bis vor den Aachener Weiher würden geschätzt mit 760 Mio. € zu Buche schlagen, wobei bei einer Förderung 684 Mio. € durch Bund und Land getragen werden könnten.


    Lt. Rundschau zeichnet sich eine Ratsmehrheit für eine Tunnellösung bis kurz vor den Aachener Weiher ab.


    https://www.rundschau-online.d…her-ist-moeglich-31466076

  • Lange Tunnellösung sonst nix die Oberirdische variante zeigt ja jetzt schon das man mit dem Rad schneller vom Rudolf am Heumarkt ist als mit der Bummelbahn Außerdem wurde die Station Heumarkt schon dafür vorbereitet. Zusätzlich käme endlich das "Provisorium vor den Dönerläden weg und Umsteigen ist nicht mehr mit ner Laufübung für den nächsten Marathon verbunden .selbst Tunnel unter dem Rhein geht (Fernwärmetunnel)

  • Ich finde einer Großstadt ohne Straßenbahnen fehlt eine gewisse Urbanität. Ich war letztens in Kopenhagen, wo es keine Straßenbahn gibt und nur eine rudimentäre U-Bahn. Der gesamte ÖPNV läuft über Busse, die schon sehr
    unkomfortabel sind. Sie haben zwar eine hohe Taktung, doch mit sehr viel Geschauckel und Gebremse. In Dortmund sind innerhalb des Wallrings alle Bahnen im Untergrund - schön für die Fortbewegung, jedoch langweilig für's Stadtbild, zumal die Ost-West-Achse ausgerechnet in der City sehr breit ist und die Bahnen ausgerechnet dort, wo sie nun im Untergrund gelandet sind nicht störten. Der frei gewordene Straßenraum ist dort nun seit einigen Jahren eine Steinwüste, die städtebauliche Umgestaltung der Achse nach 10 Jahren noch nicht abgeschlossen.


    Im sehr eng bebauten Köln, finde ich allerdings eine U-Bahn an neuralgischen Stellen schon wichtig. Gerade im Bereich Neumarkt, Rudolfplatz, Aachener Straße und Richard-Wagner-Straße finde ich ein Fortkommen in der Bahn schon sehr mühsam und da sich am PKW-Aufkommen eh nie etwas ändern wird und eine Einschränkung in Deutschland niemals stattfinden wird, muss man doch wenigstens den ÖPNV beschleunigen. Paradox eigentlich...


    Vor allen Dingen wenn dann da 90 m lange Langzüge oberirdisch lang bummeln dann ist man bestimmt sogar zu Fuss schneller und ja dann hat man sogar zeit sich die Stadt anzuschauen wenn man denn will .Nicht aber wenn man zum Deutzer Bahnhof kommt und der Anschluss fährt vor der Nase weg (Klar kann man auch 3 Stunden vorher dahin fahren )

  • Eine echt spannende Geschichte. Ich plädiere auch für den förderfähigen Tunnel bis zum Eisenbahnring. Rudolfplatz, Neumarkt, Aachener Str. könnten endlich besser gestaltet werden. Abzzwarten ist, wie der Tunnelmund am Heumarkt zu gestalten ist. Aber ich bin überzeugt, dass es besser aussehen wird als jetzt. Weiterhin plädiere ich in dem Rahmen auch für eine Bündelung des Kfzverkehrs aus westlicher Richtung über einen Straßenzug. Also entweder Sperrung der Pipinstr in westlicher Richtung und Führung über die Bäche (gute Lösung) oder umgekehrt. So wäre der Heumarkt noch mehr von Straße entladtet. Die erste Führung hatte schon mehrfach bei Baustellen bestand und hat prima funktioniert.

  • hallo beisammen,
    die höchste Bewertung im volkswirtschaftlichen Sinne (also Leistung für Geld) hat der Ausbau der oberirdischen Verbindung erhalten. 2,5 mal mehr als die lange Tunnelvariante.
    MIr ist unverständlich wieso dies in der Betrachtung kaum besprochen wird.
    Städtebaulich gewinnt man durch die U-Bahn wenig, der Platz würde unausgesprochen den Autos und etwas den Rädern zugesprochen werden. Ideen wie die Umleitung des Verkehrs über die Bäche würden nicht mehr verfolgt. Verkehrlich verliert man eine Menge, da U-Bahnen deutlich unattraktiver für den Kunden sind, da sie längere Wege erfordern. Außerdem wurde festgestellt, dass die massiven erwarteten Zuwächse im ÖPNV gerade auf der Ost-West-Achse durch die unterirdische Trassierung nicht aufgefangen werden können. Man bräuchte eigentlich oberirdische und unterirdische Gleise.
    Schwierig ist auch der Abzweig der 9, möchte man das Mauritiusviertel vom ÖPNV abhängen? Und wenn nicht, wo soll die 9 dann wieder hochkommen? eine Rampe mitten auf der Zülpicher Straße?
    Eigentlich ist die Idee eine U-Bahn auf der Ost-West-Achse zu bauen sämtlichen städtebaulichen Ideen, dort eine lebenswerte, attraktive Stadt zu etablieren.

  • Ich schrieb ja schon vor ein paar Wochen weiter oben, dass einer Großstadt ohne eine Straßenbahn etwas im Stadtbild fehlt. In Köln muss man jedoch bedenken, dass sich die Stadtbahn ein entscheidender Leistungsträger im innerstädtischen Verkehr handelt und entsprechende Kapazitäten benötigt, die eigentlich nur eine U-Bahn leisten kann (vgl. Städte mit U-Bahn-Vollsystemen: Berlin, München, Hamburg und Nürnberg). In Köln werden im oberirdischen Stadtbahnverkehr zudem die 2,65-m-breiten Stadtbahnwagen in Doppeltraktion eingesetzt, die im Gegensatz zu den klassischen, filigraneren 2,30-m-breiten Straßenbahnwagen sich schon sehr massiv und massig in das Stadtbild wuchten und dem Fußgänger gegenüber schon bedrohlicher wirken als einzelne Straßenbahnwagen, die gut in 250.000-EWplus-Städten eigesetzt werden können.


    Daher benötigt Köln ein effizientes Tunnelsystem, da die erforderlichen Kapazitäten m.E. oberirdisch und z.T. straßenbündig aufgrund der Enge der Stadt und seiner "Übervölkerung" nicht zu bewältigen sind.


    Wie dann mit den frei werdenden Trassen umgegangen wird, ist dann ein anderes Thema.

  • Hallo beisammen,
    in der Rundschau ist heute eine ganz zuverlässige Auflistung aller Pro und Contra - Argumente benannt worden.


    https://www.rundschau-online.d…en-im-ueberblick-31478094


    Als Pro-Argumente dienen der Rundschau vor allem die höhere Störungsfreiheit im Betriebsablauf. Gleichzeitig wird festgestellt, dass durchaus nicht mehr Fahrgäste transportiert werden können. Auch werden die Tunnelmünder im Stadtbild (Heumarkt, Aachener Straße, Mauritiussteinweg.) thematisiert und die schon jetzt schwierige Frage wie man mit der Mauritiuskirche umgeht als negative Punkte benannt. Natürlich wird auch auf die Kosten, die erheblich über einem oberirdischen Ausbau liegen, eingegangen.
    Erstaunlich ist auch der Zeitplan: Mit dem Bau der U-Bahn könnte frühestens 2027 begonnen werden.


    Für mich klingt das gar nicht nach einem Gewinn bei einer Tunnellösung, scheinbar gibt es fast nur negative Argumente, aber die Mehrheit will eine U-Bahn ... das ist schon seltsam.
    Werden interessante Woche im Rat.

  • Ich bin sehr für den U-Bahnbau...ich empfinde das auch nicht als "seltsam".


    Das der Faktor bei einem oberirdischen Ausbau natürlich höher liegt als der bei einem Tunnelbau ist ja einzig allein den geringeren Kosten geschuldet. Die Transportkapazität bleibt lt. den Berichten ja gleich (wobei ich das nicht ganz verstehe, da die Fahrtzeit der Bahnen auf jeden Fall derzeit oft durch kreuzende Verkehre, Unfälle usw. beeinträchtigt wird, das wäre unterirdisch ja nicht der Fall).


    Für mich überwiegt hier dann jedoch eindeutig der stadtgestalterische Gesichtspunkt. 90 m Bahnen auf der Strecke Reihe an Reihe, Vergrößerung der oberirdischen Haltestellen...für mich eine schreckliche Vorstellung. Den Tunnelmund am Eisenbahnring...je nachdem wo er rauskommt, fällt für mich nicht so sehr ins Gewicht. Auch der am Heumarkt kann gut gestaltet werden. Die derzeitige Situation mit der oberirdischen Haltstelle ist an Scheußlichkeit nicht zu überbieten. Welch Potential auf der gesamten Strecke dann erschlossen werden kann. Gestaltung des Rudolfplatzes, Gestaltung des Neumarktes, Gestaltung eines Platzes vor St. Maria im Capitol, Ausbau einer Radverkehrspur, Verbreiterung Gehwege, Umlegung von Kfz.verkehren usw.. leider ja alles Faktoren, die nicht mit einberechnet werden.

  • Ich bin da absolut bei "Taddel" - muss also seine Argumentation nicht wiederholen ... nur ergänzend...
    Der Heumarkt wird (wenn die Nord-Süd-Strecke einmal durchgängig befahrbar sein wird) eine wichtige Umsteigestation in Köln sein. Da rennen sich die Leute heute schon gegenseitig um, wenn sich die aussteigenden Fahrgäste, die Richtung Heumarkt streben, mit denen in's Gehege kommen, die den ganzen Bahnsteig entlang laufen müssen, um zur Ubahn zu kommen. Bei einer künftigen 3er-Traktion der Bahnen wird das Ganze nicht besser - wenn die Nord-Süd-Bahn komplett in Betrieb geht, potenziert sich das Problem!
    Es wäre grober Unfug (und zudem Geldverbrennung) das vorhandene Kreuzungsbauwerk - das ein leichtes und schnelles Umsteigen ermöglicht - nicht zu nutzen.

  • Auch ich möchte mich Taddel anschließend, stimme dir in allen Punkten zu.


    Leider habe ich heute bereits erste Flyer in der Bahn gesehen von einer "Anti-Tunnel"-Initiative. Ich weiß, ich mache mich damit nicht immer beliebt, aber ich sehe die (Bürger-)initiativen sehr kritisch, die bundesweit alle Bauvorhaben in Frage stellen - unabhängig davon, ob diese eine wirkliche Mehrheit abbilden oder nicht.... Da ich täglich am Rudolfplatz ein- und aussteige könnte man damit beginnen mir zu erklären, wie dort ein 90m-Zug halten soll..


    Wie auch immer: was ich an anderer Stelle bereits sagte: man sollte JETZT damit beginnen den bei U-Bahn neugewonnen Raum zu diskutieren und auch zu visualisieren! Welche immensen Vorteile dabei gewonnen werden können für breite Fahrradtrassen oder neue Platzanordnungen (Heumarkt & Rudolfplatz finde ich dabei sogar bedeutender als der oft erwähnte Neumarkt).
    Wer könnte dies tun?! Die KVB? Parteien ? Ein aktives Werben für die Chancen!

  • Ich war vor Ort. Die Verwaltung veröffentlicht in einer Woche die Beschlussvorlage für den Rat, der die Entscheidung am 18.12. treffen soll. Die Verwaltung schlägt die oberirdische sowie eine Tunnelvariante vor. Als Tunnelvariante würde ich sagen ist entweder die CDU Variante mit einem Förderwert von 1,0 oder die Variante Dürener Str. mit 0,9 in der Auswahl. Die Stadt betonte, dass sie bei einem niedrigeren Wert als 1,0 das Projekt so aufteilen könnte, dass der Großteil förderfähig wäre. Die Dürener Straße wäre natürlich super, da dadurch eine komplett neue Trasse entstehen würde und die Dürener so ziemlich die einzige innenstadtnahe Einkaufsstraße in Köln ist, die keinen Bahnanschluss hat.
    Unabhängig von der Variante sollen die Bahnsteige so bald wie möglich, Anfang der 20er Jahre, ausgebaut werden, was etwa 250 Mio. kosten wird und 3-4 Jahre dauern soll. Die Sondergenehmigung für die 90 Meter Züge soll kein Problem darstellen.

  • Hoffe das kommt so auch aber nicht erst in 100 Jahren

    dann ist endlich das Bahntreffen an der Oberfläche vorbei und man braucht nicht mehr doppelt so lang vom Rudolph zum Heumarkt als wenn man sich auf sein Fahrrad schwingt und alle Bahnen überholt weil die da mehr rumstehen als fahren dann kann auch ein Vernünftiger Fahrradweg vom Weiher bis zum Heumarkt wie in Scandinavien angelegt werden und nicht nur so Fahrradwege welche eher an Trampelpfade erinnern .
    Die Autos in beiden Richtungen auf die Richard Wagner und die Aachener auch als Fussgängerzone mit Außengastro für die vielen Lokale die dort sind
    Somit haben wir dann auch am Rudolf dann eine Neustadt Nord-Süd Zentrum
    ideal wäre auch ein Rheintunnel dazu dann könnte auch auf der Deutzer Brücke ein ordendlicher Radweg entstehen ohne Gefahr das in der Mitte zwei Radfahrer frontal zusammenstoßen In Stockholm gibt es nur U-bahnen und man hat sogar schiffe im ÖPNV mit eingebunden.