Beiträge von Heinz

    Vor wenigen Tagen wurde mit der Unterzeichnung des Städtebaulichen Vertrags zwischen der Stadt und den Entwicklern der nächste Schritt zur Entwicklung des Viertels gemacht. Die hier bereits berichteten Inhalte wurden bestätigt (Hybrid-Grundschule mit vier Zügen, fünf Kitas, 2.000 Wohnungen). Der Anteil geförderten Wohnraums wird mit 45% angegeben, ich meine von früheren Meldungen 50% zu erinnern. Fertigstellung ist bis 2024 geplant.

    Es kann losgehen!


    Hier zur Meldung

    Ein interessantes Vorhaben, das wir glaube ich noch nicht hatten:


    Im unteren Nordend, Eiserne Hand 15-17 steht gegenüber des REWE Marktes eine ziemlich heruntergekommene "Mietskaserne" auf einem weitläufigen Grundstück. Deren Hinterhaus wurde in den letzten Tagen für eine Neuentwickung abgerissen:


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    Das Bauschild verrät wenig über die Pläne, lässt aber u.a. wissen, dass sich dort früher auch eine Autowaschanlage befand. Mit der Neuentwicklung ist das Frankfurter Architekturbüro Scharnberger beauftragt, was auf ein hochwertiges, zur attraktiven Nordendlage passendes Projekt hoffen lässt. Auf der Seite des Büros ist noch keine Visualisierung zu finden (https://www.scharnberger.de/projekte/). Die Bauträgerschaft liegt bei der Ott Grundbesitzverwaltungs GmbH aus Bad Soden.


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    Es würde mich nicht überraschen, wenn das Vorderhaus in nicht allzu ferner Zukunft ebenfalls fallen sollte, es wirkt zunehmend spärlich bewohnt. Ob beide Gebäude denselben Eigentümer haben, kann ich nicht sagen.


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    Danke, Frank353, das halte ich für einen tollen Vorschlag. Die Wiederherstellung der Paulskirche als historisch erlebbaren Raum (evtl mit audiovisuellen Animationen, die die damaligen Debatten andeutungsweise erlebbar machen) auf der einen und ein modern bespielbares Demokratiezentrum in der äußeren Gestalt der Alten Börse auf der anderen Seite wäre eine wunderbare Kombination.
    Ein Demokratiezentrum in der Kirche selbst läuft auf Kompromisse sowohl beim Erlenis des historischen Raums als auch bei der Gestaltung des Zentrums hinaus und würde letztlich beiden Gedanken nicht gerecht werden.
    Lasst uns auf politische Unterstützung aus Berlin hoffen. Aber ganz ehrlich: Wenn nicht für die Wiege der deutschen Demokratie, wofür dann?

    Goldman Sachs könnte Europageschäft in Frankfurt bündeln

    Das Manager Magazin berichtet, dass Goldman Sachs, ähnlich der UBS, einen Großteil seiner kontinentaleuropäischen Aktivitäten in einer Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt zu bündeln bzw. durch sie zu steuern plane. In dieser Stringenz ist die Entscheidung meines Wissens neu. Auch wenn der damit verbundene Stellenaufbau unklar und anfänglich wahrscheinlich begrenzt bleibt, ist dies eine gute Nachricht für den Standort Frankfurt, der sich bei GS als klares Europa-Zentrum etabliert, im Gegensatz zu der zuletzt diskutierten multi-zentrischen Strategie.


    http://m.manager-magazin.de/un…von-brexit-a-1224767.html

    ^ Wirklich!? Das ist eine der besten und überraschendsten Nachrichten seit Langem und könnte, falls das so kommen sollte, einen Paradigmenwechsel bedeuten. Nur schade, dass man sich bisher nicht an bessere Lagen getraut hat.
    Made my day!

    Heute gab es dazu einen interessanten Artikel in der FNP. Das Fermontgelände wird bis spätestens 2021 übergeben. Der Schleifmittelhersteller Burka Kosmos, dessen Geruchsemissionen die Entwicklung als Wohngebiet erschwerten, ist bereits ausgezogen.


    Die Offenlegung des Bebauungsplans erfolge nach Aussage des Sprechers von Mike Josef "in Kürze". Weiter: Die Bebauung der großen Brachflächen "könne etwa in einem Jahr beginnen, vielleicht noch 2018, spätestens 2019."


    Demnach ist eine Entwicklung des Gebiets in Phasen zu erwarten, von denen die erste kurz bevorsteht. Mittelfristig werden sicher auch Teile der westlich gelegenen Gewerbegrundstücke in die Entwicklung einbezogen. Ich hoffe und wünsche, dass die städtebauliche Sterilität vieler jüngerer Siedlungen einer urbaneren Bebauung weicht, auch wenn das wohl nicht zu erwarten steht.

    Schade, wieder eine vertane Chance. Wieso schafft es die Stadt nicht, mal wieder ein Gebiet à la Gründerzeit zu gestalten? Dieses Rezept ist so bewährt und erfolgreich, wo liegt das wirtschaftliche/politische/ästhetische Risiko? Dieser Entwurf ist eine minimale Verbesserung der üblichen Rebstockpark-Ödnis, und das in einer wunderbaren Lage. Da sind andere Städte wie München schon weiter und viel versprechende Ideen liegen z.B. von Mäckler für Bockenheim oder hier Landes vor. Wieso kann man das nicht bauen, solche Wohnungen wurden reißenden Absatz finden.

    Ein Artikel von Bloomberg fasst den derzeitigen Planungsstand Londoner Banken im Zuge der Brexit-Vorbereitungen zusammen. Vieles ist bereits bekannt, doch der Trend zu Frankfurt, gefolgt von Dublin und mit etwas Abstand Paris als die drei Hauptprofiteure, scheint sich zu verfestigen.

    Gerade zum Westen hin ist aktuell wenig Gastronomie möglich, aber Richtung Alte Brücke gibt es schon einige Angebote, dazu das neue Café direkt am Eisernen Steg. Schon wenn diese Betriebe im Sommer ansprechende Außengastronomie anbieten, ist viel getan. Dann noch Absenken der Bürgersteige auf Straßenniveau und Aufstellen von Bänken und sonstigen Sitzmöglichkeiten und der Bereich wird seinen Charakter deutlich verbessern. Angesichts des Frankfurter Gestaltungsgeschicks bei öffentlichen Räumen löst das Wort "Pavillon" bei mir eher Angstgefühle aus.
    Ich finde es eine tolle Vorstellung, dass Altstadt/engste Innenstadt wieder mit dem Fluss zusammenwachsen. Die dafür aufzugebende Verkehrskapazität ist überschaubar. Und ich denke auch an die Schreckensszenarien, die vor der Sperrung der Hauptwache aufgestellt wurden und die sich als gänzlich übertrieben herausgestellt haben.

    Ich stimme Dir voll zu.
    Einzelne Nachverdichtungsprojekte, ich denke z.B. an das ABG Projekt in der Vereinsstraße in Bornheim, konnten durch Aufstockung und Verdichtung teilweise die WfZ verdoppeln - bei gleichzeitiger Aufwertung der Wohnqualität.
    Diese locker bebauten, dreigeschossigen Siedlungen mit riesigen - und oft kaum genutzten - Außenbereichen gibt es in Frankfurt zuhauf, alleine im Dornbusch, in Ginnheim, Preungesheim, der Kuhwaldsiedlung, Nied, in Südsachsenhausen... und stehen oft im Besitz der ABG oder anderer Wohnungsbaugesellschaften, sodass eine Neuordnung nicht schwer sein sollte.


    Eine weitere Option, allerdings mit etwas beschränkterem Potential, ist das Erleichtern von Aufstockungen/Dachausbauten, gerade in innerstädtischen Bereichen. Die im Grunde antiquierte Stellplatzverordnung erschwert dies erheblich, da kein Stellplatz für die neue Wohneinheit nachgewiesen werden kann. Auch ist die Bauaufsicht sehr restriktiv bei der Genehmigung von Balkonen/Loggien, was die Wohnqualität und damit die Wirtschaftlichkeit solcher Kleinprojekte mindert. Hier schlummert sehr viel Potenzial für hochqualitative Nachverdichtung, die die Häuser in der Regel auch noch ästhetisch aufwertet.


    Mir persönlich gefällt das Konzept der verdichteten Stadt sehr. Mir fiel in Leon in Spanien auf, dass die Stadt bis zum Rand sechs- bis siebengeschossig gebaut ist. Das verleiht ihr eine tolle Kompaktheit. Und wenn die Stadt dann noch von Grün umgeben ist wie in Frankfurt, dann ist das imho eine nahezu perfekte Kombination.

    Das Konzept gefällt mir gut, das ist eine behutsame und respektvolle Aktualisierung des Looks. Dass man nun endlich einen großzügigeren Eingangsbereich vorsieht - was kann man daran schlecht finden? Ich sehe es als Korrektur eines Versäumnisses aus den Anfängen der Skyline, als sich die HH in Frankfurt nach außen abschotteten, was sich zumindest teilweise durch die damals wahrgenommene Bedrohung durch die RAF erklärte und dass Fußgänger keine große Rolle in den Planungen spielten.
    Ich war 1994 zum ersten Mal im Gebäude, vor der letzten Sanierung. Dort gab es noch eine original 70er Jahre Kantine, mit Raumteilern und grün-blüschigen Sitzbänken, die heutige Hipster in helle Aufregung versetzen würde. Das Kantinenpersonal war noch direkt angestellt und es gab jeden Tag "Milchsuppe" für 50 Pfennige. Fast unglaublich, dass eine solche Szenerie erst gute 20 Jahre her ist...

    Der Grüngürtel ist wirklich ein riesiger Erfolg für Frankfurt, den wahrscheinlich selbst die ihn initiierenden "grünen Spinner" nicht absehen konnten. Hier sehe ich ehrlich gesagt auch keine aufgeblähten Gebiete.


    Ich sehe durchaus Flächenpotenzial bei den mehr als üppig vorhandenen Kleingartenanlagen in Frankfurt, gerade z.B. in Ginnheim und südlichem Sachsenhausen. Wieso nicht den Mut haben, eine Kleingartenanlage zu räumen, hälftig zu bebauen und die andere Hälfte in einen öffentlichen Park zu wandeln? Damit wäre den Interessen der Stadtbevölkerung sicherlich am meisten gedient.

    Ein sehr lesenswerter Gastbeitrag von Christoph Mäckler im Feuilleton der heutigen FAZ beschäftigt sich mit dem aus seiner Sicht verlorengegangenen Sinn für die Entwicklung lebendiger Viertel im Europa der Nachkriegszeit. Er argumentiert schlüssig, dass heutige Stadtplanung keine ganzheitlich-ästhetischen Konzepte für ein Quartier entwickle, dieser Prozess sei in zu viele Einzelaufgaben zersplittert. Auch würden Stadtplaner nicht mehr entsprechend ausgebildet und Immobilienunternehmen die Wirkung ihrer Objekte im und auf den öffentlichen Raum vernachlässigen.
    Ich kann ihm nur beipflichten...
    http://http://www.faz.net/aktu…auungsplans-14414241.html

    Die Pergola aus filigranem Sandstein selbst finde ich gar nicht mal schlecht. Sieht "wertig", schlicht und trotzdem warm aus.


    Aber was mir Kopfschmerzen verursacht ist die Raumgestaltung am Eingang des Areals vom Römer aus: Der ganze Bereich südlich der Pergola von U-Bahn Abgang bis zum Eingang des Tables Restaurant (heißt das noch so?): Das ist doch schon wieder so ein Frankfurter Unort ähnlich der westlichen Hauptwache oder der Konstabler Wache: Irgendwie haben die Planer unserer Plätze ein sicheres Gespür dafür, wie man Orten durch Treppen, Durchgänge und Podeste einen einmalig unangenehmen Aufenthaltscharakter verleiht. Wo lernt man sowas?

    Dass sich der Abriss eines quasi neuen Gebäudes wirtschaftlich lohnt, hat auch damit zu tun, dass der Preis der für die Erstellung eines Neubaus erforderlichen Ressourcen (v.a Stahl und Beton inkl. der für ihre Herstellung erforderlichen Energie) nicht die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten widerspiegeln: Der Preis für Elektrizität wird für diese Sektoren quersubventioniert, der Verbrauch endlicher natürlicher Ressourcen und Umweltbelastungen nicht internalisiert.
    Die Folge sind dann solche, wenn man es mit etwas Distanz betrachtet, befremdliche Ergebnisse einer Kosten-/Nutzenrechnung, die letztlich aus verzerrten Preisen resultiert.


    Von dieser Globalbetrachtung abgesehen: Der City West wird es gut tun, wenn sich ihr Wohncharakter stärker herausbildet!

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    Nochmal zu Pumpernickel: Mir gefallen viele Neubauvorhaben in FFM ebenfalls nicht - allerdings habe ich auch noch keine Stadt in Deutschland gesehen, wo das grundsätzlich anders wäre. Der Standardkubus wird überall gleichermaßen aus dem Regal gezogen.


    Mein Hauptpunkt aber: Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Einerseits sagst Du, dass ein Pendeln aus dem Taunus für Dich nicht in Frage kommt, andererseits schwärmst Du vom Berliner Randbezirk. Der Berliner Randbezirk ist von Mitte ungefähr so weit entfernt wie der HINTERtaunus vom Frankfurter Zentrum, sowohl was Entfernung als auch Fahrtzeit angeht. Was Du schreibst, passt nicht zusammen.


    Am Ende muss jeder für sich wissen, wo er die Balance findet aus Urbanität vs. Grün, aus kurzen Wegen vs. Erschwinglichkeit.


    Ich denke, dass die Stadt weiter an Attraktivität gewinnen wird, je mehr auf dem Land Infrastruktur (Kinos, Geschäfte, Ärzte usw.) zurückgehen wird und gleichzeitig in der Stadt die Belastung durch den motorisierten Individualverkehr (Lärm, Abgase, Unfallgefahr) weiter sinkt. Irgendwann (in 25 Jahren?) säuseln nur noch autonome Elektrofahrzeuge durch die Stadt, das verleiht ihrer jetzt schon hohen Lebensqualität noch einen Schub. My 2 cents...

    Mir gefällt's

    Ich finde es noch zu früh, auf Basis dieser kleinen Knibbelbilder ein Urteil zu fällen. Grundsätzlich finde ich aber, dass der Umbau in die richtige Richtung geht. Das Gebäude wird mit den verglasten Ecken, den Loggien und dem begrünten Dach später deutlich freundlicher und zeitgemäßer wirken.
    Das Bestandsgebäude finde ich persönlich seit jeher zwar prägnant, aber vor allem aufgrund seiner wehrturm-, ja fast schon hochbunkerartigen Wirkung. Gut, andere würden von einem prägnanten Monolithen sprechen, aber es ist auch eine in diesem Forum oft kritisierte Look-at-me Architektur, die auf mich immer kalt und abweisend wirkte. Auch ist es fast schon eine Leistung, eine Natursteinfassade von Weitem wie Sichtbeton aussehen zu lassen. Diese seltene Errungenschaft teilt sich das Gebäude in Frankfurt bislang nur mit dem benachbarten Interconti.
    Ich habe schon oft gedacht, wie gut es der Stadt tun würde, mehr grün auf den Dächern zu haben. Frankfurt hat einen enorm hohen Anteil an Flachdachbauten, das sind was-weiß-ich wie viele Millionen Quadratmeter ungenutzter Fläche. Im Grunde eine riesige Verschwendung. Dachgärten bieten sich doch geradezu an, die heutige Dachpappen-Klimaanlagen Ödnis aufzulocken. Mir gefällt das. Klar ist das zeitgeistig, aber vor allem anderswo (das DAM hatte eine Ausstellung zu begrünten Hochhäusern mit Beispielen aus Singapur, Hong Kong, Bangkok). In Frankfurt wird dieser Trend bislang verschlafen, bis auf ganz wenige Ausnahmen: Der neue Henninger Turm und das Parkend im Europaviertel.
    Also, ich werde nicht nostalgisch und weine diesem Trumm keine Träne nach.