Bukarest im Schnee

  • Bukarest im Schnee

    Die rumänische Hauptstadt Bukarest (1,9 Mio. Ew., Agglomeration 2,2 Mio. Ew.) ist die sechstgrößte (!) Stadt der EU sowie Wirtschafts- und Kulturzentrum des Landes.


    Durch die höchst wechselhafte Machthistorie Rumäniens ist die Stadt entsprechend auch in ihrer Architektur sehr vielfältig. Besonders auffällig sind der französische Einfluss auf Architektur und Stadtplanung ("Paris der Ostens"), der sog. Brâncoveanu-Stil, Bauhaus sowie die sozialistische Architektur, der dann schließlich die monumental-brachiale Ceaușescu-Architektur bis in die späten 80er-Jahre folgt.


    Der/Den Tourismus hat die Stadt bis jetzt noch nicht so richtig entdeckt - dennoch gibt es hier eine Unmenge an großartiger Architektur aus allen denkbaren Epochen zu bewundern (insbesondere die ausgiebig mit Sehenswürdigkeiten bestückte Calea Victoriei lässt sich guten Gewissens als Prachtmeile bezeichnen), gar teilweise auch aus Zeiten des osmanischen Einflusses. Entgegen gängiger Meinung ist der Bestand an historischer Architektur (wenn auch oft in einem miserablen Zustand) im Stadtgebiet gewaltig - trotz der unglaublichen Zerstörungen in Zeiten des Kommunismus vor allem in der Ceaușescu-Ära. Richtig ist dennoch, dass an den wenigsten Stellen der Stadt eine durchgängig homogen wirkende Bebauung wie etwa in Paris oder Rom existiert (ausgenommen die Ceaușescu-Boulevards), so dass das Erscheinungsbild manchmal durchaus etwas chaotisch wirkt (wie an vielen Stellen in Berlin). Richtig ist auch, dass so etwas wie ein zentraler Platz, gar ein Zentrum fehlen, die einem das Gefühl geben könnten, "mitten drin" zu sein und wo alle Fäden zusammen liefen. Die sogenannten Plätze (Piața) in der Innenstadt sind in der Regel "nur" riesige Verkehrsknotenpunkte.


    Die Bilder sind leider etwas schneeverzerrt, ich hoffe dennoch, einen halbwegs brauchbaren Eindruck vermitteln zu können ;)


    Calea Victoriei vom Piața Victoriei runter und Piața 21 Decembrie 1989


    Der nördliche Verkehrsknotenpunkt Piața Victoriei mit einigen Hochhäusern




    Blick in die Hofeinfahrt kann schon so aussehen


    Das heutige George Enescu Museum mit seiner fantastischen Architektur



    Muzeului Colecţiilor de Artă



    Ab Höhe Strada George Enescu wird es zunehmend urbaner mit Boutiquen und Großhotels wie Radisson und Hilton





    Piața Revoluției mit verschiedenen Monumentalbauten
    Das Konzerthaus Athenäum



    Palatul Regal (Königlicher Palast)


    Ehemals ZK-Gebäude, heute Universitätsbibliothek




    Crețulescu-Kirche




    Weiter runter wird´s amerikanisch (Seitenstraße von Calea Victoriei)


    Die sind aber auch überall...




    Das prächtige Offizierscasino




    Rumänische Nationalbank




    Piața 21 Decembrie 1989, zentrale Kreuzung in der Innenstadt mit der Metrostation "Universitate"
    Das schöne Colțea Krankenhaus


    Das Intercontinental (77m) gilt als eines der Wahrzeichen Bukarests


    Der benachbarte wie schöne Universitätsplatz (Piaţa Universităţii)




    Von oben auf Piața 21 Decembrie 1989


    Universitätsplatz



    Bilder:Wagahai

  • Um Bulevardul Nicolae Bălcescu / Bulevardul Magheru


    Die weitgehend östlich parallel zur Calea Victoriei verlaufende innerstädtische Nord-Süd-Achse mit verschiedenen Bezeichnungen je Abschnitt ist die Hauptstraße Bukarests schlechthin und weitgehend geprägt von Bauten der 30er/40er Jahre oder der sozialistischen Ära mit einiger Brutalität und nicht immer in gutem Zustand. Der Bulevardul Magheru soll die teuerste rumänische Geschäftsstraße sein. In den Seitenstraßen lässt sich allerdings auch die eine oder andere Entdeckung machen.


    Schaurig-schönes Wohn- und Geschäftshaus an der Piața Rosetti















    Piața Romană



    Schnell runter zur warmen Metrou


    Ganz schön eng hier die Zugänge


    Das hier ist schon besser gelungen (Metrostation Titan)

    Bilder:Wagahai

  • Nachtansichten bei weniger Schnee ;)


    Oper (an der Dâmbovița)



    Universitätsplatz und um die Calea Victoriei




    Eine Galleria Vittorio Emanuele II für Arme gibt´s in Form der Pasajul Macca-Villacrosse. War enttäuschend.


    Die zentrale Meile der Altstadt, Strada Lipscani



    Der prächtig-pompöse "CEC-Palast" der Sparkasse (Calea Victoriei). Für die Beleuchtung der Kuppel hat´s wohl leider nicht mehr gereicht.


    Rechts dahinter Bucharest Financial Plaza (83m)













    An Bauhaus gibt es einiges, auch in den reinen Wohngebieten

    Bilder:Wagahai

  • Blick aus dem Hotel


    Dâmbovița


    Der heute Palatul Parlamentului, ehemals Casa Poporului genannte Bombastbau ist das größte Gebäude Europas, Nr.2 nach dem Pentagon im Weltranking


    Zu Füßen im Umfeld auch nicht gerade als bescheiden zu bezeichnende Gebäude













    Der dazugehörige Bulevardul Unirii (ehemals Boulevard des Sieges des Sozialismus) mit gigantischen Geschäfts- und Wohnbauten ist mit über 3 km länger und gar breiter als die Avenue des Champs-Élysées










    Der Boulevard führt zum gigantischen Piața Unirii, so dass er die vorerwähnte Nord-Süd-Achse kreuzt



    Das ist nur ein Teil (!) des gigantischen Platzes






    Eine Seitenstraße sieht dann so aus :D

    Bilder:Wagahai


    ... to be continued in den nächsten Tagen mit sog. Altstadt und auch Brașov wie Dracula-Schloss ;)

  • Wow, fantastisch. Ich war nie in Bukarest, aber in Brasov, Sinaia, Sighishoara, Cluj Napoka, Bran und Iasi. Sinaia ist auf alle Faelle ein Besuch wert.

  • Krasse Sachen dabei, sowohl alt, als auch neu(er). Wenn nicht alles so runtergekommen wäre, könnte man sicher was aus der Innenstadt machen.

  • ganz großartig! Vielleicht kannst du jetzt auch verstehen wieso ich Parallelen zwischen dem Gerber und Bukarest gezogen habe ;)


    So ziemlich die gleiche Tour machte ich im Rahmen eines lustigen Studentenausflugs 1997, es ist geradezu erschreckend wie wenig sich das alles verändert hat in nun immerhin fast 20 Jahren. Trotz alledem ein lohnendes Ausflugsziel, hat mir sehr gefallen (was nicht nur an den damals sensationellen Bierpreisen lag).


    Sind immer noch Nachts Pferdefuhrwerke auf den Landstraßen unterwegs?


    Auf Brasov bin ich gespannt, war immerhin mal Kulturhauptstadt meines Wissens. Den Marktplatz werde ich vermutlich kaum wieder erkennen.

  • Abstecher nach Brașov

    Das im 13. Jahrhundert von Rittern des Deutschen Ordens als "Kronstadt" gegründete Brașov (250.000 Ew.) ist eines der wichtigsten Zentren Siebenbürgens (Transilvania) und von Bukarest mit der Bahn in knapp 3 Stunden gut erreichbar. Die Stadt besitzt neben der schönen Lage am Rande der Südkarpaten vor allem eine schöne und ausgedehnte historische Altstadt, wenn auch hier wieder stellenweise Einiges im Zerfall begriffen ist. Krass leider auch die unzähligen sozialistischen Wohnmaschinen vor der Altstadt ohne jeden Bezug zu gewachsenen städtebaulichen Strukturen oder Dimensionen.


    Über Wald und Täler geht es Richtung Transsilvanien...


    Die Annäherung an die Stadt ist zunächst nicht ganz frei von Irritationen





    Je näher zur Altstadt, desto mehr wuchs die Zuversicht






    Marktplatz mit dem Rathausturm







    Die "Schwarze Kirche" soll der wichtigste gotische Kirchenbau Südosteuropas sein




    Die wunderbare Synagoge










    Von der Festung Brașov hat man einen klasse Überblick



    Altstadt



    Bahnhof Brașov


    Das benachbarte Râșnov (15.000 Ew.), ebenfalls eine Stadt des Deutschen Ordens, mit der majestätischen Bauernburg



    Blick auf Castel Bran (dt. Törzburg, ca. 30km von Brașov), das Bram Stoker für seinen Roman Dracula sehr wahrscheinlich zum Vorbild nahm. Wer sich für die historische Figur Dracula (Vlad III. Drăculea "Țepeș") inkl. schauriger Legenden interessiert, hier Wiki. Dass Vlad III. sich jemals im Castel aufhielt, ist historisch nicht gesichert, trotzdem läuft die touristische Vermarktung als Dracula-Schloss natürlich auf Hochtouren.




    Bilder:Wagahai

  • Zurück in Bukarest:


    Altstadt oder was nach Kommunismus, Erdbeben 1977 und Ceaușescu noch von dieser übrig blieb. Genauer genommen handelt es sich um das Lipscani-Viertel (Leipziger Viertel), benannt nach den Händlern aus Leipzig, die sich bevorzugt in der späteren Strada Lipscani niederließen. Trotz der guten Anlagen - richtiges Altstadtflair kommt noch nicht ganz auf (vor allem die Gestaltung der Läden könnte netter sein), aber man bemüht sich, und es wird an vielen Stellen gewerkelt und verschönert.



















    Bilder:Wagahai


    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!