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Sorry, mit dieser einen Aktion und den unsäglichen Aufrufen im SWR kann man dieses Jahr getrost das ganze Geld für Stadtmarketing, CIS usw. sparen.
I.a.W. es wäre sehr schwer gewesen auf die Schnelle mehr Volkswirtschaftlichen Schaden für die Stadt anzurichten.
Ich wette das ich wieder überall ausserhalb von Stuttgart die höhnischen Kommentare beantworten muss...
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ippolit
Das PR-Desaster ist natürlich perfekt. Den Titel der dreckigsten Stadt Deutschlands wird Stuggi nun endgültig nicht mehr los. Ein historischer Bärendienst des Feinstaub-OB, wie er Stuggi nach außen verkauft, ist schlicht eine Katastrophe.
Es erscheint mir nachgerade grotesk, wie Ihr hier geflissentlich ausblendet, dass Stuttgart - wie andere deutsche Städte auch - nun mal seine notorischen Grenzwert-Überschreitungen in Sachen Feinstaub eindämmen muss, um rechtliche Schritte der EU zu vermeiden.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/…chland-eu-ruege
Wenn Wagahai und andere das Ganze für völlig überzogen halten, wacker oder auch verbissen dagegen anpolemisieren und die Angelegenheit nun auf ein reines Kommunikationsversagen der Rathausführung reduzieren wollen, ist das ihr (gutes?) Recht, bringt uns einer Lösung aber keinen einzigen Schritt näher. Wie dieser Artikel vom März 2005 zeigt, sind die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt; schon damals, lange vor einer grünen Landes- und Rathausregierung, galt Stuttgart als unrühmlicher Spitzenreiter in Sachen abgasgeschwängerte Luft:
http://www.faz.net/aktuell/politi…en-1213173.html
Dass ein Feinstaubalarm mit freiwilligem Autoverzicht zum Flop gerät, war von vorneherein absehbar, und entsprechend sind mir als Ex-Stuttgarterin heute in München weniger höhnische als mitleidige Kommentare darüber begegnet, dass selbst ein grüner Oberbürgermeister in der deutschen Hauptstadt automobiler Bewegung eben nach dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" agieren muss, statt entschlossenere Maßnahmen anzugehen. Anderswo scheint man da - auch mit entsprechenden Erfolgen für die Luftqualität, wie der nächste Artikel darlegt - weiter zu sein; gleichwohl habe ich bisher nirgends Quellen gefunden, dass Paris, Rom oder Mailand aufgrund von zeitweilig ausgesprochenen Fahrverboten nun unter Touristenschwund litten. Eher wird wohl anerkannt, dass dort Bemühungen für die Gesundheit von Einwohnern und Gästen unternommen werden.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fahrver…62f2c2a9f5.html
Wer meint, der Feinstaub lasse sich quasi unter den Teppich kehren (Wagahai forderte ja allen Ernstes einen Tunnel als Problemlöser) oder durch strategisch geschickteres Plazieren der Messstellen (vielleicht irgendwo im Degerlocher Wald?) aus der Welt schaffen, verkennt meiner Ansicht nach die Dramatik der Sachlage.
Lange bevor die aktuelle Feinstaub-Diskussion geführt wurde, sprachen mich zwei Kollegen, die jeweils über einen gewissen Zeitraum in Stuttgart zu tun hatten, darauf an, dass ihnen die Luft im Talkessel auffallend schlecht erschienen sei; derartiges, und nicht etwa ein Feinstaubalarm - wie sinnvoll und auf kurze Sicht zielführend er auch immer sein mag - ist beschämend und rufschädigend.
Und noch ein Letztes: Ich bin in dieser Sache womöglich auch deshalb so emotional involviert, weil eine Tante - Zeit ihres Lebens Nichtraucherin und auch sonst sehr gesund lebend, aber über viele Jahrzehnte an einer stark befahrenen Straße wohnhaft - momentan mit Lungenkrebs in der Fachklinik Schillerhöhe liegt. Natürlich vermag niemand den oder die Auslöser für diese Erkrankung eindeutig dingfest zu machen. Für den behandelnden Arzt liegt es aber offenbar nahe, dass die Luftbelastung am Wohnort tumorbegünstigend gewirkt haben könnte. Entsprechend muss man denn wohl auch sein persönliches Statement in Sachen Luftreinhaltung in der Landeshauptstadt einordnen: Es sei, so meinte er, ein "Armutszeugnis", dass man seitens des Rathauses da nicht entschlossener vorgehe. Mehr gibt's dazu eigentlich nicht zu sagen, doch angesichts dessen scheint mir leider mancher verharmlosende, ins Lächerliche ziehen wollende oder rabulistische Kommentar hier - Verzeihung -geradezu infam und widerwärtig.