Beiträge von Volker Thies

    Ich hatte neulich ein Gespräch mit der Frankfurter Niederlassung eines der großen Maklerhäuser. Die meinten, dass die Spitze bei den Einzelhandels-Mieten in Frankfurt überschritten sei. Inzwischen sehe man auch in zentralen Lagen wieder Leerstand, was vor ein paar Jahren kaum vorstellbar gewesen sei.


    Das Phänomen stelle sich ähnlich in anderen A-Städten dar und sei vereinzelt auch schon weiter fortgeschritten, beispielsweise in Stuttgart. Die betreffenden Makler sehen dafür den Onlinehandel verantwortlich, insbesondere im Textil-Segment, in Zukunft aber auch verstärkt bei täglichen Verbrauchsgütern (Stichwort: Amaozon fresh und Ähnliches).

    Wohnnutzung Engel-Werk

    In den Unterlagen der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ist mir ein doch recht umfangreiches Wohn- und (in kleinem Umfang) Büroprojekt am Bahnhof auf einem ehemaligen Gewerbeareal an Berliner Allee und Haardtring in die Hände gefallen. Ausführliche Informationen gibt es in der IZ, hier die zentralen Fakten:


    - 663 Wohungen geplant, jeweils zur Hälfte Mikroapartments und Wohnungen mit bis zu fünf Zimmern, 25% der Wohnfläche im geförderten Wohnungsbau


    - Investor unbekannt, Planer BLFP Frielinghaus Architekten


    - Bestandsbauten werden größtenteils abgerissen und durch bis zu siebengeschossige Riegelbauten im Norden und Westen sowie Punkthäuser in der Mitte ersetzt


    - Bürotrakt bleibt erhalten und wird aufgestockt, dann 2.600 qm Bürofläche


    - Tiefgarage mit 660 Stellplätzen


    - Architektur soll sich an 50er-Jahre-Bauten der Umgebung orientieren

    Mal eine Frage: Von welcher öffentlich zugänglichen Stelle aus in Wiesbaden habe ich eine gute Chance, das Hochhausgebiet Schelmengraben (Dotzheim) vernünftig im Überblick zu fotografieren? Neroberg oder Lahnstraße sind mir jetzt eingefallen. Technisch habe ich ein 18-55er und ein 120-300er Tele zur Verfügung.


    Falls die Frage hier falsch ist, bitte an die richtige Stelle verschieben. Vielen Dank!

    Naja, Freshfields ist nicht "irgendein Anwalt", sondern eine der großen internationalen Wirtschaftskanzleien. Der Guardian ist eine recht reputable Medienquelle. Außerdem geht das in die gleiche Richtung wie das, was weiter oben über J. P. Morgan berichtet wird: Zuindest im ersten Schritt geht es eher um hunderte als um tausende Stellen.


    Allerdings halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass sich alles in der Reaktivierung ohnehin vorhandener, derzeit ungenutzter Flächen abspielen wird. Einige Neuanmietungen wird es schon geben, allerdings eher ab der mittleren Größenklasse aufwärts statt in den Top-Flächenvolumina.


    Darauf deutet auch das hin, was man so aus Kreisen von Maklern und Wirtschaftsförderern (Nein, da kann ich nicht genauer werden.) hört: Bankdienstleister begutachten derzeit verstärkt Büroflächen, aber durchaus auch in kleinerer Stückelung als bislang erwartet.

    Über das "Gebiet" bin ich auch gestolpert. Irgendwie bleibt aber offen, was damit genau gemeint ist. Aber das "bis 2018" ist ja schon mal eine Ansage. Dann dürfte es auf den noch freien Flächen recht schnell gehen.

    Marina Gardens

    Noch ein paar Fakten vom heutigen Termin, die man detaillierter in der IZ nachlesen kann:


    - 15.000 qm Wohnfläche


    - rund 65 Mio. Euro Investition


    - Fertigstellung im ersten Quartal 2019


    - Entwickler ist Primus (Hamburg), Geldgeber Vivum (Hamburg, Mezzanine- und Eigenkapital) und die Taunus Sparkasse (Fremdkapital, 85%)


    - Sehr breit gestreute Einheitengröße: 30 bis 130 qm bei den Mietwohnungen, 50 bis 170 qm bei den ETW und Townhouses.


    - Tiefgarage mit 68 Stellplätzen


    - Bauunternehmen Michel (Klingenberg) macht den Tiefbau und ist schon bei den Vorbereitungsarbeiten.


    - Die Ausschreibung für den Hochbau läuft. Er soll im dritten Quartal 2017 beginnen.


    - Angepeilte Preise für ETW/Townhouses: 4200 bis 4800 Euro/qm, Miete Wohnungen: um 15 Euro/qm


    - ETW und Townhouses gehen im Einzelvertrieb über Maklerhaus Mattheußer (Frankfurt) raus.


    - Bis Ende Mai wird Verkauf bzw. Reservierung von 30% des Wohneigentums erwartet. Interessenten kommen zu rund 50% aus Frankfurt.


    - Die Mietwohnungen sollen während der Bauzeit entweder komplett oder in zwei Tranchen global verkauft werden.

    Projekt Hainer Weg 46-50

    Inzwischen habe ich einige Fakten über das vorgenannte Projekt herausgefunden und in der heutigen Ausgabe der IZ veröffentlicht. Die zentralen Punkte kurz zusammengefasst:


    - Entwickler ist das Idsteiner Unternehmen Dietmar Bücher Schlüsselfertiges Bauen.


    - Nach einigen Besitzveränderungen gehören zum Bauareal nicht nur die hier genannten Grundstücke der Druckerei und des Bürohauses, sondern auch Hainer Weg 50, vormal Sitz des Architekturbüros JSK. Insgesamt rund 6.800 qm.


    - Geplant sind rund 150 Wohnungen zwischen 70 und 170 qm, allesamt frei finanziert, insgesamt gut 16.000 qm Wohnfläche.


    - Abbruchgenehmigungen für die Bestandsgebäude liegen vor, der Bauherr rechnet für Juli mit der Baugenehmigung für die Neubauten und will dann sofort mit den Arbeiten beginnen.


    - Geplant sind zwei Bauabschnitte mit Fertigstellung 2018 und 2019.


    - Zielgruppe sind Selbstnutzer und kleine Privatanleger.


    - Das Jobcenter-Gebäude ist nicht Bestandteil der Planung.

    Hm, muss man abwarten. Ich sehe als Unsicherheitsfaktor eher, dass die noch herausfinden müssen, wie man sich organisiert. Kein Unternehmen wird begierig darauf sein, funktionierende Strukturen umzustellen.


    Da stellt sich die Frage, ob man den Schwerpunkt in London lässt und nur mit einer kleinen oder mittelgroßen Einheit nach Frankfurt oder sonstwohin geht, ob man zwei in etwa gleichberechtigte Sitze nebeneinander vernünftig organisieren kann oder ob man den Schwerpunkt gleich ganz verschiebt.


    Da spielen bei den Banken dann auch aufsichtsrechtliche Fragen rein: In welchem Umfang will und muss man im Euroraum tätig bleiben? Welche Rahmenbedingungen verlangen eigene Arbeitsabläufe und Bankenaufsicht, um diese Tätigkeit zu ermöglichen? Welchen Personalansatz brauche ich, um diese Bedingungen zu erfüllen?

    "We will have to move hundreds of people in the short term to be ready for day one, when negotiations finish, and then we will look at the longer-term numbers."


    Hm, das spräche für die These, dass die nicht unbedingt die ganz großen Objekte auf einen Schlag anmieten müssen, sondern dass erst mal mittelgroße Büroeinheiten reichen. Das erhöht natürlich die Auswahl und die Möglichkeiten am Standort.

    Mit den bewährten Abläufen meine ich die Aufstellung von B-Plänen auf Grundlage von Vorschlägen der Stadtparlamentsfraktionen oder des Magistrats über B-Plan- bzw. FNP-Änderungen in den zuständigen Gremien und Verwaltungen.


    Dass die Kommunen nur für sich und ihre Wohnbevölkerung planen bzw. vor allem Besserverdiener anziehen wollen, kann man kritisieren, halte ich aber für legitim. Warum sollten Nachbarkommunen Frankfurt raushauen, wenn die Stadt selbst nicht genügend Wohnraum für den Arbeitskräftebedarf der ansässigen Firmen schaffen kann?

    Ich stimme Mysterios Einschätzung zu. Allerdings sehe ich das mit der Quote nicht so. Warum überlässt man die Baulandausweisung nicht den bewährten politischen Abläufen?


    Es stehen in allen Kommunen (vereinfacht) zwei Gruppen gegeneinander: Diejenigen, die aus Gründen des Wirtschaftswachstums und der sozialen Fürsorge insbesondere für Geringverdiener den Wohnungsbau ankurbeln wollen, und diejenigen, die aus ökologischen Gründen und wegen befürchteten sozialen Folgen keine oder nur eingeschränkte Neuansiedlungen wollen. Grundsätzlich halte ich beide Positionen für legitim.


    Deshalb kann man es getrost der, zugegebenermaßen oft mühseligen, politischen Meinungsbildung und -durchsetzung überlassen, wer letztlich die Oberhand behält. Eine Quote einzuführen, die dann ja auch wieder von irgendeiner Instanz gegen diejenigen durchgesetzt werden müsste, die gegen die Erfüllung sind, löst die Konflikte nicht und beschädigt die kommunale Selbstbestimmung.

    So oder so frage ich mich, warum die Umlandgemeinden bei diversen Beglückungsversuchen mitmachen sollten, sei es durch das neue F-WI-Bündnis, sei es durch die NH von Landesseite. Wenn die Flächen entwickeln und es nicht selbst machen wollen, können die entweder die HLG oder ein privates Unternehmen beauftragen. Letzteres macht das sicher mit Kusshand. Die brauchen die großen Nachbarn nicht, um sich reinreden zu lassen.

    Das ist zu 100% eine rein interessengetriebene Veranstaltung einer Kleinstgruppe. Ich möchte meinen, dass wir hier beinahe zu viel Aufsehen um diesen Quatsch machen.


    Sehe ich ähnlich. Ich habe kurz darüber nachgedacht, das beruflich aufzugreifen, es dann aber gelassen. Solange da nicht wirklich offizielle Verfahrensschritte eingeleitet oder Unterschriften gesammelt werden, muss man sich imho nicht allzu intensiv damit auseinandersetzen.


    Ich favorisiere auf der "grünen Wiese" eher neue Gewerbe- / Industriegebiete bei gleichzeitiger Freistellung besser gelegener stadtnaher Flächen, die derzeit noch von Gewerbe / Industrie belegt sind.


    Das war interessanterweise gestern auch Thema bei einer Tagung des BFW im Haus am Dom. IHK-Vizepräsident Wentz meinte, dass schon ökonomisch das der einzige Weg sei, da Abbruch und eventuelle Altlastensanierung alte Gewerbeflächen so teuer machen, dass weder klassisches Gewerbe noch Industrie sich die Flächen noch leisten können. Deshalb können man da sinnvollerweise nur Wohnen und andere Nutzungen mit höherem Preisniveau verwirklichen.


    In der Tendenz ist da sicher etwas dran, imho aber nicht so absolut. Schließlich hinterlässt nicht restlos jede Gewerbenutzung Altlasten und außerdem gibt es in der Praxis doch einige Beispiele, dass alte Gewerbeflächen mit neuem Gewerbe überplant werden, derzeit beispielsweise das Lurgi-Zimmer-Areal an der Borsigallee in Seckbach.

    Ex-Lurgi-Zimmer-Areal Borsigallee/Gwinnerstraße

    Seit gut zwei Jahren hat man hier und andernorts nicht mehr viel von dem ehemaligen Gelände des Maschinenbauers Lurgi an der Ecke Gwinnerstraße/Borsigallee in Seckbach gehört. Jetzt habe ich Neuigkeiten herausgefunden, die man im vollen Umfang in der IZ nachlesen kann. Hier kurz zusammengefasst:


    - Seit Anfang April ist der Bau eines Rechenzentrums zuzüglich Bürogebäude bei der Stadt beantragt.


    - Die Grundfläche allein der Rechnerhalle liegt bei rund 8.500 qm.


    - GEA (ehemals Metallgesellschaft) bestätigt, dass sie in Verkaufsverhandlungen steht.


    - Weder Stadt noch GEA geben Auskunft zum Investor des Projekts.


    Und da Informationen, die ich hier im Forum gesammelt habe, der Ansatzpunkt für die Recherche waren: Herzlichen Dank! (Wer gemeint ist, weiß Bescheid.)

    Kleyerstraße 1-9

    Zum bereits hier erwähnten Projekt Kleyerstraße 1-9 habe ich noch einige Auskünfte vom Entwickler SWI aus Grünwald (Bayern) bekommen, die noch etwas über den an angegebener Stelle verlinkten FNP-Artikel hinausgehen. Ausführlicher und mit Visualisierung gibt es den Artikel in der IZ, hier die zentralen Fakten:


    - rund 170. Mio. Euro Investition
    - Architekt: Planquadrat
    - Benachbarte Adlerwerke sind wichtiger Faktor für Gestaltung
    - zwei Baukörper
    - 280 Ein- bis Vierzimmerwohnungen (rund 40 als geförderter Wohnungsbau) zwischen 35 und 95 qm
    - 340 Mikroapartments für temporäres Wohnen, 20 bis 22 qm
    - ein Kindergarten, Verhandlungen mit öffentlichem Träger laufen
    - insgesamt rund 35.000 qm BGF
    - Abriss seit März, Bauantrag im Mai, Vermarktung ab Herbst, Baubeginn Frühjahr 2018, Bezug ab 2020
    - Vermarktung an Selbstnutzer und Anleger, kleiner Teil bleibt evtl. in SWI-Bestand
    - erwarteter Verkaufspreis für Apartments ca. 8.000 Euro/qm
    - SWI baut eigene Hausverwaltung auf

    Auch hier eine kleine Ergänzung: Mit der etwas anderen Namensschreibweise Sh.i.r Asset Management, aber mit dem gleichen Geschäftsführer Zeev Laufer hat das Unternehmen kürzlich das IBM-Hochhaus im Bahnhofsviertel verkauft, wie man unter anderem auf meiner Baustelle oder auch hier im Forum nachlesen kann. Ob das damit verflüssigte Kapital nun an den Hainer Weg fließen wird, scheint mir eine interessante Frage. Mal schauen, was ich darüber herausbekommen kann.

    Kleiner Nachtrag zu #565: Inzwischen scheint nicht mehr OFB der Projektentwickler zu sein, sondern dessen Unternehmensmutter Helaba treibt das Vorhaben selbst voran.

    Wobei man bei den Bürotürmen noch die Suche der Bundesbank nach einem Übergangsquartier während der längeren Bauarbeiten auf deren Gelände einrechnen muss, die den Markt weiter verengt.


    Allerdings sehe ich auf der anderen Seite das Raumangebot nicht als so übermäßig kritisch an. Klar, wenn man davon ausgeht, dass die Banken gleich mit dem vollen Tross anrücken und eine Aufteilung auf mehrere Standorte kategorisch ablehnen, ist der Markt sehr begrenzt. Geht man aber davon aus, dass die innerhalb der nächsten zwei Jahre erst mal ein Rumpfteam in Frankfurt stationieren und einen späteren erneuten Umzug bei weiterem Aufwachsen in Kauf nehmen oder dass sie erst mal Abteilungen auf zwei Einheiten unter 10.000 qm verteilen, dann bestehen schon noch ein paar mehr Möglichkeiten.