Dresdner Stadtgespräch

  • Die Wissenschaft sagt, dass sich in dicht bebauten Gebieten Feinstaub sammelt. Grund: weniger Wind als auf dem freien Land. Die Wissenschaft spricht von einem sogenannten städtischen Hintergrund und dieser schwankt auch nicht, geht also nicht im Berufsverkehr hoch und nachts runter sondern ist permanent hoch und beträgt ein vielfaches vom ländlichen Wert. Die Messstation Bergstraße hat ca. 2/3 Ferneintrag und steht dabei 1 Meter neben einer Hauptstraße/Bundesstraße/Autobahnzubringer und an einem steilen Anstieg. Dieser vervielfacht den Verbrauch und damit den Schadstoffausstoß. Trotzdem selbst in dieser Lage: 2/3 Ferneintrag.


    Was das jetzt mit Verkehrspolitik zu tun hat, erschließt sich mir erst mal nicht? Mir gings eher um das Zubauen jeder Freifläche und dem generellen Neubau von Blockrändern. Die stoßen zwar keinen Feinstaub aus, sorgen aber dafür, dass Feinstaub aus Gesamteuropa und Afrika dort dran hängen bleibt, weil kein laues Windchen weht.


    Wie die Königsbrücker gebaut wird, ist mir persönlich eigentlich egal, weil ich diese Straße im Prinzip nie nutze. Aber bei einer eventuellen Bürgerbefragung werde ich natürlich für die 4-spurige Variante stimmen, weil ich diese für alle (!) Verkehrsträger am optimalsten erachte. Und wenn es dann doch 2-spurig wird? Ja dann stehen die Leute halt dort im Stau. Man kann niemand zu seinem Glück zwingen.


    Anwohnerparkzonen? Ja warum nicht. Meinetwegen gerne jeden Parkplatz stadtweit kostenpflichtig machen. Ich werde in Zukunft meine PKWs auf dem Grundstück parken und für die paar Besuche zahle ich doch gerne. Ebenso bin ich noch nie auf die Idee gekommen, irgendwo in der Nähe der Innenstadt zu parken und mir einen kostenlosen Parkplatz zu suchen. Ich fahre dorthin wo ich hin möchte und dann zahle ich die paar Kröten. Solche Maßnahmen erscheinen mir eher dazu da, den EFH-Bau zu fördern, wo man dann seinen eigenen Parkplatz direkt vor der Tür hat.


    Ebenso alle Maßnahmen zur Verringerung der PKW-Geschwindigkeit in Dresden. Die allermeisten attraktiven Arbeitsplätze finden sich nun mal bestenfalls am Stadtrand. Ob es die Gewerbegebiete Kesseldorf oder Gittersee sind, ob Global Foundries oder Infineon. Selbst die Uni ist doch sehr Autobahn-nah (von Bannewitz kommt man sogar super mit dem Rad hin... wenn das Wetter gut ist). In der Innenstadt kann man wählen, ob man Verkäufer bei Primark, bei C&A oder bei H&M macht. Akademiker-Jobs sind rund um Centrum-Galerie und Altmarkt-Galerie Mangelware. Also warum sollte ich mich jeden Tag von Striesen quer durch die Stadt zu GlobalFoundries (oder nach Gittersee oder Kesselsdorf) quälen, wenn ich von Radebeul oder Moritzburg um so schneller dort bin und mich nicht 22x pro Woche in der Rush-Hour durch die Stadt quäle, sondern 3-5x im Monat in der Nebenzeit um Freunde und Familie zu treffen?


    PS: Heute war mal wieder kein Radwetter, oder? Ein paar wenige Mutige waren unterwegs. Und auch die ÖPNV-Wartestationen waren nicht so gefüllt wie sonst - vielleicht sollte man mal eine Debatte über vermeidbaren ÖPNV führen? :D


    PS: Eine andere Verkehrspolitik ist Mehrheitswille? Mehr als 2/3 der Dresdner (ohne Befragung von Umlandbewohnern!) haben für die MIV-Brücke am Waldschlösschen gestimmt. Von den nichtmal 1/3-Gegnern waren zahlreiche für einen MIV-Tunnel unter Ausschluss der Radfahrer und nur eine kleinste Minderheit hat sich gegen beides ausgesprochen. Das diese Minderheit besonders laut war, ändert nichts daran, dass es eine kleine kleinste Minderheit war. Naja egal... :D

  • ^ Na, haste mal wieder bissel rumgegoogelt und was rausgepickt? Nee, so bekommt man keinen Durchblick, da muss man eine Stadt schon als Organismus im Ganzen verstehen.
    Es lohnt hier zwar keine Antwort, aber ich will doch noch paar Dinge korrigieren:


    1. der Abstand jeder Meßstation ist vorgeschrieben - EU-weit. Deshalb musste Hilbert auch zurückgepfiffen werden.
    2. Feinstaub, wenn du schon drauf rumreitest (zu deinem Autofahrernachteil), gilt nunmal als gefärhlicher Schadstoff - steigende Krebs- und Asthmaraten beweisen das vielleicht. Der Reifenabrieb macht einen Teil des Feinstaubs aus.
    3. Das sich das mit der Verkehrspolitik für dich nicht erschließt ist Eigenverschulden.
    4. Wer speziell an der Köbrü noch 4 Spuren fordert, hat nichts begriffen. Was du als "optimalste" Variante erachtest, ist eben nur Folge vollumfänglicher Desinformation.
    5. Warum schließt du bei kostenpflichtigen Stellplätzen nur auf dich? Wie erwähnt, stellt man fest, dass die Mehrheit der "Anderen" eben doch auf jeden Euro achten. Die "bewirtschafteten" Zonen entleeren sich kurzfristig von ortsfremdem Autoverkehr. Die jeweiligen Anwohner haben auch dort alle "ihren" Parkplatz mehr oder weniger "vor der Haustür". Also kein nennenswerter Unterschied zur EFH-Siedlung. Die 30 Euro pro Jahr (50,- für 2 Jahre) nerven nicht wirklich jemanden. EFH-Standorte werden dadurch nicht gefördert. Im Prinzip werden sie gar nicht mehr "gefördert", da es nunmal die umweltschädlichste Siedlungsform mit größtem Ressourcheneintrag und negativster Energie- und CO2-Bilanz ist. Nun sind die Spritpreise schnell wieder auf altem hohem Niveau - also es ist derzeit eher von "Flucht in die Städte" zu reden als von überlebter EFH-Idylle, die meist ungebildete Leute bevorzugen, die vielleicht noch sehen, dass es "ihren eigenen" Kindern "gutgeht", aber ansonsten ihre Verantwortung vor Mitmensch und Umwelt leugnen oder verdrängen.


    6. Ich kenne einige Leute, die ihre "tollen" Firmenarbeitsplätze aufgaben, wo sie echt ausgenutzt wurden, und nun lieber an Uni oder sonstwo in der Stadt arbeiten. Die Innenstadt besitzt die großen Behörden und die Regierung/Ministerien. Etliche Jobs in Hochschulen und Kultur, bei Drewag oder sonstwo. Also ich bin mir nicht sicher ob die paar HighTechMitarbeiter über ihren täglichen Arbeitsweg so begeistert sind. In der Stadt droht immer Stau, auf der Autobahn auch. Im Großen und Ganzen kommt die Mehrheit im Auto aber gut durch Dresden. Also das mit den "qualifizierten Jobs" sehe ich etwas anders. Was stimmt ist, dass direkt im Zentrum kaum gehobene Bürojobs der Privatwirtschaft zu finden sind - ja eigentlich in ganz Dresden eher wenig. Aber das hat tiefe strukturelle Gründe.


    8. Weiß der Fuchs, wo du immer nach Radfahrern suchst oder angeblich leere Busse herumirren siehst? Da dir es aber häufiger auffällt, zeigt es allein, dass Dresden bisher eine völlig falsche Verkehrspolitik betrieb und jeder Hinz und Kunz glaubt, die Stadt verlärmen und verpesten zu können. Das ist nicht Stand des heute üblichen Umgangs damit. Der ÖPNV soll weiter ausgebaut - also durch viele Dinge attraktiver werden - und das wird er ja auch. Die Radbedingungen sind immer noch "stadtweit verbesserungsbedürftig", dennoch steigt der Radanteil. Wenn zuwenige das Rad wählen, müssen die Anreize geändert werden - dann wirst auch du Radfahrer sehen.
    Gleiche Behauptungen kann auch ich zur Genüge darstellen: ich sehe stundenlang kaum ein Auto in den Stadtteilen unterwegs - wozu brauchen wir überhaupt so fette Strassen? Von Westbesuchern denken bestimmt nicht wenige: na das ist aber ganz schön überdimensioniert alles. Ob das nun stimmt oder nicht. Im Prinzip sind Dresdens Strassen nur morgens und nachmittags eine kurze Zeit lang "voll". Ansonsten wirkt die Stadt flächig wie ausgestorben. Seis drum.


    9. WSB? Was interessiert denn das uralte Votum? Jetzt sind ein Großteil der Leute für den VEP2025, haben RotGrünDingsbums gewählt und selbst die CDU sieht manche Sache jetzt anders. Ich hätte auch gedacht, dass die Mehrheit "der Dresdner" für mehr Sonntagsöffnungen ist, aber wie man sieht, bestimmt nicht mehr durchweg die alte Vorgestrigkeit das Wesen der Stadt sondern möglicherweise eine etwas klügere jüngere Generation. Die Stadt ist gerade am Scheideweg und sozusagen "am Kippen". Mal sehen ob wir in Kürze die neuesten Neuigkeiten hier berichten dürfen. Unreflektierten Kindergarten hat diese Stadt wirklich nicht mehr nötig - es war ja lang genug so.

  • Ich habe mittlerweile auch die Vorteile der Sonntagsschließung erkannt. Da kann man in Ruhe mit dem Auto durch eine leere Stadt fahren und das Auto in einem leeren Parkhaus abstellen und dann in die geöffneten Bars/Restaurants/etc. gehen. Samstagabend übrigens genauso wunderbar. Wenn man sich 19h in der Stadt trifft, dann haben sich die Parkhäuser von den Shoppern schon wieder geleert. Wunderbar. :)


    Deine Rechnung mit der Ökologie von MFH und EFH ist weitab von der Realität. Ich wohne in einem sanierten Altbau (Denkmal und so in Striesen) und wir verbrauchen hier 220 kWh je qm an Heizenergie. Ein Standard-Neubau nach EnEV 2014 hat einen Heizenergiebedarf von maximal 45 kWh je qm. Mit einigen Extras, welche wir eh einbauen, kommen wir vielleicht auf realistisch 30 kWh je qm. Eine PV-Anlage mit Speicherlösung ist ebenfalls geplant, so dass wir wohl nicht mehr als einige, wenige 100 kWh aus dem Netz ziehen werden - pro Jahr. Das Auto bleibt erstmal konventionell, aber wenn sich e-Autos in der Masse durchsetzen, dann werden wir sicher auch wechseln. Und das wird kommen, weil e-Autos prinzipiell um einiges billiger und verschleißärmer sind als konventionelle Autos, sobald man das mit der Batterie hinbekommen. In Summe und das ist einfachste Mathematik, kann ich aber locker behaupten, dass wir in Zukunft für Elektrizität, Wärme und Mobilität (2 konventionelle Autos zu etwa je 7.000km) zusammen weniger Energie verbrauchen als wir jetzt allein in wenigen Monaten im Winter verheizen. Und dieser Vergleich trifft so auf die allermeisten nicht mit einer dicken WDVS-Schicht (oder monolith mit T8, T9, etc.-Steinchen) bedeckten Gebäude zu. Und wir vergleichen hier ein 5-Zimmer-Haus mit einer 2-Zimmer-Wohnung und trotzdem gewinnt die EFH-Wohnung den Ökologie-Vergleich locker.


    Es kann ja sein, dass in Gesamtdeutschland der Verkehr neben den Gebäuden einen weiteren wesentlichen Beitrag leistet. Aber der Sektor Verkehr setzt sich aus den mit Braunkohlekraft betriebenen Straßenbahnen und der Deutschen Bahn zusammen, ebenso wie aus massenhaft Transitverkehr, LKW-Verkehr, Flugzeugen, Schiffen, Wirtschaftsverkehr im kleinen und großen. Unsere Firma hat zig Außenhandelsvertreter welche ihre 40.000-60.000km im Jahr runterspulen müssen weil... ja weil der Kunde es eben möchte, dass der Vertreter auf der Matte steht. Aber der MIV in der Stadt macht in diesem riesigen See an Verkehr wirklich gar nix aus. Wir fahren ganzjährig mit 2 PKW und trotzdem ist der Energieverbrauch dafür gerade mal die Hälfte davon wie wir in wenigen Monaten verheizen. Die Relationen und Einsparpotentiale sind bei Gebäudedämmung einfach mal grundsätzlich in anderen Dimensionen.


    Nicht-WDVS-Gebäude haben meist etwa 200-250 kWh je qm. Mit Dämmung, kontrollierten Wohnraumlüftung sowie Tausch von Fenstern und Türen kommt man auf 30-45 kWh je qm. Das ist Faktor 5-8.


    Ein BMW i3 verbraucht 12,9 kWh je 100 Kilometer, die DVB-Straßenbahnen 10,6 kWh. Das ist Faktor... naja rechne es aus.


    In einem ungedämmten Altbau wohnen ist die einzige große ökologische Katastrophe. Ein aktuelles Haus mit PV-Anlage und 2 e-Autos verbraucht soviel Energie für die Themen Elektrizität, Mobilität und Wärme wie eine ungedämmtes Wohnung in 3-4 Winterwochen allein für Wärme.


    Das ist alles simple Mathematik und nachprüfbar. So sind die Fakten.


    1. der Abstand jeder Meßstation ist vorgeschrieben - EU-weit. Deshalb musste Hilbert auch zurückgepfiffen werden.
    2. Feinstaub, wenn du schon drauf rumreitest (zu deinem Autofahrernachteil), gilt nunmal als gefärhlicher Schadstoff - steigende Krebs- und Asthmaraten beweisen das vielleicht. Der Reifenabrieb macht einen Teil des Feinstaubs aus.
    3. Das sich das mit der Verkehrspolitik für dich nicht erschließt ist Eigenverschulden.


    Die Messtation steht einen Meter neben der Fahrbahn. Einer der meistbefahrensten Strecken Dresdens und aufgrund der Hanglage ist der Benzinverbrauch und damit der Schadstoffausstoß an dieser Stelle überproportional. Fahre dort mal mit dem Rad hoch und merke, wie schwer der Anstieg ist. Genauso muss der Motor eines Autos und noch viel mehr der Motor von schweren Fahrzeugen wie LKWs oder Bussen dort arbeiten. Das ist nicht einfach nur der doppelte Verbrauch sondern ein vielfaches. Also es ist wirklich einer der ärgst-belasteten Stellen von Dresden. Trotzdem ist es auch an dieser Stelle 2/3 Ferneintrag. Also stelle jeden Verkehr in ganz Dresden ein, vor allem auch LKWs und Busse. Verbiete auch das Radfahren und das Gehen mit Gummisohlen. Was wird übrig bleiben? Immer noch 2/3. An dieser extrem belasteten Stelle 2/3 und an anderen, "normalen" Hauptstraßen sicher mindestens 3/4 bzw. in Nebenstraßen der allergrößte Teil. Mit null Verkehr sinkt die Feinstaub-Belastung ein wenig, stellt keiner in Frage, aber nur minimal. Die eigentliche Ursache, neben der Dresdner Talkessellage, ist die dichte Bebauung. Der größte Teil des Feinstaubs kommt nun mal aus Gesamt-Europa und Afrika und dieser größte Anteil daran lässt sich, rein theoretisch, nur durch eine offene Bebauung vermeiden in welcher der Wind wehen kann und den Feinstaub eben auch wieder aus der Stadt heraus bringt. Auch der Blockrand selbst null Feinstaub emittiert, sorgt er dafür, dass sich Feinstaub in Dresden sammelt.


    Die jeweiligen Anwohner haben auch dort alle "ihren" Parkplatz mehr oder weniger "vor der Haustür". Also kein nennenswerter Unterschied zur EFH-Siedlung.


    Der VEP fordert das Wirtschaftlich machen von Quartiersgaragen. Ebenso ist die vollkommene Privatisierung von Stellplätzen ja keine neue Forderung, sondern nur konsequent zu Ende gedacht und wird so auch vielfach gefordert. Kostenpflichtige Parkplätze dagegen schießen ja wie Pilze aus dem Boden. Nach dem Parkhaus auf der Bautzener kommt jetzt eins am Albertplatz und attraktiviert damit deutlich das Neustadt-besuchen per PKW. Ich denke ich bin nicht der einzige, dem die paar Kröten egal sind, aber der sich freut, dass man im bester Lage einen kostenpflichtigen Parkplatz bekommt. Ob nun am Albertplatz für die Neustadt oder die Tiefgarage unter dem Altmarkt. Dann zahle ich halt 5x im Monat für ein paar Stunden und habe ansonsten meinen eigenen Stellplatz 5 Meter von Hauseingang entfernt.


    Nun sind die Spritpreise schnell wieder auf altem hohem Niveau - also es ist derzeit eher von "Flucht in die Städte" zu reden als von überlebter EFH-Idylle


    Was spielen die Spritpreise für eine Rolle? Für meine Arbeitsstelle etwa bräuchte ich sowieso ein Auto wie so viele der Leute die eben in den oben genannten bevorzugten Job-Regionen von Dresden arbeiten und von Striesen bis zu meiner Arbeitsstelle ist es weiter als vom künftigen EFH zu meiner Arbeitsstelle. Du verwechselst Dresden mit prosperierenden West-Städten wie München oder Hamburg, wo tägliche Pendelwege von 30-40km normal sind, damit man bezahlbare EFH-Grundstücke bekommt. Wer in Kesselsdorf, Bannewitz oder Pesterwitz baut, der hat es unter Umständen sogar näher als ein Leubener, Klotzscher, Prohliser oder Trachenberger. ÖPNV Bannewitz - Hauptbahnhof: 11 Minuten inkl. Anschluss an die GuteNachtLinien.
    Aussage von mehreren Freunden deren Eltern in Vororten wohnen: EFHs sprießen zur Zeit aus dem Boden wie nie. Wer sich die Projekte in Bezug auf bauträgerfreie Grundstücke mal anschaut, der sieht das die immer größer werden und immer schneller weg gehen. Die Welle von der Stadt ins Umland ist ungebrochen. Zahlenmäßig wird das im Moment davon überlagert, dass viele von ganz weit weg nach Dresden ziehen (Erzgebirge, Hoyerswerda, etc.), aber dieser Trend geht auch nicht ewig. Irgendwann sind die "abgehängten" Landstriche entvölkert.


    In der Stadt droht immer Stau, auf der Autobahn auch. Im Großen und Ganzen kommt die Mehrheit im Auto aber gut durch Dresden.


    Na was denn nun? Auf der A17 gibt es das Wort Stau jedenfalls nicht. Gibt es jetzt in der Stadt Stau oder kommt man gut durch? Wenn ich 20h am Samstag Freunde besuchen fahre und nachts 2h nach Hause, kommt man jedenfalls gut durch. Daran wird wohl auch nur ein totales MIV-Verbot etwas ändern. Das ist bestimmt auch mehrheitsfähig. :)


    8. Weiß der Fuchs, wo du immer nach Radfahrern suchst oder angeblich leere Busse herumirren siehst? Da dir es aber häufiger auffällt, zeigt es allein, dass Dresden bisher eine völlig falsche Verkehrspolitik betrieb und jeder Hinz und Kunz glaubt, die Stadt verlärmen und verpesten zu können.


    Es zeigt ganz deutlich die Grenzen von ÖPNV und Fahrrad. Ein Fahrrad eignet sich für den größten Teil der Bevölkerung nur für kurze Strecken bei gutem Wetter. Den Hauptanteil am Verkehr machen aber lange Strecken aus. Und der ÖPNV funktioniert nur dort wirtschaftlich, wo wirklich Massen unterwegs sind. New York, London oder die Innenstadt von Dresden. Sobald es in die Randbereiche geht, wird der ÖPNV ineffizient. Wenn der ÖPNV eine Alternative sein soll, dann braucht man ein 300-Meter-Netz (d.h. jeder Mensch maximal 300 Meter entfernt von einer Straßenbahnstation welche ihn in maximal 45 Minuten zu seinem Ziel bringt) im Einzugsbereich von Dresden. D.h. von Meißen über Thiendorf, Bischofswerda, Bahretal, Liebstadt, Glashütte, Dippoldiswalde, Klingenberg, Tharandt, Klipphausen. Jeder Station muss mit jeder anderen Station in maximal 45 Minuten erreichbar sein, Tag wie Nacht. Sobald so ein Netz existiert, wird der MIV in Dresden verzichtbar. Wie realistisch ist das?
    Wie ich schon mal gesagt habt. So effizient der ÖPNV zwischen Postplatz und Pirnaischer Platz ist, so ineffizient ist er wenn man jeden Punkt in Sachsen damit verbinden möchte. ÖPNV ist nur für Nutzer möglich, für welche der Startpunkt und der Endpunkt eine hohe ÖPNV-Gunst haben. Er hat eine Entlastungsfunktion für den MIV und ermöglichst sozial schlechter gestellten Personen Mobilität. Das ist ne Menge, aber mehr ist das auch nicht.


    Wenn zuwenige das Rad wählen, müssen die Anreize geändert werden - dann wirst auch du Radfahrer sehen.


    Endlich mal wird eine Wettermaschine erfunden. Lange hat es gedauert.


    Gleiche Behauptungen kann auch ich zur Genüge darstellen: ich sehe stundenlang kaum ein Auto in den Stadtteilen unterwegs - wozu brauchen wir überhaupt so fette Strassen?


    Wenn aller paar Stunden mal ein Auto vorbei kommt, ist es schon zu viel MIV? Na was nun? Hat Dresden zu viel MIV oder ist mehr 0 schon zu viel? Ok, also: Meine Beobachtungen kommen aus der Hauptverkehrszeit. Ja, an sonnigen, trockenen Tagen sind auch mal Radfahrer unterwegs, aber schon die Ankündigung eines eventuellen Gewitters am nächsten Tag sorgt anscheinend schnell dafür, dass das Fortbewegungsmittel Wetterschutz hat. Und wozu brauchen wir die Straßen? Ja mindestens damit Rettungswagen durchkommen. Allein deswegen braucht es schon Straßen. Oder Möbeltransporter, Baufahrzeuge um schön WDVS-Platten anzuliefern und die Müllabfuhr soll im Moment auch noch das präferierte Mittel der Müllentsorgung vor der privaten Müllverbrennung (uhhh Feinstaub) mittels Haufen machen und Spiritus drüber sein. Und wenn die Straßen eh schon unabhängig vom MIV notwendig sind, dann kann man sie ansonsten ja auch gleich noch für den MIV freigeben, statt dass sie tagelang leer bleiben. Und die Straßenränder braucht es für parkende Fahrzeuge, wobei man das ja minimieren könnte, indem man stadtweit Gebühren verlangt und zwar auch für Anwohner.


    Im Prinzip sind Dresdens Strassen nur morgens und nachmittags eine kurze Zeit lang "voll". Ansonsten wirkt die Stadt flächig wie ausgestorben.


    Ein klarer Anreiz also dafür, seinen Arbeitsweg staufrei zu gestalten indem man außerhalb wohnt und nur bei dringendem Bedarf an Stadt eben diese aufzusuchen.


    EFH-Idylle, die meist ungebildete Leute bevorzugen


    Rischtisch! Die meisten EFH-Besitzer die ich kenne sind Geschäftsführer, Führungskräfte/Leitende Angestellte oder sogar Künstler. Das passt eigentlich voll auf deine Beschreibung. Man muss dazu sagen, manche erben auch ein altes EFH in Dorflage, sowas ist tlw. unabhängig von der sozialen Schicht. Da können auch paar Hochbegabte dabei sein, aber ansonsten hast du Recht. Neubau-EFHs mit Grundstück kosten heutzutage so viel, dass man dafür schon einiges legen muss (wie eben auch für Neubau-Wohnungen in der Stadt ohne Garten und ohne Grundstück) und dafür muss man einiges angespart haben und einiges verdienen. Nach dem Motto die dümmsten Bauern bekommen die dicksten Kartoffeln muss für so ein Einkommen schon einiges un Ungebildetheit angesammelt haben.

  • ^ Ich glaube, unser Troll hätte sich seine Zeit ruhig sparen können, denn wer mag den Schmarrn lesen? Ich nicht. Die Erde ist numal keine Scheibe mehr - auch in Dresden nicht. Das sind die Fakten. Für dich wird es heißen: lernen, lernen oder weiterhin scheitern. Wie hältst du es nur im so arg "linksgrün-versifften" Blasewitz-Striesen aus und warum vergeudest du hier nutzlos lange Stunden anstatt dein Häusel zu bauen?
    Ich denke, dir kommt es allein darauf an, immer rechthaberisch zu bleiben und das quasi "letzte Wort" zu haben. Auf Argumente gehst du nicht ein, eigene Argumente sind Fehlanzeige - es erschöpft sich in selektivem Subjektivismus bis zu Falschaussagen infolge vollumfänglicher Desinformation. Damit hast du echt ein Problem. Aber das interessiert hier doch keinen. Also viel Spaß beim weiter Zumüllen deines Heimatstadt-Architekturforums. Ach, und weil das nicht reicht, neuerdings auch des sogenannten "Konkurrenzforums". Das ist wahrlich eine Spitzenleistung.
    Leider fehlt es dem dresdner Forum an einem sachkundigen und v.a. durchgreifenden Moderator, nur dadurch ist dieser Kindergarten überhaupt möglich. Ich jedenfalls (und offensichtlich auch sonst niemand) will zuviel Zeit für dich vergeuden, da musst du dich schon selber kümmern. Ansonsten ist es mir recht egal, wenn du auf deinen vielfältigen Irrglauben sitzen bleibst. Ich kanns - wie gesehen - ja auch nicht ändern. Dresden wird sich - entgegen deinen Annahmen - weiterentwickeln. Der kriegsgeschundenen Stadt ist es zu wünschen.

  • Linksgrün versifft? Striesen ist vollgeparkt mit Autos bis zur letzten Ecke, zumindest Nachts. Ich dachte Linksgrüne meiden Autos wie der Teufel Weihwasser? Die autolose Gesellschaft findet sich eher in Prohlis wieder, jedenfalls wenn man sich die dort relativ entspannte Parkplatzsituation im Gegensatz zu Striesen anschaut, welche im krassen Gegensatz zur hohen Dichte von Wohnungen steht.


    Ein Altbau ist energietechnisch schlimmer als jeder private PKW, das ist Fakt. Daher kann ich Personen die PKWs allein aus Umweltgründen kritisieren, aber nicht für die umfassende und sofortige Sanierung des Gebäudebestandes auf mindestens KFW70 eintreten nicht Ernst nehmen. Man kann auch mit Innendämmung und anderen Sachen planen und ja man könnte die Gebäude halt einfach auch als Denkmal leer stehen lassen. Aber so einen Altbau ohne umfassende energetische Sanierung bewohnen ist aus Umweltsicht einfach nur miefig.


    Ebenso wird es in der breiten Masse keinen grundlegenden Wandel der Mobilität geben. Ob der PKW nun 80 Prozent oder 75 Prozent im Jahr 2030 ausmacht - er ist und bleibt das führende Fortbewegungsmittel. Vielfach geht es auch nicht anders. Gleichzeitig funktioniert die Fortbewegung per ÖPNV auch nicht grundlegend anders. Busse fahren mit Diesel und sind vom Wohl und Weh der Antriebsentwicklung der Fahrzeugindustrie abhängig. Im Moment sind die miefigen Dresdner Diesel-Busse eine größere Umweltkatastrophe als jeder MIV mit Ottobenziner. Auch das ist Fakt, siehe Feinstaub, Dieselruß und andere Schadstoffe. Andererseits ist die Straßenbahn nur so umweltfreundlich wie der Strom, welchen sie bezieht. Im Moment also hauptsächlich Braunkohle. Hier ist der Straßenbahn-Mitfahrer aber mal direkt auf den EFH-Besitzer angewiesen, der Strom per Photovoltaik produziert und einspeist. "Dächertec" funktioniert alleine mit dem paar MFH-Dächern in der Stadt nicht. Noch dazu überbieten sich EFH-Erbauer geradezu, den Energieverbrauch noch weiter zu optimieren, erneuerbare Energien noch weiter zu fördern und alles noch ein wenig effizienter zu machen, während bei MFHs in Dresden zumindest doch immer nur 08/15 verkauft wird in Sachen Energiewende. EFHs ohne kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sind heutzutage äußerst selten. Bei den Dresdner MFH-Projekten ist selbst so eine einfache Maßnahme ein Fremdwort. Und so sollte man zuschauen, dass man vor allem technische Lösungen für die Energiewende findet und fördert. Mit Photovoltaik, Windkraft, Stromspeichern, dem e-Auto, Biogas und Technologien wie Power-to-Gas stehen so einige Lösungen bereit, welche aber gefördert werden müssen. Und Knackpunkt der Energiewende ist immer noch, den Verbrauch zu minimieren. Ein EFH mit PV-Anlage, welche den Großteil des eigenen Strombedarfs sowie des e-Auto-Strombedarfs deckt ist bereits heute bei jedem EFH möglich. Für die beiden Bereiche Elektrizität und Mobilität stehen Lösungen parat, welche vielleicht noch ein paar Tausender zu viel kosten, aber prinzipiell die Energiewende möglich machen. Das ist aber alles kein Problem, weil ein Privathaushalt mit 4 Personen und energiesparenden Geräten etwa 2.500 - 3.000 kWh verbraucht und für 15.000 km Mobilität per e-Auto (2x7.500km) dann noch mal 1.500 - 2.000 kWh. Heutzutage kann man auf ein EFH eine Anlage von 10.000 kWh Jahersleistung bauen und Energiespeicher kosten auch nur einige tausend Euro, so dass der Netto-Bedarf eines entsprechenden EFHs aus dem Stromnetz nur noch wenige hundert kWhs im Jahr entspricht. Für die gesamte Hauselektrizität und 2 e-Autos zusammen genommen! Auch bei einem neuen EFH nach KFW-irgendwas-Standard ist das größte Probleme nach wie vor die Wärmeenergie. Selbst bei tollstem Baustandard sind einige tausend kWh Wärme notwendig und das wird in Zukunft kosten. Aber das alles ist ein Witz gegen einen Gründerzeit-Altbau. Hier reden wir nicht von einigen hundert kWh elektrisch und einigen tausend kWh Wärme sondern von weit über zehntausend kWh allein für Wärme. Hier an diesem Punkt scheitert die Energiewende einfach im Moment. Am alten Gebäudestandard und dort vor allem an Altbauten. Deswegen, die Aussage MFH Wohnen wäre ökologisch ist sooo fern ab der Realität, das ist einfach nur ein Witz. In einem idealtypischen Neubau-MFH vielleicht, wobei nicht vom Bauträger gebaut sondern von ähnlich fachkundigen und fordernden Leuten wie es EFH-Erbauer sind. Aber nein, was heutzutage in Dresden als MFH-Neubau durchgeht und verkauft wird, würde sich so kein EFH-Erbauer hinstellen. Das ist orientiert am erlaubten Minimum, jedenfalls energetisch. Aber Hauptsache im Prospekt kann man mit mehr oder minder toller Badkeramik punkten und Parkett ist dabei (Hatta Parkett? Hatta! Hatta!).


    Was wir bräuchten wären 5,00 EUR für den Liter Super oder Diesel, aber auch 0,50 EUR für die kWh Gas und 5,00 EUR für den Liter Heizöl. Dann ist die Energiewende in 5 Jahren geschafft.

  • Es wäre wirklich nicht zu viel verlangt, wenn ein Moderator den obigen "Diskutanten" einmal mehr oder weniger nachdringlich daran erinnern würde, was der eigentliche Zweck dieses Forums ist. Ich glaube kaum, dass Elli und ich die einzigen sind, denen dieses inhaltslose und sinnfreie Geschwurbel gehörig auf den Zeiger geht...

  • Im Kern ging es darum: Selbst an stark befahrenen Hauptstraßen macht der gesamte Verkehr (LKWs, Busse, Lieferwagen, Motorräder und eben PKWs) gerade mal 1/3 des Feinstaubs aus. Selbst an diesen extremen Stellen sind 2/3 Ferneintrag. In weiten Stadtgebieten von Dresden ist fast allein der Ferneintrag von Feinstaub verantwortlich. Und dieser Ferneintrag von Feinstaub sammelt sich in Dresden einerseits wegen Talkessel-Lage - okay Pech gehabt, aber andererseits wegen der übermäßig dichten Bebauung. Und hier wird es dann sehr relevant im Bereich Städtebau. Die ästhetischen und städtebaulichen Ansichten kollidieren hier mit der Gesundheit der Dresdner. An der Talkessel-Lage kann man nichts ändern, aber eine offene Bebauung mit genügend Freiflächen und nicht stellenweise und vereinzelt Windschneisen können helfen, die Feinstaub-Belastung zu reduzieren. Blockrand ist da aber eben genau das falsche Mittel.


    Und was ist der Zweck eines Forums? Ja richtig, Diskussionen und nicht nur bloßes Bildchen posten. Für Bildchen-Monologe eigenen sich Blogs eher (Bausituation Dresden). Wenn hier jemand ideologieverblendet behauptet, MFHs, Geschosswohnungsbau und Dicht auf Dicht wohnen wären ökologisch oder gar der Weißheit letzter Schluss, dann muss ich diesen Irrungen und Wirrungen klar widersprechen und bin auch bereit, ein wenig das Große und Ganze zu erklären. Wenig Energie verbrauchen ist ökologisch und wenn man Energie verbraucht, dann am besten eigene und nachhaltig produzierte. Die EU-Strategie zur Energiewende sagt: Jedes Gebäude sollte möglichst die Energie die es benötigt auch selbst produzieren und zwar nachhaltig. Dezentral ist DAS Stichwort der Energiewende. Und diesen 2050-Vorgaben muss sich jede Stadt stellen, auch Dresden. Daher gönne ich jedem MFH-Bewohner auch seine Wohnung, irgendwo hat man ja noch das persönliche Recht so zu wohnen wie man möchte, aber das Wohnen in einem für Dresden typischen Altbau als ökologisch zu bezeichnen nur weil man vielleicht auf den PKW verzichtet - Nein, ganz sicher nicht. Die Dinger, wo wir wieder beim baulichen Aspekt der Energiewende sind, müssen restlos saniert werden. Das kann super denkmalgerecht erfolgen mit Innendämmung, Erdwämeheizung, KWL über Erdrohre und was weiß ich, aber wenn es eine Energiewende geben soll, dann müssen auch die Altbauten mitmachen. Wie gesagt, gerne auch super denkmalgerecht, muss halt jemand zahlen. Bis 2050 ist der vollständige Gebäudebestand auf einen Stand zu bringen, bei dem Gebäude nahezu keine externe Energie mehr benötigen. Das trifft auch auf ALLE Dresdner Häuser zu und wenn es nach den Grünen ginge dann schon bis 2030.

  • ^ nur ist das nahezu kompletter Unsinn, den du verbreitest. Woher soll Ottonormalbürger auch die Zusammenhänge verstehen? - Grundproblem einer durchspezialisierten Welt. Deine selbst zusammengeschusterten Erklärungsversuche aus einer Basis des Nichtwissens heraus bleiben grundlegend falsch. Du müllst dein Heimatstadtforum mit Falschaussagen zu. Das ist geradezu sträflich. Da du beratungsresistent bleiben willst, verschwende ich keine weitere Zeit. Dass mit "bunten Bildchen" und "Monologen" gebe ich gern zurück - wie kindisch von dir. Deine willentliche Beharrlichkeit, weiter im sinnfreien Dunkel herumzustochern, erinnert doch arg an die Causa Töbi - bockiges Kind.
    Nur was soll das? Ich muss weiter: bunte Bildchen machen und Monologe führen. :biggrin30

  • Unsinn ist alleine deine Ignoranz gegenüber den allgemein anerkannten Prinzipien der Energiewende. Es geht um eine drastische Reduktion der Energienutzung und um eine nachhaltige und dezentrale Produktion der restlichen Energie möglichst dort, wo sie auch benötigt wird. Das laesst sich alles in EU-Papieren nachlesen. Und auch der Ansatz von B90\Grüne ist da nicht anders, nur deR Zeitraum eher bis 2030 angesetzt als 2050. Gebäude haben bis dahin moeglichst autark zu funktionieren und nur minimalste Mengen aus dem Netz zu ziehen. Ein EFH im KFW40 Standard mit 9kWp PV, Solarbatterie und e-Autos zur Fortbewegung passt in das Konzept der Energiewende. In einem energetisch sinnfreien Altbau wohnen und mit der Braunkohle-Strassenbahn fahren ist kein nachhaltiges Prinzip.

  • ^ Na und? Dann glaube doch an deine "Prinzipien" oder "EU-Papiere". Nur mal ein Gegenbeispiel: Wie passt zu deiner "Hausautarkie" der massive Ausbau der Fernwärme (Drewag) in diesen Jahren??? Na, egal. Aber ich hoffe du merkst es selbst, dass du mangels Verständnis längst (und mal wieder) angefangen hast zu ideologisieren. Der Rest ist kindliche Polemik ("Braunkohle-Strassenbahn"). Ich merke mir also jetzt: Tram und wohl auch Fernwärme laufen in Dresden also nur mit und dank heimischer Braunkohle - übrigens ebensolcher von deines CDU-Super-Tillichs Gnaden. Danke für die Info.
    Kleiner Tip: in Königsbrück wird gerade ein großes neues EFH-Gebiet erschlossen - man sucht noch zahlreiche Bauwüti... ähm -willige. Da sollte doch was für dich dabei sein. Zur Grundsteinlegung vor Tagen war sogar der Tillich dabei.
    Ähm... wie hieß der Strang hier noch gleich? Ach so: Braunkohle - Grundlage sächsischen Wohlstands.


    ps: ich habe übrigens keine Lust, zur "Bausituation Dresden" oder dergleichen zu wechseln. Tut mir leid, solchen "Blog" hatte ich zuvor bereits als Versuch. Aber vielleicht hast du ja Lust, zu einem EnEV-EFH-CO2-Braunkohle-E-Mob-Blog oder Forum zu wechseln. Stadtbild-Deutschland war da kürzlich schonmal ne denkbar schlechte Wahl. Einfach mal Klimaleugner oder Umweltsünder googln - muss sich doch was finden lassen.

  • Wie passt der jüngst vorgestellte neue Q7 zur Energiewende? Nur weil es jemand macht, heißt das nicht, dass es irgend einem nachhaltigen Prinzip folgt. Das Dresdner Fernwärmenetz speist sich einzig und allein aus fossilen Brennstoffen, in diesem Fall Erdgas.


    Fairerweise muss man sagen, dass es im Erdgas-Netz natürlich einen Anteil von etwa 0,5 Prozent Biogas gibt, also ist das Dresdner Fernwärmenetz nur zu 99,5% fossil - yeah. Vielleicht kommt irgendwann in der Zukunft der Punkt, wenn 5 Prozent des jetzigen Verbrauchs mit Biogas gedeckt werden kann und 5 Prozent mit Power-To-Gas unter Nutzung der Überschussenergie an besonders sonnigen oder windigen Tagen. Und wenn der Energieverbrauch um den Faktor 10 verringert wird, dann geht es sich auch aus mit der nachhaltigen Beheizung von MFH-Häusern. Allerdings ist ein Fernwärmenetz nur dann effizient, wenn hohe Mengen bewegt werden und Wärme so nicht lange in den Leitungen steht. Bei einer Verringerung der Verbräuche durch Endverbraucher um den Faktor 10 sieht das eher schlecht. Im Endeffekt läuft das dann wieder auf was hinaus? Ja richtig, Dezentralität bei der Erzeugung von Energie und Wärme.


    Fernwärme basierend auf Erdgas ist so nachhaltig wie Braunkohle oder Autos/Busse mit Verbrennermotor. Und ich möchte mich jetzt nicht auf einem Niveau weiter unterhalten à la "Deins ist zweimal weniger nachhaltiger als meins".


    Die sogenannten Braunkohle-Straßenbahn wird schon noch mit der Zeit umweltfreundlich werden. Jeder EFH-Besitzer der eine PV-Anlage betreibt und einspeist, macht Straßenbahn und Bahn ein wenig grüner. Die Stromkosten der DVB liegen pro Personenkilometer knapp unter denen von e-Autos (der ersten Generation) bei Alleinbesetzung, sind also Peanuts. Jedenfalls Peanuts im Vergleich dazu, was der Gebäudebestand an Energie verschlingt. Die Straßenbahn wird also in einer Zukunft wo der meiste Strom von EFH-Dächern und Windkraftanlagen kommt schon noch als umweltfreundlich und nachhaltig bezeichnet werden dürfen.


    Königsbrück? Das ist ja irgendwo im nirgendwo. :)

  • Ich hoffe das Wahlergebnis ist mal ein Denkanstoß für all die Wahrheitsverweigerer, die behaupten, Pegida hätte ja nichts mit Dresden zu tun. Knapp 5 Prozent für den AFD-Vogel und knapp 10 Prozent für die Pegida-Kandidatin in Dresden (wahlberechtigte Umlandbewohner und Bewohner aus Rest-Sachsen: exakt null).


    Noch ein weiterer Denkanstoß:
    http://pegida-mag-dich.de/brut-und-nistplaetze.html


    Pegida-Anhänger sowohl absolut als auch relativ gerechnet in Dresden mit Abstand die meisten. Da stellt Dresden selbst die immer so als ausländerfeindlich dargestellte Sächsische Schweiz mit Orten wie Reinhardtsdorf-Schöna und dem Verwaltungssitz Pirna in den Schatten - natürlich ein Negativrekord. (Das soll die Thematik dort nicht verharmlosen. Nur in Dresden und wohl auch in Freital ist es halt noch schlimmer.)


    Wann ist 2. Wahlgang? Ich erlaube mir mal folgende Prognose: Ulbig zieht für Hilbert zurück und Hilbert gewinnt mit 45+X Prozent.


    Dass Stange als 3-Parteien-Kandidatin nur auf 36 Prozent gekommen ist, würde ich mal als (erwartete) Wahlschlappe für RRGO werten.

  • ^ also Denkanstoß? ... eher Nö. Wahrheitsdingsbums? ... das sind draussen ja die, die dort marsch... ähm .. spazieren müssen. Und hier im Forum ist's doch auch klar. Hat jemand behauptet: DD habe gar nichts mit Peggy zu tun? Ich glaube Nö. Und was ist überhaupt "Wahrheit"? Allein die Nutzung des Begriffs zeigt schon die Unkenntnis. Klar oder?


    Das Wahlergebnis zeigt vielmehr die grundsätzliche Spaltung in Zentrum und Peripherie. Vom Gefühl her würde ich sagen: nee, ganz so schlimm ists in anderen Großstädten nicht. Dresden heute ist bevölkerungstechnisch 2 Städte - leider.
    Wahlanalyse DNN


    Der Siegerin des ersten Wahlgangs eine Wahlschlappe unterzujubeln - nunja - das hat deutliche Anzeichen von Wahrheitsverweigerung.
    Die Wahlprophezeihungen sind banal und wohl jedem Schulkind mit engagiertem Geschichtslehrer (oder wem auch immer) längst klar.
    1. die Leute wissen doch gar nicht wirklich, was der Hilbert bisher gemacht hat. Er wird eher als "letztes altes Gesicht" der Stadtspitze gewählt und aufgrund eines eher positiven Medienbildes, welches infolge netter Krankheitsvertretung von Orosz (ach wie toll!) herbeigeschrieben wurde.
    2. Dresden ist im allmählichen Umbruch - auch ein Umbruch zur Großstadt. So schlimm ist ein eventuelles Scheitern von RGRO bei der Stichwahl nicht - man kann eben nicht alles haben. Aber die Änderungen sind schon deutlich: letzte CDU-Großstadt dahin, mit allen auch bundespolitischen Folgen (ich finde es gut, dass die CDU dort unter Zugzwang kommt); Linksgrüne Mehrheit regiert durch den Stadtrat - wer hätts je für möglich gehalten; die neuen Fachbürgermeister stehen künftig mehr für Großstadtthemen - nicht nur wie bisher für perspektivlose Stillstands-, Klientel- und Provinzpolitik.
    Die Frage wird sein: wie verhält sich Hillibilly? Er ist eher der Typ, der lieber eine Lösung als keine Lösung will. Er möchte die Stadt voranbringen, wie er es oft genug gesagt hat. Vielleicht kann er ja bald loslegen. OB-Vetos dem rat reinzukloppen, verzögert nur, wird bei Zweitabstimmung aber wieder aufgehoben. Glaube nicht, dass er so vorgehen wird. Das macht er wie bisher im dienstlichen Hinterzimmer - ohne jegliche Öffentlichkeit.

  • Bevölkerungsentwicklung Dresdens in 2014


    PM der Stadt

  • Das Wahlergebnis zeigt vielmehr die grundsätzliche Spaltung in Zentrum und Peripherie.


    Prohlis, Gorbitz, Pieschen, Friedrichstadt und Johannstadt wählen Stange, also die sozialen Brennpunkten.
    Blasewitz, Loschwitz, Wachwitz, das Hochland, Naußlitz, Gompitz/Altfranken wählen Hilbert, also die eher besser situierten Stadtteile mit eher "bildungsnahen" Schichten.


    Auf SZ-Online steht übrigens etwas von einer neuen Brücke. Die Querung alleine für Radfahrer und Fußgänger kommt bei der Abstimmung auf mickrige 8,10% der Stimmen. Sieht wohl danach aus, als gäbe es bald (in 15-20 Jahren nach dem das Verfahren x und die Klage y ... yada, yada, yada...) die nächste MIV- Brücke in Dresden. Vielleicht darf dieses mal sogar die Straßenbahn mit rüber. :D


    Zu dem Rest: RRGO wurde vor über einem Jahr gewählt. Hat sich irgendwas geändert? Ne, eigentlich nichts. Ob nun Stange oder Hilbert oder sonstwer - ich habe mittlerweile auch verstanden, dass das eigentlich ziemlich egal ist. Regiert wird von der EU, vom Bund und vom Land. Der Stadtrat ist nicht ohne Grund nur Teil der Exekutive und nicht der Legislative. Nur als Beispiel Verkehrsfragen, diese sind im föderalen Deutschland von der Kompetenz zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Der Stadtrat hat keine gesetzgebende Befugnis (ist ja kein Teil der Legislative), sondern führt lediglich nach Vorgaben des Landes aus. Wenn es der Landesdirektion (eingesetzt von der CDU-SPD-Landesregierung) nicht passt, dann hat die immer das letzte Wort. Der Stadtrat darf mal eine Straße in eine Anwohner-Parkzone verwandeln oder die Parkgebühren um 0,50 EUR anheben. Tempo 30 etwa auf Straße xy würde bei Nichtgefallen sofort von der Landesdirektion kassiert werden (wie sie es schon oft gemacht hat in anderen Gemeinden).


    Ich frage mich manchmal, welche Befugnisse hat der Stadtrat überhaupt? Eine autofreie Augustusbrücke, würde dieses Thema nicht von den Gnaden der Landesdirektion abhängen? Verlegung von Bundesstraßen, entscheidet das nicht allein der Bund? Und egal welche Baumaßnahme, ohne Förderung vom Land geht es doch eigentlich nie bei Großbaumaßnahmen? Und das Land macht dann wieder Auflagen, war die 4-Spurigkeit der WSB nicht Auflage des Landes Sachsen? Ok, das waren jetzt viele Verkehrsfragen, aber auch in anderen Themengebieten ist man doch stets im engen EU/Bund/Sachsen-Korsett und darf bestenfalls noch über die Hutfarbe entscheiden.

  • ^ jetzt kommt zur Wahrheitsverweigerung auch noch Farbenblindheit hinzu.
    Also nochmal (und nicht nur das Mixbild am Anfang konsumieren):
    Stange - klick 1
    Hilbert - klick 2
    Ulbig - klick 3


    Die Bildungsbürger fast aller Villenviertel haben eben viel Stange gewählt, die Plattenbauperipherie eher rechtslastig. Die urbanen Eliten der Neustadt, des Hechts, Pieschens und die Haut Voleé des gesamten Elbhangs - Stange, die Landgebiete Ulbig und Konsorten. Die Gespaltenheit ist übrigens dauernd in der Presse und keine Meinung.


    Die anderen von efhdd genannten Punkte sind leider auch völlig wirr. Einzig die Blindheit vor den Veränderungen gestehe ich dir zu, aber wer sich nie mit Kommunalpolitik beschäftigt (und das heißt nicht, nur Zeitung zu lesen), leidet folglich unter vollumfänglicher Desinformiertheit. C'est la vie.
    Also zitiere ichs nochmal: Wittgenstein sagte: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.


    Tja, die Landesdirektion, die wird dir wohl auch nicht viel weiterhelfen - du outest dich dadurch nur als CDU-Jünger, welcher nun auf den langen Arm des Freistaates hofft. Mmh, die LD kann aber nur dann dazwischen funken, wenn was rechtswidrig ist. Also deinem Tempo30-Wunsch kann immer entsprochen werden.
    Ansonsten strebt unser föderales System dem subsidiaren Prinzip zu, alles was geht nach "unten" zu verlagern. EU und Bund setzen Rahmen, Sachsen als Land konkretisiert vieles und die Kommunen setzen es um. Also am Ende wird doch vieles vor Ort entschieden, es muss nur im Rahmen bleiben. Was die sächsische Landespolitik angeht - nungut, das wäre ein weiteres Fass ohne Boden.



    Was die Brücke angeht, sind auch die anderen Varianten derzeit nur als Rad/ÖV-Brücke mit Fußgängern angedacht. Diese Umfragen sind drollig und sollen nur Leser binden. Deinen Eindruck von 8% für eine Radbrücke kann ich nicht bestätigen:


    SäZ-screenshot:

    ^ Als ich überpünktlich meine Stimme abgab, war das Ergebnis doch eindeutig. :biggrin30

  • Mensch Elli, hättest Du den Troll nicht einfach schlafen lassen können? Jetzt müssen wir uns wieder tagelang mit seinen endlosen wirren Elaboraten traktieren lassen... :dooby:

  • Wenn wir jetzt das Tempo 30 als Beispiel nehmen, meinetwegen. Das darf auf Vorfahrtsstraßen nur angeordnet werden, wenn es eine explizite Gefahrenstelle ist. Sollte das nicht der Fall sein: Tempo 30 wird gekippt wie schon in anderen sächsischen Gemeinden. Es werden ja vom Bund gerade erst die Voraussetzungen geschaffen, damit Tempo 30 vor Schulen überhaupt angeordnet werden DARF. An allen anderen Stellen außer ausgewiesenen Gefahrenstellen und Schulen ist eine Tempo 30 Anordnung nicht möglich.


    Voraussetzung einer Tempo-30-Zone ist ein angemessenes Vorfahrtsstraßen-Netz, auf welchem dann wieder rum 50 gilt. Wenn es dieses angemessene Vorfahrtsstraßen-Netz nicht gibt, darf keine Tempo-30-Zone ausgewiesen werden, was wieder zum Generalparagraphen führt: Innerorts ist 50 km/h die Regelgeschwindigkeit (+ 3 km/h Toleranz + bei 60 km/h blitzt eh keiner usw.).


    Ein Fahrverbot für bestimmte, besonders stark ausstoßende Autos ist nur mit der Umweltzone möglich. Und die grüne Plakette hat heute fast jeder (außer DVB-Busse). Ein weitergehendes Verbot kann die Stadt nicht anordnen, weil schlichtweg das Verkehrszeichen fehlt. Ebenso wäre m.E. nicht mal eine City-Maut möglich, weil es dafür keine Grundlage im bundesdeutschen Recht gibt.


    Autofreie Innenstadt hat Dresden ja schon (siehe Prager Straße z.B.). Wenn diese autofreie Innenstadt ausgeweitet werden soll, lohnt sich in Blick in andere europäische Städte mit autofreien Innenstädten: Dort stehen dann Parkhäuser noch und nöcher unmittelbar direkt am Rand dieser autofreien Zone, so dass man bequem mit dem Auto hinfahren kann und mit dem Aussteigen aus dem Auto quasi schon direkt in der Fußgängerzone steht. Also alles kein Problem.


    Ich seh den Trend zu ein bisschen weniger Auto auch. Spielt sich im Bereich weniger Prozentpunkte an. Hauptgrund m.E. eher die Zunahme von prekärer Beschäftigung, unstetigen Arbeitsverhältnissen und deutlichen Reallohnsenkungen für einen Teil der Gesellschaft. Während früher Arbeiten gehen noch bedeutete, dass man die Familie ernähren konnte und sich auch ein Familienauto durchaus leisten konnte, bekommt heute mancher Arbeiter mit Familie weniger als Hartz-4 und muss aufstocken (oder möchte es nicht und bekommt weniger). Wie soll man sich da ein Auto leisten. Ab einer bestimmten Einkommensgruppe, und das bestätigen alle Statistiken, ist das Auto für mindestens 95 Prozent der Menschen einfach Standard ohne darüber nachzudenken. Und es ja auch überaus praktisch. :)


    Und diese komische Zusammenfassung von Radfahrern, Fußgängern und ÖPNV von dir immer? Es ist in der Praxis recht sinnlos. Ich kenne Autofahrer, die kurze Wege auch mal zu Fuß gehen, aber nie ÖPNV nutzen würden und nicht mal ein Fahrrad besitzen. Ich kenne leidenschaftliche Radfahrer die auf nichts mehr schimpfen als auf die dummen Fußgänger die immer ohne zu gucken auf die Straße rennen und die ebenfalls nie ÖPNV nutzen. Ich kenne sportliche Radfahrer die sonst jeden Tag außerhalb ihres Sportprogramms mit dem Kombi fahren. Wenn man sich die Gruppen anschaut, dann sind doch die größten Spannungen etwa zwischen Radfahrern und Fußgängern. Und das zu Fuß gehen oder Rad fahren keine vollwertigen Verkehrsträger sind, sondern bestenfalls Schön-Wetter-Ersatz sein können für Routen, welche man sonst auch anderweitig zurück legen muss (Weg auf Arbeit im Sommer: Rad; Bei Sturm, Eisglätte, Schneebergen auf der Straße, etc: Mit ÖPNV oder bei den meisten doch eher das Auto). Deswegen macht nur ein Vergleich zwischen MIV und ÖPNV Sinn und dann aber nicht nach Wegehäufigkeit, sondern nach Strecke. Dadurch, dass ich auf ÖPNV umsteige, muss ich ja nicht weniger km auf Arbeit fahren. Und zweitens gehören in den Vergleich noch mindestens die zehntausenden täglichen Einpendler mit rein. Jeder bisherige Statistik verschluckt diese Menschen einfach mal. Böse Absicht? Manipulation? Dummheit.


    Und wenn man das dann alles rechnet, dann ist man wieder bei 70-80 Prozent REALEM MIV-Anteil und 20-30 Prozent REALEM ÖPNV-Anteil. Bei Familien mit Kindern und arbeitenden Eltern ist der MIV-Anteil ein gutes Stück höher, bei H4-Beziehern ist der ÖPNV-Anteil tendenziell eher sehr hoch.


    Trotz dessen, dass man in Dresden mit dem PKW doch recht gut durchkommt, vor allem linkselbisch, macht Verkehr in der Stadt nicht sonderlich viel Spaß. Die öffentlichen noch viel weniger, weil man mit denen noch langsamer ist, keine Privatsphäre und gemütliche Sitzposition hat und weil ÖPNV hauptsächlich aus Hinlaufen zu Haltestellen, Warten, Umsteigen, Hinlaufen von der letzten Haltestelle zum Zielort, etc. zu tun. Daher finde ich meinen Schritt, bisschen weiter raus zu ziehen und mir die Stadt, per PKW natürlich, nur zu geben wenn ich Lust auf Stadt habe, durchaus logisch. Wie man an den typischen kleineren Siedlungen am Stadtrand und außerhalb sieht, induziert relativ verteiltes Wohnen mit eigenen, relativ großen Grundstücken ganz und gar nicht große Verkehrsmassen. Dort ist es sogar relativ ruhig, oder nicht? Der Zentralisierungswahn der Städte induziert den Verkehr. Wenn man zum Shoppen, Essen gehen, etc. immer an den Ort X (= Innenstadt etwa) muss, dann ist am Ort X eben viel Verkehr. Und wenn jetzt auch noch Wohnbebauung am Postplatz dazu kommt, ich nehme mal an die Leute die dort einziehen werden auch ab und zu mal von Freunden und Familie besucht, dann nimmt der Verkehr dort eben weiter zu. Nicht die Zersiedlung sorgt für den zentralen Verkehrskollaps, sondern die extreme Verdichtung in zentralen Bereichen. Ich habe auch Verwandtschaft, die wirklich sehr ländlich wohnt, ohne direkten Bezug zu so einem großen Zentrum wie Dresden. Denkst du, die haben das Wort Stau schon mal in ihrem Leben gehört?


    Meine Prognose für die Zukunft übrigens: Es werden sich bald, vor allem in der Stadt, wieder vermehrt Leute ein Auto leisten können. Nachdem Kleinwagen sowieso schon groß in Mode gekommen sind, wird es bald eAutos mit vergleichsweise kleiner Batterie geben (also kurze Reichweite = stadttauglich; Schnellladung an öffentlicher Ladesäule von wenigen kWh in kurzer Zeit). In China werden die Dinger schon für umgerechnet 2.000 - 3.000 EUR angeboten (Größe: Smart). Klar, dass die hier noch einiges an Sicherheitsvorgaben, etc. erfüllen müssen, aber der relativ simple eMotor ist einfach und billig zu konstruieren und ein paar kW an Akku kosten nicht mehr viel. Müssen ja keine 85-Tesla-kWh sein, wobei der Tesla auch mindestens das dreifache eines Kleinstwagens verbraucht.


    Und darauf sollte sich die Stadt Dresden bald mal einstellen, denn am Ende leiden unter langen Verkehrsstaus vor allem die Dresdner (ob neben dem Stau oder im Stau). Wenn doch angeblich die Leute trotz neuer schneller Verbindung mit WSB und wider jeder Theorie dieses lustigen Induktions-Modells WENIGER Auto fahren, dann kann man den Rest-Verkehr doch verflüssigen und beschleunigen, damit es noch weniger Verkehr gibt (Wie schon mal erwähnt: 10 Autos in 30 Minuten von A nach B sind deutlich mehr Verkehr als 11 oder 12 Autos in 20 Minuten von A nach B). Mir persönlich ist das dann ja in Zukunft nicht mehr so wichtig, weil ich mir nicht jeden Tag Stadtverkehr in der Hauptverkehrszeit antun muss, sondern 5-8x pro Monat in der Nebenverkehrszeit.


    Zu der komischen Umfrage: Ich denke die Meinung ist noch so klar wie zu WSB-Zeiten. 2/3 sind für uneingeschränkten MIV überall und immerzu (WSB-Brücke: ja), viele andere wollten eine teurere Kompromiss-Lösung (Brücke: nein; Tunnel: ja) und nur sehr wenige (hier etwa: 8 Prozent) sind gegen MIV-Verbesserungen. Wenn es keine MIV-Brücke wird, dann kommen ganz schnell die Interessenverbände, dann gibt es eine Volksabstimmung und dann wird das Ergebnis ähnlich klar wie zu WSB-Zeiten. Dann gibt es Klagen noch und nöcher, die Stadt Dresden wird viel Geld verlieren, Bau verzögert sich, Baukostensteigerungen und am Ende seht die Brücke trotzdem, aber massiv verteuert durch die ganzen Gegenproteste, Klagen, etc. (war ja bei der WSB nicht anders, die hätte man auch schneller und billiger haben können). In ein paar Jahren hat sich der Grundtenor pro-MIV aber mal gar nicht geändert.