Neubau Kunsthalle

  • Neubau Kunsthalle

    Die Stadt Mannheim hat sich mittlerweile im Rahmen der eh nötigen Sanierung für einen Neubau der Kunsthalle entschieden. Ein Wettbewerb auf internationaler Ebene ist in Vorbereitung und soll 2012 durchgeführt werden.


    Es geht um einen Ersatz des Mitzlaff-Baus, vorgesehene Größe für den Neubau in der Machbarkeitsstudie 14.456 m² BGF (mindestens 10.000 m² Programmfläche) bei einem Kostenrahmen von 67,8 Millionen Euro.


    Beim Mitzlaff-Bau handelt es sich um den Gebäudetrakt in Richtung Friedrichsplatz, d.h. zum Wasserturm hin. Das Gebäude wurde 1966 bis 1969 geplant, schließlich 1979 bis 1983 gebaut, und ist im Grunde seitdem in der Kritik; kritisiert wurde und wird neben baulichen und fachlichen Mängeln (schlechte Klimatisierung, Wasserschäden durch nicht entfernten Tiefbunker drunter), die schon nach wenigen Jahren auftraten, auch die Architektur - da sich diese "dem Jugendstilensemble zu sehr unterordnet", auch 1983 schon als zu funktional galt, und nicht die nötige Repräsentanz für ein Kunstmuseum insbesondere an dieser Stelle zeigt. Kann also architektonisch interessant werden.

  • Das Projekt hat seinen Mäzen gefunden:


    Hans-Werner Hector wird für den Neubau der Kunsthalle 50 Millionen Euro spenden. Hector ist einer der fünf SAP-Gründer.


    Voraussetzung für die Spende ist die Ausführung als Neubau. Diese steht nächste Woche im Gemeinderat zur Abstimmung und dürfte auch dort abgesegnet werden. Vorgesehene Kostenverteilung 50 Millionen durch Hector, 10 Millionen durch die Stadt, 5 Millionen möglichst durch das Land und die restlichen 2,5 bis 3,0 Millionen durch sonstige Spenden.


    Die örtlichen Zeitungen sehen Parallelen zur RUHR.2010, bei der die Krupp-Stiftung Essen einen Chipperfield-Neubau des Folkwang-Museums spendiert hat (55 Millionen) - was mit entscheidend für die Entscheidung für Essen/Ruhr als Kulturhauptstadt gewesen sei.


    Für Mannheim ist die Spende die größte seit dem Reiß-Testament 1913, mit dem Mannheim neben der Kunstsammlung der Reiß-Engelhorn-Museen auch die Reiß-Insel und den Waldpark Neckarau (mit zusammen 275 Hektar Parkfläche) bekam.

  • Freut mich, war aber auch zu erwarten bei der Summe die Herr Hector da Stiftet (zumindest wäre alles andere meiner Meinung nach ein Fehler gewesen)



    Ich bin gespannt was dort geplant wird - laut Zeitung spricht man ja von Weltarchitektur^^ - Andererseits ist dies eine Interessante Stelle für eine städtebauliche Veränderung - hoffe aber dennoch es passt sich dem Ensemble des Friedrichsplatz an und wird kein dominanter Klotz ;)

  • Wettbewerbsauslobung Neubau Kunsthalle Mannheim

    Die Stiftung Kunsthalle Mannheim hat einen begrenzten Realisierungswettbewerb für den geplanten Kunsthallenneubau ausgelobt. Auszug aus der Wettbewerbsauslobung: "Die Kunsthalle Mannheim steht vor einem entscheidenden Entwicklungsschritt in ihrer über 100-jährigen Geschichte. Zwischen dem herausragenden städtebaulichen Denkmal-Ensemble des Friedrichsplatzes vom Anfang des 20. Jahrhunderts und dem Jugendstil-Kernbau der Kunsthalle (Billing-Bau), erhält das Museum sein neues Hauptgebäude mit der Eingangsfassade zum Friedrichsplatz. Dieser Neubau ersetzt einen nach heutigen Maßstäben unzureichenden Erweiterungsbau von 1983 (Mitzlaff-Bau) und einen als Depot dienenden Tiefbunker aus dem Zweiten Weltkrieg sowie weitere angeschlossene Bauteile. Der bis 2013 in Generalsanierung befindliche Billing-Bau wird integraler Bestandteil der neuen Kunsthalle Mannheim."


    Quelle: Neubau Kunsthalle Mannheim, Mannheim - Wettbewerbsauslobung | BauNetz.de
    Download Auslobungstext: 20120316_Mannheim.pdf

  • Da kann ich mich ja endlich zurücklehne und bei noblego Zigarren bestellen denn das unterstütze ich, der Region ist bisher nicht so viel Beachtung geschenkt worden. Da besteht Nachholbedarf.

  • Die Stiftung Kunsthalle Mannheim wurde übrigens eigens für diesen Wettbewerb ins Leben gerufen. Es handelt sich um eine paritätische Stiftung aus Herrn Hector und der Stadt Mannheim die ein festgesetztes Verbrauchsvermögen von 60 Millionen Euro verwaltet. Mit diesem Vermögen wird der Neubau gebaut und anschließend voraussichtlich 2016 der Stadt Mannheim geschenkt.


    Die Stiftung wandelt danach ihren Zweck hin zur finanziellen Unterstützung des laufenden Betriebs, alle weiteren Stiftungen - liegen bisher auch schon im Millionenbereich - gehen in das Programm des Hauses ab 2016.

  • Die Liste liest sich doch mal mit u.a. Zaha Hadid, Kazuyo Sejima, Rafael Moneo u.a. ganz gut. Naja, und Chipperfield. Vielleicht sind die 60 Millionen doch etwas niedrig angesetzt? ;)

  • Sowas dachte ich mir auch, und ich gehe auch davon aus das es mehr als 60 Mio. werden. Fragt sich, ob sich die Stadt das leisten kann?

  • Die 30 Entwürfe werden vom 20.7. bis 14.10. in der Kunsthalle ausgestellt werden. Die Preisträger sollen dann in einer Folgeausstellung ab 26.10. ausgestellt werden.
    Juroren sind Jörg Friedrich, Elke Delugan-Meissl und Manfred Hegger.

  • Toll, 3 Betonklötze!!! Völlig daneben an Deutschlands wohl schönstem Jugendstiel Platz. Der Entwurf von Peter Pütz erinnert irgendwie an einen Lockschuppen oder an eine Industrielagerhalle mit den angehobenen Dächern... Staab Architekten haben wohl scheinbar nicht mitbekommen wo Ihr Quader steht und die Bauklötze von gmp sind so peinlich das mir nicht mal ein Kommentar dazu einfällt.


    Bei so einem Platz und vor allem mit diesem echt schönen Altbau im Hintergrund kann die Devise eigentlich nur sein Frei Raum und Fläche zu schaffen, d.h. den ganzen Bau unter die Erde zu legen und den Blick Frei zu machen auf den Altbau. In Paris mit dem Erweiterungsbau des Louvre oder auch mit dem kürzlich fertiggestellten Neu Bau des Städel Museum in Frankfurt kann man sehen wie so etwas geht.


    Ich kann nur den Kopf schütteln über diese 3 Sieger Entwürfe. Armes Mannheim!!!!

  • Die Leitung der Kunsthalle hat sich nun für den gmp-Entwurf entschieden.


    Abriss des Mitzlaff-Trakts ist für 2014 vorgesehen, Einweihung des Neubaus 2017. Vorbehaltlich zu erwartender Zustimmung des Gemeinderats in zwei Wochen.

  • Die Stelle ist wirklich sehr schwierig. Macht man was einfaches unaufdringliches, wird es schnell zu banal. Aber alle Entwürfe, die aus diesem Schema ausgebrochen sind, waren meiner Meinung schon viel zu platzdominierend. "Nichts" zu machen und unter die Erde zu gehen, würde dem PLatz auch eher mehr Geschlossenheit nehmen.

  • Abbruchbeginn

    Der Mannheimer Morgen datiert heute den Abbruch für Mai 2014. Außerdem ist noch ein überarbeiteter Entwurf abgedruckt, der allerdings noch nicht der letzte sein wird.


    Anzuschauen und nachzulesen ist es hier.

  • Wir sind die 68%

    Es gibt keine selbstlosen Geschenke, trotzdem wird niemand ein 50 Millionen Geschenk ausschlagen. Bürgermeister und Gemeinderäte mussten das Geschenk annehmen, denn von den 1102 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg hat Mannheim die meisten Schulden. Man versprach sich etwas, und daher ließ man sich auf das Public-Private-Partnership ein.


    Auch bei der Ausgestaltung des Kleingedruckten traten eigene Ideen immer mehr in den Hintergrund. Bei der ursprünglich einstimmigen Abstimmung im Gemeinderat ging es nicht um den Abriss des 30 Jahre alten, einst hochgelobten Skulpturenmuseums, sondern um einen Neubau. Das dieser direkt am Jugendstilplatz entstehen soll, war selbst dem Kulturbürgermeister beim ersten informellen Bürgerforum der Stadt unbekannt. Gegen den Abriss gab es zeitweise bis zu drei Gegenstimmen, ein Demokrat blieb bis zuletzt beim Nein. Dem neuen 48-köpfigen Gemeinderat gehören mindestens 7 Mitglieder an die sich öffentlich gegen den Abriss des 30 Jahre alten Museums aussprachen. Zwei der drei großen Parteien haben den Mitgliedern keine Beantwortung von Wahlprüfsteinen erlaubt.


    68-71 % der Mannheimer Bevölkerung sind nach einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen gegen einen modernen Neubau in der europaweit einmaligen Jugendstilanlage. Die Bürgerinitiative Kunsthalle Mannheim hat eine von drei Petitionen im Landtag eingereicht mit dem Ziel den Platz zu schützen. Wir werden nicht locker lassen und das Internet wird unsere Bemühungen nicht vergessen.


    Wir fordern nicht mehr als die Ziele, für die Mannheim den deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 erhalten hat (www.nachhaltigkeitspreis.de) und die Final-Nominierung der www.EPSA2011.eu im Bereich: "Smart Public Service Delivery in a Cold Economic Climate "


    Architekten und Entscheider die gegen die Bevölkerung agieren und diese kultur-politischen Entwicklungen ignorieren, werden sich mittelfristig bei den Verlierern einsortieren müssen.
    S.G. für
    www.BiKuMa.de BürgerInitiative Kunsthalle Mannheim